„Ekelhafte Lobbyistenaktivität“: Münsteraner Kreis zu den Heilpraktiker-Vorwürfen

Das “Münsteraner Memorandum Heilpraktiker” (online hier) sorgt für Wirbel – bei Spiegel Online war ein Beitrag darüber gestern der meistgeteilte.

Erwartungsgemäß schlagen in den Kommentarspalten die Wogen hoch, wo die üblichen Verschwörungstheorien und Lobbyismus-Vorwürfe wild durcheinander purzeln.

Auch dem Präsidenten des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker fällt in der Süddeutschen wenig mehr dazu ein, als dass es der Expertengruppe “ausschließlich” darum gehe, “unliebsame Konkurrenz loszuwerden”.

Das ist Wunschdenken vonseiten der Alternativmedizin, dass sie so wichtig ist. Wenn Heilpraktiker, Homöopathen und Co. wirklich eine ernsthafte ökonomische Konkurrenz für die großen Interessengruppen im Gesundheitswesen wären, würde der Widerstand dagegen ganz anders aussehen”,

erklärt dazu einer der federführenden Hauptautoren des Memorandums, Dr. Christian Weymayr.

Wir haben den Biologen, Wissenschaftsjournalisten und Presse-Ansprechpartner des Münsteraner Kreises zu den immerselben Anwürfen befragt. Das ausführliche Interview gibt es im Skeptiker zu lesen, der im September erscheint.

Darin nimmt Weymayr auch Stellung zu den zahlreichen Verweisen von KAM-Verfechtern (Komplementär-Alternative Medizin) auf die Schwächen und Begrenzungen der akademischen Medizin, wie zum Beispiel „MRSA-verseuchte Krankenhäuser“, „unnötige Operationen“ oder “ärztliche Kunstfehler“:

All das spricht nicht für Heilpraktiker, sondern gegen die Fehlertoleranz in der akademischen Medizin. Auch die Qualität der akademischen Medizin muss immer weiter verbessert werden.

Kommentatoren, die uns, also den Mitgliedern des Münsteraner Kreises, Lobbyarbeit für die Schulmedizin unterstellen, sollten bedenken, dass wir alle ausgewiesene Kritiker auch der “Schulmedizin” sind. Ich selbst habe beispielsweise das Buch „Mythos Krebsvorsorge“ mitverfasst und verstehe ohnehin nicht, wieso jeder Deutsche im Durchschnitt 17 Mal im Jahr zum Arzt geht.

Wie auch immer: Unsere Expertengruppe analysiert das Gesundheitswesen aus einer dezidiert wissenschaftsorientierten Perspektive. Und damit geraten wir automatisch auf Konfrontationskurs mit unwissenschaftlichen Entwicklungen in der der Wissenschaftlichkeit verpflichteten Medizin.”

Als Projektleiter des IGeL-Monitors ist Weymayr seit langem auch ein ausgewiesener Kritiker von Individuellen Gesundheitsleistungen.

Das Münsteraner Memorandum Heilpraktiker wendet sich ausdrücklich auch gegen ärztliche KAM-Anbieter. Anschuldigungen, der Münsteraner Kreis wolle Heilpraktiker als Konkurrenz zu ärztlichen “Alternativ”-Anbietern verdrängen, sind schlicht absurd.

In dem Papier heißt es:

So sollten aus unserer Sicht Verfahren der Alternativmedizin überhaupt keinen Platz in der wissenschaftsorientierten Versorgung haben, da dies als wissenschaftliche „Adelung” des gerade Nicht-Wissenschaftlichen erscheinen muss, und zwar selbst dann, wenn diese Verfahren lediglich ergänzend eingesetzt werden.

Hier gilt: Ein der Patientenversorgung verpflichtetes Gesundheitssystem muss von unbelegten und überzogenen Heilsversprechen gänzlich freigehalten werden.“

Die Pressemitteilung der Uni Münster betont:

Die Arbeit der Gruppe wurde nicht von Dritten finanziell unterstützt, und die Mitglieder sind frei von Interessenkonflikten.”

Zur vielzitierten Heilpraktikerprüfung, die von Kommentatoren als Garant für eine “fundierte Ausbildung” und für “professionelle Heilkunde” angeführt wird, sagt Weymayr:

Was an Heilpraktikerschulen gelehrt wird, ist bestenfalls ein Kratzen an der Oberfläche – zumal keinerlei wissenschaftlich fundierte, standardisierte oder kontrollierte Ausbildung vorgeschrieben ist. Angehende Heilpraktiker können sich auf die verlangte Prüfung auch autodidaktisch vorbereiten, ohne je einen Patienten zu sehen.

Weder die Lerninhalte noch die Prüfungsfragen werden der Komplexität des heute bekannten Krankheitsspektrums auch nur im Entferntesten gerecht.

Dass man mit diesem rudimentären Wissen – wobei man hier „Wissen“ in ganz dicke Anführungsstriche setzen muss – Diagnosen stellen und fast alle im ärztlichen Beruf angesiedelten Tätigkeiten ausüben darf, ist für uns nicht akzeptabel.”

Auch gehe es keineswegs nur um ein paar “schwarze Schafe”, wie sie jeden Berufsstand verunzieren, oder um individuelle Behandlungsfehler von einzelnen Heilpraktikern, sondern:

Die gesamte Konstruktion des Heilpraktikerwesens ist von Grund auf falsch. Auf diesen Fehler des Systems müssen wir fokussieren.”

Im Memorandum ist die Begründung so formuliert:

Während die wissenschaftsorientierte Medizin in ihren Diagnose-, Therapie- und Präventionskonzepten grundsätzlich rational überprüfbar sein will und ihre kontinuierliche wissenschaftliche Weiterentwicklung und Verbesserung anstrebt, das heißt fortschrittsfähig ist, bewegt sich das Heilpraktikerwesen überwiegend in einer Parallelwelt mit eigenen, meist dogmatisch tradierten Krankheits- und Heilkonzepten.

Je nach Lehre enthalten diese mehr oder weniger wissenschaftlich unbegründete oder unhaltbare Elemente.

Vielfach handelt es sich dabei um Glaubensüberzeugungen, von denen viele wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen oder durch die moderne Medizin empirisch widerlegt sind.“

Und all denjenigen, “die wir nicht überzeugen”, empfiehlt Weymayr das „Berufsbild des Heilpraktikers“ zur Lektüre, welches die Heilpraktikerverbände verabschiedet haben:

Das ist ein echter Augenöffner.”

Zum Weiterlesen:

  • Gegenwind für Heilpraktiker – Expertenkreis fordert: Entweder Zusatzqualifikation oder ganz abschaffen! medscape am 21. August 2017
  • “Irrsinn”: Soll der Heilpraktiker-Beruf in Deutschland abgeschafft werden? stern.de am 22. August 2017
  • „Unhaltbare Krankheitskonzepte“: Interview mit Prof. Bettina Schöne-Seifert, Deutschlandfunk am 22. August 2017
  • Alternativmedizin: Ruf nach konsequentem Patientenschutz, Ärztezeitung am 21. August 2017
  • Abschaffen oder reformieren: GWUP unterstützt Appell zur umfassenden Neuregelung des Heilpraktikerwesens, GWUP-Blog am 21. August 2017
  • Die Medizin ist krank – und die Homöopathie ihr Symptom, Die Erde ist eine Scheibe am 21. Juli 2017

68 Kommentare zu “„Ekelhafte Lobbyistenaktivität“: Münsteraner Kreis zu den Heilpraktiker-Vorwürfen”


  1. 1 Martina Rheken 22. August 2017 um 18:28

    In der aktuellen Diskussion um den Beruf des Heilpraktikers, dessen Ausbildung und Qualifikation hat sich auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe eingeschaltet und ihre bereits früher geäußerte Kritik an diesem Berufsstand erneuert:

    http://www.aekwl.de/index.php?id=123&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1233&cHash=7703284540395ab2bb6e5fae3ace77bf

  2. 2 Joseph Kuhn 22. August 2017 um 18:29

    “Lobbyarbeit” ist es ja, was der Münsteraner Kreis gemacht hat: Lobbyarbeit für die Vernunft. Warum das “ekelhaft” sein soll, verstehe ich allerdings nicht.

    Dass die Heilpraktiker auf Qualitätprobleme in der Medizin hinweisen, ist wiederum o.k., allerdings müssten sie konsequenterweise dann für die Münsteraner Erklärung sein, damit die gravierenden Qualitätsprobleme bei der eigenen Profession endlich ein Ende haben, statt ein Gewohnheitsrecht auf unqualifizierte Quacksalberei einzufordern.

  3. 3 RPGNo1 22. August 2017 um 19:17

    Wir erleben momentan bei vielen Heilpraktikern und den Anhängern dieser “Heilkunst” einen klassischen Fall von “whataboutism”. Statt sich an die eigene Nase zu fassen, wird auf die vermeintlichen und auch echten Verfehlungen der EbM verwiesen.

