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Illuminati in Ingolstadt: Alles nur Fantasie?

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Wer ist schuld daran, dass am Wochenende kein Klempner mehr ins Haus kommt? Oder an den hohen Benzinpreisen? Oder an der Wirtschaftskrise?

Natürlich die Illuminaten – sagt zumindest Robert Anton Wilson, der Autor der „Illuminatus!“-Trilogie. Sehr wahrscheinlich meint er das nicht ernst. Aber es gibt ja Leute, die auch an das unsichtbare rosa Einhorn glauben. Dr. Marko Papánek scheint so einer zu sein.

Die Illuminaten gibt es natürlich heute noch. Und sie sind die geheimen Drahtzieher des Weltgeschehens. Und er, Dr. Papánek, ist in den Besitz ihrer streng geheimen Mitgliederliste gelangt. Aber just in dem Moment, da der vorgebliche Historiker öffentlich auspacken will, geht das explosive Dokument in Flammen auf. An solchen Themen kann man sich aber auch die Finger verbrennen! Schreiend und in Panik ergreift Dr. Papánek die Flucht, als wären tausend Illuminaten hinter ihm her …

Ein ganz netter Knalleffekt zum Auftakt der Erlebnisführung „Jesuiten, Illuminaten und die Sau von Ingolstadt„. Dr. Papánek ist natürlich bloß ein Schauspieler. Obwohl – weiß man’s? Seit Dan Browns „Illuminati“ die Buch- und Filmcharts erobert hatten, wollen zahllose Anrufer aus aller Welt vom Kulturbüro der Stadt Ingolstadt wissen, was es mit diesem Geheimbund auf sich hat. Mit dem „mächtigsten satanischen Kult“, der „gefährlichsten antichristlichen Macht auf Erden“, wie Dan Brown schreibt.

„Man kann den historischen Recherchen des Schriftstellers Dan Brown soviel vertrauen wie der Kaufempfehlung eines Investmentbankers“, mäkelte etwa die WELT an dem atemlosen Thriller-Spektakel herum. Und weil das so ist, wühlte sich der Ingolstädter TV-und Radiojournalist Michael Klarner monatelang durch Archive und Bibliotheken, um herauszufinden, wie es wirklich war. Mit dem legendären Illuminatenorden, der 1776 in der heutigen Audi-Metropole gegründet wurde. Was Klarner nun als illuminatischer Stadtführer (siehe Bild: standesgemäß in originärer Gewandung, mit weißen Handschuhen, Gehrock und Spazierstock) an Fakten ausbreitet, ist seriös und solide. Und dennoch interessant und unterhaltsam wie ein Geschichtsschmöker.

Bei dem 69-minütigen Rundgang (drei Mal 23 Minuten) begegnen die drei Mal 23 Teilnehmer unter anderem dem Freiherrn Adolph von Knigge, der treibenden Kraft hinter den Illuminaten. Ziemlich frustriert sieht er allerdings aus, der elegante Edelmann. Denn der Aufklärungs-Eiferer, stets auf der Suche nach Erkenntnis und Seelenheil, äußert sich tief ernüchtert über die Tragikomödie aus hehren Zielen, Machtphantasien und Realitätsverlust, in der er einige Jahre lang mitspielte. Der „Schritt näher zum Lichte“, den die „Erleuchteten“ mit ihren vielleicht 1.400 Mitgliedern gehen wollten, führte geradewegs in die völlige Konzeptlosigkeit. Knigges Austritt aus dem Geheimbund besiegelte zugleich dessen Untergang.

Wirklich? Waren die Illuminaten tatsächlich bloß ein harmloser Zusammenschluss von naiven Weltverbesserern? Oder haben sie ihre offizielle Zerschlagung durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor anno 1785 ganz locker weggesteckt, mal eben so im Vorbeigehen die französische Revolution angezettelt und sich hernach zur konspirativen Weltmacht aufgeschwungen? Und vor allem: Wer ist die Sau von Ingolstadt?

Sie werden es erfahren – wenn Sie die neue Stadtführung mitgehen. Oder den nächsten SKEPTIKER lesen (erscheint Mitte September).

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3 Kommentare

  1. Sehr interessanter Bericht. Ich habe über die Illuminati erst gehört als ich den Film „Angels and Demons“ gesehen habe. Der Film ist ja sehr geil und war ein Anlass dass ich mehr über die Illuminati lese.

    Grüße, Richard

  2. Hallo!!! Willst du ein Mitglied der großen Illuminati sein und monatlich 90.000.000 € erhalten und unter anderen beliebt sein und über Reichtum und Ruhm verfügen, dann ist dies die einzige Chance, zu den illuminati zu gehören. Ich wurde vom Freimaurer-Oberhaupt geschickt bringe 52 Mitglieder in die illuminati, ich habe 32 bekommen, also suchen wir nach 20, so versuch es und gehöre zu den tweenty people um reich und berühmt zu sein, WhatsApp uns unter xxx Oder mailen Sie uns an: xxxx damit wir den Beitrittsprozess beginnen können !!!

  3. @Roberto:

    Vielen Dank für das Angebot, aber ich gehöre längst dazu und bekomme monatlich auch weit mehr als 90.000.000 € dafür.

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