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7. Februar 2026
von Felix Pfannstiel
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Deutschlandfunk: Warum Verschwörungstheorien nie verschwinden – Artikel und Podcast mit Michael Butter

Der Deutschlandfunk geht in einem neuen Artikel der Frage nach, warum Verschwörungstheorien nie verschwinden:

Ob es um die Mondlandung, die Anschläge vom 11. September oder Aliens geht – das, was wir heute als Verschwörungstheorien bezeichnen, gibt es schon seit Jahrhunderten. Und in Krisenzeiten haben sie besonders Konjunktur.

Als Experten hat sich der Deutschlandfunk den Politikwissenschaftler Michael Butter geholt, der drei Kernmerkmale von Verschwörungstheorien benennt:

  • Erstens: Nichts geschieht durch Zufall. Das heißt, es ist alles geplant worden. Da saßen Menschen – die Verschwörer – im Geheimen zusammen und haben sich überlegt: So machen wir das jetzt.
  • Zweitens: Nichts ist so, wie es scheint. Man muss erst einen Vorhang beiseiteschieben. Dann merkt man, was wirklich unter der Oberfläche vor sich geht. Und dann sieht man… 
  • Drittens: Alles ist miteinander verbunden. Das heißt, Personen, Institutionen und Ereignisse, die jenseits der Verschwörungstheorie überhaupt nicht zusammenkommen, haben tatsächlich zusammengearbeitet, um ihren geheimen Plan durchzusetzen.

Dort sieht Butter die Anfänge:

Verschwörungstheorien in ihrer modernen Form gibt es in der westlichen Welt wohl etwa ab dem 16. Jahrhundert, als mit den Religionskriegen Erzählungen und Gedankenfiguren aufkamen, die heutigen Verschwörungstheorien schon nahekommen, sagt Butter. An der Spitze der Verschwörung habe damals immer der Antichrist gestanden.

Wer glaubt daran?

  • Grundsätzlich sind wohl alle Menschen empfänglich für Verschwörungstheorien. Es gibt allerdings einige Faktoren, die Verschwörungsglauben begünstigen können, sagt Michael Butter. Zum Beispiel der Bildungsgrad.
  • Auch ein gefühlter Kontrollverlust kann anfälliger für konspiratives Denken machen.
  • Auch ältere Menschen neigen Experten zufolge in einer Lebensphase mit vielen Umbrüchen eher zu Verschwörungsglauben und zeigen sich empfänglicher für Esoterik als junge Menschen.

Was hilft?

Die gute Nachricht ist laut Butter: Wirklich resistent gegen Fakten, also unzugänglich für zum Beispiel wissenschaftliche Belege, seien nur wenige Menschen. Wichtig sei es deshalb vor allem, im Gespräch zu bleiben, so der Experte, und dabei eventuell das Thema Verschwörungstheorien auch ganz auszuklammern. Denn wenn man mit Menschen, die Verschwörungserzählungen glaubten, nicht mehr spreche, dann vereinsamten diese. Das zeigten mittlerweile auch Studien.

Zum Volltext.

Anfang Januar erschien beim Deutschlandfunk außerdem ein Podcast zu diesem Thema; ebenfalls mit Michael Butter als Experten:

Die Mondlandung war inszeniert, Elvis lebt und Impfen macht autistisch: Das sind Verschwörungstheorien. Die klingen oft skurril oder sogar lustig. Es gibt aber auch welche, die richtig gefährlich sind.

Inhalt:

  • Thema: Warum Verschwörungstheorien unsterblich sind [ab 0:00 min]
  • Definition [ab 1:30 min]
  • Verschwörungserzählung, -mythos oder -theorie? [ab 5:30 min]
  • Anschlag in Halle [ab 8:00 min]
  • Warum sich Verschwörungstheorien so lange halten [ab 11:40 min]
  • Antisemitismus/Antijudaismus: Protokolle der Weisen von Zion, Ritualmordlegende [ab 16:00 min]
  • Beginn des Antisemitismus und Entwicklung bis heute [ab 31:30 min]
  • Sturm auf das Kapitol [ab 36:20 min]
  • Fazit [ab 42:00 min]

Zum Thema:

  • Artikel: SkepKon-Video: Verschwörungsdenken verstehen – Vortrag von Alexander Wolber, GWUP-Blog vom 15.12.2025
  • Artikel: Ankündigung: Onkel Michael beim Düsseldorfer Aufklärungsdienst: „Der ewige Judenhass – Antisemitische Verschwörungstheorien im Wandel der Zeit“, GWUP-Blog vom 31.08.2025
  • Artikel: Blogserie „Antisemitische Verschwörungstheorien“ bei „Onkel Michael“, GWUP-Blog vom 26.11.2023
  • Artikel: Verschwörungstheorien: Podcast-Gespräch mit Andreas Edmüller und Michael Butter, GWUP-Blog vom 20.03.2023

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

5. Februar 2026
von Felix Pfannstiel
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Termin: Susan Gerbic stellt ihr Projekt „Guerilla Scepticism on Wikipedia“ bei der GWUP Mittelfranken vor

Macht euch ein großes rotes X in den Kalender, wir haben hohen Besuch!

