“An Honest Liar”: Premiere für James-Randi-Film

Der über Crowdfunding finanzierte James-Randi-Film “An Honest Liar” feiert in drei Tagen (18. April) Weltpremiere, und zwar beim Tribeca Film Festival in New York.

Ein Trailer ist bereits online:


Direktlink zum Video auf Youtube

Sieht ganz spannend aus.

Zum Weiterlesen:

  • Fundraising-Aktion für die James-Randi-Verfilmung, GWUP-Blog am 20. Januar 2013
  • James Randi wird 85, GWUP-Blog am 6. August 2013
  • “An Honest Liar” bei Facebook

Die „vier Blutmonde“ und der Weltuntergang

Vor kurzem haben wir hier über das Augsburger “Wunderzeichenbuch” aus dem 16. Jahrhundert berichtet.

Damals wurden zum Beispiel Mondfinsternisse als Zeichen des bevorstehenden Weltuntergangs gedeutet.

Es hat sich anscheinend nichts geändert.

Übermorgen (in der Nacht vom 15. auf den 16. April) beginnt eine Serie von vier aufeinanderfolgenden totalen Mondfinsternissen – eine sogenannte Tetrade.

Beobachten kann man das Himmelsschauspiel hier in Europa leider nicht.

Nichtsdestotrotz schlagen schon wieder die Endzeitpropheten Alarm.

Weil der Mond den Kernschatten der Erde durchläuft und deswegen rötlich erscheint, ist von “vier Blutmonden” die Rede, was auf die Erfüllung irgendwelcher religiöser Prophezeiungen hindeuten soll.

Das Ganze ist natürlich der übliche Quark.

Was es mit biblischer Prophetie auf sich hat, kann man aktuell bei Man glaubt es nicht nachlesen.

Auch GWUP-Mitglied Klaus Schmeh hat schon mal darüber geschrieben.

Sinnfälligeres zu der Mondfinsternistetrade gibt’s denn auch bei space.com und MrEcplipse – und als Video:


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • Blutmond: Ist das Ende der Welt gekommen? news.de am 14. April 2014
  • The Big Bad Moon, used to sell fear to the superstitious, Doubtful News am 14. April 2014
  • Wikinger, Wunderzeichen und der Weltuntergang 2014, GWUP-Blog am 16. Februar 2014
  • Über “Tausende von Prophezeiungen in der Bibel”, Man glaubt es nicht am 12. April 2014
  • Beweisen eingetroffene Prophezeiungen, dass die Bibel das Wort Gottes ist? Telepolis am 17. September 2006
  • Four Blood Moons: Total Lunar Eclipse Series Not a Sign of Apocalypse, space.com am 9. April 2014
  • Total Eclipse of the Moon: April 15, 2014, MrEclipse am 13. April 2014

Beware of Homeopathy: Die Woche der Aufmerksamkeit geht wie üblich daneben

Die “Internationale Woche der Homöopathie” ist mal wieder angebrochen – und wie jedes Jahr heischen die Homöopathen nach jedem bisschen Aufmerksamkeit, das sie kriegen können.

Im Wiener Presseclub zum Beispiel haben “mehrere Ärzte” darauf hingewiesen, dass …

… neue wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien bestätigen”,

heißt es in einer Presseerklärung.

Darin wird unter anderem der Leiter der Abteilung für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie des Landeskrankenhauses Feldkirch zitiert:

“Bei Verletzungen wirken homöopathische Mittel ebenso gut wie konventionelle Medikamente.”

Erst bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass es a) nur um “leichte bis mäßige Sportverletzungen” geht und b) lediglich von einem bestimmten “homöopathischen Mittel” die Rede ist, nämlich von Traumeel.

Soso, Traumeel also.

Ein Konglomerat aus mehr als einem Dutzend Inhaltsstoffen, davon die Hälfte in Urtinkturkonzentration. Letztere summieren sich auf rund 1,5 Gramm pro 100 g Salbe.

