gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

14. November 2018
von Bernd Harder
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Addendum-Projekt „Impfpflicht“ und eine TV-Doku mit David Bardens über Impfgegner

Neues Addendum-Projekt:

Es besteht aus den Elementen:

Beim letztgenannten Beitrag handelt es sich um eine Fernseh-Reportage, die am Donnerstag (15. November) um 21.15 Uhr bei ServusTV ausgestrahlt wird:

Der Film zeigt, wie die Manipulation von Impfgegnern funktioniert, welche Instrumente sie dafür einsetzen und wie leicht Eltern, die eigentlich das Beste für ihr Kind wollen, in diese Welt aus Verschwörungstheorien hineinkippen können.

Mit dabei ist auch Dr. David Bardens.

Zum Weiterlesen:

  • Eine Impfpflicht-Debatte und die Interessenkonflikte der Pharmaindustrie, GWUP-Blog am 25. Februar 2018
  • Süddeutsche: „Eine Impfpflicht korrigiert unsoziales Verhalten“, GWUP-Blog am 8. Mai 2018
  • Impfpflicht – ja oder nein? GWUP-Blog am 16. Juni 2014
  • Neue Studie: Impfpflicht möglicherweise kontraproduktiv, GWUP-Blog am 26. August 2015
  • Impfverweigerer: „Wenn Zureden nicht hilft, dann funktioniert Strafe vielleicht“, GWUP-Blog am 21. August 2017
  • Wollt ihr die totale Impfpflicht? Gesundheits-Check am 29. Mai 2017
  • Impfpflicht – pro und contra, Gesundheits-Check am 26. Februar 2015
  • „Sind ungeimpfte Kinder weniger krank?“ bei Mimikama, GWUP-Blog am 5. November 2018
  • „Ich bin zutiefst besorgt über das politische Klima in Deutschland“: Interview mit David Bardens nach dem zweiten Urteil im “Masernprozess”, positivism am 5. Mai 2016

13. November 2018
von Bernd Harder
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FDP-Gesundheitsexperten wollen Heilpraktiker-Beruf abschaffen

Gerade eben:

Wenn es nach der Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion geht, wird der Berufsstand der Heilpraktiker abgeschafft. Dies verlangen sie in ein Positionspapier, das MedWatch exklusiv vorliegt.

Wollte man den „Heilpraktiker“ in seiner jetzigen Form beibehalten, wäre es allenfalls möglich, Risikominimierung zu betreiben, heißt es in dem Papier.

Zum Weiterlesen:

  • Bundestagsfraktion: Gesundheitsexperten der FDP wollen Heilpraktikerberuf abschaffen, MedWatch am 13. November 2018
  • Focus über Gefahren und Erfahrungsfundamentalismus der Heilpraktiker-Zunft, GWUP-Blog am 3. November 2018
  • „Heilpraktiker sollte kein anerkannter Beruf sein“, GWUP-Blog am 6. Oktober 2018
  • „Gefährliche Hybris“: Interview mit Dr. Christian Weymayr zum Heilpraktiker-Unwesen, GWUP-Blog am 24. Januar 2018
  • Spahn will riskante Heilpraktiker-Methoden verbieten, Spiegel-Online am 9. November 2018
  • Spahn will gefährliche Therapien verbieten, Süddeutsche am 9. November 2018
  • Kommentar: Mehr Schutz vor Quacksalbern, Süddeutsche am 11. November 2018

13. November 2018
von Bernd Harder
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Interview mit Natalie Grams: „Wir können Homöopathie getrost aus der Medizin entfernen und verlieren nichts“

Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen:

Es gibt weit über 200 klinische Studien zu Homöopathie und aktuell acht systematische Reviews. Generell kann man sagen, dass je größer und besser eine Studie gemacht wurde, umso weniger Effekte zeigen sich bei dem Einsatz von Homöopathie.

Bei keinem der Reviews kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass ein überzeugender Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie über Placeboeffekt hinaus geglückt sei.

Bemerkenswert ist, dass dieses Ergebnis auch in den Studien von nicht gegen die Homöopathie voreingenommen Autoren auftritt: beispielsweise in den beiden Arbeiten von R.T. Mathie, der für die British Homeopathic Association arbeitet.

