Jack the Ripper bei „Hoaxilla“

Hattrick bei Hoaxilla:

Zum dritten Mal widmet sich der skeptische Podcast aus Hamburg dem Thema Jack the Ripper diesmal anläßlich der behaupteten Identifizierung des mysteriösen Serienmörders mittels einer DNA-Analyse.

Fachkundiger Interviewgast ist der Forensische Genetiker Cornelius Courts, der den Science-Blog blooDNAcid betreibt.

Courts spricht von einer “sehr schwierigen Beurteilung” der aktuellen Spurenlage und zieht gemeinsam mit Hoaxmistress und Hoaxmaster das Fazit:

Es bleibt eine spannende Geschichte”.

Zum Weiterlesen:

  • Hoaxilla #168 – „Ripper entlarvt?“ vom 14. September 2014
  • Hoaxilla #14 – „Jack the Ripper“ vom 19. September 2010
  • Hoaxilla #17 – „Return to the Ripper” vom 10. Oktober 2010
  • Hoaxilla #148 – „Auf dünnem Eis“ mit Lydia Benecke vom 9. Februar 2014
  • Hoaxilla #155 – „Mordfantasien“ mit Lydia Benecke vom 6. April 2014
  • Why Each New “Jack the Ripper” Suspect Is Compelling, discovery.com am 9. September 2014
  • Jack the Ripper identifiziert? GWUP-Blog am 9. September 2014

Mit dem ORF bei einer „Energetiker-Messe“ in Wien

Das ORF-Servicemagazin heute konkret berichtet heute Abend (15. September) von einer “Energetiker-Messe” in Wien:

Die Esoterik ist in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten “inneren” Personenkreis zugänglich ist. Aber viele dieser „Eingeweihten“ haben längst entdeckt, dass man damit ein sehr gutes Geschäft machen kann.

Die gesamte Esoterik-Branche hat einen stetig wachsenden Zulauf an Menschen, die empfänglich sind für alles, was mit diesem Markt zu tun hat. Aber da die Esoterik mittlerweile eine eher zweifelhaften Ruf hat, rückt man immer mehr von diesem Begriff ab und nennt sich neuerdings „Energetiker“.

So fand auch in Wien eine mehrtägige „Fachmesse für Körper, Geist und Seele“ statt. Lisa Lind hat sich unter die Besucher gemischt und wollte wissen, welches Wissen dort verbreitet wird.”

Mit dabei ist GWUP-Vorstand Dr. Florian Aigner, der unter anderem bei futurezone regelmäßig über “Wissenschaft & Blödsinn” schreibt.

Wer abends keine Zeit hat: Hier geht’s zur heute konkret-Mediathek.

Zum Weiterlesen:

  • Geheimnisvolle N-Strahlen: Misstrauen Sie Ihren Augen, futurezone am 9. September 2014
  • Ahnungslos und stolz darauf, futurezone am 26. August 2014
  • Emotos Versuche: Wasser predigen, Wodka trinken, GWUP-Blog am 18. August 2014

„Risiko Waldorfpädagogik“ jetzt als Vortragsvideo

Den Kölner “Skeptics in the Pub”-Vortrag

Risiko Waldorfpädagogik: Steiner-Esoterik statt Reformschule”

von André Sebastiani gibt’s jetzt als Video:


Direktlink zum Video auf Youtube

Den nächsten SitP-Termin in Köln kann man sich bereits vormerken:

Am 21. Oktober spricht der amerikanische Physiker Aaron Adair über den Stern von Bethlehem:

The Cosmic Christmas: History, Science, UFOs, and the Star of Bethlehem”

Zum Weiterlesen:

  • Lernen im “Dreischritt”, GWUP-Blog am 27. August 2014
  • Waldorf in Hamburg: „Ist das nicht was für Dumme?“, fragen türkische Eltern, GWUP-Blog am 19. August 2014
  • “Gute Karriereaussichten” für Waldorfschüler – wie das? GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Masern an der Waldorfschule: RKI zeichnet den Fall nach, GWUP-Blog am 22. August 2014
  • Waldorf in Wilhelmsburg und die Bankrotterklärung der Politik, GWUP-Blog am 15. Juni 2014
  • Versteinerte Erziehung, Skeptiker 4/2011 (aktualisierte Fassung online hier)
  • “Waldorf-Schule”, Hoaxilla-Podcast Nr. 107 vom 18. November 2012
  • Vortrag “Ver-Steinerte Erziehung” als Video, GWUP-Blog am 18. Februar 2014
  • Gegenteil-Tag, 364 Tage im Jahr, hpd-online am 10. September 2014

In Sachen Homöopathie: Interview mit Dr. Norbert Aust im neuen „Skeptiker“

Am 9. März 2013 haben wir hier erstmals über Dr. Norbert Aust und dessen Homöopathie-kritisches Buch berichtet.

Zwei Monate später ging sein Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie an den Start.

Dann kamen Traunstein, die SkepKon 2014 und vieles mehr.

All das lassen wir in einem großen Interview mit Norbert Aust Revue passieren, und zwar im Skeptiker 3/2014, der gerade erschienen ist (auch als epaper bei pressekatalog.de).

Ein Auszug:

“Wir brauchen ganz sicher nicht das Instrumentarium des Ingenieurs, um zu unseren Schlussfolgerungen zu gelangen“, schrieb ein englischer Homöopath in einem Leserbrief zu einem Artikel von Ihnen in einem Fachjournal. Dem würden vermutlich auch viele Ärzte grundsätzlich zustimmen.

Und grundsätzlich zu Recht. Aber es ist ja gar nicht so, dass ich einem Arzt sagen möchte, wie Medizin funktioniert oder wie er seine Patienten zu behandeln hat – das kann ich auch gar nicht. Mein Wissen über Medizin entstammt ausschließlich der Wikipedia.

Wenn ich meine Artikel schreibe, dann tue ich das ausdrücklich als Diplom-Ingenieur, der aus der Forschung und Entwicklung im Maschinenbau kommt und auch das Qualitätsmanagement kennt.”

Bei der Homöopathie geht es aber letztendlich um Patienten, also um Menschen.

Natürlich ist es nicht möglich, die Qualitätsforderungen im Maschinenbau eins zu eins auf die medizinische Forschung zu übertragen.

Aber Grundsätze des Versuchswesens und der Messtechnik gelten überall, wo Labor- und Feldversuche eine große Rolle spielen, im Ingenieurswesen, in den Naturwissenschaften und eigentlich auch in der Medizin.

Ich finde es erstaunlich, dass solche Aspekte nicht zur allgemeinen Praxis bei klinischen Studien gehören [...]“

Wissen Homöopathie-Verfechter nicht, wie man eine gute Studie macht – oder ist es ihnen egal, solange nur ein scheinbar positives Ergebnis für die Homöopathie dabei herauskommt?

Schwer zu sagen. Zum einen fürchte ich, sie wissen es wirklich nicht besser. Da herrscht anscheinend eine enorme Unkenntnis bezüglich Mess- und Auswertungstechniken.

Zum anderen haben die meisten Homöopathen sich offenbar so in ihre Ideen verrannt, dass es bei Studien wohl nur noch darum geht, das Ergebnis zu retten, egal mit welcher Methodik, egal mit welchen abstrusen und widersprüchlichen Erklärungen.”

Wie sind Sie denn auf die Widersprüche und Absurditäten der Homöopathie aufmerksam geworden?

Meine Frau hatte einige kleinere gesundheitliche Malaisen und Bekannte gaben ihr den Rat, es doch mal mit Homöopathie zu versuchen. Wir standen dem zunächst durchaus aufgeschlossen gegenüber, zumal unser ortsansässiger Homöopath eine charismatische Persönlichkeit ist und seit vielen Jahren sehr kompetent auftritt.

Es gibt Familien, auch in unserem Bekanntenkreis, die schwören auf ihn. Er redete anderthalb Stunden mit meiner Frau und gab ihr dann Globuli mit.

