Mit dem Vortragsthema „Mathematik gilt als Inbegriff von Gewissheit: Was bewiesen ist, ist wahr – und umgekehrt. Oder etwa nicht?“ kommt der Mathematiker Edmund Weitz zu den Skeptics in the Pub Hamburg.
Mittwoch, 18. März im Restaurant IRODION (Winterhuder Marktplatz 12, 22299 Hamburg)
Ablauf:
19:00 Ankommen 19:30 Vortrag und Dialog 20:30 Austausch bei Essen und Getränken
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert wurde mit überraschend einfachen, aber tiefgreifenden Ideen – Selbstbezüglichkeit und Diagonalisierung – das Fundament der vermeintlich absolut sicheren Disziplin erschüttert. Der Vortrag lädt dazu ein, diese Ideen nachzuvollziehen und auf einer philosophischen Ebene über die Natur von Wahrheit selbst neu nachzudenken.
Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org
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Neues Video der SkepKon 2025 auf unserem Kanal. Dr. Erich Eder erzählt von seinem Rechtsstreit mit der Firma Grander:
Nach einem Vierteljahrhundert ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Im Jahr 1999 schrieb ich einen Leserbrief, der unerwartete Folgen hatte: Mehrere Klagen wurden gegen mich erhoben, mit einem Gesamtstreitwert von 60.000 €. Auf den ersten Blick eine belastende Erfahrung, doch aus diesen Prozessen ergaben sich wertvolle Lektionen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass man im Widerstand gegen esoterischen Unfug nicht allein bleibt: Innerhalb von nur zwei Monaten wurden durch Crowdfunding 24.000 € an Gerichtskosten gedeckt – ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität. Die Beschäftigung mit dem Wasserschwindel führte auch dazu, dass ich mich seit mehr als 15 Jahren wissenschaftlich mit Aberglauben, dem Glauben an Alternativmedizin, Evolutionsleugnung und Rechtsextremismus befasse. Zudem brachte mir diese Auseinandersetzung Freundschaften, Kontakte zu Menschen, die mich auf meinem beruflichen Weg maßgeblich unterstützten. Was als juristische Herausforderung begann, führte letztlich dazu, dass ich meinen heutigen Beruf ausübe. Ironischerweise verdanke ich meine Karriere also dem Granderwasser – es wirkt (!), wenn auch auf eine ganz andere Weise, als es seine Anhänger behaupten.
Was ich dem Granderwasser verdanke | Erich Eder
Inhalt:
Thema: Erich Eders persönliche Geschichte mit dem Granderwasser [ab 0:00 min]
Was ist Granderwasser? [ab 0:40 min]
Drei Klagen gegen Erich Eder wegen eines Leserbriefs [ab 3:30 min]
Eder in Medien und Presse [ab 9:40 min]
Der politische Aspekt [ab 12:30 min]
Granderismus eine „katholische Technosekte“? [ab 17:00 min]
Der zweite und dritte Prozess [ab 21:10 min]
Umsatz der Grander-Firmen [ab 24:10 min]
Das nächste SkepKon-Video erscheint am 23. März.
Zum Thema:
Artikel: „Parawissenschaftlicher Unfug“: der Fall Grander gegen Eder, GWUP-Blog vom 10.10.2024
Artikel: Video: Quarks Science Cops über Granderwasser, GWUP-Blog vom 07.05.2023
Artikel: SkepKon 2025: „Neues vom Barnum-Effekt“ mit Christoph Bördlein (Video), GWUP-Blog vom 23.02.2026
Artikel: SkepKon-Video: Christian Zeller zur Frage „Gibt es Rassismus gegen Weiße?“, GWUP-Blog vom 10.02.2026
Artikel: Steuert die Weltbevölkerung auf den Kollaps zu? Amardeo Sarmas SkepKon-Vortrag jetzt als Video, GWUP-Blog vom 26.01.2026
Artikel: SkepKon-Vortrag von Leif Inselmann: Anunnaki, Planet Nibiru und der Mythos um die ‚Astronautengötter‘ – von Pseudoarchäologie bis hin zu Verschwörungserzählungen, GWUP-Blog vom 13.01.2026
Artikel: Video zu SkepKon-Vortrag: Pseudomedizin im Praxisalltag – Janos Hegedüs analysiert Heilpraktiker-Angebote, GWUP-Blog vom 30.12.2025
Artikel: SkepKon-Video: Verschwörungsdenken verstehen – Vortrag von Alexander Wolber, GWUP-Blog vom 15.12.2025
Artikel: Neu von der SkepKon 2025: Vortrag von Ilse Jacobsen zum biologischen Geschlecht – jetzt als Video, GWUP-Blog vom 01.12.2025
Artikel: Video zur SkepKon 2025: Ein skeptischer Blick auf die Finanzwelt – Panel mit Gerd Kommer und Holger Kreymeier, GWUP-Blog vom 18.11.2025
Artikel: Dr. Gerd Kommer auf der SkepKon 2025: Warum Finanzjournalismus oft zur „Finanzpornografie“ wird, GWUP-Blog vom 03.11.2025
Artikel: SkepKon-Video #6: Ganz natürlich und ohne Chemie? – Prof. Dr. Sascha Skorupka entlarvt die Mythen alternativer Reinigungsmittel, GWUP-Blog vom 20.10.2025
Artikel: Video #5 der SkepKon 2025 mit Ali Hackalife: „Hack me if you can! – Betrug entdecken und verstehen“, GWUP-Blog vom 06.10.2025
Artikel: SkepKon-Video Nr. 4: Cornelius Courts entkräftet den Mythos vom DNA-Geruchssinn bei Hunden, GWUP-Blog vom 22.09.2025
Artikel: SkepKon-Video #3: „Der pathologisierte Andere: Trump und seine Wählerschaft“ von Prof. Dr. Claudia Franziska Brühwiler, GWUP-Blog vom 08.09.2025
Artikel: Zweites SkepKon-Video: Panel „Dialog oder Distanz – Mit wem sollten Skeptiker sprechen?“ zu Varnans Auftritt bei Jasmin Kosubek, GWUP-Blog vom 25.08.2025
Artikel: Es geht los: Das erste Video der SkepKon 2025 ist online! – Panel-Diskussion „Hexenjagd 2.0“ mit Marie-Luise Vollbrecht, GWUP-Blog vom 11.08.2025
Hinweis:
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YouTuber Karim Montasser (Der Tierarzt) mit einem neuen Video zum Thema Homöopathie in der Tiermedizin.
