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„Infodemie“: Fake News und Verschwörungstheorien in Zeiten der Coronakrise

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Heute kam die dpa-Meldung rein, dass die Corona-Krise „kein übermäßiges Fake-News-Aufkommen“ triggere – sagen „Sicherheitskreise“.

Das mag stimmen für Falschmeldungen mit politischem Hintergrund. Aber die sind derzeit auch nicht das Problem.

Schlimm sind vor allem medizinische Fehlinformationen. Und da könnte man – analog zur Corona-Ausbreitung – von „Super-spreading“ reden.

Es sind nicht nur die üblichen Homöopathen, Heilpraktiker und Anthroposophen, die ihren Unsinn (vor allem über Messenger-Dienste wie WhatsApp) streuen.

Auch „Ärzte“ wie Rolf Kron („Corona Virus – Hat der Wahnsinn System?“) und Wolfgang Wodarg („Lungenfacharzt spricht Klartext: Es gibt keine Pandemie durch das Corona Virus!!“) mischen bei dem Desinformationstreiben mit.

Beide haben einen informativen Psiram-Eintrag:

Wodargs Aussagen werden darüber hinaus von correctiv, von Mimikama, spektrum und Spiegel-Online gecheckt. Widersprochen hat ihm auch der Virologe Prof. Drosten (dazu auch ein aktueller Beitrag und ein Fakten-Check bei Welt-Online).

Christian Kreil vom österreichischen Blog Stiftung Gurutest nennt weitere Namen und Voodoo-Methoden gegen Corona, darunter den Wiener „Ganzheitsmediziner“ Dr. Michael Pani, der „wunderbare Therapiefläschchen gegen allerlei Krankheiten“ verkauft:

Die legt man sich auf die Brust und wehrt damit Viren ab.

Und natürlich schwafelt auch Ruediger Dahlke darüber, „die aktuelle Entwicklung als Chance zur eigenen Veränderung zu nutzen“.

Der unvermeidliche „Dr. Leonard Coldwell“ („STOP die absurde Corona-Panik“), der es fertigbringt, praktisch alle Verschwörungstheorien zu Covid-19 in einem wirren Video zu amalgamieren), ist allerdings nur ein Pseudo-„Doktor“ und heißt eigentlich Bernd Klein.

Zwischenfazit:

Viele von denjenigen mit falschem oder leider auch echtem Doktortitel, die gerade Corona-Videos bei Youtube hochladen, sind keine medizinischen Experten, die von dem Wunsch angetrieben werden, die Bevölkerung offen und sachlich über das Virus zu informieren.

Sondern es handelt sich um altbekannte Scharlatane, Geschäftemacher und Verschwörungstheoretiker, die ihre Schwurbeleien über Impfungen, „Alternativmedizin“ etc. an einem neuen Aufhänger hochziehen.

Was außerdem in den sozialen Netzwerken kursiert, stellt Professor Schwurbelstein auf seiner Homepage und bei Facebook zusammen, zum Beispiel:

Spiegel-Online berichtet heute, dass diese „Infodemic“ in vielen afrikanischen Ländern „verheerende Folgen“ zeitige:

Menschen machen, was im Netz steht. Und sie sterben daran.

Aber natürlich nicht nur in Afrika.

Auch die Süddeutsche warnt davor, dass die „Infodemie“ genauso gefährlich sei wie die Pandemie:

Gerüchte, Halbwahrheiten und Falschnachrichten verbreiten sich rasant. Natürlich steckt die digitale Desinformation allein niemanden an – aber sie erzeugt Unsicherheit und kann dazu führen, dass Menschen sich unvorsichtig verhalten. In Zeiten einer Pandemie kann das eine Frage von Leben und Tod sein.

Tedros Adhanom Ghebreyesus hat das frühzeitig erkannt. „Wir bekämpfen nicht nur eine Pandemie, wir bekämpfen eine Infodemie“, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO vor einem Monat. „Falschnachrichten verbreiten sich schneller als das Virus, und sie sind genauso gefährlich.“ Sein WHO-Kollege Michael Ryan sieht das ähnlich: „Wir brauchen einen Impfstoff gegen Falschinformationen“.

Aber wo nehmen wir den her?

Wie wir schon häufig geschrieben haben (etwa hier oder hier), ist das Widerlegen von Falschinformationen außerordentlich schwierig, weil wir

… auf negative Informationen stehen, uns chronisch selbst überschätzen, Fans simpler Botschaften sind und überall nach Bestätigung suchen.

Das weiß natürlich auch der SZ-Kollege:

Einige der Gerüchte werden mit bösartigen Absichten gestreut: um Menschen zu verunsichern, Rassismus zu schüren, fragwürdige Produkte zu verkaufen oder die Furcht vor dem Coronavirus zu nutzen, um Computerviren zu verbreiten.

Fragwürdige Behauptungen werden aber auch von Menschen geteilt, die es gut meinen. In Krisenzeiten hätten Gerüchte und Desinformation immer Konjunktur, sagt Professor Kate Starbird, die an der University of Washington zu Kriseninformatik und Krisenkommunikation forscht.

Wenn Menschen unsicher sind und Angst haben, versuchen sie, möglichst viele Informationen zu gewinnen, um die Lage besser einschätzen zu können. Früher war es schwer, überhaupt irgendetwas zu erfahren – heute erfährt man mehr, als man eigentlich wissen wollte. „Das Problem ist ein Überangebot an Informationen“, sagt Starbird.

Dennoch gibt es keine Alternative dazu, den Kampf gegen Fake News und Verschwörungstheorien auch in der aktuellen Situation aufzunehmen:

Die Verbreitung von Fake News muss genauso gestoppt werden wie die Verbreitung des Virus selbst. Information ist jetzt ein kostbares Gut. Sowohl Panikmache auf der einen Seite als auch eine Verharmlosung oder das Wiegen in falscher Sicherheit auf der anderen Seite haben gravierende Auswirkungen und führen irgendwo am Ende der Kette zu fatalen Entscheidungen,

schreibt das INH heute in einer Rundmail an seine Unterstützer.

Bei Zeit-Online gibt’s neun Tipps zur Eindämmung von Fake-News und Gerüchten über Sars-CoV-2 von dem Psychologen und Kognitionsforscher Markus Knauff:

  • Wenn Sie im Netz etwas Neues über das Virus erfahren, denken Sie nicht sofort, Sie hätten es schon vorher gewusst.
  • Wie unser Gehirn eine Behauptung verarbeitet, hängt auch von den verwendeten Wörtern ab.
  • Suchen Sie nicht nach Informationen, die Ihre Auffassungen über das Virus bestätigen.
  • Folgt auf Ereignis A ein Ereignis B, gehen Menschen meist unbewusst davon aus, dass beide zusammenhängen.
  • Verlassen Sie sich im Netz und im Umgang mit Medien nicht auf den „gesunden Menschenverstand“.
  • Menschen halten Ereignisse für wahrscheinlicher, je verfügbarer sie in ihrem Gedächtnis sind.
  • Achten Sie auf Argumente, die gar keine sind.
  • Unterschätzen Sie nicht die Wirkung von Fehlinformationen.
  • Zweifeln Sie an dem, was Sie selbst und andere über das Virus zu wissen glauben oder für richtig halten.

Letzteres gilt natürlich auch für die Aufklärer. Denn auch wir müssen mitunter unsere Einschätzung, was „Fake News“ sind und was nicht, anpassen. Ein aktuelles Beispiel ist eine anonyme WhatsApp-Sprachnachricht vom vergangenen Wochenende („Elisabeth, die Mama vom Poldi“), nach der Ibuprofen den Krankheitsverlauf von Covid-19 verschlimmern soll.

Klang leidlich abstrus – heute rät die WHO bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Virus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. Allerdings ist das lediglich eine „Nummer sicher“-Empfehlung, die bislang nur auf einer Hypothese beruht

(Update: Mittlerweile hat die WHO ihre Warnung wieder zurückgenommen.)

Auch Spiegel-Online veröffentlicht eine Fact-checking-Anleitung:

  • Woher kommt die Nachricht?
  • Was ist der Kern der Botschaft?
  • Finden Sie die Information auch bei einer zweiten vertrauenswürdigen Quelle?
  • Was könnte die Absicht hinter der Botschaft sein?

profil hat einen Podcast (zirka 22 Minuten) mit der Publizistin Ingrid Brodnig („Lügen im Netz“) online gestellt.

Bei correctiv gibt’s einen Fakten-Check zu vier speziellen medizinischen Corona-Fake-News, wie beispielsweise man solle alle 15 Minuten einen Schluck Wasser trinken oder Luftanhalten als „Schnelltest“ bei möglicher Infektion (alle correctiv-Faktenchecks zu Corona im Überblick: hier).

Ähnliche Kurz-Widerlegungen zu verschiedenen (medizinischen und anderen) Behauptungen finden sich auch bei der Schwäbischen Zeitung (laufend aktualisiert), heute.de, Radio Gütersloh, SWR3 und vielen anderen Seiten.

