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Das Temperaturplateau und die Klima-Verschwörung

| 9 Kommentare

Seit etwa 15 Jahren stagniert die Erderwärmung.

Klimaleugner behaupten daher, dass die Modelle des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) falsch seien, während seriöse Wissenschaftler stets nur von einer „Atempause“ gesprochen haben.

Jetzt scheint die Ursache für das Phänomen des „Temperaturplateaus“ geklärt zu sein.

The Economist und die Süddeutsche Zeitung berichten über eine neue Studie, nach der der Atlantik in den vergangenen 15 Jahren offenbar eine große Menge Wärme gespeichert hat, die jedoch in absehbarer Zeit wieder an die Oberfläche kommen könnte.

Verschwörungstheorien, die Zweifel an der Existenz und den Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels säen, finden somit immer weniger Nahrung.

Darauf weist heute auch Dr. Florian Freistetter im Science-Blog Astrodicticum simplex hin:

Dass gerade der Klimawandel so ein beliebtes Thema der Verschwörungstheoretiker ist, ist verständlich. Immerhin ist das ein wissenschaftliches Thema, das nicht nur direkte Auswirkungen auf unseren Alltag hat (das ist früher oder später bei jeder Forschung der Fall), sondern ein Thema, das direkte Auswirkungen auf Politik und Industrie hat […]

Aber natürlich ist die Klimaforschung in dieser Hinsicht nicht anders als andere Wissenschaften. Auch wenn ihre Ergebnisse größeren Einfluss auf die Politik haben als die Astronomie oder die Quantenmechanik, ist es doch immer die gleiche Wissenschaft.

Die Methoden, die es ermöglicht haben, Raumsonden zu anderen Planeten zu steuern, Fernsehsatelliten auf ihre Umlaufbahnen zu bringen oder Computer zu bauen, sind es auch, die uns das Klima und seine Veränderungen verstehen lassen.

Wer für die Beschreibung des Klimas eine “andere” wissenschaftliche Methode reklamiert, ist im Prinzip nicht glaubwürdiger als all die Leute, die sich ihre eigene Privatphysik zurecht geschustert haben, um damit die Relativitätstheorie widerlegen oder ein Perpetuum Mobile bauen zu wollen.“

Freistetter ist derzeit auf einer „Klimareise“, um herauszufinden, wie …

… der Klimawandel sich jetzt schon konkret auf unseren Alltag auswirkt, welche Folgen die Menschen beobachten und die Wissenschaftler erforschen und was es darüber in Norddeutschland alles zu lernen gibt.“

Die bislang erschienen Beiträge finden sich hier.

Und dann haben wir hier noch einen Leserkommentar mit einer Frage zur individuellen CO2-Bilanz, die weiterhin einer Antwort harrt.

Zum Weiterlesen:

  • Verschwörung! Gibt es den Klimawandel gar nicht? Astrodicticum simplex am 23. August 2014
  • Oceans and the climate, The Economist am 23. August 2014
  • Atlantik soll Klimawandel gebremst haben, Süddeutsche am 22. August 2014
  • Has Global Warming Stopped? Skeptical Inquirer Volume 37.5, September/October 2013
  • Can a Reasonable Skeptic Support Climate Change Legislation? Skeptical Inquirer Volume 33.5, September/October 2009
  • SkeptisCH – Folge 5: Über Klimawandel und Klimawandel-Skeptiker, Podcast der Schweizer Skeptiker vom September 2012
  • Über Klimawandel-„Skeptiker“, skeptiker-blog am 30. Juni 2011
  • Realitätsleugnung bei Klimaskeptikern, GWUP-Blog am 20. April 2013
  • Realitätsleugnung bei Klimaskeptikern Teil 2, GWUP-Blog am 20. April 2013
  • Skeptiker vs. Klimaskeptiker, GWUP-Blog am 13. März 2010
  • Skeptiker vs. Klimaskeptiker  die nächste Runde, GWUP-Blog am 14. Februar 2012
  • Gibt es einen wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel? Skeptical Science
  • Hohe Temperaturen, hohe Töne: Ein Cello-Solo zum Klimawandel, GWUP-Blog am 23. Juli 2013

9 Kommentare

  1. a) wir leben immer noch in einer Eiszeit, das sagte ich bereits,

    b) die Eisdecke in der Arktis sieht etwas besser aus als in den
    letzten Jahren

    http://www.ijis.iarc.uaf.edu/en/home/seaice_extent.htm ,

    c) vermutlich wird auch 2014 kein neues Rekordjahr für die
    globale Durchschnittstemperatur,

    etwas weniger Arroganz (z.B. die Verwendung des Begriffs
    „Verschwörungstheoretiker“) würde Euch gut anstehen.