Aus der Videobeschreibung:
Homöopathie soll in der Tiermedizin „besonders überzeugend“ wirken, weil Hunde und Katzen ja nicht dran glauben können. Klingt erstmal logisch. Ist aber genau der Denkfehler. In diesem Video erkläre ich, warum Homöopathie bei Tieren nicht “über den Placeboeffekt” wirkt, sondern warum der Placebo-by-Proxy / Caregiver-Placebo-Effekt in der Tiermedizin besonders gefährlich ist. Außerdem zeige ich, wie Homöopathie in der Tiermedizin institutionell vernetzt ist und warum das ein Problem ist.
Exposed: Das Globuli-Netzwerk der Tiermedizin
Wie ist der Effekt bei Tieren zu erklären?
In der Tiermedizin greift der Placebo-by-Proxy-Effekt. Und der ist gar nicht sanft.
Erklärung:
Ein Hund hat keine Erwartung an ein Globuli. Der Mensch aber schon. Das bedeutet konkret: Wir Menschen geben dem Hund Globulis und erwarten dann, dass es ihm besser geht. Und das geht so weit, dass es unsere Wahrnehmung beeinflusst. Wir schätzen den Hund gesünder ein, nachdem wir ihm ein Placebo gegeben haben. Er ist es aber nicht.
Homöopathika laufen über ein vereinfachtes Registrierungsverfahren, bei dem kein Wirkungsnachweis wie bei regulären Arzneimitteln verlangt wird, und sie sind trotzdem apothekenpflichtig.
Mehr Hintergründe dazu im Video!
Zum Thema:
Artikel: INH: Ist die Zulassung von Homöopathika ein Beleg für ihre Wirksamkeit?, GWUP-Blog vom 18.06.2025
Artikel: Homöopathische Arzneimittel: Zugelassen trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz – Wo sind die rechtlichen Schlupflöcher?, GWUP-Blog vom 12.06.2025
Artikel: Seelenbehandlung, Radionik und Energiearbeit für Hund und Katze – Tiere haben keine Wahl, GWUP-Blog vom 12.09.2024
Artikel: Video: „Pseudomedizin und Esoterik in der Tierarztpraxis“ bei Skeptics in the Pub Köln, GWUP-Blog vom 24.01.2021
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Buch: Michael Scholz: Antisemitische Verschwörungstheorien. Eine aktuelle Darstellung von Brunnenvergiftung bis Zinswucher, Alibri 2024, 175 Seiten, 16,00 €
Artikel: Skeptitalk: „Speer des Schicksals?“ – Hinter den Legenden um die Heilige Lanze, GWUP-Blog vom 16.02.2026
Artikel: „Die Sache mit den Ariern – oder: wie man sich eine Superrasse bastelt“: Neuer Skeptitalk von Onkel Michael, GWUP-Blog vom 03.02.2026
Artikel: Skeptitalk: Martin Luthers Antisemitismus und sein langes Echo, GWUP-Blog vom 19.01.2026
Artikel: Vorhersagen auf dem Prüfstand – Timur Sevincer in der neuen Skeptitalk-Folge, GWUP-Blog vom 22.12.2025
Artikel: Dunkle Symbole und krude Weltbilder: Neuer Skeptitalk zur Mystik der SS, GWUP-Blog vom 09.12.2025
Artikel: Okkulte Nazis, Heß‘ Friedensmission und die Abteilung „Siderisches Pendel“ in der neuen Skeptitalk-Folge, GWUP-Blog vom 25.11.2025
Artikel: Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“, GWUP-Blog vom 10.11.2025
Artikel: Kaspar Hauser im Skeptitalk: Rätsel, Theorien und homöopathische Experimente, GWUP-Blog vom 28.10.2025
Artikel: GWUP-Podcast Skeptitalk: Von den Pocken bis Corona – „Impfgegner gestern und heute“, GWUP-Blog vom 13.10.2025
Artikel: Skeptitalk: Der neue GWUP-Podcast ist da! Erste Folge mit dem Vorsitzenden André Sebastiani, GWUP-Blog vom 30.09.2025
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Beim Humanistischen Bildungs- und Begegnungszentrum Konstanz findet kommende Woche ein Vortrag statt. m Dienstag berichtet Bernd Fleißer, der selbst aus der evangelikalen Bewegung ausgestiegen ist, über seine Erfahrungen:
Pietkong Eine kritische Auseinandersetzung mit der evangelikalen Bewegung Ihre Gottesdienste sind perfekt inszenierte Events und mobilisieren zunehmend mehr junge Menschen. Auch in den Sozialen Medien gelingt es jungen Christfluencerinnen mit stylisher Performance zum einen erzkonservativ-christliche Messages und zum anderen trendige Devotionalien unter die Fangemeinde zu streuen.
