gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

17. August 2022
von Bernd Harder
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Oliver Janich verhaftet?

Der Verschwörungsideologe Oliver Janich ist angeblich auf den Philippinen verhaftet worden und soll nach Deutschland abgeschoben werden.

Das meldete heute der „rechtsextreme Werbeunternehmer“ (Belltower News) und AUF1-TV-Senderchef Stefan Magnet bei Telegram:

Wenig später folgte eine Bestätigung auf dem Kanal Oliver Janich öffentlich:

Ein großspurig angekündigter Live-Stream bei GETTR („Alles über die Verhaftung von Oliver Janich“) entpuppte sich allerdings als inhaltsloses „Blabla“ (RechercheteamB) über diverse Spekulationen und „Gerüchte“ (zu denen auch gehört, dass es sich um eine „private Angelegenheit“ beziehungsweise um ein Eifersuchtsdrama handele).

Laut Stefan Magnet geht es um die „Involvierung in ein Gewaltdelikt“:

Nun ja – um „welches verbale Gewaltdelikt“ es sich handeln könnte, dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Miro Dittrich schon letztes Jahr hier auflistete:

Auch bei Anonleaks gibt es derzeit noch keine weiteren Informationen zu der Angelegenheit.

Zum Weiterlesen:

  • Schock-Video! Oliver Janichs Familie lässt sich impfen, GWUP-Blog am 19. Mai 2021
  • Oliver Janich – QAnon-Desinformationen auf allen Kanälen, Belltower News am 16. Oktober 2020
  • Oliver Janich bei Psiram
  • Hildmann, Schrang, Jebsen und Co: Helden der Wahrheit oder Männer in der Krise? GWUP-Blog am 5. Oktober 2020
  • Video: Influencer*innen – Eine Gefahr für die Demokratie? GWUP-Blog am 16. August 2020
  • Lustig und gefährlich: Über den Verschwörungssender AUF1-TV, GWUP-Blog am 27. Juli 2022

16. August 2022
von Bernd Harder
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„So trickst der Reichsbürger-König den Staat aus“ bei FAKT

Heute Abend bei Fakt (und in der ARD-Mediathek):

So trickst der Reichsbürger-König den Staat aus

Peter Fitzek ließ sich vor 10 Jahren zum König des „Königreichs Deutschland“ krönen. Der Reichsbürger-Staat sieht sich als Alternative zur Bundesrepublik und expandiert. Eine gefährliche Entwicklung?

Das TV-Team drehte unter anderem beim Tag der offenen Tür im „Königreich Deutschland“ in Wittenberg. Und in Reichenbach, wo die Bürgermeisterin einen Immobilienkauf Fitzeks verhinderte. Anders als in Boxberg (Oberlausitz), wo die Gemeinde nur zusehen konnte, wie Fitzek sich in den Ort einkauft.

Schließlich gibt es ein Interview mit Fitzek selbst zu sehen, der „gut gelaunt vom Wachstum des Königreich“ berichtet.

Was tun?

Die Politik müsse die richtigen Bedingungen schaffen, damit die Justiz besser gegen Reichsbürger vorgehen kann, erklärt der Rechtspfleger Oliver Gottwald, der der Blog Eisenfraß betreibt. Mittlerweile habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bußgeldbescheide in Höhe von mehr als drei Millionen Euro gegen Fitzek verhängt.

Trotzddem ist die BaFin für ihn „nur noch ein zahnloser Tiger, der gar nichts mehr machen kann“, sagt der „König“ im Gespräch mit Fakt:

Weil sie niemanden mehr findet, der irgendwelche Haftbefehle oder irgendwelche Durchsuchungsbeschlüsse unterschreiben oder anordnen würde.

Ein Untreue-Urteil gegen den „König von Deutschland“ wurde 2018 vom BGH aufgehoben und die Sache an das Landgericht Halle zurückverwiesen, welches das Verfahren ein Jahr später einstellte. Praktisch eine Einladung für all jene, die angesichts von

… Corona, Krieg in Europa und Energiekrise […] Orientierung auch im Königreich Deutschland suchen.

Zum Weiterlesen:

  • FAKT: So trickst der Reichsbürger-König den Staat aus, mdr am 16. August 2022
  • „Klimagie“ und „Alternativen zum System“: Das „Königreich Deutschland“ expandiert weiter, GWUP-Blog am 18. Juli 2022
  • Millionen für den falschen König: Peter Fitzek und das „Königreich Deutschland“ bei Spiegel-TV, GWUP-Blog am 28. Mai 2022
  • Reichsbürger: Zwei Schlösser für „König“ Peter Fitzek, GWUP-Blog am 11. Mai 2022

16. August 2022
von Bernd Harder
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„Das Handbuch des Hasses“: Wie Bedrohungsopfer im Internet drangsaliert werden

Heute in der Süddeutschen Zeitung:

Nina Bovensiepen und Ben Heubl berichten über eine Art „Handbuch des Hasses“, ein neunseitiges PDF, das schon seit Jahren im Umlauf sei und in dem „Schritt für Schritt“ beschrieben werde, „wie man Menschen in die Verzweiflung treibt“.

Offenbar sind die darin beschriebenen Techniken auch gegen Dr. Lisa-Maria Kellermayr angewandt worden.

Zwei Bedrohungsopfer – die Eutiner Zahnärztin Anke Staffeldt und ein Online-Aktivist namens Peter K. – haben damit ebenfalls Erfahrungen gemacht und schildern in dem Artikel die Systematik, mit der ihre Gegner arbeiten:

Sie verorten diese in der rechten Szene, zu ihnen gehören ihren Recherchen zufolge auch Personen, die Lisa-Maria Kellermayr bedrohten. Eine der Methoden ist Verunglimpfung: Staffeldt wurde zur Alkoholikerin erklärt, „Tanke Anke“, Peter K. für psychisch labil, „Führer der Anstaltsinsassen“.

Im Netz haben sie eine Art Anleitung für das Vorgehen auf Plattformen wie Twitter gefunden, ein Handbuch des Hasses. Schritt für Schritt wird darin beschrieben, wie der Gegner angegangen werden soll.

Ein Mittel der Wahl sind auch Fake-Accounts, bei denen Profilbild und Name von Opfern geklaut und neue Accounts angelegt werden, auf denen dann möglichst dumme und bizarre Sachen gepostet werden sollen. Haben Peter K. und Anke Staffeldt alles schon erlebt.

Zwar gibt es seit letztem Jahr ein neues Gesetz gegen sogenannte Feindeslisten und Doxing – oft würden persönliche Daten der Opfer aber in anonymen Portalen wie Doxbin eingestellt:

Das macht die Verfolgung der Täter häufig unmöglich.

Und so bleibt es erst mal bei mehr oder weniger hilfreichen Tipps gegen Hass im Netz sowie politischen Forderungen und Absichtserklärungen.

