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Querdenken – Gegner der Wissenschaft: „Warum Bhakdi & Wodarg falsch liegen“

| 27 Kommentare

Wow – Person (der Musikproduzent Sinan Kurtulus) und Kanal („Sinans Woche“) waren uns bislang unbekannt, aber das ist ziemlich cool:

Querdenken – Gegner der Wissenschaft: Warum Bhakdi & Wodarg falsch liegen

https://www.youtube.com/watch?v=UqylA5qvThU

Es geht um die Frage, wie das „Gesamtkonstrukt der Verharmlosung“ von „Querdenkern“ eigentlich zu erklären ist und wie Erkenntnisgewinn funktioniert.

Weitere Videos von Sinan Kurtulus gibt es hier.

Zum Weiterlesen:

  • Des Virus eitle Freunde: Homburg und Bhakdi kämpfen weiter für Corona, ruhrbarone am 2. Januar 2021
  • Bhakdi im Faktencheck: Ist die Corona-Impfung von Biontech und Pfizer wirklich gefährlich? swr 3 am 23. Dezember 2020
  • Video: Das System der Corona Verharmloser: Warum so viele ihnen glauben, quarks am 5. Dezember 2020
  • Interview mit Lydia Benecke: „Das Virus ist ein unbefriedigender Gegner“, Zeit-Online am 19. Mai 2020
  • Video: Die Überzeugungstricks von Sucharit Bhakdi, GWUP-Blog am 21. Dezember 2020
  • Das Goldene Brett 2020 für Sucharit Bhakdi: „Noch nie gab es einen passenderen Kandidaten“, GWUP-Blog am 15. Dezember 2020
  • Neue „Querdenker“-Studie: Misstrauensgemeinschaft mit eigenwilliger Auffassung von Kritik, GWUP-Blog am 25. Dezember 2020
  • Die Irrtümer der Querdenker – Zwischen Kulturkampf und Glaubenskrieg, handelsblatt am 31. Dezember 2020
  • Wolfgang Wodarg, quo vadis? Gesundheits-Check am 3. Januar 2020

27 Kommentare

  1. Tolles Video. :)

  2. Denkanstoß:

    Der Zulauf, den Verschwörungsmythen 2020 haben, ist auch so zu begründen, dass viele Antworten suchen auf die Wut, die von dieser empfundenen Ungerechtigkeit ausgelöst wird. Gleichzeitig sind viele nicht gebildet genug, sich diese Wut vernünftig zu erklären, Fakten von Lügen zu unterscheiden; natürlich kann man diese Menschen verhöhnen. Man kann aber auch fragen, was aus den Bildungskampagnen geworden ist, die es einmal gab: Kultur für alle, Bildung für alle. Im digitalen Zeitalter geht es natürlich auch um Medienkompetenz.

    https://taz.de/Wie-Corona-Ich-Bezogenheit-zeigt/!5735543/

  3. @Bernd Harder:
    Wenn die Bewegung des Denkens nicht dem einer Kirchenglocke gleichen soll, dient ein Denkanstoß dazu, das Denken in eine bestimmte Richtung zu stoßen. Wohin soll das Denken mit dem Zitat gestoßen werden?

  4. @Carsten Ramsel

    Vermutlich in die Richtung, dass Querdenker ein Symptom sind, über dessen Ursache man auch mal nachdenken sollte bzw. diese, da offensichtlich bekannt, bekämpfen sollte.

  5. Gutes Video, keine Frage, kann man nur zustimmen.

    Leider ist es nach meiner Erfahrung so, dass zumindest der harte Kern der Querdenker-Gemeinde sich fast vollständig in einer hermetischen Gegenwelt verrammelt hat, in die kein sachliches Argument mehr durchdringt. Man kann noch so plausibel darlegen, wie Wissenschaft funktioniert, sie werden einem erklären, wer die ganzen Studien kauft.

    Bringt man Beispiele dafür, dass wir doch nicht in einer faschistischen Gesundheitsdiktatur leben, dann sagen sie: Jaaa, aber nur, weil wir Querdenker so einen Druck gemacht haben, damit haben die nicht gerechnet (kein Witz, selbst erlebt, geht eben auch sehr darum, das eigene Ego aufzuwerten).

