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Neues Addendum-Projekt: „Klimaretter Atomstrom?“

| 66 Kommentare

Interessantes neues Addendum-Projekt:

Der Klimawandel ist in aller Munde und beschäftigt auch die Addendum-Redaktion. In den vergangenen Wochen haben wir uns deshalb intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob wir Kernkraftwerke zur Erreichung der Klimaziele brauchen.

Unsere Antworten finden Sie in elf Kapiteln, die sich mit mit genau jenen Einwänden und Bedenken befassen, die uns allen intuitiv in den Sinn kommen. Ganz im Sinne von: „Was? Atomkraft? Ja, aber was ist mit Tschernobyl und Fukushima?“

Und das sind die Themen:

Zum Weiterlesen:

  • Addendum-Projekt 099: „Klimaretter Atomstrom?“ vom 7. Oktober 2019
  • Energiepolitik: Wider das Schwarz-Weiß-Denken der Puristen, GWUP-Blog am 18. September 2017
  • SkepKon-Video: „Energiewende – aber wie?“ mit Dr. Norbert Aust, GWUP-Blog am 30. Juli 2019
  • Zur Problematik der Energiewende in Deutschland, Skeptiker 3/2019
  • Atomkraft, ja bitte! Wie bitte? Zeit-Online am 1. Oktober 2019
  • Bedeutung der Atomkraft sinkt weltweit, Spiegel-Online am 21. September 2019

66 Kommentare

  1. Einmal mehr Werbung für Kernenergie:

    inzwischen weiß doch jeder, dass die GWUP Lobby-Arbeit für Kernenergie macht – was bringt das noch?

  2. @Stefan:

    Zumindest bringt es offenbar nichts, immer wieder sachlich solche Kommentare zu beantworten.

    Was bitte ist an einem externen Link zu einem wissenschaftsjournalistischen Projekt mit dem Titel Klimaretter Atomstrom? „Werbung für Kernenergie“?

    Gerade an der Tatsache, dass auch andere sich mit der Frage „Klimakrise und Kernenergie“ beschäftigen, sehen Sie doch, dass das kein „Lobbyismus der GWUP“ ist, sondern ein virulentes Thema.

  3. @Stefan:
    Ich verstehe auch nicht so recht, warum Überlegungen zur Energieversorgung, die die Kernenergie mit einschließen, oder auch Überlegungen, ob ausschließlich erneuerbare Energien ein tragfähiges Konzept für unsere Energieversorgung darstellen, „Lobby-Arbeit für Kernenergie“ sind?

  4. @Stefan: Wie wäre es mit Argumenten statt Verschwörungstheorien?

  5. Ich finde es nur wirklich schade, Herr Harder, dass sich die GWUP bei diesem Thema so dogmatisch verhält.

    Ja, sicher, an dieser Linksammlung ist per se nichts „Werbung für Kernenergie“.

    Es ist aber kein Geheimnis, dass die GWUP und speziell Armadeo Sarma der klassischen Kernenergie immer wieder das Wort geredet haben.

    Daran ist eigentlich auch nichts Falsches, leider betreibt man aber hier gerne genau die Taktiken, die man so gerne (mit Recht) irgendwelchen cranks, Pseudowissenschaftlern und ähnlichen Zeitgenossen um die Ohren haut. Cherrypicking, Whataboutism, post hoc ergo propter hoc und so weiter. Ich erwarte von einer Organisation wie der GWUP einfach, dass sie dieselben Maßstäbe auch an eigene Lieblingsthemen anlegt.

    Was darüber hinaus immer wieder störend auffällt, ist die rein technokratische Betrachtung dieses Themas. Menschliche und ökonomische Faktoren werden kurzerhand ausgeblendet. Wenn man das tut, ist es natürlich leicht, der Energiegewinnung durch Kernspaltung das Wort zu reden. Denn mit moderner Technik wäre das mit Sicherheit eine taugliche Methode. Wie gesagt, sofern man lediglich die eigentliche Technik des Kernreaktors betrachtet.

    Leider sind aber weder die Unfälle von Tschernobyl noch Fukushima durch technische Mängel verursacht worden. Im Fall von Tschernobyl war es die Tatsache, dass die Betriebsmannschaft aufgrund politischen Drucks und Zuständigkeitsgerangel den Reaktor in einem Leistungsbereich betrieb, für den er weder ausgelegt noch geeignet war, was auch entsprechend in der Betriebsanleitung deutlich erwähnt war. Aus rein technischer Sicht hätte es nicht zu diesem Unfall kommen müssen.

    In Fukushima war es die Tatsache, dass erstens TEPCO das Geld nicht aufbringen wollte, um die Notstromgeneratoren flutsicher aufzubauen und zweitens, dass der Tsunami die Höhe der Schutzmauer um ein mehrfaches überstieg. Hier also ist sowohl das Profitstreben der Betreiberfirma und fehlerhafte Planung die Ursache gewesen.

    Beide Faktoren, menschliches Versagen und kapitalistisch motivierte Schlampereien, lassen sich nur sehr schwer oder gar nicht eliminieren. Setzt man dies voraus, ist die potentielle (!) Gefahr, die von einem Kernspaltungsreaktor ausgeht, nicht akzeptabel und vor allem nicht geeignet, die Energiegewinnung durch Kernspaltung zur zentralen Technologie zur Bekämpfung des Klimawandels auszurufen.

    Ich bin ganz sicher keiner dieser fanatischen Kernkraftgegner, meiner Meinung nach müssten vor allem die Anstrengungen hinsichtlich Kernfusion deutlich verstärkt werden, aber bei nüchterner Betrachtung des Kosten/Nutzen-Verhältnisses lässt sich auf die Kernspaltung als Energiequelle nicht bauen.

  6. @Benjamin Kaiser:

    Danke für Ihren Kommentar, ich denke, Herr Sarma u.a. wird darauf eingehen, sobald es ihm zeitlich möglich ist.

  7. @Benjamin Kaiser

    Das nenne mal eine wohlformulierte Kritik, die gleichzeitig sachlich wie auch höflich bleibt.

  8. @ Benjamin Kaiser:

    „bei nüchterner Betrachtung des Kosten/Nutzen-Verhältnisses lässt sich auf die Kernspaltung als Energiequelle nicht bauen“

    Und welche Alternative zur Kohle bietest Du an? Regenerierbare Energiequellen reichen ja bei weitem nicht aus. Und einfach nur darauf zu bauen, dass uns das mit der Kernfusion irgendwann noch rechtzeitig gelingen wird, ist extrem fahrlässig und einfach nur dumm.

  9. @ Benjamin Kaiser: Danke für diese Einschätzung und Beobachtung.

    @ all Lesenswert und informativ. Zusammenfassend, Kernenergie oder andere noch nicht zuende entwickelte Techniologien in dieser Richtung zu teuer und zu zeitaufwändig. Erneuerbare Energiegewinnung bereits ganz erheblich günstiger …

    https://www.worldnuclearreport.org/The-World-Nuclear-Industry-Status-Report-2019-HTML.html

  10. Habe ich es überlesen oder wurde es wirklich nicht erwähnt, dass KKWs im Gegensatz zu PV, Wind- und Wasserkraft in der Lage sind, wertvolle Heiz- und Prozesswärme zu liefern.

    Das ist ja auch der Grund, warum ein großes Hamburger Kohlekraftwerk nicht wie im Wahlkampf versprochen, abgeschaltet werden kann. Es versorgt über 100.000 Haushalte mit Heizwärme.

    Ein KKW wäre in der Lage, die Prozessenergie für vielerlei Synthesen zu liefern.

    Es gibt übrigens derzeit erfolgsversprechende Tests, für Kohlekraftwerke eine Art „ganzheitliche“ Produktionskette aufzubauen, d.h. mit dem erzeugten CO2 und der Prozesswärme z.B. synthetische Treibstoffe zu erzeugen, man käme dann dem Ideal CO2-Neutralität schon recht nahe.

    Das offiziell geförderte PtG(tP)-Verfahren mit Erneuerbaren muß meiner Meinung nach an deren unsteter Produktion der Prozessenergie scheitern, außerdem muß das benötigte CO2 extern bereitgestellt werden.

    Also alles nicht so einfach und klar, wie viele das darstellen wollen.

  11. Ich hab die Argumentation von Benjamin Kaiser nicht verstanden. Aber schöner Einstieg in eine sachliche Debatte mit dem Satz „dogmatisch verhält“. Die GWUP oder Hr. Sarma oder Hr. Harder oder auch Herr Aust (in seinem sehr guten Vortrag: Energiewende – aber wie? https://www.youtube.com/watch?v=d0cVfksFb-Q )

    sagen nicht: „Kernenergie ist total sicher, dufte und klasse“. Sondern es geht um faktenbenbasierte versus gefühlte Betrachtung einer wichtigen Debatte.

    Ich kann den Impuls nachvollziehen „Kernenergie ist gefährlich, doof und unsicher“, aber ich erwarte von den Skeptikern und der GWUP,dass sie, falls diese Annahmen eher gefühlsbasiert statt faktenbasiert sind, dass man auf Irrationalität, verschobener Risikowahrnehmung usw. hinweist. Die politische oder gesellschaftliche Entscheidung, welchen Weg man geht, der ist offen, aber erstmal erwarten die Skeptiker doch eine nüchterne Betrachtung der Optionen/Fakten.

