gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

28. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Udo Endruscheit bei Wissenschaftskommunikation.de: Wie Pseudowissenschaften die „semantische Lücke“ zwischen Wissenschaft und Medien für sich nutzen

Udo Endruscheit beschäftigt sich in einem Gastbeitrag für Wissenschaftskommunikation.de mit folgender Schieflage:

  • Die Wissenschaft formuliert prinzipiell vorläufig, weil sie weiß, dass Erkenntnis nie absolut ist.
  • Die Öffentlichkeit erwartet eindeutige Urteile, weil sie Orientierung sucht.
  • Und die Medien übersetzen oft vorsichtige Aussagen in scheinbare Offenheit – aus dramaturgischen, nicht erkenntnistheoretischen Gründen.

Diese Lücke wird allzu gern von Pseudowissenschaften ausgenutzt, wie Udo in seinem Text darlegt.

Am Beispiel der Homöopathie zeigt er, wie das konkret aussieht:

In der Diskussion mit Vertreter*innen der Homöopathie ist es alltäglich, dass die Aussage, es gebe keine belastbaren Belege, umgedeutet wird – etwa in „noch nicht belegt“ oder „bislang nicht widerlegt“. Studienergebnisse zählen dort nur, wenn sie für die Homöopathie zu sprechen scheinen; methodische Einwände werden überhört. Wo Studien keinen Wirkungsnachweis zeigen (und das trifft auf alle methodisch einwandfrei durchgeführten zu), muss im Zweifel die „individuelle Erfahrung“ herhalten.

Diese Sprachverschiebungen führen sogar so weit, dass nach Negativbeweisen für die Unwirksamkeit von Homöopathie gefragt wird:

Dabei ist genau das ein kategorialer Fehlschluss:
Wissenschaft kann keine Negativbeweise führen. Sie kann nicht beweisen, dass etwas nicht wirkt – sie kann nur zeigen, dass es keinen belastbaren Hinweis auf eine spezifische Wirkung gibt. Wer dennoch – implizit oder explizit – nach einem „Beweis des Gegenteils“ verlangt, stellt eine epistemologisch unlösbare Forderung – und instrumentalisiert die Offenheit der Wissenschaft, um den Anschein von Legitimität zu erzeugen, wo längst Klarheit herrscht.

Und das passiert nicht zufällig:

Diese Strategie ist keine Naivität, sondern gezielte Wissenschaftsmimikry: Sie ahmt die Sprache der Wissenschaft nach, um den Anschein von Seriosität zu erzeugen, wo es keine epistemologisch gesicherte Basis gibt.

Wo die Wissenschaftskommunikation laut Udo also ansetzen muss:

Sie muss die epistemische Struktur sichtbar machen, ohne sie zu glätten. Sie muss erklären, warum „kein Beleg“ nicht „unsicher“ heißt, sondern „nicht haltbar“. Und sie muss die semantische Architektur der Wissenschaft nicht nur übersetzen, sondern verteidigen.

Die Spannung zwischen epistemologischer Vorsicht und semantischer Eindeutigkeit ist kein Widerspruch, sondern ein Prüfstein für verantwortliche Wissenschaftskommunikation. Sie erinnert uns daran, dass sprachliche Präzision kommunikativ riskant sein kann – gerade dann, wenn sie auf populäre Deutungsmuster trifft. Und sie fordert zu Recht, dass Wissenschaft sich ihrer Wirkung im öffentlichen Raum bewusst bleibt, ohne sich zwischen erkenntnistheoretischer Redlichkeit und alltagssprachlicher Anschlussfähigkeit entscheiden zu müssen.

Die Lösung liegt nicht in dogmatischer Festlegung – sondern in semantischer Aufklärung. Denn wer Wissenschaft ernst nimmt, muss auch ihre Sprache ernst nehmen. Und wer sie öffentlich vermittelt, muss das epistemische Scharnier nicht überbrücken, sondern sichtbar machen.

Zum Volltext.

Zum Thema:

  • Artikel: INH: Ist die Zulassung von Homöopathika ein Beleg für ihre Wirksamkeit?, GWUP-Blog vom 18.06.2025
  • Artikel: Homöopathische Arzneimittel: Zugelassen trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz – Wo sind die rechtlichen Schlupflöcher?, GWUP-Blog vom 12.06.2025
  • Artikel: Alternativmedizin, Skeptizismus und Relativismus: Neue Texte von Udo Endruscheit, GWUP-Blog vom 15.04.2025
  • Artikel: Lesetipp: Natur- ‚vs.‘ Geisteswissenschaften, GWUP-Blog vom 22.01.2025

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
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27. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Call for Papers für die SkepKon 2026 in Regensburg!

Vom 14. bis 16. Mai 2026 lädt die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) erneut zur SkepKon nach Regensburg ins Marinaforum (Johanna-Dachs-Straße 46, 93055 Regensburg) ein.