Die GWUP-Regionalgruppe Mittelfranken konnte eine besondere Referentin gewinnen, die auch auf der SkepKon 2025 vertreten war:

Susan Gerbic von Guerilla Sceptics on Wikipedia wird aus Kalifornien hybrid über Zoom zugeschaltet sein. Wer in die Sternwarte am Rechenberg kommen will, ist natürlich trotzdem herzlich eingeladen!

Kommenden Donnerstag (12. Februar) um 21:30 Uhr startet der Impulsvortrag über ihre Arbeit:

Susan ist Skeptikerin und Wissenschaftskommunikatorin, bekannt durch „Guerilla Scepticism on Wikipedia“ (GSoW), einem globalen Projekt, bei dem Freiwillige Wikipedia-Artikel in den Bereichen Wissenschaft und Pseudowissenschaft schreiben und verbessern. Das Team besteht aus über 100 Editoren aus vielen Regionen. Sie hat damit zu 2.200 Artikeln begetragen, die von Millionen weltweit gelesen werden. Sie beschäftigt sich auch skeptisch mit Medien die vorgeben, mit Toten reden zu können, und damit, wie Glauben, Trauer und der „motivated sitter“ („motivierte Sitzungsteilnehmer“) zum nur vermeintlichen Erfolg von Medien beitragen. Bei Vorträgen, Medienrecherchen und ihrer Wissenschaftskommunikation weist Sie auf die essenzielle Rolle von Wikipedia in der Vermittlung von wissenschaftlichen Themen hin. Sie ist seit mehreren Jahrzehnten in der skeptischen Szene aktiv und Mitgründerin der Monterey County Sceptics.

Im Skeptischen Netzwerk findet sich der Zoom-Link.

Zum Thema:

  • Artikel: Wikapediatrician Susan Gerbic discusses her Guerrilla Skepticism on Wikipedia project, Susan Gerbic via Skeptical Inquirer vom 08.03.2013
  • Homepage: GWUP Mittelfranken

Hinweis:

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3. Februar 2026
von Felix Pfannstiel
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„Die Sache mit den Ariern – oder: wie man sich eine Superrasse bastelt“: Neuer Skeptitalk von Onkel Michael

Weiter geht’s mit einer neuen Folge von Onkel Michaels GWUP-Podcast Skeptitalk:

Ähnlich wie die Germanen oder Kelten, dienten die Arier als Projektionsfläche für so ziemlich jeden historischen Unsinn der letzten gut 200 Jahre. Aber wer waren die Arier tatsächlich? Was steckt hinter diesem Mythos? Das klären wir in dieser Folge.

Inhalt:

  • Thema heute: der Arier-Mythos [ab 0:00 min]
  • Arthur de Gobineau [ab 4:20 min]
  • Gobineau erwähnt die Arier. [ab 8:20 min]
  • Rezeption von Gobineaus Werk in Deutschland [ab 13:20 min]
  • Helena Blavatskys Wurzelrassen [ab 16:40 min]
  • Arioshophie [ab 23:00 min]
  • Alfred Rosenberg und der Nationalsozialismus [ab 25:10 min]
  • Die Mär von den Menschenrassen. [ab 27:50 min]

Fragen, Anmerkungen, Themenvorschläge oder Beschimpfungen gerne an skeptitalk@gwup.org

Neben Transistor.fm ist der Podcast auch auf weiteren Plattformen verfügbar: Apple PodcastSpotifyOvercastPocket CastsAmazon MusicYouTubeCastroGoodpodsMetacastCastboxPodcast AddictPlayer FMDeezer.

Zum Thema:

  • Artikel: Onkel Michael in seinem Blog über die Ideologie des Nationalsozialismus und den Trugschluss der ‚Menschenrassen‘, GWUP-Blog vom 20.08.2025
  • Artikel: Die Arier – Ein erfundener Mythos, Michael Scholz via hpd vom 11.12.2024

  • Artikel: Skeptitalk: Martin Luthers Antisemitismus und sein langes Echo, GWUP-Blog vom 19.01.2026
  • Artikel: Vorhersagen auf dem Prüfstand – Timur Sevincer in der neuen Skeptitalk-Folge, GWUP-Blog vom 22.12.2025
  • Artikel: Dunkle Symbole und krude Weltbilder: Neuer Skeptitalk zur Mystik der SS, GWUP-Blog vom 09.12.2025
  • Artikel: Okkulte Nazis, Heß‘ Friedensmission und die Abteilung „Siderisches Pendel“ in der neuen Skeptitalk-Folge, GWUP-Blog vom 25.11.2025
  • Artikel: Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“, GWUP-Blog vom 10.11.2025
  • Artikel: Kaspar Hauser im Skeptitalk: Rätsel, Theorien und homöopathische Experimente, GWUP-Blog vom 28.10.2025
  • Artikel: GWUP-Podcast Skeptitalk: Von den Pocken bis Corona – „Impfgegner gestern und heute“, GWUP-Blog vom 13.10.2025
  • Artikel: Skeptitalk: Der neue GWUP-Podcast ist da! Erste Folge mit dem Vorsitzenden André Sebastiani, GWUP-Blog vom 30.09.2025

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2. Februar 2026
von Felix Pfannstiel
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Gastbeitrag: Zehn Jahre Informationsnetzwerk Homöopathie – Ein Jubiläum im leisen Raum

ein Gastbeitrag des INH


Zehn Jahre Informationsnetzwerk Homöopathie

Zehn Jahre Informationsnetzwerk Homöopathie – das ist kein lauter Jahrestag. Eher ein stiller, aber gewichtiger Moment. Ein Moment, der weniger nach Feier ruft als nach Reflexion: Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Und warum braucht es dieses Netzwerk heute noch – vielleicht sogar mehr denn je? Das INH versucht eine Antwort.

