Pseudomedizin: Die Schäden sind vielfältig und verheerend

Nützt nichts, schadet nichts? Von wegen.

Was Pseudomedizin konkret anrichtet, beschreibt ein Autor von „evo – Verein für Rationalität und Menschlichkeit“.

Konkret geht es um die Punkte:

  1. Unmittelbare Schädigung
  2. Unterlassene Therapie oder Prophylaxe
  3. Vertrauensverlust in die Medizin und Wissenschaft
  4. Finanzieller Schaden für die PatientInnen
  5. Schäden auf der Ebene der Gesundheitssysteme und der Gesundheitspolitik
  6. Nähe zu Sekten und extremistischen Positionen

Das Fazit:

Der Wunsch nach wirksamerer Medizin ist uralt. Er wurde und wird seit jeher gegenüber phantastischen Entitäten aller Art geäußert. Egal ob es Gott, die Quelle von Lourdes oder der Guru ist. Erfüllen können diesen Wunsch nur die medizinische Forschung und eine auf ihr aufbauende evidenzbasierte Medizin.”

Zum Weiterlesen:

  • What’s the harm? – Wie die Pseudomedizin schadet, evo.at am 30. September 2015
  • What’s The Harm: Neue Opfer von Impfgegnern, Virenleugnern und Heilpraktikern, GWUP-Blog am 1. Juli 2015
  • “Mein Studentenmädchen” gegen Krebs, GWUP-Blog am 21. September 2015
  • Alternativmedizin und der Krebstod der “Wellness Warrior”, GWUP-Blog am 10. März 2015
  • Nein, Homöopathie heilt keine “ernsten Krankheiten”, GWUP-Blog am 12. Juni 2013
  • Krebsforscher: “Finger weg von komplementären Verfahren”, GWUP-Blog am 7. Januar 2015
  • Steve Jobs und die Pseudomedizin, GWUP-Blog am 22. Oktober 2011
  • What’s The Harm? Psiram am 15. September 2011
  • Online-Portal What’s The Harm?
  • Homöopathie: Wenn Skeptiker Hoffnungen zerstören, GWUP-Blog am 18. April 2013

10 Kommentare zu “Pseudomedizin: Die Schäden sind vielfältig und verheerend”


  1. 1 Ralf 2. Oktober 2015 um 22:21

    Apropos Lourdes…

    Wenn man das Internet nach Kritik gegen Lourdes durchforsten will, findet man eigentlich wenig Material.
    Zum Einen mögen da die vermeintlichen Heilungen eine Rolle spielen…

    Was ich mich aber frage: “Wer soufflierte der Bernadette, das mit der “Unbefleckten Empfängnis” ins Ohr?”

    Da es sich um ein ungebildetes Bauernmädchen gehandelt hat, ist diese Aussage schon beweisführend, wobei natürlich das Dogma schon damals vor vier Jahren verkündet wurde…aber diese Aussage bewog den Ortspfarrer zu einem Wandel, von da an glaubte er dem einfachen Bauernmädchen…ich finde, diese Frage sollte (falls überhaupt noch möglich) geklärt werden.

    Für Medjugorje und auch für Fatima, kennt man viele Beweise gegen die Echtheit, aber in Sachen “Lourdes” hat man als Kritiker nicht viel in der Hand…

  2. 2 Bernd Harder 2. Oktober 2015 um 22:30

    @Ralf:

    Nun ja, ich finde es auffällig, dass das Mädchen behauptete, die Dame hätte sich vorgestellt mit:

    “Ich bin die unbefleckte Empfängnis.”

    Das ist ja offenkundig falsch, korrekt wäre “Ich bin die unbefleckt Empfangene”.

    Das scheint darauf hinzudeuten, dass das Mädchen das Dogma von der “unbefleckten Empfängnis” irgendwo aufgeschnappt und genau so wiedergegeben hat.

  3. 3 Ralf 2. Oktober 2015 um 23:23

    @Bernd Harder;

    Es könnte sogar so gewesen sein, daß der Ortspfarrer langsam den wirtschaftlichen Nutzen erkannt hat (gegebenenfalls von Obrigkeiten angeordnet) und dem Mädchen diese Vorgabe selbst gab…ich weiß, es ist verwegen, aber das ist meine Erklärung, solange keine andere dafür “Pate” steht.