Erste Adresse für Fake News ist und bleibt natürlich Mimikama, die sich allein heute unter anderem mit diesen Themen beschäftigt haben:

Und, ebenfalls lesenswert:

Denjenigen, die nichts wissen, aber vorgeben, alles zu wissen und sämtliche Lösungen parat zu haben, stehen die Wissenschaftler gegenüber: Die, die sich seit langer Zeit mit Viren auseinandersetzen, sie analysieren, Krankheitsausbreitungen simulieren, Forschungen betreiben, um nützliche Wahrscheinlichkeitsprognosen machen zu können. Sie operieren meist im Hintergrund, ihre Stimmen sind nicht so laut zu hören wie die der Wunderheiler. Sie wissen, dass sie noch nicht alles wissen […]

Gesunder Realismus ist gefragt. Eine schwierige Forderung bei so vielen unklaren Faktoren und der vorherrschenden Unsicherheit. Die Situation schön zu reden, um sich unangenehmen Beschränkungen und Maßnahmen zu entziehen, wäre genauso wenig ratsam wie in Panik zu verfallen und den Teufel an die Wand zu malen.

Und was gibt’s Neues von der Verschwörungsfront?

Mittlerweile, seit unserem letzten Beitrag, sind natürlich auch die üblichen Promi-Aluhüte am Start.

Wie etwa Heiko Schrang („Corona erwirkt, dass Menschen gegen ihren Willen geimpft und zugleich gechippt werden können. Corona macht, zwecks Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die totale Überwachung möglich. Corona ist das perfekte Alibi für den Zusammenbruch des Finanzsystems. Somit bleiben die wirklichen Gründe und wahren Verursacher im Hintergrund.“)

Oder Oliver Janich („Kontrollierte Sprengung des Finanzsystems durch Corona?“)

Zu ihren Psiram-Einträgen geht es hier und hier.

Der „Deutsche Mitte“-Gründer Christoph Hörstel spricht von einem „industriegesteuerten Hype“ und versteigt sich zu der Predigt:

Corona ist ja ein lateinisches Wort, und das heißt auf Deutsch „Krone“. Und jetzt können wir uns überlegen, ob das die Krone der Lüge ist – nach der Terrorlüge und der Klimalüge nun eben auch eine Corona-Lüge. Oder ob das auch die Krone der Selbstbefreiung der Menschen ist von einer Meinungsherrschaft, die manchmal in einen Meinungsterror ausartet.

Dass er sich da mal nicht irrt.

Es könnte auch genau das Gegenteil eintreten – dass nämlich dann, wenn es ernst wird für Leib und Leben, die allermeisten Menschen echte Informationen suchen und keineswegs gewillt sind, die Gesundheit ihrer Kinder, Eltern oder Großeltern irgendwelchen konspirologischen Spinnereien zu opfern.

Wenn selbst Impfgegner eine Demo wegen des Coronavirus absagen, dann scheint es womöglich eher so zu sein, dass seriöse Medien, staatliche Einrichtungen wie die Virologie in der Berliner Charité und handlungsfähige Politiker plötzlich wieder höher im Kurs stehen als Bullshitter und Vereinfacher:

Ganz generell: Die Kernaufgabe des Staates besteht darin, Gesellschaften zu befrieden und vor großen Bedrohungen zu beschützen. Deshalb braucht es an der Staatsspitze und in der Politik Profis, die genau das können. Wer sich um Fakten nicht schert, wird in ernsten Zeiten scheitern – und zwar für die Bürger offensichtlich.

So erscheinen etwa bei Youtube, der Verschwörungsschleuder Nummer eins, gestern und heute auch Amateurvideos, die sich engagiert gegen rappende und youtubende Verschwörungstheoretiker wenden.

Natürlich werden auch weiterhin Menschen an Verschwörungstheorien rund um die gesundheitspolitischen Maßnahmen gegen das Coronavirus glauben – so wie schon vor zehn Jahren bei der „Schweinegrippe“.

Damals schrieben wir dazu:

Wenn Menschen den Sinn einer an sich guten Sache nicht verstehen, dann flüchten sie sich in Phantomängste.

Aktuell ergänzt Spiegel-Online:

  • Die Lage ist unübersichtlich und ändert sich ständig: Politiker weisen neue Quarantänegebiete aus, wo eben noch freies Reisen möglich war, oder sie erlassen strengere Regeln für Bars und Kneipen.
  • Gleichzeitig sind einfache Antworten oft nicht möglich: Wann gibt es einen Impfstoff? Welches Gebiet ist als nächstes betroffen?
  • Und natürlich hat fast jeder von uns – ganz ohne Fake-News-Kettenbriefe – ein dumpfes Gefühl im Bauch. Angst. Um die Oma, um die Freundin im Krankenhaus, um sich selbst. Diese Angst führt bei den allermeisten von uns leider nicht dazu, dass wir uns besonders besonnen verhalten.

Und natürlich kitzeln gerade Viren sowohl das Mystery-Feeling mancher Zeitgenossen (nicht von ungefähr gab es schon 1996, mitten in der „Akte X“-Hochphase, eine Serie namens „Burning Zone – Expedition Killervirus“) wie auch die seelische Disposition von Verschwörungsgläubigen.

Manche Verschwörungsmythen beschwören den esoterischen Rückzug nach innen (wie etwa die von der Corona-Pandemie als „Strafe Gottes“ oder spirituelle „Lektion“. Andere konstruieren äußere Feindbilder wie „die zionistische Lobby“ oder ähnliches.

Wirklich hilfreich ist nichts davon für die eigene Befindlichkeit. Im Gegenteil:

Die Szene macht einen psychisch krank,

sagt die Aussteigerin Stephanie Wittschier.

Noch dazu ziehen Verschwörungstheorien die kollektive Urteilskraft in Mitleidenschaft und torpedieren evidenzbasierte Entscheidungen.

In einem kurzen Video von heute Abend ruft Dr. Natalie Grams dazu auf, sich dort zu informieren, „wo man die richtigen, die wichtigen Infos bekommt“.

Und der Faktenfinder der „Tagesschau“ rät:

Sprechen Sie mit anderen Menschen über Ihre Fragen und Sorgen. Erkundigen Sie sich bei Freunden und Bekannten, was diese von den Behauptungen halten, fragen Sie Personen, die fachlich mit solchen Themen vertraut sind. Tauschen Sie sich generell mit anderen Menschen aus und gönnen sich auch einmal eine Pause von den Nachrichten über die Pandemie.

Update vom 19. März: „Verschwörungstheorien um das Coronavirus – ein FAQ für Journalisten, Aufklärer und Interessierte“

Update vom 22. März: „Was hilft garantiert nicht gegen das Coronavirus? Angebliche Alternativen im Fakten-Check“

Zum Weiterlesen:

  • Coronavirus: Neue Weltordnung oder Pharmaverschwörung? GWUP-Blog am 28. Januar 2020
  • Corona: Desinformation und Fakenews können tödlich sein, ruhrbarone am 16. März 2020
  • Verschwörungstheorien zu Corona: Vom Komplott bis zur rettenden Wunderzahl, sonntagsblatt am 17. März 2020
  • Verschwörungstheorien in Corona-Zeiten: Erichs Rache, taz am 16. März 2020
  • „Die Simpsons“-Autoren distanzieren sich von Corona-Verschwörung, rollingstone am 16. März 2020
  • Noch viraler als Corona sind nur die Verschwörungstheorien, cicero am 15. März 2020
  • Fake News über WhatsApp, Süddeutsche am 15. März 2020
  • Was hält die rechte Szene von Corona? Belltower News am 13. März 2020
  • Coronavirus: Xavier Naidoo als „Niedergangsbeschleuniger“? GWUP-Blog am 15. März 2020
  • Die „besten“ Corona-Verschwörungstheorien, die die Welt aktuell zu bieten hat, noizz am 13. März 2020
  • Corona und Fake News: Stimmt das? taz am 17.März 2020
  • Hoaxilla-Special #1: „Corona-Pandemie“ vom 17. März 2020
  • Freiheit und Sicherheit: Die Coronakrise und die Gesellschaft, Gesundheits-Check am 16. März 2020
  • Die Corona-Krise entzaubert die Populisten, Süddeutsche am 17. März 2020
  • Falschmeldungen zu Corona: Warum wir Hygieneregeln für WhatsApp brauchen, Spiegel-Online am 18. März 2020
  • Globuli gegen Corona? Hausärztin wegen Homöopathie-Empfehlung angezeigt, medical tribune am 17. März 2020
  • Wissenschaftsleugnung in Zeiten von Corona: Wolfgang Wodarg, spektrum am 18. März 2020
  • Bodensatz der Verblendung: Homöopathie in Corona-Zeiten, Keine Ahnung von Garnix am 20. März 2020
  • Verschwörungstheorien zur Covid-19-Pandemie 2019/2020 bei Psiram
  • Kategorie „Coronavirus“ bei Mimikama
  • Wissenschaftsverachtung für Profit: Das sind die Tricks, auf die Ihr achten müsst, volksverpetzer am 20. März 2020
  • Schwerpunkt „Coronavirus“ bei correctiv
  • Christina von Dreien und die Corona-Pandemie, Onkel Michael am 24. März 2020

119 Kommentare

  1. Dieses Video dürfte nochmal den Ernst der Lage (den auch ich zunächst unterschätzte) verdeutlichen:

    https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87540072/coronavirus-so-wirken-sich-sozialkontakte-auf-die-verbreitung-aus.html

    Auch wenn ich normalerweise die „t-online-news“ nicht besonders mag, finde ich das Video gut (sofern es sachlich richtig sein sollte).

