gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Klimawandel: Eine aktuelle Bestandsaufnahme nach Greta, Rezo und Co. – Teil 3

| 30 Kommentare

Von Amardeo Sarma

Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2

Nach einer Pause geht es weiter zur Darstellung in dem Video von Rezo und den Faktenchecks von Stefan Rahmstorf über Mai Thi Nguyen-Kim und Medien bis hin zum „Science Skeptical“.

Nach der Bewertung der Grundaussagen zum Klimawandel in Teil 1 und Kohlendioxyd und Temperaturen in der Vergangenheit in Teil 2 betrachtet Teil 3 Naturkatastrophen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Welche Auswirkungen sind heute bereits erkennbar? Welche Wetterereignisse haben nichts bzw. noch nichts mit dem Klimawandel zu tun?

Auch wenn der Klimawandel eine globale Herausforderung darstellt, bezieht sich diese Bewertung auf die aktuelle Diskussion im deutschsprachigen Raum.

Gehen aktuelle Naturkatastrophen auf den Klimawandel zurück?

Unsicherheiten und Fehlermargen

Nach den weitgehend zustimmenden Aussagen zu der allgemeinen globalen Erwärmung wird es nun kritischer.

Für eine allgemeine Orientierung dienen die IPCC-Berichte, die weitgehend – wenn auch nicht immer – sehr zuverlässig sind.

Er herrscht in der deutschen Medienlandschaft weitgehend Konsens darüber, wir wüssten sowohl genau, was uns alles bevorsteht, als auch, was zu tun ist. Beides ist jedoch alles andere als das, was die IPCC-Berichte aussagen. Auf den letzten Aspekt – was zu tun ist – werde ich in Teil 4 eingehen.

Unsicherheiten gelten sogar bei der Aussage über den globalen Temperaturanstieg bei einer Verdoppelung des Kohlendioxid-Gehaltes in der Atmosphäre.

Recht sicher ist inzwischen, dass wir bei einer Verdoppelung des Kohlendioxid-Gehaltes eine mittelfristige Erwärmung zwischen 2 oC und 4,5 oC bekommen werden.

Wenn man noch sichere Spannen möchte, wären diese zwischen 1 oC und 6 oC, wobei 1oC deshalb sehr unwahrscheinlich ist, weil diese Erhöhung bereits ohne Verdoppelung erreicht worden ist.

Letztendlich obliegt es der Politik und deren Entscheidungsträgern, wie „optimistisch“ oder „pessimistisch“ sie planen wollen. Soll man sich auf den „Worst Case“ vorbereiten oder entspannt annehmen, dass alles doch nicht ganz so schlimm kommen wird?

Diese Unsicherheiten sind viel größer, wenn es sich um Wetterereignisse („Extremwetter“) der Gegenwart handelt.

Sind die Signale des Klimawandels bereits heute erkennbar oder könnten diese noch in die normale Spannweite fallen? Inwieweit ist der Klimawandel bereits heute für Hurrikans in den USA verantwortlich? Nehmen die Schäden aufgrund des Klimawandels bereits jetzt zu?

Klimasignale bei Wetterereignissen und Naturkatastrophen

Eine Antwort darauf, wie stark Wetterextreme auf den Klimawandel zurückgehen, muss sehr differenziert ausfallen. So sieht es auch der IPCC.

Nehmen Naturkatastrophen pauschal zu (Rezo 6:20)?

Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche haben wenig bis gar nichts mit dem Klima zu tun.

Es stimmt, dass wir bereits jetzt einige Extremwetter-Ereignisse haben, bei denen das „Klimasignal“ der globalen Erwärmung ziemlich sicher zu erkennen ist. Dazu gehören mehr sehr heiße Sommer, weniger sehr kalte Winter und mehr Starkniederschlag. Diese werden in den IPCC-Berichten als wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich angegeben.

Es stimmt auch, dass wir in Europa auf Hitze schlecht vorbereitet sind (Hirschhausen).

Langfristig sind eine Menge großer Probleme in Zukunft zu erwarten. Sie werden umso mehr und größer sein, je weniger und je später Emissionen reduziert werden.

Andere Phänomene und Krisen haben dagegen ganz andere primäre Ursachen. Oft sind die Ursachen unklar.

Nehmen zum Beispiel Wirbelstürme zu?

Einerseits kann man aus den Daten einen abnehmenden Trend herauslesen, wie es Science Skeptical mit einem besonders „günstigen“ Abschnitt tut. Das hatten wir schon einmal mit der Behauptung, es gäbe „nach 1998“ keine Erwärmung mehr.

Andererseits muss man festhalten, dass der IPCC einen gegenwärtigen Klima-Trend hin zu mehr Hurrikans oder Toronados nicht mit ausreichender Sicherheit bestätigt.

Die Darstellung bei Science Skeptical ist aber deshalb irreführend, weil sie ein „Cherry Picking“ ist. Andere Trends (Hitzewellen, Starkregen) sind sehr wohl bestätigt.

Die Taktik scheint offenbar: Unsichere Teile hervorheben, um andere Klimasignale mit wesentlich höherer Sicherheit mit in Abrede zu stellen.

