Warum wir nicht glauben, was uns nicht passt: eine Analyse

Interessanter, wenn auch wenig hoffnungsvoller Artikel bei spektrum.de:

Angesichts der Vielzahl von Fehlschlüssen, denen Menschen aufsitzen, und Denkfallen, in die Menschen tappen, sind wir für pseudowissenschaftlichen Unfug geradezu prädestiniert.”

Zum Weiterlesen:

  • Why Facts Don’t Change Our Minds, The New Yorker am 27. Februar 2017
  • Neue “skeptisCH”-Serie: Kognitive Verzerrungen, GWUP-Blog am 4. August 2017
  • Der Bestätigungsfehler: Warum wir auf Fake-News reinfallen, GWUP-Blog am 11. März 2017
  • Logische Fehlschlüsse und “Bad Arguments” erkennen, GWUP-Blog am 7. Februar 2014
  • Warum wir nicht glauben, was uns nicht passt, spektrum am 7. August 2017

3 Kommentare zu “Warum wir nicht glauben, was uns nicht passt: eine Analyse”


  1. 1 Positron 8. August 2017 um 22:15

    In der Tat, ich merke das auch regelmäßig an mir selbst. Ist es vor diesem Hintergrund nicht eine aussichtslose Aufgabe sich für die Ratio einzusetzen?

    Unser Hirn scheint dafür ja nicht gerade prädestiniert zu sein.

  2. 2 Gernot Buth 9. August 2017 um 12:17

    Georg Christoph Lichtenberg wusste schon vor über 200 Jahren: “Man spricht viel von Aufklärung, und wünscht mehr Licht. Mein Gott was hilft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben, oder die, die sie haben, vorsätzlich verschließen?” (Sudelbücher, Heft L (469))

  3. 3 2xhinschauen 9. August 2017 um 13:09

    >> Ist es … nicht eine aussichtslose Aufgabe sich für die Ratio einzusetzen?

    Nur, wenn man das Ziel hat, “endgültig” zu “gewinnen”. Wir wissen, dass das unrealistisch ist.

    Sollten wir also alle nach Hause gehen und dem Irrationalen das Feld überlassen?

    Ich denke nein. Denn selbst denen, die Meinungen und Fakten nicht unterscheiden können, darunter offensichtlich viele Journalisten, muss doch unsere Position angeboten werden, damit da wenigstens überhaupt etwas ist.

    Man mag das für frustrierende Rückzugsgefechte halten mit dem einzigen Ziel, wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Das liegt aber nicht an einer immanenten Schwäche der wissenschafts-/faktenbasierten oder skeptischen Position, sondern m.E. vor allem – und hier muss ich zusehen, mich nicht wieder in Rage zu schreiben – an der fast totalen Indifferenz der Wissenschaftsorganisationen, Universitäten usw. gegenüber den Esoterikern, Heilsbetrügern, Faktenleugnern und Begriffsdieben.

    Mein Eindruck ist, dass die entweder die Risiken nicht sehen oder sich schlicht zu fein sind für etwas mehr Aktivismus und Lobbyismus in eigener Sache. Der phantastische Sciencemarch hätte ein Anfang sein können zu *etwas* mehr öffentlichem Engagement der Institutionen. Vertan, vertan.

    Die GWUP hat 1500 überwiegend passive Mitglieder und einen Etat, der jährlich nur kleine fünfstellige Beträge für nach außen gewandte Aktionen übrig lässt, wobei die meist ohne Presseecho bleibende Skepkon davon den Löwenanteil kostet und auch fast nur Selbstvergewisserung ist.

    Dieser blödsinnige Homöopathenkongress war dagegen in allen Medien. Diesesmal immerhin zu einem Gutteil kritisch beäugt. Daran zeigt sich, wie wichtig das öffentliche Entgegentreten ist und dass es etwas bewirkt.

    Warum gibt es im “Bildungsland” Deutschland kein mit achtstelligen Budgets ausgestattetes Max-Planck-Institut für Aufklärung? Keinen Unterricht in Medienkompetenz und Kritischem Denken in allen Schulen? Keine Pflichtprüfungsfächer in Wissenschafts- und Erkenntnistheorie in sämtlichen Studiengängen?

    All das wird natürlich nicht das magische Denken aus den Menschen vertreiben (EvH), aber es wäre doch ein erheblicher Geländegewinn. Bis dahin mach ich weiter meine Homöopedia und schlag mich im Internet mit Heilpraktikern und anderen Glaubensjüngern herum.

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