Ich habe mir das Mittel näher angesehen und wollte wissen, was die Beipackangabe „D6“ bedeutet. Bei meiner Berechnung kam ich auf einen Anteil von etwa einem Gramm Wirkstoff auf 100 Tonnen Zucker. Da kann wohl was nicht stimmen, dachte ich – und geholfen hat es meiner Frau auch nicht.

Vom nächsten Besuch beim Homöopathen kam sie mit einem D12-Präparat zurück, danach mit LM 18. Da ist mir klar geworden, dass in der Homöopathie der Wahnsinn Methode hat [...]

Der erste Artikel im GWUP-Blog über Sie datiert vom 9. März 2013. Da ging es um ein Interview mit Ihnen in der Badischen Zeitung über Ihre Buchveröffentlichung „In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme“. Wie kam es zu der Buchidee?

Die Diskussion mit unseren Bekannten über Homöopathie ging natürlich weiter und ich fing an, wissenschaftliche Literatur zu sichten und Argumente zu sammeln, warum diese „Alternativmethode“ unmöglich funktionieren kann.

Da die Leute, die uns Homöopathie empfohlen hatten, keine naturwissenschaftliche Ausbildung haben, mussten meine Begründungen, Beispiele und Vergleiche möglichst anschaulich sein mit einer abstrakten Zahl wie „10 23“ können ja die wenigsten etwas anfangen. Irgendwann habe ich mal alles aufgeschrieben, um meine eigene Argumentation nicht wieder zu vergessen.

Daraus ist dann später das Buch entstanden.”

Das Sie als E-Book und Print selbst publiziert haben. Mittlerweile haben Sie sich einen Namen als Homöopathie-Kritiker gemacht – gibt es Pläne, das Buch einem Verlag anzubieten?

 Ja, am Rande der GWUP-Konferenz in München gab es Gespräche mit einem Skeptiker-nahen Verlag. Sehr wahrscheinlich erscheint dort eine aktualisierte und erweiterte Neuauflage von In Sachen Homöopathie eine Beweisaufname. Das wird aber sicher noch eine Weile dauern.”

Bis dahin gibt’s im Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie jede Menge neue Beiträge, aktuell etwa zu der Frage, wo eigentlich die ganzen gefährlichen und hochgiftigen Urtinkturen wie Plutonium, Radium, Anthrax etc. herkommen, die unsere Globuli-Alchemisten benötigen.

Außerdem hält Dr. Aust auch Vorträge, zum Beispiel bei GWUP-Regionalgruppen.

Beschreibung und Kontaktmöglichkeit finden sich hier.


Zum Weiterlesen:

  • “In der Homöopathie hat der Wahnsinn Methode”, Skeptiker 3/2014
  • Dem “Wahnsinn” verfallen? diaphanoskopie am 14. September 2014
  • In Sachen Homöopathie, GWUP-Blog am 9. März 2013
  • Neuer Blog: Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie, GWUP-Blog am 17. Mai 2013
  • Materialwirtschaft in der Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 17. August 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon 2014: Homöopathie-Vortrag von Dr. Norbert Aust jetzt als Video, GWUP-Blog am 7. Juli 2014
  • Homöopathie ent-täuscht? – Vortagsankündigung und -angebot, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 26. Juni 2014

Umfrage-Sensation: 87 Prozent der Homöopathie-Fans finden Homöopathie gut

Ist doch nett:

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) fragt uns via Twitter, was wir von der Bertelsmann-Studie halten, nach der “87 Prozent glauben, dass Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt”.

Das haben wir eigentlich schon am 18. Juli hier beantwortet, aber sei es drum.

Zunächst einmal:

Welche “87 Prozent” glauben das?

87 Prozent der Gesamtbevölkerung?

Natürlich nicht.

Für die Erhebung “Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen” hatte die Bertelsmann-Stiftung 6930 Versicherte der Barmer GEK mit drei unterschiedlichen Versorgungskonzepten befragt:

  • Patienten, die Homöopathie als “Grundversorgungsstrategie” wählten (also mit einer Art homöopathischem Hausarztvertrag).
  • Patienten, die eine homöopathische Erstanamnese im Rahmen der KV-Verträge abrechnen können.
  • Patienten “ohne Homöopathieleistung”.