Somit kommen wir zu einem großen Problem der aktuellen Diskussion:

Viele Aktivisten übertreiben zum Teil massiv, machen Fehler ohne ausreichende Recherche und verschweigen die Unsicherheiten mancher Aussagen. Solche Patzer werden dann von Wissenschaftsleugnern dankbar aufgegriffen, um die Klimaforschung insgesamt zu diskreditieren.

Auch die Tendenz mancher Klimaforscher, tatsächlich existierende Unsicherheiten kleinzureden, schadet der eigenen Glaubwürdigkeit.

Problematischer wird es, wenn auch ansonsten zuverlässige Quellen wie Skeptical Science (nicht zu verwechseln mit dem deutschsprachigen Science Skeptical) Wissenschaftler wie etwa Robert Pielke Jr. persönlich angreifen und als „Obfuscator“ brandmarken, wenn sie auf bestehende Unsicherheiten hinweisen.

Pielke hat in zahlreichen Veröffentlichungen gezeigt, dass die Schäden (Versicherungsschäden) durch Wirbelstürme nicht auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Der IPCC hat einen früheren Bericht korrigiert.

Der Anstieg der Kosten durch Schäden geht nicht auf den Klimawandel, sondern vor allem auf die zunehmende Bebauung an der Küste zurück, wodurch auch gleich starke Wirbelstürme mehr Schaden verursachen.

Der IPCC-Bericht von 2012 mit dem Titel Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation kommt zu folgendem Schluss:

Increasing exposure of people and economic assets has been the major cause of long-term increases in economic losses from weather- and climate-related disasters (high confidence). Long-term trends in economic disaster losses adjusted for wealth and population increases have not been attributed to climate change, but a role for climate change has not been excluded (high agreement, medium evidence).

Im IPCC AR5 WG2, Kapitel 10.7.3, heißt es in Bezug auf “Observed and Projected Insured Losses from Weather Hazards”:

Economic growth, including greater concentrations of people and wealth in periled areas and rising insurance penetration, is the most important driver of increasing losses.

Kurz: Die höheren Schäden und Kosten durch Wirbelstürme sind vor allen darauf zurückzuführen, dass viel mehr und teurer in Küstengegenden gebaut wird. Wenn dann diese Gebiete durch Stürme heimgesucht werden sind die Kosten viel höher als früher.

Die Schäden aufgrund unterschiedlichster Ursachen sind in der folgenden Grafik zusammengefasst:

Die großen Ausschläge sind auf Erdbeben zurückzuführen, die wenig mit dem Klima zu tun haben.

Die folgende Grafik über die globalen Verluste durch Katastrophen stammt von der Münchener Rückversicherung, die auch im Rezo-Video zitiert wird:

Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt gibt es insgesamt keinen Trend.

Sterben heute mehr Menschen wegen des Klimawandels?

Glücklicherweise gibt es auch viel mehr kostspielige Hilfsmaßnahmen, wodurch die Zahl der Opfer bei Naturkatastrophen ständig sinkt. Die Kosten aber steigen, und das ist gut so.

Kosten und Todesfälle gehen auf eine Menge unterschiedlicher Faktoren zurück. Gerade wenn wir in Zukunft größere Probleme, unter anderem durch einen steigenden Meeresspiegel, haben werden, heißt es nicht automatisch, dass wir mehr Todesfälle zu beklagen haben.

Weil ein Menschenleben heute gesellschaftlich viel mehr wert ist als vor 100 Jahren, wird glücklicherweise mehr investiert, um die Auswirkungen auf Menschen zu reduzieren.

So obliegt es uns und der Politik, durch Anpassungsmaßnahmen die Auswirkungen auf die Menschheit zu mindern. Auch die Unbekümmertheit, mit der wir an Stellen zu viel bauen, wo Naturkatastrophen wahrscheinlich sind, kann man überdenken.

Todesfälle durch Extremwetter nehmen ebenfalls nicht ab:

Eines sollte man sich allerdings klar machen, was manche unberechtigte Hinweise auf diese Statistiken verschweigen: Weniger Todesfälle durch Extremwetter bedeuten nicht (automatisch) weniger Extremwetter: Sehr effiziente Rettungs- und Hilfsmaßnahmen können auch den Effekt von mehr Extremwetter überkompensieren.

Zurück zum Rezo-Video, wo wir ein wiederkehrendes Problem haben: Die Aussagen gehen teils weit darüber hinaus, was „die Wissenschaft sagt“. Das gilt insbesondere für die Dramatisierung der Auswirkungen, die angeblich schon jetzt zu sehen sind.

Nehmen wir die Behauptung (Rezo 6:30), „ganze Landstriche“ seien untergegangen. Diese wird in Zusammenhang mit den Flüchtlingen in Bangladesch gebracht.

Stimmt das? Hat der Klimawandel bereits jetzt zu mehr Flüchtlingen und „Flüchtlingswellen“ geführt? Erwarten wir wirklich 230 bzw. 400 Millionen Flüchtlinge aufgrund des Klimawandels?

Schauen wir uns das zitierte World Migration Report 2018 an.

Es wird von 230 Millionen Flüchtlingen als Schätzung des Jahres 2003 ausgegangen, was auf 400 Millionen im neuesten Bericht korrigiert wurde, da die erste Zahl bereits überschritten ist.