Trotz – oder wegen – des Bedeutungsverlustes der traditionellen Kirchen rekrutieren christliche Fundamentalisten mit erstaunlichem Erfolg ihre Anhängerschaft in einer zunehmend säkularen Gesellschaft. Kaum bemerkt, haben sie ein ausgedehntes Netzwerk etabliert, so dass ihre Einflussnahme auf die Gesellschaft voranschreitet. Verborgen bleiben auch die Folgen der christlich-fundamentalistischen Überzeugungen auf die Entwicklung der Gläubigen aber auch auf Gesellschaft und Politik. Bernd Fleißner war mehr als 35 Jahre Teil der konservativen Blase, studierte an zwei fundamentalistisch ausgerichteten Seminaren und war anschließend als Pastor tätig. Mit zeitlichem Abstand nach seinem Ausstieg aus der evangelikalen Bewegung setzte er sich in Buchform unter verschiedenen Aspekten kritisch mit ihr auseinander. Der ehemalige Pastor informiert sachkundig über die evangelikale Bewegung, ihre religiösen Annahmen, ihre vordergründige Attraktivität sowie ihre Risiken und Nebenwirkungen.
Artikel: Innerchristlicher Kulturkampf: Seb Schnelle mit Beiträgen zur religionspolitischen Strategie der AfD, GWUP-Blog vom 05.03.2026
Artikel: Ein neuer Ort für Aufklärung und Austausch: Das Humanistische Bildungs- und Begegnungszentrum Konstanz, GWUP-Blog vom 19.04.2025
Artikel: Neue Broschüre: Von Astrologie bis Verschwörungstheorien jetzt kostenlos zum Download, GWUP-Blog vom 10.10.2024 [enthält einen Beitrag zur Evangelikalen Bewegung]
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Im Text vom Dienstag geht Seb einen Blogbeitrag des AfD-Politikers Hans-Thomas Tillschneider durch:
Der AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider erklärt in einem Blogbeitrag, nur eine „deutsche Orthodoxie“ könne Deutschland vor moralischem und geistigem Verfall retten. In einem wirren Text attackiert er die „Ehe für alle“, das Gendern und einen christlichen Universalismus. Als Gegenmodell verklärt er die orthodoxen Kirchen in Abgrenzung zur westlichen Christenheit und offenbart dabei ein rückwärtsgewandtes Gesellschaftsbild.
Tillschneiders Kritik zielt auf die großen Kirchen, wie Seb feststellt:
Denn diese – in der AfD-Diktion „Kirchensteuerkirchen“ genannt – sind laut dem AfD-Mann im Fall der evangelischen Kirche „bereits unrettbar verdorben“ beziehungsweise im Fall der katholischen Kirche „zumindest in Deutschland mehrheitlich erlösungsbedürftig“.
Was schwebt ihm stattdessen vor?
Um genau zu sein sinniert er über eine „eigenständige deutsche Orthodoxie“, die an „vor-lateinische germanische Wurzeln“ anknüpfen müsse. […] Anlass dafür ist, dass die Amtskirchen gegen göttliche Gebote und die göttliche Ordnung verstoßen würden […] Das alles, weil die EKD die „Ehe für alle“ begrüßt, die „eine Entwertung der Ehe“ darstelle, da diese dadurch „gleich gültig neben alle erdenklichen Sexualgemeinschaften gestellt wird“.
Weiter:
Überhaupt verurteilt er einen christlichen Universalismus und die Tatsache, dass die Bischofskonferenz und die EKD „jedes Bekenntnis zu den Völkern“ verdammen würden.
Tillschneider sieht sein Ideal in den orthodoxen Kirchen. Eine Abneigung gegenüber der Moderne ist da nur folgerichtig:
Man merkt, dass Herr Tillschneider gar fürchterbar an der Moderne leiden muss, wenn er auf X den tiefgründigen Gedanken teilt, dass ihm beim „Nachdenken über die Moderne“ aufgefallen sei, dass „modern“ ein Anagramm von „morden“ sei. Ob er für solche tiefen Gedanken wohl Zeit im orthodoxen Dreifaltigkeitskloster verbracht hat, wie es auch Götz Kubitschek und Björn Höcke getan haben sollen?