    Sage es ganz deutlich:
    Ignoranten und Menschen, die niemals dazulernen und/oder keine Rücksicht auf die Gemeinschaft nehmen wollen, gehen mir so richtig auf die Nerven!

    Was sind das nur für unangenehme Egoisten…

  2. Super Zusammenfassung.

    Werde diesen Beitrag dringend innerhalb meiner kleinen Filterblase weiterleiten.

    Mit den Auffassungen von Wodrag und co bin ich dort auch schon konfrontiert worden, wusste nur noch nichts zu entgegnen.

  3. China schickt immerhin Ärzte und Medizinische Güter nach Europa und ist damit schon Mal ein ganzes Stück solidarischer als die Europäer untereinander. Von daher wäre ich mit dem Nationalismusvorwurf gegenüber China vorsichtig.

  4. bitte noch auf die Liste setzen:

    die „Naturärztin“ Dr. Bracht, –für alle,Intervallfasten über 18h, denn dann werden Viren erkannt und ausgeschieden.

    da fragt man sich doch weshalb alle med. Wissenschaftler intensiv an Impfstoffen forschen. Wenn man natürlich lange genug hungert und verhungert, kann man natürlich nicht an covid erkranken.

  5. An die netzaffinen Experten unter uns: Weshalb werden z.B. bei Schwurbelstein immer die Namen geschwärzt oder anderweitig unkenntlich gemacht? Sollten die nicht ihr Gesicht zeigen? Kennte man sie, könnte man viel besser dagegenhalten.

  6. @Positron:

    Von daher wäre ich mit dem Nationalismusvorwurf gegenüber China vorsichtig.

    Wo steht denn das (bei mir)?

  7. @Bernd Hader:

    Nicht direkt bei dir aber in dem von dir verlinkten Artikel des Spiegel.

  8. @Positron:

    Verstehe, danke.

  9. Gegen ein „Verbot“ von Fake News gibt es allerdings auch durchaus nachvollziehbare Argumente:

    https://uebermedien.de/47188/corona-krise-staatsraeson-als-erste-medienpflicht/

  10. @Pierre Castell:

    Ignoranten und Menschen, die niemals dazulernen und/oder keine Rücksicht auf die Gemeinschaft nehmen wollen, gehen mir so richtig auf die Nerven!

    Verstehe ich, ich habe die Berichte über „Corona-Partys“ und Massen-Zusammenkünfte auch gelesen.

    Als „Wasserstandsmeldung“ aus meinem Lebensumfeld kann ich das indes nicht bestätigen. Hier werden nahezu überall (McDonalds, Supermärkte etc.) die derzeitigen Anforderungen weit übererfüllt, sowohl von Mitarbeitern wie Kunden.

  11. @ Bernd Harder

    Nur ein Beispiel aus dem ganz normalen Alltag:
    Gestern musste ich (als Fußgänger) an einer Ampel auf Grün warten. Ungefähr 5 Personen standen dort. Dann kam ein junger Mann (ca. 25 Jahre), wartete ebenfalls auf Grün. Er stand in wenigen Zentimetern Abstand zu zwei älteren Damen, beide über 80.

    Plötzlich hustete der junge Mann lang anhaltend vor sich hin, den beiden alten Damen mitten ins Gesicht. Er nahm weder die Hand vor seinen Mund, hustete auch nicht in seinen Ellenbogen und schon gar nicht kam er auf die Idee, sich mal zwei Meter von den umherstehenden Personen zu entfernen.

    Als einer der Passanten ihn auf sein Fehlverhalten – wohlbemerkt in einem freundlichen Ton – ansprach, gab der junge Mann eine unglaublich unverschämte Antwort und beschimpfte die anderen Umherstehenden als Weicheier!

  12. @Pierre Castell:

    Das ist natürlich nicht schön.

  13. Dass Ärzte die Gefahr durch Corona kleinreden oder gar dementieren, beobachte ich bereits seit Januar. Damals haben gefühlt 99% der Ärzteschaft das Virus nicht ernstgenommen, ich kam mir manchmal wie der Rufer in der Wüste vor.

    Was musste ich mir allein für dumme Sprüche anhören, als ich in unserem lokalen Ärzteverein beantragt habe, die für vorgestern vorgesehene Jahreshauptversammlung zu verschieben.

    Dabei ist Epidemiologie doch ein Pflichtfach im Studium, haben die Kollegen das Gelernte am Ende etwa kollektiv vergessen?

  14. @ P. Castell:

    Genau das sind diese asozialen Egoisten, denen noch viele Todesopfer zu verdanken sein werden.

  15. @noch’n Flo:

    Dass Ärzte die Gefahr durch Corona kleinreden oder gar dementieren,

    Möglicherweise auch die Politik:

    https://uebermedien.de/47188/corona-krise-staatsraeson-als-erste-medienpflicht/

  16. Heute auf tagesschau.de:

    Der Präsident des Weltärzteverbandes, Frank Ulrich Montgomery, hält Ausgangssperren nicht für ein geeignetes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus.

    Zudem habe sich in Italien gezeigt, dass dieses Mittel nicht funktioniere.

    Italien habe Ausgangssperren verhängt und damit einen gegenteiligen Effekt erzielt, gab der frühere Präsident der deutschen Ärztevereinigung Marburger Bund zu bedenken. „Die waren ganz schnell an ihren Kapazitätsgrenzen, haben aber die Virusausbreitung innerhalb des Lockdowns überhaupt nicht verlangsamt.“

    Montgomery äußerte auch Zweifel an den von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen. Da ein Impfstoff frühestens Ende des Jahres erhältlich sein werde, frage er sich, wann es eine Rückkehr zur Normalität geben werde – man könne Schulen und Kitas so lange nicht geschlossen halten.

    (https://www.tagesschau.de/inland/corona-ausgangssperre-101.html)

  17. @Bernd Harder

    Ich bin nicht besonders glücklich mit dem Artikel auf Übermedien.

    Der Autor macht es sich zu einfach, wenn er auf Korea als glorreiches Beispiel verweist, ohne zu berücksichtigen, dass das Land womöglich andere Probleme hat:

    https://www.stern.de/gesundheit/coronavirus–jungen-leute-verbreiten-das-virus–alte-sterben-daran-9185320.html

    Der Kommentator Anderer Max hat die weitere Kritik in #19 gut zusammengefasst, der mich mich anschließen kann.

    Es ist aber auch in Krisenzeiten nicht die eigentliche Aufgabe der Medien, den verlängerten Arm der Regierung zu spielen und Kampagnen à la „Wir vs. Virus“ (die „tagesschau“ auf Social Media) zu inszenieren.

    Ich sehe da keine inszenierte Kampagne, sondern eine tatsächliche. Gerade die Tagesschau scheint ihre Informationspflichten erkannt zu haben (nur mein Eindruck). Wir alle, inkl. der Regierung und der Medien wissen schlicht nicht, wie es weiter geht.

    Gerade dann sollte man doch als Journalist so Sätze wie:

    Doch ist es nicht an der Zeit, die Verantwortlichen, die vor sechs bis acht Wochen offenkundig nicht die geringste Ahnung hatten, was auf sie zukommt, danach zu fragen, was nun ihre Strategie für einen Zeitpunkt in sechs bis acht Wochen ist?

    vermeiden, oder bin ich der einzige, der das so sieht?

    „Nicht die geringste Ahnung“ …

    Da wird m. E. der kommunikative Faktor außer Acht gelassen. Ich bin mir sehr sicher (aber ist auch nur Spekulation, genau wie vom Autor auch), dass die Regierung wusste, was auf sie zukommen KANN.

    Die Frage ist, was kommuniziere ich wann mit der Bevölkerung.

    Es hätte ja sein können, dass es in DE nicht so schlimm wird. Laienwissen über den Virus hilft hier nicht bei der Risikobewertung, einfach sparen.

    „Vor sechs bis acht Wochen“ war nichts klar. Schwere, Ansteckungsgefahr, etc., alles im Dunklen.

    Hätte die Regierung da schon alles dicht machen sollen? Was würde wohl die Wirtschaft sagen, wenn dann das Virus sich hier gar nicht verbreitet hätte?