    In der Zeit gab es übrigens gerade diesen Artikel: https://www.zeit.de/2019/41/kernkraftwerke-atomkraft-energiewende-atommuell

    Zitat: „Wer Klimaschutz will, sollte auf eine neue Generation von Kernreaktoren setzen. Sie würden nicht nur CO₂-arm Strom liefern, sondern könnten sogar den Atommüll selbst verbrennen.“

    Ich sehe viel Wunschdenken, wenig realistische Betrachtungen der Möglichkeiten und vor allem keine ehrliche Debatte. Die einen leugnen den Klimawandel (AfD, Wissenschaftsfeinde usw.) die anderen träumen von einer Energiewende mit erneuerbaren Energien, aber sagen nicht, wie das funktionieren soll und zu welchen Einschnitten oder Kosten wir bereit sein müssten.

    Das empfinde ich als eine unethische Debatte. Wunschdenken und Ideologie statt klarer Blick auf die realistischen oder machbaren Optionen, deren Kosten, Vor- und Nachteile. Daher empfinde ich das Gejammer über „Kernenergie-Lobby“ als unsachliche Polemik, statt sich mit den Fakten zu beschäftigen.

    Mir persönlich ist Kernenergie egal, aber je mehr ich dazu lese, desto stärker entwickelt sich die Überzeugung, dass die Verweigerung der Diskussion über die Optionen, ideologisch oder gefühlsmässig verläuft und nicht faktenbasiert. Mein Eindruck.

    Danke GWUP, dass ihr bei Irrationalität die Finger in die Wunde legt, nicht nur bei Homöopathie und Astrologie, sondern auch bei Themen wie Energiewende, Gentechnik usw.

  12. Vielen Dank für den Hinweis auf die Addendum-Seiten, den Autoren ist es gelungen, die Thematik sachlich und faktenreich aufzubereiten.

    Insbesondere die gut referenzierten quantitativen Angaben und Vergleiche sind sehr hilfreich. Für eine sinnvolle Diskussion der Energieversorgung ist es aber gerade unumgänglich, sich der Dimension der Probleme bewusst zu sein – und dafür muss man Einschätzen und zusammenrechnen können, was die verschiedenen Formen der Energieerzeugung zahlenmäßig bedeuten.

    Ich kann Benjamin Kaisers Unwohlsein angesichts der „menschlichen Komponente“ gut nachvollziehen, schließlich ist (anders etwa als bei den Fossilen Energieträgern) der Normalbetrieb bei der Kernkraft recht unproblematisch, der Unfall dagegen keineswegs.

    Allerdings zeigen die bisherigen Bilanzen aus über 60 Jahren Kernkraft – auch unter Berücksichtigung von Tschernobyl, Fukushima, Mayak usw… – dass die Kernkraft in allen Belangen weit besser abschneidet als die fossile Konkurrenz.

    Dazu gibt es weit mehr wissenschaftliche Literatur als Addendum zitiert und die jeweiligen Hochrechnungen unterscheiden sich naturgemäß etwas voneinander, aber die Gesamtbilanz zeigt in allen Fällen ziemlich eindeutig in die gleiche Richtung.

    Wir neigen auch dazu, die Folgen des Normalbetriebs insbesondere von Kohle-, Gas oder Ölkraftwerken zu unterschätzen, da sie schleichend und unsichtbar sind (CO2, Luftverschmutzung) oder weit weg (Förderung der Brennstoffe).

    Kürzlich ist in aufsehenerregende Studien vorgeschlagen worden, durch massive Wiederaufforstung CO2 aus der Luft zu binden. Es scheint, dass insbesondere naturbelassene Wälder einen großen Beitrag zum Klimaschutz liefern könnten. Aber dafür braucht es Fläche – und somit entsteht eine Konkurrenzsituation zum Ausbau von flächenintensiven Stromquellen wie Wind oder Photovoltaik.

  13. @Philippe Leick

    Die Studie der ETH Zürich ist nicht unumstritten.

    „Ohne gleichzeitige Verringerung der Emissionen aus anderen Sektoren wie dem Verkehr oder der Energiewirtschaft ermöglicht Wiederbewaldung keinen Durchbruch im Klimaschutz.“

    https://resilience-blog.com/2019/07/09/konnen-wir-durch-grosflachige-wiederbewaldung-den-klimawandel-stoppen/

    „Ein erheblicher Teil des für die Pflanzung infrage kommenden Landes liegt im hohen Norden in Alaska, Kanada, Finnland und Sibirien. Dort kann man zwar auch mit Bäumen Kohlenstoff speichern, wenn auch sehr langsam – aber für das Klima wäre das sogar kontraproduktiv. Denn in schneereichen Gegenden sind Wälder viel dunkler als schneebedeckte unbewaldete Flächen. Während letztere viel Sonnenstrahlung ins All zurückspiegeln, nehmen die Wälder sie auf und heizen damit netto die Erwärmung an statt sie zu reduzieren.“

    https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/koennen-baeume-das-klima-retten/

  14. @noch’n flo: Ohne ad hominem gehts wohl nicht, was? Auf dem Niveau unterhalte ich mich ganz sicher nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass etwas behauptet wird, was ich mit keinem Wort gesagt habe. Semantik ist halt schwer.

    @nutintheshel: Das „dogmatisch“ war nicht (nur) auf diese Linksammlung bezogen, sondern auf viele zurückliegende Artikel hier, die in den letzten Jahren erschienen sind. Da ist schon eine ganz klare Tendenz erkennbar, die mit nüchterner Faktenbetrachtung wirklich nichts zu tun hat. Oder, genauer gesagt, es werden nüchtern Fakten betrachtet, aber halt nur Fakten, die einer vorher festgelegten Meinung entsprechen. aka Cherrypicking.

    Ich verweigere auch ganz sicher keine Diskussion, mir im Gegenteil sehr an einer faktenbasierten Diskussion gelegen. Nur findet grade das hier eben selten statt. Leider.

    Mich würde auch mal interessieren, wie denn die Befürworter die zentralen Probleme lösen wollen? Ich bin da ehrlich interessiert.
    Mal so @alle: Bereits jetzt müssen viele KKW, die mit Flusswasser gekühlt werden, im Sommer ihre Leistung zurückfahren, weil die Flüsse zu warm werden.

    Welche Lösungen existieren dafür, vor allem vor dem Hintergrund einer weiter fortschreitenden Erwärmung?
    Uran ist wie Öl ein endlicher Rohstoff und bereits jetzt kann der Abbau den Bedarf der existierenden KKW nur zu einem Drittel decken. Wie sieht es mit der Ressourcensicherheit aus, wenn zum Schutz des Klimas die Nutzung der Kernenergie massiv ausgebaut werden soll?

    @Philippe Leick: Schneidet die Kernkraft wirklich weitaus besser ab als die fossile Konkurrenz? Mag sein, glaube ich sogar, aber welcher Maßstab ist das? Die Folgen kernkraftbedingter Unfälle sind extrem schwer zu quantifizieren, außer die ökonomischen. Und die sind extrem. Wenn man sich die hohe Anzahl von Beinahekatastrophen anschaut, die mit teilweise viel Glück noch abwendet werden konnten, ist mir das Risiko deutlich zu hoch (Bspw. Sellafield, Harrisburg, Gundremmingen).

    ——.——–
    Das Abtun alternativer Ansätze bzgl. erneuerbarer Energien „die ja auch keine 100% Lösung sind“ (kein wörtliches Zitat) ist nichts anderes als whataboutism. Das ist genau das, was ich in meinem Eingangskommentar meinte.

  15. @Benjamin Kaiser:

    Das Abtun alternativer Ansätze bzgl. erneuerbarer Energien „die ja auch keine 100% Lösung sind“

    Was genau tut man denn ab, wenn man darauf hinweist, dass erneuerbare Energien „keine 100% Lösung“ sind?

    Es wird letztendlich m.E. um einen Energiemix gehen müssen, nicht um etwas Hundertprozentiges. Was ist daran „dogmatisch“?

    Oder, genauer gesagt, es werden nüchtern Fakten betrachtet, aber halt nur Fakten, die einer vorher festgelegten Meinung entsprechen. aka Cherrypicking.

    Ich kenne hier auch alle Artikel und kann das so nicht finden. Im Gegenteil, gerade Herr Sarma schreibt:

    „Kurz übersetzt: Es gibt mehrere Optionen, um im Energiesektor Treibhausgase zu reduzieren, nicht nur erneuerbare Energien und Kernkraft. Gas wird in einem späteren Absatz ebenfalls erwähnt.

    In Deutschland hingegen gilt dogmatisch: Alles andere als erneuerbare Energien ist ein Sakrileg! Man sucht sich aus den IPCC-Berichten einfach heraus, was einem in den Kram passt, und ignoriert den Rest.