  6. @Stefan R.

    Ist wie bei Homöopathie. Es geht weniger darum, die Hardliner zu überzeugen als vielmehr darum, die, die noch zugänglich sind, vorm Abgleiten in VT-Abgründe zu bewahren.

  7. „Wäre es jetzt nicht an der Zeit, dass Bhakdi und seine Anhänger einmal kritisch überprüfen würden, was aus dieser Vorhersage geworden ist?

    Und kann man bei dieser Prüfung wirklich noch die Augen vor den Fakten verschließen und ignorieren, dass die zweite Welle rollt und dass sie auch nicht durch die Maßnahmen der Regierung hinreichend gebremst wird? Die oben zitierten Todesfallzahlen sprechen eine klare Sprache.“

    https://www.cicero.de/innenpolitik/mediziner-corona-arzt-verschwoerungstheorien-patienten-maske-bhakdi

  8. @ Martina Rheken:

    Auch der Kinderarzt Renz-Polster hat schon an Bhakdi appelliert, in sich zu gehen:

    https://www.kinder-verstehen.de/mein-werk/blog/corona-skeptiker-verstehen-es-kommt-auf-sie-an-prof-bhakdi/

    Ich fürchte nur, die Glaubensgemeinschaft der Bhakdis nimmt solche Appelle so wenig wahr wie die Datenlage.

    Bei Bedarf haben sie ja sogar eine „passende“ Datenlage, siehe z.B. in dem von Ihnen verlinkten Cicero-Artikel den Kommentar mit den monatlichen Durchschnittszahlen. Als ob das Thema Verwässerung der Übersterblichkeit durch Durchschnittswerte inzwischen nicht oft genug diskutiert worden wäre.

  9. grundsätzlich viele gute Punkte, was mich stört, ist, dass es den narrativ der zwei Gruppen aufgreift – und (wie viele andere Beiträge zur Zeit) die Wertedebatte bei Seite lässt (siehe hier – hoffe ich darf das verlinken: https://www.diewahrheit.at/uncategorized/covid-19-warum-niemand-im-recht-ist ).

    Wie konnte es dazu kommen, dass bei einem so komplexen Problem der Eindruck entsteht, es gäbe nur zwei Gruppen?

  10. Lauterbach und Drosten beziehen sich auf Metastudien? Welche denn? Die Metastudie von John Ioannidis, die von der WHO in Auftrag gegeben wurde ist doch gerade keine Grundlage für die beiden. Stattdessen beziehen sich die Kritiker*innen der Maßnahmen auf diese Studie zur Infektionssterblichkeit. https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.05.13.20101253v3
    Ich möchte meine Zeit nicht damit zubringen, mir sämtliche Drosten-Podcasts anzuschauen, aber jene, die ich kenne, bestehen ganz überwiegend aus Prognosen. Das starke Fundament, auf dem Drosten und Lauterbach angeblich aufbauen, bleibt vollkommen unkonkret. Im Gegenteil, hat er noch vor Jahren die Methode PCR-Test selbst als ungeeignet zur Feststellung von Infektionen charakterisiert.
    Insgesamt beobachte ich bei den Befürworter*innen der Maßnahmen eine quasi religiöse Überhöhung „der“ Wissenschaft. Geistige Freiheit und somit wissenschaftliche Freiheit kann jedoch nur mit Leben gefüllt werden, wenn auch Kritik zugelassen wird. Fundierte Kritik an den Maßnahmen gibt es jedoch zuhauf, doch egal, ob es sich um Kritik von Ärzteverbänden, wie der Kassenärztlichen Vereinigung, der Bundesärztekammer, dem Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin, den ehemaligen Gesundheitsweisen der Bundesregierung um Prof. Schrappe oder aber aber um vorsichtig kritische Wissenschaftler geht, diejenigen, die den Mund aufmachen, müssen mit Rufschädigung oder gar Rücktrittsforderungen rechnen. Interviews mit Herrn Drosten hingegen enthalten nicht einmal kritische Fragen. Das ist Hofberichterstattung und verdient nicht den Begriff Journalismus. Es verwundert daher nicht, wenn gut gebildete Menschen, wie in der Baseler Studie von Oliver Nachtwey festgestellt wurde, der Berichterstattung in den öffentlich-rechtlichen Medien zunehmend kritisch gegenüberstehen. Mir selbst geht es ganz ähnlich, wie dem Herrn in dem Video, dass es mir schwer fällt nachzuvollziehen, wie intelligente Menschen mit guter Bildung so wenig hinterfragen. Sie haben doch zur gleichen Zeit studiert, wie ich, als wir (Linke und Feministinnen) ganz klar die Drittmittelfinanzierung in der Forschung mit seinen Folgen für die inhaltliche Ausrichtung kritisiert haben. Wer heute nach der Finanzierung und den Interessen, die hinter der Forschung steht fragt, muss damit rechnen als Verschwörungstheoretiker geframed zu werden. Das ist mir vollkommen unverständlich.