Hierfür können bis zum 14. Dezember Vortragsvorschläge an die Mail skepkon@gwup.org eingereicht werden!

Zum Rahmen:

  • Vorschläge für 25-minütige Fachvorträge (plus 10 Minuten Diskussion) können ab sofort eingereicht werden.
  • Beiträge sollten praxisrelevant sein und das breite Spektrum skeptischen Engagements abdecken.
  • Willkommen sind auch Vorschläge für Paneldiskussionen und interaktive Formate, die eine Diskussion und Vernetzung fördern.

Die SkepKon 2026 findet unter dem Motto

Fakten – Mythen – Kontroversen

statt. Entsprechend freuen wir uns über Vorschläge aus dem gesamten skeptischen Themenspektrum.

Sowohl zu unseren klassischen Themen im Bereich der Pseudo- und Parawissenschaft, z. B.:

  • Alternativmedizin & -diagnostik (z. B. Homöopathie, Anthroposophie, TCM/Akupunktur, Kinesiologie, Bioresonanz, Iris-/Dunkelfelddiagnostik)
  • Astrologie & Divination (Astrologie, Numerologie, Tarot, Human Design, Handlesen)
  • Esoterik & „Energielehren“ (Reiki, Chakrenlehre, Wünschelrute/Radiästhesie, Feng Shui, Wasserbelebung/„strukturiertes Wasser“)
  • Parapsychologie & Psi (Ganzfeld-Experimente, Remote Viewing, Spukforschung)
  • UFOs/UAP & Prä-Astronautik (Ancient Aliens, Kornkreise)
  • Kryptozoologie (Nessie, Bigfoot, Chupacabra)
  • Pseudophysik & Tech-Claims („Freie Energie“, Skalarwellen, Perpetuum mobile)

als auch zu offenen, kontroversen Debatten, z. B.:

  • Künstliche Intelligenz und Digitalisierung: KI-Risiken & das Alignment Problem, kritische Reflexion von KI in der Gesellschaft, Automatisierung und deren gesellschaftlichen Auswirkungen, Fehlannahmen und Mythen rund um KI sowie ethische Dilemmata
  • Digitale Desinformation und Fake News: Strategien zur Erkennung und Aufklärung von Desinformation, Social Media als Treiber von Mythen und Ideologien
  • Verschwörungstheorien: Neue Entwicklungen und psychologische Mechanismen, Medien und Politik im Umgang mit Verschwörungsglauben
  • Rechte und linke Identitätsideologie (“Wokeness”) und ihre akademischen Grundlagen (“Critical Studies”)
  • Verbraucherschutz: insbesondere aktuelle Scams (in den sozialen Medien)
  • Polarisierung und Meinungsfreiheit: Wissenschaft und Ideologie, freie Debatte an Hochschulen, Angriff auf den offenen Diskurs
  • Wissenschaft und Gesellschaft: Methoden- und Wissenschaftsleugnung, Wissenschaftskommunikation in polarisierten Zeiten, Vertrauen in Forschung
  • Philosophie und Praxis des Skeptizismus: Geisteswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Perspektiven des kritischen Denkens und deren gesellschaftliche Bedeutung
  • Geschlechtergerechtigkeit und Paradoxien: Neue Forschungen und kontroverse Erkenntnisse aus den Sozialwissenschaften, etwa zum „Gender Equality Paradox“
  • Kritisches Denken im Bildungssystem: Ansätze zur Förderung eines skeptischen Mindsets schon bei Jugendlichen, Schülern und Studenten

Alle weiteren Informationen finden Sie auf unserer Website.

Zum Thema:

  • Artikel: Von der 32. GWUP-Tagung (Skepkon) in Regensburg, Cornelius Courts (Scienceblogs) vom 29.06.2025
  • Artikel: So viel SkepKon wie nie zuvor, Inge Hüsgen (hpd) vom 11.06.2025

Hinweis:

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26. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Nach Jahren der Kritik: „The Oncologist“ zieht die Homöopathie-Studie von Michael Frass offiziell zurück!

Endlich.

Fünf Jahre nach ihrer Veröffentlichung ist die vielkritisierte Studie von Michael Frass zur homöopathischen Komplementärmedizin von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs nun offiziell zurückgezogen worden. Seit dem 24.11.2025 trägt die Website von The Oncologist den entsprechenden Hinweis.

In den vergangenen Wochen verdichteten sich die Anzeichen für diesen Schritt bereits.

Das INH skizziert den Weg bis zur Zurücknahme:

Nach der Veröffentlichung 2020 führte eine Arbeitsgruppe aus INH (Informationsnetzwerk Homöopathie) und IWM (Initiative für Wissenschaftliche Medizin) eine gründliche Kritik der Studie durch. Daraufhin prüfte die MedUni Wien gemeinsam mit der ÖAWI (Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität) die Arbeit und konnte die Kritikpunkte weiter untermauern.