    Die Welt ist nicht einfach, und es gibt keine Patentlösung für komplexe Probleme. Deshalb geht es mir auch nicht darum, zu behaupten, dass etwa Kernkraft und Gas allein die Lösung wären. In einer komplexen Welt brauchen wir eine differenzierte Antwort auf die Herausforderung Klima und dürfen dabei die ebenso wichtige Herausforderung Ernährung nicht vergessen.

    Wir leben jedoch offenbar in einer Zeit des Schwarz-Weiß-Denkens und der Puristen. Seine Vertreter kennen nicht nur das Problem, sondern haben auch die einzige Lösung, die wir alle unter hohem moralischen Druck akzeptieren sollen, ohne die Tauglichkeit der Rezepte zu hinterfragen.“

  16. @ Benjamin Kaiser:

    „Ohne ad hominem gehts wohl nicht, was?“

    Gegenfrage: wo bin ich ad hominem gegangen?

  17. @Bernd Hader: An dem bloßen Hinweis ist nichts „Abtun“. Das ist selbstverständlich und logisch. Bitte diese Aussage im entsprechenden Kontext betrachten. Klassischer Strohmann, was mich zurückbringt zu meinem Ausgangspost.
    Ich meinte damit diese oder ähnliche Aussagen als Antwort auf Kritik an der Kernenergie. Daher auch mein Hinweis auf whataboutism.

    Diese Aussage hat auch nichts mit der meinerseits festgestellten dogmatischen Haltung zu tun. Das war beruhend auf die Kommentar- und Artikelhistorie zu diesem Thema.

  18. @Benjamin Kaiser:

    Diese Aussage hat auch nichts mit der meinerseits festgestellten dogmatischen Haltung zu tun. Das war beruhend auf die Kommentar- und Artikelhistorie zu diesem Thema.

    Die meine ich auch und habe diesbezüglich noch eine Ergänzung in meinen Kommentar von eben angefügt.

  19. @Bernd Harder (sorry für den Rechtschreibfehler im vorhergegangenen Kommentar):

    Ich kenne diesen von Ihnen zitierten Artikel…Ich habe auch nichts gegen Polemik an sich, allerdings ist die verallgemeinernde und beleidigende Art, wie dort über Kernkraftgegner gesprochen wird ganz sicher einer sachlichen Diskussion nicht tauglich. Das meinte ich mit dogmatisch.

    Der Hinweis, dass es einen Energiemix braucht, ist eine Binsenweisheit.

    Ich selbst bin, um dem vorwegzunehmen, in keinerlei Organisation aktiv, die zu diesem „blinden Wutbürgertum gegen Kernkraft“ gehört. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass auch dort die Meinungen und Diskussionen wesentlich differenzierter sind, als hier dargestellt. Beide Seiten sind offensichtlich nicht daran interessiert, eine wirklich sachliche Diskussion zu führen, und, um wieder zu meinem Ausgangspost zurückzukehren, gerade das ist etwas, was ich eigentlich von der GWUP erwarte.

    Zu dem zitierten IPCC-Bericht: Dieser Halbsatz wird viel zu wenig beachtet, auch hier nicht: „(…)if acceptable responses can be found to concerns over reactor safety, radioactive waste transport, waste disposal, and proliferation.““ Genau darum geht es doch. Das ist Kern der Diskussion.

  20. @noch’n flo: ich weiß nicht, wieso man das noch extra erklären muss, aber:

    „Und einfach nur darauf zu bauen, dass uns das mit der Kernfusion irgendwann noch rechtzeitig gelingen wird, ist extrem fahrlässig und einfach nur dumm.“

    1. schon mal meine Aussage falsch wiedergegeben und 2. deutlicher kann ein ad hominem kaum sein.

  21. @Benjamin Kaiser:

    Genau darum geht es doch. Das ist Kern der Diskussion.

    Gut, aber dann verstehe ich umso weniger, warum wir dann nicht über die besagte „Linksammlung“ (mit den Punkten „Sicherheit“, Abfall“ etc.) diskutieren, sondern statt dessen über einen vermeintlichen oder tatsächlichen „Dogmatismus“ der GWUP?

  22. Hallo Herr Kaiser,

    Ihr Beitrag (vom 9.10. 12:30 Uhr) stellt aus meiner Sicht sehr gut die Position dar, zu der man gelangen kann, ja eigentlich gelangen muss, wenn man sich nicht seht intensiv mit den Zusammenhängen und Hintergründen beschäftigt, sondern dem eher gefühligen Mainstream folgt.

    Daher möchte ich hier intensiv darauf eingehen.

    „… GWUP bei diesem Thema so dogmatisch “

    Woher wissen Sie, dass die Aussagen der GWUP auf einem Dogma beruhen und nicht auf einer Auseinandersetzung mit den Fakten? Nur weil das Ergebnis anders aussieht, als Sie es für richtig halten?

    Diese Einstellung, den Vertretern eines als unzutreffend eingeschätzten Standpunkts Inkompetenz oder mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema vorzuwerfen, findet man vergleichsweise oft.

    Dies ist nichts weiter als eine Vermeidungsstrategie, sich nicht weiter mit den Argumenten auseinanderzusetzen und den eigenen Standpunkt zu überprüfen. Dies trägt aber nichts zur Lösung bei.

    „Cherrypicking, Whataboutism, post hoc ergo propter hoc und so weiter. Ich erwarte von einer Organisation wie der GWUP einfach, dass sie dieselben Maßstäbe auch an eigene Lieblingsthemen anlegt. “

    Erwarten wir von unseren Diskussionspartnern auch. Also Frage an Sie: Welche unserer Aussagen, welche Betrachtung, welche Einschätzung der Faktenlage ist unsererseits auf diese von Ihnen genannten Fehlschlüsse und Denkfehler zurückzuführen? Welche Fakten haben wir nicht ausreichend gewürdigt?

    „Menschliche und ökonomische Faktoren werden kurzerhand ausgeblendet.“

    Dieses Argument verstehe ich nicht.

    „Im Fall von Tschernobyl war es die Tatsache, dass die Betriebsmannschaft aufgrund politischen Drucks und Zuständigkeitsgerangel den Reaktor in einem Leistungsbereich betrieb, für den er weder ausgelegt noch geeignet war, was auch entsprechend in der Betriebsanleitung deutlich erwähnt war.“

    Nein. Es wurde ein Versuch gefahren, der bereits vorher schon an einem anderen Block des Kraftwerks erfolgreich durchgeführt wurde. Es wurde versucht, ob der bei einem Netzausfall austrudelnde Turbosatz die Eigenversorgung so lange aufrecht erhalten kann, bis die Notstromaggregate angesprungen sind.

    Dabei kam es durch vielfältige Fehler der Mannschaft zu dem Unfall, sicher bedingt durch einen hohen Ergebnisdruck durch verschiedene Instanzen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Tschernobyl)

    „In Fukushima war es die Tatsache, dass erstens TEPCO das Geld nicht aufbringen wollte, um die Notstromgeneratoren flutsicher aufzubauen und zweitens, dass der Tsunami die Höhe der Schutzmauer um ein mehrfaches überstieg. Hier also ist sowohl das Profitstreben der Betreiberfirma und fehlerhafte Planung die Ursache gewesen.“

    Das ist eine schon fast böswillige Unterstellung.

    Es ist völlig normal, dass man kein Geld für etwas auszugeben bereit ist, das man nicht für notwendig hält. Machen Sie bestimmt auch so. Dass der TEPCO dabei Fehleinschätzungen unterlaufen ist, hat nichts mit irgendwelchem besonders ausgeprägten Gewinnstreben zu tun. Ich kann zum Beispiel durchaus verstehen, dass man in Krümmel, 150 km von der Küste entfernt, keine Tsunami-Schutzwand gebaut hat.

    Außerdem: Bau und Betrieb eines Kernkraftwerks sind sündhaft teure Angelegenheiten – da spart man dann wider besseren Wissens an ein paar Kubikmetern Beton für eine höhere Mauer und höher gelegte Fundamente?

    „Beide Faktoren, menschliches Versagen und kapitalistisch motivierte Schlampereien, lassen sich nur sehr schwer oder gar nicht eliminieren.“

    Doch, kann man. Man kann aus Fehlern lernen und diese in Zukunft vermeiden. Zunächst braucht man natürlich eine zutreffende Fehleranalyse: „kapitalistisch motivierte Schlampereien“ sind eher ungeeignet, daraus irgendwelche Maßnahmen abzuleiten.

    Aber man kann die Auslegungsgrundlagen für den Hochwasser- und Tsunamischutz nachprüfen, herausfinden, was bei dem Tsunami 2011 anders war, und daraus Maßnahmen ableiten an welcher Stelle man welche Verbesserungen anbringen muss.

    Gegen menschliches Versagen kann man sehr wohl Vorkehrungen treffen, zumindest gegen die Folgen davon. Man kann generelle die Versuche entfallen lassen, die zu dem Problem geführt haben. Man kann entsprechende Abfragen in das Sicherheitskonzept und in die Anlagensteuerung einbauen.

    Man kann durch die Automatik bestimmte Betriebszustände ausschließen. Man kann Warn- und Abschaltautomatiken installieren. Et cetera.

