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Neue Fake-Fragen an die Politik zum Thema Klimawandel

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Nach dem peinlichen „Klima-Quiz für Schüler“ der AfD hat diesmal eine „zivilgesellschaftliche Initiative“ namens klimafragen.org (zu deren Kooperationspartnern „Kalte Sonne“ und „Werteunion in Bayern“ gehören) die Bundestagsabgeordneten mit „16 unschuldig anmutenden Fragen“ traktiert – die sich „bei genauem Blick als pure Propaganda“ entpuppen, merkt der Klimaforscher Stefan Ramstorf bei Spiegel-Online an.

Während Rahmstorf eher allgemein auf die Hintergründe und Aktivisten der Klimawandelleugner-Szene eingeht, gibt es beim Humanistischen Pressedienst eine konkrete Auseinandersetzung mit den 16 Fake-Fragen.

Zum Beispiel:

1. Zum Unsicherheitsfaktor von Vorhersagen

klimafragen.org: Wie wollen Sie angesichts der geschilderten Umstände die Einhaltung eines bestimmten Klimaziels sicherstellen, wenn doch verlässliches Wissen über zukünftige klimatische Entwicklungen prinzipiell nicht erworben werden kann?

hpd: „Die geschilderten Umstände sind bewusst falsch wiedergegeben. Der Zusammenhang von klimawirksamen Gasen und dem Anstieg der Durchschnittstemperatur ist theoretisch und durch Messungen hinreichend gut belegt.“

Beim Online-Auskunftsdienst Quora skizziert der Geograph Arno Kleber von der TU Dresden „acht grundsätzliche Typen derer, die die anthropogene Globale Erwärmung (AGW) nicht akzeptieren“.

Update: In einer ersten Version dieses Beitrags wurde fälschlicherweise die AfD als Initiatorin der 16 Fake-Fragen genannt. Das haben wir korrigiert.

Zum Weiterlesen:

  • Klimatrollfutter: 16 Antworten auf 16 Fake-Fragen, hpd am 3. Februar 2020
  • Bei diesen Fragen ist was faul, Spiegel-Online am 31. Januar 2020
  • Video: Das „AfD-Klimaquiz für Schüler“ korrekt beantwortet, GWUP-Blog am 4. April 2019
  • „Kleine Anfrage“ der AfD zum Klimawissenschaftler-Konsens, GWUP-Blog am 2. September 2019
  • Die Influencerin Naomi Seibt, das Heartland Institute und die Szene der Klimawandelleugner, GWUP-Blog am 5. Februar 2020
  • Klimawandel: Wissenschaftliche Skepsis versus Wissenschaftsleugnung, hpd am 29. Oktober 2019
  • Wie Leugner*innen des Klimawandels die Politik beeinflussen wollen, jetzt am 9. Februar 2020

20 Kommentare

  1. Ja, diese „16 Klimafragen“ sind suggestiv, wurden von EIKE beeinflusst und sind somit in ihrer Gesamtheit für die Tonne.

    Aber nein, die Antworten von Peder Iblher sind genau so misslungen, insbesondere die zu den Fragen zur Energiewirtschaft und Kernenergie 7-11.

    Nein, es ist eines Skeptikers unwürdig, diese Fragen, insbesondere Frage 9 mit Links zum grün angestrichenen Umweltbundesamt und den Durchhalteparolen der Bundesregierung zur „Energiewende“ zu „beantworten“. Ein Verweis auf einen politischen Konsens ersetzt keine fachliche und faktenbasierte Auseinandersetzung in diesem Thema! Spätestens nach der letzten Skepkon und dem Vortrag von Norbert Aust sollte das klar sein.

    Etliche Skeptiker setzen sich derzeit mit dem Konzept der Ökomoderne auseinander, das Klimaschutz und technologischen Fortschritt mit Kernenergie PLUS Erneuerbare miteinander kombiniert.

  2. @Johannes Güntert: Dass die Antwort misslungen ist kann ich nur beipflichten.

    Das ist ein Artikel, in dem der Autor selbst meint, man könne das alles als „einigermaßen informierten Laien“ schnell-schnell mit einer Internetrecherche widerlegen. Hier einige Statements, die ich nur mit Verwunderung lesen kann: „Die Fakten sind oft nach einer Minute Recherche eindeutig zu widerlegen.“ oder „Antworten, die wirklich jeder Gymnasiast mit einem Internetanschluss geben könnte.“

    Wenn das so einfach ist braucht man offenbar überhaupt keine gründliche Einarbeitung in das Thema.

    Dass die Fragen selbst für die Tonne sind steht auf einem anderen Blatt. Manchmal muss man aber solche beantworten, denn es lesen immer viele mit und es nicht nur um die Fragesteller geht. So aber jedenfalls nicht!

  3. @Johannes Güntert: Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie es die Grünen geschafft haben, einem ganzen Bundesamt bis heute ihren Anstrich zu verpassen.

    Dabei waren die in den nunmehr fünfundvierzig Jahren der Existenz dieses Amtes gerade mal sechs Jahre an der Regierung, und das ist auch schon wieder fünfzehn Jahre her.

