Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker

Fellows des Committee for Skeptical Inquiry (CSI), der US-amerikanischen Skeptiker-Organisation, haben deutlich Stellung bezogen zur Frage der Unterscheidung zwischen Skeptikern und Pseudo-Skeptikern beziehungsweise Leugnern (“Denier”) in Sachen globale Erwärmung:

As Fellows of the Committee for Skeptical Inquiry, we are concerned that the words “skeptic” and “denier” have been conflated by the popular media.

Proper skepticism promotes scientific inquiry, critical investigation, and the use of reason in examining controversial and extraordinary claims. It is foundational to the scientific method.

Denial, on the other hand, is the a priori rejection of ideas without objective consideration.”

Übersetzt:

Als CSI-Fellows sehen wir mit Sorge und Missbilligung, dass in den Medien die Begriffe “Skeptiker” und “Leugner” synonym verwendet werden.

Echte Skepsis fordert eine wissenschaftliche und kritische Vorgehensweise sowie die Anwendung von Vernunft bei der Untersuchung von kontroversen Themen und außergewöhnlichen Behauptungen. Eine solche Skepsis ist Grundlage der Wissenschaft.

Im Gegensatz dazu ist Leugnung eine A-priori-Ablehnung von Ideen und Vorstellungen ohne objektive Betrachtung.”

Diese Stellungnahme wurde sogar in Australien vom Business Spectator aufgegriffen.

Und der populäre Wissenschaftsjournalist Bill Nye erklärte der Nachrichtenagentur UPI noch einmal ausführlich, warum “deniers” keine “skeptics” sind.

Skeptiker sind also im Gegensatz zu Leugnern “pro Wissenschaft” und begrüßen die Anstrengungen von Wissenschaftlern in aller Welt, unser Klima unter Verwendung der in der Wissenschaft üblichen skeptischen Methoden besser zu verstehen.

So haben Skeptiker-Organisationen weltweit wissenschaftliche Informationen zum Thema bereitgestellt.

Zum Beispiel schreibt David Morrison über die Desinformation in Sachen globale Erwärmung.

Die australischen Skeptiker grenzen sich klar von den “climate change skeptics” ab.

Bei der kommenden Konferenz “Reason for Change” im Juni 2015 in Buffalo wird der Initiator des eingangs zitierten Statements, Mark Boslough, sprechen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die aktuelle Ausgabe des Skeptical Inquirer (Nov/Dez 2014) zum Thema “Global Warming Factoids” (Halbwahrheiten über die globale Erwärmung).

Aus diesem Artikel möchte ich diese auch bei uns verbreitete Halbwahrheit herausgreifen:

Wir alle atmen CO2 aus. Sollen wir damit aufhören?”

Dieser Satz geht zurück auf Mitt Romney im Präsidentschaftswahlkampf 2011/2012:

I exhale carbon dioxide. I don’t want those guys following me around with a meter to see if I’m breathing too hard.”

Zunächst einmal sind die wenigen ausgeatmeten Gigatonnen CO2 aller Lebewesen ein Klacks gegen die 30 Gigatonnen aus der fossilen Verbrennung.

Aber noch viel wichtiger: Diese Ausatmung ist Teil eines Kohlenstoffzyklus der Biosphäre. Pflanzen entnehmen CO2 aus der Atmosphäre und Sauerstoff verbrauchende Tiere exhalieren diese wieder.

Diesen Zyklus sieht man in der jährlichen CO2-Bilanz als Teil der Keeling Curve:

mlo_one_year

Da die meisten Planzen auf der Nordhalbkugel wachsen, sieht man eine Abnahme von CO2 im Spätsommer, wo Pflanzen mit Photosynthese am aktivsten sind, und danach nimmt CO2 durch die Verottung von Pflanzen und die Verstoffwechselung von verzehrten Pflanzen und Tiere wieder zu.

Unsere Ausatmung ist einfach Teil dieses geschlossenen Kreislaufs.

Skeptiker der Skeptikerorganisationen wollen, dass wir uns hier wie wie bei allen von uns behandelten Themen am aktuellen Stand der Wissenschaft und der Forschung orientieren.

Und der ist eindeutig: Es gibt es einen überwältigenden Konsens unter den Wissenschaftlern, unterstützt von allen relevanten Wissenschaftsverbänden.

Ein Beispiel von vielen ist die Erklärung der nationalen Akademien der G8-Staaten plus China, Indien und Brasilien.

Der IPCC hat in seinem fünften Bericht den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammengefasst, womit die Basis für politisches Handeln vorbereitet wurde. Dieser neue “Synthesis Report” ist eine sehr empfehlenswerte Zusammenfassung.