Sebs Fazit:
Der Text Hans-Thomas Tillschneiders lässt einen als säkularen Leser sprachlos zurück, weil man gar nicht weiß, wo man ob des gesammelten Unsinns mit einer Kritik sinnvoll ansetzen sollte. […] Immerhin haben wir aber dank Tillschneider eine Idee davon, wann die gute alte Zeit war, in die manche aus der AfD zurück möchten: vor 1054, vor dem Großen Schisma.
Ein zweiter Text richtet den Blick auf das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt:
Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt die AfD die Kultur- und Religionspolitik ins Zentrum ihres „Regierungsprogramms“. Hinter der Forderung, kirchliche Privilegien abzuschaffen, verbirgt sich der Versuch, die großen Kirchen zu schwächen und zugleich streng konservative Glaubensgemeinschaften zu fördern. So versucht die AfD Religion gezielt für ihre reaktionäre Agenda zu nutzen.
Seb zitiert aus dem Programm:
In diesem werden vor allem religionspolitisch überraschende Forderungen gestellt: Zum einen heißt es unter Punkt V.19. „Christentum fördern – kleine Kirchen fördern!“ und unter Punkt XVI.5. „Staatlichen Kirchensteuereinzug einstellen!“ In der Präambel steht darüber hinaus: „Da die Kirchensteuerkirchen […] sich auch ansonsten von ihrer Kernaufgabe, der Pflege des christlichen Glaubens, entfernt haben, wollen wir all ihre Privilegien abschaffen.“
Es geht dabei vor allem um eine politische Bewertung ihrer Ausrichtung:
Die großen Kirchen werden nicht abgelehnt, weil sie selbst einer strukturell traditionell und rückwärtsgewandten Tradition angehören, sondern weil sie der AfD nicht ausreichend traditionell und rückwärtsgewandt sind.
Beispiele:
Als Gründe werden die Unterstützung einer „Regenbogenideologie“ und „das gesellschaftliche Zerstörungswerk der Altparteien“ genannt, das durch die großen Kirchen vorangetrieben werde. Es ist bekannt, dass viele AfD-Politiker eine Nähe zu sehr konservativen christlichen Bewegungen suchen und dass sich diese oft in Freikirchen, evangelikalen und pfingstlerisch-charismatischen Gemeinden finden.
Um was es eigentlich geht:
Der Angriff der AfD Sachsen-Anhalt auf die großen Kirchen ist also eine innerchristliche Auseinandersetzung, in der es nicht darum geht, Religion aus der Politik zu lösen, sondern darum, bestimmte religiöse Akteure durch andere – der AfD genehmere – religiöse Akteure zu ersetzen.Namentlich will man evangelikale Netzwerke mit extrem konservativen Ansichten stärken. Dabei dürfte es auch nicht schaden, dass diese Netzwerke Verbindungen zu den Republikanern Donald Trumps haben, von denen sich die AfD Schutz im Fall eines möglichen Verbotsverfahrens erhofft.
Video: Götz Kubitschek: Das soll ein neurechter „Vordenker“ sein?, BiasedSkeptic vom 14.02.2026
Artikel: Ankündigung: Vortrag beim Düsseldorfer Aufklärungsdienst: „Neoreaktion – Ideologie der ‚dunklen Aufklärung’“ von Sebastian Schnelle, GWUP-Blog vom 08.11.2025
Artikel: Artikelserie von Sebastian Schnelle im hpd: Islamismus & rechte US-Politik, GWUP-Blog vom 03.05.2025
Artikel: Seb von Vorpolitisch zu Gast bei imps Skeptrum: Islamismus & die Neue Rechte, GWUP-Blog vom 07.03.2025
Video: Gemeinsam gegen die moderne Welt, Düsseldorfer Aufklärungsdienst (Vortrag von Sebastian Schnelle) vom 05.03.2025
Artikel: Vortrag: Judith Faessler und Sebastian Schnelle referieren über das unwissenschaftliche Weltbild der Neuen Rechten (Skepkon 2024), GWUP-Blog vom 04.02.2025
Podcast: Die Alt-Right, Vorpolitisch vom 29.12.2024
Buch: Sebastian Schnelle: Gemeinsam gegen die moderne Welt. Wie Rechtsradikalismus und religiöser Fundamentalismus die offene Gesellschaft bedrohen, Alibri-Verlag, 2026, 246 Seiten, 18,00 € [Vorbestellung möglich]
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Dieser Beitrag erschein zuerst auf dem Blog des Autors und wird hier als Gastbeitrag zweitveröffentlicht.
Es gibt nur zwei biologische Geschlechter
Mario Lindner von der SPÖ wünscht sich einen konstruktiven Diskurs.
Screenshot von Michael Toppel | instagram.com/mariolindner82
Der Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat Mario Lindner (SPÖ) konnte es nicht lassen und musste auf seine falsche Aussage, dass es mehr als zwei biologische Geschlechter gebe, noch einen draufsetzen. Er zitiert dabei das Posting einer Medizinerin, die Altbekanntes und bereits dreimal Durchgekautes über Variationen in der biologischen Entwicklung von Menschen anführt.
