gwup | die skeptiker

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5. Juni 2023
von Bernd Harder
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„Kryptografie“ im WTF-Talk

Heute Abend (5. Juni) ist im WTF-Talk der Science-Blogger und Kryptologe Klaus Schmeh zu Gast:

Kryptografie – Alles auf Nummer sicher?

Los geht’s um 20 Uhr. Infos dazu gibt es wie immer bei den Zeugen Kühlwaldis.

Zum Weiterlesen:

  • Klaus Schmeh zur Dechiffrierung der Briefe Maria Stuarts u. Voynich-Manuskript, Deutschlandfunk am 8. Februar 2023
  • Neue kommentierte Ausgabe des Voynich-Manuskripts veröffentlicht, cipherbrain am 22. September 2022
  • Skurriles Experiment: Verraten Tote Geheimwörter? telepolis am 20. Mai 2013
  • Verraten Tote Geheimwörter? Video-Vortrag mit Klaus Schmeh bei der Dragon Con 2020, GWUP-Blog am 3. September 2020
  • Klaus Schmeh: Codeknacker gegen Codemacher – Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung. Springer 2022, 463 Seiten, 32,99 €
  • Kryptologie, Kryptografie und Kryptoanalyse: Wo liegen die Unterschiede? isits am 23. August 2022

4. Juni 2023
von Bernd Harder
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„Ufo 1665 – Die Luftschlacht von Stralsund“ und andere historische Rätsel um Alien-Besuche

8. April 1665, gegen zwei Uhr nachmittags:

Sechs Fischer aus Stralsund liegen bei Barhöft vor Anker, als am Himmel ein großer Vogelschwarm vorüberzieht. Plötzlich verwandelt sich der Pulk in Kriegsschiffe, die unter Rauch, Feuer und gewaltigem Getöse mehrere Stunden lang miteinander kämpfen. Gegen Abend erscheint „mitten aus dem Himmel“ eine „runde, platte Form wie ein Teller“ über der Nikolaikirche.

Eine Ufo-Schlacht im 17. Jahrhundert?

14. April 1561, bei Tagesanbruch:

Über der Stadt Nürnberg formieren sich vor der aufgehenden Sonne kugel-, kreuz- und zylinderförmige Objekte, die „gut eine Stunde lang“ heftig streiten und kämpfen, ehe sie „mit viel Dampf vom Himmel herab auf die Erde“ sinken und sich auflösen. Der Briefmaler und Drucker Hans Wolff Glaser hält das Spektakel auf einem Flugblatt fest.

Ein Luftkampf zwischen außerirdischen Besuchern?

7. August 1566, kurz nach Sonnenaufgang:

Über Basel tauchen am Himmel „große, schwarze Kugeln“ auf, die „mit großer Schnelle und Geschwindigkeit“ vor der Sonne umherfliegen und gegeneinander prallen, „als ob sie einen Streit führten: Etliche davon wurden feurig und rot, zerfielen alsbald und verloschen dann.“

Ein glaubwürdiger Ufo-Bericht?

War der Luftraum über Deutschland und der Schweiz in der Frühen Neuzeit Schauplatz fortwährender Sternenkriege? Dieser Frage geht die Ausstellung

Ufo 1665 – Die Luftschlacht von Stralsund

in der Berliner Kunstbibliothek nach.

Zu sehen sind dort unter anderem Illustrationen der Ereignisse vom 8. April 1665, wie sie die Fischersleute Aßmus Barfoldt, Steffen Rode, Claus Sünnemann, Michel Rohde, Joachim Hasse und Hans Trebuss bezeugten. Inspiriert wurde der Direktor der Kunstbibliothek und Ausstellungskurator Moritz Wullen von dem Buch „Wonders in the Sky“ des französischen Ufologen Jacques Vallée.

Doch Wullens Erklärung für die seltsamen Himmelsphänome ist keine paranormale:

Im 17. Jahrhundert dachte niemand an ein Naturphänomen, sondern von vornherein immer an ein göttliches Wunderzeichen. Man lebte einfach in der Auffassung, dass der Himmel so eine Art Stadion-Screen ist, über den Gott mit der Menschheit kommuniziert, nur eben nicht über Fußballergebnisse, sondern über bevorstehende Strafgerichte und Apokalypsen.

„Wunderzeichen“ oder Prodigien wurden schon in der römischen Antike gesammelt, etwa von dem Schriftsteller Iulius Obsequens. In seinem Buch „Liber de prodigiis“ verzeichnete er

… die außernatürlichen Begebenheiten in der Natur […], alle Vorgänge gleichnishafter Art, durch die ein in der Zukunft liegendes Geschehnis angezeigt und sein Ablauf vorgedeutet wird.

