gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Klimawandel: Eine aktuelle Bestandsaufnahme nach Greta, Rezo und Co. – Teil 4

| 42 Kommentare

Von Amardeo Sarma

Fortsetzung von Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Dies ist der vorläufig letzte Teil meiner Betrachtung des Videos von Rezo und der Faktenchecks von Stefan Rahmstorf über Mai Thi Nguyen-Kim und Medien bis hin zu „Science Skeptical“.

Nach der Bewertung der Grundaussagen zum Klimawandel in Teil 1, Kohlendioxid und Temperaturen in der Vergangenheit in Teil 2 und Naturkatastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel in Teil 3 geht es im letzten Teil um Lösungsansätze. Was sollen wir tun, was unterlassen?

Lösungsansätze

Fangen wir hiermit an: Muss die Politik nur machen, was „die Wissenschaftler“ sagen? Konkreter: „CDU und SPD müssten einfach nur das machen, was die Wissenschaftler sagen“, meint (Rezo 15:20), um dann festzustellen: „Machen sie nicht“.

Wichtiger ist hier eine weniger wissenschaftliche als vielmehr politische Frage: Wollen wir Politiker, die den Befehlen von Experten aus einem einzigen Bereich blind folgen, ohne Berücksichtigung anderer Faktoren und Interessen sowie wissenschaftlichen Erkenntnisse aus anderen Bereichen?

Seit Teil 1 ist viel Interessantes passiert, und so wird dieser Beitrag auch über die damals laufende Diskussion um Greta Thunberg und Fridays for Future hinausgehen.

Wissenschaft und politische Maßnahmen trennen

Die GWUP fordert seit jeher, dass Politik und Entscheidungsträger wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten bei Entscheidungen zur Kenntnis nehmen sollten.

Das bedeutet, dass sie zum Beispiel im medizinischen Kontext anerkennen, dass die Homöopathie nicht über den Placeboeffekt hinaus wirkt. Oder dass bei Impfungen der Nutzen gegenüber den Risiken um viele Größenordnungen überwiegt.

Daraus folgt weder ein Verbot der Homöopathie noch eine Impfpflicht.

Solche Maßnahmen erfordern nicht nur eine (sozial-) wissenschaftliche Analyse, ob diese Maßnahmen den erwünschten Erfolg haben. Auch weltanschauliche und politische Überlegungen spielen eine Rolle.

Bei Impfungen haben wir das deutlich gesehen: Liberale und Libertäre sehen bei einer Impfpflicht eher die Freiheit bedroht, während für einen Sozialisten/Sozialdemokraten oder Linken (auch Konservative?) notfalls das Gemeinwohl über die Freiheit geht.

Solche Erwägungen sind politisch und weltanschaulich, nicht wissenschaftlich.

Nebenbei: Ich persönlich bin von einer Impfpflicht aus der Überlegung abgerückt, dass eine Impfpflicht wenig effizient und andere Maßnahmen sinnvoller und wirksamer wären, wie Informationen des Robert-Koch-Instituts nahelegen.

Das Gemeinwohl oder die Interessen Betroffener über die individuelle Freiheit zu stellen, war nicht mein Problem in dieser Frage. Bei Rauchverboten in Gaststätten stellen wir die Interessen der passiv Mitrauchenden über die Freiheit, (in Gaststätten) zu rauchen. Solche Verbote folgen nicht automatisch der Wissenschaft.

Hier hätte man auch aus politischen bzw. weltanschaulichen Gründen die Freiheit der Raucher trotz des Wissens über die Gesundheitsschäden für Passivraucher stärker gewichten können. Wichtig: Eine solche Entscheidung muss dann auch politisch begründet werden und nicht mit der pseudowissenschaftlichen Behauptung, Passivrauchen sei unschädlich.

Gilt die Trennung auch in Sachen Klima?

Gehen wir zurück zu einem sehr interessanten Vortrag des schwedischen Skeptikers Sven Ove Hansson auf dem letzten World Skeptics Congress 2012 in Berlin, wo er genau das nahelegte und forderte.

Meine Rekonstruktion von Ove Hanssons Vorschlages zur Trennung der Bereiche.

Aus der Wissenschaft brauchen wir Aussagen über Erkenntnisse und Fakten, wobei wir selbstverständlich – wie der IPCC es als Zusammenfassung tut – auch die Unsicherheiten benennen.

Das gilt für Aussagen über das Klima und über die Wirkung und Nebenwirkung aller Energieträger. Bei der fossilen Verbrennung kennen wir sowohl die mittel- und langfristigen Probleme der globalen Erwärmung als auch die Gesundheitsschäden durch die Luftverschmutzung, an der (derzeit!) 2 Millionen Menschen im jährlich vorzeitig sterben.

Als Entscheidungshilfe für die Alternativen, von Kernenergie und Wasserkraft über Solar- und Windkraft sowie Geothermie bis hin zu CCS (Kohlenstoffabscheidung und Speicherung) und BECCS (CCS mit Bio-Energie), brauchen wir ebenfalls Angaben über ihr Potential, die Rahmenbedingungen und ihre jeweiligen Nebenwirkungen.

Auf Grundlage dieses Materials können Entscheidungen getroffen werden. Wie unser Energiemix in Zukunft aussehen soll, folgt nicht automatisch aus wissenschaftlichen Aussagen.

Ideal wäre es, wenn für Entscheidungen solche Aussagen und der Stand der Wissenschaft ohne Wenn und Aber ins Kalkül genommen werden. Dann sollten aber die politischen und weltanschaulichen Motive für eine Entscheidung transparent gemacht werden.

Was wollen wir? Was ist unser Zielvorstellung? Worauf beruht unsere Gewichtung wissenschaftlicher Aussagen? Welche politischen oder gesellschaftlichen Präferenzen stehen dahinter?

Das Ziel in diesem Prozess sollte sein, die Entscheidungsgründe transparent zu machen, und nicht wissenschaftliche Aussagen so zu verbiegen und „die Wissenschaft“ vorzuschieben.

Wissenschaft und Aktivismus beim Thema Klima

Grundsätzlich sind Wissenschaftler und ihre Befürworter auch Bürger mit dem Recht, sich politisch zu betätigen. Selbstverständlich können sie als Bürger auch politische Forderungen stellen, die sich auf klare wissenschaftliche Erkenntnisse berufen.

Es wird nur dann zu einem Problem, wenn jemand vorgibt, wissenschaftlich zu agieren, die politische Tätigkeit aber gleichzeitig auch andere Ziele oder Agenden verfolgt, ohne diese transparent zu machen. Möglicherweise ist das vielen noch nicht einmal bewusst, was die Sache nicht besser macht.

Unterschriften sind schnell hergeholt. Nehmen wir als Vergleich die auch als Oregon Petition bekannte Sammlung von Unterschriften gegen den Konsens im Klimawandel. Auch dort fehlte die Kompetenz in Sachen Klima.

Nehmen wir die 26.000 Unterzeichner der Stellungnahme von Scientist4Future. Würden alle Unterzeichner in der Eile, mit der diese Erklärung gestrickt worden ist, wirklich zu 100 % alles unterschreiben, was darin steht? Dabei ist nur ein sehr kleiner Teil davon Klimawissenschaftler.

Die Oregon-Petition wurde zu Recht kritisiert. Warum – bei gleichen Voraussetzungen – nicht die Erklärung der 26.000?

Zur Stellungnahme selbst: Es ist völlig in Ordnung, die Dramatik der Situation anhand des Konsenses der Wissenschaft darzustellen und ein Handeln nahezulegen.

Problematisch ist, wenn hier spezifische Handlungsmaßnahmen gefordert werden:

Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernäh­rungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend.