Und bei persönlichen Statements (ebenfalls mal mehr und mal weniger hilfreich):

Zum Weiterlesen:

  • Handbuch des Hasses, Süddeutsche am 16. August 2022
  • „Redezeit“ über Hass im Netz – Was muss endlich passieren? GWUP-Blog am 14. August 2022
  • Neues Video von Anwalt Jun: „Wie Morddrohungen auf mich und Fr. Kellermayr wirkten und was wir dagegen tun können“, GWUP-Blog am 9. August 2022
  • Gehen oder bleiben? Natalie Grams und Christian Lübbers diskutieren in der FAZ, GWUP-Blog am 8. August 2022
  • Ärzte auf Twitter : „Es geht oft nur noch darum, den Gegner zu zerstören“, FAZ+ am 8. August 2022
  • Natalie Grams, Christian Lübbers und Christian Kröner über Drohungen und Hass im Netz, GWUP-Blog am 7. August 2022
  • Der Fall Kellermayr und die Folgen: „Ich möchte eigentlich nur noch schreien“, derStandard am 6. August 2022
  • „Ich bekam Zuschriften wie: Wir hängen dich auf“, Zeit-Online am 4. August 2022
  • Interview: Natalie Grams über Lisa-Maria Kellermayr und die Löschung ihres Twitter-Accounts, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Dr. Janos Hegedüs: „Wir müssen zusammen weiterkämpfen“, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Dr. Lisa-Maria Kellermayr – wie geht es jetzt weiter? GWUP-Blog am 1. August 2022
  • Spiegel (online) über Anwalt Jun, Natalie Grams und Anke Staffeldt, GWUP-Blog am 3. August 2022

16. August 2022
von Bernd Harder
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Janos Hegedüs über seinen Rechtsstreit mit Coach Cecil und was wir daraus lernen können

Gute Nachrichten:

Dr. Janos Hegedüs hat seinen zwei Jahre dauernden Rechtsstreit mit „Coach Cecil“ gewonnen:

Ich habe im Jahr 2018 eines meiner ersten Debunking-Videos Coach Cecil gewidmet. Es hat ihm nicht gefallen. Nach einem etwa zwei Jahre langen Rechtsstreit habe ich Recht bekommen und mein Video, meine Kritik, blieb online.

Ich denke, dass wir aus diesem Fall viel lernen können und habe deswegen Anwalt Jun um Hilfe gebeten.

Dieses Video ist kein Angriff auf Coach Cecil. Wir haben eher anhand dieses Beispiels untersucht, was man als Kritiker darf. Darf man jemanden als Scharlatan bezeichnen? Was sind Werturteile und was sind Tatsachenbehauptungen? Welche Aussagen sind durch die Meinungsfreiheit gedeckt und was darf man nicht?

Kurz gefasst: Wie scharf darf Kritik sein?

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Zu diesem Anlass veröffentlichen wir nachfolgend das Interview mit Janos Hegedüs, das wir für den Skeptiker 1/2022 geführt haben:

GWUP: Ärzte gibt es mittlerweile einige bei Youtube, die dort sowohl „Patienten aufklären“ als auch ihr „Marketing ankurbeln“, wie derhausarzt.digital schreibt. Zum Beispiel Dr. Johannes Wimmer („NDR Gesund“), Dr. Konstantin Wagner („Richtig Schwanger“) oder Dr. Christian Schulze („Ihr Sportarzt“).

Auch Ihre Videos drehten sich zunächst um Themen wie Reflux, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Zöliakie – ehe sich der Kanal zum entschiedenen Sprachrohr gegen Pseudomedizin und Corona-Mythen wandelte. Wie kam’s?

Hegedüs: Diese Ausrichtung war so tatsächlich nicht geplant.

Ursprünglich sollte „Sprechstunde mit Dr. Hegedüs“ dazu dienen, Patienten zu informieren und ihre Gesundheitskompetenz zu fördern. Die Idee dazu kam mir beim Nachtdienst in der Notaufnahme. Schon in Ungarn hatte ich im Rettungsdienst gearbeitet und dort so einiges erlebt.

Als ich nach Deutschland kam und hier meine ersten Dienste machte, sah ich, dass die Probleme überall die gleichen sind. Viele Patienten können mit ihren Beschwerden überhaupt nicht umgehen. Da fehlt jedes Verständnis für den eigenen Körper und wie man Symptome einordnen kann, ohne sie zu übertreiben oder herunterzuspielen.

Da ich niemand bin, der immer nur meckert, wollte ich daran etwas ändern. So ist der Youtube-Kanal entstanden.

Eine Zäsur markierte dann der zehnte Beitrag vom 9. August 2018. Schon in der Ankündigung heißt es:

In diesem Video nehme ich den Kampf gegen Scharlatane auf. Ich stelle Ihnen Frau Dr. Friederike Feil vor und erzähle Ihnen, welche Irrtümer sie verbreitet. Darmreinigungskuren, Rohmilch mit Laktase, Entgiftung durch die Haare… Wenn Sie wissen wollen, was wahr und was unsinnig ist, schauen Sie sich dieses Video an.

Was ging dem voraus?

Ein Freund hatte mich zu einem Vortrag von Frau Feil in einem Fitnessstudio mitgenommen. Er meinte, sie sei Ärztin und ich solle mir das doch mal anhören.

Schon im Vorfeld fiel mir auf, dass die Dame keine Medizinerin ist, sondern bei Wikipedia als „internationale Sport-Ernährungsspezialistin“ firmiert und ihre Veröffentlichungen einen recht fragwürdigen Eindruck machen.

Genau so lief auch die Veranstaltung. Ich war zunächst hin- und hergerissen, ob ich mich als Arzt outen sollte, beließ es dann aber dabei, ein paar kritische Fragen zu stellen. Die Leute im Publikum reagierten darauf eher genervt. Die fanden das gar nicht so gut, dass ich die Behauptungen von Frau Feil in Frage stellte und konnten nicht so richtig nachvollziehen, warum ich das alles wissen wollte.

Also habe ich ein Video dazu gemacht und den Link auch dem Studio und, soweit möglich, den Vortragsbesuchern geschickt. Jetzt waren die Rückmeldungen überwiegend positiv – was mir wiederum einen Motivationsschub gab.

Es fällt auf, dass Sie in diesem Video erstmals selbst vor die Kamera treten. Davor waren es animierte Erklärvideos.

Genau, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Bei dieser Aufnahme ist mir klar geworden, dass ich mit Gesicht und Namen dafür einstehen muss, wenn ich andere kritisiere. Nur so kommt man glaubwürdig und authentisch rüber.

Und macht sich natürlich auch angreifbar. Gerade wenn es gegen „Scharlatane“ geht, die bekanntlich nicht so genannt werden wollen.

Ja, die erste Klage ließ auch nicht lange auf sich warten.

Ich plane schon seit längerem ein Video mit meinem Anwalt dazu, in dem wir gemeinsam erklären, dass und warum wir gegen diesen Youtuber und Fitnesscoach vollumfänglich Recht bekommen haben – nicht zuletzt, um anderen Mut zu machen, sich gegen Scharlatanerie zu engagieren.

Aber auch ich selbst habe bei diesem Prozess viel gelernt. Zum Beispiel darüber, was man sagen darf, wie man es sagen kann, welche Formulierungen heikel sind und ähnliches mehr. Diese Erfahrungen möchte ich gerne weitergeben.

Parallel dazu, also während das Verfahren lief, wurde mein Arbeitgeber mit Schreiben eingedeckt, in denen irgendwelche Leute meine Entlassung forderten. Gegenteiligenfalls würde eine Kampagne gegen das Krankenhaus geführt werden.

Aber nachdem ich der Rechtsabteilung die Hintergründe erklärt hatte, sagten die nur, ich solle mir keine Sorgen machen, sie kümmerten sich darum.

