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Verdeckte Homöopathie-PR in der Zeitung – völlig normal

Der seltsame Schrieb in der Wilhelmshavener Zeitung wurde gestern schon bei Dr. Natalie Grams und beim INH  diskutiert:

Eine wilde Vermischung von „Studien“ ( = Apothekenumfrage), Werbung und negativen Buzzwords („chemische Keule“).”

Jetzt hat sich auch der Onlinebranchendienst Meedia der Geschichte angenommen und erklärt, wie …

… verdeckte Homöopathie-PR in eine Tageszeitung kommt.”

Der nicht als Werbung oder PR gekennzeichnete Text stammt von einer Agentur, die zu einem „Institut für Naturheilkunde und Kommunikation e.V.“ gehört […]

Von einer Tageszeitung sollte man eigentlich eine transparentere Trennung zwischen PR- und Redaktionsinhalten erwarten können. Der Leiter der Lokalredaktion der Wilhelmshavener Zeitung erklärte auf Nachfrage von MEEDIA, dass er keine Veranlassung sehe, einen solchen Artikel wie „Eine Medizin für die ganze Familie“ als Werbung zu kennzeichnen.”

Nö, warum auch?

Sonst würden die Leser ja erfahren, dass die Homöopathie-Lobby kein bisschen “anders” agiert als die pöse Pharmaindustrie.

Zum Weiterlesen:

  • Der Fall Meditonsin: Wie verdeckte Homöopathie-PR in eine Tageszeitung kommt, meedia am 16. November 2017
  • Heute schon gelacht? Die neueste Studie über Homöopathie bei Heuschnupfen, GWUP-Blog am 5. Juli 2016
  • Operation Zwerchfell: Die Homöopathen posten mal wieder eine Gaga-Studie, GWUP-Blog am 24. April 2016
  • Geldverschwendung: Meditonsin in der Erkältungszeit, GWUP-Blog am 1. November 2017

Das Goldene Brett 2017: Die Finalisten stehen fest

Unter 230 Nominierungen hat die Jury drei Kandidaten für das Goldene Brett 2017 ausgewählt.

Ins Finale geschafft hat es Andrew Wakefield – ein britischer Arzt, der auch im deutschen Sprachraum zu einer Galionsfigur der Impfkritiker-Bewegung geworden ist.

1998 erregte er mit einer Publikation im Fachmagazin The Lancet Aufsehen, in der er einen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem MMR-Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln und Autismus behauptete. Später wurde bekannt, dass Wakefield von Anwälten, die Eltern autistischer Kinder vertraten, bezahlt worden war.

The Lancet zog die Studie zurück, ein Berufsverbot gegen ihn wurde ausgesprochen.

Trotzdem ist Wakefield bis heute eine Ikone der Impfgegnerszene – selbst zu US-Präsident Donald Trump hatte er Kontakt, um seine impfkritische Haltung zu propagieren. Im vergangenen Jahr wurde er insbesondere durch seinen Impfgegnerfilm „Vaxxed“ bekannt.

Durch Personen wie Wakefield wird das Impfen – eine der erfolgreichsten Errungenschaften der Medizingeschichte – als etwas Gefährliches und Bekämpfenswertes dargestellt, mit potenziell lebensgefährlichen Folgen.

Ebenfalls unter die Top 3 kommt Peter Fitzek, Esoterikautor und Führungspersönlichkeit der sogenannten „Reichsbürgerbewegung“, von der die Existenz der Bundesrepublik Deutschland geleugnet wird.

Auch in Österreich hat sich inzwischen eine derartige Gruppe gebildet. Die Reichsbürger behaupten, Deutschland sei kein legitimer souveräner Staat, daher müsse man sich auch nicht an seine Regeln und Gesetze halten.

Häufig wird Deutschland als „Firma“ oder „GmbH“ bezeichnet, deren Forderungen keine legale Bedeutung hätten.

Fitzek rief das „Königreich Deutschland“ aus und ließ sich selbst zum „König von Deutschland“ beziehungsweise zum „Imperator Fiduziar“ krönen. Er gründete eine „Königliche Reichsbank“, in die seine Anhänger Geld einzahlten und erfand sogar eine eigene Währung – das sogenannte „Engelgeld“.