Warum? Wir haben bereits 258 Millionen Flüchtlinge. Die Zahlen stimmen also, sie kommen aber nicht „zu uns.“

Zentral ist aber, dass im Bericht diese Zahlen nicht als Auswirkung des Klimawandels angegeben werden. Der Klimawandel wird erwähnt, aber nicht im Zusammenhang mit dieser Zahl. Die Forscher schreiben explizit, „Better data on climate change are required“ und sprechen von der Notwendigkeit, die Bevölkerung besser gegen den Klimawandel zu wappnen.

Dass es in Bangladesch eine Million Flüchtlinge durch den Klimawandel gibt, ist schlicht und einfach falsch. Die Rohingya werden als Muslime in Myanmar von der buddhistischen Mehrheit politisch verfolgt und sind deshalb nach Bangladesch geflüchtet.

Man kann postulieren, dass es möglicherweise zu Flüchtlingsbewegungen kommen wird, wenn die Meeresspiegel steigen und keine ausreichenden Anpassungsmaßnahmen vorgenommen worden sind. Diese Zahlen aber im Zusammenhang mit heutigen Flüchtlingsbewegungen zu nennen, ist irreführend.

Mai Thi hat diese Aussage als „korrekt“ durchgehen lassen. Meine Empfehlung: Die verlinkten Quellen erst einmal lesen.

Dass die Gefahr von Krankheiten, wie Malaria in Gebieten, in denen sie noch nicht vorhanden war, steigt, stimmt hingegen.

Allerdings gibt es kein Indiz dafür, dass dies bereits außerhalb der Subsahara, wo sie schon immer gewütet hat, zu einem immer größeren Problem wird. Man sieht an der Grafik von Our World in Data, dass die Zahl der Todesfälle durch Malaria in allen Kontinenten seit Anfang dieses Jahrtausends nach Erreichung eines Spitzenwertes sinkt.

Malaria ist ein weltweites Problem, das noch immer nicht gelöst ist, vor allem für die Menschen in Afrika.

Dass wir dennoch ein massives Problem haben zeigt Folgendes: Laut Bill Gates wird im Moment viermal so viel für die Behandlung von Glatzen bei Männern ausgegeben (2 Milliarden US-Dollar) wie für Malaria (547 Millionen US-Dollar).

Bessere Prioritäten zu setzen wären schon sinnvoll.

Ich persönlich schätze, dass eine Ausweitung der Malaria in „unsere“ Gegende möglicherweise eher zu weltweit höheren Investitionen führen wird, um das Problem zu bekämpfen, siehe die Erfolge bei AIDS, einer Krankheit, die im reichen Norden virulent war.

Auch ist die Aussage, es sei schon jetzt alles schlimmer geworden und es gäbe nur Verlierer, stimmt so nicht.

Mai Thi bemerkt hierzu richtig, dass manche Regionen (Sibirien, Kanada) zumindest mittelfristig profitieren könnten. Die Gesamtbilanz ist allerdings negativ. Dieser Unterschied ist mitunter auch ein Problem bei den Klimaverhandlungen. Manche russischen Experten, die keineswegs den Klimawandel leugnen, betonen, das alles sei bei ihnen kein Problem.

Dass es ein massives Problem mit den Korallenriffen wegen der Übersäuerung der Meere gibt, stimmt ebenfalls. Das NOAA ist eine von vielen Quellen, die darauf eingehen.

Probleme bei der Berichterstattung

Bei aller Anerkennung der großen Probleme ist es aber nicht okay, jede Wetterkapriole auf den Klimawandel zurückzuführen.

Eine voreilige und nach genauerer Recherche unrichtige Erklärung aufkommender Naturkatastrophen durch den Klimawandel schädigt letztendlich die Glaubwürdigkeit des Journalismus und der Klimaforschung und liefert den echten Klimawandel-Leugnern Munition.

Beispiel 1: Der Ausbruch von Feuer im Regenwald von Amazonas geht vor allem auf Brandstiftung zurück, nicht auf den Klimawandel. Hierzu Alberto Setzer vom Brasilianischen Weltraum-Forschungszentrum INPE:

There is nothing abnormal about the climate this year or the rainfall in the Amazon region, which is just a little below average

Beispiel 2: Cyclone Idai, über den Paulo Ceppi vom Grantham Institute am Imperial College London schreibt:

There is a direct link between global warming and cyclone intensity.

Wobei diese Zunahme laut einer Analyse der letzten 60 Jahre alles andere als klar ist.

Es lohnt sich, nicht gleich den Klimawandel als Übeltäter zu proklamieren, sondern erst nüchtern die Fakten zusammenzutragen und ggf. die wissenschaftliche Literatur zu konsultieren.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass bezüglich der heutigen Auswirkungen des Klimawandels oft – auch in den Medien – maßlos übertrieben wird. Manche Auswirkungen sind belegt, andere aber (noch) nicht.Es hilft der Diskussion und der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft nicht, jedes Wetterereignis und jede Krise auf den Klimawandel zurückzuführen.

