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Radikalisierungsprävention: Naomi-Seibt-Gedicht als Beispiel für Rechtspopulismus

| 7 Kommentare

Da wir gerade über Naomi Seibt reden:

Das Zentrum für angewandte Deradikalisierungsforschung (zad) in Berlin hat heute zum Abschluss des zweijährigen Projekts „Teach2Teach“ das

Methodenhandbuch: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus

veröffentlicht.

Im Modul „Analysieren – Rechtsextreme Narrative erkennen“ (Seite 42/43) geht es um den Text „Manchmal schweige ich“, mit dem Naomi Seibt 2019 einen von der AfD-Bundestagsabgeordneten Nicole Höchst initiierten Gedichtwettbewerb zum Thema „Mutige Mädchen“ gewann.

Eine Selbstrezitation des Textes von der Autorin findet sich bei Youtube.

Mit dem Methodenhandbuch sollen …

… möglichst viele pädagogische Multiplikator*innen erreicht werden, um eine dringend gebotene Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen rechtspopulistischen und rechtsextremen Ausdrucksformen voranzutreiben.

Hier geht’s zum kostenlosen Download. Eine gedruckte Ausgabe kann beim zad angefordert werden.

Auch Skeptic Punk hat sich mit der jungen Klimawandelleugnerin beschäftigt:

Morgen (Dienstag, 10. März, 8.30 Uhr) berichtet SWR 2 in einem halbstündigen Feature über die Szene der Klimawandelleugner. Die Sendung ist bereits online verfügbar.

Zum Weiterlesen:

  • Die „Anti-Greta aus Germany“ heute in der FAS, GWUP-Blog am 8. März 2020
  • Naomis Welt, weltwoche am 19. Februar 2020
  • Die Szene der „Klimaleugner“, SWR 2 am 10. März 2020

7 Kommentare

  1. Ich kann kaum Informationen zum zad finden. Wo finde ich Informationen von Dritten über das Unternehmen?

    Rein nach meinem Gefühl, also ohne jeden Beleg, merke ich nahezu keinen Pull-Faktor aus der rechtsradikalen Ecke, sondern nur Push-Faktoren aus der linken bzw. PC-Ecke.

    Wenn jemand die Worte Nazi, Rechtsradikalität oder ähnliches schreibt, habe ich mittlerweile kaum Empfindungen mehr und zweifle es sofort an.

    Dafür habe ich im Gegenzug keine Lust mehr einen Text zu lesen, sobald dieser gegendert wurde.

    Das liegt vermutlich daran, dass in ich in Diskussionen mit Rechten, trotz ihrer unwissenschaftlichen Haltung, viel seltener bzw. anders angegriffen werde als von Linken. Hier habe ich noch nie hören müssen, dass mein Argument nicht zählt, weil ich ein Mann oder Weiß bin. Rechte haben nie gedroht meinem Arbeitgeber Bescheid zu sagen, weil ich in einer Diskussion gesagt habe, dass es Verhaltensbiologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

    Von Rechten werde ich manchmal als linker Idiot, grüner Spinner oder ähnliches bezeichnet, aber das kann ich ohne Probleme wegstecken. Die Cancel-Culture macht mir aber etwas Angst. Deswegen habe ich mittlerweile auch keine Social-Media-Profile mehr.

    Falls die Spaltung der Gesellschaft weiter voran schreitet und ich gezwungen werden sollte eine Seite zu wählen, bin ich mir nicht sicher, ob ich am Ende nicht auf der rechten Seite stehen würde. Vermutlich würde ich aber einfach versuchen auszuwandern.

    „Rechts“ und „Links“ (leider nicht sehr scharf definiert) sind in meinem Text nicht ökonomisch zu verstehen, sondern eher soziologisch.

    Sorry, wenn der Text etwas Off-Topic ist.

  2. @lm

    Auf der Internetseite des zad finden Sie Angaben über die Geschäftsführerin, verschiedene Projekte (dabei jeweils die verantwortlichen Personen) und verbundene Institutionen. Über diese Personen finden Sie Informationen von Dritten oder auch über die verbundene Organisation „Violence Prevention Network“ gibt es einen Wikipedia-Artikel, mit entsprechenden Quellenangaben.

    War jetzt nicht schwierig herauszufinden. Dauert nicht länger als einen Kommentar hier verfassen. Das wäre schön, wenn Sie dies vielleicht als Anregung nehmen, selbst zu recherchieren, bevor Sie einen Kommentar verfassen, der in weiten Teilen Off-Topic ist und bei dem man sich fragt, warum sie dies auf diese Weise assoziieren.

  3. @“Im“

    Gratulation: Sie haben sich mit Ihrem Beitrag als typischer Rechter offenbart.