Irgendeine Wirkung kann diese Salbe also durchaus entfalten, ohne dass das etwas mit Homöopathie zu tun hätte. Allein die leichte Massage beim Applizieren wird ihren Beitrag dazu leisten.

Ausführlich mit Traumeel beschäftigt hat sich Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie.

Aber damit nicht genug:

Natürlich wedeln – wie ihre deutschen Kollegen – auch die österreichischen Homöopathen mit einer Veröffentlichung Robert G. Hahns, Professor für Anästhesie und Intensivmedizin an der schwedischen Universität Linköping:

Hahn kam zum Ergebnis, dass man 90 Prozent der vorhandenen klinischen Studien außer Acht lassen müsste, um den Schluss zu ziehen, dass Homöopathie wirkungslos ist.”

Und fast ebenso selbstverständlich steht das, was die Homöopathen aus Hahns Metaanalyse herauslesen, gar nicht drin:

Dass die Arbeit zu dem Fazit käme, dass die meisten Studien zu einem positiven Ergebnis kämen, ist schlicht nicht zutreffend”,

analysiert wiederum Aust in seinem Blog.

Glück für die Homöopathen, dass sie ihre Pressekonferenz “Studien beweisen Wirksamkeit von Homöopathie” am 8. April abgehalten haben.

Nur einen Tag später hätten sie sich vermutlich mit unangenehmen Journalistenfragen konfrontiert gesehen – denn am 9. April berichteten die Medien weltweit einmal mehr von der völligen Wirkungslosigkeit der Nonsens-Methode:

Hilft weder gegen Migräne noch gegen Asthma”,

titelte zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine “gerade neu erschienene australische Übersichtsstudie”, während der Business Insider mit der Schlagzeile

Homeopathy Is A Total Joke, Doesn’t Work”

herauskam.

Apropos Studien:

Wer einmal plastisch nachvollziehen möchte, was Homöopathen so alles anführen, um ihr Metier irgendwie “wissenschaftlich” aussehen zu lassen, der sei auf den Artikel “Komplexhomöopathikum bewährt sich in Anwendungsbeobachtung” in der Online-Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung verwiesen.

Der Beitrag ist zwar schon drei Jahre alt und dreht sich bloß um eine Anwendungsbeobachtung, ist aber so herrlich selbstentlarvend, dass er bis heute für Heiterkeit sorgt.

Die vielen bunten Grafiken und das wortreiche Geschwalle der Autorin besagen am Ende lediglich, dass ein grippaler Infekt mit Homöopathika genauso lange dauert wie unbehandelt.

Sa-gen-haft!

Ach ja, zum Abschluss ihrer Pressekonferenz beklagte die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin noch die “Manipulation der Medien durch Skeptiker”:

“Mächtige Skeptiker- und Lobbygruppen weltweit” würden versuchen,

… Medien und öffentliche Meinung zu beeinflussen, um alternative Medizin zu diskreditieren.”

Brauchen wir eigentlich gar nicht, denn mit solchen Presseveranstaltungen oder dem eben genannten Artikel diskreditieren sich die Homöopathen selbst schon genug.

Nichtsdestotrotz haben die Skeptiker die aktuelle “World Homeopathy Awareness Week” gerne zum Anlass genommen, um auf den Unsinn der Homöopathie aufmerksam zu machen.

In Hamburg, Wien und Traunstein gab es gestern und vorgestern eine 10:23-Aktion.

Fotos aus Wien gibt es hier, ein kurzes Video dazu hier.

Aus Traunstein berichtet der nutzhirn-Blog, bei Facebook findet sich dazu noch eine Chronologie, wie die Steinbeis-Hochschule sich mittlerweile von der gescheiterten “Homöo-Akademie” distanziert.

Und dann gibt’s noch ein paar (englischsprachige) Anmerkungen zur “Homeopathy Awareness Week” aus skeptischer Sicht.

