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Fukushima – Was war die eigentliche Katastrophe?

| 97 Kommentare

von Amardeo Sarma, @amardeo

Zum Jahrestag der Erdbebenkatastrophe in Japan stellt sich die Frage: Ist „Fukushima“ ein Grund, die Kernenergie aus dem künftigen Energiemix zu verbannen?

Immer mehr ökologisch motivierte Menschen wagen zu widersprechen: Laut GWUP-Fellow Mark Lynas stellt sich der Klimawandel als umso schlimmer dar, je mehr wir wissen [1]. Für ihn gehört Kernenergie zur Lösung.

Hat Umweltaktivist George Monbiot Recht [2], wenn er sagt, dass er seit Fukushima die Kernenergie befürwortet, weil selbst ein vergleichsweise großer Unfall so wenig Schaden anrichtet?

Müssten wir demnach nicht alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die Auswirkungen der Erderwärmung zu begrenzen?

Warum ist das Thema auch für Skeptiker relevant? Wie bei der Homöopathie oder beim Impfen spielen in der öffentlichen Meinung gefühlte, „alternative“ Fakten oft eine größere Rolle als die wissenschaftliche Evidenzlage.

Acht Jahre danach

Nach dem Tōhoku-Erdbeben und dem dreifachen „Super-GAU“ von Fukushima ist es angebracht, eine Zwischenbilanz auf Basis der Faktenlage zu ziehen. Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Versachlichung der Debatte.

Das Erdbeben und der darauffolgende Tsunami haben 19 630 Menschen das Leben gekostet. Etwa 2500 werden noch immer vermisst. Diese konkreten Opfer dieser Naturkatastrophen sind längst aus unserem Gedächtnis verschwunden, es sei denn fälschlicherweise als Fukushima-Opfer.

Screenshot aus Facebook: Die Bundesregierung gedenkt die Opfer von Fukushima, nicht des Erdbebens.

Im Gegensatz zu Tschernobyl hat es keine Strahlungsopfer gegeben. Ob ein Arbeiter 2018 aufgrund seiner damaligen Strahlungsexposition an Lungenkrebs gestorben ist [3], bleibt umstritten [4].

Konsequenzen der dreifachen Kernschmelze

Doch die Geschehnisse um Fukushima hatten sehr wohl negative Konsequenzen. Es mussten große Anstrengungen bei der Dekontaminierung unternommen werden. Noch heute zeugen überall aufgeschüttete Erdhaufen davon. Ich konnte mir bei einem Besuch im letzten Jahr in der Gegend ein Bild davon machen. Unser Guide hatte ein Messgerät dabei – wir maßen direkt neben einem Erdhaufen etwa 0,227 Mikrosievert pro Stunde; eine Belastung, die in etwa der mittleren natürlichen Radioaktivität in Deutschland entspricht (ca. 0,23 µSv/h).

© Amardeo Sarma: Messung nahe einem abgetragenen und abgedeckten Erdhaufen

In vielen Gebieten der Erde, wo sich nie ein solcher Unfall ereignet hat, ist diese Strahlungsdosis nicht ungewöhnlich. Zugegeben, ich würde ungern neben einem der Erdhügel um Fukushima wohnen wollen – wegen der unansehnlichen Haufen.

Wir zählen jedoch zwischen 1000 und 1600 Todesopfer – durch die Evakuierung aus Fukushima. Auf der offiziellen Internetseite der Präfektur Fukushima wird von 2238 katastrophenbezogenen Todesfällen (Stand Juni 2018) gesprochen [5], wobei nicht alle wegen der Strahlung evakuiert wurden. Tokyo Shimbun [6] spricht im Juli 2016 von 1368 Todesfällen durch Evakuierungen, die im Zusammenhang mit den Kernkraftwerken stehen. Viele ältere Menschen starben durch die Evakuierung oder begingen Suizid aufgrund der unerträglichen neuen Lebenssituation.