  11. @Anita B.

    dass es mir schwer fällt nachzuvollziehen, wie intelligente Menschen mit guter Bildung so wenig hinterfragen.

    Offen gesagt frage ich mich das bei Ihrem Kommentar auch.

    Das Problem mit Ihrem gesamten zweiten Teil ist, dass der erste Teil (also Ihre Grundlage) nicht stimmt.

    Die Metastudie von John Ioannidis, die von der WHO in Auftrag gegeben wurde ist doch gerade keine Grundlage für die beiden.

    Und warum sollte sie?

    Die erste Studie ist jetzt fast ein Jahr alt und war damals schon umstritten – die ganze Geschichte könnten Sie z.B. im Laborjournal nachlesen.

    Oder kurz zusammengefasst (da ging es schon um die zweite „Revised“ Version von Oktober):

    Ganz zu schweigen davon, dass viele Fachleute die Infection Fatality Rate, die Ioannidis ermittelt hat, für zu niedrig halten. Und selbst wenn sie am Ende halbwegs hinkommen sollte, bemisst sich nicht allein daran die Gefährlichkeit von SARS-CoV-2, denn genauso wichtig ist das Durchseuchungspotential in der Bevölkerung. Ebola ist mit Blick auf die Letalität sicher viel gefährlicher als SARS-CoV-2, mit Blick auf das Durchseuchungspotential aber nicht. Daher gibt es auch keinen Ebola-Lockdown.

    Oder nochmal zur neuen Version hier:

    Die vielen Gründe, warum die Ioannidis-Studie nicht belastbar ist

    Sogar Spiegel-Online hat darüber berichtet:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-diskussion-ueber-studie-der-weltgesundheitsorganisation-wie-toedlich-ist-covid-19-wirklich-a-9d05b174-87fd-44e4-a1a3-da9760fad1d5

    Also ich kann gut nachvollziehen, warum „die Kritiker der Maßnahmen“ sich auf Ioannidis stützen, aber sonst niemand.

    Im Gegenteil, hat Drosten noch vor Jahren die Methode PCR-Test selbst als ungeeignet zur Feststellung von Infektionen charakterisiert.

    Auch das ist falsch.

    Warum sollte ein Virologe ernsthaft eine Methode für ungeeignet halten, mit der seit den frühen 1980ern-Jahren weltweit zuverlässig Infektionskrankheiten wie HIV oder HCV diagnostiziert werden?

    Es ging damals um was ganz anderes:

    Ein altes Interview mit dem Virologen Christian Drosten wird in einem Internet-Blog irreführend interpretiert. Es wird behauptet, Drosten habe erklärt, dass der PCR-Test für Massentestungen nicht geeignet sei. Hier fehlt wesentlicher Kontext. Tatsächlich äußerte Drosten 2014 Kritik am Umgang mit dem MERS-Virus, das er als wesentlich weniger ansteckend einschätzte.