Stellungnahme Scientists for Future

Fast alles an diesen Forderungen ist politisch und setzt bestimmte Weltanschauungen und Zukunftsvisionen voraus. Sie sind weder alternativlos noch Konsens, weder in der Gesellschaft noch in der Wissenschaft, wobei die Energiesparmaßnahmen am unumstrittesten sein dürften.

Dabei kann man sehr wohl solche Forderungen erheben, wenn man sie klar als weltanschaulich motiviert darstellt und die Gründe uns mit den eigenen Zukunftsvisionen erläutert. Wenn man sie allerdings als wissenschaftlich begründet darstellt, ist das einfach nicht in Ordnung.

Technologiegläubigkeit?

Im Nachhinein lässt mich Rezos Aussage „Die Wissenschaft sagt, es ist alles machbar!“ (Rezo 14:27) den Kopf schütteln.

Selbst einem Possibilisten und Technophilen wie mir geht das viel zu weit. Es ist eben nicht alles machbar, und wir haben sehr, sehr schwierige Lösungswege vor uns, die teils kombiniert werden müssen. Natürlich nur, wenn wir es ernst damit meinen, kohlenstoffneutral zu wirtschaften.

Interessant in der Diskussion ist, dass der Vorwurf der Technologiegläubigkeit an diejenigen gerichtet wird, die Alternativen zu den „erneuerbaren“ Energien unterstützen, befürworten oder gar nur in Erwägung ziehen. Dabei werden viele dieser Alternativen seit vielen Jahrzehnten eingesetzt.

Norbert Aust hat in seinem Beitrag im Skeptiker 3/2019 dargelegt, dass es Batterien und andere Formen der Energiespeicherung sind, die weit von einem großflächigem Einsatz entfernt sind.

Offenbar wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn es um schon erprobte Verfahren zur erheblichen Minderung des nuklearen Abfalls geht, wird von „Technologiegläubigkeit“ gesprochen.

Wenn dagegen darauf hingewiesen wird, dass Lösungen wie das Speichern von Energie noch in den Kinderschuhen stecken, heißt es, wir seien viel zu „negativ“ und glaubten nur nicht fest genug an die „Erneuerbaren“.

Alternativlose Energiewende?

Rezo und andere in Deutschland und Kalifornien scheinen eine Zukunft mit 100 % erneuerbarer Energie als sinnvoll und möglich darzustellen. „Die Wissenschaft“ sage dies.

Die Anzahl der Alternativen ist allerdings groß und hängt mit Präferenzen und Vorstellungen über die Zukunft zusammen.

Fangen wir radikal an: Ab 2025 verwendet Deutschland keine fossilen Brennstoffe mehr. Das würde einen sofortigen Stopp der Emissionen bedeuten, wobei man auch Maßnahmen ergreifen müsste, zumindest keine zusätzlichen Emissionen durch Importe zu verursachen.

Möglicherweise könnte man auch andere Länder zu einem solchen Schritt bewegen und den weltweiten Anteil der emissionsfreien Energie steigern.

Allerdings beneide ich die Politik nicht, die (siehe Gelbwesten in Frankreich) den anschließenden politischen Aufruhr durch die Herabsetzung der Lebensstandards und Chaos bei vielen Dienstleistungen bewältigen müssten.

Es geht also, und das war der Normalzustand vor der industriellen Revolution. Die Frage ist nur: zu welchem Preis?

In der Realität wird die Antwort irgendwo zwischen einem radikalen Abschalten und „Weiter So“ liegen. Und hier wird es eine Rolle spielen, was wir der Bevölkerung zumuten wollen und können.

Wollen wir eine Lösung mit erheblicher Zerwürfnissen oder eine Lösung, bei der der Wohlstand weltweit sogar steigt, selbst wenn am Ende zunächst eine höhere globale Temperatur die Folge ist?

Das sind politische Fragen, für die es alles andere als eine klare Antwort gibt. Diese Antwort kann „die Wissenschaft“ nicht entscheiden.

Unterschiedliche Zukunftsentwürfe

Lösungen müssen nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich und politisch umgesetzt werden. Das werden wir auch bei Fragen der Entwicklung (in Asien und Afrika), des Wohlstandes und der Gerechtigkeit mit in Betracht ziehen müssen.

Und hier gibt es tatsächlich weltanschaulich ganz verschiedene Ansätze, wie verschiedene Gruppen das gleiche Problem angehen wollen. Das hat viel mit Weltanschauung und wenig mit Wissenschaft zu tun.

Matthew Nisbet: Naomi Klein or Al Gore? Making sense of contrasting views on climate change. The Conversation, 6. Oktober 2014.

Matthew Nisbet unterscheidet hier ökologische Aktivisten, „smarte“ Wachstumsreformer und Ökomodernisten.

Scientists4Future sehen das Problem ähnlich wie ökologische Aktivisten, indem sie Kapitalismus und Konsum als das Problem betrachten, das die Kapazität des Planeten überschritten hat. Sie wollen kleine Lösungen, gespickt mit Verzicht und Austerität. Ein wenig CO2-Steuer kommt noch hinzu.

Viele europäische Maßnahmen der letzten Zeit, darunter Emissionshandel und CO2-Bepreisung, folgen eher dem „neoliberalen“ Marktansatz der „smarten“ Wachstunsreformer. Sie wollen nachhaltigem Wachstum Marktanreize geben und machen „Leugner“ für den derzeitigen Missstand verantwortlich.

Ökomodernisten sehen Klimawandel als ein ernstes Problem an, dem aber ohne Beeinträchtigung von Wohlstand und Freiheit der Menschen mit technologischen Innovationen und einer Gesellschaft mit erhöhter Widerstandsfähigkeit zu begegnen ist. Sie halten Innovationen und überhaupt Maßnahmen gegen den Klimawandel für eine staatliche und überstaatliche Aufgabe und bezweifeln die Wirksamkeit von Marktmechanismen.

Jeder wird vermutlich irgend eine Mischform dieser Überzeugungen haben.

Ich mache kein Hehl daraus, dass ich aus politischen und weltanschaulichen Gründen am ehesten den ökomodernistischen Ansatz bevorzuge. Andere Wissenschaftler und auch GWUP-Mitglieder werden vermutlich ihre jeweils eigene Einstellung zum Problem und eine Vorstellung der künftigen idealen Welt haben.

Dennoch sollten ökologische Aktivisten, „smarte“ Wachstumsreformer und Ökomodernisten in der Lage sein, wissenschaftliche Erkenntnis und Fakten von Lösungen auf Basis weltanschaulicher Präferenzen zu unterscheiden.

Sie sollten nicht das eine für das andere ausgeben.

GWUP: Diskussion um Fakten und den Stand der Wissenschaft

Hier sind wir wieder bei einer Frage, die in den Bereich Wissenschaft und kritisches Denken und somit in den Bereich der GWUP fällt.

Zunächst: Was sollte die GWUP nicht tun? Sie sollte sich vom „Sollen“ zurückhalten. Konkret Forderungen an die Politik, wie es sie in der GWUP-Anfangszeit nur im Bereich der Pseudomedizin gab, sollten passé sein.

Für die GWUP und andere an Wissenschaft orientierte Personen und Organisationen gibt es dennoch ein starkes Mittel, um Entscheidungen zu beeinflussen: Alle Entscheidungen und Maßnahmen werden Folgen haben, die hervorgehoben werden können.

Sowohl Fakten und der Stand der Wissenschaft wie auch die Folgen des Tuns und Nichttuns werden in der Zeitschrift Skeptiker, auf SkepKons und auch hier im Blog behandelt.