  4. 4 Joseph Kuhn 23. August 2017 um 08:38

    In der Süddeutschen Zeitung war vorgestern ein sehr lesenswerter Artikel von Kathrin Zinkant.

    Sie zitiert darin in aufschlussreicher Weise das Bundesgesundheitsministerium: das will in der Sache schlicht nichts unternehmen. Man kennt dort die Zahlen über die Sympathie der Bevölkerung für spukhafte Heilmethoden.

    Politik ist in erster Linie das Geschäft mit Macht und Mehrheiten, weniger das Geschäft mit der Wahrheit. Sich dem “Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden” – das fällt dann manchmal schwer.

  5. 5 noch'n Flo 23. August 2017 um 09:09

    @ Joseph Kuhn:

    “Gewohnheitsrecht auf unqualifizierte Quacksalberei”

    Herrliche Formulierung, muss ich mir merken.

  6. 6 Udo Endruscheit 23. August 2017 um 10:05

    Die Heilpraktiker suchen ihr Heil in der durchsichtigsten aller Abwehrstrategien: Mit dem Finger auf andere zeigen und dazu “haltet den Dieb!” rufen. Und dabei zu einer sinnvollen Artikulation wirklicher Kritikpunkte nicht in der Lage sein – oder nicht willens, weil all das dann vollends auf einen selbst zurückfallen würde?

    Dass es Kritikern um die Sache selbst und nicht um Interessen und Pfründe gehen könnte, versteht man offenbar nicht – das ist, wie ich auch schon persönlich erfahren dürfte, nichts Neues.

    Die Forderungen des Münsteraner Kreises sind ein Teil der Bemühungen um eine bessere Medizin insgesamt: Konsequente EbM-Orientierung, sinnvolle Bündelung von Ressourcen, Setzen richtiger Anreize für alle Beteiligten, nachhaltige Stabilisierung des Gesundheitssystems.

    Dass all diesen Teilzielen – es gibt natürlich noch mehr – die Tolerierung einer (imaginären) “zweiten” neben der wissenschaftlichen Medizin diametral entgegensteht, führt jeden Kritiker des Gesundheitswesens zwangsläufig zur Heilpraktikerproblematik.

    Kritik am Heilpraktikerwesen ist daher kein Selbstzweck, sondern legitimer und notwendiger Teil eines Eintretens für ein sinnvolles und vernunftgegründetes Gesundheitswesen insgesamt.

  7. 7 noch'n Flo 23. August 2017 um 11:22

    @ Udo Endruscheit:

    “Mit dem Finger auf andere zeigen und dazu “haltet den Dieb!” rufen.”

    Ist doch bestens erprobt, wurde in Deutschland jahrelang an freilaufenden Ausländern getestet: “Die klaun unsre Jooobs!”
    (siehe auch: https://www.youtube.com/watch?v=kTAoLDfK-FI)

  8. 8 crazyfrog 23. August 2017 um 13:54

    “Im letzten Jahrhundert gingen manche Milieus in Deutschland den Weg vom wundergläubigen Katholizismus direkt in die Esoterik, ohne Umweg über die Aufklärung – vor allem im Gesundheitswesen, wo Menschen immer wieder vor der Situation stehen, dass es Krankheiten gibt, gegen die man bislang nichts ausrichten kann (vgl. Ist Religion ein Instinkt?).

    Das führte dazu, dass sich eine “Parallelmedizin” etablierte, die “Komplementäre und Alternative Medizin (KAM)”. Wer mit ihr Geld verdienen will, der muss nicht erfolgreich Medizin studieren, sondern bislang lediglich in einer vergleichbar unaufwendigen Prüfung glaubhaft machen, dass er die Gesundheit der Menschen, die ihn bezahlen, nicht gefährdet.

    Danach darf er dann das Prädikat “staatlich anerkannter” Heilpraktiker führen, aus dem der irreführende Eindruck entstehen kann, hier würde es sich um Personen handeln, deren Heilfähigkeiten mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen wurden.”

    https://www.heise.de/tp/features/Clash-zwischen-gefaehrlicher-Pseudowissenschaft-und-Selbstbestimmung-3810514.html

  9. 9 crazyfrog 23. August 2017 um 13:59

    Herrlich: “undifferenzierte Generalkritik”, “einseitige Meinungsäußerung sogenannter Experten”

    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=71146

    Keiner dieser Vögel hat das Memorandum gelesen oder ist intellektuell fähig, inhaltlich darauf einzugehen.

  10. 10 Bernd Harder 23. August 2017 um 14:05

    @crazyfrog

    Gelesen hat der eine oder andere es anscheinend schon – aber die sind offenkundig nicht in der Lage, es zu reflektieren.

    Es bleibt bei der üblichen Filterblasen-“Argumentation”, die typisch ist für ein völlig von der Realität abgeschottetes System:

    “Dabei informieren sowohl die Heilpraktiker selbst als auch die Verbände, wie etwa der BDH, ganz offen und intensiv zu den Behandlungsmethoden, deren wissenschaftliche Grundlagen und Anerkennung.”

    Kleiner Schönheitsfehler: Es gibt für die allermeisten HP-Verfahren keinerlei “wissenschaftliche Grundlagen” und auch keine “Anerkennung” außerhalb der HP-Zunft.

    “Seit dem Jahre 2012 gibt es das verbandsübergreifende „Fortbildungszertifikat für Heilpraktiker“, ein System zur Dokumentation der Fortbildungsaktivitäten.”

    Ja klar – Heiplpraktiker bilden Heilpraktiker fort, genau so stellt sich dieser Verband anscheinend Qualitätssicherung vor.

    https://www.bdh-online.de/bdh-weist-kritik-an-heilpraktiker-beruf-in-deutschland-zurueck-2/

  11. 11 Monika Jansen, Homöopathin 23. August 2017 um 19:32

    “Ja klar – Heiplpraktiker bilden Heilpraktiker fort, genau so stellt sich dieser Verband anscheinend Qualitätssicherung vor.”

    Wie ist es denn bei den Ärzten, dort lehren Professoren an Unis die von der Pharmaindustrie finanziert werden ? Was soll denn da raus kommen? eine neutrale Meinung ? wohl kaum. Schade ist, das die Studenten es meist nicht wissen und daher auch nicht in Frage stellen.

    Ansonsten ist es schon richtig, man kann nur von denjenigen lernen die etwas wissen.
    Das beginnt bei kleinen Kindern, die lernen halt von ihren Eltern.
    Schüler von den Lehrern,usw.
    Es wird Wissen weiter gegeben, das ist wichtig, ansonsten geht ganz viel davon verloren.
    In allen Ländern gab und gibt es immer noch Menschen die sich mit Naturheilkunde befassen, ob es nun Medizinmänner sind oder Heilpraktiker.

    Mein Basaliom ist jedenfalls durch Homöopathie verschwunden, ich bin froh, so musste ich nicht noch mal operiert werden.
    Ich tue alles dafür das es so bleibt.
    Hat die Schulmedizin hier auch präventiv etwas zu bieten? nicht das ich wüßte.
    Die Natur bietet uns ganz viel, wollen die Gegner hier das alles weg werfen ?????? Was soll das also?
    Sollte man nicht im Sinne des Patienten handeln und versuchen alles mögliche zu seiner Heilung bzw. Linderung der Beschwerden beitragen??

  12. 12 Bernd Harder 23. August 2017 um 19:54

    @Monika Jansen:

    “Wie ist es denn bei den Ärzten, dort lehren Professoren an Unis die von der Pharmaindustrie finanziert werden?”

    Der entscheidende Unterschied wird im Memorandum klar benannt:

    Bei ärztlichen Fortbildungen wird aktuelles evidenzbasiertes (geprüftes) Wissen weitergegeben. Heilpraktiker, die Heilpraktiker “fortbilden”, geben Voodoo von einer geschlossenen Filterblase in eine andere geschlosene Filterblase weiter.

    Zweitens werden Unis nicht von “der Pharmaindustrie” finanziert und auch nicht die Professoren, die dort lehren.

    Drittens werden in dem Memorandum (steht übrigens auch in dem Beitrag, den Sie gerade kommentieren) auch die Schwächen und Fragwürdigkeiten der akademischen Medizin benannt und kritisiert, darunter auch die partielle Geräte- und Pharmafixierung.

    Gerne noch einmal: Was Sie gerade tun, nennt man “Whataboutism” und wurde von Herrn Endruscheit bereits kommentiert: Auf die Schwächen “der anderen” zu zeigen, macht das eigene Tun um keinen Deut besser.

    “Was soll denn da raus kommen? eine neutrale Meinung ? wohl kaum.”

    Es geht bei Fortbildungen nicht um “Meinungen”, sondern um Wissen und Fakten. Haben Sie schon mal eine Uni bzw. einen Studiengang Medizin von innen gesehen? Können Sie darüber so ohne weiteres urteilen?

    “Ansonsten ist es schon richtig, man kann nur von denjenigen lernen die etwas wissen.”

