Das Brummton-Phänomen

Nach dem “Knall von Wedding” jetzt “Das Brummen im Schwarzwald”.

Unter dieser Headline berichtet die Süddeutsche über ein rätselhaftes akustisches Phänomen, das den Betroffenen nicht nur den Schlaf raubt, sondern sie nahezu in die Verzweiflung treibt:

Die einen denken, man ist bekloppt, die anderen belächeln einen”, sagt die 55-Jährige mit dem badischen Dialekt. Aber Brigitte Rieber ist nicht verrückt. Sie hat auch keinen Tinnitus im Ohr.

Sie leidet unter dem Brummton-Phänomen. Sie nimmt ein Geräusch wahr, das für sie klingt “wie so eine Turbine, die ganz langsam hochfährt und dann wieder zurück, in einer ganz tiefen Frequenz.”

Bis dahin klingt das Ganze ähnlich spekulativ wie “Morgellons” oder Entführungen durch Außerirdische.

Doch das “Brummton-Phänomen” ist wesentlich älter, auf der ganzen Welt verbreitet und soll hierzulande von “mindestens zwei Prozent der Bevölkerung” wahrgenommen werden, in Furtwagen ebenso wie in München oder im Landkreis Ebersberg oder in Hamburg:

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg führte 2001 einige Messungen “zur Klärung des Brummton-Phänomens” durch.

Das Protokoll ist ein Dokument der Ratlosigkeit.

Es bescheinigt zwei Brummton-Geplagten ein “überdurchschnittlich empfindliches Gehör”, kann aber eine “akustische Ursache” für das seltsame Geräusch weder ausschließen noch belegen und kommt bloß zu dem Fazit, dass …

… eine gemeinsame akustische Ursache beziehungsweise Quelle für den Brummton ausgeschlossen werden [kann].”

Damit hätten wir eine ähnliche Situation wie beim “Knall von Wedding”:

Womöglich hören unterschiedliche Leute unterschiedliche Sachen.”

Aber was hören sie?

Psiram schreibt von Transformatoren, Lüftern, Resonanzerscheinungen im Dachgebälk etc.:

Sehr wahrscheinlich liegt bei einem Teil der BT-Hörer ein objektiver Tieftontinnitus als körpereigenes Ohrgeräusch vor. Viele Betroffene lehnen jedoch die Tinnitus-Diagnose ab, da sie oftmals fälschlich mit akustischem Wahn bei psychiatrischen Erkrankungen verwechselt wird.”

Bekannt ist auch, dass Hochspannungsleitungen bei feuchtem Wetter unangenehm brummen.

Die unvermeidlichen Verschwörungstheorien zum Thema bringen “Mikrowellenwaffen” und “Mind-Control-Experimente” ins Spiel.

Der amerikanische Skeptiker Brian Dunning hat sich für sein Skeptoid-Portal ausführlich mit dem Brummton-Phänomen beschäftigt, das international “The Hum” genannt wird.

Seinen Nachforschungen zufolge stellt sich “The Hum” höchst diffizil dar.

Das Brummen trete “von Neumexiko bis Neuseeland” auf, betreffe “zwei bis zehn Prozent der Bevölkerung” und klinge wie ein weit entfernter Dieselmotor im Leerlauf.

Manche Geplagte hören das Geräusch drinnen deutlicher als draußen und eher in höheren Stockwerken als im Keller – bei anderen ist es genau umgekehrt. Manchen helfen Ohrstöpsel, anderen überhaupt nicht.

Als Quelle werden Insektenschwärme ebenso diskutiert wie Meteorschauer oder geheime Regierungsprojekte – aber keine Erklärung ist überzeugend.

Der Computeringenieur Prof. T. J. Moir von der University of Auckland (Neuseeland) hat eine Art akustisches Phantombild des “Auckland North Shore Hum” angertigt, nachdem es laut Dunning niemandem je gelungen sei, “The Hum” aufzunehmen.

Hier und hier kann man “the simulation of the sound” nachhören:

However, when presented for purely illustrative purposes, this recording does give an accurate representation of the general consensus for what the Hum sounds like.”