Zum Weiterlesen:

  • Wirkt Traumeel S® bei Entzündungen im Rachen? Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 10. September 2013
  • Metaanalysen in der Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 3. Februar 2014
  • A Major Australian Health Study Has Concluded Homeopathy Is A Total Joke, Doesn’t Work, Business Insider am 9. April 2014
  • Of course it doesn’t work, there’s NOTHING IN IT, Doubtful News am 9. April 2014
  • Große Homöopathie-Studie: Hilft weder gegen Migräne noch gegen Asthma, FAZ am 9. April 2014
  • Homöopathie in Australien unter Druck, Psiram am 10. April 2014
  • Komplexhomöopathikum bewährt sich in Anwendungsbeobachtung, Pharmazeutische Zeitung 14/2011
  • Homöopathie, Scientabilität, Frollein Doktor und die Belege, GWUP-Blog am 15. Januar 2014
  • Homöopathen-Kritik an den Skeptikern: Geht’s noch ein bisschen peinlicher? GWUP-Blog am 16. März 2014
  • 10:23-Aktion in Traunstein – nachgefragt, GWUP-News am 12. April 2014
  • Eine Typologie der Negativkommentare zur 10:23-Überdosis, skeptiker.ch am 26. Oktober 2013
  • Nichts drin, nichts dran: die Homöopathen-Ausreden, GWUP-Blog am 9. April 2013
  • Hochverdünnte Argumente: Die Ausreden der Homöopathen nach der 10:23-Aktion, GWUP-Blog am 9. Februar 2011
  • Skeptiker als Pharma-Söldner? GWUP-Blog am 21. April 2013

Ufo-Talk mit Philippe Leick: Interstellare Reisen

Das Internet-Portal ufo-information hat einen Podcast mit dem Titel “Ufo Talk” aufgelegt.

In der aktuellen Episode spricht Dennis Kirstein mit dem Physiker und GWUP-Mitglied Dr. Philippe Leick über “Interstellare Reisen”.

Außerdem werden die angeblichen antigravitativen Fähigkeiten von Ufos thematisiert.

Im Skeptiker (1/2014) geht Leick zusammen mit Bernd Cunow dem Phänomen “Kornkreise” auf den Grund.

Zum Weiterlesen:

  • Ufo-Talk Nr. 5 mit Dr. Philippe Leick: Interstellare Reisen
  • Ufo-Talk Nr. 4 mit Dr. Florian Freistetter: Leben im All/Exoplaneten
  • Kornkreise: Anomalie oder Menschenwerk? Skeptiker 1/2014
  • Bernd Cunow/Philippe Leick: Das Institut für technische Ufo-Forschung, Skeptiker 4/2013
  • “Neue Ufo-Forschung” oder Ghosthunting am Himmel? GWUP-Blog am 19. Dezember 2013
  • Philippe Leick: Quantenphysik – Wankt das “skeptische Dogma”? GWUP-Blog am 11. Oktober 2011

Video-Vortrag “Elektrosmog”

Ein Video vom “3. Spirituellen Sonntag” letztes Wochenende im Unperfekthaus zu Essen:

Peter Ofenbäck von den Rhein-Ruhr-Skeptikern spricht zum Thema Elektrosmog.


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • GWUP-Infos: Elektrosmog
  • Skeptiker 3/2012: Handymythen, GWUP-Blog am 5. Oktober 2012
  • Krank durch Elektrosmog? Skeptiker 3/1998
  • Elektrosmog bei Psiram
  • Elektrosensibilität bei Psiram
  • Politischer Aktionismus gegen Mobilfunkanlagen, GWUP-Blog am 20. April 2013
  • Elektrosensibilität: Probanden lernen nichts aus negativen Ergebnissen von Doppelblindtests, GWUP-News am 14. September 2009
  • Abenteuer Forschung: Gefangen im Netz der Strahlen, Youtube-Video vom 3. Juni 2010
  • Elektrosmog und Handystrahlung, Hoaxilla-Podcast Nr. 2 vom 24. Mai 2010

10:23-Aktion in Traunstein

Noch ein Nachklapp zur gescheiterten “Homöo-Akademie”:

Das Neue Deutschland berichtet über das “Aus für Globuli-Bachelor”:

Völlig unerwartet teilte die Steinbeis-Hochschule in dieser Woche mit, dass man die Planungen für den Homöopathie-Studiengang eingestellt habe. Als maßgeblicher Grund wurde die von Skeptikern, Politikern und Ärzteverbänden geäußerte Kritik an dem Projekt genannt. Ob und wie es nun mit der »akademischen Karriere« der Homöopathie weitergehen wird, weiß niemand.”