    Also definitiv *nicht* von Heilpraktikern …

    “In allen Ländern gab und gibt es immer noch Menschen die sich mit Naturheilkunde befassen, ob es nun Medizinmänner sind oder Heilpraktiker.”

    Danke, dass Sie so ehrlich sind und Heilpraktiker mit Medizinmännern gleichstellen. Mehr sind sie in der Tat auch nicht.

    Das Problem ist, dass weder Homöopathie noch die meisten Heilpraktiker-Methoden etwas mit “Naturheilkunde” zu tun haben:

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/kurz-erklaert/145-argument-die-homoeopathie-ist-doch-naturheilkunde

    “Mein Basaliom ist jedenfalls durch Homöopathie verschwunden.”

    “Durch” Homöopathie ist es sicher nicht verschwunden, sondern allenfalls parallel dazu:

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/40-mir-hat-die-homoeopathie-aber-geholfen
    “ich bin froh, so musste ich nicht noch mal operiert werden.”

    Dem kann man entnehmen, dass Sie eine wissenschaftsbasierte Medizin in Anspruch genommen haben, den Heilerfolg aber ausschließlich der Homöopathie zuschreiben. Das ist eine nicht korrekte Schlussfolgerung.

    “Hat die Schulmedizin hier auch präventiv etwas zu bieten?”

    Die Homöopathie hat jedenfalls gar nichts “präventiv” zu bieten, sondern ist laut Lehre eine reine und ausschließliche Symptombehandlung.

    “Die Natur bietet uns ganz viel, wollen die Gegner hier das alles weg werfen?”

    Niemand hier hat etwas gegen Naturheilkunde. Nur hat – wie schon gesagt – Homöopathie gar nichts und Heilpraktiker-Mumpitz weitgehend nichts mit Naturheilkunde zu tun.

    “Sollte man nicht im Sinne des Patienten handeln und versuchen alles mögliche zu seiner Heilung bzw. Linderung der Beschwerden beitragen?”

    Exakt das ist das Leitbild der Evidenzbasierten Medizin.

  13. 13 Monika Jansen, Homöopathin 23. August 2017 um 20:25

    @ Bernd Harder
    Schauen sie doch mal hier Herr Harder:
    Zweitens werden Unis nicht von “der Pharmaindustrie” finanziert und auch nicht die Professoren, die dort lehren.
    Pharma-Firmen an der Uni Künftige Ärzte trainieren ihr Lobby-Immunsystem
    Aus Spiegel online: vom 15.10.12:
    Sie bezahlen Dozenten für Vorträge und schließen Partnerverträge mit Unis: Viel Geld fließt von Arzneimittel-Firmen an Hochschulen. Doch Medizin-Studenten lernen nur selten, wie die Tricks der Konzerne funktionieren. Einige künftige Ärzte rüsten sich jetzt für den Kampf gegen die Pharma-Lobbyisten.Der Anästhesist Joachim Boldt war mal eine ganz große Nummer in der deutschen Spitzenmedizin. Chefarzt am Klinikum Ludwigshafen, bei Kongressen und an der Uni Gießen als hervorragender Redner bekannt. Leider tischte er seinem Publikum oft Unfug auf, wahrscheinlich des Geldes wegen……. LESEN SIE SELBST

    Noch zum Basaliom:
    Zuerst hatte ich mich der Schulmedizin anvertraut und es wurde operativ entfernt. Nach 4 Wochen begann es aber wieder zu wachsen, dann habe ich es mit miasmatischer Homöopathie weg bekommen. Also ist es DURCH die Homöopathie verschwunden.

    Ich bin mir ganz sicher, das Sie sich noch nie die Mühe gemacht haben die Homöopathie zu verstehen, oder haben Sie schon mal das Organon oder “Die chronischen Krankheiten” von Hahnemann gelesen???

    Aber nichts für ungut, ich wünsche Ihnen das Sie nie einen Heilpraktiker nötig haben, daher viel Gesundheit

  14. 14 Bernd Harder 23. August 2017 um 20:38

    @Monika Jansen:

    Der Spiegel-Artikel ändert erst einmal nichts an meiner Aussage, dass Unis und deren Professoren nicht von “der Pharmaindustrie” finanziert werden.

    Dass es solche Zuwendungen gibt, leugnet ja niemand, im Gegenteil. Der entscheidende Satz ist:

    “Einige künftige Ärzte rüsten sich jetzt für den Kampf gegen die Pharma-Lobbyisten.”

    Das heißt, die Problematik ist bekannt und wird öffentlich kritisiert – auch von den Autoren des Heilpraktiker-Memorandums, aber auch darauf bin ich ja bereits mehrfach eingegangen.

    “dann habe ich es mit miasmatischer Homöopathie weg bekommen. Also ist es DURCH die Homöopathie verschwunden.”

    Ganz sicher nicht. Sie verwechseln eine Korrelation mit Kausalität. Homöopathie bringt nichts zum Verschwinden, da sie keinerlei Wirkung hat.

    “Ich bin mir ganz sicher, das Sie sich noch nie die Mühe gemacht haben die Homöopathie zu verstehen, oder haben Sie schon mal das Organon oder “Die chronischen Krankheiten” von Hahnemann gelesen???”

    Habe ich.

    Und haben Sie sich umgekehrt mal die Mühe gemacht, sich mit fundierter Kritik an der Homöopathie auseinanderzusetzen, zum Beispiel

    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/

    Danke für Ihren guten Wünsche, aber ich werde zu keinem Zeitpunkt, bei keinem wie auch immer gearteten Krankheitszustand, einen Heilpraktiker aufsuchen.

    Und “nötig” hat absolut niemand einen Heilpraktiker.

  15. 15 Monika Jansen, Homöopathin 23. August 2017 um 20:52

    Gut, dann haben Sie vielleicht den Organon und ” die chronischen Krankheiten” gelesen, was ich dennoch bezweifle. Aber falls doch
    haben Sie wohl nichts verstanden.
    Ist aber auch schwierig, denn die Schreibweise Hahnemanns läßt sich schwer lesen.

    Und “nötig” hat absolut niemand einen Heilpraktiker.
    Seltsam, das dennoch so viele Menschen gute Erfahrungen machen.

    Das was Sie mir vorwerfen: Whataboutism
    machen Sie doch auch.
    Aber das möchte ich nicht, das ist ja wie im Kindergarten,
    “der hat aber angefangen”

    Noch mal zum Basaliom oder auch andere Geschichten:
    Das WEGSCHNEIDEN eines Smyptoms ist keine Heilung.
    Das was die Beschwerde hervorgebracht hat, Tumor, Warzen, Narbenbildung etc. ist durch WEGSCHNEIDEN keineswegs beeinflußt
    Einer meiner Lehrer sagte einmal:
    Warum kann die Schulmedizin keine Kopfschmerzen heilen?
    Antwort: man kann den Kopf nicht abschneiden,

  16. 16 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:03

    @Monika Jansen:

    “Aber falls doch haben Sie wohl nichts verstanden.”

    Wir verstehen heute, mehr als 200 Jahre später, sehr gut, warum Hahnmanns Konzept nicht funktioniert und auch nicht funktionieren kann – unter anderem, weil es so etwas wie Naturgesetze gibt sowie wissenschaftliche Erkenntnisse, von denen Hahnmann nichts wusste und nichts wissen konnte.

    Erschreckend ist nur, dass wir es heute besser wissen und trotzdem Homöopathen die Werke Hahnmanns immer noch als eine Art Bibel betrachten.

    Genau das ist die Kritik im Memorandum:

    “Während die wissenschaftsorientierte Medizin in ihren Diagnose-, Therapie- und Präventionskonzepten grundsätzlich rational überprüfbar sein will und ihre kontinuierliche wissenschaftliche Weiterentwicklung und Verbesserung anstrebt, das heißt fortschrittsfähig ist, bewegt sich das Heilpraktikerwesen [und die Homöopathie] überwiegend in einer Parallelwelt mit eigenen, meist dogmatisch tradierten Krankheits- und Heilkonzepten.”

    “Einer meiner Lehrer sagte einmal: Warum kann die Schulmedizin keine Kopfschmerzen heilen? Antwort: man kann den Kopf nicht abschneiden.”

    Sorry, aber wenn *das* an Heilpraktikerschulen gelehrt wird, wundert mich nichts mehr. Das ist kein mittelalterliches Verständnis von Krankheit und Heilung, sondern ein infantiles.

    “Das WEGSCHNEIDEN eines Smyptoms ist keine Heilung.”

    Die vollständige Entfernung des Tumors ist aber die Voraussetzung für die Heilung. Was vermuten Sie denn, wie Patienten nach der Entfernung eines Basalzellkarzinoms geheilt werden, die keine Globuli nehmen? Sterben die alle Ihrer Meinung nach?