Allerdings dürften die Allermeisten überhaupt nichts hören, außer in dieser aufgehübschten 3-Sekunden-Version.

Aus diesem Grund geht der Geophysiker Dr. David Deming von der University of Oklahoma (unter Betonung der lediglich “anecdotal evidence” des Phänomens) davon aus, dass einige Menschen möglicherweise in der Lage sind, Radiowellen wahrzunehmen.

Er stützt diese “Arbeitshypothese” unter anderem auf die Arbeit “Auditory response to pulsed radiofrequency energy” (“Akustische Wahrnehmung gepulster Radiowellen durch Menschen”) von J.A. Elder und C.K. Chou, die 2003 in dem Fachjournal Bioelectromagnetics erschienen ist.

Demnach könnte “The Hum” eventuell von militärischen Kommunikationssystemen wie TACAMO herrühren – oder vielleicht sogar von den niederfrequenten Geräuschen, die unsere Erde permanent erzeugt, etwa von Sferics oder dem Erdbrummen (“There are anecdotal reports of the Hum being present in wilderness areas, far from any conceivable anthropogenic noise source.”)

Der Skeptiker Dunning hält diese These jedoch für unhaltbar, unter anderem deswegen, weil die Autoren Elder/Chou in ihrem Paper gar nichts von einem direkten “Hören” elektromagnetischer Wellen schreiben.

Sondern die Sache ist etwas komplizierter:

Bei intensiven kurzen Pulsen im MHz-Bereich kann es sein, dass Gewebe im Kopf Energie absorbiert und sich dabei minimal erwärmt. Da dies sehr schnell vonstatten geht, kommt es im Gewebe zu einer Art Knall, das sich über den Schädelknochen zum Ohr ausbreitet und dort hörbar wird.

Der normale Hörmechanismus wird dabei also auf eine ungewöhnliche Art angeregt. Vergleichbar ist das Ganze am ehesten mit einer Glocke, die man einmal kräftig anschlägt und damit eine gute Anregung erreicht. Solche kurzen und intensiven Pulse sind das genaue Gegenteil typischer Radiotechnik.

Dass Menschen zum Beispiel Erdgeräusche direkt hören können, also ohne technische Hilfsmittel zur Umwandlung elektromagnetischer in akustische Wellen, kann so gut wie ausgeschlossen werden.

Neuesten Untersuchungen zufolge können auch mikroseismische Wellen ein “tieffrequentes Erdbrummen” auslösen – das aber ebenfalls für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist.

Außerdem, so Dunning weiter, höre sich das natürliche Impuls-Frequenzspektrum der Atmosphäre (“Knacken, Knistern, Zirpen”) völlig anders an als jene Geräusche, die “Brummton”-Betroffene schildern.

Viel eher passten deren Beschreibungen auf Ohrgeräusche oder auf das, was der Umweltakustiker James P. Cowan 2003 in der Stadt Kokomo/Indianapolis als “Brummtöne” messen und identifizieren konnte: nämlich die Soundkulisse von einem Kompressor und einigen Lüftern örtlicher Industriebetriebe.

Dunnings Fazit:

Es gibt keinen ,Hum’. Jedenfalls kein Phänomen, das sämtliche Berichte von Ohrenzeugen weltweit übereinstimmend erklären und deshalb mit einem gemeinsamen Begriff versehen werden könnte.”

Höchst wahrscheinlich komme eine Vielzahl von Ursachen zusammen, die von geologischen Prozessen über akustische Halluzinationen bis hin zu banalem Umweltlärm reichten:

Yes, it’s possible that most of these cases share the same cause, but it’s much more likely that very few of them do.”

Zum Weiterlesen:

27 Kommentare zu “Das Brummton-Phänomen”


  1. 1 ttt 5. Januar 2015 um 11:57

    Das mit dem Hochfahren und wieder zurück hört sich für mich gewaltig nach Schwebung an.

    Da ist mMn nicht nur eine Quelle im Spiel.