Eigentlich klar, dass der Rücklauf in Gruppe 1 am höchsten und in Gruppe 3 am geringsten war.

Mehr noch:

Acht Fragen zielten auf die Einschätzung und Haltung zur Homöopathie. Bei sieben Fragen zeigte sich: Die Antworten der Gruppen 1 und 2 liegen dicht beieinander, während die Antworten der Gruppe 3 deutlich davon abweichen.

Dabei äußern die Befragten der Gruppe 3 „Ohne Homöopathieleistung“ sich insgesamt kritischer als die Befragten der Gruppen 1 „Arztbindung“ und 2 „KV-Vertrag”.

Wir ahnen bereits, dass die “87 Prozent”, mit denen der DZVhÄ wedelt, wohl aus einer Gruppe von Homöopathie-Fans kommen.

Und wirklich:

In allen drei Gruppen meinen deutlich mehr als die Hälfte der Befragten, dass Homöopathie geholfen habe, wenn die Schulmedizin versagt hat.

In Gruppe 3, in der viele der Befragten noch keine eigenen Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, sind 60 Prozent dieser Ansicht.

In den Gruppen 1 und 2 vertreten 87 Prozent beziehungsweise 85 Prozent diese Meinung.”

Das mit den “87 Prozent” ist also schnell geklärt.

Bleibt allerdings die Tatsache, dass auch in Gruppe 3 “mehr als die Hälfte der Befragten” meint, “dass Homöopathie geholfen habe, wenn die Schulmedizin versagt hat”.

Und das, obwohl “viele der Befragten noch keine eigenen Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben”.

Was soll das heißen?

Dass Homöopathie sogar solchen Patienten hilft, die noch nie homöopathisch behandelt wurden?

Rein logisch steht das da und wäre nun tatsächlich eine veritable Sensation.

Aber vermutlich wollen die Autoren der Studie damit eher zum Ausdruck bringen, dass “viele der Befragten” sich rein vom Hörensagen eine irgendwie positive Meinung über Homöopathie gebildet und diese geäußert haben.

Dazu passt auch, dass in der Gruppe 3 lediglich 27 Prozent der Befragten den “wissenschaftlichen Streit um die Homöopathie gut kennen”.

Letztendlich unterstreicht die Größenordnung von 60 Prozent Zustimmung bei den Nicht-Homöopathie-Fans eine genuine These der Skeptiker: dass nämlich Homöopathie vorwiegend über ein gut aufgebautes Image verkauft wird – nicht über Tatsachen.

Dazu mag man den Marketingstrategen von DZVhÄ und Co. gratulieren.

Homöopathischen Ärztinnen und Ärzten dagegen sollte dies eigentlich peinlich sein, denn:

Das Blatt könnte sich natürlich schnell drehen, wenn die Patienten erst merken, dass ihr Vertrauen, in allerbester Absicht natürlich, missbraucht wurde. Homöopathie ist Vertrauen im Off-Label-Use”,

kommentiert diaphanoskopie.

Aber zurück zur Ausgangsfrage, was wir Skeptiker von der Studie “Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung” der Bertelsmann-Stiftung halten?

Schlicht gesagt: Sie bestätigt uns in allen Punkten.

Interessant ist zum Beispiel dieser Aspekt:

Die Befragten in den Gruppen 1 und 2 [also die Homöopathie-Fans] halten sich deutlich häufiger für überdurchschnittlich anfällig für Erkrankungen als Befragte in Gruppe 3 (22 %, 20 % und 13 %).

Über das Vorliegen einer chronischen Erkrankung berichten 34 Prozent, 43 Prozent beziehungsweise 26 Prozent.”

Also genau das, was wir immer gesagt haben:

Woher aber kommt dann der gute Ruf, den die Homöopathie genießt? Viele chronische Krankheiten haben einen variablen Symptomverlauf. Alternativmedizinische Behandlung sucht man natürlich besonders in schlechten Phasen. Daher sind die Chancen gut, dass man sich in den Tagen danach besser fühlen wird, auch wenn das mit der Behandlung nichts zu tun hat.”