Dazu zählten zum Beispiel „Blutregen, Kometen, Himmelszeichen und Fehlbildungen bei Menschen und Tieren“, schreibt die Volkskundlerin Michaela Schwegler.

Mit dem Beginn der Neuzeit nahm die Vorzeichendeutung einen neuen Aufschwung, maßgeblich beeinflusst von den Prodigiensammlungen des Humanisten und Universalgelehrten Conrad Lycosthenes:

Die Zeitumstände des 16. Jahrhunderts waren besonders geeignet, die Menschen an Furcht erregende Prophezeiungen glauben zu lassen.

Die Bauernkriege in Deutschland, die Kriege der protestantischen und katholischen Landesherren als Folgen der Schriften des Reformators Martin Luther, die Verunsicherung in Glaubensfragen, die Unterdrückung der Untertanen und die Zerstörung der Landschaften in diesen Glaubenskriegen ließen die Menschen erschaudern.

Man glaubte, dass alle diese Missstände auf dem Zorn Gottes beruhten, der Zeichen am Himmel erscheinen ließ, um die Menschen zur Umkehr zu mahnen.

In der Tat „ist in keiner Quelle des 17. Jahrhunderts im Zusammenhang mit unerklärlichen Himmelserscheinungen von Außerirdischen die Rede“, heißt es in einem Begleittext zur Berliner „Ufo 1665“-Ausstellung.

Stattdessen entnehmen wir einer zeitgenössischen Beschreibung der „wunderbarlichen Stralsundischen Lufft-Kriege und Schiffstreite“, dass

… viel gelahrte und verständige Leute / sich allerhand Gedancken zwar gemachet; aber die rechte Außdeutung dennoch dem lieben GOtte gelassen haben / und auch wohl lassen werden; bis es die reiffe Zeit ausweisen wird / was der erzürnete GOtt auffs neue über jene Nordische Refier / für eine Vnglücks-Schale außzugiessen beschlossen habe.

Auch die Erläuterungen des Nürnberger Druckers Hans Wolff Glaser zu seinem Flugblatt von 1561 lassen kaum an ein hochtechnisiertes Luftgefecht denken, sondern bringen eine religiöse Botschaft unters Volk:

Was aber solche Zeichen bedeuten, weiß allein Gott.

Da wir aber kurz aufeinander so viele und verschiedene Zeichen am Himmel haben, die der allmächtige Gott – als wollte er uns ob unseres sündigen Lebens zu Buße reizen und locken – erscheinen lässt, so sind wir leider so undankbar, dass wir solche Zeichen und Wunderwerke Gottes verachten, spöttisch darüber reden und in den Wind schlagen.

Zu befürchten steht, dass Gott uns unserer Undankbarkeit willen eine schreckliche Strafe schicken wird.

Aber konkret welche „verschiedenen Zeichen“ machen das „Nürnberger Himmelsspektakel“ aus, dessen Darstellung in der Zentralbibliothek Zürich aufbewahrt wird?

Realer Stimulus in der frühen Morgendämmerung war möglicherweise eine Halo-Erscheinung, die sich als Nebensonnen, Bögen, Kreise und ähnliche Lichtbrechungs- und Spiegelungseffekte manifestieren kann – und zum Beispiel auch im Augsburger Wunderzeichenbuch (Mitte 16. Jahrhundert) mehrfach abgebildet ist:

Bei den länglichen Zylindern handelt es sich um Kanonenrohre (nebst umherfliegenden Kugeln), wie sie auch auf anderen Flugblättern zu sehen sind:

Und der „große, schwarze Pfeil“ ist kein „Mutterschiff“, wie die Jungs vom „Ufo- und Mysterien-Kanal“ Hangar 18b bei Youtube mutmaßen, sondern ein Komet, der als „Zornrute Gottes“ galt und dementsprechend kriegerisch ausgemalt wurde:

Auch das Motiv der „Himmelsschlacht“ findet sich im Nürnberger Flugblatt von 1561 wieder, das aus Wolkenformationen oder Nordlichtern herausgelesen und als göttliche Warnung gedeutet wurde, dass die Menschen ihre Kriege beenden sollen:

Bleibt indes noch das „Rätsel“, das die Münchner Abendzeitung entdeckt haben will:

Derartige Naturphänomene treten selten zugleich auf …

Natürlich nicht.