    Ich hatte vor einigen Jahren mal solche auf- und wieder abschwellenden Töne in meiner Wohnung die sich nach einigem Suchen als Mischgeräusch zweier Festplatten herausgestellt haben deren Geräusche sich von Frequenz und Lautstärke so ähnlich waren, daß sich wunderschöne, regelmäßig wiederkehrende Schwebungen gebildet haben.

    Es war auch garnicht so leicht, die Quelle zu orten – einerseits war das Geräusch relativ leise und recht niederfrequent (ok, ist schon fast 20 Jahre her, da drehten Festplatten noch um einiges langsamer) und andererseits war es ja die Mischung aus Geräuschen von 2 örtlich getrennten Quellen.

  2. 2 Robert 6. Januar 2015 um 08:15

    Kurze OT-Anmerkung: der Verweis auf rechtskräftig verurteilte Betrüger wie Brian Dunning erweist meiner Meinung nach der Anhängerschaft kritischen Denkens einen Bärendienst. Wir geben vor, Betrug und Scharlatanerie zu bekämpfen, aber wenn einer “von uns” es macht, ist es egal? Das ist unredlich.

    Ich jedenfalls sehe rein ethisch zwischen Granderwasser-Verkauf und Klickzahl-Betrug bei Ebay keinen wesentlichen Unterschied. Dunning ist ein Lügner, Betrüger und Scharlatan. Dass er zu eher technischen und weniger esoterischen Werkzeugen gegriffen hat, um seinen Betrug durchzuführen, tut nichts zur Sache. Als “Skeptiker” und insbesondere als seriöse Quelle ist er jedenfalls nicht mehr tragbar.

  3. 3 Beobachter 6. Januar 2015 um 13:28

    Kleiner Kommentar-“Rückfall” zu “Kritisches Denken in allen Bereichen”/Redlichkeit und

    @ Robert:

    “Wir geben vor, Betrug und Scharlatanerie zu bekämpfen, aber wenn einer “von uns” es macht, ist es egal? Das ist unredlich.”
    “Als “Skeptiker” und insbesondere als seriöse Quelle ist er (Brian Dunning) jedenfalls nicht mehr tragbar.”

    Sehe ich auch so.

    http://www.vermarktercheck.de/news/top-affiliate-in-den-usa-zu-5-monaten-haft-wegen-cookie-dropping-verurteilt/

  4. 4 sinister 6. Januar 2015 um 17:13

    Inwiefern hat denn seine Verurteilung auf das, was er zum Thema Brummton-Phänomen sagt, eine Auswirkung?

    Ich finde damit macht man es sich zu einfach..

  5. 5 Bernd Harder 6. Januar 2015 um 17:19

    @sinister:

    Ich stelle mir gerade vor, wie empört – und völlig zu Recht – Homöopathen reagieren würden, wenn Skeptiker “argumentieren” würden, Homöopathie sei deswegen Unsinn, weil es mit einiger Sicherheit homöopathische Ärzte gibt, die Steuern hinterziehen oder bei der Promotion geschwindelt haben und vielleicht sogar deswegen verurteilt worden sind.

  6. 6 Piepsi 6. Januar 2015 um 23:32

    Na hoffentlich stehen da nicht zufällig irgendwo Windräder in der Nähe, sonst hör ich die Infraschall-Hypochonder schon wieder quäken (ähnlich wie bei Handymasten-Hysterikern)…

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/wind-turbine-syndrome-krank-vor-angst-vor-infraschall-a-890407.html

  7. 7 Beobachter 7. Januar 2015 um 07:43

    Dass diese Argumentation kommt, habe ich mir schon gedacht.
    Natürlich hat das Thema Brummton bzw. haben Dunnings Erkenntnisse dazu nichts mit Tatsache zu tun, dass er ein verurteilter Betrüger ist.
    (Und verurteilt ist er nur worden, weil er so “blöd” war, sich erwischen zu lassen?)
    Das macht seine Brummton-Erkenntnisse nicht falsch und nicht zum Unsinn – das hat auch niemand behauptet.