Und das ist zugleich auch einer von mehreren Gründen, warum “87 Prozent” der Homöopathie-Anhänger “glauben”, dass “Homöopathie hilft, wo Schulmedizin versagt”.

Die weiteren Gründe benennen im Übrigen die Bertelsmann-Autoren selbst, die keineswegs von einer Überlegenheit des Zuckerzeugs gegenüber wissenschaftsbasierter Medizin ausgehen.

In ihrem Fazit heißt es:

Wichtig für die positive Einschätzung der Homöopathie sind den Patienten vor allem Faktoren wie die Zugewandtheit des Arztes und das ausführliche Gespräch, also die nicht arzneilichen Komponenten.

Im Rahmen einer homöopathischen Erstanamnese muss ein Arzt sich sehr viel mehr Zeit für seine Patienten nehmen, als er dies im Rahmen einer pauschaliert vergüteten „schulmedizinischen“ Behandlung üblicherweise macht.

Dieser Unterschied scheint nach den vorliegenden Ergebnissen die Zufriedenheit der Patienten sehr zu beeinflussen.”

Dieser Unterschied ist aber ein Systemfehler und mitnichten auf eine methodische Überlegenheit der Homöopathie zurückzuführen.

Wir wundern uns natürlich kein bisschen, dass der DZVhÄ lieber stolzgeschwellt Luft bewegt, anstatt die Zuschreibungsfrage offensiv auf diesen Punkt zu fokussieren.

Denn die Denkanstöße im “Gesundheitsmonitor 2014″ zielen gerade nicht auf “mehr Homöopathie”, sondern auf eine bessere Evidenzbasierte Medizin:

Zu diskutieren wäre, ob die fundierte „schulmedizinische“ Behandlung mit einer zeitlich ausreichenden und umfangreichen Befunderhebung, die sowohl die akuten Beschwerden, die Entwicklung der Erkrankung als auch die Lebens umstände der Patienten stärker mit einbezieht, zu mehr Patientenzufriedenheit und zu besseren Ergebnissen in der Behandlung führen könnte.

Da die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte, könnten sich weitere Untersuchungen intensiver der Bedeutung widmen, die die Hinwendung des Arztes und der Faktor „Zeit für den Patienten“ in Bezug auf den Heilerfolg haben.

Wünschenswert wäre in jedem Fall, dass das Arzt-Patienten-Gespräch auch in der medizinischen Ausbildung einen bedeutenderen Platz einnähme, als das derzeit der Fall ist.”

Gehen wir ein letztes Mal zurück zur Ausgangsfrage:

Warum Menschen glauben, dass an Homöopathie etwas “dran sein” müsse, ist hier im GWUP-Blog und andernorts bereits erschöpfend behandelt worden, neulich erst im Telegraph oder bei Gesundheits-Check.

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathie: Nicht Globuli sind entscheidend, sondern die ärztliche Zuwendung, GWUP-Blog am 18. Juli 2014
  • Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle,Erfahrungen und Bewertungen, gesundheitsmonitor-newsletter 3/2014
  • Homöopathie: Brauchen wir “mehr Forschung”? GWUP-Blog am 8. August 2010
  • DZVhÄ über Fragen zum Nichts, diaphanoskopie am 10. September 2014
  • GWUP-Infos: Erfolge der Homöopathie – nur ein Placebo-Effekt?GWUP-Infos
  • Warum Homöopathie zu wirken scheint, GWUP-Blog am 9. Oktober 2011
  • Gegen alle Vernunft: Warum Homöopathie “wirkt”, Focus-Online am 18. Juli 2014
  • Homöopathie, Ganzheitlichkeit und die sprechende Medizin, GWUP-Blog am 20. April 2013
  • Zehn Gründe, an die Homöopathie zu glauben, oder es sein zu lassen, Gesundheits-Check am 22. März 2014
  • Why do we believe in homeopathy? Ten tricks the brain plays on us, The Telegraph am 15. August 2014
  • Drei Vorschläge zum Nachweis der Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 19. Juli 2014
  • Homöopathie ent-täuscht? – Vortagsankündigung und -angebot, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 26. Juni 2014

SWR zum VHS-Pendelkurs

Auch der Südwestrundfunk hat jetzt einen Artikel zum Mainzer Pendel-Kurs veröffentlicht:

Dienen Pendel und Tarot dem Bildungsauftrag?”