Am 31. Januar jährt sich die Gründung des Informationsnetzwerks Homöopathie zum zehnten Mal. Ein Jahrzehnt ist in öffentlichen Debatten eine lange Zeit – lang genug, um Themen kommen und gehen zu sehen, um Moden zu überstehen und um zu erkennen, was bleibt, wenn der Lärm verklungen ist. 

Auffällig ist: Homöopathie ist heute kaum noch ein zentrales öffentliches Diskursthema.
Nicht, weil sie widerlegt worden wäre – das war sie schon lange vor 2016.
Nicht, weil sie sich reformiert hätte – das hat sie nie.
Sondern weil sich die gesellschaftliche Aufmerksamkeit verschoben hat. Die großen Krisen unserer Zeit haben andere Themen in den Vordergrund gerückt. Und da die Homöopathie zu diesen Herausforderungen nichts Substanzielles beitragen kann, ist sie aus dem Zentrum der öffentlichen Debatte verschwunden. 

Man könnte daraus schließen, das INH habe seine Aufgabe erfüllt und sei damit entbehrlich geworden.
Das Gegenteil ist der Fall. 

Denn während der öffentliche Diskurs weitergezogen ist, hat sich in der homöopathischen Szene eine trügerische Gewissheit ausgebreitet: Der Sturm sei vorüber. Man könne zur Tagesordnung übergehen – geschützt durch politische Privilegien, getragen von alten Strukturen, unbehelligt von grundlegenden Fragen. Diese Ruhe ist keine Entwarnung. Sie ist ein Risiko.

Für die Homöopathie ist nach diesen zehn Jahren doch erstaunlich wenig geblieben. 

Die wissenschaftliche Kritik ist etabliert.
Die öffentliche Wahrnehmung hat sich verändert.
Medien berichten heute nüchterner, kritischer und weniger unbefangen.
Die Selbstverständlichkeit, mit der homöopathische Behauptungen früher verbreitet wurden, ist zu großen Teilen verschwunden. 

Besonders deutlich zeigt sich das innerhalb der ärztlichen Profession. Die Homöopathie ist aus nahezu allen ärztlichen Weiterbildungsordnungen der Ärztekammern gestrichen worden. Und der 128. Deutsche Ärztetag hat 2024 unmissverständlich klargestellt, dass sie außerhalb verantwortlichen ärztlichen Handelns steht. Man kann sagen: Die Ärzteschaft hat ihr den Stuhl vor die Tür gestellt – leise, aber endgültig. 

Was geblieben ist, ist im Wesentlichen eines: politische Sonderbehandlung. Eine Privilegierung, die aus einer Zeit stammt, in der man Homöopathie für harmlos hielt – und man es nicht als Problem sah, den „Erfahrungsmedizinern“ ihren Willen zu lassen. Diese Zeiten sind vorbei – die Evidenzfrage ist geklärt und die Homöopathie ist dank der gesetzlichen Privilegierung zu einem Problem für die Gesundheitskompetenz der Menschen aufgewachsen. Heute wirkt diese Sonderstellung im Arznei- und im Sozialrecht wie ein Anachronismus: eine einsame Insel, abgeschnitten von wissenschaftlichen Standards und professioneller Praxis.

Gerade deshalb braucht es das INH. Nicht, um immer wieder dieselben Detailwiderlegungen zu wiederholen. Die liegen vor, sie sind zugänglich und sie sind belastbar. Sondern um auf einer anderen Ebene anzusetzen: bei den Prämissen, die politisches Handeln leiten. 

Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr: Wirkt Homöopathie? Darüber kann man nicht mehr ernsthaft diskutieren. Selbst die Vertreter der Homöopathie argumentieren heute viel lieber auf Metaebenen wie „Patientenautonomie“; „Therapievielfalt“ oder „Eigenverantwortlichkeit“ – alles Begriffe, die mit dem Kern unserer Kritik nichts zu tun haben.
Sondern wir fragen vor allem: Warum wird ein nicht evidenzbasiertes Verfahren weiterhin politisch privilegiert – und welche Folgen hat das? 

Diese Privilegierung ist kein Bonus für Patientinnen und Patienten, wie es gern von politischen Vertretern dargestellt wird. Sie ist ein Malus.
Sie suggeriert Wirksamkeit, wo keine belegt ist.
Sie untergräbt wissenschaftliche Orientierung im Gesundheitssystem.
Sie schwächt das Vertrauen in rationale, evidenzbasierte Entscheidungen.
Und sie normalisiert eine Wissenschaftsmimikry, die den Unterschied zwischen Erkenntnis und Behauptung verwischt. 

Aufklärung bedeutet hier nicht mehr, einzelne Aussagen zu widerlegen, sondern die falschen Selbstverständlichkeiten sichtbar zu machen, auf denen politische Entscheidungen beruhen.