Das herausgebende Journal The Oncologist zeigte sich weniger kooperativ, wie das INH schreibt:

Dass es dennoch zur Retraktion kam, ist kein Verdienst des Journals, sondern ausschließlich der Beharrlichkeit und Kompetenz von MedUni Wien, ÖAWI und der INH/IWM-Arbeitsgruppe. Diese Beteiligten hatten auch COPE (Committee on Publication Ethics), eingebunden, die eigene Integritätsstelle der medizinischen Fachjournale.

Die Bedeutung der Retraction für die homöopathische Szene:

Mit dem Rückzug der Studie entfällt die wichtigste klinische Publikation der homöopathischen Szene seit Jahrzehnten. Sie galt lange Zeit als „Leuchtturm“ der Homöopathie und wurde trotz der Kritik bis zuletzt in Vorträgen und Medien als ultimativer Wirksamkeitsnachweis präsentiert.

Die Faktenlage ist nun eindeutig:

  • Die Studie ist wissenschaftlich nicht haltbar.
  • Die behaupteten Effekte sind nicht belegt.
  • Die Publikation darf nicht länger zitiert werden.
  • Sie ist nicht Bestandteil wissenschaftlicher Evidenz.

Damit verliert die Homöopathie ihr wohl wichtigstes modernes klinisches Aushängeschild.

Auf der Website des INH gibt es eine Kategorie, die alle eigenen Beiträge zur Frass-Studie zusammenfasst. Die IWM stellt zudem eine Chronologie der Geschehnisse bereit.

Zum Thema:

  • Artikel: Zusammenfassung der Kritik an der Frass-Studie im Laborjournal, GWUP-Blog vom 09.05.2025
  • Artikel: Dass doch sein darf, was nicht sein kann. oder: Durchmarsch auf homöopathisch, Udo Endruscheit (skeptiker 4/2024)
  • Artikel: Video: Janos Hegedüs und Udo Endruscheit über den Globuli-Skandal im „Oncologist“, GWUP-Blog vom 28.11.2024
  • Artikel: Video: Janos Hegedüs und Norbert Aust über Krebs und Homöopathie im „Oncologist“, GWUP-Blogvom 15.11.2024
  • Artikel: Und wieder die homöopathische Lungenkrebsstudie: Ein paar „Korrekturen“ ändern nichts an der massiven Kritik daran, GWUP-Blog vom 27.09.2024
  • Artikel: Komplementärmedizin: Leitlinie für die Behandlung von Krebspatienten – „Je mehr Wallawalla, desto großzügiger“, GWUP-Blog vom 13.07.2024
  • Artikel: Gute Absicht, schlechte Medizin: Edzard Ernst über die Studie zu Homöopathie bei Lungenkrebs, GWUP-Blog vom 27.05.2024
  • Artikel: Homeopathy Research Hits New Low, Norbert Aust and Viktor Weisshäupl (Skeptical Inquirer Vol. 47, No. 3) Mai/June 2023
  • Artikel: Unzulässige Werbung für homöopathische Meditonsin-Tropfen: Urteil jetzt rechtskräftig, GWUP-Blogvom 05.05.2023
  • Artikel: Ein neuer Tiefpunkt in der Homöopathieforschung, Norbert Aust, Viktor Weisshäupl (skeptiker 4/2022, S. 177–184) 
  • Artikel: Homöopathie bei Krebspatienten: Fast zu schön, um wahr zu sein, profil vom 28.10.2022
  • Artikel: Eine weitere Vorzeigestudie der Homöopathen endet als Desaster, GWUP-Blog vom 26.10.2022
  • Artikel: A thorough analysis of Prof M. Frass’ recent homeopathy trial casts serious doubts on its reliability, Norbert Aust u. Viktor Weisshäupl (Gastbeitrag bei Edzard Ernst) vom 11.06.2021
  • Artikel: Die neue Vorzeige-Studie der Homöopathen: nachträgliche Anpassung der Ergebnisse?, GWUP-Blog vom 09.06.2021
  • Artikel: Homeopathy prolongs survival of lung cancer patients … Can it be true?, Edzard Ernst vom 07.10.2020

Hinweis:

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25. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Okkulte Nazis, Heß‘ Friedensmission und die Abteilung „Siderisches Pendel“ in der neuen Skeptitalk-Folge

Anfang des Jahres hat sich Onkel Michael in drei hpd-Artikeln (hier, hier und hier) ausführlich damit beschäftigt, wie im Nationalsozialismus mit Esoterik und Okkultismus umgegangen wurde bzw. welche Verbindungen es zwischen den führenden Köpfen des Regimes und diesen Ideen gab.