    Dies muss natürlich erfolgen. Ein einmal erkanntes Fehlerpotenzial muss bekämpft werden. Dass dieses Vorgehen zu einem sehr hohen Sicherheitsstandard führt kann man etwa im Bereich der Luftfahrt beobachten.

    Ich gehe davon aus, dass dies auch im Bereich der Kernkraftwerke so gehandhabt wird.

    „… aber bei nüchterner Betrachtung des Kosten/Nutzen-Verhältnisses lässt sich auf die Kernspaltung als Energiequelle nicht bauen.“

    Zum Schluss: Von welchen Kosten und von welchem Nutzen gehen Sie aus?

  23. Herr Kaiser,

    „Da ist schon eine ganz klare Tendenz erkennbar, die mit nüchterner Faktenbetrachtung wirklich nichts zu tun hat. Oder, genauer gesagt, es werden nüchtern Fakten betrachtet, aber halt nur Fakten, die einer vorher festgelegten Meinung entsprechen. aka Cherrypicking. “

    Bitte belegen Sie diesen Vorwurf Ihrerseits mit Fakten.

    „Bereits jetzt müssen viele KKW, die mit Flusswasser gekühlt werden, im Sommer ihre Leistung zurückfahren, weil die Flüsse zu warm werden.“

    Und was soll das jetzt bedeuten?

    Natürlich kann es ein Problem damit geben, dass man die Abwärme bei extremem Sommerwetter und wenig Wasser in den Flüssen nicht loswird. Aber heißt das, dass die ganze Technik keinen Nutzen hat?

    „Uran ist wie Öl ein endlicher Rohstoff und bereits jetzt kann der Abbau den Bedarf der existierenden KKW nur zu einem Drittel decken.“

    Welche Belege haben Sie dafür?

    „Die Folgen kernkraftbedingter Unfälle sind extrem schwer zu quantifizieren,“

    Dies können Sie in dem Addendum-Beitrag nachlesen – und die Schlussfolgerungen daraus ziehen.

  24. @ B. Kaiser:

    „1. schon mal meine Aussage falsch wiedergegeben und 2. deutlicher kann ein ad hominem kaum sein.“

    1. Ich habe Deine Aussage gar nicht wiedergegeben und 2. Dich überhaupt nicht gemeint. Das wäre klar gewesen, wenn Du auch den vorangegangenen Satz mitzitiert hättest:

    „Regenerierbare Energiequellen reichen ja bei weitem nicht aus. Und einfach nur darauf zu bauen, dass uns das mit der Kernfusion irgendwann noch rechtzeitig gelingen wird, ist extrem fahrlässig und einfach nur dumm.“

    Dass das mit der Kernfusion schon bald klappen wird, ist ein derzeit in der Klimadebatte oft gehörtes Argument. Vor allem, wenn man sonst nicht wirklich viel an seinem Lebensstil und in seiner Komfortzone verändern will. Und so eine Haltung ist nun einmal fahrlässig und dumm. Das greift aber nur die Haltung an, nicht die Personen, die sie vertreten. Nota bene: man kann auch sehr schlau sein und trotzdem Dummes von sich geben.

    Alles klar?

  25. @ Norbert Aust

    Zitat Norbert Aust: „Man kann aus Fehlern lernen und diese in Zukunft vermeiden. Zunächst braucht man natürlich eine zutreffende Fehleranalyse …“

    „Technophilie“? „Zweckoptimismus“? Vorbild „Gebrauchtwagen-Verkäufer“? Geben Sie Garantie? Wie lange?

    @ Amardeo Sarma

    Zitat Amardeo Sarma: „Wie wäre es mit Argumenten statt Verschwörungstheorien?“

    Ich kenne Ihre Pro-Kernergie-Artikel. Das sind so viele, die sich so eindeutig positionieren, dass ich – wenn Sie denn unbedingt auf „Verschwörung“ bestehen möchten – eher von „Verschwörungspraxis“ sprechen würde.

    @ Benjamin Kaiser

    Sie haben sehr gut heraus gearbeitet, für was die GWUP steht …

  26. @Stefan:

    Sie haben sehr gut heraus gearbeitet, für was die GWUP steht …

    Schön, dann verstehen Sie wesentlich mehr, als ich.

    Wann immer ich bei Herrn Kaiser konkret nachfrage, wird es m.E. unklarer – z.B. was den „Dogmatismus“-Vorwurf angeht:

    Die Art, wie dort über Kernkraftgegner gesprochen wird ganz sicher einer sachlichen Diskussion nicht tauglich. Das meinte ich mit dogmatisch.

    Also „die Art, wie über Kernkraftgegner gesprochen wird“, ist „dogmatisch“?

    Das hätte dann allenfalls etwas mit Sprache und „Semantik“ zu tun, aber nichts mit Inhalten und „Dogmatismus“.

    Kann man ja kritisieren – ist aber m.E. was anderes.

  27. @Stefan:

    Ich wiederhole auch für Sie gerne nochmal ein Zitat aus einem Beitrag von Herrn Sarma und bitte Sie erneut, uns konkret zu erklären, wo Sie da welche „eindeutige Positionierung“ erkennen:

    Kurz übersetzt: Es gibt mehrere Optionen, um im Energiesektor Treibhausgase zu reduzieren, nicht nur erneuerbare Energien und Kernkraft. Gas wird in einem späteren Absatz ebenfalls erwähnt.

    In Deutschland hingegen gilt dogmatisch: Alles andere als erneuerbare Energien ist ein Sakrileg! Man sucht sich aus den IPCC-Berichten einfach heraus, was einem in den Kram passt, und ignoriert den Rest.

    Die Welt ist nicht einfach, und es gibt keine Patentlösung für komplexe Probleme. Deshalb geht es mir auch nicht darum, zu behaupten, dass etwa Kernkraft und Gas allein die Lösung wären. In einer komplexen Welt brauchen wir eine differenzierte Antwort auf die Herausforderung Klima und dürfen dabei die ebenso wichtige Herausforderung Ernährung nicht vergessen.

    Wir leben jedoch offenbar in einer Zeit des Schwarz-Weiß-Denkens und der Puristen. Seine Vertreter kennen nicht nur das Problem, sondern haben auch die einzige Lösung, die wir alle unter hohem moralischen Druck akzeptieren sollen, ohne die Tauglichkeit der Rezepte zu hinterfragen.

  28. @ RPGNo1: Keine Frage, neue Wälder sind nicht die magische Lösung unserer Probleme. Aber durchaus können Sie ein hilfreicher kleiner Baustein sein.

    @ B.Kaiser: Für die Kernkraft gilt das Gleiche, weder propagiere ich den massiven Ausbau noch halte ich sie für die alleinige Lösung. Der allgemeine Konsens in Deutschland ist aber, dass sie als Bestandteil des Energiemixes nicht mehr in Frage kommt.

    Den im großen und ganzen richtigen Ausbau der erneuerbaren Energien (vor allem Wind, Photovoltaik) hätte man aber nutzen können, um statt der Kernkraft die m.E. weit schädlichere Kohleverstromung zurückzufahren. Insofern ist der Vergleich unterschiedlicher Formen der Stromerzeugung – inkl. Kernkraft und fossiler Energien – geradezu zwingend.

    Den Einwand, dass nur die „ökonomischen Folgen“ von Unfällen quantifiziert werden können, und dass es viele Beinahe-Unfälle gegeben hat, verstehe ich nicht. Die Addendum-Referenzen gehen doch explizit auf andere Aspekte ein – Flächenverbrauch, Todesfälle, usw.

    „Beinahe-Unfälle“ sind eine sehr schwierige Kategorie, abgesehen davon, dass die Ereignisse – sofern sie messbare Folgen hatten – in den Bilanzen drin sind und sie genau so bei anderen Formen der Stromerzeugung auftreten. Die aufgeführten Beispiele waren alles echte Unfälle, und deren Häufigkeit bzw. ihre Folgen wurden in den zitierten Studien berücksichtigt.

    Klar ist es eine reductio ad absurdum, aber man könnte genau so sagen, jede Autofahrt sei ein Beinahe-Unfall…

    Was tatsächlich schwierig ist, da die Quantifizierung der Schäden von Kernkraft logischerweise (und wie bei anderen Techniken auch) auf historischen Daten beruht, ist die Statistik. Es sind letztendlich wenige Ereignisse, die dafür sehr große Auswirkungen hatten.

    Daraus Prognosen für die Zukunft zu erstellen ist mit großer Unsicherheit verbunden.

  29. @ Stefan

    „„Technophilie“? „Zweckoptimismus“? Vorbild „Gebrauchtwagen-Verkäufer“? Geben Sie Garantie? Wie lange?“

    Nein, das ist ein in der Technik ein übliches Vorgehen. Seit vielen Jahrzehnten. Deshalb ist beispielsweise das Fliegen heute viel sicherer als vor 40 Jahren. Die schlechten Erfahrungen aus Schadensfällen schlagen sich üblicherweise in den jeweiligen Bau- und Betriebsvorschriften technischer Einrichtungen nieder.