    Gruß,
    Connie

  2. @Connie:

    Wie häufig, bleibt auch diesmal nebulös, was Du damit sagen willst?

    zu b): Ja und – was folgt Deiner Meinung daraus? Nach Meinung der Wissenschaft nämlich nichts, was ernsthaft gegen eine Erderwärmung spricht:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/arktis-eis-gradmesser-fuer-den-klimawandel-1.1851431

  3. Es ist schade, dass auch dieser Artikel wieder nicht ohne die Killervokabeln ‚Klimaleugner‘ und ‚Verschwörungstheorien‘ auskommt. Womit gleich mal klar gestellt wird, dass jeder, der eine kritische Frage zum Thema Klimawandel stellt, ein Fall für den Psychiater ist.
    Dabei hat die Diskussion über die Qualität aktueller Klimamodelle und Prognosen weder mit Verschwörung noch mit Leugnung etwas zu tun. Die überwiegende Mehrheit der so verhassten Skeptiker bestreitet mitnichten, dass sich die globalen Temperaturen in den letzten Jahrzehnten erhöht haben und dass der Mensch mit seinen Treibhausgasemissionen daran beteiligt ist. Was sie hinterfragen ist das Ausmaß des Einflusses des CO2 im Vergleich zu anderen Faktoren und die Glaubwürdigkeit der bisweilen apokalyptischen Zukunftsprognosen sowie die drastischen Maßnahmen, welche auf der Basis dieser Prognosen eingefordert werden.
    Mir leuchtet nicht ein, warum der Autor zu einer solchen differenzierten Diskussion offensichtlich nicht bereit ist.

  4. @Alexxis:

    < < Womit gleich mal klar gestellt wird, dass jeder, der eine kritische Frage zum Thema Klimawandel stellt, ein Fall für den Psychiater ist. << Was nun wiederum ein Killersatz von Ihnen ist. Es geht bei der "Klimaverschwörung" weder um "eine kritische Frage" noch um "Psychiater", sondern um bezahlte Lobbyisten und komplexe Verdrehungen, die weit über den von Ihnen genannten (harmlosen und diskutablen) Inhalt hinausgehen: http://www.heise.de/tp/artikel/31/31706/1.html

    http://www.zeit.de/2012/48/Klimawandel-Marc-Morano-Lobby-Klimaskeptiker

  5. Beim Schmelzen von Eis wird Wärme gebunden, lernt man in der Thermodynamik, genau 335 kJ/kg.

    Wenn die Polkappen also schneller schmelzen als erwartet, dann ist zu erwarten, dass die Temperaturen langsamer steigen als erwartet. Ob die Größenordnungen allerdings zusammenpassen, kann ich von hier nicht beurteilen.

  6. @Bernd Harder
    Tja, Killersatz gegen Killervokabel :-)
    OK, wenn Sie mit Ihrer Kritik wirklich nur die Spinner meinen, die grundsätzlich alles abstreiten, was nicht in ihr Weltbild passt, kann ich ihnen zustimmen.
    Man muss allerdings fairerweise sagen, dass es auch am anderen Ende der Skala (also bei den Weltuntergangspropheten) komische Gestalten gibt, denen es einfach nicht katastrophal genug sein kann (Al Gore ist ein Top Kandidat fpr diese Kategorie).

  7. Nur bestimmte Ergebnisse sind gefragt:

    http://www.taz.de/Gelder-gestrichen/!86619/

    „Nein, noch nicht“ anklicken um den gesamten Artikel zu lesen.

    GvC

  8. @Connie:

    Warum sollte Unsinn staatlich finanziert werden?

    Den Link rechts zu dieser Seite hast Du sicher „übersehen“:

    http://www.taz.de/Neue-Website-zum-Klimawandel/!82647/

  9. @trixi: ein wichtiger Hinweis!

    Aber unabhängig von dieser neuen Korrektur: auch bisher nutzten viele die Statistik in verzerrter Weise, in dem sie als Startjahr 1998 wählten, ein besonders warmes Jahr durch El Niño. Dadurch scheint es so, als hätte sich die Erwärmung verlangsamt. Diese bewusste Auswahl eines passenden Intervalls sehe ich als gezielte Maniputation.

    Dabei ist die Oberflächentemperatur nur ein Indikator. Der Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme des Säuregehaltes der Meere und auch die Abnahme des Arktischen Eises hat sich in dieser Periode alles andere, als verlangsamt.

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