    Wenn man jedoch als “Skeptiker” erklärtermaßen aufklären und Verbraucherschutz betreiben will (in ausgewählten Bereichen wie Esoterik, Pseudowissenschaften, Paramedizin), kann man nicht gleichzeitig in anderen Bereichen selbst planmäßig betrügen (kein “Einzelfall/Versehen”).
    Das führt die eigene skeptische Haltung ad absurdum, zeugt von Unredlichkeit und macht die betreffende Person zu Recht unglaubwürdig und angreifbar – und somit “unseriös”, auch als “Quellenlieferant”.
    Erklärter “Skeptizismus” und planmäßiger Betrug schließen einander grundsätzlich aus – wie auch z. B. eine “Skeptiker”-Mitgliedschaft eine NPD-/AfD-Mitgliedschaft grundsätzlich ausschließen würde.
    Beide Haltungen sind nicht miteinander vereinbar und nicht getrennt voneinander zu sehen/zu beurteilen – jedenfalls meiner Meinung nach.
    Oder ist es “naiv”, bei erklärten “Skeptikern” einen klaren Standpunkt und so etwas “Altmodisches” wie Redlichkeit vorauszusetzen/zu erwarten?!

    Und es ist nie ein akzeptables, wirkliches “Argument”, zu sagen/zu vertreten:
    Wenn A (hier z. B. “Hoaxilla”) etwas für richtig hält, können/müssen wir als B (hier z. B. “GWUP”) es auch für richtig halten.

    Zu Brian Dunning (Wikipedia – übersetzt):
    http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=http://en.wikipedia.org/wiki/Brian_Dunning_%28author%29&prev=search

  8. 8 Splendor Splendid 7. Januar 2015 um 08:01

    Nun, die, wie Sie es formulieren, “Infraschall-Hypochonder” könnten evtl. sogar Recht haben, muss man mal abwarten: http://www.uni-muenchen.de/informationen_fuer/presse/presseinformationen/2014/drexl_gehoersinn.html (den Link auf den kompletten Artikel finden Sie ganz unten).

    Noch eine persönlich Erfahrung zu dem Thema: während eines Urlaubs in einem norddeutschen Ort konnte ich nachts, auch ohne aufzustehen und aus dem Fenster zu schauen, feststellen, ob sich das Rad einer in der Umgebung stehende Windkraftanlage nun drehte oder nicht (hat vermutlich mehr oder weniger genau die Resonanzfrequenz des Dachgebälks getroffen).

  9. 9 Bernd Harder 7. Januar 2015 um 09:50
  10. 10 Gisander 7. Januar 2015 um 14:43

    @ Splendor Splendid:

    Interessant, kann aber anstatt mit Infraschall auch ganz einfach mit Schall zu tun haben. Möglicherweise haben Sie nicht die Hauptfrequenz des sich drehenden Windrades wahrgenommen, sondern die einer aufmodulierten Oberschwingung.

    Die Strömungsverhältnisse an Windradblättern sind jedenfalls für manche Überraschung gut.

    Ich kenne die für einen Stadtbewohner erstaunliche Ruhe, die in abgelegenen Regionen herrschen kann, auch ganz gut, und in diesem Zusammenhang auch die Hellhörigkeit für ungewohnte Geräusche, die man dabei entwickelt.

    Wer einmal in tiefster Nacht an einem einsamen Ort stundenlang still am Teleskop saß, kann das sicher nachvollziehen.

  11. 11 es brummt! 7. Januar 2015 um 14:54

    Hier zur Abwechslung mal die Schilderung eines Betroffenen:

    Seit einigen Jahren schon plagt mich genau der geschilderte Brummton mal mehr, mal weniger; monatelang ist Stille, dann wieder ist es so laut, daß ich nachts davon wach werde.

    Meist brummt es nur zu bestimmten Uhrzeiten, außerhalb meiner Wohnung ist nichts zu hören (was gegen einen Tinnitus spricht). In der Wohnung aber ist es überall gleich laut, was akustisch zumindest unwöhnlich ist (Beschallungstechniker wissen, wie schwierig eine homogene Tieftonwiedergabe in Innenräumen ist).

    Ein paar Wochen nach Beginn dieser Brummton-Belästigung war ich schon so genervt, daß ich in der Nachbarschaft Zettel in die Briefkästen warf mit der Frage, ob das noch jemand hört, oder ob irgendwo neuerdings nachts ein Motor brummt (Klimaanlage o.ä.).