Zum Weiterlesen:

30 Kommentare

  1. „Recht sicher ist inzwischen, dass wir bei einer Verdoppelung des Kohlendioxid-Gehaltes eine mittelfristige Erwärmung zwischen 2 oC und 4,5 oC bekommen werden.“

    Kleine Anmerkung: Die hier angegebene Erwärmung ist langfristig. Die Temperatur beschreibt die Gleichgewichtstemperatur. Diese gilt dabei auch nur für konstanten Klimaantrieb, im Fall von CO2, dass die Konzentration konstant bleibt. Die kurzfristige Erwärmung beschreibt der TCR, dieser liegt wahrscheinlich bei 1 bis 2,5 bei Verdoppelung der Konzentration. Mittelfristig wäre irgendetwas zwischen TCR und ECS.

  2. @libertador: Richtig, das hätte ich besser als Gleichgewichtstemperatur genauer nach Hunderten oder Tausenden von Jahren beschreiben sollen.

  3. Schäden durch Unwetter: Der Zeitvergleich hinkt, solange die Inflation/Immobilienpreissteigerungen unberücksichtigt bleiben.

    Folgen von Temperaturänderungen: Es sterben mehr Menschen durch Kälte als durch Wärme.

    Folgen von CO2 Zunahme: die Erde ist bereits grüner geworden, die Ernten nehmen zu.

    Warmes Wasser ( in den Ozeanen ) setzt mehr CO2 frei als kaltes Wasser. Wo ist eine Bewertung, welche CO2 Zunahme durch die natürliche Freisetzung von CO2 gegenüber einer menschengemachten Freisetzung von CO2 berücksichtigt?

    Warum beschreiben Sie diese positiven Effekte nicht?

  4. „Wobei diese Zunahme laut einer Analyse der letzten 60 Jahre alles andere als klar ist.“

    In der verlinkten Studie wird die Frequenz untersucht und nicht die Intensität. Die Studie ist für Ceppis Behauptung daher nicht relevant. Außerdem spricht Paulo Ceppi meiner Lesart nach von der allgemeinen Verbindung und nicht davon, ob Idai, bzw. Zyklone in der spezifischen Region sich verändert haben.

    Zur Frage der Intensität habe ich folgendes Review gefunden.
    https://minerva-access.unimelb.edu.au/bitstream/handle/11343/192963/wires_review_revised%20July%2031%202015.pdf;jsessionid=5A6D0DCD3B1AE915AC2757BF984B687A?sequence=1
    Zur Frage der Intensität bezieht es sich unter anderem auf die folgenden beiden Studien:
    https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00382-013-1713-0.pdf
    http://hurricane.atmos.colostate.edu/Includes/Documents/Publications/klotzbachlandsea2015.pdf

  5. Wenn sich ein abgebrochener Theologe mit einem abgebrochenen Theaterwissenschaftler über naturwissenschaftliche Themen unterhält, ist dieses Gespräch irrelevant.
    Ich werde nie verstehen, wie gut ausgebildete Leute jemandem begeistert nachrennen, der entweder keine Bücher liest (Rezo, eigene Aussage) und/oder keine abgeschlossene Schulausbildung, geschweige denn irgend eine Ausbildung in Verbindung mit einem Minimum an Lebenserfahrung mitbringt.

  6. @libertador: NOAA gibt einen guten Überblick.

    Während es für die Zukunft heißt:

      Tropical cyclone intensities globally will likely increase

    heißt es für die Gegenwart:

      In terms of detection and attribution, much less is known about hurricane/tropical cyclone activity changes, compared to global temperature.
  7. @Mad Scientist: Das ist ein ad hominem Argument. Wer es sagt ist egal und letztendlich auch was für ein Beruf oder formale Ausbildung die Person hat. Es kann trotzdem stimmen.

  8. @grafiksammler:

    Die Erde wird grüner wenn mehr Bäume gepflanzt werden. Ernten nehmen zu weil die Produktivität der Landwirtschaft durch die grüne Revolution seit Mitte des letzten Jahrhunderts massiv verbessert hat. Mit mehr CO2 hat das alles wenig zu tun. Oder gibt es hier wissenschaftliche Quellen?

    Man sollte immer bei gleichzeitig vorkommende Entwicklungen vorsichtig sein. Sie können was miteinander zu tun haben, müssen es aber nicht.

    Im Moment nehmen die Ozeane mehr CO2 auf, als sie abgeben. Das kann man an der Versauerung der Meere erkennen.

    Über die wenigen positive Effekte habe ich geschrieben, zum Beispiel, dass manche Regionen (Sibirien, Kanada) zumindest mittelfristig profitieren könnten. Die Schifffahrt hätte bei einer eisfreien Arktis auch Vorteile. Leider überwiegen aber die negativen Effekte bei weitem.

  9. @Amardeo Sarma

    Die Erde ist grüner geworden. CO2 ist ein Grund dafür. Ein Teil menschlicher CO2-Emissionen werden entsprechend in Vegetation gespeichert etwa im gleichen Umfang wie Emissionen in die Ozeane gehen.