  17. 17 Monika Jansen, Homöopathin 23. August 2017 um 21:05

    Ich möchte hier auch niemanden bekehren, das Homöopathie besser sei als Schulmedizin, das liegt mir fern.
    Man sollte zusammen arbeiten, zugunsten des Patienten.
    Aber ich finde es schlimm das es andersherum wohl so statt findet.
    Was wollen Sie eigentlich?
    Wenn manchen Menschen durch Naturheilkunde und Homöopathie geholfen wird, das ist doch gut.
    Es sind sowieso meist Menschen die von der schulmedizinischen nichts mehr zu erwarten haben weil sie es schon lange vergeblich versuchten.
    Das die Alternativen hier auf altes Wissen zurück greifen können ist doch gut, das es noch Menschen gibt die dieses Wissen haben.
    In den Niederlanden hat man z.B. das Problem mit MRSA nicht so wie bei uns. Das kommt daher weil man dort schon lange viel vorsichtiger mit Antibiotika Gaben umgeht. Dort rät der Arzt erst einmal zu abwarten und empfiehlt Hausmittelchen. Dieses Wissen wird aber an den Hochschulen wohl nicht ausreichend weiter gegeben, schade.
    Außerdem gibt es immer mehr Krankheiten für die es keine wirksamen Antibiotika gibt, siehe Gonorrhoe, und was dann? elendig zugrunde gehen? ja dann, bleibt einem wohl nichts anderes übrig??
    Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Apothekenangestellten, sie berichtete mir, das man im Leitungswasser Rückstände von den Antibiotika findet, je nach Verschreibungspraxis ist es in einer Region das eine und in der anderen Region das andere Antibiotika.
    Die Menschheit zerstört sich selbst, aber keiner will es wissen.

  18. 18 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:15

    @Monika Jansen:

    Sie geben sich die Antwort im Grunde selbst:

    “Das die Alternativen hier auf altes Wissen zurück greifen können ist doch gut, das es noch Menschen gibt die dieses Wissen haben.”

    Dieses “alte” Wissen ist schlicht gesagt falsches, weil überholtes Wissen. Hahnemann wusste nichts von Krankheitserregern, Umwelteinflüssen, Zivilisationskrankheiten etc.pp.

    Das Organon ist eine medizinhistorische Kuriosität, aber keine praxistaugliche Anleitung für das 21. Jahrhundert:

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/kurz-erklaert/188-argument-homoeopathie-ist-altes-wissen

    “In den Niederlanden hat man z.B. das Problem mit MRSA nicht so wie bei uns. Das kommt daher weil man dort schon lange viel vorsichtiger mit Antibiotika Gaben umgeht.”

    Gerne noch einmal: Die systembedingten Schwächen der akademischen Medizin sind ein Argument für “bessere” Medizin – nicht für “Alternativ”-Medizin.

    Aktuelle Probleme mit altem Aberglauben lösen zu wollen, wird nicht funktionieren.

    “Dort rät der Arzt erst einmal zu abwarten und empfiehlt Hausmittelchen.”

    Gerne noch einmal: “Hausmittelchen” sind keine Homöopathie und kein Heilpraktiker-Voodoo. Und “Abwarten” empfehlen auch die Autoren des Heilpraktiker-Memorandums, ich gehe davon aus, Sie haben das Interview wirklich gelesen? Dort heißt es:

    “Ich verstehe ohnehin nicht, wieso jeder Deutsche im Durchschnitt 17 Mal im Jahr zum Arzt geht.” [anstatt einfach mal abzuwarten].

    “Wenn manchen Menschen durch Naturheilkunde und Homöopathie geholfen wird, das ist doch gut.”

    WENN ihnen geholfen wird, was ja so gar nicht stimmt:

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/19-wer-heilt-hat-aber-doch-recht-faq

    “Was wollen Sie eigentlich?”

    Patienten und die Gesellschaft vor Schaden bewahren, der Ihnen womöglich gar nicht bewusst ist. Hier eine Auflistung der Schäden durch Pseudomedizin:

    http://blog.gwup.net/2015/10/02/pseudomedizin-die-schaden-sind-vielfaltig-und-verheerend/

  19. 19 Joseph Kuhn 23. August 2017 um 21:29
  20. 20 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:31

    “Studie deckt auf: Mit Alternativmedizin sterben viele Krebspatienten früher als nötig.”

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/standpunkte/245-studie-deckt-auf-mit-alternativmedizin-sterben-viele-krebspatienten-frueher-als-noetig

  21. 21 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:35

    @Joseph Kuhn:

    Sehr gut, danke.

  22. 22 Monika Jansen, Homöopathin 23. August 2017 um 21:39

    @ Bernd Harder:
    uuups, hab da was gefunden, Quelle:
    http://gwup-skeptiker.blogspot.de
    Quelle: Bernd Harder, “Mietmäuler” und Co., 02.05.2012, GWUP-Blog

    … und bestätigt damit gleich zwei Thesen dieses Blogs: 1. Er verlinkt auf strafrechtlich relevante Inhalte des anonymen Internetprangers EsoWatch.com, der die deutsche Justiz (wie schon erwähnt) zivil- und strafrechtlich beschäftigt. 2. Seine Aussagen erfüllen die Bedingungen dessen, was Juristen unter Schmähkritik verstehen („Die Schmähkritik ist eine Äußerung, durch welche eine Person verächtlich gemacht werden soll und bei der es nicht mehr um eine Auseinandersetzung in der Sache geht“ – Quelle: Wikipedia). Eine sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung ist nicht einmal im Ansatz erkennbar.
    Was Bernd Harder verschweigt
    Interessant ist, dass Bernd Harder den Anlass seines Blogbeitrags falsch und stark verfremdet wiedergibt……………………..

    da mag ich jetzt nicht mehr mit Ihnen schreiben

  23. 23 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:39

    @Monika Jansen:

    “Außerdem gibt es immer mehr Krankheiten für die es keine wirksamen Antibiotika gibt, siehe Gonorrhoe, und was dann? elendig zugrunde gehen? ja dann, bleibt einem wohl nichts anderes übrig??”

    Wie kommen Sie denn darauf? Was wir brauchen, sind neue Antibiotika

    http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=66225

    oder wirksame Alternativen dazu:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/georgische-phagen-als-antibiotika-ersatz-15014341.html

    Was wir absolut nicht brauchen, sind wirkungslose Zuckerkügelchen oder ähnlicher Unsinn.

  24. 24 Bernd Harder 23. August 2017 um 21:49

    @Monika Jansen:

    Da sind Sie einer bezahlten Verleumdungskampagne der Homöopathie-Lobby auf den Leim gegangen. Die Hintergründe zu diesem Herrn und seinen Äußerungen können Sie hier nachlesen:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/homoeopathie-lobby-im-netz-schmutzige-methoden-der-sanften-medizin-1.1397617

    Daran können Sie sehen, dass es mit der “sanften” Alternativmedizin und ihrer angeblich heilen Welt in der Realität nicht weit her ist.

    Die Vorgehensweise der bezahlten Homöopathie-Lobbyisten ist mindestens ebenso beklagenswert wie die der konventionellen Pharmaindustrie. Dafür haben Sie ein sehr schönes Beispiel im Netz gefunden.

    “da mag ich jetzt nicht mehr mit Ihnen schreiben.”

    Offen gesagt enttäuschen Sie mich jetzt. Ich hätte Ihnen zugetraut, selbst urteilen zu können, anstatt blind irgendwelchen Online-Unsinn zu glauben.

    Oder haben Sie keine Argumente mehr und suchen einen Ausweg aus der Diskussion?

  25. 25 Martina Rheken 23. August 2017 um 21:54

    “Da sind Sie einer bezahlten Verleumdungskampagne der Homöopathie-Lobby auf den Leim gegangen.”

    Arme Monika – eine niederschmetternde neue Erkenntnis nach der anderen.

    Ich weiß, liebe Monika, wie das ist, wenn man plötzlich mit ganz neuen Tatsachen und Hintergründen konfrontiert wird.

    Ich verstehe auch sehr gut, dass man dann am liebsten die Diskussion mit einem “Ihr seid ja alle böse!”-Knalleffekt verlassen möchte.

    Aber tu dir selber den Gefallen und denk über die Argumente einfach mal nach.

    Es lohnt sich!

  26. 26 Bernd Harder 23. August 2017 um 22:05

    @Martina:

    Danke, aber es ist natürlich auch bezeichnend, dass man – anstatt nach Argumenten zu suchen – erst mal im Internet Material sucht, das man gegen die Person verwenden könnte.

    Umso schlimmer, wenn man dann auch noch auf bezahlte Mietmäuler reinfällt, über die man sich umgekehrt vorher noch lang und breit (“bezahlte Professoren”) echauffiert hat.

  27. 27 RPGNo1 23. August 2017 um 22:09

    @Bernd Harder
    “Oder haben Sie keine Argumente mehr und suchen einen Ausweg aus der Diskussion?”

    Natürlich sucht Monika einen Ausweg bzw. ein Schlupfloch. Argumente hatte sie schon in ihrem 2. Kommentar nicht mehr, da sie auf keine der vorgestellten Tatsachen eingegangen ist, sondern sich im Gegenteil als eifrige Anhängerin des “whataboutism” präsentiert hat.