Auch Kontrovers – Das Politikmagazin des Bayerischen Fernsehens hat nochmal nachgehakt (ab Minute 8.30).

Morgen (Samstag, 12. April) treffen sich die Skeptiker in Traunstein – zu einer 10:23-Aktion.

Wer daran teilnehmen möchte, sollte vorher mit den Veranstaltern Kontakt aufnehmen.

Das Online-Portal rosenheim24 schreibt dazu:

Was die Aktivisten am Samstag vorhaben, soll laut der homöopathischen Lehre sehr gefährlich sein, lassen die Organisatoren im Vorfeld wissen: Sie werden öffentlich große Mengen homöopathischer Hochpotenzen schlucken.

Hochpotenzen nennt die Homöopathie solche Präparate, bei denen der Wirkstoff besonder stark verdünnt wird – und damit besonders wirksam sein soll. Dass es eine ironische Form des Protests ist, räumt man bei den Untersberger-Skeptikern selbst ein.

Die Kritiker der Homöopathie möchten mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass ihrer Ansicht nach Lehren wie die Homöopathie keinen Platz an Universitäten haben dürfen.”

Bereits heute Nachmittag geben sich die Wiener Skeptiker am Stephansplatz die “Homöopathische Überdosis”.

 Zum Weiterlesen:

Gibt es das Masernvirus? Der Prozess Bardens vs. Lanka

Noch ist nichts entschieden.

Der Prozess zwischen dem Mediziner David Bardens und dem Impfgegner Stefan Lanka vor dem Landgericht Ravensburg ist auf den 24. April vertagt worden.

Und entgegen erster Medienberichte ist sehr wahrscheinlich auch dieses Datum kein “Verkündigungstermin” (Welt-Online), bei dem “ein Urteil” (schwaebische.de) fällt.

Vielmehr geht es dann erst einmal darum, wie in der Sache weiter verfahren wird.

Denn beim sogenannten Frühen Ersten Termin am heutigen Donnerstag bekundeten beide Seiten ihre Entschlossenheit, das Zivilverfahren nicht mit einer Güteregelung beizulegen, sondern bis zu einer “streitigen Entscheidung” weiterzuführen.

Das heißt: Beide kämpfen vor Justiz, Presse und Zuschauern für ihre Überzeugungen.

Und die könnten unterschiedlicher kaum sein:

  • Bardens fordert die 100 000 Euro ein, die Lanka für einen Existenzbeweis des Masern-Virus ausgelobt hat.
  • Lanka weigert sich, das Geld auszuzahlen, da die von Bardens vorgelegten Studien nur “wertloses Papier” seien, wie er Journalisten am Rande des Prozesses erklärte.

Überhaupt genoss der Biologe und “Pseudowissenschaftler” (Psiram) Lanka die mediale Aufmerksamkeit, inszenierte sich jovial als “renommierter” Virologe und zugleich verfemter Querdenker, den “rechte Drückerkolonnen” aus seinem Wohnort Langenargen vertreiben wollten.

Etwa zwei Dutzend Anhänger seiner Thesen waren zu der öffentlichen Verhandlung angereist und versorgten die zahlreichen Presseleute aus ganz Deutschland mit Verschwörungstheorien über die Pharma-Industrie.

Während der Verhandlung selbst unterband der Vorsitzende Richter Matthias Schneider indes den Versuch von Beifalls- oder Missfallensbekundungen mit einem kurzen und einmaligen “Seien Sie still”.

Mehr brauchte es denn auch nicht.

Allerdings hatten auch zwei Frauen aus Langenargen den Mut, ihre Version von Lankas Umtrieben der Presse darzulegen. Einen Eindruck, wie “der nette Impfgegner von nebenan” die kleine Gemeinde am Nordufer des Bodensees spaltet, vermittelte bereits zuvor ein Artikel in der Schwäbischen Zeitung.