Zum Weiterlesen:

  • Interview mit Natalie Grams: „Voodoo-Verfahren brauchen wir in der heutigen Medizin nicht mehr“, coliquio am 13. November 2018
  • Homöopedia: Systematische Reviews zur Homöopathie
  • Homöopathie international: Die Reviews / die Statements / die Maßnahmen, Keine Ahnung von Garnix am 1. Juli 2018
  • Neue Metaanalyse zur Homöopathie bestätigt Skeptiker, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 3. Januar 2015
  • Homöopathie: Tricky Mathie – Betrug oder Daten-Kosmetik? Bullshit am 31. Dezember 2014
  • Holocaust-Vergleiche, Druck und Schleichwerbung: Die Globuli- Lobby dreht völlig hohl, GWUP-Blog am 11. November 2018
  • Natalie Grams am 14. November in Mainz: „Alternativmedizin – wirklich eine Alternative?“ GWUP-Blog am 1. November 2018

13. November 2018
von Bernd Harder
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„It-Girl der Esoterik“ und „spirituelles Kindergenie“: Wer ist Christina von Dreien?

Im Sommer berichteten wir über eine Doppelveranstaltung in Bern mit dem Verschwörungstheoretiker Daniele Ganser und dem esoterischen Teenie-Star Christina von Dreien.

Aber wer ist eigentlich Christina von Dreien, die 2019 auch in Deutschland auftritt?

Trotz ihres Erfolgs blieb sie in der medialen Öffentlichkeit praktisch unerwähnt,

schrieb der Blick im August.

Jetzt hat die Evangelische Informationsstelle Relinfo (Rüti ZH) einen ausführlichen Bericht über die 17-Jährige veröffentlicht.

In Kürze:

„Christina von Dreien“ heißt eigentlich Christina Meier und wurde am 15. April 2001 geboren. Ihr Pseudonym leitet sich von dem Wohnort Dreien in der Gemeinde Mogelsberg im Toggenburg ab.

Christinas Lieblingsbeschäftigung war immer das Lesen. Sie war derart schnell darin, dass ich es oft kaum glauben konnte. Im Alter von zehn Jahren las sie pro Woche mindestens fünf dicke Bücher. 300 Seiten waren da im Nu gelesen, und sie wusste anschliessend über den gesamten Inhalt sehr gut Bescheid,

behauptet ihre Mutter, die ehemalige Marathonläuferin und „Naturheilpraktikerin“ Bernadette Meier.

Auf der Leseliste standen angeblich „Fachbücher in den Bereichen Naturwissenschaft und Mystik“, Kosmologie und Astrologie sowie Abenteuer- und Fantasy-Geschichten.

Relinfo weiter:

Im Alter von zehn Jahren beginnt Christina ihrer Mutter Vorträge zu halten, zuerst über Science-Fiction-Themen […] Im Februar 2015 beginnt die bald 14- jährige Christina, die Science-Fiction- Themen durch Esoterisches anzureichern.

Aus Christinas überbordender Imagination sprudelt unter anderem heraus, dass ihre Körperzellen nicht auf Kohlenstoff, sondern auf Silizium aufgebaut seien, und dass die menschliche DNA ursprünglich zwölfsträngig gewesen sei, und dass sich dieser Zustand wieder einstellen werde, wenn die Erde demnächst in die fünfte Dimension aufsteigen würde.

Sie selbst verfüge schon heute über eine 12-Strang-DNA.

Bernadette Meier besteht darauf, diesen Kaprizen ihrer Fantasy-belesenen Tochter unbedingt Glauben zu schenken:

Da ich ohnehin bei den allermeisten Themen, über die ich mir Wissen aneignen kann, darauf angewiesen bin, jemand anderem zu vertrauen, entscheide ich mich bewusst dafür, Christina zu vertrauen.

2017 und 2018 schrieb die frühere Leichtathletin als „Bernadette von Dreien“ zwei Bücher über ihr wunderliches Kind:

  • Christina, Band 1: Zwillinge als Licht geboren
  • Christina, Band 2: Die Vision des Guten

Ein dritter Band ist in Arbeit, am Ende soll eine ganze Buchreihe stehen.

In den beiden Eso-Schwarten erscheint Christina als …

… Künderin einer neuen Zeit, einer Wendung zum Besseren, eines Happy End,

analysiert der Relinfo-Autor.