  4. @Maggi: grün heißt nicht die Partei Die Grünen, inzwischen sind meine Partei, die SPD, und teils auch die anderen Parteien ziemlich grün (im negativen Sinn).

    Man sollte nicht vergessen, dass der Ausstieg aus der Kernenergie zulasten der CO2-Emissionen noch nicht einmal rot-grün, sondern schwarz-gelb war und von der CDU-„Klimakanzlerin“ vorangetrieben wurde.

    Die Energiewende ist also ebenfalls nicht nur ein Ding der Partei Die Grünen. Alle werden nicht durch Fakten, sondern von der nuklearen Angst (siehe dieses sehr aufschlussreiche Buch „The Rise of Nuclear Fear“) und Wunschdenken in Sachen Solar und Wind geleitet, wie im Artikel von Norbert Aust im Skeptiker dargestelt.

    Und das Umweltbundesamt verbreitet trotz des Hinweises, dass ihre Daten falsch sind irreführende Informationen darüber, für wie viel Emissionen Kernkraftwerke verantwortlich sind. Alternative Fakten also, kaum anders, als die von Donald Trump oder EIKE.

  5. @ Amardeo Sarma:

    „Man sollte nicht vergessen, dass der Ausstieg aus der Kernenergie zulasten der CO2-Emissionen noch nicht einmal rot-grün, sondern schwarz-gelb war und von der CDU-„Klimakanzlerin“ vorangetrieben wurde.“

    Aber die Frage ist ja, ob rot-grün, wären die Regierungsverhältnisse seinerzeit anders gewesen, unterschiedlich gehandelt hätte. Letztlich hat Frau Merkel da ja auch nur ein Stück ureigenster Grünen-Themen, eines ihrer entscheidenden Identifikationsmerkmale der Gründungsjahre, gekapert.

  6. @noch’n Flo: richtig, Rot-Grün hätte eher noch radikaler zulasten des Klimas gehandelt.

    Frau Merkel wollte damit grüner sein, als die Grünen, hat aber das Problem der globalen Erwärmung mit dieser Entscheidung wesentlich verschlimmert.

    Ich wollte nur sagen: grün sind inzwischen nicht nur die Partei Die Grünen (als Antwort an @Maggi).

  7. @ Amardeo Sarma

    Sie machen also nicht nur für Glyphosat Lobby-Arbeit, sondern auch noch für Kernenergie?

    (damit klar ist, worüber ich rede, hier Ihre Verteidigung von Glyphosat: https://blog.gwup.net/2017/10/29/glyphosat-die-ganze-debatte-und-was-geht-uns-das-an/ )

  8. @Werner Olsen:

    So, es reicht jetzt.

    Wir haben diese angeblichen „Lobbyismus“-Debatten in ermüdender Ausführlichkeit geführt, alle Meinungen und Gegenmeinungen sind ausgetauscht.

    Hier machen wir das Fass nicht nochmal neu auf. Bleiben Sie gerne bei Ihrer Meinung, wir sehen es anders.

  9. @ Werner Olsen:

    Glyphosat und Kernenergie sind genauso wie die Gentechnik, Tierschutz oder die Kreuzfahrtindustrie anschauliche Beispiele dafür, wie es die sogenannten „Umweltschutzorganisationen“ geschafft haben, durch einen Haufen Lügen einen Abwehrreflex bei grossen (uninformierten) Teilen der Bevölkerung zu verankern.

    Sei es, um für ihre Organisation mehr Spenden eintreiben zu können, sei es, um sich dabei einfach nur toll vorzukommen in der Hoffnung, dass dann grosse Menschenmassen nach der eigenen Pfeife tanzen.

    Aber niemals wirklich im Namen des Umweltschutzes (wo kämen wir denn da hin?).

    Da ist es gut, wenn jemand mal mit Fakten dagegenhält. Auch wenn es Dir nicht passt.

  10. Ein Beweis für den Klimawandel:
    1975, Rudi Carell, Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
    heute:
    Wann wird’s mal wieder richtig Winter?
    Daß das Original von einem Holländer gesungen wurde, ist schon eine Art „Ironie des Schicksals“ ;-)

  11. Ach ja, das leuchtet ein. Mittlerweile sind ja praktisch so gut wie alle Parteien grün, außer den Blauen.

    Was mir jetzt noch fehlt ist, wie es zu einer systematischen Infiltrierung des Umweltbundesamtes in Richtung grüner Gesinnung kommen konnte.

    Aber vielleicht sind ja die Wissenschaftler auch schon fast alle grün. Vielleicht sind wir ja alle mittlerweile grün – also alle außer den Blauen – und haben es bloss noch nicht gemerkt.

    Da kann man sich wirklich nur noch grün und blau ärgern.

  12. @ Maggi:

    Ich seh da eher schwarz.