    Aber um das zu verstehen muss man sich schon mit den Dingen beschäftigen, über die man redet.

  30. @ Norbert Aust

    Zitat Norbert Aust: „Aber um das zu verstehen muss man sich schon mit den Dingen beschäftigen, über die man redet.“

    Muss man ein Experte sein, wie Sie? Ihre „Expertise“ sehe ich darin, eine gescheiterte Uralt-Technologie als State-of-the-Art für die Lösung der Menschheitsprobleme zu verkaufen – „Gebrauchtwagen-Verkäufer“ haben Sie wohl nicht verstanden …

    @ Bernd Harder

    meinen Sie, das von Ihnen ausgewählte Zitat Amardeo Sarmas könnte belegen, dass die Kernenergie-„Debatte“ bei der GWUP „ergebnisoffen“ geführt wird? Was Herr Sarma will, ist doch nur zu offensichtlich …

    @ Benjamin Kaiser

    Noch mal Danke für Ihre sehr guten Kommentare! Sie haben sehr gut heraus gearbeitet, für was die GWUP steht …

  31. @Stefan:

    Sie wiederholen immer dasselbe, ohne bis jetzt ein Argument gebracht zu haben.

  32. @Stefan: Da Sie offenbar ein Problem mit der GWUP als solches haben, was ich zumindest Ihren Kommentaren entnehmen kann, möchte ich Sie bitten, mich nicht dafür zu vereinnahmen. Ich halte von der GWUP sehr viel, da sie eminent wichtige Arbeit macht. Eine Ausnahme bildet leider das Thema Kernkraft.

    @Bernd Harder: „Wann immer ich bei Herrn Kaiser konkret nachfrage, wird es m.E. unklarer – z.B. was den „Dogmatismus“-Vorwurf angeht:“ – Wieviel Kommentare habe ich gleich nochmal hier geschrieben? Da von „immer“ zu sprechen, halt ich mal mindestens für gewagt.

    Betreffend des Vorwurfs, die GWUP sei dogmatisch: Ich komme aus der Sprachwissenschaft, daher war der Zusammenhang hier vielleicht etwas unklar. Da das aber nicht mein Hauptargument ist, stimme ich hier ihrer Formulierung zu. Ich halte also den allgemeinen Sprachduktus, wie hier in Artikeln und Kommentaren über Kernkraftgegner gesprochen wird, für problematisch und unsachlich. Nur so viel: Sprache und Inhalt sind leider nicht so klar zu trennen, wie Sie das hier tun.

    Zu Norbert Aust werde ich mich in einem eigenen Kommentar gesondert äußern.

  33. @Benjamin Kaiser:

    Wieviel Kommentare habe ich gleich nochmal hier geschrieben? Da von „immer“ zu sprechen, halt ich mal mindestens für gewagt.

    Nun ja, wenn wir es wirklich sprachlich genau nehmen wollen, geht es ja streng genommen nicht um die Anzahl Ihrer Kommentare, sondern um die Anzahl meiner Rückfragen.

    Aber das meine ich jetzt nur halb-ernst … Danke erstmal für die Versachlichung.

  34. @ B. Kaiser:

    „Ich komme aus der Sprachwissenschaft“

    Dafür offenbarst Du aber auffallend grosse Mängel beim verstehenden Lesen.

  35. @Norbert Aust:
    Erstmal vielen Dank für Ihre Mühe, sich so ausführlich zu meinem Kommentar zu äußern. Einige Anmerkungen:

    1. „Ihr Beitrag (vom 9.10. 12:30 Uhr) stellt aus meiner Sicht sehr gut die Position dar, zu der man gelangen kann, ja eigentlich gelangen muss, wenn man sich nicht seht intensiv mit den Zusammenhängen und Hintergründen beschäftigt, sondern dem eher gefühligen Mainstream folgt.“ –>

    „Diese Einstellung, den Vertretern eines als unzutreffend eingeschätzten Standpunkts Inkompetenz oder mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema vorzuwerfen, findet man vergleichsweise oft. Dies ist nichts weiter als eine Vermeidungsstrategie, sich nicht weiter mit den Argumenten auseinanderzusetzen und den eigenen Standpunkt zu überprüfen. Dies trägt aber nichts zur Lösung bei.“

    Diese Gegenüberstellung lasse ich jetzt mal für sich selbst stehen, Sie sind definitiv intelligent genug, zu erkennen, was hier nicht stimmt und ich glaube die Mitlesenden ebenso.

    2. „Woher wissen Sie, dass die Aussagen der GWUP auf einem Dogma beruhen und nicht auf einer Auseinandersetzung mit den Fakten? Nur weil das Ergebnis anders aussieht, als Sie es für richtig halten?“

    – Erstmal habe ich nicht geschrieben, die GWUP folge einem Dogma, sondern sie verhalte sich dogmatisch. Das ist ein Unterschied.

    Zum zweiten Satz: Das ist eine böswillige Unterstellung Ihrerseits. Ich habe natürlich meine Meinung zu diesem Thema, aber ich bin auch ein streng rationaler Mensch, dessen Meinung auf umfangreicher Faktenrecherche beruht. Ich weiß, dass es mittlerweile für viele Menschen schwierig ist, Fakt und Meinung zu unterscheiden und die „gefühlte“ Wirklichkeit zum Maßstab wird und die GWUP da mit Sicherheit täglich ihre Erfahrungen mit machen muss.

    Ich bin aber weder jemand, der sich nach dem „gefühligen“ Mainstream richtet noch jemand, der Meinung über Fakten stellt. Daher ist diese Unterstellung überflüssig und der aggressive Unterton erst recht.

    Zum eigentlichen Sachthema: Ich behaupte nicht, zu wissen, aus welchem Grund die GWUP sich bei diesem Thema so verhält. Ich beobachte, und was ich da beobachte, ist die Nichterwähnung und/oder Verharmlosung negativer Aspekte der Energiegewinnung durch Kernspaltung.

    Auch in dem von Bernd Harder zitierten Artikel von Armadeo Sarma. Das hat nichts damit zu tun, dass man gleich wie irgendwelche Leute andauernd „ATOM = BÖSE“ vor sich herträgt und völlig unhaltbare Behauptungen krakeelt wie „AKWs töten Kinder“ und ähnlichen Mist. Und ich möchte bitte mit solchen Leuten auf nicht in einen Topf geworfen werden.

    3. Zum Thema whataboutism, cherrypicking etc. werde ich jetzt keine quantitative Untersuchung anstrengen, daher nur 1 Beispiel, just ebenso hier in der Diskussion:

    Hier wird der Bericht des IPCC zitiert, der darauf hinweist, dass auch die Kernkraft einen Teil dazu beitragen könnte, den CO²-Ausstoß zu senken. Der zweite Satz, der dort steht, steht zwar immerhin als Vollzitat im Artikel, wird aber mit keinem Wort beachtet. Und dieser Konditionalsatz „if acceptable responses can be found to concerns over reactor safety, radioactive waste transport, waste disposal, and proliferation.“ ist doch eine sehr sehr deutliche Einschränkung der ursprünglichen Aussage.

    Eine conditio sine qua non. Das in der eigenen argumentation geflissentlich zu ignorieren, ist cherrypicking, nichts anderes.

    4. Tschernobyl: Hier widerlegen Sie Ihre Argumentation selbst. Ich sprach von menschlichen Fehlern, sie durch Fehler der Mannschaft. Die Mannschaft besteht aus Menschen, ergo sprechen wir von derselben Ursache.

    Wikipedia kann ich übrigens selbst lesen, danke.

    Zitat: „Bei 500 MW erfolgte eine Umschaltung innerhalb der Reaktorleistungsregelung. Durch einen Bedienfehler, durch den der Sollwert für die Gesamtleistungsregelung möglicherweise nicht richtig eingestellt wurde, oder aufgrund eines technischen Defekts sank die Leistung weiter bis auf nur noch etwa 30 MW, rund 1 Prozent der Nennleistung.

    Wie nach jeder Leistungsabsenkung erhöhte sich die Konzentration des Isotops 135Xe im Reaktorkern („Xenonvergiftung“). Da 135Xe als Neutronengift die für die nukleare Kettenreaktion benötigten Neutronen sehr stark absorbiert, nahm aufgrund der Konzentrationszunahme die Reaktivität des Reaktors immer weiter ab. Als die Betriebsmannschaft am 26. April 1986 um 00:32 Uhr die Leistung des Reaktors durch weiteres Ausfahren von Steuerstäben wieder anheben wollte, gelang ihr das infolge der mittlerweile aufgebauten Xe-Vergiftung nur bis zu etwa 200 MW oder 7 Prozent der Nennleistung.

    Obwohl der Betrieb auf diesem Leistungsniveau unzulässig war (laut Vorschrift durfte der Reaktor nicht unterhalb von 20 Prozent der Nennleistung betrieben werden, was 640 MW entspricht) und sich zu diesem Zeitpunkt außerdem viel weniger Steuerstäbe im Kern befanden, als für einen sicheren Betrieb vorgeschrieben waren, wurde der Reaktor nicht abgeschaltet, sondern der Betrieb fortgesetzt. “

    – Genau das schrieb ich.