Dankenswerterweise ein starkes Signal. Trotzdem können solche Vorkommnisse ziemlich abschreckend auf Menschen wirken, die sich für Aufklärung und Patientenschutz einsetzen wollen.

Das ist leider so.

Ich suche immer Partner für meine Videos, also Experten, mit denen ich bestimmte Themen besprechen kann – aber das erweist sich als sehr schwierig. Fast alle haben Angst vor Klagen, Verleumdungen etc. Und das kann ich natürlich auch nachvollziehen.

Ich habe es ja selber nicht für möglich gehalten, dass mich jemand verklagen kann, der behauptet, Krebs heilen zu können, und ich ihm öffentlich widerspreche. Aber das geht. Und auch wenn wir solche Prozesse am Ende gewinnen, kostet das erst einmal viel Zeit und Geld. Ich denke, sehr viele Kolleginnen und Kollegen finden das gut und wichtig, was ich mache.

Aber dieses Risiko – und auch der Arbeitsaufwand für die Videos – hält die allermeisten davon ab.

Warum machen Sie es trotzdem?

Weil ich davon überzeugt bin, dass wir der Unwissenschaftlichkeit in vielen Bereichen unserer Gesellschaft etwas entgegensetzen müssen. Und ganz besonders in der Medizin. Das darf so nicht weitergehen.

Was in manchen Heilpraktiker-Praxen angeboten wird, empfinde ich als schockierend. Zum Beispiel intravenöse Eingriffe, die in der Klinik nicht mal eine examinierte Krankenschwester vornehmen darf. Wieso erlauben wir das?

Alternative Behandlungsmethoden mit hohem Schadenspotenzial gehören schlichtweg verboten. Bei anderen Verfahren müsste zumindest deutlich darauf hingewiesen werden, dass sie wissenschaftlich nicht belegt und unwirksam sind.

Homöopathie etwa.

Das ist das Paradebeispiel dafür, wie man Pseudomedizin salonfähig macht. Indem man sie nicht nur erlaubt, sondern über Jahrzehnte hinweg politisch fördert.

Damit spuckt man natürlich der Wissenschaft ins Auge, wenn wirkungslose Zuckerkügelchen von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Und selbst wenn – was ich oft als Argument höre – Homöopathie die effektivste Möglichkeit sein sollte, den Placeboeffekt zu nutzen: Das braucht es nicht. Der Placeboeffekt funktioniert auch dann, wenn der Patient weiß, dass er ein Scheinmedikament bekommt.

Deshalb verstehe ich umso weniger, warum wir die Fakten nicht klar kommunizieren. Es gibt keinen Grund für dieses mystische Lügengebäude um die Homöopathie herum.

Stattdessen wird damit die Tür aufgestoßen für all die Alex Greens, Coach Cecils, Friederike Feils und andere, mit ihren Parasitenkuren, Energieströmen, Nahrungsergänzungsmitteln, Entsäuerungen, Ausleitungen und was immer.

Wie sollte dieser Bereich Ihrer Meinung nach geregelt werden?

Ich habe keinen fertigen Vorschlag für so ein kompliziertes Thema. Aber ich finde, es muss Schluss sein mit Unwissenschaftlichkeit und falschen Erklärungen.

Letztendlich geht es um Aufklärung. Ich würde darauf hinwirken, dass bei jeder Therapie und jedem Mittel erkennbar sein muss, was wirkt und was nicht. Behandlungen und Verabreichungen ohne Wirksamkeitsnachweis dürfen weder von den Kassen finanziert werden noch als wirksam angepriesen werden.

Und bei Heilpraktikern gehört aufs Praxisschild der Hinweis, dass es sich um eine Laienzunft ohne medizinische Ausbildung handelt.

Allerdings bieten auch Ärzte Alternativmedizin an.

Ich bin mir sicher, dass viele das nicht aus Überzeugung tun, sondern wegen finanzieller Zwänge im niedergelassenen Bereich. Da könnte man wohl zumindest teilweise lösen, indem man die sprechende Medizin besser vergütet.

Erstaunlicher finde ich, dass die Patienten oft gar nicht wissen, was sie da beim Arzt oder Heilpraktiker eigentlich nachfragen. Homöopathie wird in der Regel mit Naturheilkunde gleichgesetzt. Das macht die Diskussion um Regelungen, Einschränkungen oder gar Verbote schwierig. Viele reagieren darauf empört, weil sie denken, man könne dann keine Flohsamenschalen, Pfefferminzöl oder Kamillentee mehr kaufen.

Obwohl es darum ja überhaupt nicht geht.

Bleiben wir trotzdem noch bei den Kolleginnen und Kollegen. In Ihren Videos von diesem Jahr ging es mehrfach um die Frage, warum auch Ärzte unter den Corona-Leugnern zu finden sind.

Dazu haben wir mit unseren Gesprächspartnern – darunter Dr. Natalie Grams, der Medizinethiker Prof. Urban Wiesing und der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Erik Bodendiek – verschiedene Erklärungen erörtert.

Den einen Grund, auf den man dieses Verhalten bei allen Corona-leugnenden Ärztinnen und Ärzte zurückführen kann, gibt es wohl nicht.

Mir fällt aber auf, dass die paar wenigen Kolleginnen und Kollegen aus dieser Ecke, die ich persönlich kenne, auch vor der Pandemie schon alternativmedizinisch unterwegs waren und der von ihnen so genannten Schulmedizin ablehnend gegenüberstanden.

Zum Beispiel die homöopathische Ärztin Carola Javid-Kistel.

Ja genau.

Ich glaube jedenfalls nicht, dass das am Studium, an der Ausbildung oder an mangelnder Fachkompetenz liegt. Wenn Sucharit Bhakdi behauptet, dass es keine zweite Welle gibt oder dass die Corona-Impfung das Immunsystem zerstört, dann braucht man doch kein medizinischer Experte zu sein, um zu sehen, dass das nicht stimmt.

Bhakdi ist ein gutes Beispiel für einen der Hauptgründe, den ich hinter der Corona-Verharmlosung sehe: Aufmerksamkeit. Im Rentenalter, einige Jahre nach der akademischen Karriere, kann man natürlich einfach mal eine steile These raushauen und schauen, was passiert. Wenn sich das am Ende als richtig herausstellen sollte, wäre er der große Star und hätte es allen nochmal gezeigt. Und falls nicht, kann ihm das weitgehend egal sein.

Ein anderer Punkt scheinen mir die Finanzen zu sein. Diese Leute nehmen offenbar in großem Umfang Spenden entgegen, wie etwa Bodo Schiffmann. Ich denke, in den meisten Fällen geht es um Geld, Ruhm, Aufmerksamkeit.

Nicht in allen?

Ich habe auch Videos von Ärzten gesehen, die auffallend laienhaft mit der PC-Kamera in der Praxis aufgenommen worden sind. Ich kann mir vorstellen, dass da der eine oder andere Kollege wirklich das Gefühl hatte, eine kleine Alarmglocke läuten zu müssen – vielleicht weil er zwei, drei Impfkomplikationen mehr gesehen hat als sonst.

Das sind aber nicht die großen Influencer. Ich bin sicher, dass diese Kolleginnen und Kollegen auch irgendwann einsehen werden, dass sie überreagiert haben und die Filme wieder löschen. Das sind nicht die Menschen, um die es in meinem Kanal geht.

Und wie sieht es nach Corona mit Ihrem Youtube-Channel aus?