Als Fitzek beim Übertreten einer Geschwindigkeitsbegrenzung erwischt wurde, zeigte er einen selbst ausgestellten „Führerschein des Königreichs Deutschland“ vor. Wegen Veruntreuung der in die Bank eingelegten Gelder und unerlaubter Bankgeschäfte wurde Fitzek schließlich zu einer Haftstrafe verurteilt.

Der dritte Finalist ist Prof. Johannes Huber. Der Gynäkologe, der in den Medien gerne als „Hormonpapst“ tituliert wird, sorgte mit antiwissenschaftlichen Behauptungen für Aufsehen.

Sein Buch „Es existiert“ wurde zum Bestseller, im Oktober 2017 legte er mit „Der holistische Mensch“ nach. In beiden Büchern präsentiert er eine Vielzahl esoterischer Ideen – von Schutzengeln über magische Aura bis hin zu übersinnlicher Informationsübertragung und die Bedeutung früherer Leben für unser zukünftiges Schicksal.

Gerade deshalb, weil man Johannes Huber medizinische Fachkompetenz nicht absprechen kann und er bei vielen Menschen hohes Ansehen genießt, sind seine oft wirren Argumentationsketten bedenklich.

Wenn ein scheinbar vertrauenswürdiger Wissenschaftler den Glauben an Übersinnliches öffentlich als „methodisch richtig“ bezeichnet, dann wird der Geist des rationalen Denkens und der Aufklärung rascher beschädigt, als ihn viele andere Wissenschaftler, die sich für Wissenschaftskommunikation engagieren, in mühevoller Arbeit aufbauen können.

Auch ein Preis für das Lebenswerk wird wieder vergeben. Er geht dieses Jahr an die Homöopathin Cornelia Bajic, stellvertretend für den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ).

Ihre völlige Ahnungslosigkeit und Unbelehrbarkeit hat Bajic gerade erst wieder mit einem Posting auf der Facebook-Seite von Natalie Grams demonstriert.

Die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ findet am 23. November um 20:15 Uhr in der Urania in Wien (Uraniastraße 1) und gleichzeitig bei einer Parallelveranstaltung in Hamburg im Schulterblatt 73 statt.

Zum Weiterlesen:

  • Herr Doktor und die Engel, naklar am 12. März 2017
  • Die Spinnereien des “Königs von Deutschland”, Welt-Online am 24. Februar 2016
  • Weitere Haftstrafe für Peter Fitzek, mdr am 10. August 2017
  • 16 Jahre Wakefields Fake-Studie, GWUP-Blog am 11. Juni 2015
  • Vaxxed“ im Kino, Fakefield und sein angeblicher Whistleblower, GWUP-Blog am 4. April 2017
  • Das Anti-Impf-Machwerk „Vaxxed“ auf Propagandatour in Deutschland, GWUP-Blog am 16. Februar 2017

Video: „Die Psychologie des Bösen“ bei Skeptics in the Pub Wien mit Lydia Benecke

Das Video von Lydia Benecke bei Skeptics in the Pub Wien ist jetzt online:

Allerdings kann nur ein Ausschnitt des Vortrags (zirka 25 Minuten) sowie die anschließende Diskussion gezeigt werden.

Zum Weiterlesen:

  • Lydia Benecke: Auf dünnem Eis – Die Psychologie des Bösen. Bastei Lübbe 2016, 347 Seiten, 10 € (Taschenbuch)
  • “Auf dünnem Eis – Die Psychologie des Bösen” von Lydia Benecke (Review), Huffington Post am 7. Juli 2016
  • Jetzt kostenlos: Hoaxilla-TV mit Lydia Benecke über Psychopathie, GWUP-Blog am 25. Februar 2015

Neue Serie: „Zur Kritik an der Homöopathiekritik“

Das INH hat eine neue Serie “Zur Kritik an der Homöopathie-Kritik” gestartet.

Die erste Folge “Wissenschaftliche Nachweise” ist –  in variierter Form –  parallel dazu bei Susannchen braucht keine Globuli und bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie erschienen.