    Für das Ergrünen siehe etwa: https://www.nasa.gov/feature/goddard/2016/carbon-dioxide-fertilization-greening-earth

    Für den Kohlenstoffhaushalt bietet diese Quelle eine schöne Grafik, S. 68.
    https://www.globalcarbonproject.org/carbonbudget/18/files/GCP_CarbonBudget_2018.pdf

    Als Ergänzung:

    Inwieweit dieser Prozess ungebremst weitergehen wird ist umstritten, da die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe begrenzt ist und Wasserstress zunehmen könnte:

    https://www.carbonbrief.org/rising-water-stress-could-counteract-global-green-study-says

    Die Auswirkung auf die Ernährungssicherheit ist auch nicht unbedingt positiv. Siehe etwa https://www.nature.com/articles/nature13179

  10. @libertador: Danke für die Literaturhinweise über die Begrünung der Erde durch CO2, also spielt das auch eine Rolle. Ich bezog mich ebenfalls auf die NASA.

      Over the last two decades, the Earth has seen an increase in foliage around the planet, measured in average leaf area per year on plants and trees. Data from NASA satellites shows that China and India are leading the increase in greening on land. The effect stems mainly from ambitious tree planting programs in China and intensive agriculture in both countries.

    Mein Fazit: Es spielen offenbar auch hier mehrere Dinge eine Rolle und die Welt ist noch komplizierter, als man denkt.

  11. Es gibt noch weitere von mir um 13.12 benannte Punkte, die der Aufklärung bedürfen!

  12. @grafiksammler:

    Herr Sarma ist nicht 24 Stunden täglich online, bitte etwas Geduld.

  13. Guter Artikel. Er zeigt nicht zuletzt, daß es vereinfacht gesagt 2 Gruppen gibt, welche aus ideologischer Motivation nicht trennen wollen zwischen gesicherten Fakten/Kausalzusammenhängen (anthropogene Ursache der Klimaerwärmung durch CO2 und dessen Äquivalenten) und der Frage inwieweit diese bereits jetzt zu nachweisbaren ökologischen und ökonomische Schäden geführt hat und in Zukunft führen wird.

    „Klimaskeptiker“ machen sich lächerlich durch Leugnung des einwandfrei nachgewiesenen anthropgenen Klimawandels. Viele Anhänger der Grünen verwenden jede lokal/temporäre Hitzewelle, jeden Hurricane und jeden Waldbrand als untrüglichen Beweis für die Folgen des Klimawandels. Unseriös ist beides, wenn auch bzgl Irrationalität die Leugner/Skeptiker des anthropogenen Klimawandels hier bzgl. Irrationalität den Vogel abschießen.

    Aber unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Einflusses letzterer, ist es wichtig hier scharf zu trennen.

    1. Anthropogene Ursache

    2. Gesicherte aktuelle Folgen der Erderwärmung?

    3. Verlässlichkeit/Konfidenzintervalle der Prognosen.

    4. Politisch/ökonomische Konsequenzen unter Berücksichtigung des Kosten/Nutzen-Prinzips (hier wird es dann zugegebenermaßen wirklich komplex).

    Erfreulich, daß sie dies versuchen. Viel Erfolg, bin gespannt auf Fortsetzung.

  14. @grafiksammler
    Sie sollten Ihre Anspruchshaltung überdenken. Diese Seite ist nicht dazu da, um ihre persönlichen Ideen über interessante Hypothesen zu bedenken.

    Zu einigen Punkten:

    – Es sterben mehr durch Kälte. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass weniger sterben, wenn es wärmer wird. Das IPCC berichtet, dass die Zahl der Hitzetoden, die dazukommen Zahl der vermiedenen Kältetoten übersteigt.

    (Den Teil im Bericht können Sie selber suchen) Allerdings lassen sich beide Todesarten durch Anpassungen zumindest in Teilen gut vermeiden. Ein Problem des Klimawandels ist dabei eben die Veränderung der Bedingungen, ohne dass die jeweilige Bevölkerung daran bereits angepasst ist.

    Zu ihrer „warmes Wasser“-Überlegung:

    – Der Ozean ist eine CO2-Senke. Dies weiß man durch Messungen. Siehe Messungen zum steigenden Säuregehalt der Meere und das Dokument des Global Carbon Project (S.68) auf das ich oben zum Ergrünen verwiesen habe. Beachten Sie bitte auch die dort verlinkten Quellen.

  15. @Amardeo Sarma. Nein, es ist kein ad hominem -Argument.

    Würden Sie einen Mechaniker am ersten Tag seiner Ausbildung und noch ohne jede Kenntnis der Funktionsweise von Bremsanlagen verantwortlich Ihre Bremsen reparieren lassen? Oder sich von jemandem im 9. Schuljahr Tipps geben lassen, wie ein qualifizierter Chirurug nach 10 Semestern Studium und 10 Semestern Facharztausbildung Ihren 4-fach aorto-koronaren Bypass zu operieren hat und welches Gasgemisch der Anästhesist in welchem Stadium der OP wie anzuwenden hat ? Nein?

    Aber „die Welt retten“ sollen die dann?

    Ohne Kenntnis der Ursachen, ohne Kenntnis der Folgen möglicher Handlungen? Wo die Ursache der Veränderung alles andere als eindeutig nachgewiesen ist*? Klar, ist ja auch viel leichter als qualifizierte Arbeit nach einer entsprechenden Ausbildung und Berufserfahrung.
    *Bitte nicht das Argument mit dem angeblichen 97% Konsens unter den Wissenschaftlern.

    Ist es Konsens, so ist es keine Wissenschaft, ist es Wissenschaft, so ist es kein Konsens. Hätten man recht, würde ein Einziger genügen.

