Wie war das gleich nochmal?
Die Homöopathen wollen “entsprechende Beweise” dafür, dass sie wissenschaftlich unredlich agieren?
Gestern zum Beispiel konnten wir zeigen, dass Österreichs Ober-Homöopath alle “Argumente” pro Homöopathie, die wir vor vier Monaten detailliert widerlegt haben, einfach immer wieder aufs Neue herunterbetet – allen Fakten zum Trotz.
Seine deutschen Kollegen machen das nicht anders.

Heute darf sich die DZVhÄ-Vorsitzende Cornelia Bajic erneut in der FAZ verbreiten. Und welche Argumente hat sie?
Genau – diesselben, die schon immer falsch waren, zum Beispiel die Mathie-Metaanalyse, den Gesundheitsmonitor der Bertelsmann-Stiftung, die Versorgungsforschung, den “WissHom-Forschungsreader” und so weiter, das Ganze umkränzt mit den üblichen rhetorischen Fragen, die ebenfalls längst beantwortet sind und daher allenfalls noch als Ausweis von Uninformiertheit gelten:
In der Schweiz ist die Homöopathie jüngst als gleichberechtigte Kassenleistung zur konventionellen Medizin eingeführt worden – und Indien hat einen für Homöopathie zuständigen Minister. Kann eine Heilmethode national wie global so erfolgreich sein, ohne dass sie, wie häufig behauptet wird, eine signifikante Wirksamkeit aufweist?”
Ein “Miteinander” mit wissenschaftlich unredlichen Globuli-Lobbyisten, die sich offen in Realitätsverweigerung gefallen?
Schwer vorstellbar, solange die obersten Homöopathie-Funktionäre stets nur das längst Abgehandelte wiederkäuen, ohne zu den tatsächlich offenen Fragen Stellung zu beziehen.

Das meint auch Bajics FAZ-Kontrageber, der Mediziner und Pharmakologe Karl Friedrich Sewing von der Medizinischen Hochschule Hannover:
Was bleibt von der Homöopathie übrig?
Es ist die unverständliche Erkenntnis, dass ein medizinischer Irrweg trotz aller berechtigten und immer wieder vorgetragenen Kritik an ihrer Existenzberechtigung nach wie vor Anhänger und Befürworter findet, die den Heilsversprechen der Homöopathie glauben.
Es ist unverständlich, dass einerseits homöopathische Mittel durch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet werden dürfen, andererseits immer wieder Berichte zu einer sehr restriktiven Erstattungsbereitschaft notwendiger therapeutischer oder rehabilitierender Maßnahmen in die Öffentlichkeit gelangen.
Wenn der jährliche Umsatz eines Unternehmens für homöopathische Mittel im dreistelligen Millionenbereich mit nicht unerheblichen Gewinnmargen liegt, dann stellt sich die berechtigte Frage nach der politischen Notwendigkeit, diesem fragwürdigen Einsatz von Ressourcen ein Ende zu bereiten.”
Zum Weiterlesen:
- Das Geschwür Homöopathie, FAZ am 6. August 2016
- Die Zeit des Gegeneinanders ist vorbei, FAZ am 6. August 2016
- Könnten die Homöopathen so freundlich sein, diese Fragen zu beantworten? GWUP-Blog am 28. Juli 2016
- Ein „Bund“ zwischen Ärzten und Heilpraktikern? Das freut nur die Pseudomediziner, GWUP-Blog am 21. Juni 2015
- „Studien-Daten“ und die Realitätsverweigerung der Homöopathen vom DZVhÄ, GWUP-Blog am 18. Oktober 2015
- Umfrage-Sensation: 87 Prozent der Homöopathie-Fans finden Homöopathie gut, GWUP-Blog am 14. September 2014
- Neue Metaanalyse zur Homöopathie bestätigt Skeptiker, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 3. Januar 2015
- Wirksamkeit der Homöopathie mal wieder nachgewiesen, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 29. Mai 2015
- Sind die Behauptungen der Homöopathen wissenschaftlich unredlich? GWUP-Blog am 7. Juli 2016
- Homöopathie-Studien und „Redlichkeit“, die nächste, GWUP-Blog am 20. Juli 2016
- Die Homöopathie und die Versorgungsforschung, GWUP-Blog am 9. November 2012
- 60 Seiten Papierverschwendung: Der „Reader“ der Homöopathen zum aktuellen Forschungsstand, GWUP-Blog am 29. Mai 2016
- Über die Entscheidung zur Homöopathie in der Schweiz, Informationsnetzwerk Homöopathie
- Komplementärmedizin wird kassenpflichtig: Evidenzbasierte Medizin leidet, Skeptiker Schweiz am 30. März 2016
- Indischer Nobelpreisträger kritisiert die Homöopathie, GWUP-Blog am 9. Januar 2016
- Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 30. Juni 2013
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