Ein Auszug:

Zumal es auch andere Kurse an der VHS gibt, die gewiss bei vielen neuzeitlich-rationalen Köpfen Kopfschütteln auslösen.

So wird ein “Jahresabschiedsritual” angeboten, zu dem es in der Kursbeschreibung heißt, die Teilnehmer würden “einen Gebetsstock binden” und ein ‘Loslass-Säckchen’ wickeln”, beeinflusst unter anderem von Ritualen der Navajo-Indianer [...]

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften hatte zunächst die Vorwürfe gegen die Mainzer VHS erhoben. Die bundesweit zu beobachtende Tendenz, wissenschaftlich nicht belegbare Theorien und Methoden über die Volkshochschulen zu verbreiten, sei gefährlich.”

Zum Weiterlesen:

  • Dienen Pendel und Tarot dem Bildungsauftrag? SWR am 12. September 2014
  • Mainzer VHS soll Pendel-Kurs streichen, fordert die CDU, GWUP-Blog am 12. September 2014

Mainzer VHS soll Pendel-Kurs streichen, fordert die CDU

Immerhin:

Der geplante Pendel-Kurs an der Mainzer VHS wird nicht mehr länger beschwiegen.

Nach der GWUP und der Mainzer Lokalpresse kritisiert jetzt auch die CDU-Stadtratsfraktion das peinliche “Bildungs”-Angebot der Volkshochschule und unterstreicht damit die Unhintergehbarkeit der Schadensmeldung:

Die CDU teile ausdrücklich die Kritik von Dr. Rainer Wolf von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Das Pendeln sei eindeutig pseudowissenschaftlich und absolut unseriös und habe im Kursangebot der VHS deshalb nichts zu suchen”,

schreibt heute die Allgemeine Zeitung.

Mehr noch:

Die CDU fordert die VHS auf, dieses Kursangebot sofort zu streichen und zukünftig nicht mehr anzubieten.”

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), der zugleich auch Vorsitzender des VHS-Vorstands ist, weist dieses Ansinnen zurück und zeiht seine Kontrahenten der “Sommerlochpolitik”:

Solange die Stadt die Fraktionszuschüsse oder gar den Haushalt nicht auspendelt, sollten wir doch die Kirche im Dorf lassen.“

Ach so aber um Erkrankungen und Medikamente auszupendeln, ist der Kurs tauglich?

Und wie würde der OB reagieren, wenn sein Finanzdezernat sich von Börsenastrologen Rat holte?

Zum Weiterlesen:

  • CDU will Stopp des Pendel-Kurses der VHS, Allgemeine Zeitung am 12. September 2014
  • Bildungsauftrag oder Blödsinn? GWUP-Blog am 11. September 2014
  • Die wirre Welt der Finanzastrologie, skeptiker-blog am 24. September 2012
  • Meine börsenastrologischen Lieblinge, Wahrsagerchecks-Blog am 7. August 2011
  • SWR zum VHS-Pendelkurs, GWUP-Blog am 12. September 2014

Bildungsauftrag oder Blödsinn? Mainzer Lokalpresse greift GWUP-Kritik an VHS auf

Noch vor zwei Tagen schrieb Michael Kunkel im Wahrsagerchecks-Blog, dass sein Versuch, die Mainzer Lokalpresse “über die Lächerlichkeit einiger Kurse ,meiner’ Volkshochschule zu informieren, leider nicht erfolgreich” gewesen sei.

Doch heute gibt es in der Allgemeinen Zeitung den Artikel

Bildungsauftrag oder Blödsinn? Pendelpraxis-Kurs an der Volkshochschule Mainz erntet scharfe Kritik”

Darin wird sowohl der Offene Brief von GWUP-Wissenschaftsrat Dr. Rainer Wolf zitiert als auch verschiedene Kommentare, die Skeptiker auf der Facebook-Seite der VHS Mainz hinterlassen haben.