  28. 28 Joseph Kuhn 23. August 2017 um 22:26

    @ Martina Rheken:

    “denk über die Argumente einfach mal nach. Es lohnt sich!”

    Für Frau Jansen nicht, als homöopathisch arbeitende Heilpraktikerin verdient sie ihr Geld damit, dass sie nicht über solche Argumente nachdenkt.

  29. 29 Bernd Harder 23. August 2017 um 22:32

    @RPGNo1:

    Dabei war ich noch sooo zurückhaltend …

    Wenn man Zeit und Lust hätte, müsste man jeden einzelnen Satz der Frau Jansen auseinandernehmen – davon hat so ziemlich gar nichts gestimmt, z.B. auch:

    “In den Niederlanden hat man z.B. das Problem mit MRSA nicht so wie bei uns. Das kommt daher weil man dort schon lange viel vorsichtiger mit Antibiotika Gaben umgeht.”

    Nö, das kommt von einer speziellen MRSA-Strategie, von der der AB-Verbrauch nur ein Teil ist:

    https://www.mrsa-net.nl/de/oeffentlichkeit/deutschland-und-andere-lander/mrsa-in-deutschland-und-in-andere-landern/731-warum-kommt-mrsa-in-den-niederlanden-viel-weniger-vor-als-in-deutschland

  30. 30 noch'n Flo 24. August 2017 um 08:19

    @ Monika Jansen:

    Wenn die Kassen in Deutschland den niedergelassenen Ärzten Schnelltests auf das C-reaktive Protein vergüten würden, könnte jeder Hausarzt vor einer Antibiotika-Verordnung innert 5 Minuten überprüfen, ob eine solche überhaupt erforderlich ist. Hier in der Schweiz funktioniert das sehr gut.

    Aber die deutschen Kollegen müssen ihre Blutproben leider ins Zentrallabor schicken, haben meist erst 1-2 Tage später einen Befund. Wenn es dann dem Patienten vom subjektiven Eindruck her schlecht geht, wollen viele nicht abwarten und geben vorsorglich ein Antibiotikum. Daher die vielen Verordnungen.

    Die grösste Fehlerquelle bei Antibiotikagebrauch sind jedoch mitnichten die Ärzte, sondern die Patienten selber. Über die Häflte setzt ihre Antibiotika nämlich zu schnell wieder ab, sobald eine kleine Besserung eingetreten ist.

    Wenn dann noch nicht alle pathogenen Keime im Körper abgetötet wurden, können sich die Überlebenden wieder vermehren und haben eine neue Information gewonnen – über das verwendete Antibiotikum. So etwas führt unweigerlich irgendwann zur Resistenzbildung.

  31. 31 RPGNo1 24. August 2017 um 08:35

    Christian Wilms fuchtelt wild mit den Armen und sagt: “Das Münsteraner Memorandum wimmelt von Fehlern”.
    http://www.dw.com/de/heilpraktiker-das-m%C3%BCnsteraner-memorandum-wimmelt-von-fehlern/a-40190176

  32. 32 Gast 24. August 2017 um 09:56

    Ob die Bewertungen echt sind?

    Und diesen Quatsch den Frau Monika Jansen da im Kommentar erzählt, unglaublich.

    Ich frage mich ja immer wie Scientology oder die Zeugen jeden Tag neue Anhänger finden, so langsam verstehe ich es, wenn ich hier die Kommentare von Frau Jansen lese. Homöopathie = 100% Zucker!

    ” Monika Jansen
    Heilpraktikerin

    https://www.jameda.de/heinsberg/heilpraktiker/klass-homoeopathie/monika-jansen/bewertungen/80391214_1/

    Kommentar von Frau Jansen:

    Vielen Dank für die freundliche und ehrliche Bewertung. Jede Beschwerde hat ihre Ursachen. Hier hat die Ursache eine tiefe innere Störung hervorgerufen!. Ein Laie ist hier nicht in der Lage die Ursache zu erkennen, das ist ein Spezialgebiet der klassischen Homöotherapie. Meist bieten kleine Homöopathie-Ratgeber keine Hilfe. So hat die Mutter richtig gehandelt und zum Wohle des Kindes sehr zeitnah professionelle Hilfe gesucht. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.”

  33. 33 RPGNo1 24. August 2017 um 13:36

    @Monika
    Zitat: “Wie ist es denn bei den Ärzten, dort lehren Professoren an Unis die von der Pharmaindustrie finanziert werden ?”

    Googeln Sie mal nach Harald Walach und/oder der Europa-Universität Viadrina (EUV).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Walach
    https://de.wikipedia.org/wiki/Europa-Universit%C3%A4t_Viadrina#Institut_f.C3.BCr_transkulturelle_Gesundheitswissenschaften_und_Kritik_der_Hochschulstrukturkommission

    Das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der EUV hat eine Stiftungsprofessur, die von der Biologische Heilmittel Heel GmbH finanziert wurde, einem der größten deutschen Hersteller für Homöopathika. Wie verträgt sich das mit Ihrer Kritik an den “pharmafinanzierten Unis”?

    Und ja, das war jetzt ein ganz bewusstes “whataboutism”.

  34. 34 bernd 24. August 2017 um 17:16

    Das mit den Phagen klingt ja echt spannend.
    Frage: Kolloidales Silber war ja vor dem Penecillin auch im Einsatz. Warum wird das hier im Blog skeptischer gesehen als die Phagen?

  35. 35 Bernd Harder 24. August 2017 um 17:26
  36. 36 Joseph Kuhn 24. August 2017 um 18:07

    In den Kommentaren zum ersten Artikel im Ärzteblatt bringen die Heilpraktiker interessanterweise vor allem das Argument vor, die Ärzte wollten unliebsame Konkurrenz ausschalten.

    Dieses Argument ist aufschlussreich, weil es zeigt, wie prioritär im Denken der Heilpraktiker das Geschäft ist. Und natürlich sind alle überzeugt davon, dass sie ihren Patienten helfen. Einfach so, weil die Kundschaft kommt.

    Nachfrage als Wirksamkeitsnachweis, das wäre der Traum der Pharmaindustrie.

  37. 37 Bernd Harder 24. August 2017 um 20:21

    Weymayr-Interview mit 100 Prozent Whataboutism in den Kommentaren:

    http://news.doccheck.com/de/184590/warum-gibt-es-ueberhaupt-noch-heilpraktiker/

  38. 38 Chefdruide 24. August 2017 um 21:29

    “Heilpraktiker: ein unzulässiger Beruf?”

    Hier noch ein Interview aus der heutigen Online-Ausgabe der SZ: Bettina Schöne-Seifert im Gespräch….
    _________________________________________________
    Alternative Medizin in der Kritik – Heilpraktiker: Ein unzulässiger Beruf?

    Das Heilpraktikerwesen gehört radikal reformiert oder abgeschafft: Das fordern 17 Wissenschaftler um Bettina Schöne-Seifert. Ein Gespräch mit der Initiatorin über das Problem mit Esoterikbehandlungen.

    http://sz.de/1.3639303

  39. 39 bernd 25. August 2017 um 07:35

    Danke an Bernd Hader für die Silber-Infos. Hält mich zwar nicht davon ab es weiter zu nehmen, aber ich weiß jetzt wie es ‘offiziell’ gesehen wird.

  40. 40 Dr. Jörg Berchem 25. August 2017 um 10:05

    Offener Brief an Frau Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert und den „Münsteraner Kreis“
    als Antwort auf deren Statement zu einer Neuregelung des Heilpraktikerwesens