Die „Prinzessin des Übersinnlichen“ (Blick) ist – natürlich – ein „Indigo-„ oder „Regenbogenkind“, will bereits mehrere Inkarnationen hinter sich haben, hat Zugang zur Akasha-Chronik und verkündet, dass jeder Mensch auf Unterstützung aus den höheren Sphären zählen dürfe, etwa von „Geistführern“, „Schutzengeln“ und „Lichtheilern“:

Der Hauptgrund für die Attraktivität von Christina von Dreien für Menschen innerhalb und ausserhalb der Esoterik-Szene ist vermutlich die Tatsache, dass sie die schon seit Jahrzehnten in der alternativen Spiritualität vertretenen Hoffnungen auf den Anbruch einer neuen Zeit, auf ein neues goldenes Zeitalter, auf einen Aufstieg der Erde in eine lichtvolle, friedliche, problemlose Sphäre aufgreift und verstärkt, indem sie das baldige Eintreten dieser Wende lehrt.

Christina erklärt, die Menschheit stehe „mitten in einem riesigen Evolutionssprung“. Nach diesem „Aufstieg“ in die „fünfte Dimension“

  • existieren kaum noch Krankheiten, geschweige denn Altersbeschwerden. Denn bei hochfrequenten Wesen stoppt der Alterungsprozess zwischen 32 und 35 Jahren.
  • wird das Klima überall auf der Erde mediterran oder tropisch sein.
  • werden die Menschen alle für ein gemeinsames „Wir“ zusammenarbeiten, und dadurch werden sie Erfüllung und Freude von unvorstellbarem Ausmaß erleben.
  • werden Technologie und elektronische Geräte im heutigen Sinn sich mehrheitlich erübrigen.

Und so weiter, und so fort.

Wie „weise“ und „hellsichtig“ die 17-Jährige tatsächlich ist, lässt sich exemplarisch aus Textpassagen zum Bau der Pyramiden herauslesen:

In Ägypten beispielsweise nutzte man so etwas Ähnliches wie fliegende Teppiche, um die Steinblöcke zu transportieren.

Solchen offenkundigen Nonsens verbrämt Christina von Dreien mit den üblichen konspirologischen Phantastereien von der „manipulierten Wissenschaft“ oder der „Medienverschwörung“.

Kritisch wird’s, wenn „die erfolgreichste Esoterikerin im Land“ (Tagblatt) gegen Organspenden wettert (weil dadurch eine „Lücke im Ätherkörper“ entstehe) oder Christina-Fans medizinische Behandlungen abbrechen, wie Blick berichtet.

Ob das neue „It-Girl der Esoterikszene“ (Blick) zum Longseller taugt, hängt laut Relinfo von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Schafft es Christina von Dreien, ihre Fantasie soweit zu zügeln, dass sie sich nicht mit unbescheidenen Inkarnationen, erfundenen Zitaten und unbedachten Äusserungen zu heiklen Themen selbst ein Bein stellt?
  • Gelingt es Christina von Dreien, ein Spezialgebiet innerhalb der Spiritualität zu besetzen, für welches sie in der Öffentlichkeit als erste Adresse gilt, so wie es bei Mike Shiva fürs Wahrsagen und bei Pascal Voggenhuber für die Jenseitskontakte der Fall ist?
  • Findet Christina von Dreien Erklärungen dafür, warum die Welt in fünf, zehn und zwanzig Jahren immer noch nicht der idealen Gesellschaft entspricht, welche sie vorhersagt? Und werden diese Erklärungen für ihr Publikum plausibel sein, das sich nach baldiger Veränderung sehnt?

Tja, man hat’s nicht leicht als „spirituelles Kindergenie“ (Watson).

Und schon gar nicht ….

… mit einer Mutter, die ihre Tochter in die Rolle der Heilsbringerin drängt und ihr die Jugend stiehlt.

Zum Weiterlesen:

  • Die 16-jährige Christina ist der neue Star am Esoterik-Himmel – was dahintersteckt, watson am 13. Januar 2018
  • Christina von Dreien bei Psiram
  • Sie spannt mit Ganser zusammen: Der hellste Stern am Esoterik-Himmel kommt aus dem Toggenburg, tagblatt.ch am 12. September 2018
  • Mit 17 Esoterikstar: Christina von Dreien – Die Prinzessin des Übersinnlichen, blick am 20. August 2018
  • Relinfo: Christina von Dreien
  • Daniele Ganser – Esoteriker? GWUP-Blog am 18. Juli 2018

12. November 2018
von Bernd Harder
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Neu bei Hoaxilla: Die „Blue Whale Challenge“ kehrt zurück

Der Viral-Hoax „Blue Whale Challenge“ ist anscheinend nicht tot zu kriegen.