    Witzigerweise hatte ich mit “… wie ein großer Dieselmotor im Leerlauf” genau die Beschreibung gewählt, die ich viel später auch bei anderen Brummton-Opfern im Internet lesen konnte.

    Dass “The Hum” ein weltweites “Phänomen” mit Wikipedia-Eintrag ist, habe ich tatsächlich erst nach zwei Jahren entdeckt, anläßlich eines WDR-Berichtes über eine Rentnerin, die lange Zeit von einem Brummen belästigt wurde, was zuletzt auf Resonanzen in der Ventilationsanlage der Sparkassenautomaten drei Häuser weiter (!) zurückgeführt werden konnte.

    Da wurde die Ursache gefunden, weil auch Andere den Brumm hören konnten.

    Leider bin ich hier tatsächlich der Einzige, der dieses Geräusch hört! Ich habe mit Tontechnik beruflich zu tun, leider sind aber auch alle Versuche einer Aufzeichnung (selbst mit hochwertigstem Aufnahme-Equipment) kläglich gescheitert.

    Ohrenärzte sind ebenfalls überfragt, die kennen sich mit Hochton-Verlust aus, aber nicht mit Tiefton-Überempfindlichkeit, auch gibt es keinerlei Möglichkeit, sowas meßtechnisch zu untersuchen; die übliche Reaktion schon bei Erwähnung des Wortes “Brummen” ist: “…gehen Sie zum Psychiater!”.

    Mein Brummton ist aber in keiner Weise Streß-/Müdigkeits-/Befindlichkeitsabhängig und reagiert auch nicht auf Medikamente oder Alkohol.

    Es brummt einfach, oder auch nicht. Hmm.

  12. 12 Splendor Splendid 8. Januar 2015 um 09:20

    @ Bernd Harder

    Die erwähnte Untersuchung ist ja erst ein paar Monate alt, dürfte sich also noch gar nicht so recht herumgesprochen haben (Wikipedia bezieht sich ja auf Quellen älteren Datums).

    Das Resultat war wohl auch für die beteiligten Wissenschaftler etwas überraschend (kenne zufällig diesen oder jenen von ihnen), ist aber messtechnisch offensichtlich reproduzierbar.

    Ob, und wenn ja welche Auswirkungen in medizinischer Hinsicht auftreten können, war ja zunächst nicht das Thema.

    Das hat natürlich auch zuvörderst nicht speziell mit dem angesprochenen „Brummton-Phänomen“ zu tun, ich habe den Artikel nur erwähnt, weil Piepsi etwas von „Infraschall-Hypochondern“ schrieb, was angesichts solcher Ergebnisse vielleicht doch etwas zu kühn und voreilig ist.

    @ Gisander

    Vielleicht haben Sie recht, wenngleich es sich wohl nicht um Schall in (meinem) Hörbereich gehandelt hat, denn draußen habe ich rein akustisch nichts mitbekommen (habe leider in meiner Freizeit normalerweise weder Frequency-Analyzer noch Mikros dabei, um so etwas genauer zu untersuchen).

    Meine anekdotische Erfahrung, frei nach Wilhelm Busch: „Ein Rotor wird nicht schön gefunden, weil oft mit Vibration verbunden.“ sollte nun auch nicht verallgemeinert werden, zeigt aber, dass die Dinger ein Individuum durchaus irritieren können, ohne dass dieses gleich ein Hypochonder sein muss.

    Außerdem liest es sich vielleicht dramatischer als es tatsächlich war, denn schlafen habe ich trotzdem können. Es fiel mir nur auf.

    Apropos Wikipedia:

    vor kurzem begann ein Neurobiologe seinen Vortrag an der LMU mit einem Zitat aus derselben und fügte nach einer kleinen Kunstpause hinzu: “Nun darf man nicht alles glauben, was in der Wikipedia steht.”

  13. 13 Beobachter 8. Januar 2015 um 10:36

    Sorry, nochmal zum “Quellen-Problem”:

    Es ist hier offensichtlch keiner Diskussion wert (obwohl es mehrfach angesprochen wurde), ob es tatsächlich egal ist, einen verurteilten Betrüger als “Quelle” hinzuziehen zu dürfen/sollen/können.