Jetzt hat er uns diese Thematik nochmal in Form einer neuen Folge seines GWUP-Podcasts Skeptitalk akustisch aufbereitet:

Inhalt:

  • Heutiges Thema: Okkultismus im Nationalsozialismus [ab 0:00 min]
  • Adolf Hitler und die Esoterik [ab 2:00 min]
  • Rudolf Heß mit einer starken Neigung zu Okkultismus und Esoterik [ab 4:00 min]
  • Himmler ebenso [ab 5:50 min]
  • Sein Stellvertreter Reinhard Heydrich jedoch nicht [ab 7:50 min]
  • Goebbels als Gegenspieler zu Heß und Himmler [ab 9:20 min]
  • Martin Bormann stand auf Goebbels Seite. [ab 12:10 min]
  • Was in den Nationalsozialistischen Monatsheften zur Astrologie geschrieben wurde. [ab 13:20 min]
  • Heß‘ Englandflug mit esoterischem Unterbau [ab 15:10 min]
  • Sonderaktion „Rudolf Heß“ [ab 17:50 min]
  • Abteilung „Siderisches Pendel“ [ab 19:50 min]
  • Fazit [ab 25:40 min]

Fragen, Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen gerne an skeptitalk@gwup.org

Neben Transistor.fm ist der Podcast auch auf weiteren Plattformen verfügbar: Apple PodcastSpotifyOvercastPocket CastsAmazon MusicYouTubeCastroGoodpodsMetacastCastboxPodcast AddictPlayer FMDeezer.

Zum Thema:

  • Artikel: Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“, GWUP-Blog vom 10.11.2025
  • Artikel: Kaspar Hauser im Skeptitalk: Rätsel, Theorien und homöopathische Experimente, GWUP-Blog vom 28.10.2025
  • Artikel: GWUP-Podcast Skeptitalk: Von den Pocken bis Corona – „Impfgegner gestern und heute“, GWUP-Blog vom 13.10.2025
  • Artikel: Skeptitalk: Der neue GWUP-Podcast ist da! Erste Folge mit dem Vorsitzenden André Sebastiani, GWUP-Blog vom 30.09.2025
  • Artikel: Als die Nazis pendeln wollten, Michael Scholz via hpd vom 03.04.2025
  • Artikel: Als die Nazis Okkultisten verhafteten, Michael Scholz via hpd vom 05.02.2025
  • Artikel: Rudolf Heß: Mit Horoskop und Hakenkreuz, Michael Scholz via hpd vom 29.01.2025

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24. November 2025
von Felix Pfannstiel
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„Man muss nicht zu Meinungskartellen gehören.“ – Start von Christian Zellers Videoreihe „Wissenschaft und Gesellschaft“ mit Cornelius Courts

Auf unserem noch recht frischen Community-Kanal GWUP Connect startet Christian Zeller ein eigenes Videoformat:

Die Videoreihe „Wissenschaft und Gesellschaft“ von Dr. phil. Christian Zeller verfolgt das Ziel, mehr Klarheit in gesellschaftliche Debatten zu bringen. Aus soziologischer Perspektive werden Themen wie Krieg, Klimawandel, Gender, Rassismus und viele weitere Diskussionsfelder wissenschaftlich beleuchtet. Zugleich nimmt die Reihe den soziologischen Diskurs auch selbst kritisch in den Blick.

Vergangene Woche erschien Folge 1. Interviewpartner der Auftaktfolge ist der Forensiker Prof. Dr. Cornelius Courts.

Zwischen Labor, Gericht und Gesellschaft: Forensik & Woke-Debatte | Wissenschaft und Gesellschaft #1

Das gut eineinhalbstündige Gespräch lässt sich in zwei Teile gliedern.

Im ersten Teil des Gesprächs berichtet Cornelius aus seiner Arbeit in der modernen Forensik. Unter anderem erzählt er von einem 40 Jahre alten kürzlich gelösten Cold Case, interessanten bzw. lustigen Anekdoten aus seinem Berufsleben sowie von konkreten Beispielen seines wissenschaftlichen Arbeitens.

Ab 56:00 min beginnt der zweite Abschnitt:

Cornelius thematisiert dabei, wie ideologische Strömungen wissenschaftliches Arbeiten – etwa im Bereich der biogeografischen Abstammungsforschung – behindern können. Außerdem zeigt er, wie das Unterbinden des freien Diskurses – unabhängig von der politischen Richtung – der Wissenschaft schadet.

Am Ende fasst Cornelius seinen Standpunkt zusammen:

Man muss zu keinem Lager gehören. Muss man nicht. Man kann die Woken kritisieren, ohne rechts zu sein. Man kann die Rechten kritisieren, ohne links-woke zu sein. Das ist total möglich. Das bin ich auch, und das sind viele andere auch. Und man muss sich nicht von diesen Leuten vereinnahmen lassen, man muss nicht zu Meinungskartellen gehören. Man kann über Abtreibung A sagen und über, wie viele Geschlechter es gibt, B, und das muss keineswegs korreliert sein.