Der Synthesebericht des Intergovernmental Panel on Climate Change ist übrigens mitnichten ein Bericht von „IPCC-Wissenschaftlern“, wie es Leugner der von Menschen verursachten globalen Erwärmung darstellen wollen.

Der IPCC fasst vielmehr die Ergebnisse weltweit arbeitender Wissenschaftler zusammen, die politisch, national und weltanschaulich heterogen sind.

Sie “gehören” nicht zum IPCC.

Und es wird immer klarer, dass die wissenschaftliche Forschung stärker ausgeweitet werden muss.

Denn inzwischen geht es nicht nur um die Vermeidung von Folgen, wie einen Anstieg der Temperatur oder des Meeresspiegels. Diese sind inzwischen auch bei einem sofortigen Stopp der fossilen Verbrennung nicht mehr aufzuhalten.

Es geht in der Forschung nunmehr verstärkt um die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels vor allem auf regionaler Ebene. Damit wird lokalen Entscheidungsträgern geholfen, sich auf das Unvermeidliche vorzubereiten.

Neben der Minderung des CO2-Ausstoßes werden wir uns auf vorhersehbare Folgen der globalen Erwärmung anpassen müssen. Auch hierfür brauchen wir eine wissenschaftliche Grundlage.

Zum Weiterlesen:

  • Deniers are not Skeptics, CSI am 5. Dezember 2014
  • Video: Wie funktionieren Klimamodelle? GWUP-Blog am 3. Dezember 2014
  • The Debunking Handbook auf Deutsch: “Widerlegen, aber richtig” als kostenloses PDF, GWUP-Blog am 15. November 2014
  • Bekenntnisse eines ehemaligen Klimawandel-Leugers, GWUP-Blog am 3. November 2014
  • Das Temperatur-Plateau und die Klimaverschwörung, GWUP-Blog am 23. August 2014

20 Kommentare zu “Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker”


  1. 1 TeslaDriver 12. Dezember 2014 um 17:51

    Bravo!

    Und nun verbannen wir EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie) endlich in einen Psiram-Artikel!

  2. 2 Ralf 13. Dezember 2014 um 16:52

    Zitat Artikel:

    Unsere Ausatmung ist einfach Teil dieses geschlossenen Kreislaufs.

    Ja, alles gut und schön, aber dieser natürliche Kreislauf ist gestört.
    Leider ist es nicht so, daß der Ausatmung von Mensch und seinem Nutztier ein immer größer werdender Pflanzenpool zur Verfügung steht, der das reguliert – nein, im Gegenteil: der Mensch holzt Wälder ab, um Weideflächen für seine Nutztiere zu erhalten und diese pupsen auch noch ;-)
    Aber natürlich ist es richtig, daß das weitaus größere Problem die Verbrennung von fosilen Energieträgern ist, die CO2 von Millionen Jahren innerhalb weniger Jahre an die Atmosphäre abgeben; Daß das nicht ohne Folgen bleiben kann, sollte jedem klar sein.

  3. 3 Beatrice Mayer 29. Mai 2015 um 17:39

    Diese Wissenschaftler sind nicht enrst zu nehmen?

    Klimaschwindel
    https://www.youtube.com/watch?v=IoXxrZG-_eU

    Sind sie Leugner oder Skeptiker?

  4. 4 Bernd Harder 29. Mai 2015 um 18:53

    @Beatrice Mayer:

    < < Diese Wissenschaftler sind nicht enrst zu nehmen? <<

    Nein.

    "Der Film wurde scharf kritisiert. So enthalte er schwere Fehler, die die Glaubwürdigkeit herabsetzen, und verwende Grafiken, die veraltet, verzerrt, falsch beschriftet oder einfach falsch seien, um seine Thesen zu stützen. Widersprechende Fakten würden komplett verschwiegen, so die Tatsache, dass Entwicklungsländer nach dem Kyoto-Protokoll von der CO2-Minderung ausgenommen sind. Inzwischen bezeichnete ein Mitarbeiter des Senders Channel 4 die Dokumentation als „polemisch“.[5]

    Der Meteorologe Alan Thorpe schreibt in einem Kommentar im New Scientist, dass die Hauptaussage des Films falsch sei, und es keine glaubwürdigen Beweise dafür gebe, dass kosmische Strahlen eine signifikante Rolle spielen.[6]

    Die britische Royal Society wirft dem Film vor, ein gefährliches Spiel zu spielen, indem er Randmeinungen vertrete, Beweise missachte und damit von notwendigen Klimaschutzmaßnahmen ablenke.[7]

    Der Film präsentiert beispielsweise aus dem IPCC-Bericht entnommene Daten zur Entwicklung der Sonnenaktivität und zur jährlichen Temperaturveränderung jeweils durch zwei übereinander gelegte Graphen in einem Zeitdiagramm. Anhand des synchronen Verlaufs der beiden Graphen sollte gezeigt werden, dass die Sonne für die globale Temperaturentwicklung verantwortlich ist.