    „diejenigen, die den Mund aufmachen, müssen mit Rufschädigung oder gar Rücktrittsforderungen rechnen.“

    Das wird auch in der x-ten Wiederholung nicht richtiger, wie wir hier schon geschrieben haben:

    Wo werden denn Kritiker der Corona-Maßnahmen wie Boris Palmer, Matthias Schrappe, Sibylle Berg, Hans-Jürgen Papier, Kristina Schröder, die tagesschau, René Schlott, Jürgen Windeler, Christiane Woopen und viele andere als „Verschwörungstheoretiker“, „Rechtspopulisten“ oder sonstwas bezeichnet?

    Oder gar mit Rücktritssforderungen bedacht?

    Bei einigen der Beispiele, die Sie aufzählen, ist es dagegen mit der „fundierten Kritik“ nicht weit her – deshalb werden diese Leute kritisiert – nicht weil sie Kritik üben, sondern weil die Kritik durchaus angeifbar ist, zum Beispiel:

    – Netzwerk Evidenzbasierte Medizin:

    https://scienceblogs.de/gesundheits-check/2021/01/09/das-ebm-netzwerk-im-elchtest-es-ist-genug-herr-soennichsen/

    – Kassenärztliche Vereinigung:

    https://www.aerztezeitung.de/Politik/Gassen-fuer-Lockdown-Kritik-getadelt-415805.html

    Zitat:

    Der Lockdown wird in der Ärzteschaft weiterhin unterschiedlich bewertet. KBV-Chef Gassen geißelt fehlende Nachhaltigkeit der Strategie. KV-Vorstände halten ihn hingegen für zwingend.

    Was genau hat jetzt ein „Dagegenhalten“ der Ärzteschaft mit „Rufschädigung“ zu tun?

    Wer heute nach der Finanzierung und den Interessen, die hinter der Forschung steht fragt, muss damit rechnen als Verschwörungstheoretiker geframed zu werden. Das ist mir vollkommen unverständlich.

    Wer soll denn das konkret sein?

    Ebenso wie von den oben genannten Kritikern (neben vielen, vielen anderen) der Corona-Maßnahmen genau niemand als „Verschwörungstheoretiker geframt“ wird, wird auch niemand so genannt, der nach „Finanzierung und den Interessen, die hinter der Forschung steht, fragt“.

    Auf den Unterschied zwischen „kritischen Fragen“ und Verschwörungstheorien haben wir schon x-mal hingewiesen, zum Beispiel

    https://blog.gwup.net/2019/04/29/verschwoerungstheorien-toxischer-vs-gesunder-zweifel/

    https://blog.gwup.net/2020/04/02/verschwoerungstheorien-was-ist-eine-legitime-wissenschaftliche-position-und-was-ist-nonsens/

    Verschwörungstheorien: Datenlücken und Unsicherheiten sind Fakt – gezielte Komplotte und Marionetten nicht

    https://blog.gwup.net/2020/04/11/verschwoerungstheorien-datenluecken-und-unsicherheiten-sind-fakt-gezielte-komplotte-und-marionetten-nicht/

    Interviews mit Herrn Drosten hingegen enthalten nicht einmal kritische Fragen.

    Behaupten Sie, obwohl Sie die Podcasts gar nicht kennen?

    Dort werden genau solche Fragen gestellt und auch beantwortet, z.B. Drostens Fehleinschätzung der Schweinegrippe:

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/42-Coronavirus-Update-Bei-der-Schweinegrippe-kam-alles-anders,podcastcoronavirus212.html

    bestehen ganz überwiegend aus Prognosen.

    Die dummerweise ganz überwiegend eingetreten sind, im Gegensatz zu dem Quatsch, den z.B. Bhakdi ständig von sich gibt, was jetzt sogar Prof. Streeck nervt:

    https://www.volksverpetzer.de/corona-faktencheck/streeck-zerlegt-bhakdi/

    Lauterbach und Drosten beziehen sich auf Metastudien? Welche denn?

    Zum Beispiel:

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Podcast-mit-Drosten-und-Ciesek-Links-zu-Corona-Studien,corona2636.html

  12. @Anita B

    Ich kenne auch nicht alle Podcasts von Prof. Drosten, aber die meisten.