Zum Thema:

  • Artikel: Skeptrum-Podcast mit dem Soziologen Christian Zeller: „Meinungsfreiheit & Liberalismus“, GWUP-Blog vom 27.10.2025
  • Artikel: SkepKon-Video Nr. 4: Cornelius Courts entkräftet den Mythos vom DNA-Geruchssinn bei Hunden, GWUP-Blog vom 22.09.2025
  • Artikel: Gibt es den perfekten Mord? – Cornelius Courts bei imps Podcast Skeptrum, GWUP-Blog vom 24.07.2025
  • Artikel: SitP-Vortrag als Video: Dr. phil. Christian Zeller über postmodernen Aktivismus in der Wissenschaft, GWUP-Blog vom 14.05.2025
  • Artikel: Cornelius Courts über Forensische Molekularbiologie bei den SitP Wien, GWUP-Blog vom 19.03.2025
  • Video: Cornelius Courts • C.S.I.rrtum–Moderne Mythen über forensische Wissenschaft treffen auf Wirklichkeit, Kortizes vom 10.04.2024
  • Artikel: Wie links-grüne Diskursverengung Rechtspopulismus stärkt. Ein Versuch über Meinungsfreiheit und Lagerbildung, Christian Zeller (gwup.org) vom 10.04.2025
  • Video: Cancel Culture in der GWUP! Im Gespräch mit Cornelius Courts, Skeptische Gesellschaft vom 26.02.2024
  • Buch: Christian Zeller: Zerstörung der Meinungsfreiheit. Eine politische Zeitdiagnose, Solibro-Verlag, 26,00 €, 456 Seiten

Hinweis:

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21. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Gastbeitrag: Über die Verschärfung des öffentlichen Klimas

ein Gastbeitrag von Sebastian Schnelle und Stefan Uttenthaler

„Die Zeiten sind hart. Man darf ja heute nichts mehr sagen. Das sagen zumindest Leute, die ständig öffentlich sagen, was man angeblich nicht mehr öffentlich sagen darf, und dabei sagenhafte Zuschauerzahlen erreichen.“1 Ist es nicht schön, wenn schon Eröffnungssätze eines Aufsatzes altern wie Milch in der Sonne? Oder hätte Florian Aigner diesen Satz so über Jason Stanley und die Berichte über seinen abgebrochenen Vortrag in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zum Anlass des 9. November in Frankfurt geschrieben?2 Dabei sei darauf hingewiesen, dass es auf die Person Florian Aigners hier gar nicht ankommt. Der Artikel steht stellvertretend für ein Genre, dass so oder so ähnlich im Ton moralischer Selbstvergewisserung immer wieder geäußert wird. Zwar gibt es inzwischen widerstreitende Versionen, was am 9. November in Frankfurt genau geschehen ist. Der Blick auf die Reaktionen und Einschätzungen der verschiedenen Parteien ist aber eine Reflexion wert.3

Stanley, weltweit bekannter Philosoph und Faschismusforscher, sollte in Frankfurt eine Rede halten und berichtete, zunächst niedergebrüllt worden zu sein, um anschließend aufgefordert zu werden, den Saal zu verlassen, und das bei noch nicht vollendeter Rede. Der Forscher reagierte laut taz „schockiert“. Aber warum eigentlich? Selbst wenn Stanleys Beschreibungen sich genau so ereignet haben sollten, wäre laut Aigner doch gar nichts passiert. Stanley darf weiterhin sagen, was er sagen wollte, sogar mit „sagenhaften Zuschauerzahlen“, seit die FAZ seine Rede in voller Länge veröffentlicht hat.4 Er wird von Zeitungen interviewt und niemand verbietet ihm den Mund. Alles halb so wild also?

Über ähnliche Fälle hatte Aigner noch abfällig geurteilt: „Das „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“ führt sogar eine Liste angeblicher Unterdrückungsfälle. Aber was findet man dort? Zensur? Gewalt? Berufsverbote? Nein: einen abgesagten Vortrag hier, ein bisschen Protest der Studierenden dort, […]“ Also alles im Lot im Fall Stanley? Schließlich hat er kein Berufsverbot erhalten, es kam nicht zu körperlicher Gewalt und er wurde nicht staatlich zensiert. Wie bereits geschrieben, wurde seine Rede im Nachhinein sogar publiziert und einem ungleich größeren Publikum zugänglich gemacht, als an dem Abend vor Ort waren. Also nur ein „abgesagter Vortrag hier“ und ein bisschen Aufregung dort? Muss man also mit Aigner Stanley entgegenhalten: „Als Medien-Star oder Uni-Professor Kritik einstecken zu müssen, ist keine Cancel Culture. Das ist Feedback.“ Soll sich der Herr Professor und mit ihm das Feuilleton also nicht so aufregen?