Waren die Evakuierungen notwendig, um die Bevölkerung vor einer hohen Strahlenbelastung zu schützen? In letzter Zeit wurde diese Frage in wissenschaftlichen Studien behandelt. Sie zeigen ein anderes, nüchternes Bild. Das Editorial einer ganzen Studienreihe [7] kommt zur Einschätzung, dass gesundheitliche Folgen der Strahlung möglicherweise stark überschätzt wurden:

Obwohl eine Massenevakuierung sowohl in Tschernobyl als auch in Fukushima Daiichi politisch gewählt wurde, war sie wahrscheinlich keine gute Option. (Englisch siehe [a] unten)

Dabei gehen diese Studien vom sehr umstrittenen LNT-Modell (linear no-threshold model) aus, das unter anderem im Beitrag von Jeanne Goldberg zur Strahlungsangst im Skeptical Inquirer [8] kritisiert wurde (deutsche Übersetzung in Skeptiker 1/2019, im Druck [9]). Die im Editorial zitierten Autoren werden noch spezifischer:

Zwischen 1986 und 1990 wurden zwischen 5- und 10-mal mehr Menschen aus dem Gebiet von Tschernobyl umgesiedelt als nötig, und die Autoren finden es schwer zu rechtfertigen, dass überhaupt aus Gründen des Strahlenschutzes Evakuierungen aus Fukushima Daiichi stattgefunden haben. (Englisch siehe [b] unten)

Unter welchen Belastungen evakuierte Familien standen, lässt sich vielleicht aus dieses Bild einer temporären Behausung nicht allzu weit von Fukushima erkennen, wo viele Familien nebeneinander auf engstem Raum leben mussten:

© Amardeo Sarma: Inzwischen verlassene temporäre Behausung für evakuierte Familien

Selbstverständlich ist umfangreiche Aufklärung nötig, da das Leben in der Umgebung eines havarierten Reaktors sowie die Angst vor Strahlung erhebliche psychische Belastungen darstellen und sowohl im sozialen wie gesundheitlichen Bereich negative Konsequenzen mit sich bringen. Besonders wichtig ist es dabei, einer Stigmatisierung der Betroffenen entgegenzuwirken!

Von Japan in die Schweiz:

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI schätzt für den sehr unwahrscheinlichen Fall eines schweren Störfalls in einem Schweizer Kernkraftwerk [10], dass die zusätzliche Strahlendosis für die betroffene Bevölkerung etwa 0,3 Millisievert betragen würde, viel weniger, als der Grenzwert: „Es wären keine Verletzten oder Toten zu erwarten. Eine Evakuierung wäre nicht nötig.“

Die Gefahren der Strahlung werden weit überschätzt. In Orten wie Kerala in Südindien, wo die natürliche Strahlung höher ist als in evakuierten Zonen in Fukushima, leben Menschen genauso lang und gesund wie anderswo [11].

Manche Reaktionen, wie die Dekontaminierung der Erde in besonders belasteten Gebieten, waren laut den Studien angemessen. Die Strahlenbelastung sollte als Vorsichtsmaßnahme minimiert werden, denn die Risiken der Strahlung sind nicht null.

Es geht insgesamt also darum, vor allem im Hinblick auf die Zukunft, mit angemessenen Reaktionen Schäden zu begrenzen, statt mit unbegründetem Aktivismus den Schaden zu vergrößern.

Ordnet man dieses Ereignis in die 60-jährige Geschichte der Kernenergie ein, kann man feststellen: Die Wahrscheinlichkeit solcher Unfälle war wohl höher, als uns manche weismachen wollten. Es wäre auch unredlich zu behaupten, so etwas könne nie wieder passieren.

Allerdings waren die tatsächlichen Auswirkungen bisheriger Nuklearunfälle inkl. Tschernobyl und Fukushima weit geringer, als in der Öffentlichkeit weithin angenommen wird.  Natürliche und andere Arten von technischen Katastrophen – zum Beispiel die chemische im indischen Bhopal von 1984 mit mindestens 3787 Toten (nach manchen Schätzungen über 16 000) und einer halben Million Verletzten – hatten ganz andere Dimensionen.