    Natürlich erstellt er Prognosen, aber auf wissenschaftlichen Tatsachen – soweit das möglich ist, bei einem neuen Virus, der erst seit einem Jahr wütet.

    Warum das Bashing der PCR Methode? – In einer Pandemie, in der man einen maximalen Überblick über die Infektionen braucht, ist das der Goldstandard, egal, ob alle wirklich erkranken, denn auch eine symptomlose Übertragung ist gesichert und das gilt auch für viele andere Infektionskrankheiten.

    Natürlich zählen letztendlich die Erkrankungen, aber diese fußen auf der Menge an Infizierten.

    Die Kritik ist ein „Luxusproblem“ in einem Lockdown, was denken Sie, was hier los wäre, wenn man das Virus frei laufen lassen würde?

  13. @Ralf:

    In einer Pandemie, in der man einen maximalen Überblick über die Infektionen braucht, ist das der Goldstandard,

    Nicht nur in einer Pandemie, sondern überhaupt in der Infektionsdiagnostik.

    Persönlichen Ärger über die Corona-Maßnahmen mit angeblichen – gar nicht vorhandenen – Schwächen einer Diagnostik-Methode zu begründen, ist schon ziemlich absurd.

  14. @Bernd Harder
    Nicht nur in einer Pandemie, sondern überhaupt in der Infektionsdiagnostik.

    Ja, sicher…gerade im Testen von Blutspenden.

    Es ist schon erstaunlich, wie viele „Experten“ sich zu Wort melden, die eigentlich keine Ahnung haben, weder von Virologie noch von Epidemiologie.

    Auf einmal werden wissenschaftliche Erkenntnisse infrage gestellt, die in normalen Zeiten nicht infrage gestellt werden.

    Im Sommer konnte ich noch einige Kritikpunkte verstehen, obwohl ich andere Meinung war…die Zahlen waren wirklich niedrig, aber jetzt, wo in manchen Ländern die Zahlen explodierten und auch bei uns, vor dem Lockdown, verstehe ich diese Kritik nicht mehr.

  15. @ Anita B.:

    Sie haben ja Recht, dass es genug fundierte Kritik an der Corona-Politik gibt. Deswegen braucht es eben den Unsinn von Leuten wie Bhakdi nicht.

    Und umgekehrt: Wer Bhakdis Unsinn kritisiert, erklärt deswegen die Corona-Politik nicht in allen Punkten für gut.

  16. @Bernd Harder. In dem oben genannten Video ist von Metastudien die Rede. Eine Metastudie ist eine sehr aufwändige Angelegenheit, so dass diese nicht in Überfülle zur Verfügung stehen. Deshalb steht es einem auch gut zu Gesicht, wenn man die einzige Metastudie zur Infektionssterblichkeit auch berücksichtigt. So wird in dem von Ihnen verlinkten Podcast-Ciesek-Link auch gar keine METAstudie genannt, sondern eben nur etwas „Herausgepicktes“. Seit Corona ist es ja üblich geworden, Preprints zu kritisieren, was zuvor – so lange als solche gekennzeichnet – als vollkommen üblich galt. In dem Link, den ich oben reingestellt habe, handelt es sich jedoch um die peer reviewed Version, die selbstverständlich eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
    Ich könnte nun ebenfalls eine Vielzahl an Links hier einfügen, insbesondere zu der Qualität der Prognosen von Herrn Drosten, aber auch zu der finanziellen Abhängigkeit der von Ihnen zitierten Quellen. Nun hat die Vergangenheit gezeigt, dass auf dieser Ebene keine Annäherung möglich ist. Im Wesentlichen geht es doch darum, welchen Quellen wir vertrauen und warum wir das tun.

    @Josef Kuhn. Es ist vollkommen richtig, dass man auch Herrn Bhakdi kritisieren kann. Ich habe mich jedoch nicht auf Herrn Bhakdi bezogen. (By the way: Noch nie habe ich mich auf Attila Hildmann bezogen und kenne auch keine Maßnahmenkritiker*innen persönlich, die das tun.)