In einem Artikel in der Frankfurter Rundschau wird beschrieben, wie Stanley die Situation als „außerordentlich bedrohlich und verstörend” erlebt habe. Etwas, das ihm in dieser Form so noch nie passiert sei. Seine Beschreibung deckt sich dabei mit den Beschreibungen anderer, die Opfer ähnlichen Vorgehens wurden, nur dass es diesmal nicht klein geredet, sondern thematisiert und skandalisiert wird. Die Frankfurter Rundschau schreibt in diesem Zusammenhang von einem „Eklat“ und einem „neue[n] Tiefpunkt“.5 Auf einmal entdeckt man dort, dass „[zur] Meinungsfreiheit gehöre, dass eine Rede überhaupt gehalten und zu Ende gebracht werden dürfe“ und bemerkt eine „schleichende Verschärfung des öffentlichen Klimas“, die man doch bis gefühlt gestern noch vehement abstritt. War doch angeblich alles nur Kulturkampf (meist versehen mit dem Zusatz „von rechts“). Besonders spannend ist, dass der soziale Aspekt, abseits der staatlichen Zensur und der Unterdrückung von oben nach unten – nach Aigner die „echte (sic) Unterdrückung” – explizit Erwähnung findet, wenn die Frankfurter Rundschau einen Antisemitismus-Experten mit den Worten zitiert: „Wer in diesem Klima Differenz wagt, riskiert nicht nur Widerspruch, sondern soziale Ächtung.“

Nun ist das Besondere an dem Fall, dass es eine Gegendarstellung der Jüdischen Gemeinde Frankfurt gibt, in der bestritten wird, dass sich der Vorfall so ereignet hat, wie von Stanley beschrieben. War also alles nur ein „Mythos“, wie Aigner das Phänomen der „Cancel Culture“ nennt, oder eine „moral panic“, wie Adrian Daub zum selben Komplex schreibt? Komisch nur, dass man sich in den Feuilletons bemüßigt fühlt, an „das Erbe des Liberalismus“ zu erinnern, dass von einem „öffentlichen Klima“ die Rede ist und an die Meinungsfreiheit appelliert wird. Der Verdacht liegt nahe, dass man erkennt, dass der Vorwurf des Antisemitismus gerade sehr locker sitzt, wenn jemand Israel kritisiert, und dass man diese Mechanismen der Feindmarkierung und Diffamierung durchaus erkennt, wenn sie einen selbst oder einem nahestehende Milieus treffen. Auf einmal erkennt man durchaus an, dass die Berufung auf Meinungsfreiheit nicht notwendigerweise ein Deckmäntelchen ist, um „Minderheiten zu beleidigen“, wie es bei Aigner heißt, sondern eben legitime Kritik enthalten kann, die jemand schlicht nicht hören möchte. Interessant auch, dass es über Stanley heißt, dass er “die Gefühle der Gemeindemitglieder massiv verletzt” hätte, auch wenn es laut Jüdischer Allgemeiner gar keinen Eklat gab. Auch das ist ein Muster, das wir von ähnlich gelagerten Fällen kennen: es ist gar nichts passiert, aber wenn doch, dann hat er es verdient, denn er hat ja Gefühle verletzt. Unabhängig davon, was nun in Frankfurt am 9. November tatsächlich vorgefallen ist, sollte die Reaktion auf Stanleys Version der Geschichte folgenden Konsens unter Demokraten zeigen: Zensur, Gewalt und Berufsverbote sind unter Demokraten kein zulässiges Mittel des Meinungsstreits, aber eben auch keine abgesagten Vorträge. Zur Meinungsfreiheit gehört, dass eine Rede überhaupt gehalten und zu Ende gebracht werden darf. So sieht es zumindest Jason Stanley – und der muss es als Faschismusforscher ja wissen.


  1. https://futurezone.at/meinung/florian-aigner-kolumne-wissenschaft-cancel-culture-meinungfreiheit/403072456 ↩︎
  2. https://taz.de/Streit-um-Gedenken-zum-9-November/!6128718/ ↩︎
  3. https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/niemand-hat-jason-stanley-von-der-buehne-gejagt/ ↩︎
  4. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/jason-stanley-zum-9-november-110774123.html ↩︎
  5. https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/faschismus-experte-jason-stanley-aus-synagoge-in-frankfurt-geworfen-94032638.html ↩︎

18. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Video zur SkepKon 2025: Ein skeptischer Blick auf die Finanzwelt – Panel mit Gerd Kommer und Holger Kreymeier

Urlaubsbedingt ist es hier im Blog gerade etwas ruhiger, aber das neueste SkepKon-Video will ich trotzdem kurz verlinken.