Auch ein Jahr nach dem Hype um das angebliche Selbstmord-Spiel aus Russland perpetuieren verschiedene Youtube-Kanäle das Thema immer wieder von Neuem.

Aus diesem Grund befassen sich auch Hoaxilla in ihrem aktuellen Podcast damit:

Es gibt keine Beweise für 130 tote russische Jugendliche durch die sog. „Blue Whale Challenge“. Trotz allem ist dieses Internetphänomen nicht ganz ungefährlich. Wir untersuchen die Motive hinter dem Hoax.

Dazu gibt es ein Interview mit den Autorinnen Nadine d´Arachart und Sarah Wedler, die in ihrem aktuellen Thriller die Challenge zum Thema machen.

Zum Weiterlesen:

  • Hoaxilla #218 – „Blue Whale Challenge“ vom 11. November 2018
  • Hoaxilla #217 – „Der Tod von Edgar Allan Poe“ vom 31. Oktober 2018
  • Hoaxilla #216 – „Geister-Luftschiff L-8“ vom 28. Oktober 2018
  • Hype, aber Hoax: Das angebliche Social-Media-Todesspiel „Blue Whale Challenge“, GWUP-Blog am 16. Juli 2017
  • MDR: „Blue Whale Challenge“ … und was Medien daraus machen
  • Horror-Kettenbriefe: Virale „Geister“ drohen mit Tod und Verstümmelung, GWUP-Blog am 5. August 2018

12. November 2018
von Bernd Harder
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Neue Podcast-Folge von Don Quijote im Abendland: „Sinnlose Kritik an der Homöopathie?“

Neue Podcast-Folge von Don Quijote im Abendland mit Co-Host Dr. Jan Oude-Aost:

Die Folge dauert zirka 45 Minuten.

Im Februar gab’s schon mal einen Beitrag zum Thema

Homöopathie –Populismus in Kugelform

Zum Weiterlesen:

  • „Big Pharma – Gut oder Böse?“ Podcast mit Dr. Jan Oude-Aost, GWUP-Blog am 7. August 2018
  • Holocaust-Vergleiche, Druck und Schleichwerbung: Die Globuli- Lobby dreht völlig hohl, GWUP-Blog am 11. November 2018
  • Spanien: Homöopathie-Kritik nun auch regierungsamtlich, INH am 7. November 2018
  • Natalie Grams am 14. November in Mainz: „Alternativmedizin – wirklich eine Alternative?“ GWUP-Blog am 1. November 2018

 

11. November 2018
von Bernd Harder
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Wetzlar: „Schwurbler, Nazis, Scharlatane“ – Der bunte Abend der Verschwörungstheorien

Der bunte Abend der Verschwörungstheorien

ist eine Veranstaltung der Skeptiker Mittelhessen am Dienstag (13. November) in Wetzlar überschrieben.

Es referieren:

Die Vorträge in der Alten Aula der ehemaligen Lotte-Schule (Obertorstraße 20) beginnen um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Zum Weiterlesen:

  • Termine für Skeptiker im November, GWUP-News am 10. November 2018
  • Immer schön skeptisch bleiben, Wetzlarer Neue Zeitung am 9. November 2018
  • „Abseits vom Mainstream“: ein Studierenden-Projekt zum Thema Verschwörungstheorien, GWUP-Blog am 9. November 2018
  • Verschwörerische Weltsichten: Trump wird nie verlieren, SPON am 7. November 2018

11. November 2018
von Bernd Harder
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Holocaust-Vergleiche, Druck und Schleichwerbung: Die Globuli- Lobby dreht völlig hohl

Stimmt:

Mehr zu dem Globuli-Abstinker in der neuen Spiegel-Beilage wohl (die nur dazu da ist, ein freundliches pseudo-redaktionelles Umfeld für Werbekunden zu schaffen) gibt’s bei

Und noch etwas Bezeichnendes:

Aha. Also gewissermaßen …

der Vortrag, von dem die Globuli-Industrie nicht will, dass Sie ihn hören!