    Nahezu gleichzeitig werden an anderer Stelle (zusätzliche) Quellen wie BUND, Greenpeace, Wikipedia als (zumindest) “ideologisch”, nicht wissenschaftlich genug abgelehnt und von vornherein ausgeschlossen:

    https://blog.gwup.net/2014/12/21/klima-realitatsverlust-in-der-deutschen-politik/

    ” … Gereenpeace und BUND als Quelle?
    Dann informierst Du Dich bestimmt auch beim Thema Impfen bei Hanz Tolzin, das hat ähnliche “Qualität”. … ” (PeterD)

    ” … Dann bitte ich Sie, mir peer-reviewed wissenschaftliche Quellen (nicht Greenpeace, BUND oder auch Wikipedia) zu nennen, … ” (Amardeo Sarma)

    Wikipedia wird hier oft zitiert, auch von Bernd Harder (siehe oben), Norbert Aust, u. v. a.

    Mir stellen sich die Fragen:
    Sind Informationen von einem verurteilten Betrüger “akzeptabler” als die von Greenpeace, BUND, Wikipedia ?
    Wie ist das mit der “Seriosität”/”Qualität” von “Quellen” ?

  14. 14 Bernd Harder 8. Januar 2015 um 11:08

    @Beobachter:

    << Sind Informationen von einem verurteilten Betrüger “akzeptabler” als die von Greenpeace, BUND, Wikipedia ? Wie ist das mit der “Seriosität”/”Qualität” von “Quellen” << Wir werden über diese Frage schlicht keine Einigkeit erzielen. Noch einmal: Was hat Dunnings Haftstrafe mit der "Qualität" seiner länger zurückliegenden Recherchen zum Brummton-Phänomen zu tun? Es geht ja nicht darum, ihn zum Skeptiker-Ehrenmitglied zu ernennen. Soll ich künftig bei jeder Quelle, die ich zitieren will, erst mal ein polizeiliches Führungszeugnis einholen? Dann wird sich die Zahl der Beiträge hier drastisch reduzieren. Selbst ich habe die internationale Skeptiker-Szene nicht so im Blick, dass ich auf Anhieb alles über jede Person wüsste - hätte ich den Artikel nach Roberts Kommentar löschen sollen, an dem ich fast zwei volle Tage gearbeitet habe? Im Gegensatz dazu besteht bei " Greenpeace, BUND" zumindest der Verdacht (ich persönlich sage nicht, dass dem so ist!), dass sie bei bestimmten/einigen Themen mehr ideologisch als faktisch argumentieren.

  15. 15 klauszwingenberger 8. Januar 2015 um 11:21

    Die Metadiskussion über Dunnings Quellenqualität halte ich für ziemlich überflüssig.

    Betrug ist, das wird man leider anmerken müssen, nicht etwas, was eine kleine Minderheit tut. Es ist wahrscheinlich eines der meistverbreiteten Delikte überhaupt, und das mit einer winzigen Aufklärungsquote.

    In der Versicherungswirtschaft kursieren Studien, aus denen sich ergibt, dass etwa jeder dritte gemeldete Schadensfall in der Schadensversicherung VN-freundlich frisiert ist.

    Von dem Sündenpfuhl des Steuerrechts ganz abgesehen. Wenn wir von dem Zufallskriterium der Überführung absehen, gäbe es hiernach praktisch keine integere Quelle mehr.

    Also macht mal halblang und bleibt bei der Sache. Schließlich argumentieren wir mir Resultaten, nicht mit Köpfen.

  16. 16 Beobachter 8. Januar 2015 um 14:54

    @ Bernd Harder:

    Wir werden in dieser Frage wohl tatsächlich verschiedener Meinung bleiben.

