GWUP-Interview in der „Welt“: Anything goes? Nicht mit uns

Ausführliches Interview mit dem GWUP-Vorsitzenden Amardeo Sarma in der Welt (und kostenpflichtig auch bei Welt-Online):

welt

Ein Auszug:

DIE WELT: Die GWUP setzt sich für besseren Verbraucherschutz ein. Auf welche Weise?

Sarma: Wir arbeiten eng mit dem Deutschen Konsumentenbund zusammen. Dort werden eher rechtliche Fragen behandelt, und wir konzentrieren uns auf Wissenschaft. Etwa darum, alternativmedizinische Verfahren, für deren Wirkung es keinen Nachweis gibt, zu kennzeichnen, wie es in den USA üblich ist.

Wer dann dennoch sein Geld dafür ausgeben will, kann das ja tun. Aber dann muss das auch in einer Drogerie möglich sein. Die Apothekenpflicht ist ein Element, Seriosität künstlich zu behaupten. In Naturheilmitteln – dazu gehört ja auch Aspirin – sind wenigstens oftmals echte Wirkstoffe, die helfen können.

Das Misstrauen in Wissenschaft sitzt heute tief.

Getrieben von NGOs und anderen Bewegungen misstrauen die einen dem Staat, die anderen der Industrie. Die Grundfrage: „Stimmt es denn, was behautet wird?“ wird oft nicht mehr gestellt. Denn der Eindruck ist verbreitet, was die Wissenschaft liefere, sei nur interessengeleitet. Ob in der Klimaforschung, der Gentechnik oder der Pharmazie, überall.

Wir fordern, dass renommierte Wissenschaftler in Deutschland und die Leiter von Fachorganisationen Rückgrat zeigen und ohne falsche Rücksichtnahme sagen: Der Vorwurf, nur interessengeleitet zu handeln, stimmt nicht, das widerspricht belegten Tatsachen.

Wenn sie Rückgrat zeigten und ihre Kollegen auch aus anderen Fachbereichen unterstützten, müsste es die GWUP gar nicht geben.”

Wollen Sie sich nicht die Hände schmutzig machen?

Wir greifen nur ein, wenn die Faktenlage klar ist. Etwa bei der Evolution. Bei Theorien, die noch unter Wissenschaftlern umstritten sind, halten wir uns heraus.

Aber wir treten auf, wenn Gleichwertigkeit behauptet wird: etwa von Medizin und alternativer Medizin, von Evolutionstheorie und Kreationismus, so als sei eben alles Ansichts- oder Glaubenssache. Anything goes.”

Zum Weiterlesen:

  • Bullshit? Absolut gesellschaftsfähig, Welt-Online am 8. Juni 2017

1 Kommentar zu “GWUP-Interview in der „Welt“: Anything goes? Nicht mit uns”


  1. 1 user unknown 9. Juni 2017 um 13:30

    Die Politik folgt offenbar der Devise: Solange es das Bruttosozialprodukt steigert befürworten wir es.

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