Gerade der momentane Aktivismus mancher Klimaforscher sollte zu denken geben: Neben Wissenschaft spielen bei Handlungsempfehlungen, wie bei Scientists for Future, immer Weltanschauungen und politische Präferenzen mit.

Wenn die GWUP – aber auch andere – als ehrlicher Ratgeber auftreten wollen, können sie nicht Lösungen anbieten, bei denen es nur so von Ideologie oder Weltanschauung trieft.

Kurz: Die GWUP könnte nie Scientists4Future beitreten.

Viel besser macht es die Organisation, die auch viel mehr Kompetenz und Gewicht besitzt: der IPCC. Dieser macht es anders als Scientists4Future: „Wenn Ihr das 1,5-Grad-Ziel einhalten wollt, dann gibt es diese vier Szenarien, um das Ziel zu erreichen.“

Ganz nebenbei, weil die Diskussion den IPCC oft falsch interpretiert wird: Er gibt das 1,5 Grad Ziel nicht vor. Er sagt lediglich, welche Szenarien es zur Erreichung dieser Ziele gibt, und unterscheidet diese sogar nach unterschiedlichem Energiebedarf.

Zurück zu den Lösungsansätzen

Bevor wir auf die Vorschläge in dem Rezo-Video eingehen, sollten wir die drei Handlungskomplexe zur Eindämmung des Klimawandels betrachten, die auch der Weltklimarat IPCC behandelt.

Es geht um Abmilderung (engl: mitigation), meist als Vermeidung bezeichnet, Anpassung und Gegensteuerung. Die zwei letzten, aber immens wichtigen Handlungskomplexe wurden nach anfängliche Abwehrreaktionen aufgenommen.

Vermeidung

Der wohl immer noch wichtigste – wenn auch bei weitem nicht einzige Maßnahmenkomplex ist die Vermeidung von Emissionen, die zur Erwärmung führen.

Hier sei laut Rezo alles machbar (Rezo 14:27) und er empfiehlt Wind-, Wasser- und Solarenergie als den Weg (Rezo 15:00).

Bei solchen Szenarien mit 100 % Erneuerbaren wird oft auf die umstrittenen Arbeiten von Mark Jacobson von Berkeley hingewiesen. Clack et al. haben in einer Replik im Journal PNAS zahlreiche Fehler und unhaltbare Annahmen und Prämissen festgestellt. Auch im Internet gibt es gute und detaillierte Abhandlungen darüber.

Volker Quaschning ist ebenfalls nicht stellvertretend für einen Konsens in der Wissenschaft. Dass er für Solar- und Windkraft aufgrund seines Auftrages für etwas zu sein wirbt, ist verständlich. Auf die Problematik solcher Ansätze hat Norbert Aust auf der SkepKon 2019 berichtet.

Die Behauptung, dass „die Wissenschaft“ das einhellig so sieht, ist weit von der Realität entfernt.

Der Weltklimarat IPCC – der einer Konsensposition weit näher ist – sieht eine Kombination von Wind-, Solar-, und Wasserenergie sowie, CCS, BECCS und Kernenergie für alle vier Szenarien, um das 1,5oC Ziel zu erreichen.

Anpassung

In Teil 3 schrieb ich bereits, dass Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sogar ohne den Klimawandel Sinn machen.

Sie sind auch deswegen wichtig, weil wir auch bei einem sofortigen Stopp der Emissionen eine veränderte Umwelt bekommen und die Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5oC ohnehin nicht mehr erreichen werden.

Die überarbeitete Ausgabe von Mark Lynas‘ Buch „Six Degrees“ wird auch die Veränderungen bei 1,5oC neben 1, 2, 3, 4, 5 und 6 Grad aufnehmen. Das sind die jeweiligen Welten, auf die wir uns vorbereiten müssen.

Mark Lynas: Six Degrees: Our Future on a Hotter Planet. Harper Collins e-books

Die erforderlichen Anpassungen umfassen unter anderem die folgenden Punkte:

  • Bei Nutzpflanzen Anpassung an Dürre, Überflutung und salzhaltiges Wasser neben dem Schutz vor Schädlingen, wozu die neueste Pflanzentechnologien und eine verbesserte Agrarpraxis beitragen können. Das Ziel wäre die Sicherung der Welternährung unter verschärften Bedingungen. 
  • Gegen die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria (siehe Teil 3) können auch jetzt mehr Investitionen in Prävention und Forschung helfen.
  • Besserer Schutz vor Naturkatastrophen.
  • Schutz der Bevölkerung bei einem Anstieg des Meeresspiegels, wozu neben Schutzwällen und weniger Bauten in der Küstenregion auch eine rechtzeitige Umsiedlung gehören.

Gegensteuerung

Das Verfahren BECCS trägt nicht nur zur Vermeidung von Emissionen bedeutsam, es sorgt sogar für negative Emissionen, indem es Kohlendioxid wieder aus der Luft holt.

Aber auch andere Verfahren, wie künstliche Photosynthese, können Kohlendioxid wieder auf der Luft saugen. Hier müssen wir andere als die natürlichen Verfahren überlegen, um Kohlenstoff dem Erdboden zurückzuführen.

Selbst Verfahren zur Erhöhung der Albedo (mehr Licht von der Sonne wird ins All zurückgestrahlt), die durchaus ihre Probleme haben, könnten für eine gewisse Zeit erforderlich sein.

Ein solches Verfahren ist, Schwefeldioxid (Aerosole) in die Stratosphäre zu bringen, um damit die Wolken heller zu machen und mehr Licht von der Sonne zu reflektieren.

Wikipedia gibt einen guten Überblick für solche Verfahren, die unter der Überschrift „Geoengineering“ gehandelt werden.

Wie also weiter?

Der Klimawandel ist ein vertracktes, extrem komplexes Problem. Die Handlungsoptionen sind vielfältig und erweitern sich ständig.

Die Lösung gibt es nicht. Die deutschen Bundesregierungen unter Rot, Grün, Schwarz und Gelb in verschiedenen Kombinationen sind mit der Energiewende kaum vorangekommen.

Klar ist, dass der Horizont der Möglichkeiten auch über Vermeidung des CO2-Ausstoßes hinaus erweitert werden muss. Dazu gehört es auch, sich ernsthafte Stimmen in einem rationalen und wissenschaftlich orientierten Austausch anzuhören.

Die Bundesregierung wäre gut beraten, eine Bestandsaufnahme der Maßnahmen sowie der damit erfolgten Erfolge und Misserfolge durchzuführen. Berater sollten Berater und keine Aktivisten sein.

Es gibt den IPCC, der gute Arbeit leistet. Etwas Vergleichbares in Europa, aber ohne deutschen Tunnelblick, würde auch Deutschland und Europa gut zu Gesicht stehen.

Zum Weiterlesen:

42 Kommentare

  1. „Die GWUP fordert seit jeher, dass Politik und Entscheidungsträger wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten bei Entscheidungen zur Kenntnis nehmen sollten.“

    Nun ja. Politik und Entscheidungsträger haben das Problem des Klimawandels seit 30 Jahren zur Kenntnis genommen. Passiert ist trotzdem nichts.

    Daher kann ich gut nachvollziehen, dass auch Wissenschaftler vermehrt auf die politische Handlungsbühne treten. Es sind schließlich auch Menschen. Bei den Forschern der jungen Generation geht es immer mehr um die ganz persönliche Zukunft.

    Dass Berater keine Aktivisten sein sollen, ist ein Ideal, dass sich vieler dieser jungen Wissenschaftler schlichtweg nicht mehr leisten können.