    Es gab mal Zeiten, da wurde investigativer Journalismus betrieben, an dessen Anfang naturgemäß eine gute Verschwörungstheorie stand. Für so etwas ist allerdings sehr viel Zeit nötig. Die Medien heute sind jedoch getrieben von Ereignissen, die sie selbst zum Teil erschaffen bzw. aufblähen, während wichtige Fragen nicht mehr gestellt werden und wichtige Ereignisse, z.B. dass Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag nicht unterschrieben hat und stattdessen Atomwaffenjets anschaffen will, in einer winzigen Meldung erscheinen. Das vor dem Hintergrund, dass viele Kleingewerbetreibende um ihre Existenz kämpfen, weil sie noch nicht einen Cent Soforthilfe bekommen haben. Das ist nur e i n Beispiel, das mal illustrieren soll, welche Schieflage hier entstanden ist und warum mir das Vertrauen in diese Entscheidungsträger, wie auch in die vierte Gewalt fehlt. Das Beispiel stammt aus Deutschland, aber die Medien funktionieren weltweit ähnlich.

  17. Unglaublich – aber wahr:

    „Razzia in Kölner Arztpraxis: Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Polizei haben am 28. Januar die Räume einer Ärztin in Ehrenfeld durchsucht. Dabei soll die Medizinerin laut den Behörden geleugnet haben, dass es die Corona-Pandemie gibt!“

    Und weiter…

    „Kölner Ärztin leugnet Corona-Pandemie bei Razzia – Auf telefonische und schriftliche Anfragen des EXPRESS gab es von der Ärztin bisher keine Reaktion. Die Ärztin äußerte sich laut Stadt gegenüber dem Ordnungsamt mündlich zum Tatvorwurf: Sie würde eine Maske tragen, wenn man ihr beweisen könne, dass zurzeit eine Pandemie herrsche!“

    https://www.express.de/koeln/razzia-in-praxis-keine-masken–deftige-worte–koelner-aerztin-drohen-harte-konsequenzen-38016468

  18. @Anita B.:

    Ich verstehe Ihre Ausführungen nach wie vor nicht so richtig.

    Sie „picken“ sich doch eine Metastudie heraus, deren Dignität zweifelhaft ist. Und das hat doch nichts mit „Vertrauen“ zu tun, sondern ich kann doch nachprüfen, was diese Metastudie von Ioannidis leistet und was nicht.

    Das ist nur e i n Beispiel, das mal illustrieren soll, welche Schieflage hier entstanden ist und warum mir das Vertrauen in diese Entscheidungsträger, wie auch in die vierte Gewalt fehlt.

    Das bestreitet doch auch niemand und solche Beispiele lese ich täglich dutzendfach in den von Ihnen gescholtenen Medien, z.B.:

    https://www.welt.de/kultur/plus225662665/Galerist-Johann-Koenig-Die-Politik-versteht-nicht-wie-wichtig-Kunst-ist.html

    Meinen Sie, ich hätte keine Sorgen, ob mein Fitness-Studio und meine Stammkneipe und meine Buchhandlung überhaupt jemals wieder aufmachen?

    Aber nicht Herr Drosten bestimmt die Politik der Bundesregierung, sondern es gibt üblicherweise ein Beratergremium:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-diese-sieben-fachleute-beraten-bundesregierung-und-laenderchefs-a-93abc4f5-cac1-4cbb-bc22-8d3b9c623b28

    https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-bundesregierung-berater-101.html

    Natürlich kann man die Zusammensetzung dieser Gremien kritisch sehen und vermeintliche oder auch tatsächliche Abhängigkeiten anführen.

    Das ändert aber nichts daran, dass Politik nicht von Wissenschaftlern gemacht wird, sondern von Politikern, die üblicherweise andere Sichtweisen und Interessen haben als Virologen oder Hygieniker.