Die gravierendsten Folgen der bisherigen Nuklearunfällen wurden nicht durch die radioaktive Belastung selbst ausgelöst, sondern durch die unangemessene Reaktion danach. Was wir vor allem lernen müssen, ist, mit solchen Unfällen viel besser umzugehen, als wir es bisher getan haben. Bisher übliche Maßnahmen wie umfangreiche Evakuierungen und Umsiedlungen können mehr schaden als nutzen.

Verstrahltes Wasser?

In letzter Zeit machten Berichte über verstrahltes Wasser in den Tanks der Ruine des Fukushima-Daiichi-Kraftwerks die Runde. Das Wasser wird in vielen Fässern aufbewahrt, und langsam gehen die Kapazitäten der Behälter zur Neige. Experten empfahlen eine Ableitung ins Meer.

Die Bedenken der Anwohner und Fischer sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn ihre Fische als „verstrahlt“ gelten, ist das Einkommen der Fischer bedroht. Von gesundheitlichen Nocebo-Reaktionen mal ganz abgesehen.

Doch ist das „verstrahlte Wasser“ wirklich ein Problem?

Es handelt sich um das radioaktive, an sich ungiftige Wasserstoff-Isotop Tritium. Die folgende Grafik setzt die Tritium-Konzentration mit biologischen Effekten und Grenzwerten in Beziehung:

Laut Spiegel [12] wolle man 770 000 Tonnen „strahlende Flüssigkeit“, die „in riesigen Tanks auf dem AKW-Gelände“ lagern, ins Meer leiten. Das Wasser weise 60 000 Becquerel Tritium pro Liter auf, wobei die WHO-Richtlinie von 10 000 Becquerel für Trinkwasser (!) ausgehe.

Wie aus der Grafik oben ersichtlich, dürfte man in Australien das tritiumhaltige Fukushima-Wasser als Trinkwasser anbieten, selbstverständlich sofern keine weiteren Stoffe enthalten sind. Die Daten stammen von der kanadischen Sicherheitsbehörde für Kernenergie [13].

Tatsächlich liegen die Werte in den Fukushima-Tanks zwischen 500 000 und 4 Millionen Becquerel pro Liter. Das Wasser soll aber vor der Ableitung auf 60 000 Becquerel pro Liter verdünnt werden [14], siehe dazu auch die Grafik oben.

Im Meer würde das Wasser innerhalb kürzester Zeit milliardenfach verdünnt und stellt somit weder für Fische noch für das Ökosystem insgesamt eine nennenswerte Gefahr dar.

Eine kanadische Publikation [15] kritisiert die Diskussion um die immer wieder geforderte Herabsetzung der Grenzwerte für Tritium, da die derzeitigen Grenzwerte mehr als ausreichend seien und eine Herabsetzungen den falschen Eindruck erwecken würde, dass sie nicht angemessen seien.

Gefahr oder Verharmlosung?

Ist das alles eine Verharmlosung? Denn ganz sicher ist auch die Kernenergie nicht nebenwirkungsfrei, und die Risiken sind nicht gleich Null.

Die Frage ist also jedoch: Risiko im Vergleich wozu? Wir müssen die Kernenergie mit anderen Formen der Elektrizitätserzeugung vergleichen, um zu einem fairen Urteil zu gelangen.

Die Folgen eines katastrophalen Klimawandels, die uns bei Fortsetzung der derzeitigen Politik drohen, möchte ich zunächst außen vorlassen und stattdessen die anderen Schadwirkungen der „normalen“ Energieerzeugung betrachten.

© Amardeo Sarma, Datenquelle: Markandya A., Wilkinson, P. (2007): Electricity generation and health, Lancet, Vol 370.