  16. @MadScientist:

    Warum lesen Sie nicht mal Bücher und verstehen endlich, was ein „wissenschaftlicher Konsens“ ist?

    Sie kommen jetzt zum dritten Mal mit dieser unsinnigen Phrase hier an – beim nächsten Mal ist hier Schluss für Sie, es reicht langsam.

    Hätten man recht, würde ein Einziger genügen.

    Auch das ist Blödsinn:

    „Der wissenschaftliche Konsens und dessen Kommunikation spielen eine bedeutende Rolle in der Öffentlichkeit und als Grundlage für politische und rechtliche Entscheidungen.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stand_der_Wissenschaft#Wissenschaftlicher_Konsens

  17. @MadScientist

    „Ist es Konsens, so ist es keine Wissenschaft, ist es Wissenschaft, so ist es kein Konsens. Hätten man recht, würde ein Einziger genügen.“

    Also betreiben nach Ihrer Einschätzung die Evolutionsbiologen keine Wissenschaft? Denn auch hier sind 99,9.. % der Wissenschaftler im Konsens, dass Evolution stattfindet. Aber eben nicht 100 %.

    Wenn ich jetzt nach Ihrer Logik vorgehe… Den Rest des Satzes spare ich mir, denn als (Mad)Scientist verstehen Sie sicher, wohin ich hinaus will.

  18. @RPGNo1:

    Es ist ja keinerlei „Logik“ hinter dieser Phrase erkennbar.

    Also *einem* Wissenschaftler würde „MadScientist“ glauben, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt – aber 97 Prozent aller Klimawissenschaftler glaubt er nicht.

    Völlig abstrus, und vollkommen lern- und faktenresistent.

  19. @Bernd Harder

    Ich hätte „Logik“ besser auch in Anführungszeichen setzen sollen. Dann wäre es nicht missverständlich rübergekommen.

  20. @Bernd Harder: Nur zur Information, ich bin Naturwissenschaftler und ich kann auf Grund meiner Ausbildung und Berufserfahrung (sic!) die Berichte des IPCC nicht nur lesen und verstehen, sondern sogar widerlegen. Im Gegensatz zum IPCC habe ich nämlich nicht die Verpflichtung, „Beweise“ für den antropogenen Klimawandel zu finden, sondern kann auf Grund der Wissenschaftsfreiheit sogar Studien und Berichte berücksichtigen, die das genaue Gegenteil der Aussagen des IPCC belegen, dies auf Grund von Sachbeweisen wie z.B. Eisbohrkernen oder Sedimentuntersuchungen in Seen. In allen Untersuchungen kam der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre zeitlich nach der Temperaturerhöhung, somit ist der Anstieg nicht die Ursache, sondern die Folge. Auf https://hiltibold.blogspot.com/2019/06/krimskrams.html finden Sie unten eine interaktive Karte zur mittelalterlichen Warmzeit mit Beispielen weltweit. Ich zitiere: Ein Kartierungsprojekt zur Mittelalterlichen Warmzeit, bei dem unzählige wissenschaftliche Untersuchungen gesammelt und geographisch kenntlich gemacht wurden. Sie belegen diesen gerne verdrängten Abschnitt der Klimageschichte überdeutlich
    Hier ein paar Beispiele daraus:
    ➤ Das Fazit einer wissenschaftlichen Untersuchung der Sedimente im Plattensee (Ungarn) lautet: „[…] the climate became warm in the 11th century, and summer as well as winter temperatures increased. In July it might have been 1°C and in January 3°C warmer than today’s average.“
    ➤ Über die Eifel (Deutschland) wissen Forscher zu berichten: „Warm phase 800-1200 AD as evidenced by peak in growing season temperature (GST) deduced from d13C. MWP temperatures about 2°C warmer than today.“
    ➤ Eine Studie zum Höhlensystem von Leclanché (Schweiz) ergab: [..] „800-1300 AD. Temperatures must have been warmer than today […].“
    ➤ Und Kernbohrungen vor der Südwestfranzösischen Küste förderten zutage: „Warm phase 700-1300 AD with temperatures 1-2°C warmer than today.“ Zitat Ende.

    Wir haben in geschichtlicher Zeit mehrfach wesentlich höhere Temperaturen nicht nur überlebt, sondern die damals lebenden Menschen fanden angenehme Temperaturen und höhere Ernten nicht weiter berichtenswert, sonder erfreuten sich daran und dies offensichtlich weltweit. Über Kaltzeiten mit Ernteausfällen und Hungersnöten dagegen wurde geklagt, berichtet und sogar gemalt. Ich bin mir außerdem sicher, dass die Ursachen des Klimawandels multifaktoriell sind und dieser eben nicht mit dem „Drehschalter“ CO2 wie eine Klimaanlage hoch- oder runtergefahren werden kann.