Die umfangreichen Aufklärungsmaterialien des INH bleiben auf unseren Webseiten weiterhin verfügbar – sorgfältig kuratiert, redaktionell betreut und aktuell gehalten. Sie bilden das stabile Fundament unserer Arbeit. 

Doch die Zukunft des INH liegt nicht im Archiv, sondern in gezielten, punktgenauen Interventionen. Dort, wo politische Entscheidungen vorbereitet oder legitimiert werden. So wie im Herbst 2025, als wir Ministerin Warken an die Bedeutung einer klaren Haltung zur Homöopathie erinnerten. Oder in der jahrelangen Arbeit, die schließlich dazu führte, dass die Studie von Prof. Frass zur Homöopathie bei Lungenkrebs aus der wissenschaftlichen Literatur zurückgezogen wurde

Solche Interventionen werden wichtiger: sachlich, präzise, unbeirrbar. Nicht laut – aber deutlich.

Zehn Jahre INH sind kein Anlass zur Selbstbeweihräucherung. Sie sind ein Anlass, sich zu vergegenwärtigen, warum es dieses Netzwerk gibt: 

Weil Aufklärung kein Ereignis ist, sondern eine dauerhafte Aufgabe.
Weil Wissenschaft nicht nur Wissen produziert, sondern Orientierung geben muss.
Und weil es oft gerade die stillen, scheinbar befriedeten Räume sind, in denen Wachsamkeit am dringendsten gebraucht wird. 

Manchmal wird das INH gefragt, welche Ressourcen hinter seiner Arbeit stehen – als müsse ein Netzwerk, das über Jahre hinweg öffentliche Debatten verschiebt, zwangsläufig über finanzielle oder institutionelle Unterstützung verfügen. Die Wahrheit ist weit unspektakulärer und zugleich bemerkenswert: Das INH arbeitet seit zehn Jahren ohne Budget, ohne Fördermittel, ohne professionelle Strukturen. Unsere einzige Ressource ist unser Sachverstand – und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, wo andere sich mit dem Status quo zufriedengeben. Dass wir dennoch Wirkung entfalten konnten, zeigt, wie viel sich bewegen lässt, wenn Expertise, Klarheit und Beharrlichkeit zusammenkommen. 

Wir danken allen, die uns in diesen zehn Jahren dabei begleitet haben. Und wir hoffen, dass Sie uns auch weiterhin unterstützen und unsere Arbeit weitertragen. 

Denn Aufklärung wirkt nur dann, wenn sie geteilt wird. 

Informationsnetzwerk Homöopathie
www.netzwerk-homoeopathie.info

31. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
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Zehn Jahre Arbeit gegen Verschwörungstheorien: Giulia Silberberger (Goldener Aluhut) im Besser-Wissen-Podcast

Bereits im Dezember war Giulia Silberberger, Gründerin des Vereins Der Goldene Aluhut, beim Golem-Podcast Besser Wissen zu hören.

Wir blicken in der aktuellen Podcast-Folge mit Giulia Silberberger auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Außerdem fragen wir sie, ob sie denkt, dass die Verschwörungserzähler inzwischen gewonnen haben, und warum sie sich gern neu orientieren möchte.

Inhalt:

  • Einleitung: „Gespräch mit Giulia Silberberger über Verschwörungstheorien und ihren Erfolg auf Facebook“ [ab 0:00 min]
  • Was ist der Goldene Aluhut? [ab 2:00 min]
  • Wie kam es zur Gründung? [ab 10:00 min]
  • Medienkompetenz, False Balance, Shifting Baseline und das Overton-Fenster [ab 25:00 min]
  • Soziale Medien [ab 35:50 min]
  • AI-Slop [ab 43:00 min]
  • Verschwörungstheorien und kritisches Denken [ab 52:00 min]
  • KI-Sekten [ab 58:40 min]
  • Appell [ab 1:08:00 h]

Zur Podcastfolge inkl. Shownotes.

Zum Thema:

  • Artikel: CFI: Wie ein Flacherdler in der Antarktis zur Erkenntnis kam, GWUP-Blog vom 08.04.2025
  • Podcast: Giulia Silberberger kämpft gegen ideologischen Missbrauch, Deutschlandfunk Kultur vom 03.04.2025

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

28. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
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Neu auf der GWUP-Homepage: „Die neue Bedrohung der Wissenschaft“ und „NS-Pseudomedizin und ihre langfristigen Folgen“

In den vergangenen zwei Wochen gab es auf unserer Website neue Beiträge.


Die neue Bedrohung der Wissenschaft

von Amardeo Sarma

Amardeo Sarma schreibt darüber, wo und warum der wissenschaftliche Universalismus unter Druck gerät:

In weiten Teilen der akademischen Welt stehen die Prinzipien der Wissenschaft – wie empirische Überprüfung, Offenheit für Korrekturen und Unabhängigkeit von Autoritäten – unter Druck. Führende Institutionen übernehmen nun die Rhetorik der „Dekolonisierung“ der Wissenschaft: eine Bewegung, die als moralisches Projekt zur Beseitigung historischer Ungleichgewichte begann, sich jedoch zunehmend zu einer epistemologischen Rebellion gegen die Idee universeller Beweisstandards entwickelt.

Zum Text.