    Die Kurven endeten in der Durkin-Präsentation allerdings im Jahr 1980, obwohl der IPCC-Bericht aktuellere Daten lieferte, nach denen die Sonnenaktivität deutlich hinter der wachsenden Temperaturveränderung zurückblieb.[8]

    George Monbiot warf dem Sender Channel 4 vor, die Fakten zu verdrehen, um sensationsheischend eine Kontroverse zu erzeugen. Wenn man wie dieser Film bereits widerlegte Arbeiten verwende und Ergebnisse einseitig auswähle, könne man praktisch alles als wahr darstellen.[9]

    Eigentlich sei dem Sender schon bekannt gewesen, dass der Produzent des Films, Martin Durkin, schon bei einer früheren Dokumentation unseriös gearbeitet habe, und der Sender damals eine öffentliche Entschuldigung ausstrahlen musste,[10] weil er Interviewpartner getäuscht und deren Aussagen verfälschend wiedergegeben hat.[11] Auch im Zusammenhang mit „The Great Global Warming Swindle“ wird Durkin vorgeworfen, Stellungnahmen von Interviewpartnern in einen falschen Kontext gestellt zu haben.

    Carl Wunsch, ein betroffener Professor, spricht von einer „Verdrehung“ seiner Aussagen und „reiner Propaganda wie nichts seit dem Zweiten Weltkrieg“.[12] Vielfach wurde Durkin auch vorgeworfen, er verbreite mit seinem Film Verschwörungstheorien.[13]"

    http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Global_Warming_Swindle

    http://www.stern.de/wissen/natur/dokumentation-der-klima-schwindel-worte-im-munde-herumgedreht-590871.html

  5. 5 Beatrice Mayer 2. Juni 2015 um 18:40

    Echt skeptisch zu sein, bedeutet zumindest, andere stimmen auch zu hören und nachzudenken.

    Das Wort “Klimaleugner” erinnert tattsächlich fatal an Holocaustleugenr und hätte in der Wissenschaft nichts zu suchen.
    Die Tatsache, dass “das Klima” ein riesiges Geschäft geworden ist, sollte ebenfalls zu denken geben.Die Wut und Verachtung, die harmlosen fragenden Interessierten manchmal entgegenschlägt, erinnert tatsächlich an Religion, in der es Ketzer und Leugner gibt.

    Die Arbeit vieler Journalisten, die im Film bemängelt wird ( sind es doch sie, die uns informieren) ist nicht über jeden Zweifel erhaben.
    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-06/artikel-2010-06-klima-maengel-behauptungen-schlampereien.

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-03/artikel-2010-03-die-stunde-der-zweifler.html

    Diverse Artikel:
    http://www.weltwoche.ch/die-weltwoche/dossiers/offene-dossiers/klimakontroverse0.html

  6. 6 Bernd Harder 2. Juni 2015 um 18:53

    @Beatrice Mayer:

    Ich denke, Sie verwechseln zwei unterschiedliche Sachverhalte miteinander, jedenfalls bringen das Ihre (fünf Jahre alten!) Links zum Ausdruck:

    Die Frage, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt, ist erst einmal völlig unabhängig zu sehen und zu beantworten von der Frage, welche Maßnahmen ggf. dagegen zu treffen sind und was das kosten darf.

    Ersteres ist Wissenschaft, Letzteres Politik.

    << Echt skeptisch zu sein, bedeutet zumindest, andere stimmen auch zu hören und nachzudenken. <<

    Und Sie meinen, das hätten wir nicht getan und schreiben hier nur, was uns gerade eben so eingefallen ist?

  7. 7 Ralf 2. Juni 2015 um 21:29

    Das Ganze ist eigentlich ganz einfach:
    Verträgt sich das “Menschenleben” mit der Natur/Umwelt?
    Die Antwort ist: Nein

    Die Evolution hat da eine noch drastischere Antwort:

    Spezies, die sich nicht anpassen können, sterben aus…

    mehr braucht man zu dem Thema eigentlich nicht mehr schreiben…unser eigener “Mikrokosmos” wird in dem “Makrokosmos” untergehen, wenn es nicht gelingt eine Balance zu finden…und das bedeutet Einschnitte und “Unannehmlichkeiten” für uns alle…auf jeden Fall sollte man das Internet abschalten, da es Unmengen an Strom verbraucht ;-)

  8. 8 jolietjake 4. Juni 2015 um 03:09

    @Beatrice Mayer:
    Die “Weltwoche”? Da wird sich doch sicher noch ein Roma-Kind finden lassen, das CO2 in die Atmospäre kippt?! Und wäre die BILD nicht weitaus seriöser gewesen?