  2. @crazyfrog: nein, stoppen geht so einfach nicht und es gibt bei manche Geoengineering-Verfahren auch Risiken, so dass diese nur einsetzen sollten wenn es gar nicht mehr anders geht und dann auch nur, wenn die möglichen auch negativen Konsequenzen durch Forschung geklärt sind. Deshalb brauchen wir hier Forschung, um im Notfall zu wissen, ob, wie und was wir wirklich einsetzen.

    @Michael Fischer: Das stimmt nicht so ganz – viele genau dieser Wissenschaftler beraten die Bundesregierung bereits seit langem und die Frage ist, ob sie gut beraten haben oder nur – wie ich im Beitrag zitiert habe – Dinge vorschlagen, die alles andere als (weltweiter) wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Konsens ist und – noch wichtiger – alles andere, als erfolgreich waren.

    Der derzeitige Aktivismus, die Lösungen anbietet, die nur einem bestimmten gesellschaftlichen Klientel bedient birgt die Gefahr der Polarisierung, die dann er hindert als nützt.

    Nebenbei: Wie ich schon schrieb ist Aktivismus ok wenn man ihn nicht als Wissenschaft tarnt.

    Im Übrigen wusste Bundeskanzler Helmut Schmidt schon vor 40 (!) Jahren vom Problem, der aber von Umweltaktivisten der eigenen Partei gebremst wurde, wodurch weitere Kohlekraftwerke ermöglicht wurden.

  3. @Amardeo Sarma: „viele genau dieser Wissenschaftler beraten die Bundesregierung bereits seit langem und die Frage ist, ob sie gut beraten haben oder nur – wie ich im Beitrag zitiert habe – Dinge vorschlagen, die … alles andere, als erfolgreich waren.“

    Da würde mich jetzt aber interessieren, welche konkreten Vorschläge der Wissenschaftler – Sie können ruhig Roß und Reiter beim Namen nennen – denn von unserer Politik überhaupt je konsequent umgesetzt wurden und sich daraufhin als Schlag ins Wasser erwiesen haben.

    Mir fällt spontan die die mangelhafte Umsetzung des EU-Emissionshandels in Deutschland ein, „wo die festgelegten Emissionsreduktionen deutlich hinter der Verpflichtung durch das Kyoto-Protokoll sowie früheren, weiter gehenden Reduktionszielen zurückblieben“ (https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Emissionshandel#Kritik_an_der_Umsetzung_in_Deutschland).

    Vielen Dank für den Link zum Spiegel-Artikel von 1979. Man lasse sich diesen Satz auf der Zunge zergehen: „Für die nächsten 30 Jahre, bis neue unerschöpfliche Energiequellen aus Sonne, Wind und Meer erschlossen sind, hält Schmidt Kernenergie für unerläßlich.“

    Das heißt aber auch: 2009 hätten laut Schmidts Vorstellung sämtliche Kern- und Kohlekraftwerke überflüssig sein sollen…da erübrigt sich m.E. jede Diskussion darüber, ob die Politik ihre Hausaufgaben in den letzten 40 Jahren gemacht hat oder nicht.

  4. @Amardeo Sarma

    Die GWUP und das Sollen

    „Was sollte die GWUP nicht tun? Sie sollte sich vom „Sollen“ zurückhalten.

    Konkret Forderungen an die Politik, wie es sie in der GWUP-Anfangszeit nur im Bereich der Pseudomedizin gab, sollten passé sein.“ Gleizeitig: „Deshalb brauchen wir hier Forschung, um im Notfall zu wissen, ob, wie und was wir wirklich einsetzen.“ Das klingt jetzt aber nach einer sehr konkreten Forderung, die durchaus umstritten und kein Konsens ist. Einige Akteure betonen die Gefahr, dass solche Forschung die Anstrengungen zur Mitigation verringern könnte. Also sind in der Forderung gewisse nicht belegte Annahmen (ggf. Werturteile) enthalten.

    Eine grundsätzliche Soll-Forderung steht ja auch bereits am Anfang: „Die GWUP fordert seit jeher, dass Politik und Entscheidungsträger wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten bei Entscheidungen zur Kenntnis nehmen sollten.“ Vielleicht ist es ratsam das Verhältnis genau zu vergegenwärtigen und ggf. nur letztgenannte Forderung beizubehalten, das würde aber auch Zurückhaltung bei der Frage nach weiterer Forschung mit sich bringen.

    Die Petitionen

    Die Oregon-Petition wurde ja nicht nur kritisiert, weil die Petenten nicht unbedingt kompetent sind, sondern ein breites Spektrum von Wissenschaftlern. Der Hauptgrund der Kritik geht aber darüber hinaus und ist, dass die Petition zum großen Teil der Evidenz widerspricht.

    Die Kritik an den Scientists for Future, die Sie hier formulieren, erscheint mir eher, dass eine weltanschauliche Begründung, die zusätzlich für spezifische Maßnahmen besteht, nicht transparent ist. Das ist aber eine ganz andere Kritik.

    Die eine Petition widerspricht der Evidenz und die andere übergeht, dass die Evidenz für spezifische Maßnahmen nicht ausreicht.

  5. Alle reden über die Klimakrise, aber kaum einer versteht sie. Über ihre Ursachen und wie unsere Zukunft aussieht – bei 1,5 bis vier Grad.

    https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/was-die-klimakrise-wirklich-bedeutet-e946076/

  6. Zitat:

    >>Anpassung

    In Teil 3 schrieb ich bereits, dass Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sogar ohne den Klimawandel Sinn machen.

    Sie sind auch deswegen wichtig, weil wir auch bei einem sofortigen Stopp der Emissionen eine veränderte Umwelt bekommen und die Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 C ohnehin nicht mehr erreichen werden.<<

    Wie passt das mit der sozialen und/oder politischen Interessenabwägung zusammen? Die Auswirkungen werden alle betreffen, und werden nicht mehr zu verhindern sein.

    Die Wissenschaft sollte mit deutlich lauterer Stimme sprechen, und das kann sie auch, ohne politisch zu sein. FridaysForFuture und ScientistsForFuture mögen politisch sein und die von Ihnen angesprochenen Schwächen aufweisen, aber sie werden gehört.

    Wenn die Politik zu wenig oder gar keine Reaktion zeigt, sollte dann nicht von der Wissenschaft, und damit auch von der GWUP, allen Menschen laut gesagt werden: hier sind unsere Ergebnisse, und die Auswirkungen werden kommen, und die notwendigen Entscheidungen werden nicht getroffen.

    Wenn ein Politiker öffentlich derartiges sagt: "wir müssen Maßnahmen ergreifen, aber die dürfen nicht unbequem sein und niemandem eine andere Lebensweise aufdiktieren",

    dann muss ein Wissenschaftler ebenso laut öffentlich erwidern: das wird die Konsequenz haben, dass euch eure Umwelt eine andere Lebensweise aufzwingt.

  7. Wenn ich das richtig sehe, macht es „die Wissenschaft“ der Politik – üblicherweise Laien auf diesem Gebiet – nicht leicht. Die Politik kann sich ja nicht darin erschöpfen, die Ergebnisse der Analyse zur Kenntnis zu nehmen („Die Erwärmung des Klimas ist menschengemacht.“), sondern muss nach vorne gerichtet zweckmäßige Aktivitäten davon abzuleiten.

    Und dabei ergeben sich doch ganz erhebliche Probleme:

    Zum einen gibt es unterschiedliche Auffassungen, die im Gewande der Wissenschaft daherkommen, was sinnvolle Aktivitäten sein könnten. Man denke nur an Quaschning, der sich mit einem Professorentitel schmückt, und dann mit voller wissenschaftlicher Autorität behauptet, die Umstellung auf 100 % EE sei bis deutlich vor 2050 möglich und scheitere nur an dem politischen Willen und sei überdies noch preiswert und ohne weitere negative Auswirkungen zu haben.