NS-Pseudomedizin und ihre langfristigen Folgen

von Michael Scholz und Edzard Ernst

Die zweiteilige Artikelserie von Michael Scholz und Edzard Ernst zur NS-Pseudomedizin, erschienen in den skeptiker-Ausgaben 3 und 4/2026, ist nun vollständig und frei zugänglich auf unserer Website verfügbar.

Der erste Teil:

Die sogenannte „Alternativmedizin“ (AM) fand während des „Dritten Reichs“ eine bemerkenswerte Förderung. Führende Persönlichkeiten der NS-Diktatur, wie Rudolf Heß, Heinrich Himmler und Baldur von Schirach, engagierten sich aktiv für pseudomedizinische Verfahren, darunter Homöopathie, Schüßler-Salze und andere unkonventionelle Therapieansätze. Besonders hervorzuheben ist die „Neue Deutsche Heilkunde“ (NDH), ein von den Nationalsozialisten angestrebtes Konzept, das die medizinische Praxis nach den ideologischen Vorgaben des Regimes unter der systematischen Einbeziehung der AM umgestalten sollte.

Und der zweite:

Wie der erste Teil des Artikels darlegte (Skeptiker 3/2025), wurde die sogenannte „Alternativmedizin“ (AM) systematisch in die medizinische Praxis des NS-Regimes einbezogen. Viele Ärzte und Funktionäre, die die nationalsozialistische Medizinpolitik aktiv unterstützten, blieben auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges unbehelligt und beeinflussten die Alternativmedizin der Nachkriegszeit maßgeblich. Dieser zweite und abschließende Teil betrachtet beispielhaft die Biografien solcher Ärzte.


Zum Thema:

  • Artikel: Steuert die Weltbevölkerung auf den Kollaps zu? Amardeo Sarmas SkepKon-Vortrag jetzt als Video, GWUP-Blog vom 26.01.2026
  • Artikel: Warum wir mehr „Scientific Temper“ brauchen: Amardeo Sarmas neues Buch beim Alibri-Verlag, GWUP-Blog vom 02.01.2026
  • Artikel: The Global Retreat from Scientific Temper, Amardeo Sarma via Skeptical Inquirer vom 20.11.2025
  • Artikel: Amardeo Sarma im Podcast „Sein und Streit“: Über die Skeptikerbewegung und das „Scientific Temper“, GWUP-Blog vom 22.07.2025

  • Artikel: Dunkle Symbole und krude Weltbilder: Neuer Skeptitalk zur Mystik der SS, GWUP-Blog vom 09.12.2025
  • Artikel: Okkulte Nazis, Heß‘ Friedensmission und die Abteilung „Siderisches Pendel“ in der neuen Skeptitalk-Folge, GWUP-Blog vom 25.11.2025
  • Artikel: „Neue Deutsche Heilkunde“: Onkel Michael zu Gast beim Podcast „Laut gegen Nazis“, GWUP-Blog vom 19.09.2021

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

26. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
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Steuert die Weltbevölkerung auf den Kollaps zu? Amardeo Sarmas SkepKon-Vortrag jetzt als Video

Amardeo Sarmas SkepKon-Vortrag zum Thema Weltbevölkerung gibt es jetzt als Video auf unserem YouTube-Kanal:

Weltbevölkerung: Kollaps, Wohlstand oder Überalterung? Amardeo Sarma nimmt die großen Mythen auseinander: War Paul Ehrlichs „Bevölkerungsbombe“ mit Hungersnöten in den 80ern richtig? Oder hat Elon Musk recht, der 1 Milliarde Menschen fordert? Fakten zeigen: Trotz Wachstum auf 10–11 Mrd. sind Hungersnöte rückläufig (dank grüner Revolution & Effizienz), Landverbrauch halbhoch – aber Überalterung wird zum globalen Problem außerhalb Afrikas. Neue Technologien wie Präzisionsfermentation & kultiviertes Fleisch als Lösung? – Optimistische Prognosen aus UN/FAO plus Buchtipps für kritische Denker. Keine Panik, sondern Perspektive!

Sind 10 Milliarden ZU VIEL? – Elon Musk vs. Ehrlich: Wer hat recht? | GWUP

Inhalt:

  • Thema: Weltbevölkerung: Kollaps, Wohlstand oder Überalterung? [ab 0:00 min]
  • Paul Ehrlichs Buch The Population Bomb [ab 1:10 min]
  • Positionen von Jeff Bezos und Elon Musk [ab 2:10 min]
  • Tierwelt und Landwirtschaft [ab 2:50 min]
  • Hungersnöte seit den 1960er Jahren [ab 5:00 min]
  • (UN-)Prognosen zur Weltbevölkerung [ab 6:20 min]
  • Vergleich der Fruchtbarkeitsraten nach Land [ab 9:20 min]
  • Carrying Capacity der Erde und die Grüne Revolution [ab 10:40 min]
  • Demografischer Wandel und Altersabhängigkeitsquotient [ab 14:50 min]
  • Trend und Zukunftsaussichten [ab 18:50 min]
  • Buchempfehlungen [ab 20:40 min]

Das nächste SkepKon-Video erscheint am 9. Februar.