    Zu TEPCO / Fukushima:

    Das ist keineswegs eine böswillige Unterstellung, sondern beruht auf Fakten. Selbst die konzerneigene (!) Untersuchungskommission unterstützt meine Argumentation, nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearkatastrophe_von_Fukushima#Tepcos_Analyse,_Haftung_und_Finanzierung

    Den Hinweis auf Krümmel verstehe ich nicht. Polemik ist es auch. Sie müssten mir aber mal erklären, was die fehlende Tsunami-Schutzmauer von Krümmel mit Fukushima zu tun hat.

    Zu Ihrem Außerdem…..offenbar ja, siehe Wikipedia und den Kommissionsbericht.

    5. „Aus Fehlern lernen“. Trial and error? Wirklich? Bei Flugzeugen, Autos, etc., d’accord. Bei Kernkraftwerken, und jetzt kommen wir zur Abwechslung wirklich mal zu einer „Meinung“ von mir, habe ich meine Zweifel, ob die Folgen der „errors“ die Nutzung rechtfertigen. Volkswirtschaftlich durchgerechnet habe ich das zugegebenermaßen nicht.

    Alle Ihre Gegenmaßnahmen „kann“ man machen. Und auch nicht erst seit Gestern. Jetzt müssen Sie mir noch erklären, warum es dann doch nicht gemacht wird? Denn eine solche Fehleranalyse und Maßnahmen hätten sowohl Tschernobyl als auch Fukushima verhindert.

    Ach ja und noch zum Thema Anlagensicherheit:

    Das Land Rheinland-Pfalz hat unter der Regierung Kohl ein Kernkraftwerk auf eine tektonische Verwerfung gebaut. Aus politischen Motiven.

    Das AKW Fessenheim liegt in der zweithöchsten Erdbebengefährdungszone. Baulich ausgelegt auf maximale 6,7, exakt die Stärke des als Referenzbeben genommenen Basler Bebens. Mittlerweile geht aber die neuere Forschung davon aus, dass dieses Beben stärker war. D.h. es ist nicht auszuschließen, dass das AKW Fessenheim (und unter anderem auch Phillipsburg und Biblis) einem Erdbeben ausgesetzt wird, das die Auslegung überschreitet.

  36. @ Benjamin Kaiser

    Ich habe – wie Sie – ein Problem mit der Lobby-Arbeit der GWUP für „Kernenergie“.

    Ich halte das Thema „Kernenergie“ für relevanter, als die anderen Aktivitäten der GWUP: Kritik an den verschiedensten Formen von „Scharlatanerie“, „Esoterik“, etc.

  37. @Stefan:

    mit der Lobby-Arbeit der GWUP für „Kernenergie“.

    Wird auch in der x-ten Wiederholung nicht richtiger.

    Lobbyismus, Lobbying oder Lobbyarbeit ist eine aus dem Englischen (lobbying) übernommene Bezeichnung für eine Form der Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft, bei der Interessengruppen („Lobbys“) vor allem durch die Pflege persönlicher Verbindungen die Exekutive, die Legislative und andere offizielle Stellen zu beeinflussen versuchen.[1][2] Außerdem wirkt Lobbying auf die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit ein. Dies geschieht vor allem mittels der Massenmedien.[3]

    Nichts davon trifft auf die GWUP zu.

    Dass wir bei unseren Konferenzen und in unseren internen Medien über das Thema „Klimakrise und Kernkraft“ diskutieren, ist keine „Lobby-Arbeit“.

  38. @noch’n flo: Ach komm, trollen geht besser.

  39. @ Bernd Harder

    Die GWUP macht massiv Werbung für Kernenergie. Steht inzwischen ja sogar schon bei wikipedia, scheint sich also „herumgesprochen“ zu haben – Zitat wikipedia über „Amardeo Sarma“:

    „In letzter Zeit hat Sarma öfters zum Thema Klimawandel und globale Erwärmung geschrieben und vorgetragen. Dabei forderte er „eine Abkehr vom blinden Wutbürgertum gegen die Kernkraft“.[10]“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Amardeo_Sarma

  40. @Stefan:

    „Amardeo Sarma“ ist nicht „die GWUP“.

    Sie können ihm das als Privatperson vorwerfen, aber nicht der Organisation.

    Außerdem ist mir nicht klar, was an diesem Zitat eine „massive Werbung für Kernenergie“ sein soll?

  41. @ Bernd Harder

    Amardeo Sarma ist also eine „Privatperson“, macht als „Privatperson“ Werbung für Kernenergie, und hat nichts mit der GWUP zu tun …:

    https://blog.gwup.net/impressum/

    GWUP e.V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen
    Untersuchung von Parawissenschaften e.V.)

    Vertretungsberechtigter Vorstand:
    Vorsitzender: Dipl.- Ing. Amardeo Sarma

  42. @Stefan:

    Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist?

    Ich habe nicht behauptet, dass AS „nichts mit der GWUP zu tun hat“.

    Aber Sie bringen hier ein Zitat von seinem privaten Wikipedia-Eintrag und behaupten, „die GWUP“ mache „massiv Werbung für Kernenergie“.

    Noch einmal:

    Weder belegt das Zitat eine „massive Werbung“ für Kernenergie noch macht „die GWUP“ als Organisation „Werbung für Kernenergie“.

    Und ganz allgemein: Was Herr Sarma als Privatperson bei Vorträgen für eine Meinung vertritt, ist *seine* – nicht die „der GWUP“.

    Genauso wie ich und jeder andere Vorträge hält, die weder im Namen „der GWUP“ stattfinden noch mit dem Verein abgestimmt sind oder sonst was damit zu tun haben.

    Nochmal: Was ist daran so schwer zu verstehen?

  43. @Bernd:

    „Nochmal: Was ist daran so schwer zu verstehen?“

    Eigentlich nichts – wenn man es verstehen will.

  44. @ B. Kaiser:

    „Ach komm, trollen geht besser.“

    Ist ja auch kein Trollen. Du hast sehr anschaulich bewiesen, dass Du meine Aussage

    „Regenerierbare Energiequellen reichen ja bei weitem nicht aus. Und einfach nur darauf zu bauen, dass uns das mit der Kernfusion irgendwann noch rechtzeitig gelingen wird, ist extrem fahrlässig und einfach nur dumm.“

    komplett falsch verstanden hast. Viele andere Kommentare hier ebenfalls.

    Ehrlich gesagt: als SPrachwissenschaftler machst Du Dich gerade nur noch unglaubwürdiger.

  45. Können wir mal bitte wieder zum Thema kommen? Hat sich eigentlich schon mal jemand mit dem weiter oben verlinkten Nuclear-Report beschäftigt? Das ist dann doch etwas umfassender aber bestimmt nicht minder interessant. Es wäre wünschenswert, würde dieser Report zur Kenntnis genommen und auch mal argumentativ mit in die Diskssion einfließen. Danke.

  46. @J.P.: Genau, daran könnte eine Sachdiskussion anknüpfen, aber Verschwörungstheorien und ad hominem scheinen ja mehr Spaß zu machen.

    Vielen Dank unter anderem an @Philippe Leick, @Nutintheshel und @Norbert Aust für ihre sachlichen Beiträge und @Bernd Harder für seine unendliche Geduld.

    Vielleicht gehe ich indirekt auf die hiesige Diskussion auch in meinem Teil 4 zur aktuellen Diskussion um das Thema Klimawandel vor. Da geht es um Lösungen (neben Vermeidung auch Anpassung und Gegenmaßnahmen).

  47. @ Amardeo Sarma

    Kann der Vorstand der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.“ Dipl.- Ing. Amardeo Sarma auch einen Kommentar ohne das Wort „Verschwörungstheorie“ schreiben?

    Moment … „Verschwörungstheorie“ schreiben Sie ja als „Privatperson“, wie ganz leicht zu verstehen ist, wenn man den Ausführungen von Bernd Harder, oben, folgt. Und Ihre Werbung für die „Kernenergie“ ist ebenfalls privat, klar.

    Viel Erfolg bei der „Sachdiskussion“ zum Thema Kernenergie, die sicher das gewünschte Ergebnis haben wird …

  48. @ Benjamin Kaiser, Ihr Kommentar vom 11.10. 15:49 Uhr

    Ich lasse Ihren ersten Punkt einmal stehen, Vielleicht versteht tatsächlich jemand, was Sie aussagen wollen.

    Zum zweiten Punkt:

    Wenn Sie natürlich Ihre eigene Definition von „dogmatisch“ verwenden, dann sind die Grundlagen eines Gesprächs nicht mehr gegeben, die ja darauf beruhen, dass man eine gemeinsame Übereinkunft zur Bedeutung einzelner Begriffe hat. Es wäre für das weitere Gespräch sicher vorteilhaft, wenn Sie darlegen würden, was Sie unter „dogmatisch“ verstehen und woran Sie erkennen, dass die GWUP sich entsprechend verhält.

    Mein zweiter Satz ist eine Frage, die in die gleiche Richtung geht, zugegeben etwas pointiert, aber trotzdem ernst gemeint.