Ja, der menschliche Organismus ist ein komplexes System, und ja, ein einzelner menschlicher Organismus kann sich daher auf vielfältige Weise von anderen unterscheiden. Aber die Komplexität in der Geschlechtlichkeit eines individuellen Organismus ist nicht dasselbe wie die Komplexität der Geschlechter des Menschen. Schon gar nicht bezogen auf das Genom, wie es die Medizinerin Annika anspricht, da Gene nicht der Bauplan des Körpers sind, sondern nur die Bibliothek aller für den Bau zur Verfügung stehenden Pläne. Das heißt: Das Genom ist eine Sache – welche Baupläne hervorgeholt werden, um den Körper zu bauen, eine andere.
Es ist in den letzten Jahren nun wirklich oft genug wiederholt worden, dass das Geschlecht von den sogenannten Gameten abhängt, von denen es beim Menschen nun einmal genau zwei gibt. Das Geschlecht eines Menschen legt sich demnach in der sechsten Schwangerschaftswoche fest, wenn sich die Keimzellen des Fötus während der Aus- bzw. Zurückbildung der Wolffschen und Müllerschen Gänge ausdifferenzieren. Das ist keine willkürliche Festlegung, weil es anhand von Gameten definiert wird, die über das gesamte Tierreich hinweg Geschlecht definieren und nicht nur beim Menschen. Jeder Mensch hat damit ein eindeutig feststellbares Geschlecht. Nur kann dieses Geschlecht nicht immer so einfach bestimmt werden.
Ja – wie gesagt – ein individueller menschlicher Organismus ist ein komplexes System, und es gibt viele Variationen, von denen uns Politiker*innen, Journalist*innen und Aktivist*innen mit derselben Geisteshaltung wie Mario Lindner immer wieder erzählen. Diese Form der Wissenschaftskommunikation ist aber an sich problematisch und erinnert an das Vorgehen der Klimawandelleugner. Man kann sich auch in Klimafragen ellenlang darüber unterhalten, dass die Messmethoden fehleranfällig, die Modelle ungenau, die Theorien lückenhaft oder die Stakeholder von individuellen Interessen geleitet sind. Aber das ändert nichts daran, dass, wenn man sich alle Daten in ihrer Gesamtheit anschaut, ein klares Bild entsteht: Es gibt den Klimawandel, und es gibt nur zwei biologische Geschlechter. Auch dann, wenn der Gentest nicht immer zu 100 % treffsicher ist, wenn das äußere Erscheinungsbild ein anderes als erwartet ist und wenn der Ansatz anderer Genitalien vorgefunden wird.
Aber Wissenschaft sei doch zielgerichtet, und je nach Ziel gebe es andere Begriffe, Grundannahmen, Abstraktionen, Anpassungen und Methoden. Wäre es dann nicht willkürlich, eine Definition aus einem zielgerichteten Kontext der anderen vorzuziehen? Stimmt – aber nein. Denn wissenschaftliche Theorien leben auch unter dem Gesichtspunkt der Modellbildung nicht im theoretischen Vakuum. Man kann tatsächlich das Geschlecht je nach Fragestellung sinnvoll über Gene, Hormone, Physiologie oder gar nur einzelne Parameter wie die Körpergröße präzise definieren. Das muss man in gewissen Untersuchungen sogar so machen, um klare, belastbare Daten zu bekommen. Aber solche modellhaften Fragmente biologischer Erklärung stehen nicht allein; sie werden durch ein Theoriegebäude eingebettet und interpretiert.
Aber wäre es dann nicht trotzdem besser, wenn es so viel Variation gibt, das Geschlecht eher als Spektrum zu sehen? Nein. Der Grund dafür ist simpel. Geschlecht als Spektrum zu sehen heißt nicht, etwas Neues über Geschlecht herauszufinden, sondern den Geschlechtsbegriff aufzugeben und durch ein Spektrum zu ersetzen. Das kann man machen, aber dadurch wird weder das Sprechen über zwei Geschlechter falsch, noch entbindet das den Spektrumbegriff davon, wissenschaftlichen Standards zu genügen. Der neue spektrale Begriff muss sich als fruchtbar erweisen – und das wird er in der Evolutionsbiologie wohl nicht tun.
Was ist überhaupt ein Spektrum? Spektren werden gerne eingeführt, wenn die bisher verwendeten Begriffe vage sind oder das Phänomen viele komplexe Faktoren berücksichtigen muss. Mit dieser Einsicht können wir gleich mit einem der gängigen rhetorischen Tricks in der Transdebatte aufräumen. Spektren sind nicht die komplexere Theorie; das Einführen eines Spektrums ist immer eine Vereinfachung. Immer dann, wenn ein Phänomen sehr komplex ist und die einzelnen Faktoren unüberschaubar werden, führt man ein Spektrum ein, um diese Faktoren zu kontrollieren.
Ein Beispiel sind neurologische Phänomene wie Autismus. Das Gehirn ist ein komplexes System. Das, was wir extern als Autismus wahrnehmen, muss im Gehirn erst noch erforscht werden. Man verwendet daher diverse Methoden, um Daten zu sammeln, gewichtet diese und ordnet einen Probanden auf dem Autismus-Spektrum ein. Im Falle des Geschlechts ist es genau andersherum. Nicht das äußere Phänomen scheint uns klar und die Mechanismen im Körper unklar, sondern der Mechanismus im Körper ist vergleichsweise einfach: Es ist das Gewebe, das die Gameten produziert. Die äußeren Manifestationen sind hingegen komplex. Geschlecht ist also gerade kein Spektrum.