  4. @libertador
    Diese Informationen kenne ich. Deswegen habe ich auch „kaum“ geschrieben.

    @Michael
    Kannst du mir bitte sagen wie du logisch darauf schließen kannst? Beißreflex?
    Ich bin ökonomisch gesehen eher rechts. Darauf wolltest du aber vermutlich nicht hinaus. Ich bin insgesamt gesehen gemäßigt libertär.

  5. Sagen wir es mal so: Gegenderte Texte sind nicht schön zu lesen, jedoch kommt es ja ganz gelegentlich nicht nur auf Form oder Stil, sondern auf die Inhalte an.

    Wie immer ist eine Suchmaschine ein guter Einstieg, um Infos zu einer Institution zu erhalten. modus | zad ist Teil des Violence Prevention Networks (https://de.wikipedia.org/wiki/Violence_Prevention_Network). Und daß die sich auf Deradikalisierung von Rechtsextremisten (und Islamisten) spezialisiert haben, könnte eventuell damit zu tun haben, daß die Durchschnitts-Linksextremisten zwar brutal und dumm sind in ihrem humanitär verbrämten Terror, die wahre destabilisierende Gefahr für den Staat und die diversen Bluttaten der letzten Jahre aber von Nazis zu verantworten sind.

    Jedenfalls habe ich nach dem Durchlesen der Broschüre nicht das Gefühl, daß hier linksextremistische Positionen (gewissermaßen als Ersatz für rechtsextemistische) propagiert würden.

    Lieber Im, wenn Du wirklich schon aufgrund Deines Aussehens und Geschlechts von Linken angegriffen wirden sein solltest, dann solltest Du Dir überlegen, ob Du mit solchen Tröpfen wirklich noch zusammen kommen willst. Du solltest Dich aber auch nicht wundern, daß Du bei den Rechten (und damit meine ich genau die Rechtspopulisten, die in der Publikation des modus | zad adressiert sind) immer noch auf eine halb offene Tür stoßen wirst:

    Als weißer (womöglich noch „biodeutscher“) Mensch gehörst Du mutmaßlich zur natürlichen Zielgruppe, der sich womöglich doch noch bekehren wird (und Du hast ja schon etwas vergleichbares in Deinem Kommentar angedeutet, was Dir auch zwanglos die Titulierung als „Rechten“ eingebracht hat).

    Zu Deiner politischen Verortung: Gemäßigt libertär? Was soll das sein? Scheint jedenfalls nicht ausreichend gegen die Boshaftigkeiten von rechts zu helfen…

    Du bist entnervt von Begriffen wie Nazi, Rechtsextremist? Ich halte es sicher nicht mit der Antifa, die jeden, der ihnen nicht paßt, als Faschisten bezeichnen. Aber die Dinge müssen beim Namen genannt werden: Wenn jemand ein Nazi ist, dann bezeichne ich ihn auch so. Wenn jemand (wie Höcke oder Gauland oder Weidel oder Kalbitz oder oder oder) sich fremdenfeindlich äußert, dann hat er oder sie es sich gefallen zu lassen, daß man ihm oder ihr das entsprechend vorhalten kann.

    Wenn Du diese Art von Fakten anzweifelst, dann bedienst Du ziemlich schon das Klischee eines „typischen Rechten“, wie Dich Michael hier bezeichnet hat.

    Du willst auswandern? Vielleicht nach Kanada, wo Integration offenbar ziemlich gut gelingt? Oder wohin dann? Du merkst schon, daß es ein Paradoxon ist, einerseits den rechten Positionen (bei denen es implizit immer um die „Reinhaltung“ von Kultur und Volk geht) zuzuneigen, andererseits aber sich („kulturfremd“) in einem anderen Land niederlassen zu wollen?

    Oder hattest Du eventuell an Orte gedacht, an denen Segregation noch funktioniert? Dann viel Spaß in der beliebigen gated community Deiner Wahl…

  6. @borstel
    Danke für die Infos. Ich habe auch nirgendwo gesagt, dass linksextreme Positionen vom zad vertreten werden. Ich kenne die nur nicht und wollte mich noch weiter informieren.

    Wer spricht hier von Höcke und Co? Ich rede von ganz normalen Leuten. Ich bin genervt, weil diese Begriffe in nahezu jeder Diskussion fallen.