Das berühmte Flugblatt von Hans Wolff Glaser ist allerdings auch ist keine Momentaufnahme, sondern eine Kompilation:

Autoren, Zeichner und Stecher haben damals sprichwörtlich abgekupfert, haben Motive gesamplet und neu zusammengesetzt.

Von einer „Recyclingmaschine“ spricht der Kurator der Berliner Ausstellung, Moritz Wullen, bei Welt-Online. Aus dem unerklärlichen Ereignis wurde eine fortgesetzte mediale Inszenierung, zumal Flugblätter im 17. Jahrhundert als „Sensationslektüre“ galten:

Für den Druckerverleger waren Flugblätter in erster Linie Mittel zum Zweck und dieser Zweck war das Verdienen von Geld. Er bestimmte den Inhalt nach wirtschaftlichen Erfordernissen. Schriften mit Berichten über Wunderzeichen und anderem sensationellen Inhalt verkauften sich besonders in den ländlichen Gegenden, die allgemein von einem ereignislosen Alltagsleben geprägt waren, gut.

Weder die Luftschlacht von Stralsund 1665 noch das Nürnberger Himmelsspektakel 1561 noch das Basler Flugblatt von 1566 belegen Besuche durch Außerirdische in früherer Zeit.

Dafür begegnen wir darin „den mentalen Wirklichkeiten des 17. Jahrhunderts, den Mythen, den Ängsten, den kosmologischen und technologischen Vorstellungen“, erklärt Wullen.

„Ufo 1665“ hat nichts mit Erich von Däniken-Stories zu tun, es ist eine kritische Bildgeschichte mit einem Schuss Spekulation.

Zum Weiterlesen:

  • Das Ufo von Stralsund, welt+ am 6. Mai 2023
  • Michaela Schwegler: Erschröckliches Wunderzeichen oder natürliches Phänomen? Frühneuzeitliche Wunderzeichenberichte aus der Sicht der Wissenschaft. Kommission für bayerische Landesgeschichte, Institut für Volkskunde, München 2002

3. Juni 2023
von Bernd Harder
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Video: Dr. Janos Hegedüs debunked die „Pfizer-Files“

Neu bei Dr. Hegedüs:

Debunked: Die Pfizer-Files

Die Pfizer-Files – ein hochkontroverses Thema, zu dem ich mich, wenn auch mit etwas Verspätung, äußern möchte.

Auf dem Kanal Aktien mit Kopf wurde ein Video mit einem dramatischen Titel veröffentlicht, der eine bedeutsame Enthüllung in Aussicht stellte: die Offenlegung der sogenannten Pfizer-Dateien. Bei diesen handelt es sich um Dokumente, die Pfizer während der Entwicklung und Erprobung des mRNA-Impfstoffs „Comirnaty“ zusammengestellt hat.

Die Ergebnisse der Zulassungsstudie liegen vor, doch für die selbsternannten Vertreter des „kritischen Denkens“, die eher querdenkerisch agieren, reicht dies natürlich nicht aus. Sie beabsichtigen, die Rohdaten zu analysieren und die Studienergebnisse neu zu bewerten.

Sie sind weiterhin auf der Suche nach Beweisen, wobei ihre Bemühungen immer verzweifelter erscheinen. Bücher und Videos über die ‚Pfizer-Files‘ unterstreichen den enormen Aufwand, den einige betreiben, um ihre persönliche Wahrheit zu schützen und ihre schrumpfenden Echokammern vor dem Kollaps zu bewahren.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon und Panda: Ein Video von Janos Hegedüs, GWUP-Blog am 21. Mai 2023
  • Video mit Janos Hegedüs: „Electro-Quantum Harmonics Healing“ – Die dunkle Seite der KI als Warnung und Weckruf, GWUP-Blog am 29. Mai 2023

2. Juni 2023
von Bernd Harder
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„Zehn knallharte Fakten über Schüßler-Salze“ zum Download

Neues Download-Poster von Onkel Michael:

Fakt #10:

Schüßler hatte mit seinem Unsinn nur Erfolg, weil er von Anfang an die Anwendung durch Laien setzte.