    Zur Klarstellung: Ich teile alle Bedenken des Autors hinsichtlich „Vorwand zur Einschränkung von Freiheitsrechten“, und der Kritik an einem „Fake News Verbot“.

    Mir geht es nur darum, dass man sich bei der Kritik an Spekulationen um den Virus mit eigenen Spekulationen zurückhält.

  18. Zur Lookdown-Problematik:

    Ich finde das ziemlich Paradox, dass ein unterbrechen der Sozialen Kontakte (und das ist es ja wohl, was mit dieser Maßnahme erreicht werden soll) die Anzahl der Fälle erhöht bzw. der Ausbreitung förderlich sein soll. Kann mir jemand erklären warum?

  19. @Positron:

    Sie meinen diese Passage:

    Italien habe Ausgangssperren verhängt und damit einen gegenteiligen Effekt erzielt.

    Ja, gute Frage.

  20. @Christof Sperl:

    Ich weiß es in der Tat auch nicht.

    Zumindest in öffentlich sichtbaren Gruppen kann man eigentlich schwer mit „Persönlichkeitsrecht“ argumentieren.

  21. „Serbien führt wegen COVID-19 landesweite Ausgangssperre ein – Armee in den Strassen!“

    https://deutsch.rt.com/kurzclips/99419-serbien-fuhrt-wegen-covid-19/

  22. @Bernd Hader

    Ja genau diesen Satz meine ich.

  23. Ich bin sehr erstaunt, um nicht zu sagen erschrocken, mit welcher Bereitwilligkeit, ja fast schon Begeisterung die Bevölkerung Ausgangssperren akzeptiert (und sie geradezu fordert), obwohl ein Hausarrest weitgehend sinnlos ist, da er auch Tätigkeiten verbietet, die keinerlei Übertragungsrisiko bieten.

    Wie, bitte schön, soll man sich beim Joggen auf freiem Feld oder beim Spazierengehen im Wald anstecken? Oder allein im eigenen Auto? Oder beim Gassi gehen mit dem Hund. Bäume übertragen kein Coronavirus.

    Wir erleben gerade, wie elementare Grundrechte sogar von Lokalpolitikern mit einem Federstrich außer Kraft gesetzt werden dürfen. Kontaktminimierungsgebote ja, Betretungsverbote für Kliniken und Pflegeheime gerne, Veranstaltungsverbote okay, Restaurantschließungen auch, aber ein Betretungsverbot für die Natur? Aus Gründen des Infektionsschutzes ganz sicher nicht zielführend, aber die Leute schreien förmlich danach.

    Kann mir das jemand erklären? Ich jedenfalls denke an eine Verfassungsklage, sollte eine undifferenzierte Ausgangssperre kommen.

  24. In Italien brachten die Ausgangssperren deswegen nichts (mehr), weil sie viel zu spät verordnet wurden und bis zu diesem Zeitpunkt bereits extrem viele angesteckt waren.

    Man kann davon ausgehen, dass die italienischen Zahlen der Infizierten deutlichst zu niedrig sind. Wenn man eine Null anhängt, wird das näher an den tatsächlichen Zahlen liegen, als an dem, was man auf worldometers sieht.

    Aber die derzeitigen Maßnahmen in Österreich werden trotzdem scheitern. Ich komme gerade von einem 30-minütigem Spaziergang mit meiner Tochter zurück. Der erste Schock über die Ausgangsbeschränkungen scheint verdaut, es sind schon wieder viel zu viele Leute unterwegs.

    Es wird fröhlich in einer 6er-Gruppe mit dem MTB herumgedüst. Eltern halten zwar Abstand, lassen aber ihre Kinder miteinander spielen. Vor meinem Wohnblock läuft gerade ein Fußballspiel einiger Halbwüchsiger. Scheinbar muss es erst einen Toten in der Familie geben, bis einige zur Vernunft kommen.

    Es dürfte leider viele geben, die sich der trügerischen Sicherheit der Verharmloser hingeben, ist ja auch weniger unangenehm.

    Dass sie vielleicht dazu beitragen, die derzeitige Situation in die Länge zu ziehen, wird ihnen nie in den Sinn kommen.

  25. @nota bene:

    Wir haben die Diskussion hier schon mal kurz angerissen.

    Wir können sie gerne hier weiterführen.

  26. @nota.bene

    Ich kann mir aus dem Stehgreif nur zwei Gründe vorstellen, warum viel Menschen so bereitwillig Grundrechte aufgeben wollen:

    1. Sie wissen nicht bzw. können sich nicht vorstellen, was es bedeutet Grundrechte aus der Hand zu geben.

    2. Die Leute scheren sich nicht um dies Grundrechte.

    Beide Varianten sind nicht besonders toll.

  27. @RPGNo1

    „RT Deutsch als seriöse Quelle?“

    Ich bin nur aus Zufall draufgestoßen. Ich kannte diese Quelle bisher nicht.
    Hatte dann auch nicht weiter gegoogelt. Aber da ich nach Lesen der Meldung Informationen aus sozusagen erster Quelle wollte, rief ich meinen Sohn an (meine Ex-Frau kommt aus Serbien) und fragte ihn, ob er Näheres dazu wüsste. Im Gespräch erfuhr ich dann, dass er von der Verwandschaft heute aus Serbien erfahren hätte, dass wenn jemand in Serbien die Ausgangssperre missachtet, er sofort in Haft genommen wird.

  28. @ nota.bene, Positron:

    Wir haben hier eine Situation, bei der die von Euch herangezogenen Grundrechte weniger wiegen als das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Es liegt an uns allen, die Schwachen und Anfälligen zu schützen.

    Und dazu gehören nun einmal auch Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit. Wer das nicht schnallt oder sich dem gar verweigert, ist einfach nur asozial. Oder strohdumm. Könnt Ihr Euch aussuchen.

    Nebenbei: selbstverständlich darf man auch bei einer Ausgangssperre mit dem Hund spazierengehen. Erst informieren, dann echauffieren, okay? ;)

  29. Oder anders ausgedrückt: Eure Freiheit, Euch zu bewegen, wie Ihr wollt, berührt leider eminent die Freiheit anderer, weiterzuleben anstatt zu sterben. Wer seid Ihr, dass Ihr Euch das anmasst?

  30. @Bernd Harder:

    Danke, dieser Thread ist mir durch die Lappen gegangen.

    @RainerO:

    Ich war heute auch radeln (und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen), und alle anderen Radler, die mir begegnet sind, waren entweder allein oder zu zwei unterwegs (vermutlich Ehepaare). Wo soll da ein Infektionsrisiko sein?

    Ich rede ja nicht von lärmenden Wandergruppen, dem gemeinsamen Sonntagsspaziergang nach einem Familienfest oder dem abendlichen Seniorenlauftreff, sondern ich fordere das Recht, meine Wohnung nach Belieben verlassen zu dürfen, so lange ich mich an ein vernünftiges Kontaktminimierungsgebot halte.

    Ein nahezu absoluter Hausarrest wie in Frankreich wäre schlicht unverhältnismäßig, weil nicht zielführend. Wenn Franzosen ihr Gesicht im Freien blicken lassen, müssen sie nachweisen, dass sie dafür einen „triftigen Grund“ haben.

    Frische Luft zu schnappen, körperlich fit zu bleiben, den quengelnden Blagen einige Zeit zu entfliehen – sind das keine „triftigen Gründe“? Diese Franzosen! Ein Volk, das ohne mit der Wimper zu zucken aus einer Demonstration einen halben Bürgekrieg macht, kuscht wie Hasen in Angststarre vor einem Adler.

    Ja, die Zahlen in Italien scheinen mit etwas gutem Willen auf den ersten Blick erstmals eine gewisse Abflachung erkennen zu lassen, vorsichtig formuliert, aber ist das wirklich der ausschließliche Effekt des Hausarrests? Immerhin sind zahlreiche weitere Maßnahmen, die durchaus Sinn machen, in Kraft. War die Ausgangssperre eine conditio sine qua non für die mögliche Besserung?

    Ihre Befürworter werden mit Stolz geschwellter Brust sagen: „Natürlich!“, und ich fürchte, nennenswerter Widerspruch wird ausbleiben.

    Um es nochmals zu sagen, sinnvolle Kontaktreduktionen sind unumgänglich, aber eine undifferenzierte Ausgangssperre wäre unverhältnismäßig. Wieviel sie bringt, wenn Millionen von Bundesbürgern berufliche Kontakte haben müssen, um die Versorgung der Nation aufrecht zu erhalten, kann auch niemand beantworten.

    Ich habe den Eindruck, es geht lediglich darum, Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, und ich habe den Verdacht, dass manch ein Provinzfürst die enorme Macht, die er jetzt hat, sogar genießt.