    Denn man kann m. E. keine Betrüger entlarven wollen, wenn man selber einer ist – auch und gerade als erklärter “Skeptiker”.
    Das ist keine Frage der Recherche-Qualität, sondern der persönlichen Integrität und Redlichkeit; den Begriff “Moral” wage ich schon gar nicht in den Mund zu nehmen …

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch; ich schätze Ihre Arbeit und Ihr Engagement sehr, Sie hätten auch nichts löschen sollen/müssen, und das mit dem polizeilichen Führungszeugnis ist Quatsch.
    Mich hat es “nur” sehr erstaunt bis geärgert, dass über die Betrüger-Qualitäten des B. Dunning nachträglich so lapidar hinweggegangen worden ist.

    Eine andere Sache ist die mit BUND, Greenpeace und Wikipedia als (zusätzliche) seriöse Quelle; da ist man sich offensichtlich auch unter Skeptikern nicht ganz einig – muss ja auch nicht sein.
    Jedenfalls lasse ich mir nicht vorschreiben, ob ich sie als akzeptable Quelle (unter anderen) nutzen darf oder nicht.

    @ klauszwingenberger:

    Ich halte sie nicht für überflüssig.
    Denn Resultate/Argumente entspringen Köpfen – und der Kopf gehört zum Menschen insgesamt.
    Resultate/Argumente sind m. E. nie ganz unabhängig von der Person, ihrer Haltung/Intention/ihres Umfeldes.

    Ansonsten beschreiben Sie sehr treffend die gängige Realtät.
    Betrügereien sind wenig geahndete Kavaliersdelikte.
    Mit hat mal ein verantwortlicher, filialleitender Betriebswirt eines großen, bundesweiten Sozialverbandes (!) ins Gesicht gesagt: “Man dürfe schon bescheißen, aber halt nicht so blöd sein und sich erwischen lassen.”
    Er bezog sich dabei nicht auf geringfügige Schummeleien von “sozial Benachteiligten”, sondern auf einen führenden lokalen Parteikollegen, der wegen größeren Betrugs im Knast saß.
    Und je besser man als potentieller Betrüger juristisch beraten wird (und dazu das nötige Geld für Fachanwälte hat), desto geringer die Wahrscheinlichkeit, erwischt/verurteilt zu werden.

    So isses …

  17. 17 Bernd Harder 8. Januar 2015 um 14:56

    @Beobachter:

    < < Denn man kann m. E. keine Betrüger entlarven wollen, wenn man selber einer ist - auch und gerade als erklärter "Skeptiker". << Ich sehe bei Dunning nicht explizit den Anspruch, Betrüger entlarven zu wollen. "Skeptoid" befasst sich mit modernen Mythen: http://skeptoid.com/

  18. 18 Beobachter 9. Januar 2015 um 05:37

    @ Bernd Harder:

    Nicht nur mit modernen Mythen; das soll nur ein Teilbereich sein.

    http://skeptoid.com/
    ” … Each weekly episode focuses on a single phenomenon — an urban legend, a paranormal claim, alternative therapy, or something just plain stupid — that you’ve heard of, and that you probably believe in. Skeptoid attempts to expose the folly of belief in non-evidence based phenomena, and more importantly, explains the factual scientific reality. … ”

    http://en.wikipedia.org/wiki/Brian_Dunning_%28author%29
    ” … Quackery medical modalities … ”

    Auch mit “alternativen Therapien” – und dort tummeln sich jede Menge Betrüger …
    Man komme mir nicht damit, dass alle Behandler/Vermarkter, die mit sog. “alternativen Therapien/Mitteln” behandeln/sie vertreiben, auch selbst daran (an ihre Quacksalberei und deren Wirksamkeit) glauben.
    Dann wären z. B. Jim Humble und Joao de Deus “nur” “verirrte Seelen” … – und das sind sie m. E. mitnichten.

    Und ich bezweifle auch ganz erheblich, dass alle Hersteller/Vertreiber von/Behandler mit z. B. Homöopathika sich selbst oder ihre Familie bei ernsthaften Erkrankungen homöopathisch behandeln (lassen) würden.