    BTW, wer macht denn dieses “riesiges Geschäft”? So gut wie alle Wissenschaftler, also die, die wirklich forschen, sind froh befristete Stellen zu bekommen. Nennen Sie mir doch mal einen Klimaforscher, der mit seinen Prognoen reich geworden wäre.

    Warum nur habe ich nur das Gefühl, Sie hätten absolut keine Ahnung wie der Wissenschaftsbetrieb funktioniert…

  9. 9 Beatrice Mayer 12. Juni 2015 um 15:20
  10. 10 Beatrice Mayer 14. Juni 2015 um 09:55

    @jolietjake

    ich weiss nur:

    “Der Zweifel ist das methodische Prinzip der gesamten modernen Naturwissenschaft. Auch die zahlreichen Hypothesen zum Klimawandel müssen sich dem Feuer der Kritik stellen, sonst sind sie nichts wert. Und damit ist die Klimaforschung mitten im Dilemma: Politiker wollen als Schutztruppe für das Weltklima gefahrlos Handlungsfähigkeit demonstrieren und dies durch einen breiten wissenschaftlichen Konsens legitimieren.”

    @trix

    Ich lese “Climate Change”
    the facts
    um mehr zu erfahren.
    Herausgabe 2015

  11. 11 Amardeo Sarma 14. Juni 2015 um 13:42

    @Beatrice Mayer

    Die Klimawissenschaft stellt sich wie jede andere Wissenschaft der Kritik. Diese findet man in den Publikationen, u.a. Nature und Nature Climate Change.

    Leugner nutzen aber eben nicht den Prozess der Wissenschaft, sondern verbreiten Propaganda über die Medien, die im Widerspuch zu den Erkenntnissen in diesem kritischen, skeptischen Prozess stehen. Oder schreiben Bücher ohne Bezug zum Stand der Wissenschaft oder gar im Gegensatz dazu.

    Vermutlich gehört dieser dazu. Zu Climate Change the Facts (wenn es das Buch von Mark Setyn ist) empfehle ich:

    http://www.desmogblog.com/mark-steyn

    Da heißt es unter anderem: “Steyn does not appear to have a college education or any background in climate science.”

    Hier eine Rezension “Science deniers try to change the facts about climate”:

    http://blog.hotwhopper.com/2015/02/science-deniers-try-to-change-facts.html

    Also nochmals: Leugner sind keine Skeptiker. Danke für ein weiters Beispiel.

  12. 12 Beatrice Mayer 18. Juni 2015 um 07:09

    @Amardeo Sarma

    abgesehen davon, dass mich schon das “Wort” Leugner in diesem Zusammenhang stört, gibt es seriöse Wissenschaftler, die das ganze skeptisch sehen.

    “Die Klimawissenschaft stellt sich wie jede andere Wissenschaft der Kritik. Diese findet man in den Publikationen, u.a. Nature und Nature Climate Change.”

    Das tönt sehr schön.
    Aber:

    Jüngstes Beispiel dafür, dass möglicherweise ein Kampf um die politische Deutungshoheit stattfindet und nicht eine wissenschaftliche Debatte, lieferte einer der angesehensten Klimatologen überhaupt, der emeritierte Max-Planck-Direktor Lennart Bengtsson, der zu den Pionieren bei der Entwicklung von Computermodellen zur Prognose von Wetter und Klima zählt. Er war von 1981 bis 1990 Direktor des Europäischen Zentrums für mittlelfristige Wettervorhersage in England, danach Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, einem der weltweit führenden Klimaforschungszentren. Bengtsson hat jahrzehntelang die Grundlagen für die heutige Klimaforschung mitgeschaffen. Vor dem Hintergrund, dass die Globaltemperatur nun seit annähernd 17 Jahren nicht mehr signifikant gestiegen ist, gibt er aber als Wissenschaftler mit traditionellem Ethos zu: »Es ist frustrierend, dass die Klimawissenschaft nicht in der Lage ist, ihre Simulationen richtig zu validieren. Die Erwärmung der Erde verlief seit dem Ende des 20. Jahrhunderts deutlich schwächer, als es Klimamodelle anzeigen.«
    Bengtsson glaubt, dass man sich damit nicht kritisch genug auseinandersetzt und »einen falschen Eindruck von Zuverlässigkeit erzeugt«. Von einem »robusten Beweis für einen beträchtlichen
    Klimawandel« seien wir »noch weit entfernt« und es wäre falsch, aus dem Bericht des Weltklimarates oder ähnlichen Berichten den Schluss zu ziehen, »die Wissenschaft sei geklärt«. Ferner sieht er überhaupt keinen Grund für Einigkeit in diesen Fragen. »Ich halte es für essentiell, dass es Gesellschaftsbereiche gibt, wo kein Konsens erzwungen wird. Gerade in einem Gebiet, das so unvollständig verstanden ist wie das Klimasystem, ist ein Konsens sinnlos.«
    Bengtsson trat dem akademischen Beirat der britischen Global Warming Policy Foundation (GWPF) bei, in der vor allem Ökonomen sich um rationale Maßnahmen im Umgang mit der Klimafrage beschäftigen. »Ich glaube die beste und vielleicht einzige vernünftige Politik für die Zukunft ist, die Gesellschaft mit Anpassung auf einen Wandel vorzubereiten«, sagt er, »wir brauchen gerade in Europa dafür einen offeneren Zugang, einschließlich der Themen Kernenergie und Gentechnologie, um die wachsende Weltbevölkerung mit Energie und Nahrung versorgen zu können.«