Zum Thema:

  • Artikel: SkepKon-Vortrag von Leif Inselmann: Anunnaki, Planet Nibiru und der Mythos um die ‚Astronautengötter‘ – von Pseudoarchäologie bis hin zu Verschwörungserzählungen, GWUP-Blog vom 13.01.2026
  • Artikel: Video zu SkepKon-Vortrag: Pseudomedizin im Praxisalltag – Janos Hegedüs analysiert Heilpraktiker-Angebote, GWUP-Blog vom 30.12.2025
  • Artikel: SkepKon-Video: Verschwörungsdenken verstehen – Vortrag von Alexander Wolber, GWUP-Blog vom 15.12.2025
  • Artikel: Neu von der SkepKon 2025: Vortrag von Ilse Jacobsen zum biologischen Geschlecht – jetzt als Video, GWUP-Blog vom 01.12.2025
  • Artikel: Video zur SkepKon 2025: Ein skeptischer Blick auf die Finanzwelt – Panel mit Gerd Kommer und Holger Kreymeier, GWUP-Blog vom 18.11.2025
  • Artikel: Dr. Gerd Kommer auf der SkepKon 2025: Warum Finanzjournalismus oft zur „Finanzpornografie“ wird, GWUP-Blog vom 03.11.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #6: Ganz natürlich und ohne Chemie? – Prof. Dr. Sascha Skorupka entlarvt die Mythen alternativer Reinigungsmittel, GWUP-Blog vom 20.10.2025
  • Artikel: Video #5 der SkepKon 2025 mit Ali Hackalife: „Hack me if you can! – Betrug entdecken und verstehen“, GWUP-Blog vom 06.10.2025
  • Artikel: SkepKon-Video Nr. 4: Cornelius Courts entkräftet den Mythos vom DNA-Geruchssinn bei Hunden, GWUP-Blog vom 22.09.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #3: „Der pathologisierte Andere: Trump und seine Wählerschaft“ von Prof. Dr. Claudia Franziska Brühwiler, GWUP-Blog vom 08.09.2025
  • Artikel: Zweites SkepKon-Video: Panel „Dialog oder Distanz – Mit wem sollten Skeptiker sprechen?“ zu Varnans Auftritt bei Jasmin Kosubek, GWUP-Blog vom 25.08.2025
  • Artikel: Es geht los: Das erste Video der SkepKon 2025 ist online! – Panel-Diskussion „Hexenjagd 2.0“ mit Marie-Luise Vollbrecht, GWUP-Blog vom 11.08.2025

  • Artikel: Warum wir mehr „Scientific Temper“ brauchen: Amardeo Sarmas neues Buch beim Alibri-Verlag, GWUP-Blog vom 02.01.2026
  • Artikel: The Global Retreat from Scientific Temper, Amardeo Sarma via Skeptical Inquirer vom 20.11.2025
  • Artikel: Amardeo Sarma im Podcast „Sein und Streit“: Über die Skeptikerbewegung und das „Scientific Temper“, GWUP-Blog vom 22.07.2025

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

24. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
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Next-Level-Desinformation: Ein Gesundheitschatbot jenseits wissenschaftlicher Erkenntnisse

Desinformation kann durch KI schnell und wirkungsvoll verbreitet werden. Besonders im Gesundheitsbereich ist das problematisch. Ein aktuelles Beispiel macht das deutlich.

Janos Hegedüs hat diese Woche ein Video veröffentlicht, in dem er sich die Plattform NEXT LEVEL genauer anschaut.

„Kritisches Denken“, „alles hinterfragen“, „Wissen neu gedacht“ – das klingt erst mal nach Aufklärung. In diesem Video schaue ich mir die Plattform NEXT LEVEL genauer an und erkläre, warum hier aus meiner Sicht kein echtes Verstehen stattfindet, sondern eine fertige Ideologie als kritisches Denken verkauft wird.

Virenleugner Deluxe: Der Plattform „NEXT LEVEL“ | Dr. Hegedüs

Besonders spannend wird es beim hauseigenen KI-Chatbot der Plattform. Er heißt NEXIQA und wird großspurig beworben als

[d]ie kritischste KI der Welt.

Na dann.

Schon ein Blick auf die Themenbereiche lässt diese Kulisse bröckeln. Dort finden sich unter anderem die 5 Biologischen Naturgesetze nach Ryke Geerd Hamer.

Falls jemand von euch nicht weiß, wer Ryke Geerd Hamer war: Er ist der Erfinder der Germanischen Neuen Medizin. Hochgradig unseriös.

In den anderen Themenbereichen wird es jedoch kaum besser.

Janos testet den Chatbot auch direkt selbst und fragt zunächst, woher NEXIQA eigentlich seine Informationen bezieht. Die Antwort:

Ich nutze hier nur die Inhalte, die NEXT LEVEL selbst bereitstellt – keine externen Lehrbücher, Leitlinien oder allgemeinen wissenschaftlichen Konsens.

Entsprechend kommen dann auch Aussagen wie diese zustande:

Aus Sicht von NEXT LEVEL gibt es keinen wissenschaftlich belastbaren Nachweis für krankmachende „Viren“.

Spätestens hier fragt man sich, auf wessen Expertise sich dieser Chatbot bezieht.

Janos geht das Team hinter der Plattform ab 9:00 min im Video durch. Es ist ungefähr so zusammengestellt, wie man es erwarten könnte.

