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Video: Schrödingers totlebendige Katze ganz lekker erkärt

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SPON stellt heute den Youtube-Kanal LekkerWissen vor.

Er wird von zwei Physik-Studenten betrieben, die Erklärvideos zu komplexen physikalischen Themen erstellen, etwa zu Schrödingers totlebendiger Katze:

Zum Weiterlesen:

  • Physik einfach erklärt: Klappe auf, Katze tot, Spiegel-Online am 4. Januar 2015
  • Die totlebendige Katze, GWUP-Blog am 12. August 2013
  • Ein Quantum Schwachsinn, GWUP-Blog am 10. April 2011

8 Kommentare

  1. Hier möchte ich aber doch zwei Dingen zum schön gemachten Video ergänzen:

    1) Superposition verhält sich manchmal wie „wir wissen nicht genau, ob es jetzt zerfallen oder nicht zerfallen ist“.

    Aber es ist fundamental doch etwas viel tiefgreifenderes als nur eine mathematische Beschreibung unseres unvollständigen Wissens.

    2) „Erst durch Messung entscheidet sich das Ergebnis“ (kollabiert die Wellenfunktion).

    Mag sein, aber wir sind dafür nicht nötig.

    Die Katze „misst“ selbst (ob es z.B. nach Zyankali riecht), der Geigerzähler macht Messungen usw. Einfach durch die Größe des Systems finden ständig Wechselwirkungen statt, die im Grunde schon Messungen sind.

    Deswegen beruhen ja viele der Experimente, die Superposition oder Verschränkung in der Quantenmechanik hervorheben darauf, dass die Systeme perfekt präpariert und von ihrer Umgebung getrennt werden müssen.

  2. Ja, genau, dem „Bewußtsein“ wird bei der Messung eine zu große Bedeutung zugeschrieben; wie Philippe Leick schrieb, misst das System sich selbst, durch die Wechselwirkungen, denen es unterworfen ist.

    Vor allen Dingen bestand die Welt schon, als es noch keine bewußten Lebewesen auf der Erde gab.

    Manche lösen diesen Widerspruch durch „alte außerirdische Wesen“, die seit Anbeginn des Universums existieren oder ganz einfach durch die Existenz eines Gottes.

    Auch ist eine Superposition nicht nur das Nichtwissen eines (Quanten)Zustandes, sondern eine eigene Qualität – es ist nicht ein „Entweder-Oder“, sondern ein „Darüberhinaus“…

  3. Zur „Vielwelteninterpretation“ kann ich nur sagen: „Why not?“

    Warum sollte eine „Entscheidung“ eine Relevanz haben?…Für mich war der Glauben an Gott relevant, da ich glaubte Gottes Existenz hätte eine Relevanz bzgl der Gerechtigkeit.

    Die „Vielwelteninterpretation“ bedeutet eine „Superposition“ unserer Existenz…oder vielmehr hinterfragt sie unsere Existenz…

    sind wir bereit uns als eindimensionale Personalität zu definieren…oder sehen wir uns lieber in einer „Superposition“? ;-)

  4. @ Trixi
    Was Sie schreiben, kann man nur unterstreichen.

    Die Wissenschaft scheint sich wirklich behaupten zu müssen und kann nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen, dass sie ernst genommen wird.

    Was man im Bekanntenkreis so zu hören bekommt – Studien sind dann per se gefakt, bezahlt, interessengesteuert, irgendeine Lobby steckt immer dahinter, aber der überschaubare Horizont des Heilpraktikers/Schamanen/Homöopathen ist so viel ernst zu nehmender/wahrer – ist schon erschreckend.

  5. „The Walking Dead“ ist natürlich klasse, aber ich mag „Sons Of Anarachy“…ist zwar nicht „wissenschaftlich“, aber ich mag die „Gruppendynamik“ und das aus „Böse“, „Gut“ werden kann, wenn es der Gruppe dient…

    ich glaube, dieser Mechanismus ist sehr archaisch und ich hab‘ das auch hier, vor einigen Jahren, schon einmal im Kommentar-Bereich versucht zu erläutern…bin gerade zu müde, um das zu suchen…

  6. Isn’t it „süss“?
    http://img90.imageshack.us/img90/8881/by5.png
    (Das ist eigentlich kein Witz, sondern ein erlaubter Formalismus der Schrödinger-Gleichung, bzgl der Katze)
    Nun ja, auch wenn mein Gehirn sich sträubt (in der fortgeschrittenen Stunde), will ich doch versuchen den Artikel von „trixi“ zu kommentieren…;-)
    An der ursprünglichen „Versuchsordnung“ ändert sich nichts, es ist immer noch der „Schrödinger-Gleichung“ unterworfen (siehe Bild ;-))
    Aber man kennt heute das Phänomen des Quantenradierers, dh man Zustände zurückführen auf einem Nullpunkt, in der die Schrödinger-Gleichung einsetzt.
    …und wie ich schon seit langem hier „predige“ verlieren Zeit und Raum ihre Bedeutung, da wir uns auf „Quantenebene“ bewegen, die „Jenseits“ von Zeit und Raum ist; denn sie war nach dem Urknall und vor der Entfaltung von „Raum und Zeit“.

  7. Ein kleiner Nachtrag:
    Wer jetzt vielleicht denkt…toll, da sind doch „Zeitreisen“ nur eine Frage der Zeit, dem kann ich nur das reale Beispiel nennen:
    Quanten tunneln jede Millisekunde eine „fast“ undurchdringliche Potentialbarriere:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tunneleffekt
    Aber, wie oft schafft es ein Mensch sich durch eine Wand zu „tunneln“? Auch wenn dies nicht unmöglich ist, sondern extrem unwahrscheinlich, denn je größer die Masse und auch, je störanfälliger das System ist, um so unwahrscheinlicher ist es.
    Aber trotzdem, es sind faszinierende Einblicke in die „wirkliche“ Welt, die uns Quantenphänomene zeigen.

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