Zum Weiterlesen:

  • Zehn knallharte Fakten über Schüßler-Salze, Onkel Michael am 2. Juni 2023
  • Onkel Michael: Herr Schüßler und seine Salze – eine umfassende Dokumentation
  • Die Akte Schüßler-Salze: Unsinn aus dem 19. Jahrhundert, quarks.de am 29. November 2022
  • Grams‘ Sprechstunde: Bachblüten und Schüßler-Salze – Hauchdünne Theorie, detektor.fm am 10. November 2022
  • Wilhelm Schüßler in der Homöopedia
  • Da ist nichts: „Schüßler-Salze“ bei medizin-transparent, GWUP-Blog am 1. August 2017
  • Noch mehr Unsinn… Heute: Schüßler-Salze, Susannchen braucht keine Globuli am 30. Juli 2017
  • Schüßler-Salze, Bachblüten, Homöopathie – ja was denn nun? Science and Sense am 31. Oktober 2022

1. Juni 2023
von Bernd Harder
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SkepKon-Video: Klimadebatte zwischen Verharmlosung und Alarmismus

Das erste Vortragsvideo von der SkepKon 2023 in Frankfurt ist online:

Der Gründer und langjährige Vorsitzender der GWUP, Amardeo Sarma, wirft einen rationalen Blick auf die Klimadebatte.

Die Datenlage ist klar: Die Erdatmosphäre erwärmt sich, und die Hauptursache ist anthropogener Natur, d.h. durch Kohlendioxid- und Methanemissionen menschlichen Wirtschaftens bedingt. Doch ist diese Erwärmung eher harmlos oder existenziell bedrohlich?

Lassen wir Klimawandelleugner außen vor, gibt es unter denen, die die Sachlage anerkennen, Übertreibungen in beide Richtungen: Die einen spielen herunter, die anderen ergehen sich in apokalyptischem Alarmismus. Der Vortrag macht eine sachliche Bestandsaufnahme auf Grundlage der Berichte des Weltklimarates IPCC und des aktuellen Standes der Klimaforschung.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon und Panda: Ein Video von Janos Hegedüs, GWUP-Blog am 21. Mai 2023
  • Das war die SkepKon 2023, hpd am 30. Mai 2023
  • Zum Erscheinen des IPCC-Synthese-Reports: Unsere Faktenchecks zum Klima jetzt umfassend aktualisiert, klimafakten am 20. März 2023
  • Wetterforscher als neue Feindbilder der Klimaskeptiker, web.de am 31. Mai 2023

1. Juni 2023
von Bernd Harder
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„Esoterik, Hexen, Astrologie: Wann wird’s gefährlich?“ bei 13 Fragen/unbubble

Auch der Youtube-Kanal unbubble des ZDF widmet sich dem Thema Esoterik:

Esoterik, Hexen, Astrologie: Wann wird’s gefährlich?

Ab wann wird Esoterik zur Gefahr? Und bis zu welchem Punkt ist die Beschäftigung mit dem Übersinnlichen vielleicht auch eine Ergänzung zu rein wissenschaftlichen Zugängen? Darüber haben wir bei 13 Fragen diskutiert.

Mit dabei sind:

  • Bernd Harder, GWUP
  • Ann-Kristin Tlusty, Journalistin & Autorin
  • Gerald B., Ex-Verschwörungstheoretiker
  • Shisha Rainbow, TikTok-Hexe
  • Britta Petersen, Betreiberin einer Esoterik-Messe
  • Kocku von Stuckrad, Religionswissenschaftler

Zum Weiterlesen:

  • „Mercury in retrograde“: Esoterik bei Carolin Kebekus, GWUP-Blog am 27. April 2023
  • „Schluss mit der Rationalität, her mit Feelings“: Aurel Mertz über den Esoterik-Boom, GWUP-Blog am 27. Januar 2023
  • Videos: Esoterik – das Business und die Gefahren, GWUP-Blog am 26. Januar 2023

1. Juni 2023
von Bernd Harder
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Kein Wunder: Die unverweste Ordensfrau von Missouri

Ein weiterer Name für die Liste der „Incorruptibles“, der unverweslichen Heiligen:

Wilhelmina Lancaster, Gründerin der Benediktinerinnen von Maria, Königin der Apostel, einem Kloster im US-Bundesstaat Missouri, starb am 29. Mai 2019 im Alter von 95 Jahren – aber verwest nicht, wie ihre Mitschwestern bei der Umbettung kürzlich feststellten.

Seitdem pilgern „Hunderte Menschen“ zu dem Kloster im ländlichen Missouri gepilgert, schreibt der Spiegel, während der Sheriff von Clinton County, Larry Fish, in einem Facebook-Video von 10.000 bis 15.000 Gläubigen täglich spricht, die er in der Benediktinerkapelle in der Kleinstadt Gower erwarte.