Ein Auszug:

Die Reaktionen auf den Facebook-Beitrag lassen sich für die VHS wie ein Eigentor deuten. Neben 33 „Gefällt mir“-Angaben reihen sich nämlich fast 50 kritische Kommentare aneinander, die den Bildungsauftrag der VHS verfehlt sehen.

Von Volksverdummung ist da die Rede und vor Scharlatanen wird gewarnt.

„Diese Aussage ist absolut unhaltbar und sehr gefährlich“, schreibt beispielsweise Günther Steininger. „Wenn ein Kursteilnehmer auf die Idee kommt, für sich oder seine Kinder verordnete Medikamente erst mal auszupendeln und dann lieber wegzulassen, weil das Pendelergebnis negativ ausgefallen ist, dann kann das sehr sehr böse enden.“

Jörg Lorenz will wissen, welche fundierten fachlichen Kenntnisse die Kursleiterin mittels Zeugnissen und Zertifikaten nachgewiesen haben muss, um den Anforderungen als VHS-Dozentin zu entsprechen.

Ironisch bietet Sam Ronstar an, einen Kurs unter dem Titel „Münzwerfen als Entscheidungshilfe“ abzuhalten.”

Bei dem Artikel der Allgemeinen Zeitung selbst sind zur Minute erst zwei Leserkommentare aufgeschlagen, darunter ein wütender Rundumschlag gegen die GWUP und ihren “Wissenschaftsbegriff”.

Kein Wunder  bei der Facebook-Gruppe “Wissenschaft und Skeptizimus” hat man schnell herausgefunden, dass der Verfasser evangelischer Theologe ist und für die “Deutsche Gesellschaft für Miasmik in der Homöopathie” ein sinnfreies Pamphlet über “Homöopathie vom Christentum aus betrachtet” publiziert hat.

Die eigentliche Diskussion des Artikels der Allgemeinen Zeitung findet indes auf der Facebook-Seite des Blattes statt.

Update vom 12. September: “VHS soll Pendel-Kurs streichen”.

Zum Weiterlesen:

  • Bildungsauftrag oder Blödsinn? Mainzer Allgemeine Zeitung am 11. September 2014
  • Ein Offener Brief zum Kurs “Pendelpraxis” an der Mainzer Volkshochschule, GWUP-Blog am 1. September 2014
  • Meine Volkshochschule (VHS Mainz) ist nur noch peinlich, Wahrsagerchecks-Blog am 9. September 2014
  • Homöopathie: Ein Theologe kritisiert die Skeptiker, GWUP-Blog am 6. April 2014

Pilzvergiftung, Homöopathie und die zwei verschiedenen Professoren Michael Frass

Schwere Pilzvergiftungen nehmen zu, melden dieser Tage verschiedene Medien. Insbesondere Knollenblätterpilze sorgen bei den Giftnotrufen für Alarm.

Einer kann sich trotzdem ganz gelassen zurücklehnen, nämlich “Österreichs hochgeschätzter Oberhomöopath Prof. Frass vom AKH Wien” (naklar.at).

Denn er ist der Aufassung, dass Homöopathie einen ungemein positiven Beitrag zur Genesung bei akuter Pilzvergiftung zu leisten vermag.

Nun sorgen die hochverdünnten medizinischen Leersätze des Herrn Professor Frass schon seit Jahren für Erheiterung, nicht nur hier im GWUP-Blog, sondern auch bei Kritisch gedacht oder naklar.at.

Nichtsdestotrotz ist der Mumpitz-Proponent (Mumpitz gilt übrigens als “Schönwort”, habe ich gerade gelernt) immer wieder in TV-Sendungen und seriösen Zeitungen zu sehen/lesen.

Woran liegt das?

Vielleicht an seinem …

… (groß-)väterlich-weisen Auftreten und seiner ruhige Ausstrahlung”,

wie der Feuerwächter argwöhnt?