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Sie bezeichnen sich als „interdisziplinäre Expertengruppe zu einer Neuregelung des Heilpraktikerwesens.“ Wenngleich Sie uns Ihre interdisziplinäre Heimat nicht näher offenbaren, fällt doch als erstes auf, dass unter Ihnen nicht ein einziger Heilpraktiker ist!
    Gewiss steht es Ihnen wie jedem anderen Bürger zu, eine Meinung zu äußern. Aber mehr als eine Meinungsäußerung ist es dann eben auch nicht.
    Stellen Sie sich einmal vor, ein Stammtisch von Heilpraktikern, Fußpflegern und Bademeistern würde sich erdreisten, „als Experten“ über das Arztwesen zu sprechen! – Warum aber maßen Sie sich an, über einen anderen Beruf als den Ihren zu urteilen und seine Abschaffung zu empfehlen? Zumal Sie ja wohl kaum als unbefangen bezeichnet werden können, denn offenbar empfinden Sie die „Aternative Medizin“ ja als Konkurrenz zum eigenen (ärztlichen oder akademisch medizinischen) Tun.
    Eine Expertengruppe setzt sich normalerweise zusammen aus unabhängigen, unbefangenen Menschen, die sich vielseitig über ein Thema informieren, und möglichst auch aus Betroffenen oder deren Vertretern.
    Und sogleich stellen sich die Fragen: Haben Sie überhaupt jemals mit einem Heilpraktiker gesprochen? Haben Sie jemals Kontakt aufgenommen mit einem der Berufsverbände der Heilpraktiker? Wissen Sie überhaupt, dass es diese gibt?
    Wer hat Ihnen eigentlich ein Mandat erteilt? Wer hat Sie überhaupt zu Ihrer Meinung gefragt? Was qualifiziert Sie eigentlich überhaupt, zu diesem Thema Stellung zu beziehen? Wer gibt Ihnen das Recht, über das Schicksal eines anderen Berufes entscheiden zu wollen?
    Und haben Sie mit Ärzten gesprochen, die Homöopathie und andere Ihrer Meinung nach „unwissenschaftliche“ und daher in Ihrer Logik zwangsweise „risikoreichen“ Methoden anwenden? Haben Sie mit den Zahnärzten gesprochen, die auch Heilpraktiker sind und über die Sie urteilen? Haben Sie gesprochen mit den Gesundheitsämtern, den Amtsärzten und Beisitzern, die für die Überprüfung zur Zulassung als Heilpraktiker zuständig sind, und diese Zulassung letztlich erteilen?
    Und vor allem: Haben Sie mit Patienten von Heilpraktikern gesprochen? Und wenn ja, nach welchen Kriterien haben Sie diese ausgewählt? – Wenn ich nach dem, was meine Patienten über Ärzte berichten, ein Pauschalurteil über Ärzte fällen wollte, könnte ich ein Plädoyer für die Abschaffung des Arztberufes leicht verfassen; aber zum Glück pauschalisiere ich nicht, wie Sie es tun, sondern betrachte jeden Einzelfall, arbeite auch gerne in Absprache und guter Kommunikaton mit behandelnden Ärzten, die sehr häufig übrigens kein Problem damit haben, dass ihre Patienten auch zum Heilpraktiker gehen.
    Haben Sie sich je mit den Curricula von Heilpraktikerschulen, den Fortbildungsangeboten der Berufsverbände und ihren Richtlinien und Qualitätsstandards befasst? Haben Sie jemals eines unserer Symposien, einen unserer Kongresse besucht?
    Kennen Sie alle Gesetzestexte, die juristischen Gutachten und Rechtsprechungen zum Thema?
    Ihre Veröffentlichung legt nahe, dass Sie das alles in keinster Weise ausreichend in Betracht gezogen haben.
    Haben Sie mit Juristen gesprochen, ob Ihre Empfehlungen überhaupt rechtlich durchsetzbar sind?Nicht nur das: Sie betonen die „Wissenschaftlichkeit der Medizin“; aber in Ihrem Text gibt es nicht einen einzigen Hinweis auf Quellen, nicht ein einziges Zitat, nicht eine einzige Fallbeschreibung, keinen Hinweis auf die angebliche Problematik, auf die Sie sich beziehen, außer einem:
    Sie führen als einzigen Fall den von den Medien voreilig und zu Unrecht hochgespielten Fall eines Heilpraktikers in Brüggen an, und behaupten unsachlich (selbst schreiben Sie “vermutlich”), dass durch diesen Behandler Patienten zu Schaden gekommen seien. Sie verschweigen aber, dass die Staatsanwaltschaft dergleichen nicht nachweisen konnte, dass die Verfahren eingestellt wurden und besagtem Heilpraktiker aus gutem Grund auch die Erlaubnis nicht entzogen wurde. – Also ist offensichtlich niemand zu Schaden gekommen und das winzige scheinbare Fundament Ihres Statements damit nicht existent. Spätestens hier sollte man eigentlich aufhören, den Buchstaben auf Ihrem Papier noch irgendeinen Wert beizumessen.
    Sie Schreiben von einer „Heilpraktiker-Problematik“ und einem „Kompetenzmangel der Heilpraktiker“, ohne dafür Belege zu liefern.
    In keinster Weise beschreiben Sie Ihr Vorgehen, wie Sie zum Beispiel, sich kundig gemacht haben, Studien betrieben, Befragungen durchgeführt, Meinungen eingeholt, und ein Pro und Contra abgewogen haben. Unwissenschaftlicher und auch unakademischer geht es überhaupt nicht mehr. Was bleibt, ist ein polemisches Pamphlet, das sich auf keinerlei Fakten stützt, von einer selbsternannten Expertengruppe ohne Mandat, die völlig irreale Forderungen stellt, und insgesamt kaum an Ignoranz und Überheblichkeit zu übertreffen ist.
    Wissen Sie eigentlich, dass zum Beispiel die Schweiz die „Alternative Medizin“ und Naturheilkunde gerade aufgrund einer Volksabstimmung rechtlich etabliert hat? Dass es Heilpraktiker weltweit immer in der ein oder anderen rechtlichen Form gegeben hat, gibt, und immer geben wird? Sehen Sie eigentlich nicht, dass das Heilpraktikergesetz, das in Deutschland diesen Beruf gesetzlich regelt, Patienten seit Jahrzehnten ausreichend vor dubiosen Behandlern (die eben keine Heilpraktiker sind) schützt und zugleich durch seine Formulierung Möglichkeiten und Chancen schafft, von denen zahlreiche Patienten massiv profitieren?
    Worin sehen Sie eigentlich den von Ihnen implizierten Handlungsbedarf begründet außer in Ihren eigenen Vorurteilen?
    Kennen Sie eigentlich die Unterschiede in den Beträgen der Haftpflichtversicherung für Ärzte und für Heilpraktiker? Ich beispielsweise zahle als Heilpraktiker mit invasiven Therapieverfahren 190, € im Jahr. Ein einfacher Hausarzt wird so eine Versicherung nicht unter 800,- € bekommen, die meisten Ärzte kostet ihre Haftpflichtversicherung einige Tausend Euro im Jahr. Wen schätzen die Versicherer hier wohl als größeres Risiko für Patienten ein, und das sicherlich nicht aufgrund von Vermutungen, sondern aufgrund von Fakten?
    Niemand wird gezwungen, sich von einem Heilpraktiker behandeln zu lassen. Es ist also die freiwillige Entscheidung, der ausdrückliche Wunsch und das Bedürfnis Hunderttausender jedes Jahr, sich von einem Heilpraktiker behandeln zu lassen. Wie beurteilen Sie dies, Frau Professorin für Medizin-Ethik Bettina Schöne-Seifert? Und wie die Tatsache, dass viele viele unserer Patienten Heilung und Linderung erfahren, nachdem ärztliche Kunst versagt hat? Wie ist dies ethisch zu bewerten? Und wie ist es ethisch einzuschätzen, den Menschen diese Wahlfreiheit und die Chance auf Gesundung nehmen zu wollen? Alternative Medizin ist nicht nur eine „Geschmackssache“, sondern auch eine Chance für viele, denen die dogmatisch akademische Medizin mit ihren Abhängigkeiten von Pharmakonzernen, Krankenkassen und wirtschaftlichen Erwägungen nicht helfen konnte. Sie bezeichnen diese Medizin als „wissenschaftlich“ und verschweigen, das, was heute noch als wissenschaftlich erwiesen gilt, morgen schon revidiert werden kann und meistens auch wird. Deshalb nenne ich diese Medizin „dogmatisch“, weil sie nichts anderes neben sich dulden will und ignoriert, dass sie selbst auch nur eine temporär gültige Lehrmeinung vertritt. So zu tun, als wären die Verordnungen und Anwendungen der gerade geltenden Lehrmeinung der akademischen Medizin das jeweils einzig beste Menschenmögliche und einzig Hilfreiche für alle Patienten, … das ist Irreführung! Und wie überheblich und nachweisbar falsch eine solche Implikation ist!
    Ist ein Lehrstuhl für Medizin-Ethik wirklich in dieser Zeit, in der die Menschen nichts an der wissenschaftlichen Medizin so sehr beklagen, wie ihre Inhumanität und ihr ethisches Versagen, wirklich richtig besetzt, wenn Sie sich, völlig gegen jedes öffentliche Interesse in einer absolut ignoranten und unwissenschaftlichen Weise, für die Abschaffung eines Berufes von Zehntausenden Menschen einsetzen, die Ihr Leben mit Herz und Verstand Ihren vielen Tausenden Patienten widmen? Und dann unterstellen Sie dann auch noch akademischen Medizinern, die z.B. Homöopathie und Akupunktur einsetzen, niedere Beweggründe dafür?
    Wissen Sie, dass im Siegel der Fortbildungen des Berufs- und Fachverbandes Freie Heilpraktiker e.V. folgende Begriffe zu finden sind: Verantwortung, Mitgefühl, Wertschätzung, Achtsamkeit … aber auch: Sorgfalt, Erfahrung und Wissen?
    Es bleibt mir völlig unklar, ob und wie Sie sich überhaupt mit dem Thema befasst haben. Ich bin mir sicher, dass Ihre Schmähschrift nach dem Sommerloch wieder in der dunklen Ecke verschwindet, aus der Sie sie hervorgebracht haben.
    Gern möchte ich ein wenig Licht in Ihre finstere und unwissende „Expertenwelt“ bringen. Lassen Sie uns in einen Diskurs treten, miteinander reden; damit Sie nicht nur über andere schreiben, sondern auch mal mit ihnen gesprochen haben. Und informieren Sie sich doch einmal bei denen, die wirklich über uns Bescheid wissen; zum Beispiel bei unseren Patienten.
    Als einen ersten Beitrag empfehle ich Ihnen diesen Link

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. phil. Jörg Berchem, M.A., M.sc.agr.
    Heilpraktiker
    und freiberuflicher Leiter des Fortbildungsprogramms
    beim Berufs- und Fachverband Freie Heilpraktiker e.V.