    Zum Anderen muss man fragen, ob die Wissenschaft sich denn klar äußert, so klar, wie es ein wissenschaftlicher Laie braucht um sich zu entscheiden.

    „Nach heutigem Kenntnisstand …“, „Nach dem, was wir heute wissen …“ ist zwar wissenschaftlich korrekt, aber das mitschwingende „aber morgen sieht das eventuell anders aus“ wirkt auf den Politiker vielleicht etwas wenig verbindlich, wenn er weitreichende Entscheidungen treffen muss, die unsere gesamte Wirtschaft und Gesellschaft umkrempeln können, was mit einiger Wahrscheinlichkeit bei großen Wählergruppen nicht gut ankommt.

    Da hat „die Wissenschaft“ sicher noch Hausaufgaben zu machen.

  8. Amardeo, danke für diesen sehr aufschlussreichen Beitrag!

    @ libertador: Wissenschaftliche Erkenntnis hilft bei der Einschätzung der Folgen von Entscheidungen. Es bleibt nach wie vor Aufgabe von Politik und Gesellschaft, zwischen den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Alternativen abzuwägen.

    Im Idealfall hebt wissenschaftliche Erkenntnis die politische Diskussion auf ein höheres Niveau. Wenn man so will, ist Vertrauen in die wissenschaftliche Methode ein Wert, der der GWUP sehr wichtig ist. Das mag ein „Sollen“ sein, ein Widerspruch in Amardeos Argumenten sehe ich deswegen nicht.

    @ Norbert: Es passiert häufig – man denke an Wirtschafts- oder Sozialpolitik – dass politische Entscheidungen getroffen werden, ohne dass man sich über die Folgen wirklich im Klaren ist. Entscheidungsgrundlage sind dann häufig Werte oder moralische Kriterien, ob einem z.B. Eigenverantwortung oder Solidarität wichtiger ist wird von den Werten der Person oder Gruppierung bestimmt.

    Bei Fragen mit naturwissenschaftlicher Grundlage sind die möglichen Folgen einer Entscheidung vielleicht besser bekannt, aber auch dort schwingen ganz erhebliche Wertvorstellungen immer mit. Insofern sollte aber Unsicherheit für die Politik hoffentlich nichts Außergewöhnliches sein.

    Eine ganz andere, aber leider auch drängende Frage ist, ob unsere Gesellschaften (und unsere westliche Demokratien) dazu in der Lage sind, kurzfristige Vorteile aufgrund langfristiger Überlegungen zurückzustellen.

    In der Wirtschaft hört man oft das Argument, Familienunternehmen (=undemokratisch) könnten besser langfristig planen als börsennotierte Unternehmen (=Aktionäre mit Stimmrecht), die nur am Profit des nächsten Quartals interessiert seien.

  9. @ Philippe Leick:

    Warum sind Stimmrechte von Eigentümern in Familienunternehmen „undemokratisch“, in Aktiengesellschaften „demokratisch“? Weil es im ersten Fall wenige, im zweiten Fall (oft) viele sind?

    Der Begriff „demokratisch“ passt hier nicht, weil in dem einen wie in dem anderen Fall nur die Shareholder im Blick sind, nicht die Stakeholder, wie es bei einer demokratischen Entscheidungsarchitektur sein müsste.

    Abgesehen davon, wie demokratisch Unternehmen geführt werden können und sollen (ansatzweise ist das durch die Mitbestimmung ja verankert): Ist das überhaupt der Hebel für eine klimafreundlichere Wirtschaftsweise, oder ist das nicht eher eine Frage der überbetrieblichen Ebene, z.B. der Wirtschaftspolitik? Dort wird ja auch festgelegt, welche Rolle z.B. Quartalszahlen bei Aktiengesellschaften spielen.

    Ergo: Welche Rolle spielt die gegenwärtige Struktur der Finanzmärkte mit ihren kurzfristigen Gewinnerwartungen (um flexibel Anlageentscheidungen ändern zu können) in der Geschichte, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse haben wir dazu und was wäre daraus zu folgern?

  10. @Joseph Kuhn: Der Ökonom Mathias Binswanger äußerte sich hierzu in einem Interview:

    Binswanger: Das heutige System braucht Wachstum, und wir haben im Moment keine funktionierende Alternative. Aber wir müssen nicht ein maximales Tempo anstreben, wie wir es bislang machen. Das liegt auch daran, dass Aktiengesellschaften (AGs) die wichtigsten Treiber des Wachstums sind. An der Börse entsteht enormer Druck, Gewinne zu maximieren. Wir können Unternehmen anders organisieren.

    STANDARD: Wie denn?

    Binswanger: Zum Beispiel in Richtung Genossenschaften, ohne diese verherrlichen zu wollen. Eine Genossenschaft kann sich auch andere Ziele setzen als Profitmaximierung. Sie können etwa Umwelt- oder soziale Ziele festlegen. Das schafft neue Möglichkeiten.

    (https://www.derstandard.de/story/2000106563574/oekonom-die-kritiker-irren-wir-muessen-immer-weiterwachsen)

  11. @ Maggi:

    So ganz überzeugend ist das nicht. Genossenschaften können sicher in bestimmten Wirtschaftsbereichen andere Akzente setzen, im Wohnungsbau beispielsweise. Aber welche Chance hätte eine Nonprofit-Genossenschaft, die z.B. Autos baut, also auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein müsste, und auf dem Kapitalmarkt attraktiv, um ihre Investitionen tätigen zu können?

    Es geht eben nicht nur darum, welche Ziele sich ein Unternehmen selbst setzt, sondern vor allem auch um die Rahmenbedingungen, unter denen es wirtschaften muss. Davon abgesehen, können sich natürlich auch Unternehmen, die nicht die Rechtsform einer Genossenschaft haben, andere Ziele als Profitmaximierung setzen. Kapitalgesellschaften können sogar rechtlich als gemeinnützig verfasst sein.

  12. Gestern (23.10) bei „Markus Lanz“ im ZDF ging es auch u.a um „Klima und Politik“.
    Gäste u.a. Klaus Töpfer, Luisa Neubauer und Mark Benecke, die beiden letzteren machten Werbung für ihre Bücher…komischerweise bringen die meisten Gäste immer Bücher heraus, wenn sie in die Sendung kommen…und Lanz hat sie immer alle gelesen (und lobt sie über den Klee) ;-)

  13. Sorry…gestern war eigentlich vorgestern, der 22.10…also der Dienstag…

  14. @Joseph Kuhn
    In Ihrer Antwort auf @Maggi wechseln Sie unbegründet von „Genossenschaft“ auf „Non-Profit-Genossenschaft. Daher ist Ihre Antwort nicht überzeugend, oder: Wieso solte eine Genossenschaft keine Profite machen (dürfen).

  15. @Philippe Leick
    Die wissenschaftliche Methode impliziert kein bestimmtes Forschungsziel, sondern kennzeichnet gute Forschung. Herr Sarma hat aber ein bestimmtes Forschungsziel gefordert, nämlich die Untersuchung von Geoengineering.

    Dieses Forschungsziel ist in der Debatte umstritten. Einige argumentieren, dass schon die Erforschung von der Vermeidung ablenkt und die Erforschung damit einen negativen Effekt hat.

    Dies kann man sicherlich anders sehen, aber dann gibt man eine konkrete Handlungsempfehlung und diese sollte die GWUP laut Herrn Sarma ja unterlassen.