    Hier mal einfach ein paar Beispiele, wo ich schon gehört bekommen habe, dass ich ein Nazi/Rechtsradikaler sei und mir gedroht wurde:

    „In der Geschichte zeigt sich, dass Völkerwanderungen oft die aufnehmenden Regionen destabilisiert haben, deswegen halte ich eine unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen für eine schlechte Idee.“

    „Trans-Frauen haben, wenn Sie sich erst nach der Pubertät umwandeln, einen körperlichen Vorteil gegenüber Frauen und sollten somit nicht in Wettkampf mit ihnen treten.“

    „Um Rechtsradikale zu deradikalisieren, sollte man mit ihnen sprechen.“

    „Ich mag Pewdiepie.“

    „Ich finde die Werbung von true-fruits witzig.“

    Es ist schwer solchen Leuten in meiner Branche aus dem Weg zu gehen.

    Wo ist das Paradoxon, dass ich auswandern würde? Ich bin nicht rechts und bin diesen auch nicht zugeneigt. Bitte lest doch einfach mal vernünftig meinen Text. Ich merke keine „Pull-Faktoren“ von Rechts. Ist mein Text so missverständlich? Ich habe auch schon im Ausland eine Zeit lang gelebt.

    Die Parteien die mir am nächsten stehen sind die Humanisten und von den großen die FDP.

    Warum muss man sich dafür rechtfertigen, dass man keine Lust mehr hat von Links gebasht zu werden und deswegen in der Ultima-Ratio auf der rechten Seite stehen würde. Das ist meiner Meinung nach die einzig logische Reaktion. Warum sollte ich auf der Seite stehen, von der ich deutlich mehr Feuer bekomme? Weil es „moralisch“ das Beste ist? Das ist völlig irrational.

    Es ist ermattend so zu diskutieren.

  7. Ermüdend, ja das ist es: Vorpreschen, antäuschen. Und sich dann auf „War ja nich‘ so gemeint!“ und „Das wird man ja wohl noch…!“ zurückziehen.

    Oder natürlich den Standardspruch, den PewDiePie auch schon mehrfach abgesondert hat: „Ist doch lustig gemeint, versteht ihr denn jetzt schon Satire nicht mehr als solche?!“

    – Faustregel: Wenn ich dem Publikum erst einmal erklären muß, daß etwas als Satire zu verstehen ist, dann ist es entweder gar keine Satire, oder aber beschissen schlechte Satire, die ich lieber lassen sollte. Wie in einer Comedyshow: Scherze, die ich erst einmal umständlich erklären muß, damit sie verstanden werden, sollte ich lieber lassen, weil is‘ schlecht für die Quote unnso.

    True fruits? Ich mußte erst mal schauen, wer das denn überhaupt ist. Offenkundig ein Haufen geschmacksverirrter Menschen, die aus mir unerfindlichen Gründen der Meinung sind, daß man Obst erst einmal brutal kleinhäckseln muß, bevor man es zu sich nehmen kann. Ihre Kampagnen sind ziemlich an mir vorbeigegangen.

    Insofern keine Wertung, außer, daß sie (nach dem, was ich in WP gelesen habe), ziemlich bekloppt klingen. Aber ja, Du hast in diesem Punkt sogar recht: Nicht jeder Blödsinn ist einen Shitstorm mit Haterwelle wert. Und genaugenommen sollte man sich erst gar nicht auf solch ein Niveau herunterbegeben.

    Was Deine anderen Aussagen angeht: Zumindest in Bezug auf die Deradikalisierung liegst Du damit viel dichter am modus | zad, als Dir vielleicht bewußt ist…

    Was mich aber in der Tat irritiert: Du baust hier ein Endkampfszenario auf, in dem sich „Rechts“ und „Links“ als Supermächte gegenüberstehen. Meinst Du das wirklich ernst? Wenn nicht, dann ist Dein Text tatsächlich mißverständlich. Falls aber doch, dann muß ich ganz klar sagen: Ich persönlich würde mich überhaupt keiner Dumpfbacke anschließen wollen.

    Und überhaupt: Ich habe von BWL gar keine Ahnung, aber hast Du Dir „Push“ und „Pull“ daraus abgeschrieben? Willst Du damit sagen, Du habest das Gefühl, modus | zad wolle den Menschen „linke“ oder „politisch korrekte“ (was immer das heißen möge) Positionen aufhalsen, anstatt auf die Bedürfnisse des „besorgten PEGIDA-Anhänngers von nebenan“ einzugehen?

    Selbst wenn das stimmen sollte, dann solltest Du es nicht mit einem Gefühl belegen, sondern doch bitteschön mit Fakten – was aber heißen würde, daß Du die Broschüre mitsamt Fräulein Seibts Gedicht lesen müßtest.

    Und das wiederum erinnert mich doch stark an einen Bekannten von mir, der sich in den letzten Jahren zum begeisterten AfD-Anhänger gewandelt hat. Begründung: „Auch wenn es da Fakten gibt, habe ich doch so ein ungutes Gefühl…“

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