    Diese Haltung sollte doch wenigstens diskussionswürdig sein.

    “Doch mit Bengtsson wurde nicht diskutiert.

    »Ich wurde unter so großen Druck gesetzt, den ich nicht mehr ertragen konnte«, erklärte der Wissenschaftler. Kollegen hätten sich abgewendet, manche hätten die Zusammenarbeit beendet. Er fühle sich an die Zeit der Kommunistenverfolgung in den USA in den Fünfzigerjahren erinnert und habe es nie für möglich gehalten, dass so etwas in seinem Fachgebiet möglich sei. Entnervt verzichtete er schließlich auf die Mitarbeit in der GWPF.”

    Dies ist nur ein Beispiel.

  13. 13 Beatrice Mayer 18. Juni 2015 um 07:16

    @Amardeo Sarma

    dies ist aus dem Buch
    “Alles grün und gut?”

    Da wird sehr wohl Bezug auf die Wissenschaft genommen. Aber eben auch auf die riesige “Klimamaschinerie” und ihre immens teuren und z.T. schädlichen Auswirkungen. Es geht ja nicht nur darum, ob die Erwärmung rein anthropogen ist oder nur teilweise
    sondern darum:
    können wir etwas machen, wenn ja, was und was bewirkt es.

    “Der ausgewiesene Klimawarner und Klimaforscher Tom Wigley hat einmal kalkuliert, welche Auswirkungen es haben würde, wenn sich tatsächlich alle Länder inklusive der USA brav an das ursprüngliche Regulierungswerk halten würden. Einmal unterstellt, die derzeitigen Klimamodelle rechnen richtig, ergäbe sich laut Wigley für das Jahr 2050 eine Verminderung des Temperaturanstiegs um 0,07 Grad. Dies liegt unterhalb der praktischen Nachweisbarkeit.”

    Oder:
    “Die weitgehend nutzlose Umsetzung des Klimaprotokolls von Kyoto wird jährlich bis zu 350 Milliarden Dollar kosten. Das ist siebenmal so viel wie die gesamte weltweite Entwicklungshilfe. Millionen von Menschen sterben jährlich aber nicht an einer hypothetischen Klimakatastrophe, sondern hier und heute an Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis und Durchfall. Dies sind ganz direkte Folgen schlimmster Verschmutzung von Wasser, Luft oder Nahrung. Simple Klärwerke und technische Verbesserungen könnten deshalb hier und heute Wunder bewirken.

    Der dänische Statistikprofessor und Autor des Bestsellers »The Sceptical Environmentalist«, Bjørn Lomborg, fragt: »Wollen die Industriestaaten den Ländern der Dritten Welt ineffizient helfen, indem sie Milliarden in die Treibhausgas-Verringerung hineinstecken – oder wollen sie lieber in die wirtschaftliche Entwicklung investieren, damit sich diese Länder in 50 oder 100 Jahren selbst der Klimafolgen wehren können?« Geld kann nämlich nur einmal ausgegeben werden. Und eine gegen die Armut gerichtete Strategie funktioniert auch für den Fall, dass Klimaumschwünge nicht vom Menschen gemacht, sondern schlicht unser Schicksal sind.”

    DAS sind doch die wichtigen Fragen.