Und was ist mit Vagheit? Ist Geschlecht nicht, eben weil es komplexe Manifestationen hat, vage? Kann sein. Vielleicht irre ich mich auch, und das mit den Keimzellen beim Menschen ist nicht so eindeutig, wie ich eben behauptet habe. Ich komme ja nicht aus der Biologie, sondern aus der Logik. Aber das ist egal, weil nach den Erkenntnissen der Logik vage Begriffe kein Spektrum erzeugen.
Betrachten wir das Adjektiv „groß“. Ob jemand groß ist, ist klar vage. Wenn jemand 1,90 Meter misst, dann ist er groß; wenn jemand 1,60 Meter misst, dann ist er nicht groß, also klein. Aber es gibt klar Menschen, bei denen wir uns nicht sicher sind, ob wir sie groß oder klein nennen wollen. In der Logik gibt es drei Lösungsvorschläge, um damit umzugehen. Spoiler: Keiner löst das Problem. Diese sind mehrwertige Logik, Fuzzy-Logik und Superevaluationismus.
Mehrwertige Logiken sind Ansätze, bei denen es mehr Möglichkeiten für Sätze gibt als nur, dass sie entweder wahr oder falsch sind. Diesen Ansatz kann man gleich wieder vergessen, weil er, angewendet auf Vagheit, selbstwidersprüchlich ist. Der Widerspruch entsteht so:
„Groß“ und „klein“ sind vage, daher braucht es einen dritten Begriff, z. B. „mittelgroß“, für die Grenzfälle. „Julian ist groß“ ist dann wahr, wenn er groß ist, falsch, wenn er klein ist, und hat einen dritten Wahrheitswert, wenn er ein Grenzfall ist. Aber dann kann ich ja klar sagen, wann Julian mittelgroß ist; nämlich wenn „Julian ist groß“ den dritten Wahrheitswert hat. Wenn man aber klar sagen kann, dass Julian mittelgroß ist, dann ist „groß“ nicht vage. Es hat dann ja eine klare Grenze zu „mittelgroß“. Also ist „groß“ nicht vage, was ein Widerspruch zur Annahme ist, dass „groß“ vage war. Damit sind alle Ansätze mit mehrwertiger Logik unsinnig. Dasselbe gilt für das dritte Geschlecht als Grenzfall von männlich und weiblich.
Also weiter mit Fuzzy-Logik. Fuzzy-Logik einzusetzen heißt im Wesentlichen zu sagen, dass sich hinter „groß“ eigentlich eine Relation von „größer“ verbirgt. Denn so werden Fuzzy-Logiken aufgebaut. Aber hinter Vagheit verbirgt sich gar keine Relation. Das klärt ein Beispiel: „Julian ist größer als Martin“ ist eine Relation, die vage oder nicht vage sein kann – es kommt darauf an, wie nahe Julians Größe an Martins herankommt. Daher löst „größer“ die Vagheit nicht auf. „Martin ist groß“ und „Julian ist groß“ können beide klar wahr sein, ohne in Relation gesetzt werden zu müssen. Daher ist Vagheit auch ohne Relation kein Problem. Vagheit und Vergleich sind nicht dasselbe, und hinter „groß“ versteckt sich nicht die Relation „größer“. Analoges gilt für „weiblicher“ und „männlicher“.
Mit dem Superevaluationismus müssen wir uns hier nicht beschäftigen, denn dieser Ansatz liefert gar nicht das, was Mario Lindner und seine Geistesgenoss*innen wollen. Superevaluationismus gesteht nämlich die Existenz von Grenzfällen zu, würde aber im Falle von Geschlecht dennoch klar machen, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Das liegt daran, dass dieser Ansatz alle möglichen (willkürlichen) Zweiteilungen berücksichtigt, ohne einer den Vorzug zu geben – aber damit natürlich immer zweiteilt.
Habe ich vorher nicht gesagt, dass jemand 1,90 m groß sein kann? Und habe ich damit nicht ein Spektrum eingeführt? Die Messung über die Einheit Meter definiert ja ein Spektrum. Stimmt, tut sie. Aber das hilft Mario Lindner und seinen Geistesgenoss*innen nicht. Man kann immer für wissenschaftliche Zwecke einen formal exakten Begriff entlang einer Messmethode einführen. Nur, wie ich vorhin gesagt habe, ersetzt das nicht den alten Begriff durch einen neuen, sondern setzt nur einen zweiten Begriff parallel zum ersten.