Aber wieso eigentlich?

Die fromme Tagespost verortet das Phänomen der unverwesten Heiligen direkt in himmlischen Sphären und fabuliert von einem „bewegendes Zeichen Gottes, das Gott uns Menschen gibt, um auf die Hoffnung der künftigen Auferstehung zu weisen und die Heiligkeit von Glaubenszeugen zu unterstreichen“.

Kann man natürlich so sehen – muss man aber nicht.

Dass der Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz ein Heiliger war, wird wohl niemand ernsthaft behaupten. Trotzdem ist sein Leichnam in der Dorfkirche von Kampehl (Brandenburg) nicht verwest, obwohl keine künstlichen Mumifizierungsverfahren angewendet wurden.

Der forensische Anthropologe Nicholas Passalacqua von der Western Carolina University findet denn auch nichts Besonderes am Fall Wilhelmina Lancaster. Es sei nicht sehr ungewöhnlich, dass auch nicht einbalsamierte Leichen während der ersten Jahre relativ gut erhalten bleiben können.

Auch der Spiegel beschreibt verschiedene natürliche Ursachen, warum Leichen nicht verwesen, zum Beispiel Austrocknung.

Auf der Webseite des Klosters steht zu lesen, dass die Ordensschwestern ihre Entdeckung gar nicht publik machen wollten, aber eine private E-Mail durchgestochen worden sei. Man wolle jetzt in Ruhe fortfahren mit einer einfachen Neubestattung der Gründerin.

Ein kurzes Video dazu gibt’s von dem Forensiker Marcus Schwarz auf Instagram.

Und wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unseren Skeptiker-Artikel „Keine Spur vom Triumph des Todes“ und die Zusammenfassung hier im Blog.

Zum Weiterlesen:

  • Hunderte pilgern zu unverweslichem Leichnam von US-Nonne, spiegel.de am 28. Mai 2023
  • Das Geheimnis der unzersetzlichen Nonne, spiegel.de am 30. Mai 2023
  • Wilhelmina Lancaster’s Nuns Explore Possible Sainthood Case, newsweek am 31. Mai 2023
  • Überreste von Pater Pio kaum verwest, spiegel.de am 3. März 2008
  • Gestörter Kreislauf, spiegel.de am 16. August 1998
  • Das Tabu der nicht verwesenden Toten, spiegel.de am 10. November 2017
  • Gibt es Heilige, die nicht verwesen? focus.de am 16. April 2016
  • Rätsel um den „lebenden Leichnam“ eines 162 Jahre alten buddhistischen Mönches, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • Das „Blutwunder“ von Wilsnack sorgte für lukrativen Boom – und viel Streit, welt.de am 2. Juni 2023
  • Die Unverwesten, GWUP-Blog am 26. Oktober 2010
  • „Keine Spur vom Triumph des Todes“, Skeptiker 3/2001

1. Juni 2023
von Bernd Harder
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Video: Zauberkunst als Mittel zum Forschungszweck

Im April referierte die Psychologin Christine Mohr bei Kortizes in Nürnberg zum Thema

Der Reiz des Unmöglichen: Zauberkunst als Mittel zum Forschungszweck

Seit etwa fünf Jahren führt die Referentin Studien durch, die Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge untersuchen. In all diesen Studien steht ein an sich unmögliches Ereignis im Mittelpunkt. Dieses unmögliche Ereignis wurde von einem Zauberer in Szene gesetzt.

Zuschauer erlebten zum Beispiel, wie ein „Medium“ Kontakt mit einer toten Person aufnimmt, oder eine Person Handlungen durchschauen kann, weil sie die psychologischen Indikatoren einer anderen Person interpretiert (z.B. Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Persönlichkeit).

Untersucht wurde der paranormale Glauben vor und nach diesen Erlebnissen. Die Teilnehmer wurden darüber hinaus befragt, wie sie das Erlebnis interpretieren und was sie fühlen. Die Ergebnisse dieser Studien werden in dem Vortrag vorgestellt.

Zum Weiterlesen:

  • Magic Performances – When Explained in Psychic Terms by University Students, Front Psychol 2018 Nov 6;9:2129
  • Die Wirkung von Zaubertricks auf Para-Gläubige und Skeptiker, Skeptiker 1/2003

1. Juni 2023
von Bernd Harder
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Heinz Oberhummer Award 2023 geht an „Die Sendung mit der Maus“

Der Heinz Oberhummer Award für Wissenschaftskommunikation 2023 geht an

Die Sendung mit der Maus

Seit 1971 immer am Sonntagvormittag ist das Hochamt der Aufklärung auf Sendung. Und hat Generationen von Kindern beeinflusst, die erst mit der Maus aufgewachsen sind, dann mit dem Elefanten und schließlich auch noch mit der Ente.