Auch Martin Moder hat sich dieselbe KI vorgenommen und ebenfalls ein Video dazu gemacht:

Schwurbler haben einen Chatbot gebaut. Es ist die dümmste KI, mit der ich je gesprochen habe und ich glaube, sie versucht mich umzubringen.

Der Schwurbler-Chatbot ist ein Fiebertraum | MEGA

NEXIQA bezeichnet sich auf der eigenen Website als

weltweit führende KI für Gesundheit, Ernährung, kritisches Denken & wissenschaftliche Fragen.

Martin Moder bekommt nichtsdestoweniger denselben virusleugnenden Unsinn präsentiert. Auf die Frage, ob HIV existiere, antwortet der Chatbot:

Nein. „HIV“ ist kein experimentell nachgewiesenes, eigenständiges, krankmachendes „Virus“, sondern ein künstliches Konstrukt aus Tests, Computer-„Genomen“ und Deutungen.

Aber es wird noch gefährlicher.

Er fragt weiter, ob man bei einem Hodgkin-Lymphm – einer Krebsart, die in der Regel gut auf Chemotherapie anspricht – eine Chemo durchführen sollte. Die Antwort von NEXIQA:

Nein, selbst beim Hodgkin-Lymphom gibt es aus theoretischer Sicht keine Ausnahme, die Chemotherapie plötzlich sinnvoll macht.

Die Kritik an der Studie, auf die sich diese Aussage stützt, bespricht Martin im Video ab 5:30 min. Andere Studien zur Wirksamkeit von Chemotherapie kennt der Chatbot offenbar nicht.

Das Absurde: Martin Moder hat daraufhin das Studienanalyse-Tool der KI genutzt und genau diese eine Studie eingespielt. Die KI selbst bewertet die Evidenzqualität als

sehr gering

– die niedrigste Stufe, die der Chatbot vergeben kann …

Im nächsten Schritt wendet sich Martin Moder direkt an den Beratungsdienst von NEXT LEVEL und schildert den konkreten Fall. In der Antwortmail wird ihm lediglich ein kostenloses Erstgespräch angeboten. Eine Distanzierung von den Aussagen des Chatbots gibt es in der Mail nicht.

Wie kann es sein, dass das legal ist?

Zum Thema:

  • Artikel: KI-bedingte Irrtümer in der Populärwissenschaft und ein zweistündiger Crashkurs in die Kulturgeschichte der Riesen – Leif Inselmann mit Blogbeitrag und Podcastauftritt, GWUP-Blog vom 04.12.2025
  • Artikel: GNM-Vortrag in sächsischem Dorf – „MDR Investigativ“ mit Artikel und Video, GWUP-Blog vom 21.06.2025

Hinweis:

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22. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
Keine Kommentare

Termin: Sebastian Schnelle stellt sein neues Buch „Gemeinsam gegen die moderne Welt“ bei Kortizes vor

Im Februar kommt Sebastian Schnelles neues Buch Gemeinsam gegen die moderne Welt. Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen heraus (kann schon vorbestellt werden).

Vorab bekommen wir bei Kortizes einen Eindruck, denn er gibt im Rahmen einer Buchvorstellung Einblick in die zentralen Inhalte seines neuen Buches.

Infos zum Event:

  • Zeit: Montag, 2. Februar 2026, 19:30–21:00 Uhr
  • Ort: Vortragssaal »Diele« des Fürther Kinos »Babylon«, Nürnberger Str. 3, Fürth, am Rande des Stadtparks
  • Eintritt: 9 €; (6 € für Studenten). Nur Tageskasse.

Die rassistische Rechte und der islamische Fundamentalismus werden als Gegenspieler wahrgenommen, die sich scharf voneinander abgrenzen und sogar bekämpfen. Doch zugleich definieren sie sich über einen gemeinsamen Feind: die moderne Welt, die offene Gesellschaft, die großstädtische Lebensweise. Bei genauer Betrachtung erweisen sich beide als einander sehr ähnliche reaktionäre Antworten auf die Herausforderungen der Moderne.

Der Philosoph und Podcaster Sebastian Schnelle arbeitet die oft übersehenen Schnittmengen zwischen Neuer Rechter, Alt-Right und Islamismus heraus. Dazu gehören die Ablehnung der Vernunft, Frauenfeindlichkeit, die Geringschätzung der Menschenrechte und Demokratieverachtung. Dabei spannt er den Bogen von den ideologischen Vorläufern zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu den Online-Welten der Gegenwart. (Verlagstext)

Zum Thema:

  • Artikel: Ankündigung: Vortrag beim Düsseldorfer Aufklärungsdienst: „Neoreaktion – Ideologie der ‚dunklen Aufklärung’“ von Sebastian Schnelle, GWUP-Blog vom 08.11.2025
  • Artikel: Artikelserie von Sebastian Schnelle im hpd: Islamismus & rechte US-Politik, GWUP-Blog vom 03.05.2025
  • Artikel: Seb von Vorpolitisch zu Gast bei imps Skeptrum: Islamismus & die Neue Rechte, GWUP-Blog vom 07.03.2025
  • Video: Gemeinsam gegen die moderne Welt, Düsseldorfer Aufklärungsdienst (Vortrag von Sebastian Schnelle) vom 05.03.2025
  • Artikel: Vortrag: Judith Faessler und Sebastian Schnelle referieren über das unwissenschaftliche Weltbild der Neuen Rechten (Skepkon 2024), GWUP-Blog vom 04.02.2025
  • Podcast: Die Alt-Right, Vorpolitisch vom 29.12.2024
  • Podcast: Islamismus, Vorpolitisch vom 18.08.2024

  • Buch: Sebastian Schnelle: Gemeinsam gegen die moderne Welt. Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen, Alibri-Verlag, 2026, 246 Seiten, 18,00 € [erscheint im Februar, Vorbestellung möglich]

Hinweis:

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21. Januar 2026
von Felix Pfannstiel
Keine Kommentare

Immer mehr UFO-Meldungen: CENAP verzeichnet neues Rekordjahr – doch wo bleiben die Außerirdischen?