  14. 14 Bernd Harder 18. Juni 2015 um 08:08

    @Beatrice Mayer:

    Die Geschichte Bengtsson wird sehr kontrovers diskutiert, der entscheidende Satz scheint mir dieser zu sein:

    Bengtssons harte Kritik an den Klimaprognosen sei irreführend. Die Modelle lieferten brauchbare Ergebnisse, die am Klima der Vergangenheit getestet würden. Der Uno-Klimareport, der von Hunderten Wissenschaftlern in jahrelanger Arbeit erstellt wird, dokumentiere ausführlich die Bandbreite der Resultate. Sich zurückzulehnen, bis alle Unsicherheiten ausgeräumt sind, sei keine Alternative. Ein großer Teil der sogenannten Skepsis sei absichtliche Irreführung.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/streit-in-klimaforschung-um-lennart-bengtsson-a-969841.html

  15. 15 Amardeo Sarma 18. Juni 2015 um 17:01

    @Beatrice: Wenn “seriöse” Wissenschaftler sich an ihrer Ideologie statt der Realität orientieren und dem klaren Konsens in der Wissenschaft widersprechen ist Leugner das angemessene Wort. Was sonst? Das ist nicht anders, als das Leugnen der Evolution durch Kreationisten. Wo liegt das Problem?

    Das Problem ist eher, dass auch die Medien noch zu oft den irreführenden Begriff Skeptiker nutzen. Nach der CSI Stellungnahme “Leugner sind keine Skeptiker“, die weltweit aufgegriffen wurde ist es erfreulich zu sehen, dass immer mehr ihre Begrifflichkeit überdenken. Das ist auch höchste Zeit.

    Ihre Zitate betreffen Autoren bzw. Herrn Lomborg, die keine Kompetenz in Sachen Klima besitzen und das Thema weder gelernt haben noch darin publizieren. Was diese Herren aus den Fingern saugen ist mir Schnuppe. Sie werden in der Fachwelt nicht ernstgenommen.

    Der australische Premier Tony Abbott hat eine peinliche Niederlage erlitten nachdem er versucht hatte, Lomborg an der University of Western Australia mit 4 Millionen australische Dollar (Geld der Steuerzahler) einzunisten. Nach massiven Protesten von Wissenschaftlern musste der Vizekanzler der Universität Paul Johnson die Reißleine ziehen. Unterlagen zu diesem Vorgang werden nicht preisgegeben unter dem durchsichtigen Einwand, das sei zu “teuer”.

  16. 16 Amardeo Sarma 18. Juni 2015 um 17:12

    Nachtrag zu Tom Wigley, der auch im Gegensatz zu den Autoren des Buches und Lomborg ausgewiesener Klimaforscher ist: Seine Position kann ich verstehen, diese ist aber aus dem Kontext gerissen.

    Er schreibt (siehe Wikipedia Eintrag), dass für den Abbau der Emissionen erneuerbare Energien alleine nicht ausreichen und meint, jede Strategie zur CO2 Abbau müsse auch Kernenergie mit einbeziehen.

    Wie ich anderswo geschrieben habe teile ich diese Ansicht.

    Seine Botschaft aber ist unmissverständlich: Wir müssen unsere CO2 Emissionen drosseln.

  17. 17 M. Manie 8. Juli 2016 um 14:56

    Klimawandel: CO2-Auswirkung durch menschlichen Umtrieb?

    Kohlensaure Klimakämpfer behaupten vollmundig lautstark, Kohlensäure (= CO2 = Kohlendioxid) bilde in etwa 6 km Höhe eine ‘Spiegelschicht’, welche erst durch menschlichen Umtrieb wirksam entstünde. Diese Spiegelschicht hielte die Wärme gleich einem Treibhausdach darunter gefangen. Und dies rund um den ganzen Erdball. Deshalb sei Kohlensäure (= CO2 = Kohlendioxid) ein ganz furchtbar übles Treibhausgas. Vornehmlich daher rühre die Erderwärmung und der Klimawandel. Nicht etwa von anderem wie den ‘periodischen’ Warm- und Kaltzeiten, welche durch Eisbohrkernforschung erwiesen, innerhalb etwa eines Jahrtausends auftreten.

    Die letzten solchen Klimawandel waren die mittelalterliche Warmzeit (6. bis 12. JH) und die darauf folgende ‘Kleine Eiszeit’ bis tief ins 19. JH hinein. Ab da stieg nach Ansicht der kohlensauren Klimakämpfer ob menschlichem Umtrieb der Kohlensäuregehalt der Erdluft gefährlich an und müsse unbedingt gemindert werden. Sonst droht gleichsam der Weltuntergang sogar buchstäblich wegen gewaltigem Anstieg des Meeresspiegels. Auch und gerade der sog. Weltklimarat IPCC reitet auf jener eigentümlichen Masche.