Derzeit sind wir noch so ein wenig in der Corona-Krise gefangen. Mit „wir“ ist meine Frau mitgemeint, die mich seit längerem unterstützt. Da sie auch Ärztin ist, teilen wir uns die Lektüre der Studien, auf die wir in den Videos eingehen, besprechen sie abends gemeinsam und schreiben dann unsere Gedanken zu einer Art Skript zusammen.

Die „Sprechstunde mit Dr. Hegedüs“ wird auch nach Corona weitergehen. Die Themen gehen uns sicher nicht aus.

Allerdings sind wir immer noch auf der Suche nach dem richtigen Format dafür. Wir möchten die Zuschauer natürlich auch unterhalten, die Inhalte sollen leicht verständlich rüberkommen, ohne dass die Seriosität darunter leidet. Daran arbeiten wir noch.

Sie bieten via Patreon Fördermöglichkeiten für Ihren Kanal an. Dazu gab es nicht nur hier im GWUP-Blog einige Fragen.

Das war eine unmittelbare Folge des besagten Gerichtsverfahrens.

In einem Punkt hatte ich mich tatsächlich angreifbar gemacht: Mein Kanal hatte nämlich kein Impressum. Das war durchaus Absicht, weil ich nach all den Drohungen, die ich bekam und immer noch bekomme, keine unerwünschten Hausbesuche von seltsamen Leuten haben wollte.

Das Gericht entschied aber, dass die Nonprofit-Videos, die ich in meiner Freizeit und aus Überzeugung produziere, dennoch als geschäftliche Angelegenheit im Rahmen meiner ärztlichen Berufsausübung betrachtet werden müssen. Das bringt neben der Impressumspflicht einiges an zusätzlichen Anforderungen mit sich, die allesamt Geld kosten – neben den Aufwendungen für den zweijährigen Rechtsstreit.

Wir hätten den Kanal auch ohne externe finanzielle Unterstützung weitergeführt, aber die Patreon-Abos geben uns ein bisschen zusätzliche Sicherheit. Reich werden wir damit nicht. Und ist auch nicht das Ziel.

Zum Abschluss doch nochmal Corona: Könnten Sie sich vorstellen, dass die vielzitierte Infodemie während der Pandemie als Weckruf begriffen wird, dass es mit Homöopathie, Heilpraktikerei und Pseudomedizin so nicht weitergehen kann?

Ich hoffe, dass Corona so manchem die Augen öffnet.

Andererseits wussten die Politiker das alles auch schon vor der Pandemie. Es dürfte ziemlich schwierig gewesen sein, die vielen kritischen Einwände gegen die Homöopathie von Frau Grams, vom INH, von der GWUP und anderen in den letzten Jahren zu überhören oder zu überlesen. Deshalb bleibe ich eher pessimistisch gestimmt.

Und deshalb müssen wir auch weitermachen und mit unseren Möglichkeiten etwas gegen die Unwissenschaftlichkeit tun.

Zum Weiterlesen:

  • Vom Fitness- in den Club der Verschwörungstheoretiker: „Coach Cecil“ und Corona, GWUP-Blog am 10. April 2020
  • Dr. Janos Hegedüs: „Wir müssen zusammen weiterkämpfen“, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Interview mit Janos Hegedüs: „Der Unwissenschaftlichkeit etwas entgegensetzen“, Skeptiker 1/2022

16. August 2022
von Bernd Harder
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Elvis lebt …und andere Promis, die einfach nicht sterben dürfen

Zum 45. Todestag von Elvis Presley veröffentlichen wir das Kapitel „Die Elvis-Verschwörung“ aus dem Buch „Elvis lebt!“ (2010), das von Uwe Ochsenknecht vertont wurde:

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Elvis lebt. Michael Jackson auch. Jim Morrison sowieso.

Paul McCartney dagegen ist tot. Johnny Depp ebenfalls. Bei Britney Spears weiß man es noch nicht so genau.

Aber gehen wir der Reihe nach.

Am 7. September 1996 trifft Oscar J. Peterson den leibhaftigen King in einer Männertoilette in Coconut Grove, Florida. „Ich konnte es nicht glauben“, berichtet der Versicherungskaufmann aus Morton, Ohio, dem [ehemaligen] Online-Portal honorelvis.com von seinem Erlebnis:

Ich sagte: „Du bist Elvis“ und er erwiderte „Nein, Ted Kennedy“. Aber ich wusste, er macht nur Spaß.“

Einen Ohrenzeugen, der bekräftigt, Elvis‘ Stimme gehört zu haben, präsentiert Peterson in seiner Anekdote gleich mit – nämlich einen gewissen Tyler D’Laniel, der mit folgendem bemerkenswerten Detail aufwartet:

Er sagte den Satz „Nein, Ted Kennedy“ exakt mit der gleichen Intonation, wie der Song „Trouble“ in dem Elvis-Film „King Creole“ klingt.“

Am 28. März 2010 hängt Elvis im Centerfolds-Club in Rancho Cordova, Kalifornien, ab. Dort macht er der Tänzerin Christy Canyon ein Kompliment wegen ihres sexy Rücken-Tattoos, drückt ihr ein paar Dollar in die Hand und verschwindet.

Ich schaute in seine Augen und wusste, es ist der King

schwärmt Christy im [ehemaligen] Elvis-Sighting-Bulletin-Board:

Ich habe ihn seitdem nicht wiedergesehen, aber ich hoffe, dass er nochmal herkommt.

Hyram Romney wiederum fährt am 18. Februar 2010 auf einem Highway im Südwesten von Wyoming. An einer Tankstelle bei der Ortschaft Little America bemerkt er, dass der dunkelhaarige Servicemitarbeiter auffallende Ähnlichkeit mit Elvis Presley aufweist.

Romney hat erst vor kurzem den Elvis-Film „Clambake“ gesehen und weiß genau, was Sache ist. Der Tankwart pfeift fröhlich den Presley-Hit „Kentucky Rain“ vor sich hin. Romney spricht ihn an:

Hey, Sie sind ja genau wie der King!

Der Mann entgegnet kurz, das habe ihm noch keiner gesagt. Aber als Romney davonfährt, sieht er, dass der Tankwart ihm zunickt und eine bestätigende Geste macht.

Wie kann das sein?

Offiziell starb Elvis Presley am 16. August 1977, im Alter von 42 Jahren. Im Bad seiner Villa in Memphis. Und zwar „aus einer Mischung unglücklicher Umstände“, wie das GQ-Magazin prosaisch ausführte:

40 Kilo Übergewicht, Medikamentencocktail (Auf- und Abputschmittel gleichzeitig) und harter Stuhl. Jeder Arzt wird Ihnen sagen, dass Sie Punkt 3 nie rauspressen dürfen, wenn Sie Punkt 1 und 2 im Körper haben.

Das klingt wenig schmeichelhaft für den King of Rock’n Roll und ganz und gar profan. Kann eine lebende Legende wirklich so enden? Natürlich nicht. Elvis kann nicht tot sein, weil er so nicht tot sein kann.

Erstes Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt:

Auf seinem Grab steht „Elvis Aaron Presley (†1977)“. Dabei hieß Elvis „Elvis Aron Presley“, Aron mit einem „a“. Anscheinend liegt da in Graceland ein Mann begraben, den es nie gab.