    Aber vielleicht ist es wirklich so, daß das Mädchen das irgendwo “aufgeschnappt” hat und dadurch eines der größten “Mirakel” der Geschichte losgetreten hat, davon können die Medjurianer nur träumen, obgleich die Einkünfte sich auch dort sehen lassen können.

    Eines ist klar, das “Dogma” war schon vier Jahre alt…auch ein “Bauernmädchen” könnte das irgendwo aufgeschnappt haben…aber damals gab es noch kein Internet ;-)

  4. 4 Bernd Harder 2. Oktober 2015 um 23:25

    @Ralf:

    << aber damals gab es noch kein Internet << Nein, aber ich nehme an, dass so ziemlich jeder damals zur Sonntagsmesse ging.

  5. 5 Ralf 2. Oktober 2015 um 23:31

    @Bernd Harder
    Ja, aber dieser “Schachzug” scheint mir fast zu intelligent für einen Zufall…aber ja, das Dogma war relativ neu, vielleicht wurde es oft gepredigt und das Mädchen wiederholte das Gehörte…
    Eines ist sicher, die Heilungen, haben keine statistische Relevanz und sind somit nicht von wissenschaftlichen Interesse. Punkt. ;-)

  6. 6 Ralf 3. Oktober 2015 um 00:23

    …buhh…ich schrieb, die Heilungen haben keine statistische Relevanz, das ist natürlich falsch, jedwede Datenerhebung hat eine statistische Relevanz, aber die Heilungen haben keine signifikante Relevanz…

    das heißt, die Heilungen sind im Rahmen der Zufallserwartung/Spontanheilungen (bzw falsche Diagnosen, kurzzeitige Heilungen, die dann wieder kehrten usw).

    Man möge mir den rhetorischen Ausrutscher verzeihen – ich glaube jeder hat verstanden, was ich meinte ;-)

  7. 7 Seb 3. Oktober 2015 um 08:54

    @Ralf

    Gestritten wurde darüber schon seit dem Mittelalter und m.W.n. gibt es den entsprechenden katholischen Feiertag schon seit dem 13. Jahrhundert.

    Dass erst vier Jahre vor der angeblichen Begebenheit ein Dogma daraus wurde bedeutet ja nicht, dass der Gedanke an sich nicht schon viel länger “im Umlauf” war.

  8. 8 Ralf 7. Oktober 2015 um 18:41

    @Seb
    Na ja, es geht hier auch schon um die Formulierung:
    “Ich bin die Unbefleckte Empfängnis”.
    Zwar kann man das auf den ersten Blick, als Fehler werten, aber auf den zweiten Blick, macht es schon Sinn.
    Gott ist Theo-philosophisch Actus Purus
    Wenn man die “Muttergottes”, als eine quasi vierte Person der Göttlichkeit sieht (was Katholiken gerne tun), dann ist diese Aussage der verklärten Gottesmutter, schon theologisch tiefgründig…deshalb meine ich, daß man ihr das soufflierte.

  9. 9 Pierre Castell 13. Oktober 2015 um 13:46

    Fernsehtipp:

    Freitag, 16. Oktober 2015, 22.10 Uhr auf Arte:

    “Krebs: Das Geschäft mit der Angst”
    Gefährliche Folgen alternativer Behandlung
    Doku 2015

    http://www.arte.tv/guide/de/053953-000/krebs-das-geschaeft-mit-der-angst

  10. 10 Max 9. November 2015 um 08:50

    @Ralf: Ja, es ist richtig, dass es wenig Literatur gibt über Lourdes ausserhalb der kirchlichen Tradition. Emile Zola war einer der ersten, der kritisch über Lourdes berichtet hat (in seinem gleichnamigen Roman). Sein Buch enthält eine fiktive Rahmenhandlung, dürfte aber auch auf zahlreichen historischen Fakten beruhen, da er Lourdes selbst besucht hat.

    Jedenfalls schreibt Zola von einem Abbe´ Ader, der Bernadette privaten Religionsunterricht (zur Vorbereitung auf die Hl. Kommunion) erteilt hat. Zola geht davon aus, dass dieser Marienverehrer die Visionen bei ihr hervorgebracht hat. Auch den Begriff der “Unbefleckten Empfängnis” dürfte sie bei ihm aufgeschnappt haben.

    Mehr über Ader findet sich auf den französichen Wikipedia-Seiten:
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Bernadette_Soubirous

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