    Doch jene kohlensauren Klimakämpfer liegen hinsichtlich Kohlensäure (= CO2 = Kohledioxid) vollkommen schief! – Warum? Harte Tatsachen hochgerundeter Berechnung:

    1. Der Gesamtanteil von Kohlensäure an der ganzen Erdluft beträgt kaum 0,04 %
    2. Der Hauptanteil davon stammt aus der Erde selbst und beträgt über 95 %
    3. In 6 km Höhe ist der Luftdruck nur noch bei unter 47 %
    4. Somit bloß noch eine Kohlensäuremenge von etwa 0,019 %
    5. Aus menschlichem Umtrieb stammen gesamt höchstens 5 %
    6. Ergibt in 6 km Höhe eine Kohlensäuremenge menschlicher Ursache von 0,00095 %

    Bereits der Gesamtanteil Kohlensäure an der Erdluft liegt schon im ‘homöopathischen’ Bereich von 0,04 %. Daher gilt Kohlensäure (= CO2 = Kohlendioxid) wissenschaftlich als ‘atmosphärisches’ Spurengas. Einfach veranschaulicht, ist vorgenannte Menge nicht mal ein ganzer Esslöffel von einer fast bis zum Rand mit Wasser gefüllten Badewanne. In 6 km Höhe entspräche dies nur noch etwa einem sehr knappen Teelöffel voll von einer derart gefüllten Badewanne. Die durch menschlichen Umtrieb beigefügte Menge (5 % vom knappen Teelöffel) käme somit höchstens (!) einem Tropfen gleich.

    Alles im Bereich ‘homöopathischer’ Anteile, also bald verschwindend winzig!

    Da die kohlensauren Klimakämpfer für sich Wissenschaftlichkeit beanspruchen, behaupten sie damit sogar ‘dramatische’ Wirksamkeit sog. Arzneien homöopathischer Verdünnung. Dass Homoöpathie in Verdünnung D10 und höher voll wirksam sei, wäre somit erwiesene Wissenschaft? Wahnwitzig teures Leitungswasser?

    Geht nicht anders, wenn die Anbringen kohlensaurer Klimaschwafler stimmen sollen!

    Veranschaulicht auf eine gut mit Wasser gefüllte Badewanne, glauben die also ernstlich, erst zufügen von einem oder höchstens zwei Tropfen flüssiger Seife (entspr. etwa dem Kohlensäureanteil durch menschlichen Umtrieb) habe auf darin Badende reinigende Wirkung. Nicht das Wasser schon von allein? Und das ist wissenschaftlich?

    Klares Nein! Das ist platter Aberglaube bzw. lächerliches Geschwätz oder Lüge!

    Jede Hausfrau weiß, ein oder zwei Tropfen Seife reichen nicht entfernt, bringen gar nichts. Hinzu kommt ja noch, dass Kohlensäure (= CO2 = Kohlendioxid) ein ausgesprochen schweres Gas ist. Schwerer als die übrige Erdluft!

    Kohlensäure bleibt ob der Schwerkraft entweder eher in Bodennähe oder sinkt zunehmend wieder abwärts. Aufwinde und Verwirbelungen bringen daher nur vergleichsweise kleine Mengen in 6 km Höhe. Somit sind die Anteile von Kohlensäure (= CO2 = Kohlendioxid) so hoch oben sicher noch deutlich winziger als vorstehend errechnet. Und diese Berechnungen sind ohnehin schon hoch gegriffen, keineswegs abgerundet sondern aufgerundet.

    Homöopathische Winzmengen bilden eine durchgehende wirksame Spiegelschicht rund um die Erdkugel? Hinzu kommt obendrein, dass in 6 km Höhe starke Strömungen herrschen. Ziemlich heftige Winde, um nicht zu sagen: Schwere Stürme! Das macht der ‘homöopathisch’ winzdünnen Spiegelschicht, dem nicht mal mehr entfernt haardünnen berüchtigten Treibhausdach nichts aus? Sofern dabei von einer Schicht oder gar einer Art Dach von kaum mehr µ-mm Stärke überhaupt annähernd noch die Rede sein darf. Das bleibt da gleichsam sturmsicher wie angewachsen hängen und felsenfest verankert? – Echt?

    Nur noch mühsam messbare Winzmengen eines schweren Gases, das ohnehin abwärts sickert, weil schwerer als dessen sonstige Umgebung, dazu ständig von dauernden Strömungen, unablässigen Winden und starken Stürmen verwirbelt, durchgerührt, umgewälzt, weggepustet, bildet eine durchgehend deckend bleibende Spiegelschicht rund um den ganzen Erdball, ein Treibhausdach? Das soll Wissenschaft sein?