    Beispiele für kritische Sichtweisen gegen die Bundespolitik habe ich Ihnen ein halbes Dutzend genannt und könnte alleine aus den letzten zwei Tagen nochmal ein Dutzend dranhängen, ohne dass diese Leute irgendwo als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet würden.

    Sogar Cornelia Betsch warnt mittlerweile eindringlich:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-02/cornelia-betsch-psychologin-gesundheitskommunikation-universitaet-erfurt-corona-politik

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article225516683/Corona-Massnahmen-Auch-die-Befuerworter-verlieren-das-Vertrauen.html

    https://www.spiegel.de/gesundheit/coronavirus-langzeitstrategie-menschen-mit-bedenken-abzuwatschen-ist-auch-kein-weg-interview-a-7374d58e-ab69-4cd4-9fdd-d6eaef794c51

    Wo bitte wird denn da wer und von wem „unterdrückt“ oder diskreditiert oder totgeschwiegen?

  19. @Anita B.

    Ich könnte nun ebenfalls eine Vielzahl an Links hier einfügen, insbesondere zu der Qualität der Prognosen von Herrn Drosten, aber auch zu der finanziellen Abhängigkeit der von Ihnen zitierten Quellen.

    Sie sollten auch hinzufügen, dass diese Links (*) und Quellen (*) ausschließlich bei Querdenkern und Coronaleugnern einen Stellenwert besitzen, um Christian Drosten zu diskreditieren, und sie von allen seriösen Medien und auch zahlreichen Faktenchecks widerlegt wurden.

    (*) Wenn diese Links auf Ach gut, KenFm oder Tichys Einblick verweisen und als Quellen Wodarg, Homburg, Fuellmich oder Walach genannt werden, dann vergessen Sie es besser.

  20. @Anita B.:

    Über den Atomwaffenverbotsvertrag gibt es einen ellenlangen Wikipedia-Eintrag.

    Wer sich dafür interessiert, hat das auch mitbekommen. Darüber wurde durchaus in den Medien diskutiert.

  21. @Michael Fischer:

    Korrekt, das ist auch so etwas, was mich ziemlich befremdet:

    in einer winzigen Meldung erscheinen.

    Ja und? Dafür gibt es vom Standpunkt der Journalisten aus in aller Regel ganz pragmatische Gründe, ohne dass damit etwas „verheimlicht“ oder künstlich kleingehalten werden soll.

  22. @ Bernd Harder:

    Man liest übrigens nicht einmal eine „winzige Meldung“ darüber, ob Herr Bhakdi Deutschland schon verlassen hat oder ob es sich anders überlegt hat. Und das bei so einem Jahrhundertereignis. Ich hoffe, da soll nichts verheimlicht oder kleingehalten werden ;-)

  23. @Anita B.
    „ Wer heute nach der Finanzierung und den Interessen, die hinter der Forschung steht fragt, muss damit rechnen als Verschwörungstheoretiker geframed zu werden.“

    Ich denke die Schuld dafür liegt eher bei den Verschwörungstheoretikern selbst.

    Meiner Erfahrung nach passiert das nicht bei Leuten, welche die Frage ehrlich stellen, sondern bei jenen, die sie bestenfalls als rhetorisches Mittel gebrauchen, da sie eine für sich griffige Antwort bereits in der Hinterhand halten.

    Auch die Frage an sich unterscheidet sich danach, welche Interessen hinter ihr stehen.

  24. „Auch die Frage an sich unterscheidet sich danach, welche Interessen hinter ihr stehen.“

    Das kann man gar nicht genug betonen. Nur weil wir auf deart rhetorische Taschenspieler Tricks nicht eingehen, heißt es nicht automatisch, dass wir darauf rein fallen.

    Liebe Schwurbler, verstehen Sie die verhaltene Reaktion auf ihre Pseudokritik, nicht falsch. Es ist kein zurückweichen. Es ist Desinteresse.

    Wir haben jetzt oft genug nachgesehen, es ist kein Monster unter dem Bett. Bitte stören Sie nicht mehr.

  25. @ Joseph Kuhn
    „Und das bei so einem Jahrhundertereignis!“

    Der war gut;-)

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