    Hier findet man einen zum Thema der Geoengineering-Forschung: https://philpapers.org/rec/MOREAO-4

    Man könnte jetzt sagen, dass Erforschung ein grundsätzliches Ziel der GWUP ist, dann liegt aber tatsächlich eine Weltanschauung zugrunde, die Forschung auch ohne Ziel, bzw. selbst wenn sie Schäden anrichtet, für gut hält. Ich glaube nicht, dass die GWUP sich darauf festlegen muss. Eine Alternative ist ja die Forderung die wissenschaftliche Methode anzuerkennen.

    Damit fordert man keine spezifische Forschung, sondern Anerkennung der Ergebnisse von Forschung.

  16. @ Joseph Kuhn:

    Sicher ist der Vergleich nicht perfekt, aber auch nicht ganz unpassend. Mit dem Hinweis, dass in einem Unternehmen die Anteilseigner nur eine kleine Untermenge der Stakeholder sind, hast du absolut recht.

    Allerdings dürfen auch in einer Demokratie nicht alle Stakeholder wählen.

    Die Frage, inwiefern die Wähler in einer Demokratie oder die Aktienbesitzer sich bei ihren Entscheidungen vom kurzfristigen Eigeninteresse leiten lassen, finde ich jedenfalls nach wie vor interessant.

    @ Libertador:

    Über den Einsatz von Techniken wie dem Geoengineering wird es in naher Zukunft aller Voraussicht nach ideologische wie pragmatische Debatten geben. Die Unterschiede zwischen den Argumentationsmustern hat Amardeo ganz gut erläutert.

    Ideologie orientiert sich am Weltbild, an der gewünschten Rolle von Natur, Gesellschaft und Technik, während Pragmatismus sich vor allem fragt, welche Vor- und Nachteile eine Maßnahme hat, welche Kosten anfallen und wie sie organisiert werden kann – letztendlich also, wie ihre Bilanz im Vergleich zu den Alternativen aussieht.

    Es sind diese pragmatischen Überlegungen, die durch Forschung auf ein besseres Fundament gestellt werden. In diesem Sinn sind weder Ideologie noch Pragmatgismus per se gut oder schlecht.

    Dass die „Erforschung von Geoengineering von der Vermeidung [von Treibhausgas-Emissionen] ablenkt“ scheint mir ganz klar ein ideologisches Argument zu sein.

    Der Verzicht auf Forschung bedeutet in meinen Augen aber, dass potentiell wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels a priori ausgeschlossen werden. Ich kann darin keinen Vorteil erkennen.

    Auch wenn wir einmal von unethischen Versuchen oder katastrophalen Unfällen absehen, sollte ich wohl nicht argumentieren, dass Forschung an sich nie Schaden anrichtet – Erfahrung und Geschichte zeigen klar, dass jede einmal entdeckte Technik zum Einsatz kommt, häufig genug lange bevor man sich über ihre Folgen Gedanken gemacht hat.

    Nur scheint mir ebenso klar, dass die Alternative „keine Forschung“ insgesamt nie und nimmer zu besseren Ergebnissen geführt hätte.

  17. @ Peter Zeller:

    „Wieso solte eine Genossenschaft keine Profite machen (dürfen).“

    Natürlich gibt es auch Genossenschaften, die auf Profite aus sind und natürlich dürfen sie es auch. Sie tragen mir meine Eulen ins Haus zurück. Sie müssten Ihre Kritik an Binswanger richten, den „Maggi“ zitiert hatte.

  18. Der Klimawandel verändert nicht nur das Antlitz der Erde, sondern auch unsere Psyche: Wetterkatastrophen verursachen Traumata und Ängste, Hitze geht einher mit steigenden Selbstmordraten. Rund um den Globus befällt Menschen eine „ökologische Trauer“ […]

    Der Klimawandel schlägt insgesamt auf sehr vielfältige Arten auf die Psyche nieder. Schon länger ist bekannt, dass sich akute Wetterkatastrophen, die sich im Zuge des Klimawandels häufen, verheerend auf die seelische Gesundheit auswirken. In einer Übersichtsarbeit der American Psychological Association haben Forscher um die Psychologin Susan Clayton vom College of Wooster in Ohio zahlreiche Befunde zusammengetragen. Ob man selbst verletzt wird, den Tod eines geliebten Menschen beklagen muss oder sein Eigentum verliert: Klimakatastrophen können zu traumatischem Stress und Angststörungen führen.

    Doch mittlerweile offenbart sich, dass es nicht nur die Wirkungen akuter Klimakatastrophen gibt. Auch dass die Erderwärmung den Planeten zunehmend und langfristig umformt, stellt eine Belastung für die Psyche dar. „Immer mehr Untersuchungen deuten darauf hin, dass die allmählichen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel auch unsere psychische Gesundheit beeinträchtigen werden“, sagt Susan Clayton.

    Neben Trauer und Ängsten angesichts der allmählichen Umgestaltung der heimatlichen Landschaft machen Menschen vor allem die steigenden Temperaturen und Wetterextreme zu schaffen. „Hitze geht einher mit Aggression und einer Verringerung von prosozialem Verhalten“, so Susan Clayton. Eine mögliche Erklärung ist dabei laut der Psychologin, dass Hitze die Fähigkeit zur Selbstkontrolle verringert und negative und feindselige Gedanken fördere. „Die Forschung zeigt zudem einen Zusammenhang zwischen höheren Temperaturen und Selbstmordraten, Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und verminderter kognitiver Leistungsfähigkeit.“

    https://www.welt.de/wissenschaft/plus202562906/Wie-der-Klimawandel-die-Psyche-beeintraechtigt.html

  19. Unerfreulicher Update und Realität der #Energiewende:

    Während der emissionsarme und noch für Jahrzehnte funktionsfähige Kernkraftwerk Philippsburg Ende des Jahres außer Betrieb genommen wird steht der Ersatz bereit. Der Klimakiller und Kohlekraftwerk Datteln 4 wird 2020 in Betrieb genommen.

    https://www.reuters.com/article/uniper-coal-plant/unipers-datteln-4-coal-plant-allowed-to-enter-service-sources-idUSL8N27F4VC

    Für diese nach Helmut Schmidt als Bundeskanzler verfehlte Klimapolitik werden wir nun alle mit großer Sicherheit aufgerufen, unseren Gürtel enger zu schnallen, zu verzichten und weniger zu konsumieren da die Energiewende daran scheitert und verhindert, uns allen als Bürgerinnen und Bürgern des Landes sicheren, zuverlässigen und billigen Strom zu liefern.

  20. Ein Wissenschaftsmagazin fordert mehr psychologische Unterstützung für verzweifelte Klima- und Umweltforscher. Das ist unbedingt ernst zu nehmen.

    https://www.sueddeutsche.de/wissen/emotionen-heult-ruhig-1.4662009

  21. Greta Thunberg hat ja jetzt ein ziemliches Problem. Ob allerdings diese Lösung das Passende ist?

    https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/greta-thunberg-erhaelt-flugangebot-von-eurowings-fuer-atlantikflug-8984002.html

  22. „Leugnen, Twittern, Panik schieben? Klimadebatten im Netz sind vielschichtiger als ihr Ruf“:

    https://berlinergazette.de/klimadebatten-im-netz-sind-vielschichtiger-als-ihr-ruf/

  23. „Leugnen, Twittern, Panik schieben? Klimadebatten im Netz sind vielschichtiger als ihr Ruf“
    Ist das Internet der neue Turm zu Babel? – Der Turmbau zu Babel führte zur Babylonischen Sprachverwirrung (lateinisch: „confusio linguarum“)…mir gefällt der lateinische Ausdruck… ;-)

  24. Ohne eine massive Zunahme der Klimaschutzbemühungen der „Big 4“ China, USA, Indien und Russland sieht es mau aus. Aber die USA haben sich nun endgültig aus dem Pariser Abkommen verabschiedet, in China wird weiterhin immer mehr CO2 in die Luft geblasen und Indien und Russland haben ja noch nicht mal richtig angefangen mit dem Klimaschutz.

    https://www.bluewin.ch/de/news/wissen-technik/grossteil-der-klimaschutz-plaene-weltweit-ist-unzureichend-319709.html

    Immerhin, 35 europäische Staaten liegen laut Experten auf Kurs:

    „Die 28 Staaten der EU haben gemeinsam einen Anteil von neun Prozent – und sind dem Bericht zufolge mit ihren Plänen auf Kurs. Bis 2030 könnte der CO2-Ausstoss 58 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen. Daneben werten die Autoren nur noch Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, Moldawien, die Schweiz und die Ukraine als Länder, deren aktuelle Zusagen zum jetzigen Zeitpunkt ausreichen.“

    Allerdings sollte es niemanden verwundern, wenn in diesen Ländern die Bereitschaft, etwas (mehr) fürs Klima zu tun, bald schon wieder abnehmen wird, wenn die grossen Klimasaurier alle Bemühungen einfach verschlucken.