    All diesen Leuten geht`s nur um`s Geschäft bzw. Geld … – und da macht offensichtlich auch ein berühmter “Skeptiker” wie z. B. Dunning keine Ausnahme.
    Und diese Tatsache sollte man nicht einfach ignorieren …

  19. 19 Ralf 9. Januar 2015 um 17:50

    @es brummt
    Als ich diverse Berichte über das Brummtonphänomen hörte, hatte ich eine Weile auch das Gefühl ein “Brummen” nächtlich wahrzunehmen (können) und ich lebe in einer ländlichen Region, in der man nachts die Flöhe husten hört; es war sogar etwas unheimlich.

    Ich denke, man kann dieses “brummen” hören, wenn man sich darauf konzentriert und oder es hören will…

    …mein “Brummen” war, wie wenn ein Dieselmotor in weiter Ferne laufen würde…vielleicht lief auch ein Mähdrescher in weiter Ferne ;-)

  20. 20 Ralf 9. Januar 2015 um 18:04

    …jetzt bin ich etwas “erschrocken”…

    ich gebe zu das ich den Artikel und auch den Kommentar von “es brummt!” nur überflogen hab’ *schäm*

    ich hab’ eben versucht das “Brummen” zu beschreiben und mir fiel der Vergleich eines “Dieselmotors” ein und jetzt lese ich, das im Artikel und auch bei dem Kommentar von “es brummt!” davon die Rede ist…jetzt wird es noch unheimlicher :-)

    Ich dachte damals wirklich, daß es sich um einen “Mähdrescher” handelt, da auch manchmal in der Erntezeit, auch spät abends noch von den Bauern gedroschen wird – aber nicht nachts, denke ich jedenfalls ;-)

  21. 21 The 9. Januar 2015 um 19:48

    @Ralf
    Doch, auch die ganze Nacht, je nach Wetterbedingungen macht das auch Sinn.

    Ich kenne es aus der Region um den Plöner See so, dass unheimlich beleuchtete Riesenmaschinen wirklich durchgehend unterwegs sind.

    Soweit ich von Argarbloggern weiß, ist das aber D- weit verbreitet.

  22. 22 Ralf 9. Januar 2015 um 22:52

    @The
    Das weiß ich ;-)

    Nun wäre die Frage, ob es in Regionen mit dem “Brummtonphänomen” viele Getreideäcker gibt…

    …ich möchte hier noch betonen, daß ich volles Verständnis für diese “Ruhestörung” habe, denn das Getreide ernährt uns und unsere Nutztiere (von denen wir uns auch ernähren)…

  23. 23 Ralf 21. April 2015 um 21:59

    Mein letztes “Brummton-Phänomen” war Sonntag-auf-Montag-Nacht, aber dieses Brummen war von höherer Frequenz, aber natürlich immer noch im niederfrequenten Bereich ;-)

    Aber nach einiger Zeit bin ich doch eingeschlafen…das “Brummen” wurde auch durch vorbeifahrende LKW’s unterbrochen, die nach dem sonntäglichen Nachtfahrverbot, um so toller fuhren…warum sie durch die “Pampa” Deutschlands fahren, wird wohl nie geklärt sein; die A3 möchte doch Niemand umfahren? ;-)

  24. 24 Ina 11. August 2015 um 16:45

    Hallo Zusammen,

    hier eine kurze Geschichte, die dagegn spricht, dass es sich um ein medizinisches/psychisches Problem handelt:

    Mein Ex-Freund und ich konnten fast zwei Jahre lang immer wieder beide in unregelmäßigen Abständen den “Brummton” wahrnehmen, dessen Frequenz auch uns an einen Dieselmotor im Leerlauf erinnerte.

    Freunde sagten damals aus, dass sie den Ton nicht hören konnten.

    Seit wir nach der Trennung beide in andere Wohnungen umgezogen sind, hat keiner von uns jemals wieder das Brummen gehört.

    Es muss sich also um ein lokales Phänomen (z.B. Oberleitungen) gehandelt haben.

    @ Ralf:
    Nicht verzeifeln; mit Dir ist mit Sicherheit alles in Ordung!

    VG
    Ina

  25. 25 Brigitte Götz 18. Januar 2016 um 16:36
  26. 26 Bernd Harder 18. Januar 2016 um 20:01
  27. 27 Brigitte Götz 12. Mai 2016 um 13:14

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