    Nein! So was ist dämlichster Stumpfsinn oder frecher Quatsch bzw. vorsätzlicher Betrug!

    Dann aber kommen ganz flott und zu allem Überfluss noch scheinwissenschaftlich fremdwörtelnd schwafelnde Labertaschen dreist daher und schwadronieren, die erwärmten Moleküle der Kohlensäure steigen auf und heizen so die Lufthülle des ganzen Erdballs. – Wie bitte? Die ‘homöopathische’ und bloß mit feinstem Messgerät erfassbare Winzmenge eines schweren Gases, das unweigerlich wieder absinkt, absinken muss? Homöopathie ist also ‘dramatisch’ hoch wirksam?

    Wir haben studiert! plustern sie wichtigtuerisch und geschwätzig. Was denn, bitte? Theologie? Soziologie? Psychologie? Marxismus-Leninismus? Sozialpädagogik? Mathematik?Oder eine andere ‘Geisteswissenschaft’? Besser: Geisterwissenschaft? Falls eine Naturwissenschaft, steht die berechtigte Frage: Wie blöd dürfen Akademiker sein?

    Diesen ‘Läuten’ ist erschreckender Weise fast durchweg noch nicht mal klar, dass CO2/Kohlendioxid schlicht ‘poplige’ Kohlensäure ist, wie sie in jeder Bierflasche prickelt. Bei ihrer Dösigkeit ertappt, kommen die dann sogar daher und beharren unverfroren doof, Kohlensäure sei nicht CO2 sondern gem. sog. Periodensystem H2CO3. Das benennt jedoch bestenfalls in Flüssigkeit vermengte Kohlensäure, somit eine sehr flüchtige Sache wie Sprudel, denn Kohlensäure geht mit Flüssigkeiten usw. keine bleibende Verbindung ein. Nach solch sturzdummer Lesart müsste demnach mit Sauerstoff angereichertes Wasser in Bächen, Flüssen, Seen usw. großenteils H2O2 sein oder werden. Also Wasserstoffperoxid, ein Mittel zur ‘Desinfektion’ oder zum Bleichen von Haaren.

    Keine leere Behauptung sondern beweisbar! Entsprechender eMail-Verkehr liegt vor! Von Akademikern verfasst, wohlgemerkt!

    Und, in 6 km Höhe ist es im Vergleich zu tieferen Lagen längst saukalt, volkstümlich gesprochen. Eiskaltes schweres Gas sinkt spätestens dann wieder abwärts, wird allenfalls noch von allerlei Windstößen verwirbelt. Dazu wird diese weitgehend unwirksame Winzmenge Kohlensäure auch noch vielfach vom Regen sozusagen aus der Luft gewaschen, landet am Erdboden oder platscht bildlich gesprochen auf Wasserflächen.

    Derlei Winzmengen können die Abermilliarden Tonnen Gas der Lufthülle nicht merklich bzw. nachhaltig heizen, Herr/Frau Prof. Dr. Dummschwatz! Eher heizt eine einzelne Kerze einen ganzen Wohnblock oder ein Streichholz ein zugiges Dachzimmer!

  18. 18 Bernd Harder 8. Juli 2016 um 16:43

    @M.Manie:

    < < Von Akademikern verfasst, wohlgemerkt! <<

    Grundschullehrerinnen sind auch "Akademiker".

    << Herr/Frau Prof. Dr. Dummschwatz! <<

    Dieser Titel gebührt allein Ihnen:

    https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-die-co2-emissionen-des-menschen-sind-winzig

    Und Sie meinen nicht wirklich ernsthaft, dass Sie uns einen Link unterjubeln können, der zu einer Seite über die “andere Wirklichkeit” führt – in der Sie offenkundig leben.

    Schönen Gruß auch an die NWO.

  19. 19 crazyfrog 8. Juli 2016 um 17:01

    Bist du einfach nur dumm, MManie?

    CO2 ist Kohlenstoffdioxid. Kohlensäure ist H2CO3. Wenn du CO2 in Wasser löst, könntest du Kohlensaure erhalten:

    CO2+H2O->H2CO3

    Der Unterschied ist, dass Kohlensäure eine Säure ist und daher H+-Ionen abgeben kann. CO2 ist eine korrespondierende Base, es kann H+-Ionen aufnehmen

  20. 20 Ralf in Altersteilzeit 8. Juli 2016 um 17:19

    @M. Manie
    Ist ihr Nickname Programm? – So liest sich jedenfalls Ihr Kommentar.

    Trinken sie ein stilles Mineralwasser und kommen Sie erst einmal runter…oooohm…

    bitte besuchen Sie nochmal ein Chemie-Grundkurs und dann argumentieren Sie bitte rein sachlich ;-)

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