Zweitens: „Elvis“ ist ein Anagramm für „lives“ – eine der wichtigsten Seiten für Elvis-Sichtungen heißt [hieß] denn auch elvislives.info.

Drittens: Während seiner letzten Show stimmte Elvis plötzlich „Blue Christmas” an, mitten im August. Was wollte er uns damit sagen?

Ja, was?

Dass er des Starrummels überdrüssig war und sich heimlich, still und leise aus dem öffentlichen Leben zurückziehen wollte? Im Weiteren hätte der King dann seinen Tod inszeniert, um ohne Stress und Berühmtheit irgendwo neu anzufangen.

Als Tankwart zum Beispiel. Obwohl er heute noch rund 38 Millionen Euro pro Jahr mit seinen Songs verdient. Und eigentlich gern im Rampenlicht stand.

Vielleicht ist Elvis auch ins Zeugenschutzprogramm des FBI abgetaucht, weil er Ärger mit der Mafia hatte. Immerhin mehr als 40 000 Leute versichern, den Meister gesehen, getroffen oder gar gesprochen zu haben – das sind rein zahlenmäßig nur 10 000 Sichtungen weniger, als es Elvis-Imitatoren gibt.

Und selbstverständlich sah er dabei nicht „fett und aufgedunsen“ aus (also so, wie die Rettungssanitäter ihn nach eigenen Aussagen an jenem 16. August 1977 auffanden), sondern fit und vital wie zu seinen besten Zeiten.

Und nie älter als 42 Jahre.

Genau wie Michael Jackson. Kaum war der King of Pop tot, wurde er rund um den Globus gesehen.

Ich war nur kurz Brötchen holen, da stand auf einmal dieser Mann hinter mir, lange schwarze Haare, Sonnebrille, den Hut tief im Gesicht,

informierte etwa Ronny H. aus Eggesin, Mecklenburg-Vorpommern, wenige Tage nach dem Dahinscheiden des Megastars die Illustrierte Stern in einer Mail.

Er hat auf Englisch bestellt, da wurde ich hellhörig. Doch bevor ich reagieren konnte, war er schon wieder verschwunden.

Auch Rick aus Nevada ist fest davon überzeugt, dass er von Michael Jackson in einem blauen Cadillac auf der Interstate 80 in Höhe des Städtchens Elko überholt wurde. Rebekka aus Tampa schwört, dass es Michael höchstpersönlich war, der an ihrer kleinen Tankstelle eine Zeitung und einige Oreo-Cookies erstanden hat. „Das war abzusehen“, kommentierte der Stern unaufgeregt:

Ein solcher Megastar wie Jackson darf nicht einfach so an Herzversagen sterben wie jeder x-beliebige Normalverbraucher, da braucht es schon eine kräftige Prise Mythos.

Genauer gesagt: die MJAC, die „Michael Jackson is Alive Conspiracy“.

Und die geht so:

Jacko hatte die Nase voll von seinem miesen Image und den ganzen Schulden, 500 Millionen Dollar sollen es ja sein. Und da hat er einfach seinen eigenen Tod inszeniert und schnell mal eines seiner vielen Doubles für ihn „sterben“ lassen.

Nun relaxt er an einem geheimen Ort und schaut sich an, wie die Welt um ihn trauert und wie besessen seine Platten kauft.

Beschäftigt man sich nur lange genug mit MJAC, ergibt auf einmal alles einen Sinn: Den ominösen Gesundheitscheck seines Konzertversicherers hatte Jackson nur deswegen bestanden, weil er in Wirklichkeit topfit war. Sein Leibarzt Dr. Robert Murray war nur deswegen Donnerstagnacht verschwunden, weil er half, Jackson aus dem Land zu schaffen.

Und Jacksons Kinder waren allein deswegen vor einigen Wochen erstmals ohne Maske in der Öffentlichkeit zu sehen, weil es sich ebenfalls um Doppelgänger handelte. In Wirklichkeit warteten Prince Michael I, Paris und Blanket da schon längst auf ihren Papa.

Auf Bora Bora, oder bei Ronny in Eggesin, wer weiß das schon.

Wer das weiß?

Derzeit noch niemand – aber die Nachforschungen sind in vollem Gange. Allen voran die „Michael Jackson Death Hoax Investigators“, die sich auf der Webseite michaeljacksonhoaxforum.com austauschen.

Was immer auch genau passiert ist, eins steht für die Wahrheitsjäger schon jetzt fest:

Michael Jackson is not dead, he‘s alive. And he will come back. Soon he will be in the spot light again.

Hoffnungsvoll stimmen diesbezüglich die zahllosen Sichtungen des Idols überall auf der Welt. Ein anonymer Schreiber mit dem Kürzel „K.C.“ meldet auf michaeljacksonsightings.com, Jackson auf dem Flughafen von Manchester gesehen zu haben, wo er in einer Zeitung aufmerksam die Berichte über seinen Tod studierte, während er auf einen Flug nach Dubai wartete.

Etwa um die gleiche Zeit lief er dem User „F.S.“ in einer Flughafentoilette in Las Vegas über den Weg. Ein gewisser „J.B.“ berichtet sogar von mehreren Begegnungen auf dem kleinen Flughafen von Queenstown im Süden Neuseelands.

Aber vielleicht reist Michael Jackson auch mit dem Boot, wie „D.S.“ aus einem Internet-Café in Port Saeed in Dubai schreibt, der den King of Pop zusammen mit einer Frau und zwei Bodyguards von einem kleinen Lotsenboot in ein Taxi umsteigen gesehen haben will.

Mit solchen Geschichten, bekennt ein Autor des Online-Magazins PromiPranger freimütig, „lässt es sich einfach viel besser leben, denn der vermeintlich wahre Tod von Michael Jackson ist mir viel zu tragisch.“

Apropos tragisch: Wie geht es eigentlich einem weiteren prominenten Frühverstorbenen, nämlich James Douglas (Jim) Morrison?

Bestens natürlich.

Der Tastenmann des ehemaligen „Doors“-Sängers, Ray Manzarek, vermutet Morrison auf den Seychellen. Immer schon habe der exzentrische Künstler mit Prospekten des Urlaubsparadieses gewedelt und ein vorgetäuschtes Ableben erwogen, plauderte Manzarek zum 65. Geburtstag Morrisons im Jahr 2008 aus.

Derweil am anderen Ende der Welt ein dicker, weißbärtiger Eremit, der sich möglicherweise James Douglas oder Douglas James nennt, feierte. Unter Sonne und Palmen. Nur das Trinken hatte er zu diesem Zeitpunkt schon vor 37 Jahren aufgegeben. Und zwar genau am 3. Juli 1971, dem Tag, da er angeblich in einer Pariser Badewanne starb.

Der Filmemacher Gerald Pitts dagegen will wissen, dass der charismatische Rocksänger heute im südlichen Oregon Araberpferde züchtet und seine Zeit unter anderem damit verbringt, die Tiere zu malen. Mehrmals wurde Morrison in den letzten Jahren auch – ganz in schwarzes Leder gekleidet – in diversen Nachtclubs von Los Angeles gesehen.

Aber was heißt das schon? Auch Paul McCartney wird regelmäßig in London oder sogar in aktuellen Fernsehsendungen gesehen – obwohl er schon lange tot ist.