  31. „Wer entscheidet eigentlich wenn es darum geht Veranstaltungen abzusagen, zu verschieben oder durchzuführen?“

    Interessante Gedanken von Hanno Rhomberg, der seine Gedanken auch gleich in die Praxis umsetzt:

    http://www.aladin.blog/mra-installiert-medizinbeirat/

  32. @noch’n Flo:

    Genau das ist die Argumentation, die ich nicht akzeptiere und die auch nicht stimmt!

    Das Haus zu verlassen stellt keinerlei Infektionsrisiko dar! Es kommt darauf an, wie man sich außerhalb des Hauses benimmt. Sie unterstellen kurzerhand, dass jeder, der sich nicht in den eigenen vier Wänden befindet, eine Gefahr für andere darstellt.

    Solche Aussagen stellen undifferenzierte Totschlagsargumente dar. Leute, die sich draußen vernünftig verhalten, kollektiv als asozial zu bezeichnen, ist schon gewagt.

  33. @ nota.bene

    „Ich habe den Eindruck, es geht lediglich darum, Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, und ich habe den Verdacht, dass manch ein Provinzfürst die enorme Macht, die er jetzt hat, sogar genießt.“

    Ähnliches dachte ich vor einer Woche ebenfalls.

    Jedoch habe ich meine Meinung inzwischen geändert.

    Auch für mich sind diese selbstsüchtigen Egoisten, die sich für schlauer als andere halten und denen das Gemeinwohl unserer Gesellschaft gegenüber (insbesondere den älteren Menschen) scheinbar völlig egal ist, unbelehrbare Idioten!

  34. Gerade gelesen ind http://www.br.de:

    „Die Ausgangssperre gilt zunächst bis 2. April. Das Verlassen der Häuser ist nur erlaubt, um zur Arbeit zu fahren, Einkäufe zu erledigen, zum Arzt zu fahren oder Hilfeleistungen für Bedürftige zu unternehmen. Es soll für die Arbeitnehmer Passierscheine ihres Arbeitgebers geben. Lieferverkehr und Feuerwehr sind ausgenommen.

    Haustiere dürfen draußen versorgt werden, also die Runde mit dem Hund ist erlaubt. Die Ausgangssperre wird polizeilich überwacht. Es drohen bei Missachtung Geldstrafen und bis zu zwei Jahre Haft, hieß es in der Pressekonferenz weiter.“

    Von Joggen, Spazierengehen, Rad fahren als „triftiger Grund“ etc. steht da nichts. Also keine unverhältnismäßige Maßnahme? Notwenig und unumgänglich?

  35. „Leute, die sich draußen vernünftig verhalten!“

    Ich sehe aber leider in der absoluten Mehrheit Leute, die sich NICHT vernünftig verhalten, und zwar in den verschiedensten Stadtteilen.

  36. @nota.bene:

    Ergänzung:

    Die BR-Meldung bezieht sich derzeit auf eine Stadt in der Oberpfalz.

    In eher allgemeinen Meldungen ist „Joggen“ (allein) ausdrücklich erlaubt:

    https://www.mdr.de/nachrichten/politik/coronavirus-ausgangsperre-shutdown-100.html

  37. Floh und ich sind hier in der Vergangenheit schon öfter aneinandergeraten. Ich mag die oft „großkotzige“ und arrogant wirkende Art von Floh nicht besonders.

    Allerdings bin ich in der jetzigen Diskussion voll auf der Seite von Floh!

    Wohin ich auch schaue, ich sehe in der Überzahl verantwortungslose Egoisten!

  38. @Pierre Castell:

    Ein Versammlungsverbot wäre auch ohne Ausgangssperre möglich und zu überwachen. Dagegen hätte ich nichts einzuwenden.

  39. @ nota.bene

    Das Problem ist nur: Wie soll das in der Praxis umgesetzt werden?

  40. @Bernd Harder:

    Danke, ich meinte in meinem Beitrag auch nur diese eine Stadt in der Oberpfalz.

    Was ansonsten in dem weiteren Link dargestellt wird, ist ja keine „undifferenzierte“ Ausgangssperre, also eigentlich keine „richtige“ Ausgangssperre – die in Oberbayern aber schon. Das würde tatsächlich bedeuten: wer keinen Hund besitzt, hat nichts vor der Tür verloren, wenn er keinen sonstigen „triftigen Grund“ hat.

    Und die Erfahrung der letzten Tage zeigt: hat eine Eskalation erst einmal stattgefunden, zieht sie immer weitere nach sich.

    Irgendwann wird sich Merkel einer Ausgangssperre nicht mehr widersetzen können, weil alle anderen sie auch haben. Und wie wir Skeptiker alle wissen: die Mehrheit hat immer recht.

  41. In Berlin sehe ich jeden Tag immer öfters Menschen mit Einweg bzw. Gummihandschuhen. Der sinnlose Witz dabei ist, sie machen alles mit den Handschuhen.

    Sie zahlen damit, also sie geben Geld mit den Handschuhen dem Verkäufer und nehmen das Wechselgeld auch mit den Handschuhen entgegen. Danach packen sie das Baguette, welches sie erstanden haben, mit den gleichen Handschuhen an und essen es.

    Andere wischen sich mit der Hand mit den Handschuhen auch mal übers Gesicht oder fummeln in der Ubahn damit in den Augen herum.

    Absolut sinnlos, Hauptsache die Handschuhe erfüllen ihre Alibifunktion.

    Solche Szenen kann ich hier jeden Tag beobachten.

  42. @Pierre Castell:

    Wohin ich auch schaue, ich sehe in der Überzahl verantwortungslose Egoisten.

    Derzeit trendet bei Twitter #Vollidioten und #Idioten.

  43. @nota.bene:

    Irgendwann wird sich auch Merkel einer Ausgangssperre nicht mehr widersetzen könne, weil alle anderen sie auch haben.

    Das deutet sich an:

    https://www.welt.de/politik/ausland/plus206614725/Corona-Krise-Es-sind-nur-ein-paar-Tage-bis-zur-Ausgangssperre-in-Deutschland.html

  44. @ P. Castell:

    „Wohin ich auch schaue, ich sehe in der Überzahl verantwortungslose Egoisten!“

    Und sie haben auch keinerlei Schuldbewusstsein.

    Letzten Samstag hat die Polizei eine Party am Ufer des Zürisees aufgelöst. Die Feiernden fanden das gar nicht lustig und gröhlten etwas von „Recht auf Fun“.

    Das ist die heutige Spassgesellschaft – bloss nicht auf ihren „Fun“ verzichten, auch wenn andere dafür draufgehen.

    Oder auch mal für ein Jota nachdenken.

    Mein Vater ist ja seit 4 Monaten im Pflegeheim – und das ist inzwischen auch gegen Besucher abgeriegelt. Gestern erzählte er mir am Telefon, wie er am Vortag beobachtet hatte, wie ein Pfleger in die eigene Hand hustete und direkt danach eine Türklinke anfasste. Ob das nun Gedankenlosigkeit war oder Ignoranz – tödlich ist sowas in einem Altenheim sicherlich.

    @ nota.bene:

    „Dagegen hätte ich nichts einzuwenden.“

    Der aktuelle Notstand ist aber kein Wunschkonzert. Abgesehen davon setzten ja sowohl Deutschland als auch Frankreich derzeit auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung. Und beide Bevölkerungen beweisen gerade krachend, dass sie damit nicht umgehen können.

    Im Blog von Cornelius Courts vbei ScienceBlogs haben wir eine Stammkommentatorin, die schon meinte, solange etwas nicht verboten sei, würde sie es in jedem Fall tun, und selbst wenn es verboten sei, dann aus Prinzip. Das hat etwas von Trotzreaktion, sowas machen normalerweise 5jährige. Und selbst die sind letztlich verständiger.

  45. Problem:

    Eine drohende Ausgangssperre kann auch zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden:

    https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-03/muenchen-ausgangssperre-coronavirus-angela-merkel-freiheit

  46. @Pierre Castell

    „Ich bin nur aus Zufall draufgestoßen. Ich kannte diese Quelle bisher nicht.“

    Dann entschuldige ich mich, wenn meine Bemerkung zu anklagend rübergekommen sein sollte. Aber gegenüber RT Deutsch ist die Zeitung mit den 4 Buchstaben sauberer 1A-Spitzenjournalismus.

    https://www.psiram.com/de/index.php/RT_Deutsch

  47. Das grosse Problem ist m.E., dass wir derzeit einen kollektiven Dunning Kruger erleben, der nicht unerhebliche Teile der Bevölkerung erfasst hat.

    Mal ehrlich: wer von denen, die hier über angeblich überzogene Massnahmen lamentieren, hat schon Ahnung von Epidemiologie? Oder Virologie?

    Es ist ein Effekt, den wir hier im Blog bei vielen anderen Themen beobachten können, nur wird diesmal der Part der Trolle und Esos von einer Reihe von Stammkommentatoren eingenommen.

    Ist bei ScienceBlogs übrigens auch zu beobachten. Und genau diese Stammkommentatoren verwechseln auch – ganz eso- und trolllike – ihre eigene Meinung mit Fakten.