  25. @noch’n Flo
    Das glaube ich nicht, daß das Bemühen um Klimaschutz abnehmen wird, da die Folgen in den nächsten Jahren immer deutlicher zu spüren werden sein…

    der Klimawandel geht schneller voran, als alle Wissenschaftler dachten…ich glaube wir haben ein Kipppunkt (geil, ein Wort mit drei ‚p‘ nacheinander) erreicht.

    Seit den frühen Neunzigern ist der Klimawandel schon im kollektiven Bewußtsein angekommen, aber gehandelt hat Niemand, da man dachte das Ganze liegt noch in weiter Zukunft und man hätte „ewig“ Zeit…dem ist nicht so und das wird sich in den nächsten Jahren zeigen (nicht Jahrzehnten!)…

    Greta wäre nicht so erfolgreich, wenn nicht auch die nördlichen Industrienationen schon die ersten Folgen des Klimawandels spüren würden…daß Afrika immer heißer wird, wenn kümmert es? –

    Aber wenn wir mit 40° im Schatten schwitzen, dann wird es relevant.

  26. @crazyfrog
    Hätte das Schulfach nur den „Klimawandel“ als Thema, dann wäre ich nicht zufrieden, da es aber auch der nachhaltigen Entwicklung gewidmet ist, finde ich es gut…nur über den Klimawandel zu referieren und ein „how can dare you?“ auszusprechen finde ich zu wenig, es sollten auch Perspektiven erörtert werden.

    Nur die Schuld älterer Generationen zuzuschreiben, verfehlt das Ziel und ganz unschuldig sind die jungen Menschen auch nicht, da sie von dem CO2-Ausstoß ihrer Eltern und Großeltern profitieren, der erst den vernetzten Wissensaustausch ermöglicht und auch die ganzen bunten Smartphones, die diese Generation so lieb hat…

    ohne die Forschung, die viel CO2 emittiert hat, wären diese jungen Leute nicht so weit…how can dare you?

  27. @ Ralf i.V.:

    „Das glaube ich nicht, daß das Bemühen um Klimaschutz abnehmen wird, da die Folgen in den nächsten Jahren immer deutlicher zu spüren werden sein…“

    Ob das ausreicht, wenn die Menschen in Europa merken, dass sie sich umstellen und einschränken können so viel sie wollen, während sich die Grossverschmutzer auf wirtschaftliche Notwendigkeiten herausreden, um ihren Unwillen zum Klimaschutz zu rechtfertigen, und damit das Problem immer nur noch grösser wird?

  28. @noch’n Flo
    Ich baue dabei auf die „Normative Kraft Des Faktischen“…

    vielleicht wird es zu spät sein, aber irgendwann wird uns die Realität einholen und zwar mit einer großen Kraft…kein Glaube, kein Gott kann uns retten, nur wir (auch wenn es zu spät ist)…wir werden alles versuchen, um uns zu retten, der Überlebenswillen wird stärker sein als alles andere, auch der Wunsch nach Resignation wird erliegen, die Wirtschaft wird sich schneller in Luft auflösen, als eine Seifenblase…

    natürlich wird das die Welt in ein Chaos stürzen, aber das wird in potenzierter Weise auch geschehen, wenn die Welt so weiter macht, wie bisher…

    ich kann verstehen, wenn rechts-konservative Kreise denken, die Klima-Kathastrophe sei eine Erfindung der links-grünen, um uns alle zu deren Werten zu bekehren…aber dem ist nicht so und das wird die „Normative Kraft des Faktischen“ zeigen…

    auch wenn es schon zu spät ist…das ist wohl einer der Momente, in denen man sich wünscht Unrecht zu haben.

  29. Wann begreift die Welt den Klimanotfall? Wir haben fünf Forscher gefragt, wie es sich anfühlt, wenn ihre Warnungen verpuffen. Im Video sprechen sie über ihre Emotionen.

    https://www.zeit.de/video/2019-10/6099132755001/klimanotfall-wenn-es-so-weiterlaeuft-steht-die-welt-in-flammen

  30. Axel Bojanowski wieder mal treffend darüber, was bei einigen Klimawissenschaftlern und Klimaaktivisten schief läuft.

    Unter den von 11.000 unterschriebenen Klimaaufruf befindet sich unter anderem Mickey Mouse.

    Zum Aufruf selbst zitiere ich aus dem Artikel:

    „Grobe Mängel im Aufsatz vergrößern das Problem: Eine Grafik etwa zeigt, dass die Welt massiv an Wald eingebüßt habe – eine grobe Irreführung. Erst im August haben die Vereinten Nationen das Gegenteil berichtet: Die Vegetation hat weltweit über die vergangenen Jahrzehnte stetig zugenommen. Eine weitere Grafik zeigt, dass Wetterkatastrophen häufiger geworden wären – ebenfalls ein Widerspruch zu UN-Daten, die bislang keinen globalen Klimaeffekt bei Wetterkatastrophen zeigen.

    Während der UN-Klimareport regelmäßig überzeugend darlegt, warum die Erwärmung Umweltrisiken vergrößert, lassen die Darstellungen dieser von den 11.000 unterzeichneten Studie kaum einen glaubwürdigen Schluss zu; angebliche Zusammenhänge werden nicht erläutert. Stattdessen gibt es eine Liste mit Forderungen: Die Ernährung sollte auf Pflanzen umgestellt werden, und die Weltbevölkerung ‚muss stabilisiert, idealerweise reduziert werden‘, heißt es etwa.“

    @crazyfrog: Die Aussage im Zeit-Video, die Brände im Amazonas seien durch den Klimawandel verursacht stimmt einfach nicht.

    https://www.cicero.de/wirtschaft/klimawandel-11000-wissenschaftler-ethos

  31. @Amardeo Sarma: Vegetation ist nicht zwangsläufig identisch mit Wald. Von daher würde es mich interessieren, was die UN-Daten genau besagen. Jedenfalls legt der Wikipedia-Artikel etwas anderes nahe: https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaldung#Entwaldung_heute

    Das mit Mickey Mouse ist natürlich oberpeinlich und spricht nicht für die Seriosität des Klimaaufrufes.

    Mit Ihrer Aussage, „die Brände im Amazonas seien durch den Klimawandel verursacht stimmt einfach nicht“ legen Sie offenbar einen monokausalen Zusammenhang zugrunde. Ich hab das Video nicht gesehen – wird der wirklich unterstellt?

    „Es ist jedoch davon auszugehen, dass die globale Erwärmung auch in Regionen, in denen die Brandfläche zurück geht, einen verstärkenden Einfluss auf die Feueraktivität besitzt, der lediglich durch die Änderung der Landnutzung maskiert wird.“ (http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Waldbr%C3%A4nde#Waldbr.C3.A4nde_und_Klimawandel)

    Vermutlich beobachten wir genau das auch im Amazonas.