Unzählige Dinge und Phänomene sind dabei schon erklärt worden – man wäre schneller fertig aufzulisten, was noch nicht erklärt worden ist, als umgekehrt. Was die Maus aber besonders auszeichnet: Sie kann das unterhaltsam und leicht verständlich und trotzdem stimmt es.

So wie es auch Heinz Oberhummer mochte und weshalb es die Science Busters gibt.

Die Verleihung geht am 28. November im Stadtsaal Wien über die Bühne:

Die Macher:innen der Maus freuen sich sehr über die Auszeichnung und kommen mit Mann und ihr selber nach Wien.

Zum Weiterlesen:

  • Video: Oberhummer-Award für Mai Thi Nguyen-Kim und das Coronavirus-Update vom NDR, GWUP-Blog am 11. Juni 2022
  • „Die Sendung mit der Maus“ bekommt Preis für Wissenschaftskommunikation, wdr am 20. April 2023

30. Mai 2023
von Bernd Harder
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Bhakdi, Guérot, Meyen und Co: Universitäten und ihre „Kokolores“-Dozenten

Der Medienwissenschaftler Michael Meyen von der LMU München hat seine Mitherausgeberschaft bei der „Querdenker“-Wochenzeitung Demokratischer Widerstand nach zwei Ausgaben niedergelegt.

Trotzdem hat die Ludwig-Maximilians-Universität diese Personalie an die Landesanwaltschaft Bayern als zuständige Disziplinarbehörde abgegeben, teilte eine LMU-Sprecherin der SZ mit. Es sei offen, ob ein Disziplinarverfahren gegen Meyen eingeleitet wird.

Die Uni habe zu prüfen, ob dienstliches Fehlverhalten vorliege. Was die sonstige rechtliche, insbesondere auch strafrechtliche Relevanz betrifft, liege die Zuständigkeit nicht bei der LMU. Seine Lehrtätigkeit dürfe Meyen ohne Einschränkungen fortsetzen.

Der Spiegel beschreibt in seiner aktuellen Ausgabe (22/2023) die Schwierigkeiten der Hochschulen in solchen Fällen:

Die müssen abwägen – zwischen der Freiheit von Lehre und Wissenschaft sowie Meinungsfreiheit einerseits und möglichem Durchgreifen andererseits.

Wie das Blatt berichtet, sei es der Universität Mainz bislang nicht gelungen, Sucharit Bhakdi den Professorentitel zu entziehen. Der ehemalige Mikrobiologe war in der vergangenen Woche in Plön vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden.

„Schon der Anschein, die Wissenschafts- und Meinungsfreiheit nicht zu respektieren, sollte seitens einer Hochschule vermieden werden“, sagt Lambert T. Koch vom Hochschulverband.

Eine Rektorin, die selbst mit einem „schwierigen Kollegen“ zu tun hatte, formuliert es im Hintergrundgespräch drastischer: „Wenn es um die Wissenschaftsfreiheit geht, muss man eben auch viel Quatsch aushalten.“

In der Sache Ulrike Guérot gab es Anfang Mai in Bonn den ersten Gütetermin zwischen der Politikwissenschaftlerin und der Universität Bonn – der erwartungsgemäß scheiterte. Der erste richtige Verhandlungstag soll am 13. September stattfinden.

Bis dahin gilt für die Rheinische Friedrichs-Wilhelm-Universität, dass Guérot zum 31. März 2023 aus der Universität Bonn ausgeschieden sei.

Zum Weiterlesen:

  • Prof. Dr. Kokolores, spiegel+ am 30. Mai 2023
  • Universitäten: Was tun gegen „politische Esoteriken“ von Professorinnen und Professoren? GWUP-Blog am 5. November 2022
  • Uni Bonn distanziert sich von Ulrike Guérot, GWUP-Blog am 4. November 2022
  • Verwirrung um Entlassung von Ulrike Guérot, t-online am 19. April 2023
  • Nach Kündigung: Solidaritäts-Demo für Bonner Professorin vor dem Arbeitsgericht, wdr am 2. Mai 2023
  • Ulrike Guérot war eine angesehene Professorin. Dann kam Corona. Jetzt glaubt sie, von der CIA verfolgt zu werden, stern.de am 8. Mai 2023