    Zu 3: Steht in unseren Artikeln wirklich nirgendwo, dass es an der Kernenergie noch Probleme zu lösen gibt?

    Zu 4: Tschernobyl: Nein wir sprechen nicht von dem gleichen. Natürlich gehen Fehler auf Menschen zurück, das ist immer so, die Aussage ist trivial. Aber hier muss man sehen, dass gezielt ein besonderer und außergewöhnlicher Betriebszustand herbeigeführt wurde, der dann der Kontrolle entglitten ist.

    Wenn man dieses in Zukunft unterlässt, dann ist dieses Risiko nicht mehr gegeben.

    TEPCO: Nein. Ihre Aussage „In Fukushima war es die Tatsache, dass erstens TEPCO das Geld nicht aufbringen wollte, um die Notstromgeneratoren flutsicher aufzubauen …

    Hier also ist sowohl das Profitstreben der Betreiberfirma und fehlerhafte Planung die Ursache gewesen.“ ist nicht den von Ihnen zitierten Quellen zu entnehmen.

    „was die fehlende Tsunami-Schutzmauer von Krümmel mit Fukushima zu tun hat.“ Ich hielt dies für verständlich: Was man nicht für notwendig erachtet, lässt man weg. Polemik sehe ich in dieser Aussage nicht.

    Zu 5: „Jetzt müssen Sie mir noch erklären, warum es dann doch nicht gemacht wird? “

    Gegenfrage: Woher wissen Sie, dass das so ist? Weil man die deutschen KKW nicht mit Tsunami- Schutzmauern nachrüstet? Weil man solche Versuche wie in Tschernobyl nicht fährt? Hätten Sie mitbekommen, wenn man die Ventile an den Kühlleitungen mit Überwachungseinrichtungen ausgerüstet hat, um einen Fehler wie in Harrisburg zu vermeiden?

    Woher wissen Sie, dass die möglichen Risiken in einer tektonischen Verwerfung nicht in die Auslegung der Anlagenkomponenten eingeflossen ist?

    „Mittlerweile geht aber die neuere Forschung davon aus, dass dieses Beben stärker war. D.h. es ist nicht auszuschließen, dass das AKW Fessenheim (und unter anderem auch Phillipsburg und Biblis) einem Erdbeben ausgesetzt wird, das die Auslegung überschreitet.“

    Haben Sie schon einmal davon gehört, dass im Ingenieurwesen üblicherweise Sicherheitszuschläge berücksichtigt werden? Dass „überschreiten der Auslegung“ nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit „katastrophalem Schaden“ ist?

  49. @Stefan:

    Kann der Vorstand der „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.“ Dipl.- Ing. Amardeo Sarma auch einen Kommentar ohne das Wort „Verschwörungstheorie“ schreiben?

    Kann er bestimmt – wenn Sie es schaffen, mal einen Kommentar ohne die Wörter „Werbung für die Kernenergie“ zu schreiben (obwohl: dass Sie von dem unsinnigen „Lobbyismus“-Vorwurf weg sind, ist ja schon ein riesiger Fortschritt).

    Oder überhaupt mal irgendein Argument bringen.

    Oder nicht immer dasselbe wörtlich wiederholen, ohne auf irgendeine Antwort an Sie einzugehen.

    Kann der Vorstand …

    Und wieder falsch. Herr Sarma ist nicht „der Vorstand“:

    https://www.gwup.org/ueber-uns-uebersicht/vorstand

  50. Wird das nicht langsam peinlich, @Stefan?

  51. @ Bernd Harder

    Bernd Harder Zitat: „Und wieder falsch. Herr Sarma ist nicht „der Vorstand“:
    https://www.gwup.org/ueber-uns-uebersicht/vorstand

    Ob die „Korrektur“zum Vorteil der GWUP ist? Amardeo Sarma ist der VORSITZENDE des Vorstandes der „GWUP“, „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.“

    Wie soll das „Argument“ dafür aussehen, dass Amardeo Sarma Werbung für die Kernenergie macht? Soll ich alle Pro-Kernenergie-Artikel, die Amardeo Sarma bisher geschrieben hat, im Volltext zitieren?

  52. @Stefan:

    Ich fürchte, wir drehen uns im Kreis.

    Da Sie nur immer ständig dasselbe nochmal wiederholen, kopiere ich jetzt auch nur einfach das bereits Gesagte nochmal ein:

    Dass wir bei unseren Konferenzen und in unseren internen Medien über das Thema „Klimakrise und Kernkraft“ diskutieren, ist keine „Lobby-Arbeit“.

    Und auch keine „Werbung“.

  53. Der Stifter hinter dem Addendum-Projekt, Dietrich Mateschitz, scheint jedenfalls eher mit energy drinks als mit nuclear energy verbandelt zu sein. Ob man in der GWUP gerne Red Bull trinkt und was das mit dem Thema zu tun haben könnte, weiß ich nicht.

    Zum Thema (und jetzt ohne Ironie): Wenn der Klimawandel die Zivilisation bedroht, kann Kernenergie kein Tabuthema sein. Ich glaube aber, dass die Zeit der Kernenergie politisch vorbei ist, d.h. der Streit darum, welchen Beitrag sie unter anderen Bedingungen zum Klimaschutz leisten könnte, ist „a gmahte Wiesn“, wie es in Bayern heißt.

  54. @Joseph Kuhn: Danke für den Hinweis, dass Kernenergie kein Tabuthema sein sollte. Ich denke, dieses Verständnis setzt sich mehr und mehr durch.

    Meine Anmerkung: es geht um viel mehr, als Deutschland und Österreich, siehe Finnland, Tschechien, Frankreich oder Großbritannien.

    Andere Länder auf der Welt haben den deutschen Tunnelblick nicht, wo die Diskussion alles andere, als vorbei ist. Die US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Cory Booker und Andrew Yang setzen sich beide für Kernenergie als Teil der Lösung ein.

    Hier kommt es uns allen zugute, dass Deutschland nur 2% der Emissionen verursacht. Es würde schon viel bringen, wenn Deutschland und Österreich aufhören würden, den Nachbarländern inkompetente Ratschläge zu machen, die niemand braucht.

  55. @Armadeo Sarma

    Ich hatte nicht umsonst oben nochmals auf den Nuclear World Report verwiesen. Die gezogenen Schlussfolgerungen sind doch eigentlich kaum mißzuverstehen. Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

    Es wäre ja wohl gemerkt auch anders herum der Fall möglich, dass einfach nicht wahrgenommen oder wahrgehabt werden will, wie sich die Welt weiter dreht und gerade im zurückliegenden Jahrzehnt ganz erheblich Fortschritte in den alternativen Energie erzeugenden Technologien hervor gebracht wurden. Es wäre ganz sicher noch mehr an Erfolgen drin gewesen, hätte man einen Teil der nicht unerheblichen Kosten für Kernenergie in die weitere Erforschung von Alternativen investiert.

    Andererseits, was nützen uns in 6-13 Jahren, manchmal auch noch sehr viel weiter in der Zukunft (soviel Zeit vergeht für Planung bis tatsächlich mal endlich Strom erzeugt werden kann) Technologien in der Kernenergie und damit verbundene Gefahren und Probleme (z:B. strahlender Müll) von gestern. Von den immensen und immer weiter in der Zukunft kaum absehbaren Kosten, die im Gegensatz zu den Alternativen gegenüber weiter ansteigen noch ganz abgesehen.

    Man darf selbstverständlich in solchen Reports gerne heraus lesen, dass Kernenergie doch noch eine Zukunft hat. Doch bei genauerem „Hinlesen“, man könnte auch geich bei den Schlussfolgerungen anfangen, sollte man etwas vorsichtig damit sein anderen einen „Tunnelblick“ anzudichten.

    Vermutlich ist es genau dieses Verhalten gegenüber Kritik, welches hier bereits mehrfach zur Sprache kam.

  56. @J. P.: Das war wohl ein Missverständnis meinerseits – ich dachte Sie verwiesen auf das Addendum Report.

    Gern schaue ich mir auch den World Nuclear Report an, aber das wird dauern.

    Allerdings verheißt eine erste Recherche über die Hintergründe dieser Gruppe nichts Gutes, das Vertrauen erwecken würde. Sie lehnen Kernenergie a priori ab und ihr Engagement für „erneuerbare“ Energien ist offensichtlich.

    Der Hauptautor Mycle Schneider ist anti-Kernkraft-Aktivist und hat speziell deswegen auch den „Alternativen Nobelpreis“ 1997 erhalten. Er war auch Gründer von WISE International.

    Diesen Preis gewann im Übrigen auch – ganz nebenbei – der Homöopath Georges Vithoulkas 1996 und Vandana Shiva 1993 – die es nicht so genau mit der Wahrheit in Sachen Gentechnik nimmt.

    Er arbeite unter anderem für die Heinrich-Böll-Stiftung, Greenpeace International, International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) und Worldwide Fund (WWF) – alles keine gute Voraussetzungen für eine nüchterne, wissenschaftliche Einstellung, sondern eher von einer politischen Motivation unter wissenschaftlichem Deckmantel.

