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Presserat rügt Schleichwerbung für Globuli – Homöopathen greinen von Verschwörung

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Erfolg für das INH:

Der Deutsche Presserat rügt die Wilhelmshavener Zeitung wegen Schleichwerbung für Meditonsin.

Das Regionalblatt hatte im November einen Jubelartikel über das homöopathische Erkältungsmittel als redaktionellen Beitrag veröffentlicht und mit Triggern wie „Untersuchung“, „millionenfach bewährt“ etc. versehen.

Das INH kritisierte diese …

… wilde Vermischung von „Studien“ ( = Apothekenumfrage), Werbung und negativen Buzzwords („chemische Keule“).“

Auch das Meedia-Portal griff den Fall auf. Schließlich legten INH und GWUP Beschwerde beim Presserat ein:

Und siehe da – der Presserat teilt nun mit, dass er am 21. März 2018 der Wilhelmshavener Zeitung aufgrund der Beschwerde eine öffentliche Rüge ausgesprochen habe, die mit der Verpflichtung verbunden ist, diese auch in ihrem Blatt zu veröffentlichen.

Kein Wunder, wenn man erfährt, dass der zuständige Redakteur auch gegenüber dem Presserat auf der Korrektheit seiner Handlungsweise beharrte […]

Wir freuen uns – abseits jeder Häme – natürlich auch ein wenig, dass unser Artikel bei dieser Angelegenheit eine gewisse Rolle gespielt hat. Übrigens sind wir ziemlich sicher, dass es einige andere Blätter hätte genauso treffen müssen, die wir nur nicht kannten.“

Derweil versinkt die Homöopathen-Lobby immer tiefer in Verschwörungsphantasien. Nicht nur Harald Walach, sondern auch dessen Adlatus Jens Behnke von der Carstens-Stiftung.

Soso, auf seine „Eingaben“ und „Beschwerden“ gegen kritische Homöopathie-Berichterstattung bekommt Behnke nicht mal eine Antwort, klagt er neuerdings in einschlägigen Kreisen, die man als seriöser Interessenvertreter und Wissenschaftler tunlichst meiden sollte.

Tja, wir könnten ihm erklären, warum (Spoiler: Es hat etwas mit Fakten und Argumenten zu tun.).

Aber da ist eh längst alles zu spät.

Zum Weiterlesen:

  • Meditonsin – ein Nachtrag, Susannchen braucht keine Globuli am 4. April 2018
  • Ein Erkältungsmittel – nichts drin, nichts dran, glücklicherweise, Susannchen braucht keine Globuli am 1. November 2017
  • Homöopathie und Anthroposophie – geht das zusammen? Susannchen braucht keine Globuli am 5. November 2017
  • Der Fall Meditonsin: Wie verdeckte Homöopathie-PR in eine Tageszeitung kommt, meedia am 16. November 2018
  • Dr. Norbert Aust in Tostedt: “Homöopathie: Lehre, Überzeugung, Evidenz”, GWUP-Blog am 1. April 2018
  • Berliner Wirtschaftsgespräche: „Homöopathie: Anfang vom Ende eines Heilsverprechens?“ GWUP-Blog am 1. April 2018
  • Werbung – Aufgepasst: Versteckte Homöopathie, GPSP 1/2018

7 Kommentare

  1. Kann man es als Erfolg der Homöopathie-Krititk werten, wenn ein Lobbyist wie Jens Behnke jetzt auf mehr als zweifelhafte „Alternativmedien“ ausweichen muss, um sein PR-Sprech zu verbreiten?

    Was kommt als nächstes? Ein mehrseitiges Interview und eine Homestory über Behnke bei Compact? Eine Beförderung zum gesundheitspolitischen Sprecher bei der AfD? Lassen wir uns überrraschen.

  2. Auf jeden Fall ein Erfolg, zu dem ich gratuliere!

  3. Nebenbei bemerkt: Im Ersten läuft am Vorabend auch des Öfteren Werbung für homöopathische Mittel (etwa Meditonsin-Globuli). Wollt ihr das vielleicht mal aufgreifen? Ich halte es für skandalös, dass so etwas im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Bühne erhält, und schrieb diesbezüglich auch schon an die ARD. Zurück kam aber nur eine wenig aussagekräftige 08/15-Antwort.

  4. Nach KenFM kommen, siehe den Kommentar von RPGNo1, Compact und dann der Koppverlag. Ich finde das konsequent, da gehören die Geschichten auch hin.

  5. Das t-online-Portal bringt des öfteren solche Klöpse, Homoeopathie- und Schüssler-Salz-Werbung, als redaktioneller Beitrag getarnt.

    Aber die sind wohl zu mächtig, um vom Presserat eine Rüge erteilt zu bekommen.

  6. @ Werner: Das glaube ich nicht, denn immerhin wird ja auch die Bildzeitung regelmäßig gerügt.

    Der Hintergrund dürfte eher sein, daß Ströer Digital Publishing als Träger von t-online nicht Mitglied ist in einem der Verbände, die ihrerseits Mitglieder des Presserats sind. Insofern ist der Presserat als Organisation schlicht unzuständig, denn es handelt sich bei ihm um ein Gremium, dem sich ein Teil der Medien freiwillig unterwirft.

  7. Na, dann soll sich der Presserat auch mal gleich um diese netten Artikel kümmern. Einmal unkritisches Homöopathiegeschwurbel frei Haus, bitte.
    https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.gechingen-homoeopathie-hilft-auch-tieren.12510acb-75fb-4b26-9c3c-6a2df32cdfe8.html

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