Der Mediziner David Bardens will ebenfalls auf das Thema Impfen aufmerksam machen – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

Dem Humanistischen Pressedienst sagte der 29-Jährige:

Ich selbst habe mitbekommen wie ein Mädchen nach langer Pflegebedürftigkeit an einer Masernfolgeerkrankung gestorben ist [...]

Es fällt mir sehr schwer solche Dinge zu ignorieren. Lanka und seine Anhänger kokettieren geradezu damit, dass sich ja niemand das Geld abhole – also sehen sie darin einen Beleg dafür, dass ihre absurde Vorstellung von einer Welt ohne krankmachende Viren und Bakterien richtig ist. Das kann ich so nicht stehen lassen.”

Falls Bardens obsiegt, will er den Großteil der 100 000 Euro (mit Verzugszinsen wären mittlerweile sogar 110 000 Euro fällig) für eine Masern-Impfkampagne in Entwicklungsländern verwenden – als “großzügige Spende sozusagen aus der Kasse der Impfgegner”.

Für das Landgericht Ravensburg ging es heute zunächst einmal um eine formale Frage:

Lanka hatte in seiner Klageerwiderung erklärt, dass er nur eine Studie des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI) akzeptiere – dies sei angeblich klar aus seinem Auslobungstext hervorgegangen.

Bardens bestreitet dies und spricht von einem “nachgeschobenen” Einwand.

Das Gericht muss nun also bis zum 24. April darüber befinden, ob tatsächlich ausdrücklich eine RKI-Studie gefordert war.

Nur wenn das der Fall sein sollte, könnte Bardens Klage schon beim nächsten Verhandlungstermin abgewiesen werden – und der Prozess wäre zu Ende.

Denn der Klinikarzt hat die internationale medizinische Fachliteratur zur Grundlage seiner Beweisführung gemacht.

Im Weiteren geht es dann um eine Bewertung, ob die Arbeiten, die Bardens vorgelegt hat, die Existenz des Masern-Virus wirklich beweisen.

Dazu sagte der Vorsitzende Richter schon heute, dass das Gericht diese Frage nicht allein entscheiden kann, sondern Sachverständige zu hören seien.

Sehr wahrscheinlich geht die Kammer somit am 24. April in die Beweisaufnahme und verlangt die Einholung eines Sachverständigengutachtens.

Und ab dann wird es richtig interessant.

Denn auf eine Reporterfrage, wer oder was Lanka überhaupt dazu gebracht habe, 100 000 Euro auszuloben, verwies dieser nebulös auf “prominente Leute” im Hintergrund. Er, Lanka, arbeite sogar “mit Nobelpreisträgern” zusammen. Und diese Promis hätten ihm, falls es hart auf hart komme, auch gutachterliche Unterstützung zugesagt.

Man darf also gespannt sein, welcher Nobelpreisträger vor dem Landgericht Ravensburg die Existenz des Masernvirus leugnen wird.

Den umgekehrten Fall hält Lanka für vollkommen unwahrscheinlich: Seiner Auffassung nach wird Bardens “keinen Menschen” finden, der unter Eid aussage, dass die von ihm vorgelegten Publikationen wissenschaftlich seien.

Entsprechend gönnerhaft meinte Lanka beim Verlassen des Gerichtsgebäudes auftreten zu können.

Dem 22 Jahre jüngeren Bardens gab er mit auf den Weg, er werde seine Ziele “nicht auf der Ebene der Konfrontation” erreichen, sondern nur “im tieferen Verständnis dafür, dass die alten Modelle falsch” seien.

Auch die Vorstellung eines Masern-Virus gehört für Lanka erklärtermaßen zu einem überholten “neo-darwinistischen Modell”, welches von einem “Gegeneinander” ausgehe, während die Grundlage des biologischen Lebens doch “das Miteinander, die Symbiose” sei.