    Dass solche Reports objektiv sind bezweifele ich, aber ich schaue mir diesen Report gern bei Gelegenheit an und lasse mich überraschen.

  57. „Sie lehnen Kernenergie a priori ab und ihr Engagement für „erneuerbare“ Energien ist offensichtlich.“

    Andere halten Kernenergie für gänzlich unverzichtbar. Sind die jetzt alle von der Atomlobby gesteuert?

    Halten Sie es für gänzlich unmöglich, es könne sachlich und fachlich fundierte Argumente geben Kernenergie auch abzulehnen? Sollte es irgendwelche Irrtümer oder Unkorrektheiten im besagten Report geben, die Autoren freuen sich über eine Mail oder aufklärenden Brief.

    Ihre Worte: „Genau, daran könnte eine Sachdiskussion anknüpfen, …“.

  58. Addendum-Filme:

    Wohin mit Atommüll? Finnland hat die Antwort

    https://www.youtube.com/watch?v=5k56SSEnSas

    Warum Strahlung nicht grundsätzlich gefährlich ist

    https://www.youtube.com/watch?v=2jwUcTNWxkY

  59. @crazyfrog: auch aktuell ist dieser Beitrag von GWUP-Mitglied Iida Ruishalme, die auch einen Vortrag bei der European Skeptics Congress im August in Gent gehalten hat.

    Dort wird die Veröffentlichung von Kharecha und Sato, auf die ich auch mehrfach hingewiesen habe graphisch dargestellt.

    In diesem Beitrag des Ökomodernisten Joris van Dorp stellt er die Frage , wie gefährlich Kernkraft-Havarien sind.

    Traditionelle Weisheit sagt, diese seien sehr unwahrscheinlich aber wenn sie passieren katastrophal.

    Während die erste Aussage stimmt, ist die zweite anhand der Erfahrung mit Tschernobyl und Fuskushima widerlegt. Die zitierten Studien zeigen, dass die Folgen für Gesundheit und das sogenannte „downside risk“ nicht so dramatisch waren, wie immer noch (auch hier in den Kommentaren weiterhin behauptet werden.

    Viel schädlicher als die Strahlung war es, Menschen umzusiedeln.

  60. Zur Frage der Sicherheitsstandards und inwieweit TEPCO und die Japanischen Behörden an dem Fukushima-Unfall mit Schuld waren empfehle ich das Buch Fukushima – The First Five Days von Leslie Corrice.

    Dort wird die Geschichte des Fukushima-Unfalls aus der Perspektive der Mitarbeiter, die mit der Krise kämpfen mussten aus erster Hand chronologisch für die ersten fünf Tage dargestellt.

    Kurz: TEPCO und die japanischen Behörden hätten die Kernschmelze und die Wasserstoffexplosionen verhindern können

    • wenn sie die Sicherheitsstandards in den USA und Europa gehabt hätten und
    • wenn bestimmte Maßnahmen von „oben“ (TEPCO-Führung, Politik) nicht verzögert worden wären.

    Nebenbei, weil es hier im Zusammenhang mit Fessenheim erwähnt wurde: Die Kernreaktoren in Fukushima haben dieses Erdbeben mit der Stärke 9,1 (!) überstanden. Der darauf folgende Tsunami war das Problem.

  61. @Amardeo Sarma
    zu Fukushima: Ich schrieb ja bereits, dass sowohl Tschernobyl als auch Fukushima hätten verhindert werden können, wenn Sicherheitsstandards eingehalten worden wären.

    Von daher stimme ich Ihnen da absolut zu.
    Da das anscheinend immer noch missverstanden wird: Ich habe überhaupt nichts gegen die Technik an sich, ganz im Gegenteil. Die neueren Generation III und die kommenden Reaktoren der Generation IV haben ohnehin Voraussetzungen, die Unfälle wie Tschernobyl oder Fukushima unmöglich machen.

    Mein Problem ist, dass diese Annahmen rein hypothetischer Natur sind.
    Ja, wenn alle KKWs dieser Welt nach Sicherheitsstandards der USA uns Europa betrieben würden und alle ebenfalls Reaktoren der Generation III und IV hätten, hätte ich überhaupt nichts gegen den weiteren Ausbau der Kernkraft als Beitrag zum Klimaschutz. Aber wie gesagt, das ist doch rein hypothetisch und ignoriert real auftretende Probleme.

    Betreffend Erdbeben: Dr. Aust hatte ja bereits darauf hingewiesen, dass natürlich Sicherheitsreserven mit eingeplant werden, die auch über die offizielle Auslegung hinausgehen. Das ist banal und allgemein bekannt. Eine Sicherheitsgarantie kann man aber daraus keinesfalls ableiten. Dass Fukushima I dieses extrem starke Erdbeben überstand (mit Einschränkungen; an Reaktor 2 gab es wohl leichte Beschädigungen des Reaktordruckbehälters), ist bewundernswert, aber keine Referenz um daraus eine allgemeingültige Regel abzuleiten, Stichwort anekdotische Evidenz.

    Ich gebe ebenfalls zu bedenken, dass Tschernobyl und Fukushima in verhältnismäßig dünn besiedelten Gebieten geschahen, weshalb sich der volkswirtschaftliche Schaden in Grenzen hielt. Wenn Sie das alles für das AKW Biblis durchrechnen, reden wir von ganz anderen Zahlen.

    Ich würde mir wünschen, dass man auf Kritik auch mal sachlich reagiert ohne die Kritiker geistig auf eine Stufe mit Esoterikern und Klimawandelleugnern zu stellen.
    @Amardeo Sarma der letzte Satz war nicht an Sie persönlich gerichtet.

    @Norbert Aust ich werde mich zu Ihrer Antwort noch äußern, wenn ich mehr Zeit habe.

    Nachtrag zum Beitrag von Nuklearia:
    Es wird kritisiert, dass der Autor des World Nuclear Reports a priori gegen Kernkraft sei. Dann wird hier ein Artikel von Nuklearia verlinkt, die explizit a priori für Kernkraft sind. Also sind beide gleich kritisch zu betrachten, oder? Oder nicht? hmmm.

  62. @Benjamin Kaiser

    „Eine Sicherheitsgarantie kann man aber daraus keinesfalls ableiten.“

    Das geht nirgendwo. Selbst in Ihrem Haus /Ihrer Wohnung sind Sie nicht absolut sicher. Wenn Sie aus dem Haus gehen und am Straßenverkehr teilnehmen schon gar nicht. Eine „Sicherheitsgarantie“ zu verlangen ist utopisch.

    Soll sagen: Man kann, wie in anderen Lebensbereichen auch, die Wahrscheinlichkeit eines Schadens kleiner machen, bis ein akzeptables Maß erreicht ist. Man kann auch diskutieren, wann das der Fall ist.

    Aber die Forderung nach einer „Sicherheitsgarantie“ ist nicht erfüllbar. Nirgends.

  63. @Norbert Aust:
    Doch selbsverständlich gibt es absolute Sicherheit.
    Es ist eine der typischen Propaganda-Behauptungen der Atomindustrie etwas anderes zu behaupten.
    Wenn ich als vorsichtiger Mensch z.b. Bedenken habe, zum Apfelpflücken auf eine Leiter zu steigen, weil ich selbige für zerbrechliches, oder doch wenig standfestes Menschenwerk halte, kann ich die absolute Sicherheit einfach dadurch erreichen, dass ich nicht auf eine Apfelbaum-Ernte-Leiter steige.
    (Und z.b. die Äpfel mit einem Apfelpflücker ernte)
    Als Bewohner der Nordeutschen Tiefebene bin ich auch /absolut/ sicher vor einem etwaigen Steinschlag in den Alpen oder dem Bruch einer Staudamm-Mauer im Harz.
    Den Folgen eines katastrophalen Unfalls in einem der Atomkraftwerke hier in Norddeutschland kann ich mich dagegen nicht entziehen.

  64. @ crazyfrog, 13. Oktober 2019 um 23:06:
    In dem Film über das Endlager in Finnland wird /keines/ der mannigfalitgen Probleme bei der „sicheren“ Lagerung von Abfällen der Atomindustrie auch nur angerissen.

    Auch der kurze Film über die Gefahren der radioaktiven Strahlung ist höcht unvollständig.
    Er enthält /nichts/ was Kernkraftgegener in ihren Vorträgen (allerdings wesentlich umfangreicher) nicht seit Jahrzehnten veröffentlichen.

  65. @ Karsten Hilsen:

    „Als Bewohner der Nordeutschen Tiefebene bin ich auch /absolut/ sicher vor einem etwaigen Steinschlag in den Alpen oder dem Bruch einer Staudamm-Mauer im Harz.“

    Du schon. Aber was ist mit den Menschen, die im Harz bzw. in den Alpen wohnen? Oder sollte man da Deiner Meinung nach nicht wohnen, wenn man absolute Sicherheit sucht?

    Abgesehen davon gibt es auch in der norddeutschen Tiefebene genügend Dinge, die einem widerfahren können und gegen die es keine absolute Sicherheit gibt.

    Von daher: Strohmann-Argument!

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