Präzise seit 1966. Wieso konnte der Ex-Beatle dann 2022 einige Konzerte geben? Ganz einfach: Der Mann war ein Doppelgänger, der nach Pauls Ableben eingesprungen ist. Dessen wirklicher Name: William Campbell, Gewinner eines Paul-McCartney-Ähnlichkeits-Wettbewerbs im Jahr 1967.

Unglaublich? Nicht doch.

Eine eingeschworene Beatles-Fan-Gemeinde ist fest davon überzeugt, dass Paul McCartney am 9. oder 10. November 1966 nach einem Streit mit den übrigen Bandmitgliedern aus den Londoner Abbey-Road-Studios stürmte, in sein Auto sprang, mit überhöhter Geschwindigkeit davon brauste und tödlich verunglückte.

Manager Brian Epstein gelang es, die Tragödie zu vertuschen und mit Campbell als Double die Fassade der erfolgreichen Supergruppe aufrecht zu erhalten. Die drei verbliebenen Beatles bewahrten Stillschweigen. Aber um das Geschehene seelisch zu verarbeiten, versahen sie zahlreiche Songs, Texte und Cover mit verschlüsselten Hinweisen.

Nämlich: An einem Mittwochmorgen um fünf Uhr („Wednesday morning at five o’clock when the day begins” aus She’s leaving home) übersieht Paul McCartney eine Ampelphase („He didn’t notice that the lights had changed” aus A day in the life), weil er durch eine vorbeigehende Frau abgelenkt ist („When I caught a glimpse of Rita” aus Lovely Rita).

Ihm ist nicht mehr zu helfen („Nothing to do to save his life” aus Good morning, good morning”), er stirbt noch im Wagen („He blew his mind out in a car” aus A day in the life). Schnell bildet sich eine Menschenmenge („A crowd of people stood and stared, they’d seen his face before” aus A day in the life). Ein Zeitungsartikel wird geschrieben, die Zeitung jedoch zurückgehalten („Wednesday morning papers didn‘t come“ aus Lady Madonna).

Absolut eindeutig: das Cover des Albums „Abbey Road“, das 1969 als letztes „Beatles“-Album erschien.

Die vier Männer, die über einen Zebra-Streifen gehen, stellen ganz klar eine Beerdigungs-Prozession dar. Lennon in Weiß ist der Priester, Starr in Schwarz symbolisiert die Trauergemeinde, Harrison in Arbeitskleidung den Totengräber. McCartney (oder Campbell oder wer auch immer) geht als einziger barfuß und nicht im Gleichschritt mit den anderen – er ist der Tote.

Obwohl Paul Linkshänder war, hält dieser Mann seine Zigarette in der rechten Hand. Auf dem Nummernschild des Käfers im Hintergrund steht „LMW 28 IF“. Entschlüsselt: „Linda McCartney weeps (oder auch: widow)“. Das „28 IF“ soll bedeuten: Würde Paul zu diesem Zeitpunkt noch leben, wäre er 28. (Zugegebenermaßen lautet die Nummer korrekt gelesen nicht 28 IF sondern 281 F, und überdies wäre Paul erst 27.)

Auf ungezählten Internet-Seiten werden Beatles-Cover und -Songs auf Hinweise abgeklopft und einschlägige Textstellen mit Hörbeispielen verlinkt. Die Anzahl der Indizien („clues“ genannt) soll bei weit über 230 liegen.

Macht es Sinn, hier ein wenig Vernunft und Rationalität walten zu lassen? Vermutlich nicht, denn jeder, der eine Verschwörung leugnet, setzt sich damit automatisch dem Verdacht aus, selbst zu den Konspirateuren zu gehören. Nehmen wir dies einmal billigend in Kauf.

Also:

Das Gerücht, Paul McCartney sei 1966 bei einem Autounfall ums Leben gekommen und 1967 durch einen Doppelgänger ersetzt worden, verbreitete sich 1969. Russell Gibb, Moderator der Radiostation WKNR-FM in Detroit, erhielt am 12. Oktober während einer Live-Sendung einen Anruf. Ein gewisser Tom erzählte von seiner Befürchtung, Paul McCartney sei gestorben. Der Anrufer forderte Gibb auf, das „White Album“ aufzulegen und den Song „Revolution #9“ rückwärts abzuspielen.

Zu hören war etwas, das so ähnlich wie „Turn me on, dead man“ klang.

Kurz darauf kam ein in der Nähe der WKNR-Studios lebender Zuhörer in den Aufnahmeraum, der behauptete, den tatsächlichen Beweis für Pauls Ableben zu haben. Konkret ging es um die letzte Passage von „Strawberry Fields Forever“, wieder rückwärts gespielt. Gibb tat ihm den Gefallen – und viele Hörer waren überzeugt, am Ende des Stücks John Lennons Worte „I buried Paul“ zu vernehmen.

Tatsächlich allerdings sagt John Lennon „Cranberry Sauce“. Und der „Paul-is-dead“-Hoax entstand schon einen Monat früher.

Tim Harper, Redakteur der Studentenzeitung Times-Delphic der Drake University (Iowa), veröffentlichte die Mutmaßung als Erster, und zwar in der Ausgabe vom 17. September 1969. Harpers Quelle war der Student Dartanyan Brown, der in einer häufig von Musikern frequentierten Pension wohnte und deren Storys und Gerüchte aufnahm und weitererzählte.

Harpers Zeitungsartikel über Browns Phantasiegeschichte inspirierte den Rundfunk-Moderator Russ Gib zu besagtem Joke mit „Revolution #9“, den er mit einem Kumpel namens Headly Westerfield inszenierte. Und alle vier – Brown, Harper, Gibb und Westerfield – registrierten bass erstaunt, dass überregionale Medien ihren kleinen Fake aufgriffen und immer weiter pushten – bis hin zu renommierten Zeitschriften wie Rolling Stone oder Life.

Totgesagte leben manchmal eben doch länger.

Hoffen wir, dass dies auch für Miley Cyrus, Britney Spears, Eminem, Taylor Lautner („Twilight“), Tom Cruise, Johnny Depp, Robbie Williams und Sarah Jessica Parker gilt. Sie alle und zahlreiche weitere Promis aus der Film- und/oder Musikbranche sollen bei Verkehrsunfällen, Drogenexzessen oder anderen Tragödien ums Leben gekommen sein, rumort es unablässig durchs Internet.

Was soll das? Vermuten wir dahinter mal wohlwollend eine Form von Protest – eine unregulierte Selbstverteidigung gegen das multimediale Dauerfeuer, mit dem uns Stars und Sternchen über TV, Radio, Kino, Internet, Zeitschriften, Commercials und Comics angedient werden.

Anscheinend ändern sich die Zeiten. Nicht mehr die Stars suchen das Weite vor ihren Fans – sondern die Fans entledigen sich der Stars.

Und deshalb lassen wir jetzt, zum Ende dieses Artikels, auch Elvis sterben. Und fragen jemanden, der sich mit sowas auskennt: den Tod.

Oder wenigstens jene schwarz vermummte Gestalt mit der großen Sense in der Hand, die sich in der Al-Bundy-Episode „Ein Mörder-Publikum“ als der Tod persönlich vorstellt und das Oberhaupt der „Schrecklich netten Familie“ mitnehmen will.