  41. 41 felix 25. August 2017 um 10:10

    Hallo Bernd
    Sind für Dich Cadmium, Plutonium, Seidelbast, Tollkirsche, Knolleblättepilz auch nur “offiziell giftig”? Mit dieser Einstellung kannst Du jederzeit ins Gras beißen.

    Felix

  42. 42 Bernd Harder 25. August 2017 um 13:47

    @Jörg Berchem:

    So viel Aufwand nur für den Versuch, einen Werbelink zu platzieren (Sie verstehen sicher, dass wir hier keine Heilpraktiker-Werbung veröffentlichen)?

    Um es kurz zu machen:

    Alle Ihre Fragen mit “Wissen Sie …, Haben Sie …, Kennen Sie …” haben eine klare Antwort: ja.

    Hätten Sie sich die Mitglieder des “Münsteraner Kreises” mal angeschaut, wüssten Sie das auch:

    http://www.muensteraner-kreis.de/mitglieder.html

    Die meisten Ihrer übrigen Fragen werden in diesen drei Interviews beantwortet, z.B.:

    “Wir sprechen uns in dem Text dafür aus, dass kranke Menschen nach wissenschaftlichen Standards behandelt werden sollen, dieses Kriterium erfüllen viele Heilpraktiken nicht.

    Wenn man sich diese Ausgangslage vor Augen führt, war es nur folgerichtig, die Verbände in unsere Arbeit nicht mit einzubeziehen. Das wäre so, als wollte man den Verkauf von Süßigkeiten ausgerechnet mithilfe der Zuckerindustrie reduzieren.

    Außerdem sind in unserem Kreis Experten, die früher selbst als Homöopathen gearbeitet haben und andere, die sich wissenschaftlich intensiv damit auseinandersetzen.”

    http://blog.gwup.net/2017/08/25/wir-sind-keine-lobby-initiatorin-prof-schone-seifert-zum-heilpraktiker-memorandum/

    http://blog.gwup.net/2017/08/22/ekelhafte-lobbyistenaktivitat-munsteraner-kreis-zu-den-heilpraktiker-vorwurfen/

    Zu Ihrem Hinweis auf die Schweizer Verhältnisse (seit wann wird die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von medizinischen Verfahren per Abstimmung entschieden – können Sie uns das noch beantworten?):

    https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/standpunkte/115-ueber-die-entscheidung-zur-homoeopathie-in-der-schweiz

    Der Satz hat mir am besten gefallen:

    “Ich beispielsweise zahle als Heilpraktiker mit invasiven Therapieverfahren 190, € im Jahr. Ein einfacher Hausarzt wird so eine Versicherung nicht unter 800,- € bekommen, die meisten Ärzte kostet ihre Haftpflichtversicherung einige Tausend Euro im Jahr. Wen schätzen die Versicherer hier wohl als größeres Risiko für Patienten ein, und das sicherlich nicht aufgrund von Vermutungen, sondern aufgrund von Fakten?”

    Einerseits die völlige Intransparenz des Heilpraktikerwesens (wir wissen nicht einmal, wie viele Heilpraktiker es überhaupt gibt) und die hohe Dunkelziffer an geschädigten Patienten (die, wie wir wissen, sich derart schämen für ihren Leichtsinn, dass sie lieber das Ganze totschweigen, anstatt dagegen vorzugehen) quasi zum Qualitätsmerkmal des Heilpraktikerwesens erklären …

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2017/07/15/versorgungsforschung-aufgewacht-was-machen-heilpraktiker-in-deutschland/

    http://www.huffingtonpost.de/anousch-mueller/heilpraktiker-patienten_b_10354352.html?utm_hp_ref=germany

    … und andererseits Ärzte, die eben nicht – wie Heilpraktiker – eine Patientenselektion vornehmen können (was bedeutet, dass “Alternativ”-Heiler als Gegenstand ihrer Methoden üblicherweise leichte oder chronische Krankheitsbilder oder Befindlichkeitsstörungen wählen, wo Erfolge einfach zu erzielen sind beziehungsweise sich ganz von selbst einstellen), sondern an die alle schwierigen und todkranken Fälle abgeschoben werden, mal eben so als Patienten-“Gefährder” darstellen.

    Mehr braucht man zu Ihrer “Argumentation” nicht zu sagen.

  43. 43 Martina Rheken 25. August 2017 um 14:31

    @Jörg:

    “Sie bezeichnen diese Medizin als „wissenschaftlich“ und verschweigen, das, was heute noch als wissenschaftlich erwiesen gilt, morgen schon revidiert werden kann und meistens auch wird. Deshalb nenne ich diese Medizin „dogmatisch“.

    Interessant.

    Und wie nennst du dann Homöopathie, Akupunktur und die meisten anderen Standardmethoden von Heilpraktikern?

    Wie kann etwas, das ständig neu diskutiert, überprüft, verworfen, verbessert wird (Wissenschaft) “dogmatisch” sein?

    Dogmatisch sind Methoden wie die genannten, die z.T. seit Jahrhunderten nahezu unverändert gelehrt und angewendet werden, owbohl sie allen modernen Erkenntnissen und unserem heutigen Wissensstand widersprechen.

  44. 44 Gast 25. August 2017 um 14:40

    Bei diesem Dr. Jörg Berchem handelt es sich um diesen ………., sowas darf Menschen behandeln. Scheinbar arbeitet unter einer Postfach! Adresse.

    Dr. phil. Jörg Berchem
    Heilpraktiker, Humanökologe

    Postfach 501706 !!!
    D – 50977 Köln

  45. 45 Bernd Harder 25. August 2017 um 14:40

    @Martina:

    Steht ja auch so im Memorandum – aber ich zweifele ernsthaft daran, dass der Herr Berchem das überhaupt gelesen hat, so wie er auch die Mitglieder und Expertisen des Münsteraner Kreises nicht zu kennen scheint, obwohl für jeden offen einsehbar.

    “Während die wissenschaftsorientierte Medizin in ihren Diagnose-, Therapie- und Präventionskonzepten grundsätzlich rational überprüfbar sein will und ihre kontinuierliche wissenschaftliche Weiterentwicklung und Verbesserung anstrebt, das heißt fortschrittsfähig ist, bewegt sich das Heilpraktikerwesen überwiegend in einer Parallelwelt mit eigenen, meist dogmatisch tradierten Krankheits- und Heilkonzepten.”

  46. 46 Bernd Harder 25. August 2017 um 14:43

    @Gast: Vielen Dank für Recherche und die Links – aber wie schon gesagt werde ich hier keine Links zu Heilpraktiker-Praxen, -schulen o.ä. veröffentlichen.

    Das ist dann doch zuviel der Ehre. Kann man ja googeln.

  47. 47 langsamdenker 25. August 2017 um 14:45

    @ Dr. Jörg Berchem

    Ich möchte Bernd und Martina noch ergänzen.

    Ihre Aussage:
    „Sie verschweigen aber, dass die Staatsanwaltschaft dergleichen nicht nachweisen konnte, dass die Verfahren eingestellt wurden und besagtem Heilpraktiker aus gutem Grund auch die Erlaubnis nicht entzogen wurde.“

    Dagegen steht diese Aussage:

    “Oberstaatsanwalt Axel Stahl sagte am Dienstag (15.08.2017) dem WDR, es sei nicht abzusehen, ob und wann Anklage erhoben werde. Die Gerichtsmedizin erforsche nach wie vor die Wirkung des verabreichten Präparates.”

    Kein Wort von einer Einstellung des Verfahrens. Worauf gründet Ihre Behauptung?

    Darüber hinaus:

    “Der Kreis Viersen hatte dem Heilpraktiker nach den Todesfällen untersagt, während der laufenden Ermittlungen im Kreisgebiet zu arbeiten. Das sogenannte Biologische Krebszentrum in Brüggen-Bracht wurde geschlossen.”