Dr. Norbert Aust schreibt dazu:

Es ist offenkundig, dass die Verbände der Homöopathie sich stärker als bisher mit der Agumentation der Kritiker auseinandersetzen, wie sie auch vom Informationsnetzwerk Homöopathie vertreten wird. Das Homeopathy Research Institute (HRI) ist eine englische Vereinigung, die sowohl entsprechende Forschung fördert als auch versucht, die Homöopathie als wissenschaftlich erwiesene Therapieform darzustellen.

Unter der Überschrift „FAQ Homeopathy“ wird auf der Webseite des HRI auch in deutscher Sprache eine Reihe von Kernaussagen der Homöopathiekritiker untersucht und es wird versucht, diese zu widerlegen. Diese Argumentationen waren wiederum Basis für die Broschüre der DHU, die dort wahrscheinlich auf den verschiedenen Vortragsveranstaltungen und Fortbildungsveranstaltungen verteilt wird.

In einer kleinen Artikelserie soll aufgezeigt werden, wie und warum die Kritiker zu ihren Aussagen kommen und was von den Gegenargumenten zu halten ist. Unsere Artikel werden in drei Textversionen erscheinen, die gleichzeitig hier auf meinem Blog, auf der Webseite des INH  und bei Susannchen  gepostet werden sollen.”

Zum Weiterlesen:

  • Serie “Zur Kritik an der Homöopathiekritik” – Teil I: Wissenschaftliche Nachweise, INH am 11. November 2017
  • Zur Kritik an unserer Homöopathiekritik – I: Wissenschaftliche Nachweise, Susannchen-Blog am 12. November 2017
  • Kritik der Homöopathen an der Homöopathiekritik I: Wissenschaftliche Nachweise, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 12. November 2017
  • Australien zeigt, wie man den Aufenthalt im homöopathischen Paralleluniversum beendet, GWUP-Blog am 7. November 2017

Video: Aprikosenkerne, Himalaya-Salz und Weihrauch sind keine Strohhalme

Dr. Johannes spricht im DocCheck-Video über “Hausmittel bei Schwerkranken”.

Schwerkranke Patienten setzen oft große Hoffnung in alternative Heilmethoden. Dabei greifen sie zu fragwürdigen Mitteln: ausgekochte Aprikosenkerne, Himalaya-Salz oder Weihrauch. Ärzte sollten einfühlsam mit ihren Patienten umgehen und über Risiken aufklären.”

Wie öfter bei DocCheck sind die Kommentare kaum zu glauben.

Zum Weiterlesen:

  • Warum haben Medikamente Nebenwirkungen, Die Erde ist keine Scheibe am 10. November 2017
  • Video: Krebs-Wundermittelchen im SWR-Marktcheck, GWUP-Blog am 3. November 2017
  • Krebs: “Alternativmedizin tötet”, GWUP-Blog am 15. August 2017
  • Krebs: Gefährliche Online-Lügen, GWUP-Blog am 10. April 2017
  • „Ich könnte kotzen“: Krebs- Betroffene kritisiert Quackseite “Zentrum der Gesundheit”, GWUP-Blog am 23. Juni 2015
  • Im WDR: Tödliche Ehe – Die Krebskranke, der Heilpraktiker und seine Versprechen, GWUP-Blog am 1. Dezember 2016
  • Mit Elektroden, Pilzen und Homöopathie gegen Krebs, GWUP-Blog am 18. Januar 2017

Heute-Show-Video: „Als wäre ich ein Idiot – oder sagen wir ein Impfgegner“

Die heute-show war bei einer Impfgegner-Demo in Hamburg:

Es gibt tatsächlich Leute, die halten so etwas ernsthaft für “Werbung”:

Mehr braucht man zur Selbstwahrnehmung von Impfverweigerern wohl nicht zu sagen.

Außer vielleicht noch der einen oder anderen direkten Anmerkung dazu:

So isses.