Zu diesem “Miteinander” an Lankas Wohnort schreibt die Schwäbische Zeitung:

Bei unseren Recherchen in Lankas Heimatgemeinde treffen wir am Dienstag auf viele Menschen, die die Kritik am Biologen teilen. Keiner will aber seinen Namen in der Zeitung lesen.

Da ist der Mann, der von Berufs wegen viele Menschen am Ort kennt. Er sagt, Lanka habe offenbar einen „Welterklärungsanspruch“, würde „alle Fakten der Medizin infrage stellen.“ Er sagt aber auch, Lanka sei stets „höflich, leise und herzlich.“

Ein Geschäftsbetreiber im Ortszentrum lässt irgendwann das Wort „Scharlatan“ fallen – wieder hinter vorgehaltener Hand.”

Auch David Bardens kann mit Lankas vorgeblichem Expertenwissen nichts anfangen:

Viele, die nicht sachkundig sind und hören, dass Herr Lanka promovierter Biologe ist, schenken ihm Glauben.

Er behauptet ja, dass es generell keine krankmachenden Viren und Bakterien gibt – man sich also z.B. auch nicht gegen HIV schützen muss. Ich halte das für hochgefährlich!

Lanka verlegt ein Buch mit dem Titel “Impfen und AIDS: Der Neue Holocaust. Die Deutsche Justiz ist hierfür verantwortlich!” Hier vermischen sich verquere Verschwörungstheorien mit einem schlichtweg falschen Naturverständnis.”

Und besonders zwei Langenargener Bürgerinnen sprachen an diesem ersten Prozesstag Bardens ihre Anerkennung dafür aus, dass “endlich auch mal ein Arzt sich traut, öffentlich etwas gegen Lanka zu sagen”.

Zum Weiterlesen:

  • Ravensburger Masern-Prozess, schwaebische.de am 10. April 2014
  • Gericht muss Existenz von Masernviren klären, Welt-Online am 10. April 2014
  • Arzt will von Impfgegner 100 000 Euro Preisgeld haben, Südkurier am 10. April 2014
  • Gericht vertagt Verhandlung im Streit um Masernviren, Spiegel-Online am 10. April 2014
  • Langenargen und der nette Impfgegner von nebenan, Schwäbische Zeitung am 9. April 2014
  • Interview mit David Bardens: Impfmündigkeit statt Impfmüdigkeit, hpd-online am 5. April 2014
  • Masern für 100 000 Euro? Ruhrbarone am 1. April 2014
  • Masern vor Gericht, Ruhrbarone am 10. April 2014
  • “Hinter mir die Wissenschaft”, Ruhrbarone am 10. April 2014
  • Stefan Lanka und die Existenz der Masernviren, Psiram am 10. April 2014
  • Erster Tag im “Masern-Prozess”, hpd-online am 11. April 2014

SkepKon-Shirts und andere Fan-Artikel jetzt bestellen

Zünftig gewandet zur SkepKon 2014:

Die GWUP hat einen Online-Shop mit allerlei Fan-Artikeln eingerichtet, vornehmlich aus dem Bereich Oberbekleidung, aber auch Tassen, Teddys, Thermobecher, Bierkrüge, Lätzchen und Regenschirme stehen zur Auswahl.

Die T-Shirt-Motive reichen vom SkepKon-Logo und dem skeptisch adaptierten “Münchner Kindl” über das “Skeptiker”-Emblem bis hin zu Sprüchen wie “The good thing about science is that it’s true whether or not you belive in it”.

Und hier geht’s zum Stöbern und Bestellen.

Zum Weiterlesen:

Impfgegner Lanka vor Gericht

Keine gute Presse hat derzeit der berüchtigte Impfgegner Stefan Lanka.

Nachdem GWUP-Mitglied Sebastian Bartoschek eine Psiram-Notiz bei den Ruhrbaronen weitergedreht hat und auch hpd-online darauf eingestiegen ist, berichtet heute Der Spiegel darüber:

Ein Impfgegner lobt 100 000 Euro für den Beweis aus, dass es Masernviren wirklich gibt – doch nun weigert er sich, das Geld herauszurücken.”