  13. @Maggi
    „Grünsein“ hat nichts mit politisch „grün“ zu tun, sondern der Umweltschutz sollte einer der wichtigsten Aspekte einer Partei, oder politischen Strömung sein.
    Das hat nichts mit einer ideologischen Ausrichtung zu sein, sondern den Fakten und der Realität geschuldet.

  14. @noch’n Flo: Hauptsache, Du läufst nicht rot an!

    @RiV: Ja, das leuchtet ein, nur läuft die Aussage von Johannes Güntert dann auf eine reine Tautologie hinaus – ein „Umwelt“bundesamt muss ja zwangsläufig „grün angestrichen“ sein!? Es wäre zumindest wenig sinnvoll, wenn es nicht so wäre.

    @A. Sarma: Vermutlich habe ich etwas verpasst, aber wo finde ich denn konkret die „alternativen Fakten“ des Umweltbundesamtes?

  15. @Bernd Harder

    „AfD benennt umstrittenen Fachmann [*ROFL*] für Klimawandel-Anhörung“

    Das ist noch nicht einmal das größte Übel, sondern das hier:

    „Rein formal sei es zu spät für einen Antrag, sagt Rosi Steinberger, aber auch inhaltlich teile sie die Bedenken nicht. Steinberger ist Ausschussvorsitzende und Mitglied der Grünen-Fraktion. Als solche, könnte man meinen, fiele ihr die Verteidigung eines sogenannten „Klimawandelleugners“ schwer. Tut es aber nicht. Auch sie hat sich das Interview Lünings mit der Jungen Freiheit angesehen und findet: „Er argumentiert sehr wissenschaftlich.“ Hätte er nun rechtsradikale Thesen von sich gegeben, wäre das etwas anderes. Im Gegensatz zu Brunn ist sie der Meinung: „Man kann seine Thesen wissenschaftlich belegen.“ “

    Eine Grüne(!) macht sich den Bullshit der Klimawandelleugner zu eigen und spricht von wissenschaftlichen(!) Thesen.

    Aber wahrscheinlich gehört es zu den Aufnahmebedingungen der bayerischen Grünen, Unwissenschaftlichkeit zu propagieren, siehe der Fall Birgit Raab (Homöopathie, Impfgegnerschaft).

  16. @RPGNo1:

    Ja, darüber habe ich auch den Kopf geschüttelt:

    Hätte er nun rechtsradikale Thesen von sich gegeben, wäre das etwas anderes

    Also man muss schon explizit rechtsradikale Thesen von sich geben, um von den Grünen als wissenschaftsfeindlich eingestuft zu werden.

  17. @Maggi:

    Zunächst einmal die gute Nachricht: das UBA hat wohl doch nach Protesten ihre frühere Aussage verbessert, dass Kernenergie zwar besser als Kohle in Sachen Emissionen sei, aber schlechter als „Erneuerbare“.

    Die nun genannten Zahlen sind korrekt, also sind die korrigierten Angaben des UBA ein Schritt vorwärts.

    Der Text bleibt dennoch sehr problematisch:

    1. Während Kernenergie, wie Solar, Wind und Wasser im Betrieb CO2-frei sind, behauptet kaum jemand, dass mit dem derzeitigen Energiemix irgend ein Energieträger über den gesamten Lebenszyklus CO2-frei sei. Ein Strohmann-Argument also, denn das Gleiche gälte auch für Energie von Solar, Wind und Wasser.

    2. Die Zahlen (Kernenergie Median 12 gCO2eq/kWh) sind korrekt und bei Wikipedia nachlesbar. Allerdings kann man dort genauso nachlesen, dass die Emissionen vergleichbar sind mit Windkraft (Median 11 und 12 gCO2eq/kWh) und geringer, als Solar (Median 27, 41 und 48 gCO2eq/kWh).

    Man hätte – um fair zu sein – auch eine ähnliche Aussage für Solar und Wind machen können. Das kann ich so nicht anders als grob irreführend einstufen, denn so wird der Eindruck erweckt, Lebenszyklus-Emissionen würden nur für Kernenergie gelten.

    3. Dass man auf die Angaben vom IPCC hinweist ist gut und richtig. Aber warum den Verein Ökoinstitut e.V., der aus der Anti-Atom-Bewegung hervorgegangen ist, und kaum als neutral angesehen werden kann?

    Das ist in etwa so glaubwürdig in Sachen Kernenergie, wie in Sachen Klima auf EIKE hinzuweisen.

    Wir sollten dabei nicht vergessen, dass all diese Angaben ohne die Emissionen u.a. von Gaskraftwerken berechnet werden, die benötigt werden, wenn gerade die Sonne nicht scheint und der Wind nicht bläst.

    Wenn man so die System-Emissionen und nicht nur die Lebenszyklus-Emissionen mit berücksichtigen würden (sie sind für alle Energieträger nicht null) sähe es für Wind und Solar im Vergleich schlechter aus.

  18. @Werner Olsen: Unser „Lobbyarbeit“ gilt für Wissenschaft und Fakten und gegen Pseudowissenschaft, alternative Fakten und Wunschdenken unabhängig von politischen und weltanschaulichen Vorgaben.

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