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„Er verherrlicht den Satan“: Kollegah verliert Prozess

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Schlechtes Omen für die Abmahn-Versuche des Herrn Blume („Kollegah“), von denen auch die GWUP betroffen ist:

Vor dem Landgericht Düsseldorf hat Kollegah heute verloren, melden der Kölner Express, Bild und die Rheinische Post.

Wie unser Blog hier hatte auch das „Frühstücksfernsehen“ von SAT.1 über die Vice-Recherchen zu Kollegahs Coaching-Programm „Alpha Mentoring“ berichtet und sich dabei auf die inhärenten Verschwörungstheorien über ein angebliches weltbeherrschendes „Pyramidensystem“ mit „Satan selbst“ an der Spitze fokussiert.

Wegen Kommentarsätzen wie „Er [Kollegah] verherrlicht den Satan“ und „Er glorifiziert den Satan“ hatte der Rapper den Sender und die Moderatorin verklagt.

Jetzt entschied das Gericht, dass es sich dabei um eine zulässige Meinungsäußerung handelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Praktisch parallel dazu hat die Zeitschrift Emma Kollegah zum „größten Sexisten des Jahres“ gekürt:

In einem direkt an den Musiker gerichteten Schreiben heißt es: „Keiner ist so sexistisch, homophob und so antisemitisch wie du.“ Dieser Antisemitismus sei kein Ausrutscher, sondern habe System.

Und genau deswegen hat auch der Gemeinderat von Rastatt ein geplantes Kollegah-Konzert am 9. November in der städtischen Badnerhalle gecancelt.

Zum Weiterlesen:

  • Kollegah lässt abmahnen, GWUP-Blog am 8. August 2019
  • Kollegah mahnt unsere Recherche zum „Alpha Mentoring“ ab – wir lassen den Artikel online, Vice am 8. August 2019
  • Exklusiv: Undercover bei Kollegahs Alpha-Armee, Vice am 31. Jui 2019
  • „Wenn Sie das schreiben, verklage ich Sie!“, tagesspiegel am 8. August 2019
  • Rapper „Kollegah“ (Felix Blume) mahnt wegen skeptischer Kritik ab, konsumentenbund.de
  • Die albernen Inszenierungen von deutschen Rappern als „kritische Fragensteller“, GWUP-Blog am 3. August 2019

14 Kommentare

  1. Wie ? Und ihr bekommt keine Botschaften von Satan ? Also ich bekomme welche in denen er mir zuflüstert.. „Schließe dich den Humanisten an, werde ein humanes Arschloch“ oder „Schließe dich der GWUP an, werde einfach böse und quäle Esoteriker mit deiner Skepsis. Vor allem, höre keine Musik von Kollegah“

  2. Solche Nachrichten tun gut!

  3. Die Satanisten sind aber auch nicht mehr das, was sie mal waren.

  4. noch’n Flo:

    Besser noch: der Satan muss ganz schön auf den Hund gekommen sein – bei solchen Laudatoren.

  5. @Pierre Castell:

    Man mag von der Emma-„Auszeichnung“ ja halten, was man will:

    https://www.vice.com/de/article/ne8m38/kollegah-emma-sexist-man-alive

    Aber grundsätzlich ist Gegenwind für diesen Herrn ganz sicher angebracht.

  6. @ Bernd Harder

    Sehr guter Artikel .

    „Man kann ja auch keine 15-Jährige EMMA-Abonnentin dafür ankreiden, dass sie als erwachsene Frau in der Schweiz Steuern hinterzieht oder eine Kolumne in der BILD-Zeitung schreibt.“

    Kolumne in der BILD-Zeitung?
    Das wusste ich gar nicht.

  7. Die EMMA ist auch nicht mehr, was sie mal war… obwohl… war sie überhaupt jemals was?

    (Obwohl: die Cartoons von Franziska Becker fand ich früher ziemlich cool…)

  8. @Alexander W.:

    „Kollegah steht derzeit fast öfter vor Gericht als auf der Bühne“ …

  9. @RPGNo1:

    Überaus interessant.

    Eine BR-Redakteurin hatte Anfang August in dem Deutschrap-Podcast „Schacht & Wasabi“ berichtet, Journalisten des Magazins „Vice“ hätten sich über Wochen in das Coaching-Programm des Rappers eingeschleust […] Der Bayerische Rundfunk (BR) muss seinen Podcast über den Rapper Kollegah nicht korrigieren. Eine Gegendarstellung sei nicht nötig, sagte der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht (OLG) München am Dienstag.

    Da auch wir über den Vice-Artikel berichtet haben und Kollegah versucht hat, uns abzumahnen, ist das natürlich eine gute Nachricht.

    Sehr geil ist natürlich auch, was genau Kollegah als „falsche Sachaussage“ einzuklagen versucht. Das zeigt, dass er absolut null in der Hand hat.

    Erinnert mich an einen Sektentypen, der ernsthaft mal versucht hat, mich zu verklagen, weil ich ihn als „Deutsch- und Geschichtslehrer“ bezeichnet hatte. Er sei aber „Deutsch- und Erdkundelehrer“, deshalb sei mein ganzer Artikel falsch.

    Nun ja, die Richter haben damals ähnlich amüsiert reagiert …

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