Das wird klar, wenn man sich „Größe“ in der Biologie ansieht. Die Aussage „Große Männchen haben einen evolutionsbiologischen Vorteil“ kann eine wahre und wichtige Aussage in der Evolutionsbiologie sein. Sie kann aber nicht einfach durch eine Aussage über die Körpergröße in Metern umgeformt werden, eben weil „groß“ vage ist. Man kann sie schon ersetzen – etwa mit einer Wahrscheinlichkeitsverteilung der Fortpflanzung in Abhängigkeit von der Körpergröße in Metern –, aber das macht die ursprüngliche Aussage nicht weniger wahr. Sie ersetzt sie nur durch eine andere. Hier können wir keine Analogie zu den Geschlechtern ziehen wie in den anderen drei Fällen, denn im Falle des Geschlechts hat noch nicht einmal jemand eine solche „Geschlechtseinheit“ definiert. Dahinter verbirgt sich die Frage, was denn auf der x-Achse des Geschlechterspektrums steht – eine Frage, die noch kein Transaktivist je beantworten konnte.
Mario Lindner hat sich über die Medizinerin Annika und ihren konstruktiven Beitrag gefreut. Ich hoffe, er freut sich auch über meinen konstruktiven Beitrag, auch wenn ich trotz aller Konstruktivität anderer Meinung bin als er.
Axel Ebert war am 18. Februar bei den Skeptics in the Pub Wien:
Fake News und „Truthiness“ sind in aller Munde. Aber bevor wir jetzt den Finger auf die USA richten: Wie viel Bullshit steckt eigentlich in der Weiterbildung? Der „Bullshit Buster“ nimmt populäre Mythen und Irrtümer aus der Weiterbildung unter die Lupe: Die Story vom Frosch, der im wärmer werdenden Wassertopf sitzen bleibt, bis er verbrüht; unser Unterbewusstsein, das angeblich nichts Negatives verarbeiten kann; Euphemismen, die unsere Kommunikation verbessern sollen; Lerntypologie, die sagen, mit welchem Sinnesorgan wir besser büffeln; das berühmte, aber nie durchgeführte Fünf-Affen-Experiment und vieles mehr. Täuschungen, Überdehnungen, verdrehte Halbwahrheiten und Falschinterpretationen werden enttarnt und erklärt. Darüber hinaus werden realistische Alternativen zu den zweifelhaften Geschichten diskutiert. Dabei geht es nicht nur um die Faktenlage von Geschichten, sondern auch um die dahinterliegenden Konzepte aus Psychologie, Hirnforschung und anderen Wissenschaften. Mag. Axel Ebert ist Diplom-Psychologe, seit über 25 Jahren Trainer, Vortragender und Berater zu den Themen Kommunikation, Positionierung und Unternehmensentwicklung. Er ist Mitgründer von wortwelt.at und identifire.at.
Bye-bye Bauchgefühl, hallo Evidenz! Mythen und Legenden in HR und Personalentwicklung | Axel Ebert
Inhalt:
Thema: Mythen und Legenden in HR und Personalentwicklung [ab 0:00 min]
Lerntypen-Theorie [ab 1:00 min]
KI-Auswahl an HR-Mythen [ab 13:00 min]
Bullshit-Begriff nach Harry Frankfurt [ab 17:30 min]
Beispiel aus dem Buch Bullshit Busters: 5-Affen-Experiment [ab 23:00 min]
„Nonverbal schlägt verbal“ [ab 36:50 min]
Das Unterbewusstsein hört nichts Negatives? [ab 43:20 min]
Unterbewusstsein und subliminale Beeinflussung [ab 50:50 min]
Hier entlang geht’s zum Diskussionsteil des Vortrags.
Zum Thema:
Artikel: SkepKon-Video: „Gendersprache – eine nüchterne Einordnung“, GWUP-Blog vom 08.062023
Artikel: SkepKon-Video: „Warum halten sich Pseudo-Erklärungen so hartnäckig?“ mit Axel Ebert, GWUP-Blog vom 12.11.2019
Artikel: Video: Der Bullshit-Buster Axel Ebert beim „Skeptical“ in Köln, GWUP-Blog vom 02.06.2018
Buch: Christoph Wirl/Axel Ebert: Bullshit Busters. Irrtümer und Mythen aus Vorträgen, TV und Büchern. Goldegg-Verlag 2017, 22 €
Hinweis:
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Vor einigen Monaten war Nikil Mukerji in einer Reportage des Y-Kollektivs als rationale Gegenstimme zum Thema Jenseitskontakte zu sehen.
Auf der anderen Seite stand u. a. Oliver Lazar, Professor für Informatik, der sich neben seinem akademischen Beruf auch mit spirituellen Fragestellungen beschäftigt.
Und das nicht nur ein bisschen: Er hat mit seinem Team die sogenannte EREAMS-Studie durchgeführt, die nach eigenen Aussagen zeigen soll:
Wir können auf jeden Fall mit Bestimmtheit sagen, mit großer Evidenz: Das Bewusstsein überlebt den physischen Körper. […] Und das haben wir vor allem mit einer objektiven Verifikation feststellt können.
Man kann sich denken, dass seine Studie damit nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß. Es folgte Kritik, sowohl im GWUP-Blog als auch bei den Quarks Science Cops.
Auf die Kritik reagierte Oliver Lazar mit vier Reaction-Videos, in denen er seine Position verteidigen wollte:
Meine Forschung zu den Jenseitskontakten wurde von bestimmten Onlineformaten der ARD, des WDR und auch vom GWUP-Verein kritisch kommentiert. Ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt auf diese Beiträge reagieren soll, da ich persönlich den Eindruck habe, dass sie in Teilen oberflächlich und zugespitzt dargestellt wurden. Dennoch möchte ich das jetzt tun.