    Sprachprobleme? Oder kindische Verstocktheit? Ich schrieb weiter oben, dass es keinen herbeigeredeten angeblichen Konsens benötigt, da bereits ein einziger Beweis! ausreichen würde, allerdings liegt ein solcher nicht vor. Da ist der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Vielleicht finden Sie hier Neuigkeiten: https://buggisch.wordpress.com/2014/08/07/korrelation-und-kausalitaet/

    Noch 2007 berichtete die FAZ sauber und ohne Hysterie: https://www.faz.net/aktuell/wissen/klima/wider-die-klimahysterie-mehr-licht-im-dunkel-des-klimawandels-1407477.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Und hier noch etwas zur Fehlerbreite, die so gern in den Klimaberichten verschwiegen wird: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/feart.2019.00223/full . Zitat: answer without “error bars” is no answer at all”

    Viel Spaß beim weiteren betreuten Denken! Ich jedenfalls werde weiterhin Wissenschaft betreiben und Wikipedia vermeiden, wo immer Glaubensthemen oder Politik besprechen wird.

  21. @MadScientist:

    Ihnen viel Spaß weiterhin beim Cherry-Picking – dem sichersten Anzeichen für Pseudowissenschaft.

    In allen Untersuchungen kam der Anstieg des CO2 in der Atmosphäre zeitlich nach der Temperaturerhöhung, somit ist der Anstieg nicht die Ursache, sondern die Folge.

    Gäähhhn:

    https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-der-co2-anstieg-ist-nicht-ursache-sondern-folge-des-klimawandels

    finden Sie unten eine interaktive Karte zur mittelalterlichen Warmzeit mit Beispielen weltweit.

    Gäähhn:

    https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-im-mittelalter-war-es-waermer-als-heute

    Sprachprobleme? Oder kindische Verstocktheit?

    Das frage ich Sie. Sie haben jetzt dreimal erklärt bekommen, was ein „wissenschaftlicher Konsens“ ist und was nicht – und verstehen es immer noch nicht:

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2018/08/12/der-wissenschaftliche-konsens/

    Da bereits ein einziger Beweis! ausreichen würde, allerdings liegt ein solcher nicht vor.

    In Ihrer Blase vielleicht:

    https://www.klimafakten.de/meldung/essay-sieben-beweise-und-3750-experten

    Noch 2007 berichtete die FAZ sauber und ohne Hysterie:

    Und seit zwölf Jahren hat es auch keinerlei Erkenntnisfortschritt und neue Belege gegeben – oh Mann …

    Und hier noch etwas zur Fehlerbreite, die so gern in den Klimaberichten verschwiegen wird:

    Da wird überhaupt nichts „verschwiegen“:

    https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Klimamodelle#Wie_verl.C3.A4sslich_sind_Klimamodelle

    Ich bin mir außerdem sicher, dass die Ursachen des Klimawandels multifaktoriell sind.

    Nein, wirklich? Da sind Sie sich „sicher“?

    Wow, Gratuliere! Das steht sogar bei der von Ihnen so gescholtenen Wikipedia – und auch sonst überall.

    Der Punkt ist nur, dass der Mensch eben derzeit die *Haupt*-Ursache ist.

    Viel Spaß beim weiteren betreuten Denken!

    Sagt jemand, der eine EIKE-Phrase wie eine Monstranz vor sich herträgt, bei jedem „Kommentar“ penetrant wiederholt, ohne mal selbst zu hinterfragen, ob das überhaupt stimmt.

    Verschonen Sie uns damit bitte im Weiteren.

  22. @Mad Scientist

    „Nur zur Information, ich bin Naturwissenschaftler und ich kann auf Grund meiner Ausbildung und Berufserfahrung (sic!) die Berichte des IPCC nicht nur lesen und verstehen, sondern sogar widerlegen.“

    1) Ich bin ebenso Naturwissenschaftler und behaupte aufgrund meiner Ausbildung und Berufserfahrung jetzt einfach, dass die Berichte IPCC korrekt sind. Und was beweist uns das nun?

    2) Naturwissenschaftler, sogar hoch angesehene, können gehörigen Bullshit reden, wenn sie sich über ein Fachgebiet auslassen, über welches sie eigentlich keine Ahnung haben. Wie z.B. Linus Pauling (Stichworte: orthomolekulare Medizin), Luc Montagnier (Wassergedächtnis, Homöopathie), Fred Hoyle (Panspermie, Katastrophismus, Steady-State-Hypothese).

    Und jetzt sind wieder Sie dran.

  23. @RPGNo1:

    Und jetzt sind wieder Sie dran.

    Nö, das war’s für den Herrn mehr „mad“ als „Scientist“.

  24. „Nur zur Information, ich bin Naturwissenschaftler und ich kann auf Grund meiner Ausbildung und Berufserfahrung (sic!) die Berichte des IPCC nicht nur lesen und verstehen, sondern sogar widerlegen.“

    Warum musste ich da nur spontan an die selbsternannten Einstein-Widerleger denken?

  25. @noch’n Flo

    „Warum musste ich da nur spontan an die selbsternannten Einstein-Widerleger denken?“

    Sind das nicht eher pensionierte Inscheniöre? Oder Leerer?

    PS: Die Schreibfehler sind bewusst gesetzt.