Nachdem vor 2 Wochen Dr. Gerd Kommers Vortrag zur Finanzpornografie hochgeladen wurde, folgt nun thematisch passend das gemeinsame Panel mit Holger Kreymeier (Massengeschmack-TV) und Nikil Mukerji:

Zwischen Aufklärung und Clickbait – Gedanken zu einem skeptischen Medienkonsum
Was steckt wirklich hinter modernen Finanzversprechen und medialem Hype? In diesem Panel der SkepKon 2025 sprechen Nikil Mukerji, Gerd Kommer (‪@gerdkommer‬) und Holger Kreymeier (‪@mgtv‬) offen über die Risiken, Denkfehler und Täuschungen rund um Finanzberatung und Finfluencer. Der Talk gibt spannende, skeptische Einblicke und stellt unbequeme Fragen: Was schützt vor unseriösen Versprechen und falscher Beratung? Wer neugierig auf skeptische Einblicke in die Welt von Geld, Medien und kritischem Denken ist, sollte dieses Gespräch nicht verpassen!

Diesen Finanzunsinn gibt es nur bei uns | GWUP

Inhalt:

  • Einleitung [ab 0:00 min]
  • Cherrypicking bei Benchmarks [ab 2:30 min]
  • Zu wenig Finanzregulierung in Deutschland [ab 6:00 min]
  • Denkfehler: Effizienzmarkthypothese [ab 8:20 min]
  • Politische Tendenzen im Finanzbereich [ab 14:00 min]
  • Hoher Output von Finfluencern kann ein Problem werden. [ab 16:50 min]
  • Gescheiterte Merz-Wahl und fallender DAX [ab 24:50 min]
  • Haftung bei Anlageberatung [ab 30:30 min]

Das nächste SkepKon-Video erscheint in 2 Wochen, und ab nächster Woche geht es hier im GWUP-Blog wieder regelmäßiger weiter.

Zum Thema:

  • Artikel: Dr. Gerd Kommer auf der SkepKon 2025: Warum Finanzjournalismus oft zur „Finanzpornografie“ wird, GWUP-Blog vom 03.11.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #6: Ganz natürlich und ohne Chemie? – Prof. Dr. Sascha Skorupka entlarvt die Mythen alternativer Reinigungsmittel, GWUP-Blog vom 20.10.2025
  • Artikel: Video #5 der SkepKon 2025 mit Ali Hackalife: „Hack me if you can! – Betrug entdecken und verstehen“, GWUP-Blog vom 06.10.2025
  • Artikel: SkepKon-Video Nr. 4: Cornelius Courts entkräftet den Mythos vom DNA-Geruchssinn bei Hunden, GWUP-Blog vom 22.09.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #3: „Der pathologisierte Andere: Trump und seine Wählerschaft“ von Prof. Dr. Claudia Franziska Brühwiler, GWUP-Blog vom 08.09.2025
  • Artikel: Zweites SkepKon-Video: Panel „Dialog oder Distanz – Mit wem sollten Skeptiker sprechen?“ zu Varnans Auftritt bei Jasmin Kosubek, GWUP-Blog vom 25.08.2025
  • Artikel: Es geht los: Das erste Video der SkepKon 2025 ist online! – Panel-Diskussion „Hexenjagd 2.0“ mit Marie-Luise Vollbrecht, GWUP-Blog vom 11.08.2025

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

13. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Ankündigung: Skeptics in the Pub München mit Till Randolf Amelung und Andreas Edmüller – „Ein Jahr Selbstbestimmungsgesetz – Fortschritt oder Fehler?“

Unter der Moderation von Judith Faessler rekapitulieren Till Randolf Amelung und Andreas Edmüller am Montag (17.11.) ein Jahr Selbstbestimmungsgesetz bei den Skeptics in the Pub München.

Um 19:30 Uhr geht es im Lavan Bar & Café (Schleißheimer Straße 48, 80333 München) los!

Keine Reservierung notwendig! Einfach vorbeikommen!

Till Randolf Amelung ist Redakteur des Blogs und Vorstandsmitglied der Initiative Queer Nations e.V. – einem queeren Think Tank, der unter anderem das Jahrbuch Sexualitäten herausgibt.
Er hat an der Georg-August-Universität Göttingen Geschlechterforschung und Geschichtswissenschaft studiert. Das Selbstbestimmungsgesetz begleitete er von Beginn an kritisch, er war dazu auch im November 2023 von der CDU/CSU-Fraktion als Sachverständiger in den Familienausschuss des Bundestags geladen worden.

PD Dr. Andreas Edmüller hat in München und Oxford Philosophie, Logik/Wissenschaftstheorie und Linguistik studiert. Seine Forschungsschwer-punkte sind Moral-, Rechts- und Staatsphilosophie.
Er kritisiert das Selbstbestimmungsgesetz aus rechts- und moralphilosophischer Sicht.

Zum Thema:

  • Artikel: Till Randolf Amelung und Andreas Edmüller: Der Trans-Komplex, GWUP-Blog vom 11.02.2025

Hinweis:

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10. November 2025
von Felix Pfannstiel
2 Kommentare

Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“

Mit dem Astrophysiker Stefan Uttenthaler geht Onkel Michaels GWUP-Podcast Skeptitalk diesmal diesem Thema nach:

Die UFO-Community geht steil, denn angeblich beweist ein wissenschaftlicher Artikel die Existenz von Alien-Sonden im Erdorbit. Stimmt das so? Was ist tatsächlich dran? Ich habe mich mit dem Astrophysiker Stefan Uttenthaler von den Wiener Skeptikern unterhalten, denn der kennt sich aus.