Zum Weiterlesen:

  • “Musterbeispiel für Kritikresistenz“: Juristische Fachzeitschrift über Impfgegner, GWUP-Blog am 3. Oktober 2017
  • Impfgegner demonstrieren – und Verschwörungstheoretiker holen sie freudig ab, GWUP-Blog am 21. September 2017
  • Hellseher reloaded? Warum eine TV-Parodie kein “Ritterschlag” ist, GWUP-Blog am 23. September 2012
  • Die Zeit über Impfmythen, GWUP-News am 12. November 2017

Hoaxilla-TV und Cornelius Courts zum Turiner Grabtuch

In der aktuellen Folge von Hoaxilla-TV geht es um das Turiner Grabtuch.

Zu Gast ist der forensische Genetiker und Science-Blogger Cornelius Courts.

Einen zwölfminütigen Teaser gibt’s hier.

Zum Weiterlesen:

  • Eine “Spurensuche” nach dem Turiner Grabtuch in Deutschland, GWUP-Blog am 9. Mai 2015
  • Hoaxilla #96 – Das Turiner Grabtuch vom 19. August 2012

Es ist alles wahr: Dunja Hayali interviewt exklusiv einen Echsenmenschen

Jetzt redet sie (Dunja Hayali). Mit ihm. (Jan-Jacob Vogelsang). Und dann isses raus: Es gibt sie!

Dunja Hayali traf sich mit dem Echsenmenschen Jan-Jacob Vogelsang zu einem Exklusivinterview in der Hohlerde. Er sieht sich als Opfer einer weltweiten Verschwörung.”

Aufgedeckt vom Bohemian Browser Ballet (mit Facebook-Präsenz).

Zum Weiterlesen:

  • Der Antichrist Obama wird von Reptiloiden bewacht, GWUP-Blog am 24. März 2013
  • Echsenmenschen und Prüfbarkeit, GWUP-Blog am 16. Dezember 2014
  • Hoaxilla #65 – “Echsenmenschen: Sie sind unter uns!” vom 13. November 2011
  • “Reptiloide” bei Psiram
  • Die FAZ über “Das Muster der Verschwörung”, GWUP-Blog am 1. November 2017
  • Aluhüte absetzen, Fink.Hamburg am 27. Oktober 2017
  • „Die wollen uns umbringen“: Chemtrail-Gläubige öffnen Zeit-Redakteur die Augen, GWUP-Blog am 10. Oktober 2017
  • Apsidendrehung: Flacherdler fragen – Skeptiker antworten, GWUP-Blog am 7. Oktober 2017
  • Mit Aluhüten und Aufklärung gegen Verschwörungstheorien, Deutschlandfunk am 19. Oktober 2017
  • Verschwörungstheorien im Test: Ist Deutschland eine GmbH? Noizz.de am 5. November 2017

 

 

Heinz Oberhummer Award 2017 geht an Giulia Enders

Der Heinz Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation 2017 geht an die Gastroenterologin und Bestseller-Autorin Dr. Giulia Enders (“Darm mit Charme”).

Wenn ich in den letzten Jahren in den Buchhandlungen die populärwissenschaftlichen Bücher durchstöbert habe, dann war eines immer und überall prominent platziert: “Darm mit Charme” von Giulia Enders.

Kein Wunder – das Buch war DER Wissenschaftsbestseller der letzten paar Jahre; weit über zwei Millionen Exemplare wurden verkauft und es wurde in ein paar Dutzend Sprachen übersetzt.

Auch heute, drei Jahre nachdem es das erste Mal erschienen ist, kann man es immer noch in den Bestsellerlisten finden.

Dieser einzigartige Erfolg begann mit einem Science-Slam-Vortrag im Jahr 2012. Giulia Enders, damals Medizinstudentin, gewann damit Science-Slam-Bewerbe in Freiburg, Karlsruhe und Berlin und erhielt im Anschluss die Möglichkeit, ihr Lieblingsthema in Buchform zu verbreiten.

Und wer hätte damit gerechnet, dass ein ganzes Buch nur über unseren Darm über Jahre hinweg die Öffentlichkeit so sehr begeistert?”

Die Preisverleihung findet am 25. November in Wien statt. Tickets für die Gala mit den “Science Busters” gibt es hier.

Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert. Der Award wurde auf Initiative der Science Busters gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium, der TU-Wien, Uni-Graz, Stadt Wien, dem ORF und FM4 ins Leben gerufen.

Erster Preisträger war im vergangenen Jahr James Randi.

Zum Weiterlesen:

  • Der Heinz Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation 2017 geht an Giulia Enders, Astrodicticum simplex am 9. November 2017
  • Jetzt als Video: „Oberhummer Award 2016“ mit der Preisverleihung an James Randi, GWUP-Blog am 11. Januar 2017

Video: Der Backfire-Effekt – und trotzdem gute Nachrichten für die Faktenverteidiger

Im aktuellen Terra X Lesch & Co.-Video geht es um den “Backfire-Effekt” – also das Phänomen, dass Menschen oft noch fester an etwas glauben, wenn sie mit korrigierenden Fakten oder sogar eindeutigen Widerlegungen konfrontiert werden.

Leschs Empfehlungen erschöpfen sich indes in einer “Umarmungs”-Strategie, wie sie Gunter Dueck gestern auch bei Scilogs vorgeschlagen hat.

Immerhin stellt Lesch klar, dass der “Backfire-Effekt” primär nur bei emotionalen Fragen zuschlägt, “wenn es um innerste Überzeugungen geht”.

Auch die Publizistin Ingrid Brodnig schreibt in ihrem neuen Buch “Lügen im Netz”, dass …

… gerade bei besonders überzeugten Bürgern Korrekturen dazu führen, dass diese noch mehr an die Falschmeldung glauben.”

Allerdings plädiert Brodnig dafür, auch weiterhin …

… beharrlich und geduldig auf den Wert von Fakten hinzuweisen.”

Dazu beschreibt sie eine Studie aus dem französischen Wahlkampf:

Wissenschaftler testeten bei 2480 Franzosen aus Regionen, in denen die Front National stark ist, die Wirkung von Fehlinformation als auch Richtigstellungen.

Ein Teil der Teilnehmer sah falsche Aussagen der Politikerin Marine le Pen, ein Teil erhielt nur die faktisch-korrekte Information, und ein dritter Teil las sowohl Fehlinformation als auch anschließend Fakten.

Die Rechtspopulistin hatte beispielsweise anhand von Fotos behauptet, dass 99 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland und Ungarn Männer seien. Diese Zahl stimmt nicht. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sind von den Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kamen, 42 Prozent Kinder oder Frauen.

Forscher der Sciences Po und École d’économie de Paris fanden heraus, dass sowohl Irreführung als auch Aufklärung beeinflusst, was Menschen für wahr halten:

Wenn Probanden falsche Meldungen von Le Pen lasen, dann überschätzten sie tendenziell eher den Anteil von männlichen Flüchtlingen. Eine darauf folgende Richtigstellung verbesserte allerdings das Wissen wieder.

Selbst Sympathisanten von Le Pen reagierten positiv auf die Richtigstellung, zwar nicht ganz so stark wie der Rest der Befragten, aber immerhin zeigte auch hier Aufklärung eine Wirkung.

Dass auch Anhänger von Le Pen die Richtigstellung in ihren Wissensstand aufnahmen, ist ein bemerkenswerter Aspekt […] Es könnte also sogar sein, dass Fakten sogar etwas stärker wirken, als noch vor wenigen Jahren vermutet.”

Ein Interview mit Ingrid Brodnig gibt’s im nächsten Skeptiker, der Mitte Dezember erscheint.

Zum Weiterlesen:

  • Fakten, Diskussionen – und der Backfire-Effekt, GWUP-Blog am 2. April 2017
  • Ingrid Brodnig: Lügen im Netz. Brandstätter-Verlag, Wien 2017, 208 Seiten, 19,99 €
  • Ingrid Brodnig: Hass im Netz. Brandstätter-Verlag, Wien 2016, 232 Seiten, 17,90 €
  • Harald Lesch über die Macht von Fake News, GWUP-Blog am 3. Februar 2017
  • Harald Lesch und die Psychologie hinter Hass, GWUP-Blog am 17. August 2016



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