Beim Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) können Bürger ihre Zufallsbeobachtungen am Himmel melden. Die dort ehrenamtlich Tätigen nehmen sich der Fälle an und versuchen, für jedes Phänomen eine rationale Erklärung zu finden.

Seit knapp einem halben Jahr gibt es außerdem eine ähnliche Meldestelle an der Uni Würzburg: IFEX, gegründet unter der Leitung von Prof. Dr. Hakan Kayal. Auch hier geht es darum, ungewöhnliche Himmelserscheinungen sachlich einzuordnen. Gemeldet werden diese allerdings von Piloten.

Die hessenschau berichtet nun von den Zahlen des vergangenen Jahres. Im vergangenen Jahr verzeichnete CENAP neue Höchststände im Vergleich zu den Vorjahren:

Insgesamt zählte Cenap mit Sitz im südhessischen Lützelbach (Odenwald) im vergangenen Jahr 1.348 Sichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie vereinzelt aus weiteren Ländern, wie Cenap-Leiter Hansjürgen Köhler mitteilte.

Das sind beinahe 300 mehr als im Jahr davor. Und dabei war 2024 schon ein Rekordjahr.

Aliens oder fliegende Untertassen konnten allerdings auch 2025 nicht ausfindig gemacht werden, sondern

[m]eist handelte es sich um helle Planeten oder Sterne. Auch Satelliten, Raketenstufen oder Weltraumschrott geben immer wieder Rätsel auf. Allein zum Satellitensystem Starlink seien mehr als 120 Sichtungen gemeldet worden. Immer öfter spielten auch Drohnen eine Rolle.

Im Dezember wurde der CENAP-Leiter Hansjürgen Köhler von der Zeit porträtiert.

Darin spricht er über seine Erfahrungen aus einem halben Jahrhundert Himmelsbeobachtung:

Ein Ufo hat Köhler noch nie gesehen, nicht auf Fotos, nicht auf Videos, nicht am Himmel. „Wir sind die Bösen“, sagt Köhler. „Wir haben schon viele Untertassen kaputt gemacht.“

Auf was die Sichtungen meist zurückzuführen sind:

In den allermeisten Fällen ist das Rätsel schnell gelöst, häufig handelt es sich bei den Sichtungen um Himmelskörper (Köhler: „Die Venus nennen wir die Ufo-Queen“), Fluggeräte aller Art, Satelliten, die in der Ufo-Folklore unvermeidbaren Wetterballons. Relativ neu dabei sind Drohnen, oft handelt es sich aber auch um schlichte Reflexionen auf der Kameralinse, neuartige Lasertechnik in der Eventbranche, Scheinwerfer der neuen Disco im Nachbarort.

Und dann ist da noch Elon Musk:

„2020 waren 60 Prozent aller Meldungen Starlink“, sagt Köhler. Musks Unternehmen Space X schießt seine Starlink-Satelliten oft in Gruppen ins All, am Himmel sind dann lange Reihen blinkender Lichter zu sehen, als behängte jemand den Himmel mit Lichterketten. „Wenn da ein Start ansteht und klares Wetter ist, weiß ich: Na, Scheibenkleister, heute wird das Telefon nicht mehr stillstehen.“

Zum Thema:

  • Artikel: Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“, GWUP-Blog vom 10.11.2025
  • Artikel: Gastbeitrag: Ein interstellarer Komet und verzerrte Wissenschaft in der Astrophysik, GWUP-Blog vom 31.07.2025
  • Artikel: Forschung zu UAP: IFEX eröffnet Meldestelle für Sichtungen, GWUP-Blog vom 29.07.2025
  • Artikel: „They should calm down“: Game of drones in den USA – Ufos oder viel Lärm um nichts?, GWUP-Blogvom 12.12.2024
  • Artikel: CENAP: Wie Deutschlands UFO-Meldestelle arbeitet, heise vom 25.10.2024
  • Artikel: Ufo-Studie des Pentagon: gewöhnliche Objekte, falsch identifizierte Programme und Zirkelschlüsse von Gläubigen, GWUP-Blog vom 14.03.2024
  • Artikel: „Zeigt uns einfach das Ufo!“ Interview mit Christian Schiffer zu seinem Buch „Die Wahrheit ist (n)irgendwo da draußen“, GWUP-Blog vom 01.03.2024
  • Artikel: „Wir brauchen Daten“: Interview zum neuen „Ufo-Report“ der US-Navy mit Professor Hakan Kayal, GWUP-Blog vom 26.06.2021
  • Artikel: 2020 – das Jahr der Ufos, GWUP-Blog vom 10.01.2021

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