  48. @RPGNo1

    RT Deutschland ist auch meiner Meinung nach keine brauchbare Quelle.

    Aber Pierre Castell hat ja alles richtig gemacht, in dem er sich an eine Primärquelle gewandt hat.

  49. @nota.bene

    Sascha Lobo unterstützt ihre Argumention.

    https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/corona-gesellschaft-wider-die-vernunftpanik-kolumne-a-772e1651-f393-4bc6-8f79-79dc7a5ed025

    Ich stehe auf der Seite von noch’n Flo oder Pierre Castell, auch aus persönlichen Gründen: Meine Eltern gehören alterstechnisch zur Risikogruppe, meine Schwester arbeitet in einem Krankenhaus und ich selbst bin in einer Pharmafirma beschäftigt, deren Produkte absolut relevant für viele Patienten sind.

    Und zuletzt vertrete ich auch das vulkanische Prinzip: „Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das Wohl von Wenigen oder eines Einzelnen.“

  50. Einige Leute sehen schon vor dem Hintergrund der Covid19-Krise einen Kampf der Systeme heraufziehen:

    https://www.eurotopics.net/de/237232/kampf-gegen-corona-ein-wettstreit-der-systeme

    Zitat:

    Während sich die Corona-Pandemie in Europa und den USA rasant ausbreitet, hat Chinas Staatsführung sie mit drastischen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht. Zwar sind die wirtschaftlichen Schäden beträchtlich, doch präsentiert sich das Land nun als Ratgeber und spendet sogar medizinisches Material für Europa. Kommentatoren fragen nach den langfristigen politischen Folgen.

    ——

    Es ist allerdings auffallend, dass man in Asien ganz gut mit der Pandemie zurecht kommt, während man in good old Europe, nach meiner laienhaften Meinung, recht schlafmützig Reagiert hat und auch nicht wirklich gut auf die Krankheit vorbereitet zu sein scheint.

  51. @ RPGNo1

    Bitte entschuldigen Sie sich nicht. Ich bin Ihnen für den kritischen Hinweis dankbar!

  52. @ RPGNo1:

    Ach, der Lobo mal wieder. Kann man diesen Narzissten denn noch ernst nehmen?

    Aber sein Geseier passt zu ihm. *daumenrunter*

  53. @Noch’n Flo:

    Aber „Vernunftpanik“ ist doch ein schönes Wort …

    Und manchmal macht er auch gute Sachen.

  54. @ noch’n Flo

    „Trotzreaktion…!“

    Ja, das Gefühl habe ich auch.

    Zugegeben, die meisten Politiker sind nicht immer glaubwürdig. Schon alleine daher wollen jetzt einige Personengruppen ihre „Macht“ als Bürger demonstrieren.

    Aber vergessen die Ignoranten, dass sich Experten aus aller Welt einig darüber sind, wie ernst die Lage ist? Kapieren die Vollidioten nicht, dass man nur gemeinsam – wenn alle vernüftig werden – die Sache in den Griff bekommen kann?

    Man kann über die Politik von Frau Merkel verschiedener Meinung sein. Aber ihre Rede, die gerade bei RTL übertragen wird, ist wirklich deutlich und so gehalten, dass auch bildungsferne Menschen sie (hoffentlich) verstehen.

  55. Die Jungen denke: ist mir doch egal, mir kann nichts passieren, außer einem Husten…und dann bin ich immun.

    Heute wurde ein Fall in Deutschland gezeigt, in der eine junge Frau (27j) mit Covid-19, die eine Lungenentzündung entwickelt hat, Probleme hatte in einem Krankenhaus aufgenommen zu werden, obwohl sie mit dem Rettungsdienst in das Krankenhaus gebracht wurde.

    Es gibt auch unter den Jungen schwere Fälle, eine Lungenentzündung ist immer eine schwere Erkrankung und es ist mittlerweile auch noch nicht vollständig geklärt, ob es nicht zu dauerhaften Lungenschäden durch Covid-19 kommen kann.

    Niemand sollte sich sicher fühlen, es sind nicht nur die „Alten“, die schwer erkranken, es kann auch jüngere treffen.

  56. @noch’n Flo

    Ich finde Lobos Kommentare schon passend und einleuchtend, insbesondere wenn es um Netzpolitik, Internet und verwandte Themen geht. Dort zeigt er auch immer wieder Selbstreflektion, indem er auf seinen eigenen confirmation bias eingeht.

    Wenn es aber über die o.g. Themen hinaus geht, haut er auch mal daneben. Das ist mir in letzter Zeit öfters aufgefallen, deshalb sehe ich ihn in diesen Fällen inzwischen auch kritischer.

  57. Ich versuche mich so gut es irgendwie möglich ist an die ausgegeben Regeln zu halten und beschränke meine sozialen Kontakte auf das absolut notwendigste (was im wesentlichen Einkaufen und Job ist).

  58. Ergänzung: Ich gehöre mit meinem Herzklappenfehler auch zur Risikogruppe.

  59. Auch interessant:

    Dürfen Medien Corona-Infos hinter einer Paywall verstecken?

    https://meedia.de/2020/03/17/pro-und-contra-paywall-corona/

  60. @noch’n Flo:

    Das hier ist schon ne Nummer schlimmer:

    Steingarts Corona-Verharmlosung: Wenn die Anti-Mainstream-Pose gefährlich wird

    https://uebermedien.de/46909/steingarts-corona-verharmlosung-wenn-die-anti-mainstream-pose-gefaehrlich-wird/

  61. @noch’n Flo: Also jetzt muss ich schon etwas polemisch werden: Wenn Du nicht auf Kreuzfahrten und Urlaubsflüge verzichten willst, dann bist doch auch Du „Teil der heutigen Spassgesellschaft“ und willst eben auch nicht auf den „Fun“ verzichten, „auch wenn andere dafür draufgehen.“

    Gut, wenn Du Dich jetzt in Verzicht übst, macht das den Kohl nicht fett.
    Aber das gilt für so einen jungen Kerl genauso. Wenn der sich ab sofort in seinem Zimmer einsperrt, dann ändert das auch nichts.

    Die jungen Leute machen sich halt keine großen Gedanken, aber das machst Du auch nicht, wenn Du Dich über Greta und die Fridays for Future-Bewegung lustig machst.

  62. Vorbildlich geht laut einem Bericht der „Financial Times“ die Gemeinde Vò westlich von Venedig vor. Hier leben rund 3300 Menschen. Die Stadt habe es demnach geschafft, die Infektionsrate innerhalb von zehn Tagen auf 0,3 Prozent zu drücken. Der Schlüssel: das von Experten viel beschworene „Testen, Testen, Testen“.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article206647405/Coronavirus-Italien-So-fand-eine-kleine-Gemeinde-den-Weg-aus-der-Krise.html

  63. Ausgangssperre:

    Das ginge nur unter einer strengen Voraussetzung, die das Grundgesetz selbst nennt: Die Ausgangssperre muss erforderlich sein, um die Verbreitung des Coronavirus entscheidend einzuschränken. Anders formuliert: Die Ausgangssperre muss alternativlos sein. Sie ist nur zulässig, wenn es keine andere denkbare staatliche Maßnahme mehr gibt, die das Virus wirksam bekämpfen könnte.

    Sind wir schon an diesem Punkt? Eher nicht. Der Staat ergreift gerade sehr weitreichende Maßnahmen, um Corona zu stoppen. Erst wenn dieses Handeln keinen Erfolg hätte, wäre eine Ausgangssperre verfassungsrechtlich denkbar. Das Robert Koch-Institut ist die Instanz, die die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen auf wissenschaftlicher Grundlage beurteilen kann. Der Maßstab ist: Flacht die Kurve der Neuinfektionen in den nächsten Tagen ab? Dann reichen die bisherigen Anordnungen aus und eine Ausgangssperre ist verfassungswidrig. Nimmt die Zahl der Erkrankten aber trotz aller Maßnahmen weiter exponentiell zu, ist eine Ausgangssperre verfassungsrechtlich möglich. Denn dann ist sie das letzte verbliebene Mittel, um die Pandemie in Deutschland zu begrenzen.

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-03/coronavirus-krise-ausgangssperre-demokratie-verfassung/seite-2

  64. „Wenn Du nicht auf Kreuzfahrten und Urlaubsflüge verzichten willst, dann bist doch auch Du „Teil der heutigen Spassgesellschaft“ und willst eben auch nicht auf den „Fun“ verzichten, „auch wenn andere dafür draufgehen.“

    Geht´s noch?

    Was ist denn das für ein Vergleich?

    Mann, oh Mann.

  65. @Pierre Castell:

    Ich denke mal, Maggi zieht (als „Polemik“ gekennzeichnet) einen Vergleich zur Klimakrise.

    Auch da wissen wir doch eigentlich, was geboten ist – und kaum einer tut es.