    Quelle für beide Zitate und mehr über den Hintergrund finden Sie hier: http://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/heilpraktiker-brueggen-kreis-wesel-100.html

    Laut Ihrer Homepage arbeiten Sie in Köln. Im Mai 2018 findet unsere Skepkon ebendort statt. Trauen Sie sich doch mal vorbei. https://www.skepkon.org/

  48. 48 hans 25. August 2017 um 14:55

    Hoffentlicht hat Bechem wenigstens diesen Satz gelesen:

    “Es wäre vergleichsweise undenkbar, „Brückenbau auf der Grundlage spiritueller Statik zuzulassen oder jemandem die Steuerung eines Flugzeugs anzuvertrauen, dessen ganze Kompetenz in einem erfolgreich absolvierten Workshop über die Sage des Ikarus besteht“.

    http://www.idea.de/gesellschaft/detail/vorwurf-heilpraktiker-sind-eine-gefahr-fuer-die-patientensicherheit-102174.html

  49. 49 Bernd Harder 25. August 2017 um 14:58

    @hans:

    Hätte mich jetzt auch gewundert, wenn es bei Idea nicht irgendeinen Haken an dem Artikel gäbe:

    “Für seinen Verband mit rund 100 Mitgliedern sei es zudem wichtig, aus christlicher Sicht zu beraten: „Wo es möglich ist, weisen wir auf Jesus und die Bedeutung des Glaubens für die Gesundheit hin.“

    Ähhmm, ja …

  50. 50 RPGNo1 25. August 2017 um 15:44

    Von Berchems Homepage: “Dr. Berchem studierte in Köln und Göttingen Afrikanologie, Malaiologie und Geologie sowie tropische Landwirtschaft und Entwicklungssoziologie. An den Universitäten von Nairobi, London und Cambridge erwarb er zusätzliche Qualifikationen.
    Nach mehreren interkontinentalen Forschungsreisen, in denen er sich vor allem mit Ethnobotanik und der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt beschäftigte, kehrte er nach Europa zurück, wo er seit einigen Jahren in Köln und London eine naturheilkundliche Heilpraktikerpraxis betreibt und unter dem Künstlernamen Jay B Joyful als Lebens- und Gospelkünstler durch seine Kreativität und sein soziales Engagement internationale Bekanntheit erreicht hat.”

    Mein Eindruck: Der liebe Doktor hat von allem ein bisschen gelernt und gemacht, aber dabei die Konzentration auf das Wesentliche vergessen und nichts richtig zu Ende geführt. Wen wundert es, dass er am Ende als Heilpraktiker gelandet es. Alle Mitkommentatoren wissen ja, wie “anspruchsvoll” so eine Heilpraktikerprüfung ist. ;)

    Schuster Berchem, bleib bei deinen Leisten. Als Humanökologe hättest du es zu etwas bringen können. Aber so?

  51. 51 Bernd Harder 25. August 2017 um 15:47

    @RPGNo1:

    Seine “Argumentation” ist jedenfalls lachhaft und geht kilometerweit an irgendeinem Verständnis von Wissenschaft vorbei.

  52. 52 vincent 25. August 2017 um 16:15

    Vielleicht sollten wir die Person mal beiseite lassen und uns auf seine Argumente konzentrieren.

    Ich picke mal was ‘raus: warum sollte man sich z.B. mit ‘Patienten von Heilpraktikern’ unterhalten?

    Pat.1 sagt:”Supi, der HP hat mir geholfen.”
    Pat.2 sagt:”Schwachsinn, mir hat ein HP überhaupt nicht helfen können.”

    Und jetzt? Was soll uns das helfen, bei n=2?
    Oder n=20?

    Das war schon mal der erste Fehler.

    Ein weiterer ist die Frage nach der Auswahl der Patienten, mit denen gesprochen wird.

    Denn eine Auswahl sollte nach Möglichkeit vermieden werden, will man zu ansatzweise objektiven Aussagen kommen.

    Ach so, @felix:

    schon mal davon gehört, dass die Dosis das Gift macht?

    Unabhängig vom Ausgangsstoff (ok, Plutonium nehme ich mal raus, da der Schaden durch auch geringe Mengen radioaktive Stoffe bei Ingestion nur sehr schwer zu kalkulieren ist).

  53. 53 crazyfrog 25. August 2017 um 19:36
  54. 54 Martin 26. August 2017 um 00:48

    Was Sie tun, klingt für jeden kritischen Zeitgenossen schon sehr nach “lobbyfreundlicher” Propagandaarbeit (um es noch vorsichtig aus zu drücken). Mit ihrer plumpen Verteufelung des Heilpraktikerstandes werden sie auf Dauer dennoch keinen Erfolg haben.

  55. 55 Bernd Harder 26. August 2017 um 01:01

    @Martin:

    Für jeden, der das Memorandum gelesen hat, klingt es genau so, wie es gemeint ist und wie Dr. Weymayr es in dem Gespräch noch einmal erklärt.

    Wo sehen Sie denn in der heterogenen Zusammensetzung des Münsteraner Kreises irgendeine “Lobby” wofür oder wogegen – außer für Wissenschaft und evidenzbasierte Medizin.

    Dass jede noch so fundierte und begründete Kritik an der s.g. “Alternativ”-Medizin reflexartig und ohne jede Auseinandersetzung sofort als “plumpe Verteufelung” denunziert wird, ist uns bestens bekannt.

  56. 56 Skeptikus 26. August 2017 um 13:02

    Sehr schöne Diskussion und es ist wie immer lehrreiche und amüsant zu gleich. Dunning Kruger Effekt, wo man hinschaut. Danke an Bernd Harder für die sachliche Erwiderungen…

  57. 57 Analoge Halluzinelle 26. August 2017 um 16:28

    “Mit Ihrer plumpen Verteufelung des Heilpraktikerstands werden Sie auf Dauer keinen Erfolg haben.”

    Man möchte beinahe lachen.

    Die Wissenschaft hat schon lange auf Dauer Erfolg. Und auch Sie, Martin, profitieren davon.

    Täglich.

  58. 58 RPGNo1 27. August 2017 um 21:41

    Ein weitere Heilpraktiker, Leiter der Deutsche Heilpraktikerschule® Konstanz, ist drüber bei Joseph Kuhn aufgeschlagen und äußert seine Klagen über die bösen Experten und verbreitet hanebüchenen Unsinn (stichwort orthomolekulare Medizin).
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2017/08/26/heilpraktiker-psychotherapie-abschaffen-oder-aufwerten/#comment-63857

  59. 59 Bernd Harder 28. August 2017 um 10:59

    Die Heilpraktiker-Kommentare drüben beim Kollegen Dr. Kuhn sind eindrucksvolle Belege dafür, wie absolut kritikresistent und reformunfähig die Zunft ist und dass man das Heilpraktikerwesen tatsächlich wohl nur abschaffen kann – etwas anderes ist mit diesen Leuten nicht möglich.

    Das geht größtenteils in wahnhafte Selbstüberschätzung.

  60. 60 RPGNo1 28. August 2017 um 11:24

    @Bernd Harder
    Ich finde den Hinweis auf den SPON-Kommentar, Stichwort Leugnismus, dazu sehr passend.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/scheibenwelt-was-wir-von-flacherdlern-lernen-koennen-a-1162461.html

  61. 61 Felix 28. August 2017 um 13:44

    hallo Vincent

    Bernd macht mit seiner Unterscheidung “offiziell” versus “was weiß ich” klar, daß er glaubt außerhalb des sog. Mainstreams bessere Informationen zu bekommen – aber so wie es aussieht ist ja gerade bei Silber die Dosierung äußerst kritisch wenn überhaupt etwas wirken soll deshalb die sehr eingeschränkten Anwendungen bei schwersten Verletzungen und nie ausschließlich in der EBM.
    Ob etwas giftig ist oder nicht hängt natürlich von der Dosis ab aber genau deswegen würde ich mir weder beim Wirkstoff noch bei der Dosis von irgendeinem Hallodri beraten lassen nur weil er nicht “offiziell” ist.

    beste Grüße
    Felix

  62. 62 Bernd Harder 28. August 2017 um 15:34

    Der technische Fehler ist behoben, alle Kommentare zu diesem Beitrag sind wieder sichtbar.

  63. 63 noch'n Flo 28. August 2017 um 15:54

    @ Bernd Harder:

    Bei mir nicht, da fehlen immer noch die alten von vor der Störung.

  64. 64 Bernd Harder 28. August 2017 um 15:56

    @noch’n Flo:

    Seltsam, bei mir werden jetzt alle Kommentare wieder angezeigt, mit Beginn 22.8., 18:28 Uhr.

  65. 65 noch'n Flo 28. August 2017 um 16:01

    @ Felix:

    Naja, zumindest kann man beim kolloidalen Silber eine Wirkung recht sicher voraussagen: wenn man es über viele Jahre in hoher Dosierung einnimmt, wird man irgendwann zum Schlumpf.

  66. 66 Bernd Harder 28. August 2017 um 16:06

    Andere Online-Medien machen gerade identische Erfahrungen mit Heilpraktikern:

    “Wenn der “Reinkarnationstherapeut” gegen Aufklärung wettert”:

    https://hpd.de/artikel/wenn-reinkarnationstherapeut-gegen-aufklaerung-wettert-14724

  67. 67 noch'n Flo 28. August 2017 um 16:56

    Der Herr Berchem ist also auch beim hpd aufgeschlagen – ziemlich umtriebiger Zeitgenosse.

  1. 1 Psiram » Verzweifelt gesucht: Argumente pro Heilpraktiker Pingback am 4. September 2017 um 08:12

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