Zusammengenommen erreichen die Videos eine Länge von acht Stunden. Die Mühe, sich damit auseinanderzusetzen, haben sich die Quarks Science Cops gemacht, die die Kritik in ihrer neuesten Podcastfolge durchgehen:
Wir setzen uns also (nochmal) mit Oliver Lazars Beweisführung auseinander. Haben die Science Cops wirklich schlampig recherchiert? Haben wir die Forschung von Oliver Lazar nicht verstanden? Und müssen Max und Jonathan am Ende sogar selbst in den Science Cops Knast?
Erwischt? Haben die Science Cops schlampig recherchiert? I #121 I Quarks
Inhalt:
Thema: Aufarbeitung von Lazars Reaction [ab 0:00 min]
Lazars EREAMS-Studie [ab 5:20 min]
Offene Muster bei der Interpretation [ab 16:00 min]
Teilnehmerauswahl und Repräsentativität [ab 25:10 min]
Was sind denn die hochspezifischen Beweise? Gibt es Audioprotokolle? [ab 38:00 min]
Dreist: Lazar scheint zu lügen, um der GWUP und den Science Cops schlampige Recherche zu unterstellen. [ab 53:00 min]
Festnahme [ab 1:04:10 h]
Nach Ausstrahlung der Science-Cops-Folge scheint Lazar seine Reaction-Videos auf privat gestellt zu haben. Der Link zur Studie führt zu einem „404 not found“ …
Zum Thema:
Podcast: Mit Toten reden?! – Oliver Lazar kann angeblich das Leben nach dem Tod beweisen | Podcast #114, Quarks Science Cops vom 31.10.2025
Artikel: Nikil Mukerji bei einer Y-Kollektiv-Reportage zum Thema Medium und Jenseits-Kontakte, GWUP-Blog vom 05.09.2025
Artikel: Die EREAMS-Studie: Beweise für Jenseitskontakte erbracht?, GWUP-Blog vom 29.01.2023
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Astrologie ist der Versuch, aus Sternkonstellationen am Himmel etwas über unser Leben, unsere Persönlichkeit und unser Schicksal auf der Erde abzuleiten. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) untersucht regelmäßig auf Astrologie basierende Prognosen. Hellseherische Fähigkeiten haben Astrologinnen und Astrologen demnach nicht.
Warum fühlen wir uns trotzdem von Horoskopen und Co. angesprochen? Psychologisch betrachtet stecken dahinter ganz normale Denkmechanismen, erklärt Psychologieprofessor Christoph Bördlein.
Er spricht einige Punkte an:
Barnum-Effekt: Viele lesen Horoskope einfach wegen des Unterhaltungseffekts – etwa im Wartezimmer beim Zahnarzt. Hier wirkt der sogenannte Barnum-Effekt. Er beschreibt unsere Tendenz, vage, positiv formulierte Aussagen über uns selbst als treffend zu empfinden.
Wohlfühl-Texte: Hinzu kommt, dass Horoskope meist positiv formuliert sind. „Sie wirken wie kleine Balsam-Texte, die guttun“, sagt Christoph Bördlein.
Confirmation Bias: „Wer einmal eine Annahme getroffen hat, neigt dazu, diese im Folgenden immer wieder unwissentlich zu bestätigen“, erklärt Prof. Bördlein. Wir nehmen also bevorzugt Ereignisse wahr, die unsere Überzeugung stützen – und blenden Gegenbeispiele aus.
Vermeintliche Hilfe bei Kontrollverlust: Besonders anfällig für derartige Überzeugungen seien wir in unsicheren Situationen, die „von wenig objektiver Kontrolle gekennzeichnet sind“, so der Psychologe. Indem wir uns an Horoskopen oder Astrologie orientieren, versuchen wir dann, unser Grundbedürfnis nach einem gewissen Maß an Kontrolle zu befriedigen.
Rational keine gute Entscheidung: Aus psychologischer Sicht kann Astrologie aber nur kurzfristig entlastend wirken. „Auf lange Sicht ist das ein Verlustgeschäft“, so der Psychologe. Problematisch wird es, wenn Menschen sich auf Astrologie verlassen und so etwa bei wichtigen Entscheidungen Verantwortung abgeben.
Artikel: SkepKon 2025: „Neues vom Barnum-Effekt“ mit Christoph Bördlein (Video), GWUP-Blog vom 23.02.2026
Artikel: Astrologie, Horoskope und Sternzeichen: Christoph Bördlein im Interview bei „Welt am Sonntag“, GWUP-Blog vom 05.01.2026
Artikel: Keine Pinguininvasion, kein T-Rex-Klon und wieder kein King Kong: der GWUP-Prognosencheck 2025, GWUP-Blog vom 10.12.2025
Artikel: Astrologie und Liebe: Christoph Bördlein zu Gast beim Deutschlandfunk-Nova-Podcast „Eine Stunde Liebe“, GWUP-Blog vom 29.09.2025
Artikel: Cosmo (WDR) über Astrologie, GWUP-Blog vom 21.01.2025
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