Es entspinnt sich folgender Dialog zwischen Al und dem Schnitter:

Der Tod: „Das wusste ich. Noch so ein Winsler, der grün im Gesicht wird angesichts der ewigen Dunkelheit. So viel Ärger hatte ich nicht mal mit Elvis.“

Al Bundy: „Ist Elvis wirklich …?“

Der Tod: „Also bitte! Zu Sechst mussten wir ihn da rauszerren. Und dazu mussten wir sogar die Badezimmertür aushängen. Auf Pillen sind wir dort überall ausgerutscht. Du würdest jetzt nicht mal seine Briefmarke ablecken, wenn Du das gesehen hättest.“

Oder geben wir das allerletzte Wort dem Pathologen, der die Obduktion des King in den Biowissenschaftlichen Laboratorien in Van Nuys, Kalifornien, vornahm:

Wenn er nicht tot war, bevor ich die Autopsie gemacht habe, dann sicher hinterher.

Zum Weiterlesen:

  • Elvis lebt! Warum der King einfach nicht sterben darf, GWUP-Blog am 11. Januar 2015
  • Elvis lebt! Herder 2010, 192 Seiten 10,99 €
  • Uwe Ochsenknecht vertont skeptisches Buch, GWUP-Blog am 2. August 2010
  • 45. Todestag des Kings: Die Verschwörungstheorien über Elvis kursieren noch immer, t-online am 16. August 2022
  • Elvis ain’t dead – the weirdest Elvis Presley sightings and conspiracy theories, nme.com am 2. Januar 2019
  • Elvis Lives! Investigating the Legends and Phenomena, Skeptical Inquirer Volume 19.4, December 2009

16. August 2022
von Bernd Harder
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Ferngespräch „Warum handeln wir unvernünftig?“ jetzt auch als Hoaxilla-Podcast

Das #ferngespräch vom 17. Mai gibt’s jetzt auch als Hoaxilla-Podcast:

Handeln Menschen in der Regel vernünftig und rational oder eher nicht? Das haben wir uns im 99. WildMics-Special angeschaut. Dabei sprachen wir unter anderem über Heuristiken, Bahnübergänge und das Milgram-Experiment.

Mit dabei war Prof. Uwe Peter Kanning.

Zum Weiterlesen:

  • WildMics Special #99: „Warum handeln wir unvernünftig?“ am 15. August 2022
  • Video: „Groupthink – Fehlentscheidungen in Gruppen“ mit Uwe Kanning
  • Video: „Führen Diskussionen zu ausgewogeneren Entscheidungen?“ mit Uwe Kanning
  • Video: „Confirmation Bias, oder wie man sich selbst betrügt“ mit Uwe Kanning
  • Warum kluge Menschen dumme Dinge tun, hpd am 25. November 2013
  • Warum auch kluge Menschen dumme Entscheidungen treffen, Welt-Online am 28. Juli 2017
  • Der betörende Glanz der Dummheit, hpd am 8. Dezember 2011

15. August 2022
von Bernd Harder
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Die Anthroposophen starten eine „Akzeptanz“-Offensive – mit Prozessen gegen Kritiker

Heute in der FAZ:

Die Anthroposophie ist in der Pandemie im Querdenker-Lager angekommen. Jetzt sucht sie ihr Heil vor Gericht.

Offenbar glaubten die Anthroposophen ernsthaft, dass sie in der Corona-Krise „mit ihrer Impfskepsis endlich in der Mitte der Gesellschaft ankämen“, zitiert FAZ-Autor Hinnerk Feldwisch-Dentrup den Religionswissenschaftler und Anthroposophie-Experten Ansgar Martins:

Stattdessen gibt es so viel kritische ­Aufmerksamkeit wie vielleicht nie zuvor.

Und das macht die Szene-Protagonisten nervös – und aggressiv.

Wie es in dem Artikel weiter heißt, geht der Waldorfschulen-Bund juristisch gegen den „AnthroBlogger“ Oliver Rautenberg vor „und versucht ihn zu diffamieren“:

Zudem sei es der anthroposophischen Medizin angelegen, sich aus dem „anthroposophischen Getto zu befreien“. Es gebe einen „Masterplan“ zur Akademisierung, erklärt der Religionshistoriker Helmut Zander. Hierzu zähle die Etablierung von Uni-Lehrstühlen, Habilitationsförderungen oder die Schaffung von Förderstrukturen.

Einen ersten Erfolg hätten die Anthroposophen bei den Vereinten Nationen zu verbuchen:

Wie die WHO dieser Zeitung bestätigt, werden dort Standards für die Ausbildung anthroposophischer Ärzte erarbeitet, zusammen mit der Internationalen Vereinigung Anthroposophischer Ärztegesellschaften, finanziert auch von dieser sowie von einer Stiftung. Die Standards reflektierten, was die Anthroposophenärzte als Minimalausbildung ansehen, so ein WHO-Sprecher. Laut Teilnehmern habe die WHO „großes, sympathisches Interesse“ gezeigt – und Respekt.

Wie wenig dieser „Respekt“ angebracht ist, zeigt zum Beispiel die „Schock-Studie“ zu angeblichen Corona-Impfschäden von Prof. Dr. Harald Matthes, Ärztlicher Leiter der anthroposophischen Klinik Havelhöhe in Berlin und Inhaber einer Stiftungsprofessur für integrative und anthroposophische Medizin an der Berliner Charité (wir berichteten hier):

Der Charité-Leitung bereitet er teils Probleme: So mit einer simplen Umfrage zu Nebenwirkungen von Corona-Impfungen, die anfangs unter Homöopathen und Anthroposophie-Anhängern gestreut wurde und bei der mehr als 40 000 Menschen mitgemacht haben sollen.

Dem MDR sagte Matthes, demnach seien vierzigmal so viele schwere Nebenwirkungen aufgetreten wie amtlich bekannt. „Halbe Million Fälle mit schweren Impf-Nebenwirkungen“, titelte die Berliner Zeitung, der MDR berichtigte seinen Bericht später.

Die Charité distanzierte sich – die Umfrage habe methodische Schwächen. So hätten Personen mehrfach und ungeprüft an der Umfrage teilnehmen können, die Ergebnisse könnten völlig falsch sein. Matthes Aussagen überschritten „den Interpretationsspielraum“, die Daten würden sie „nicht belegen“.

Der Charité-Vorstand empfahl Matthes, „die Studie nicht fortzusetzen“. Obwohl die Charité sich den Lehrstuhl finanzieren lässt, sagt eine Sprecherin, diese unterstütze keine Methoden, „für deren Wirkung keine Evidenz besteht“.

Damit ist zur „Anthroposophischen Medizin“ und deren Vertretern wohl alles gesagt.

Der FAZ-Artikel endet mit einem Zitat von Helmut Zander:

Ich vermute, dass mit der Kritik am anthroposophischen Verhalten in der Pandemie eine große Hoffnung enttäuscht wurde, mit einer alternativen Wahrnehmung in der Gesellschaft endlich akzeptiert zu sein.

Im Gegenteil.

Weder mit einer „alternativen Wahrnehmung“ noch mit „Meteoreisen“-Globuli gegen Covid-19 noch mit Prozessen gegen Kritiker werden die Anthroposophen irgendeine Akzeptanz erreichen.