Inhalt:

  • Einleitung + Vorstellung von Stefan Uttenthaler [ab 0:00 min]
  • Heutiges Thema: Wissenschaftliches Paper, das Lichterscheinungen am Himmel auswertet. [ab 2:50 min]
  • Die UFO-Community zeigt sich interessiert. [ab 11:30 min]
  • Natürliche Erklärungen für diese Erscheinungen [ab 13:50 min]
  • Erdschatten-Test [ab 20:40 min]
  • Kritik an dem Artikel [ab 24:40 min]
  • Stefans Blogbeitrag zu Avi Loeb [ab 35:50 min]
  • Zeitliche Korrelation der Lichterscheinungen mit Atombomentests [ab 38:10 min]
  • Fazit [ab 41:20 min]

Fragen, Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen gerne an skeptitalk@gwup.org

Neben Transistor.fm ist der Podcast auch auf weiteren Plattformen verfügbar: Apple PodcastSpotifyOvercastPocket CastsAmazon MusicYouTubeCastroGoodpodsMetacastCastboxPodcast AddictPlayer FMDeezer.

Zum Thema:

  • Artikel: Kaspar Hauser im Skeptitalk: Rätsel, Theorien und homöopathische Experimente, GWUP-Blog vom 28.10.2025
  • Artikel: GWUP-Podcast Skeptitalk: Von den Pocken bis Corona – „Impfgegner gestern und heute“, GWUP-Blog vom 13.10.2025
  • Artikel: Skeptitalk: Der neue GWUP-Podcast ist da! Erste Folge mit dem Vorsitzenden André Sebastiani, GWUP-Blog vom 30.09.2025
  • Artikel: Gastbeitrag: Der mögliche Einfluss des Mondes auf die menschliche Biologie und astrophysikalische Argumente dagegen, GWUP-Blog vom 19.09.2025
  • Artikel: Gastbeitrag: Ein interstellarer Komet und verzerrte Wissenschaft in der Astrophysik, GWUP-Blog vom 31.07.2025
  • Artikel: Forschung zu UAP: IFEX eröffnet Meldestelle für Sichtungen, GWUP-Blog vom 29.07.2025

Hinweis:

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9. November 2025
von Felix Pfannstiel
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Ankündigung: FAKE’25 in Dresden – Konferenz zu Desinformation und Medienkompetenz mit Beteiligung der GWUP

Ende November findet im Deutschen Hygienemuseum Dresden die Konferenz FAKE’25 statt. Die Veranstalter von Break the Fake e. V. schreiben dazu auf ihrer Website:

Falschmeldungen und Desinformation verbreiten sich durch das Internet in rasantem Tempo und können tiefgreifenden Einfluss auf unser Denken, Handeln und politische Entscheidungen nehmen. Reißerische Schlagzeilen, gezieltes Framing und das selektive Präsentieren von Fakten (Cherry-Picking) verzerren die Wirklichkeit. Sie erschweren es, fundierte Urteile zu fällen und gefährden einen offenen, demokratischen Diskurs.

In diesem Kontext kommt der Förderung von Medienkompetenz und demokratischen Werten eine Schlüsselrolle zu. Bildungsvereine und Initiativen in Sachsen arbeiten bereits intensiv daran, Menschen zu stärken und aufzuklären. Doch um diesen Herausforderungen wirksam begegnen zu können, ist eine stärkere Vernetzung dringend notwendig. Nur gemeinsam können wir Synergien schaffen, Ressourcen effektiv nutzen und ein starkes, handlungsfähiges Netzwerk aufbauen, das in der Lage ist, zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln.

Darum laden wir als Break the Fake e.V. euch herzlich zu unserer Konferenz FAKE’25 ins Hygienemuseum Dresden ein. In interaktiven Sessions und praxisnahen Workshops tauschen wir uns über unsere Ansätze in der Bildungsarbeit aus. Bringt eure Konzepte und Ideen mit und helft uns, ein starkes Netzwerk im Kampf gegen Desinformation aufzubauen!

Auch die GWUP ist dort mit einem Kurzvortrag über „Kritisches Denken in der Schule“ vertreten. Und Sebastian Schnelle berichtet von seinen Skeptics-in-the-Pub-Erfahrungen: „Kritisches Denken im Kneipenformat“.

Von der diesjährigen SkepKon bekannt ist der Verein selbst-kritisch-vegan e. V., der dort einen Workshop zu Veganismus & Esoterik angeboten hat. Auf der FAKE’25 sind sie an einem eigenen Stand anzutreffen.

Das komplette Programm und weitere Infos finden sich auf der Website von Break the Fake.

Zum Thema:

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