Oder gibt es gar …

… verschiedene Michael Frass, die als Intensivmediziner tätig sind – und, wenn ja, wie viele sind es?”

fragt sich Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie.

Und gibt selbst die Antwort:

Mindestens zwei: einen, der ganz vernünftig über evidenzbasierte Medizin diskutiert, einen anderen, der Arbeiten veröffentlicht, die mit wissenschaftlicher Methodik nicht in Einklang zu bringen sind. Schwierig ist, dass beide sich zum Verwechseln ähnlich sehen.”

Mit der gewohnten Akribie analysiert Aust eine aktuelle Arbeit von Frass über die Vergiftung mit Knollenblätterpilzen und kommt zu dem Schluss:

Auf jeden Fall sollten Herr Med-Frass und Herr Hom-Frass mal ein ernstes Wörtchen miteinander reden.”

Zum Weiterlesen:

  • Prof. Frass, Der Standard und der Knollenblätterpilz, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 31. August 2014
  • Wenn’s dem Homöopathen die Sprache verschlägt, GWUP-Blog am 11. April 2011
  • Homöopathische Notaufnahme: Das Buch zum Film von Michael Frass, GWUP-Blog am 3. Dezember 2010
  • Anmerkungen zur Homöopathie: Replik auf Herrn Frass (ÄKH), Kritisch gedacht am 29. November 2010
  • Homöopathie steigert Lebensqualität, naklar.at am 11. April 2013
  • Lebenszeitverlängerung durch Homöopathie, Feuerwächter am 12. Mai 2014
  • Notrufe wegen Pilz-Vergiftungen häufen sich drastisch, Focus-Online am 10. September 2014
  • Schwere Pilzvergiftungen nehmen zu, netdoktor am 8. September 2014

SPON über Bach-Blüten und anderen „Scheiß des Monats“ aus der Apotheke

Heute greift auch Spiegel-Online ein Dauerthema der Skeptiker auf:

Mumpitz in der Apotheke.

Der Biologe und SPON-Autor Frederik Jötten wundert sich über “wirkungslose Mittel” wie Bach-Blüten und fordert eine Neuauflage der Kampagne “Scheiß des Monats”, über die wir im Skeptiker 4/1995 berichtet haben.

Sein Fazit:

Scheiß des Monats” findet sich immer noch in so manchem Schaufenster, es steht nur leider nicht mehr dabei [...]

Ich sehe ein, dass man als Apotheker wenig machen kann, wenn Kunden für den Placebo-Effekt unbedingt viel Geld ausgeben wollen. Man kann nur versuchen, Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Menschen ihr Geld nicht für unwirksamen Unsinn ausgeben.”

Genau deshalb wächst unsere Link-Sammlung zum Thema immer weiter an.

Zum Weiterlesen:

  • Bei welchem Notfall sollen Bachblüten helfen? Spiegel-Online am 10. September 2014
  • Wirksamkeit: “Bei pflanzlichen Medikamenten ist es komplizierter”, Spiegel-Online am 10. September 2014
  • Bach-Blüten: Von Trotz- und Dummköpfen, GWUP-Blog am 20. November 2010
  • Globuli raus aus Apotheken, GWUP-Blog am 18. Juni 2014
  • Offene Mail an eine homöopathische Apotheke, Ratgeber-News-Blog am 12. August 2014
  • Pharmazieprofessoren protestieren gegen Unwissenschaftlichkeit im Apothekenwesen, Ratgeber-News-Blog am 14. Dezember 2013
  • Schwachfug aus der Apotheke, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • Skepkon 2013: Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte? GWUP-Blog am 19. Mai 2013
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 1), BlooDNAcid am 8. Oktober 2012
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 2), BlooDNAcid am 5. November 2012
  • Zauberzucker aus der Apotheke, GWUP-Blog am 23. November 2012
  • Kommt eine Frau in die Apotheke, Frischer Wind am 17. Juni 2014
  • Nieder mit den Apotheken, diewahrheit.at am 21. November 2010
  • Apotheke und Homöopathie  ein Vortrag ein Erlebnis, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 8. Juli 2014




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014