  32. „…und die Weltbevölkerung ‚muss stabilisiert, idealerweise reduziert werden“

    Was auf jeden Fall reduziert werden muß, ist die Vorstellung, der Mensch sei von „Gott“ nach seinem Ebenbild erschaffen und habe das Recht sich die Erde untertan zu machen, wie es in der Bibel heißt, dieser gefährliche religiöse Schwachsinn, gehört aus den Köpfen der Menschen entfernt.

    Wir sind „Säugetiere“ unter anderen Tieren…wir haben kein gottgegebenes Recht, die Natur zu zerstören…auch ist es das dümmste, was wir tun können, da wir uns unserer Lebensgrundlage berauben.

  33. @Amardeo Sarma: „Die Aussage im Zeit-Video, die Brände im Amazonas seien durch den Klimawandel verursacht stimmt einfach nicht.“

    Ich habs mir angesehen (dauert ja nur drei Minuten), aber: Diese Aussage kommt im Zeit-Video gar nicht vor!

    Schon interessant, wie wir permanent dazu tendieren, irgendwelche Sachen in etwas hinein zu interpretieren.

  34. @Maggi: Das Thema des Videos ist „Wenn es so weiterläuft, steht die Welt in Flammen“.

    Gleich am Anfang kommt die Aussage von Antje Boetius: „Wenn ich die Satellitenbilder des brennenden Amazonas anschaue, da spüre ich auch wirklich Wut“.

    Kurz darauf wird Elizabeth Dietze als „erforscht den Zusammenhang von Bränden und Klima“ forgestellt, die Faktenverdreher anklagt.

    Klar: Es wird nicht explizit gesagt, die Brände seien durch den Klimawandel verursacht (gut, dass wir und hier einig sind). Was anderes soll aber der Hinweis über die brennenden Amazonas bewirken, wenn nicht den Zusammenhang mit dem Klimawandel suggerieren?

    Ab jetzt spreche ich „politisch“ und nicht wissenschaftlich.

    Besondern problematisch finde ich eine Gleichsetzung der Mitläufer der unvergleichbaren Verbrechen der Nazis durch Christoph Schneider schwammig mit denen, die heute in Sachen Klima „versagt“ haben.

    @Ralf in Vollrausch: Danke für den Hinweis auf „…und die Weltbevölkerung ‚muss stabilisiert, idealerweise reduziert werden“. Für mich hört sich das wie ein Aufruf zu Genozid an.

    Wir sollten uns nicht täuschen lassen: Es ist eine „Reduzierung“ der Menschen in Afrika (und Asien gemeint). Ich denke (und hoffe), Länder in Afrika und Asien werden diesen aus Europa und Amerika versuchte neue Kolonisierung zurückweisen.

    Wir haben kein „gottgegebenes“ oder sonstiges Recht, aber wir können uns durchaus als Homo Sapiens einfach dieses Recht nehmen. Wir können aber durchaus die Erde so zu gestalten wollen, dass 10 oder 15 Milliarden Menschen in Wohlstand leben können und die aktuellen „Gürtel enger schnallen“ Forderungen zurückweisen.

    Natürlich ist es nicht sicher, dass wir einen solchen Zustand erreichen werden. Aber das kann durchaus ein globales politisches Ziel sein. An sich zielen die Vereinigten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) auch dahin.

    Es gibt auch kein sonstiges „Naturrecht“, dass uns daran hindert, die Spezies Homo Sapiens (und aus meiner Sicht andere empfindungsfähige Spezies, unter anderem andere Primaten) bevorzugt zu behandeln.

    Es wird eine politische (und nicht wissenschaftliche) Diskussion sein, ob die Vision des Verzichts und des Degrowth (und aus meiner Sicht damit des Elends) oder die des Lebens im Wohlstand für alle Mitglieder der Spezies Homo Sapiens dabei die Nase vorn hat.

    Allgemein:

    Und bei allem weiß ich, die wissenschaftlichen Dinge (GWUP) und die politischen (zum Beispiel aus Sicht der Ökomodernisten oder einer politischen Partei) zu trennen.

    Denn klar, es geht auch anders. Wir können (aus der Wissenschaft spricht nichts dagegen, auch wenn es bei weitem nicht der einzige Weg ist), alle fossile Verbrennungen sofort weltweit zu verbieten und die Konsequenzen für die Menschen zu tragen. Für das Klima wäre das sicher das Beste. Für die Menschen sehe ich das nicht sehr rosig. Diese Abwegung kann die Wissenschaft nicht treffen.

  35. „Klimakrise – wie retten wir die Zukunft? Mitmachen beim Bessermachen in der Werkstatt Demokratie“:

    https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/politik/werkstatt-demokratie-klimawandel-e221026/

  36. @Amardeo Sarma
    Natürlich können wir uns als Menschen das Recht nehmen die Erde nach unseren Vorstellungen zu verändern, aber wir dürfen uns dann auch nicht wundern, wenn wir Fehler machen, die schwerwiegende Folgen haben.

    Zu meinen Kommentar muß ich sagen, daß ich diesen schrieb im Erinnern eines Kommentars, den ich irgendwo las, das er als Christ auf Gott vertraue und sich deshalb keinen Kopf wegen des Klimawandels mache (frei zitiert).

    Oftmals rechtfertigen Klimaleugner ihre Ansicht mit einem Glauben an Gott, auch Donald Trump macht das auf einer „Metaebene“ (natürlich ist das klar, daß er damit die meist sehr konservativen Christen in der USA erreichen will, die eine große Wählerschaft für ihn waren und sein werden).

    Egal wie viele Menschen auf dem Planeten Erde leben werden, sie müßen es schaffen dies im Einklang mit der Natur und den Ressourcen der Erde zu schaffen.

    Vielleicht wird in absehbarer Zeit ein KI uns sagen, wie lange wir leben dürfen und wie viele wir sein dürfen ;-)

    Ich bin auch ein Anhänger der Theorie, daß Gott noch geschaffen werden muß und das wird mithilfe der KI geschehen…Gott ist nicht der Anfang der „Schöpfung“, sondern das Ende.

  37. Weniger daddeln, streamen, twittern, instagrammen und googeln…liebe Generation „Greta“:
    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/stromfresser-internet-was-unser-digitalkonsum-an-energie-kostet/25182828.html
    how dare you?

  38. @Amardeo Sarma: „Was anderes soll aber der Hinweis über die brennenden Amazonas bewirken, wenn nicht den Zusammenhang mit dem Klimawandel suggerieren?“

    Ja sicher, aber das muß doch nicht dezidiert so gemeint gewesen sein, wie Sie das interpretieren!? („Klimawandel verursacht Amazonasbrände!“)

    Dieses Kurzvideo hatte auf mich offenbar eine völlig andere Wirkung als auf Sie. Ich persönlich habe schon den Titel als reine Metapher begriffen.

    Die Worte von Antje Boetius: „Wenn ich die Satellitenbilder des brennenden Amazonas anschaue, da spüre ich auch wirklich Wut“. entsprechen genau dem, was ich empfand, als ich die Bilder sah.

    Es ist ein einzigartiges ökologisches Habitat. Bezüglich des Klimawandels ist es eine wichtige CO2-Senke und speziell wichtig für das Klimagleichgewicht Südamerikas – das ist mir spontan durch den Kopf gegangen.

    Ich war jedenfalls im Nachhinein erstaunt, da ich mir nach Ihrem Kommentar von dem Video etwas ganz anderes erwartet hatte.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.