Besser wird die Angelegenheit auch nicht dadurch, dass es

…. von einer Ärztin und Homöopathin, die auch Vorständin der Hahnemann-Gesellschaft ist, den Vorschlag für eine Pro-und Contra-Diskussion mit Fr. Dr. Grams [gibt]. Anstatt eines einseitigen Vortrags.

Womit wir mal wieder bei dem Dauerthema „Falsche Ausgewogenheit“ wären.

Was Homöopathen nicht begreifen (wollen?):

Exemplarisch demonstriert das der Journalist Peter Thelen, der vor zwei Monaten meinte, irgendwie mal für die arme, viel gescholtene Homöopathie Partei ergreifen zu müssen:

Dass der Herr Thelen wirklich so naiv ist, wie er tut, darf bezweifelt werden.

Vielmehr war sein Handelsblatt-Artikel „ein Musterbeispiel für falsche Ausgewogenheit“, analysiert Ganzheitlich durchleuchtet.

Klar, für die Globulisten geht es letztendlich ums Geld. Um viel Geld:

Und das sind nur die reinen Produktkosten, ohne die vielfach höheren Honorare für die homöopathische Anamnese etc.

Nichtsdestotrotz fragt sich Dr. Joseph Kuhn im Science-Blog Gesundheits-Check, was denn „auf einmal los ist“ in der Homöopathie-Szene?

Da werden allerorten mehr oder weniger gut getarnte Werbeartikel platziert; ein wahrlich hyperaktiver Herr Becker ploppt auf und randaliert verbal täglich auf allen Kanälen, die ihn noch nicht sediert haben; ein Bundesverband „Patienten für Homöopathie e.V.“ erwacht plötzlich aus seinem Untotenzustand und schreibt fleißig an die Politik, bevorzugt im Wahlkampf; in allen möglichen medizinischen Zeitschriften versucht man abenteuerliche Beiträge unterzubringen, manchmal mit Erfolg.

Man erfindet die Wissenschaftlichkeit neu und sieht in den etablierten wissenschaftlichen Standards paulfeyerabendverhunzend eine „totalitäre Ideologie“ – will aber selbst homöopathiekritische Vorträge an Hochschulen unterbinden oder zumindest (spielfeldverfehlend) das Prinzip des „ausgewogenen Journalismus“ zur guten wissenschaftlichen Praxis erklären.

Tja, anscheinend hat die Realitätsverweigerung der Homöopathie-Gläubigen in Deutschland eine neue Stufe erreicht.

Der Science-Blogger und Spektrum-Redakteur Lars Fischer bringt es heute auf den Punkt:

Übertrieben? Anmaßend?

Keineswegs:

Gruselig.

Zum Weiterlesen:

  • Spiegel startet Beilage „wohl“, Healthcare Marketing am 30. Oktober 2017
  • Spiegel-Beilage vom 10.11.2018: War wohl nichts, Keine Ahnung von Garnix am 10. November 2018
  • Sanfte Fördermittel – der finanziellen Art? Gesundheits-Check am 10. November 2018
  • SWR-Stellungnahme: „Wir können in der Berichterstattung über Homöopathie durchaus besser werden“, GWUP-Blog am 21. September 2018
  • Globuli-Krieg im „Handelsblatt“, Ganzheitlich durchleuchtet am 10. November 2018
  • Homeopathy Product Market is Expected to Reach US$ 17,486.2 Million by 2024, The Stock Analysis am 31. Oktober 2018
  • ADHS-Epidemie bei der Homöopathielobby? Gesundheits-Check am 11. November 2018
  • A new and despicable low for homeopathy, edzardernst am 10. November 2018
  • Spiegel-TV-Video: „Wie sich Homöopathie-Gläubige und ihre Kritiker bekämpfen“, GWUP-Blog am 6. November 2018
  • Spanien: Homöopathie-Kritik nun auch regierungsamtlich, INH am 7. November 2018
  • Natalie Grams am 14. November in Mainz: „Alternativmedizin – wirklich eine Alternative?“ GWUP-Blog am 1. November 2018
  • Die neuen Niveaulosigkeiten der Homöopathie-Befürworter, Onkel Michaels kleine Welt am 12. November 2018

10. November 2018
von Bernd Harder
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„Empfängerinnen von Botschaften“: Mediumistische Kunst in München

Interessante Ausstellung in München (Lenbachhaus):

Die Ausstellung „Weltempfänger“ gibt Einblick in ein außergewöhnliches und weitgehend unbekanntes Kapitel der Moderne:

Völlig unabhängig voneinander entwickelten Georgiana Houghton (1814–1884) in England, Hilma af Klint (1862–1944) in Schweden und Emma Kunz (1892–1963) in der Schweiz eine jeweils eigene abstrakte, mit Bedeutung hoch aufgeladene Bildsprache.