Am Donnerstag wird die Sache vor dem Landgericht Ravensburg verhandelt. Kläger ist der Mediziner David Bardens:

Jetzt muss die zuständige Richterin im Oberschwäbischen entscheiden, ob die Preisausschreibung verbindlich war. Und ob der Arzt ausreichend Beweise erbracht hat.”

Bardens kann nach eigenem Bekunden “dieses verantwortungslose Verhalten” Lankas “nicht mehr ertragen”.

Außerdem zitiert die Spiegel-Redakteurin eine Virologin am RKI:

Weil in Deutschland zu wenige Menschen geimpft sind, schaffen wir es einfach nicht, die [Masern-] Ausbrüche in den Griff zu bekommen.”

Immerhin ist das Thema jetzt im Gespräch.

In dem Internet-Portal myheimat kommentiert ein User:

Ob jemand die Mondlandung oder 9/11 verleugnet ist ziemlich schnurz.

Wer aber mit solchen Verleumdungen Menschenleben gefährdet, muss gestoppt und für die Folgen solcher Kampagnen verantwortlich gemacht werden – und das gilt sowohl für die Urheber als auch für diejenigen, die solch unverantwortlichen Unfug verbreiten.”

Zum Weiterlesen:

  • Geld gegen Virus, Der Spiegel 15/2014
  • „Für Impfen“ bei Facebook – und 100 000 Euro für den Nachweis des Masernvirus, GWUP-Blog am 5. April 2014
  • Impfmündigkeit statt Impfmüdigkeit, hpd-online am 5. April 2014
  • Stefan Lanka: 100.000 Euro für einen kleinen Beweis, Psiram am 30. März 2014
  • Masern für 100 000 Euro? Ruhrbarone am 1. April 2014
  • Verschwörungsprediger = Leugner = Betrüger? myheimat.de am 6. April 2014
  • Arzt verklagt Biologen: 100 000 Euro für Nachweis von Masernviren, schwäbische.de am 7. April 2014
  • Anti-vaccine movement is giving diseases a 2nd life, USA Today am 6. April 2014
  • Waldorfschulen als Brustätten für die Masern, GWUP-Blog am 11. Juli 2013
  • Die Gefahr kommt aus der Mitte, hpd-online am 4. Februar 2014
  • Reich werden durch Impfen? GWUP-Blog am 31. März 2014
  • 20 häufige Impfgegner-Argumente: Was ist dran? GWUP-Blog am 18. Juli 2013

Traunstein – die Begründung

Warum hat die Steinbeis-Hochschule Berlin den geplanten Bachelorstudiengang Homöopathie an der “Homöo-Akademie” in Traunstein gecancelt?

Noch gibt es keine offizielle Erklärung – allerdings hat der Ratgeber-News-Blog jetzt einen Brief der Akademieleiterin Anja Wilhelm an einen Interessenten veröffentlicht.

Daraus geht hervor, dass eine “landesweite Kampagne” der “sog Skeptiker-Bewegung” und “eine Lobby aus Politik und Ärzteverbänden” den Ausschlag gegeben habe.

Das Schreiben strotzt erwartungsgemäß vor Larmoyanz und Falschbehauptungen über die Skeptiker-Aktivitäten (“Drohbriefe”, “nachweislich falsche rechtliche Argumente” etc.pp.).

Ein echter Hammer findet sich indes im Begleitschreiben des Steinbeis-Präsidenten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Johann Löhn (PDF ebenfalls im Ratgeber-News-Blog).

Löhn schreibt [sic]:

 Es muss innerhalb der akademischen “Community” geklärt werden, ob ein Studiengang Homöopathie in dem Katalog der inzwischen inflationären Anzahl von Studiengängen, die durchaus nicht immer den Eindruck von wissenschaftlichem Hintergrund vermitteln, ein Platz für Homöopathie ist.

Dann wird man weiter sehen. Die SHB wird sich an dieser Diskussion nicht beteiligen.”

Zum Weiterlesen:




NEU: Skeptiker 1/2014

SKEPTIKER 1/2014

SkepKon 2014 in München

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