  26. Vielleicht auch ganz interessant: In der Reihe „RESPEKT – Demokratische Grundwerte für alle!“ die Sendung „Nachhaltigkeit – wie wichtig ist gesellschaftliche Verantwortung für die Demokratie?“ bzw. der folgende Ausschnitt: https://www.br.de/mediathek/video/zahlen-und-fakten-die-5-groessten-globalen-bedrohungen-av:5c10e2cc3fffbe001860cc5e

  27. Der Aufreger der Woche:

    Ein Artikel im Psychotherapeutenjournal zum Umgang „mit am Klimaschutz Desinteressierten oder Klimaleugnern“:

    https://twitter.com/MMiersch/status/1181628131863605255

    https://www.welt.de/vermischtes/plus201631632/Umstrittener-Artikel-Psychotherapeut-erklaert-wie-Klimaleugner-zu-therapieren-sind.html

    Einige Auszüge:

    Es freue ihn [den Autor Fabian Chmielewski], dass der Artikel im renommierten „Psychotherapeutenjournal“ erschienen sei, heißt es in der Mitteilung weiter. „Ich war allerdings überrascht von einigen sehr persönlich beleidigenden Zuschriften in der letzten Zeit, die anscheinend etwas mit einer Veröffentlichung in den sozialen Medien zu tun hatten.“ Der Artikel sei von den meisten „richtig als ein Beitrag zu einer Debatte verstanden worden, wie wir uns als Therapeuten außerhalb des Therapieraums zum Klimaschutz stellen“. Seine Zielgruppe seien vor allem Kollegen gewesen.

    Relativieren will er die Aussagen jedoch nicht, er hält das Ganze vielmehr für ein Missverständnis: „Der Artikel ist aber auch einigen Punkten falsch verstanden worden“, so Chmielewski. Er weise in dem Text nur auf verschiedene Wahrnehmungs- und Verdrängungsmechanismen im Umgang mit realen oder fiktiven existenziellen Bedrohungen hin. So wie eben dem Klimawandel. „Und es wird die Frage gestellt, ob wir mit unserem therapeutischen Wissen nicht außerhalb des Therapieraums helfen können beim Verständnis dieser Mechanismen“, sagt er.

    Geärgert habe er sich aber sehr über die falsche Unterstellung, dass er „Zwangsmaßnahmen“ oder gar „Einweisungen“ gegen Klimaskeptiker vorschlage – das stehe weder im Text, noch sei es so gemeint. „Ich betone im Text vielmehr, dass wir den demokratisch und psychologischen zentralen Wert der Selbstbestimmung schützen müssen.“ Zum einen schreibe er, dass Kampagnen nicht versuchen sollten, Menschen zu neuen Werten zu überreden. „Zum zweiten wird der Artikel dahingehend missinterpretiert, dass Andersdenkende durch psychologische Diagnosen pathologisiert werden sollen, im Text steht aber genau das Gegenteil.“

    Intendiert sei mit diesem Artikel nicht ein Pathologisieren bestimmter politischer Ansichten oder ausschließlich der sogenannten Klimaleugner: „Die Diagnosestellung ist umfassender: Die Patienten – das sind wir alle.“ Es handelt sich also um ganz normale, gesamtgesellschaftliche Wahrnehmungs- und Verdrängungsmechanismen bei uns allen“, sagt er. „Zuletzt wird mir vorgeworfen, dass ich vorschlage, Patienten zum Klimaschutz zu missionieren – das liegt mir völlig fern: Im Text heißt es: ‚Ein thematisch aufsuchendes Verhalten im Sinne einer Missionierung von Patienten ist natürlich (…) zu unterlassen.‘“

    Dass der Artikel Menschen aufregt, könne er verstehen, antwortet der Psychotherapeut: „Das soll er ja auch, er soll eine Debatte bei PsychotherapeutInnen über Ihr Engagement außerhalb Ihrer Therapiezimmer anstoßen. Aber alle anderen Aufregungen sind eher der aufgeheizten Debatte und dem absichtlichen oder unabsichtlichen Missverstehen meines Artikels geschuldet“, glaubt er.

  28. @ Bernd Harder:

    Leider versteckt sich der „Welt“-Artikel hinter einer Bezahlschranke. Aber einige Sätze zu Beginn sind immerhin erkennbar, u.a. folgendes:

    „Immer wieder schreibt er von der „drohenden Auslöschung unserer Welt“ und von Todesangst, von deren „Verdrängung“ und Verleugnung.“

    Das passt doch recht gut zu Greta Thunbergs Aussage vor einigen Monaten, sie wolle, dass wir alle in Panik geraten, dass wir ihre Angst spüren. Muss man sich dann wundern, wenn die Menschen tatsächlich in Panik geraten bzw. ihre Abwehrmechanismen hochfahren?

  29. @ noch’n Flo:

    Leider versteckt sich der „Welt“-Artikel hinter einer Bezahlschranke.

    Ich weiß, deshalb habe ich ja mehr als die Hälfte hier einkopiert, muss ich wohl bisschen deutlicher machen.

    Zu Beginn geht es um die Kritik an dem Aufsatz, die im Wesentlichen dem verlinkten Twitter-Tweet folgt.

  30. Über den Artikel in der Psychotherapeuten-Zeitschrift jetzt bei „Gesundheits-Check“:

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2019/10/14/trump-auf-der-achse-des-guten/

    Vergleichbar sind die Reaktionen bei „Achse des Guten“ und anderswo darauf mit dem, was diese „Alternativmedien“ damals hierzu entfesselten:

    https://blog.gwup.net/2018/12/09/kohle-kohle-kohle-sollte-klimawandelleugnung-unter-strafe-gestellt-werden/

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.