  66. Was mich noch vor wenigen Tagen sehr nervte, waren „Promis“, die sich zu Themen, von denen sie keine große Ahnung haben, aufdringlich in TV-Boulevard-Magazinen oder im Netz dazu äußern.

    Allerdings sind für mich derzeitige Aussagen von solchen Personen (ja, auch die von C-Promis) Gold wert, wenn sie irgendwelche Ignoranten und Influencer mit ihrem fahrlässigen Verhalten im Netz und sonstwo „bekämpfen“.

    So wird mir dann sogar ein Oliver Pocher sympathisch, denn er erreicht vielleicht die Deppen, die bei Experten oder bei Frau Merkel erst gar nicht hinhören.

    Ich stimme ihm zu, wenn er sagt: „Es gibt zu viel Dumme!“

  67. @ Bernd Harder

    Das habe ich schon verstanden. Dennoch ist der Vergleich mit der Klimakrise – die ich sehr bedauerlich finde und auch hier die vielen Ignoranten entsetzlich finde – für mein Empfinden in der tagesaktuellen Situation unangebracht!

  68. @Pierre Castell:

    Das habe ich schon verstanden.

    Gewiss, nur zur allgemeinen Klarstellung.

  69. „Es gibt zu viel Dumme!“

    Ich vermute: Und noch mehr Ignoranten!

    Denn die ca. 20 Personen, die sich gestern Abend mit Bier und anderem in einem Nachbarsgarten engsitzend vergnügten, waren Studenten.

    So langsam scheint sich in der Gesellschaft etwas zu bewegen. Denn die jungen Leute bekamen von anderen Nachbarn nach bereits 45 Minuten eine gehörige Corana-Ansage, worauf sich die Partygruppe auflöste.

    Selbstverständlich sollte niemand überreagieren und sich mit viel Fingerspitzengefühl an Egoisten und Ignoranten herantasten. Es muss aufgepasst werden, dass keine Aggressonen im Alltag einfließen. Allerdings begrüße ich sehr, dass man Leuten in Ansammlungen schon zeigt, dass sie sich falsch verhalten. Je größer die Gemeinschaft der Vernünftigen wird und dies auch deutlich zeigt, umso mehr kommen die Verweigerer zur Einsicht und spüren, dass sie sich vielleicht doch falsch verhalten und beginnen über ihr stures Verhalten nachzudenken (zumindest hoffe ich das).

  70. @ Maggi:

    Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Vergleich.

    Ja, ich mache Kreuzfahrten – aber die gut 300 Schiffe, die da weltweit im Einsatz sind, sind auch nur ein Fliegenschiss im Vergleich mit den mehr als 35’000 Frachtschiffen, die auch den Klimaschützern bspw. ihre Handys und Laptops um die halbe Welt karren, zumeist nur halb beladen (infolge Überkapazitäten) mit Wassertanks an Bord, damit die Lage im Wasser wieder stimmt.

    Ja, ich mache Flugreisen, auch in die Ferne – aber darauf wollen ja auch viele Geschäftsleute nicht verzichten. Derzeit sehen wir aber deutlich, dass Geschäftstermine im Ausland problemlos auch per Videokonferenz wahrnehmbar sind (was bislang immer bestritten wurde), Urlaub jedoch nicht.

    Unsere Lehren aus der Coronakrise sollten damit klar sein: weniger Geschäftsreisen und weniger Globalisierung, sondern wieder mehr Produktion vor Ort. Das zweite besorgt dann auch gleich mit das erste.

  71. Den Pocher-Rant finde ich übrigens grossartig, hätte m.M.n. auch noch etwas deftiger ausfallen können.

  72. Zu dem oben verlinkten Text von Horx auf kress.de:

    Es ist in der Tat eine bewährte Methode, die Zukunft als einen fiktiven Rückblick zu schildern (Teamcoaching, Geschäftsentwicklung, Politik…). Man nimmt dadurch erstmal Ängste und Ideologie etc. raus. Aber er stellt die eine Frage nicht, die dieses Methode erst sinnvoll macht: Was müssten wir /jetzt/ tun, damit es so wird wie ausgemalt?

    So bleibt es eine der typischen Horx’schen Optimismen: Es wird alles gut, und zwar von alleine.

  73. In 8 Wochen ist alles vorbei und wieder gut – so zumindest eine Arzthelferin heute zu mir.

    Frage mich, woher sie diesen Optimismus nimmt. Oder ist es etwa fachliches Wissen von ihrem Chef?

    Wohl kaum!

  74. Es wird immer wieder kolportiert, dass Corona für Kinder doch gar nicht gefährlich wäre. Aber ist das wirklich so? Gucken wir uns doch mal die Zahlen an:

    In Deutschland leben ca. 13.5 Mio. unter-18-jährige. Wenn nur 50% davon im Laufe der Zeit mit Corona infiziert werden (was wohl eher optimistisch gedacht ist, vor allem, wenn man sich im Moment die Spielplätze anschaut), kommen wir schon auf 6.75 Mio. Infizierte unter 18 Jahren. Und wenn wir nun für Kinder und Jugendliche eine Letalität von nur 0.01% annehmen (und auch das ist wieder eher optimistisch), kommen wir auf immerhin 675 Sterbefälle in dieser Altersklasse.

    Soviel als Mahnung an diejenigen, die immer noch glauben, man könnte so einfach Kinder in täglich neuer Zusammensetzung miteinander spielen lassen.

  75. Die bekannte Virologin Karin Mölling fehlt noch.

    Sie findet die Maßnahmen völlig überzogen und spricht von Panikmache. (https://www.radioeins.de/programm/sendungen/die_profis/archivierte_sendungen/beitraege/corona-virus-kein-killervirus.html)

    Sie hält genau wie Montgomery z.B. die Schließungen von Schulen für völlig überzogen und bei Ausgangssperren bliebe das Virus in den Wohnzimmern hängen. Auch die WHO würde derartige Maßnahmen nicht empfehlen.

    Die Zahl der Toten stünde in keinem Verhältnis zur Zahl der Toten bei der jährlichen Influenza.

    Da bin ich jetzt doch verblüfft.

  76. Sehr schöner Rant des Schweizer Schauspielers und Moderators Dani von Wattenwyl:

    https://www.facebook.com/dani.vonwattenwyl/videos/10222323543058936/

    Und der Vorschlag, dass die ganzen Ignoranten einfach je eine Rolle WC-Papier mit nach draussen nehmen sollten, damit man sie besser erkennen und Abstand halten kann, hat wirklich etwas für sich…

  77. In Köln finden momentan vermehrt Autorennen statt, in Parks werden in Gruppen Shishas geraucht (eng zusammensitzend) und provozierende Autofahrer haben ihre Dächer auf und fahren mit 4 stehenden Fahrgästen mit Fahnen und provozieren mit saudummen Sprüchen.

    Wegen solcher Typen wird wohl die Ausgangssperre kommen.

    Wenn dann bald im Verwandten- oder Bekanntenkreis dieser Gestalten die ersten Infizierten oder gar Toten auftauchen, dann kommt vielleicht ein Einsehen. Aber dann ist es leider zu spät!

  78. @Pierre Castell:

    Andererseits:

    Wenn das jetzt schon so ist – wie will man denn dann eine Ausgangssperre effektiv kontrollieren und durchsetzen?

    Mit einer – vermutlich nicht funktionsfähigen – Bundeswehr?

  79. @ Bernd Harder:

    Wie wäre es mit Kriegsrecht?

  80. @noch’n Flo:

    Angesichts unserer Bundeswehr würde ich es dann wenigstens „Verfassungsnotstand“ nennen.

  81. @ Alexander W.

    In 8 Wochen ist alles vorbei und wieder gut – so zumindest eine Arzthelferin heute zu mir. Frage mich, woher sie diesen Optimismus nimmt. Oder ist es etwa fachliches Wissen von ihrem Chef?

    Die Theorie geht so: Es gibt noch kein spezifisches Mittel gegen dieses Virus. Man muss die berühmten 14 Tage (plus Marge) abwarten, bis das Immunsystem eines jeden Infizierten das Virus neutralisiert hat (das gilt auch für die schweren Fälle auf der Intensivstation, so sie es überleben).

    Wenn wir ab jetzt ein paar Wochen lang /// A L L E //// potentiell infektiösen Sozialkontakte meiden, steckt sich niemand mehr an. Danach ist das Virus schlicht verschwunden.

    Dann wieder importierte Neuinfektionen, dann wieder Ausgangssperre etc., bis wir irgendwann Medikamente und Impfstoffe haben.

    So die Theorie.

  82. @ 2xhinschauen:

    Das funzt schon in Familien nicht mehr:

    angenommen, Papa hat sich einen Tag, bevor sich die 4köpfige Familie in ihr Eigenheim zurückgezogen hat, infiziert. Die Krankheit bricht milde aus, und am 10. Tag steckt sich seine Frau bei ihm an. Und während der Papa schon genesen ist, nach wiederum 10 Tagen Kind 1 (bei Mama). Und bei ihm nach weiteren 10 Tagen Kind 2.

