gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Klimawandel: Wissenschaftliche Skepsis versus Leugnung

| 6 Kommentare

Lesetipp:

Beim Humanistischen Pressedienst schreibt Amardeo Sarma über den Unterschied zwischen „Skepsis“ und „Leugnung“:

Immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass möglichst schnell etwas gegen den menschengemachten Klimawandel unternommen werden muss. Andere hingegen bezweifeln die Notwendigkeit schnellen Handelns oder dass es überhaupt einen menschengemachten Klimawandel gibt.

Ist ihre Skepsis berechtigt oder leugnen sie schlicht Fakten? Wie kann man überhaupt herausfinden, ob eigene Zweifel und Überzeugungen eine objektive Grundlage haben oder ob man sie nur hat, weil man vom eigenen Wollen an der Nase herumgeführt wird? 

Bei Astrodicticum simplex befasst sich Florian Freistetter mit „neuen Klimawandel-Mythen“, zum Beispiel:

  • „Es darf keine Verbote geben!“
  • „Ein einzelner Mensch kann nichts tun!“
  • „Die anderen Länder sind noch viel schlimmer!“

Zum Weiterlesen:

  • Klimawandel: Wissenschaftliche Skepsis vs. Wissenschaftsleugnung, hpd am 29. Oktober 2019
  • Die neuen Klimawandel-Mythen, Astrodicticum simplex am 21. Oktober 2019
  • Serie: Klimawandelmythen und -fakten bei Astrodicticum simplex, GWUP-Blog am 6. Juli 2017
  • Klimawandel: Eine aktuelle Bestandsaufnahme nach Greta, Rezo und Co. – Teil 4, GWUP-Blog am 21. Oktober 2019
  • Leugner sind keine Skeptiker, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014
  • Die verzerrte Wahrnehmung in der Klimadiskussion, Gedankenwerkstatt am 23. Juli 2019
  • Klimatische Wirkungen regionaler Atomkriege, Gedankenwerkstatt am 18. Oktober 2019
  • Klagen wegen Klimawandel: Können Gerichte die Welt retten? taz am 29. Oktober 2019

6 Kommentare

  1. Wenn wir hier schon dabei sind: Bei den Salonkolumnisten schreibe ich unter anderem darüber, dass wir in Deutschland unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (1979!!) schon mal weiter waren, viele Chancen verpasst haben und auch die Deutsche Physikalische Gesellschaft bereits 1986 vor einer Klimakatastrophe gewarnt hat und Lösungsvorschläge hatte.

  2. Und hier gibt es eine Darstellung des ökomodernistischen Ansatzes – Energiewende 4.0: Die Alternative zu Verzicht, Verbote und den „Gürtel enger schnallen“. Die Web Site: https://www.oekomodernismus.de/

  3. „Klimakrise: Warten auf die Wundermaschine?“
    Ja, prima, eine Maschine, die CO2 aus der Atmosphäre zieht und dabei die doppelte Menge CO2 emittiert ;-)

  4. Ich kopiere hier meinen Kommentar vom hpd.de (Die dortige Kommentarsituation scheint mir weniger konstruktiv als hier):

    „Für die These allerdings, dass diese Art von Leugnung für das Nichthandeln der Regierungen weltweit verantwortlich sei, gibt es keine stichhaltigen Belege. Fast überall auf der Welt hat eine teils deutliche Mehrheit den Klimawandel als Problem erkannt, selbst in den USA. Für das Nichthandeln spielen ganz andere Interessen und Abwägungen eine Rolle, wie der Bevölkerung billig Energie zu liefern.“

    Diese Frage finde ich durchaus interessant. Dabei sollte man aber bedenken, dass Ursachen sich nicht ausschließen müssen. Auf politischer Ebene hat die Leugnung in verschiedener Form durchaus eine wichtige Rolle gespielt. Siehe zum Beispiel vergangene Formen der Forderung nach besserem Wissen im Umgang mit dem Kyoto-Protokoll in den USA, Kampagnen der Öl-Konzerne, bis zum aktuellen US-Präsident.

    Diese Leugnung hat zusammen mit aktueller Befriedigung der Nachfrage nach Energie das Handeln gelähmt.
    Zusammen mit den Schwierigkeiten der Tragödie der Gemeingüter, kann auch das Nichthandeln eines einzelnen mächtigen Staates auf andere übergreifen.

    Darüber hinaus lagen erste Gefahren erst in der mittelfristigen Zukunft und schwerere Konsequenzen in weitere Zukunft, sodass sich das Handeln immer gut aufschieben ließ, ohne akute Konsequenzen.

    Mir scheint es so als würde der Text die verschiedenen Ursachen als ausschließende Alternative darstellen. Das gesamte Nichthandeln lässt sich meiner Meinung nach aber sehr viel besser durch eine Kombination der Faktoren erklären. Welchen Anteil die einzelnen Faktoren hatten, ist dabei sehr schwer zu beantworten.

    Es ist sowohl analytisch schwierig als auch empirisch. Analytisch könnte man überlegen, ob es zum Handeln gekommen wäre, wenn ein Faktor nicht vorkommen würde. Dies übersieht aber, dass die Faktoren gerade durch ihr Zusammenspiel wirksam werden. Die Abhängigkeit von fossiler Energie kann zu verstärkter Leugnung führen. Dies kann wider besseren Wissens sein (Bsp. Ölkonzerne) oder auch durch im Artikel erwähnte psychologische Mechanismen.

    Wenn man von der Wichtigkeit billiger Energie im Jetzt überzeugt ist, kann man durch Leugnung Interessenkonflikten aus dem Weg gehen. Eine empirische Abschätzung dieser Faktoren ist entsprechend schwierig, da sie sich nicht immer klar abgrenzen lassen.

    Innere Interessenskonflikte gibt es natürlich auch auf anderer Seite, bei der vollständigen Verdammung der Kernenergie, wie allgemeinen Forderungen nach deren möglichst schneller Beendigung. Hier zeigt sich aber auch wieder die Macht der Leugnungsmechanismen an dieser anderen Stelle.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.