Alle drei wollten in ihren Arbeiten Naturgesetze, Geistiges und Übersinnliches sichtbar machen; mit Ausdauer und Durchsetzungsvermögen folgten sie ihren Überzeugungen […]

Georgiana Houghton, Hilma af Klint und Emma Kunz erforschten unsichtbare Kräfte und das Transzendente; ihre in der Ausstellung gezeigten Werke basieren auf spirituellen Erfahrungen und der Kommunikation mit einer höheren Welt. Die drei Künstlerinnen verstanden sich als Medien, als Empfängerinnen von Botschaften, die vielleicht nur sie hören konnten und die sie in Form von Kunstwerken festhielten.

Bei dieser Art mediumistischen Kunstschaffens tritt das Künstlersubjekt von seinem Ego zurück, gibt dieses quasi an der Ateliertür ab, und agiert als Mittler zwischen einer verborgenen und der sichtbaren Welt.

In einem ganzseitigen Artikel schreibt die Süddeutsche Zeitung heute dazu:

Dass die Schau mit „Weltempfänger“ betitelt ist, irritiert zunächst, geht es doch den Künstlerinnen darum, Botschaften aus einem Jenseits einzufangen. Der Begriff bildet andererseits durchaus den fast wissenschaftlichen Anspruch dieser Künstlerinnen ab, die nicht etwa auf der Reise ins Jenseits waren, sondern sich als Instrumente verstanden, um unsichtbare, aber durchaus reale Erscheinungen wahrzunehmen.

Die Ausstellung läuft bis zum 10. März 2019. Der Katalog kostet 32 € und ist auch online erhältlich.

Zum Weiterlesen:

  • Kunst: Von Geistern geleitet, Süddeutsche am 9. November 2018
  • Ausstellung „Weltempfänger“ im Münchner Lenbachhaus, BR am 5. November 2018
  • Ausstellung in Düsseldorf: „Im Zweifel für den Zweifel – Die große Weltverschwörung“, GWUP-Blog am 27. September 2018
  • Fake Views: Die Ausstellung „Lust der Täuschung“ in der Kunsthalle München, GWUP-Blog am 2. Oktober 2018
  • Beuys, Steiner und das Übersinnliche in der Kunst, GWUP-Blog am 1. Juni 2013
  • Weltempfänger: Das Münchner Lenbachhaus entdeckt drei Pionierinnen der Abstraktion, die sich als Medium begriffen, art 11/2018

10. November 2018
von Bernd Harder
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Video: Wunderheiler in Russland

Kurze Ergänzung (zirka fünf Minuten) zu unseren Postings über den ukrainischen „Wunderheiler“ Vladimir Muntyan von russland.news:

Anna hat für Euch interessante Infos und Geschichten rund um Wunderdoktoren, Wahrsager und all die anderen interessanten Übersinnlichen, die viele Russen nicht nur für einen Blick in die Zukunft befragen, sondern für allerlei Beschwörung bei verschiedensten Krankheiten und Gebrechen vom Haarausfall bis zum Alkoholismus.

Zum Weiterlesen:

  • „Wundersame Genesungen“: TV-Doku über Vladimir Muntyan, GWUP-Blog am 8. September 2018
  • Der Nächste im Wunderheiler-Business: Vladimir „Ich zerstöre den Krebsfluch“ Muntyan, GWUP-Blog am 15. Januar 2018
  • Vladimir Muntyan bei Psiram
  • Wladimir Muntjan: Der Wunderheiler, der die Deutschen retten will, Welt-Online am 15. Januar 2018
  • Russland: Boom bei Wunderheilern und Wahrsagern, ndr am 5. Dezember 2017
  • Wunderheiler in Russland auf dem Vormarsch, derStandard am 22. Oktober 2018