    Die Familie müsste also über 40 Tage in Quarantäne bleiben, bis die Infektionskette abreisst.

    Und wie ist das wohl in Altenheimen mit vielen Bewohnern? Oder in Kinderheimen?

  83. @nnF:

    Ja das stimmt! Aber zum einen ist die Zahl der Infizierten in % der Gesamtbevölkerung sehr gering, d.h. die absolute Anzahl solcher Infektionsinseln ist voraussichtlich nicht dramatisch hoch.

    Der wichtigere Punkt ist aber, dass es Inseln sind. Diese Kleinfamilie steckt sich unter korrekter Quarantäne nur noch gegenseitig an, und der viel gehörte Faktor 3 tritt nicht mehr ein.

    Und 40 Tage sind sechs Wochen, das ist ja sogar weniger als die Schätzung der Arzthelferin :) Das große „wenn und aber“ bei der Sache ist aber ganz offensichtlich die kollektive Disziplin.

  84. Gerade eben bei „Maybritt Illner“ äußert Prof. Christian Drosten den Verdacht, daß die Chinesen schon einen Impfstoff haben könnten…fast schon etwas „verschwörungsmäßig“ ;-)
    Natürlich könnte das sein, daß man es verschweigt und erst die eigene Bevölkerung impft und dann erst den Impfstoff mit dem Rest der Welt teilt.

  85. … Verdacht, daß die Chinesen schon einen Impfstoff haben könnten.

    Tja und so entstehen Verschwörungsgeschichten, Gerüchte und fake news. Einer sagt was (hier sogar einer mit Autorität), einer erzählt es weiter, morgen macht es die Runde im Netz und übermorgen steht es als Fragezeichen-Schlagzeile auf der Titelseite der Blödzeitung.

    :-(

  86. @2xhinschauen

    Deshalb hab‘ ich das hier gepostet…ich fand das schon merkwürdig, daß ein renommierter Professor, das in einer TV-Show äußert. Man kann aber zur Verteidigung sagen, daß er kein „Medienmensch“ ist…privat kann er diese Vermutung äußern, aber nicht vor einem Millionen-Publikum.

  87. @Ralf:

    Es gibt – mittlerweile – durchaus auch Kritik an Herrn Drosten, die ich aber nicht einordnen kann:

    https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Warum-Herr-Drosten-jetzt-endlich-schweigen-sollte-4684176.html

  88. @Bernd Harder
    Irgendwie kam er mir auch immer etwas komisch vor in den Talk-Shows, die ich gesehen habe…wie gesagt, er mag ein großartiger Wissenschaftler sein, aber kein Medien-Profi.

  89. Der Telepolis-Autor ist Alexander Unzicker, der das Problem hat, nicht als seriöse Quelle zu gelten. Den gibt’s auf Psiram (https://www.psiram.com/de/index.php/Alexander_Unzicker) und der war mit seinem „Durchknall“-Buch auch im Skeptiker schon Thema.

    Aber wir wollen hier ja auch negativen Autoritätsargumenten nicht zum Opfer fallen.

    Unzicker übt polternde und besserwisserische Kritik an der „flatten the curve“ Strategie, und zumindest der von ihm verlinkte Artikel enthält Argumente, die für mich durchaus gut aussehen. Die fokussieren aber nicht nur, aber weitgehend auf die USA und UK. Die Situation (Policy, Gesundheitssystem) ist da aber anders als hier, und alle Prognosen haben halt alle dasselbe Problem, unter anderem die Annahmen, auf denen sie beruhen.

  90. Nebenbei, geile Grafik zum Thema „kollektive Disziplin“: https://abload.de/img/soziale_distanzierungv6kkc.jpg

    ( Dank an Kommentatorin Tina bei http://scienceblogs.de/bloodnacid/2020/03/15/olt-18/ )

  91. Muss man Telepolis überhaupt noch ernst nehmen?

  92. Wie kommt Herr Drosten den auf die Idee das die Chinesen schon einen Impfstoff haben?

  93. @ 2xhinschauen

    Vielen Dank!

  94. Pingback: Hinweise, Links und Visualisierungen zur Corona-Ausbreitung – biblioblog

  95. Bodensatz der Verblendung – Homöopathie in Corona-Zeiten:

    https://keineahnungvongarnix.de/?p=7434

  96. @noch’n Flo: Ich nehme Telepolis schon lange nicht mehr ernst. Die haben ungefähr dieselbe Qualität wie die selbsternannten Nachdenkseiten. Eine regelrechte VT-Schleuder.

    Drosten macht in seinem Corona-Virus-Podcast auf mich einen sehr kompetenten Eindruck. Alles sehr differenziert, kein bißchen rechthaberisch und sehr gut erklärt.

    Interessant fand ich heute, dass er Ausgangssperren als politische Entscheidungen deklarierte. Es sei nicht so, dass die Wissenschaftler in Frankreich mehr wüßten als wir. Anders gesagt: Ob die etwas bringen oder nicht, dazu kann die Wissenschaft gegenwärtig nichts sagen.

    Ich fand es gut, darum hier der Link: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Virologe-Drosten-im-NDR-Info-Podcast,podcastcoronavirus100.html

  97. „Helfen Sie mit, Falschmeldungen zum Coronavirus zu sammeln!“

    https://web.de/magazine/in-eigener-sache/falschmeldungen-fake-news-coronavirus-sammeln-34536042

    Oh, ich bin überrascht – web.de scheint Verantwortung übernehmen zu wollen…

  98. Mal etwas zum nachdenken für „Corona-Party“-Feiernde:

    Mal angenommen, ihr steckt euch an und gebt die Infektion weiter an ältere Leute, die dann Intensivstationpflichtig werden. Bei einer der nächsten „Corona-Partys“ fahrt ihr heim und habt einen mehr getrunken und baut einen Unfall, bei dem ihr euch schwer verletzt, aber leider kann man euch nicht mehr so schnell und gut helfen, da die Krankenhäuser voll sind mit Covid-19-Patienten.

    Ich denke aber, daß hier keiner dieser Jugendliche mitliest, aber nur mal so ;-)

  99. @ Ralf nüchtern

    Jugendliche sind grundsätzlich unsterblich. Denken sie jedenfalls. Das ging mir selber auch so. Wenn ich zurückdenke, was ich als Teenager (und auch teilweise noch als Student) so alles aufgeführt habe und das (zum Glück) ohne gröbere Krankenhausaufenthalte, lässt mich das schaudern.

    Rücksicht auf andere zu nehmen zählt bei vielen (noch) nicht zur Grundausstattung. Damals waren wir stolz darauf, wenn wir mit einer Party im Studentenheim wieder einmal einen Polizeieinsatz provozierten. Heute wäre ich derjenige, der die Polizei ruft.

    Es sind sicher nicht alle so, aber leider genug, um eine unnötige Verlängerung der Maßnahmen zu verursachen.

  100. @RainerO
    Ja, das ging mir auch so…man vergisst das über die Jahre ;-)
    Deshalb wird man um eine weitere Ausgangsbeschränkung nicht herum kommen.

    Gerade eben kam die Eilmeldung, daß in einem Würzburger Pflegeheim 9 Menschen gestorben sind…das wird leider kein Einzelfall bleiben…

  101. „Ein wenig Licht in dunklen Zeiten“:

    Bravo stellt einige Uralt-Ausgaben zum kostenlosen Download bereit – leider nicht die mit „Im Bann des Teufels“ oder anderen berüchtigten Okkult-Storys:

    http://bravo-archiv-shop.com/ein-wenig-licht-in-dunklen-zeiten

  102. @ Bernd Harder

    Tausend Dank für diesen Hinweis.

    Da werden Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend wieder wach.

  103. @Pierre Castell:

    Ja, die „Kiss-“ und „Sandra“-Poster sind immer noch klasse.

  104. „Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen habe ihn um diese Nachricht gebeten…!“

    Rapper und deren Musik sind absolut nicht mein Ding. Bekomme Ohrenschmerzen bei deren „Musik“ und Texten. Aber wenn ich mich für einen Rapper entscheiden MÜSSTE, dann wäre es Eko Fresh.

    So denke ich vermutlich nicht alleine, sondern auch das „Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen“, weshalb sie Rapper Eko Fresh um klare öffentliche Worte gebeten haben:

    https://www.stern.de/lifestyle/leute/corona-krise-rapper-eko-fresh—reisst-euch-zusammen–freunde—9191758.html

  105. In Köln momentan mehr Raser und illegale Auto-Rennen „wegen“ Corana:

    https://www.express.de/koeln/problem-durch-coronavirus-unfassbar–raser-nutzen-leere-strassen-in-koeln-aus–36442240

    Wie sang Marlene Dietrich so schön in ihrem Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“?
    „Wann werden sie verstehen…!“

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