Zum Weiterlesen:

  • Anthroposophie : Mit Globuli und mystischen Ideen gegen Krankheitserreger, FAZ am 15. August 2022
  • Video mit Nora Pösl: „Wieso die Anthroposophie für Querdenker und rechte Ideologie anfällig ist“, GWUP-Blog am 25. August 2021
  • Wieviel Anthroposophie steckt in den neuen Corona-Protest-Parteien? Anthroposophie.blog am 7. Mai 2021
  • heute-show-Video: „Waldorf aktuell – Corona Spezial“, GWUP-Blog am 15. Mai 2021
  • Anthroposophie: Der esoterische Arm der Querdenken-Bewegung? GWUP-Blog am 7. Mai 2021
  • Video: Die Waldorfbewegung und die Corona-Krise, GWUP-Blog am 12. Februar 2021
  • Studie: Anthroposophie und Alternativszene als Triebfedern der „Querdenken“-Bewegung, GWUP-Blog am 28. November 2021
  • Die „Schock-Studie“ der Charité zu Corona-Impfschäden: Viel Lärm um wenig, GWUP-Blog am 7. Mai 2022
  • Dr. Hegedüs zur „Schock-Studie“ der Charité über Impfschäden, GWUP-Blog am 10. Mai 2022
  • Anthroposophische Krankenhäuser behandeln Covid-19 mit Meteorstaub und Ingwer, Belltower News am 13. Januar 2021

14. August 2022
von Bernd Harder
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Homöopathie: Das INH schreibt dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Lucha

Fürwahr befremdliche Aussagen eines Gesundheitsministers:

Manfred Lucha (Die Grünen), Minister für Gesundheit, Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg, gibt mal wieder den beinharten Globuli-Verteidiger, der keinen Hehl aus seiner Absicht macht, den kürzlich gefassten Beschluss der Landesärztekammer BW (die Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung zu streichen) juristisch zu Fall zu bringen.

Das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) hat Lucha jetzt einen Brief geschrieben.

Baden-Württemberg mag das „Land der Naturheilkunde“ sein, warum nicht. Dies ins Feld zu führen, mag einem Landespolitiker gut zu Gesicht stehen, geht aber im Zusammenhang mit der Homöopathiediskussion fehl.

Homöopathie ist – im Gegensatz zu dem, was die Homöopathiewerbung nahelegt – keine Naturheilkunde,

heißt es darin unter anderem.

Unglaublich, was man einem Gesundheitsminister alles erklären muss.

Zum Weiterlesen:

  • Offener Brief des INH an Minister Lucha, Baden-Württemberg, zur Streichung der Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung der LÄK BW, INH am 13. August 2022
  • Auch in Baden-Württemberg: Landesärztekammer streicht Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung, GWUP-Blog am 25. Juli 2022
  • Baden-württembergische Ärztekammer stimmt gegen Homöopathie, swr am 26. Juli 2022
  • Quo vadis, Homöopathie? hpd am 26. Juli 2022
  • Mit der Homöopathie geht es immer mehr bergab, publikum-net am 25. Juli 2022
  • Krebs bleibt Krebs, da helfen keine Kügelchen, medical tribune am 6. August 2022
  • Lucha stellt sich bei Homöopathie gegen Ärzteschaft, stern.de am 1. August 2022
  • „Wer heilt, hat recht“ – und das bedeutet was? INH am 26. Januar 2019

14. August 2022
von Bernd Harder
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„Redezeit“ über Hass im Netz – „Was muss endlich passieren?“

Bei NDR Info diskutierten Josefine Ballon von Hate Aid, Simone Rafael von Belltower News und Katharina Nocun über

Hasskriminalität im Netz – was muss endlich passieren?

In der Redezeit geht es um die Frage, ob die Gesetze ausreichen, um die massive Bedrohung gegen Personen zu verhindern. Und was jeder und jede Einzelne tun kann, um sich zu schützen.

Zum Weiterlesen:

  • Hasskriminalität im Netz – was muss endlich passieren? ndr am 10. August 2022
  • Neues Video von Anwalt Jun: „Wie Morddrohungen auf mich und Fr. Kellermayr wirkten und was wir dagegen tun können“, GWUP-Blog am 9. August 2022
  • Gehen oder bleiben? Natalie Grams und Christian Lübbers diskutieren in der FAZ, GWUP-Blog am 8. August 2022
  • Ärzte auf Twitter : „Es geht oft nur noch darum, den Gegner zu zerstören“, FAZ+ am 8. August 2022
  • Natalie Grams, Christian Lübbers und Christian Kröner über Drohungen und Hass im Netz, GWUP-Blog am 7. August 2022
  • Der Fall Kellermayr und die Folgen: „Ich möchte eigentlich nur noch schreien“, derStandard am 6. August 2022
  • „Ich bekam Zuschriften wie: Wir hängen dich auf“, Zeit-Online am 4. August 2022
  • Interview: Natalie Grams über Lisa-Maria Kellermayr und die Löschung ihres Twitter-Accounts, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Dr. Janos Hegedüs: „Wir müssen zusammen weiterkämpfen“, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Dr. Lisa-Maria Kellermayr – wie geht es jetzt weiter? GWUP-Blog am 1. August 2022
  • Spiegel (online) über Anwalt Jun, Natalie Grams und Anke Staffeldt, GWUP-Blog am 3. August 2022
  • Anwalt Chan-jo Jun über Hass im Netz: „Jura könnte die Lösung des Problems sein, wenn man es nur anwenden würde“, br am 1. August 2022
  • Abmeldungen nach Bedrohungen: Der große Twitter-Koller, Deutschlandfunk am 3. August 2022

14. August 2022
von Bernd Harder
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Science Cops über Bach-Blüten: „Ein Blumenstrauß voll Blödsinn“

Die Quarks Science Cops über Bach-Blüten:

Im Internet stößt man schnell auf viele Berichte, in denen Menschen von sensationellen Heilerfolgen dank der Bachblüten berichten. Egal ob Stress, Panik, chronische Schmerzen oder ADHS: Bachblüten sollen die Lösung sein. Sogar Bach selbst sagte über seine Methode: „Es gibt keine in diesem Lande bekannte und übliche Krankheit, die mit Hilfe der Pflanzen, über die ich heute Abend sprechen werde, noch nicht geheilt wurden.“

Auch für die Science Cops klingt das erst mal großartig. Allerdings stellen sie schnell fest, dass Bach seine Versprechen zu Lebzeiten nicht wirklich beweisen konnte. Und auch heute sieht es mit Wirksamkeitsnachweisen nicht viel besser aus.

Hier geht’s zum Podcast (zirka 55 Minuten).

Zum Weiterlesen:

  • Die Quarks Science Cops über ,,Die Akte Bachblüten“, GWUP-Infos am 13. August 2022
  • GWUP-Infos: Bach-Blütentherapie
  • Bach-Blütentherapie in der Homöopedia
  • Bach-Blüten: Von Trotz- und Dummköpfen, GWUP-Blog am 20. November 2010
  • Bach-Blüten vor Gericht: kein Wirksamkeitsnachweis, GWUP-Blog am 7. Februar 2014
  • Der Wahnsinn: Homöopathie gegen Krebs und Bach-Blüten bei Kindesmissbrauch, GWUP-Blog am 17. November 2013
  • Olivia Newton-John ist an Krebs verstorben: Effektive Alternativmedizin in der kurativen Behandlung von Krebs ist ein gefährlicher Mythos, publikum-net am 10. August 2022
  • Krebs bleibt Krebs, da helfen keine Kügelchen, medical tribune am 6. August 2022
  • Teuer und wirkungslos – Apparate zur Bioresonanztherapie, medwatch am 9. August 2022