Die dargestellten Zahlen beruhen auf einer Publikation von Markandya und Wilkinson in Lancet [16], in der sowohl Arbeitsunfälle, etwa bei Förderung und Transport der Rohstoffe, Aufbau und Betrieb der Anlagen als auch die aus dem Betrieb resultierende Umweltverschmutzung berücksichtigt werden. Den weitaus größten Einfluss haben dabei die Schadstoffe, die in den Abgasen der Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerke in die Luft gelangen.

Bedenken sollte man allerdings, dass diese statistischen Zahlen aus epidemiologischen Modellen berechnet wurden und kaum jemand individuell als „Opfer“ gezählt werden kann.

Solche Vergleiche zeigen aber, dass bezogen auf die erzeugte Stromleistung die Kernkraft unter Berücksichtigung der etwa 4000 Tschernobyl-Opfer zu wesentlich weniger vorzeitigen Todesfällen geführt hat als alle auf Verbrennung beruhenden Stromerzeugungsformen. Die Zahlen sind auch im Hinblick auf die derzeitige Feinstaub-Diskussion interessant, wo man eine Minimierung der Luftverschmutzung fordert. Diese Belastung entsteht jedoch durch die Verbrennung fossiler Energieträger, nicht durch die Kernenergie!

Insofern bringt der weltweite Trend zum Kernkraft-Ausstieg keinen Gewinn für die menschliche Gesundheit. Im Gegenteil: Die Abschaltung deutscher Kernkraftwerke seit 2011 bei gleichzeitig unveränderter Produktion von Kohlestrom bedeutet für jedes 1,5 GW verlorener Kernkraftleistung ca. 300 Todesfälle pro Jahr durch Feinstaub. Auch Energie aus Sonne, Wind und Erdgas hätten die Kohle ersetzen können. Um diese Nettobilanz des Atomausstiegs ab 2011 kommt man nicht herum.

Die Nichtinbetriebnahme des österreichischen Kernkraftwerks Zwentendorf mit einer geplanten Leistung von 723 MW und dessen Ersatz durch Kohle hat also in 40 Jahren zu über 5000 Todesfällen geführt – mehr als die 4000, die nach dem umstrittenen LNT-Modell Tschernobyl zugeschrieben werden (WHO 2005 und IAEA).

Selbst wenn die Kernenergie ausschließlich durch Solarenergie und Windkraft ersetzt würde, sollte man bedenken, dass diese bis auf weiteres auf Erdgas als „Reserve“ angewiesen sind. Der Ausbau der Erneuerbaren geht Hand in Hand mit dem Ausbau der Erdgasnutzung, wie diese Studie zeigt [17].

Im Umfeld einer kohledominierten Stromerzeugung rettet Kernenergie also Menschenleben. Der Pionier der Klimaforschung James Hansen hat den weltweiten Effekt berechnet und herausgefunden, dass Kernenergie statt fossiler Energieträger durch die Minderung der Luftverschmutzung 1,8 Millionen Leben gerettet hat und bis zu 7 Million weitere retten könnte [18].

Auch eine ähnliche Studie von Qvist und Brook [19] zeigt auf, dass eine kernenergiefreie Politik für Schweden und ähnliche Länder ein Rückschritt in Sachen Klima, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit wäre.

Die Finnen sind da weiter. Bis auf die Rechtspopulisten nehmen alle Parteien in Finnland das Ziel des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ernst, die Erderwärmung auf 1,5oC zu begrenzen. Und: Die Kernenergie gehört für die Finnen zu den Mitteln der Wahl. Selbst die finnischen Grünen wollen zumindest keine laufenden Kernkraftwerke vorzeitig abschalten [20]. Die Grüne Jugend in Norwegen spricht sich für Forschung in Sachen Kernenergie aus und schließt sie nicht aus. [21]

Doch das Umweltbundesamt (UBA) widerspricht, Kernenergie sei gar nicht so CO2-arm. Stimmt das?

Vergleichen wir die Behauptungen des UBA mit dem Sonderbericht des Weltklimarates IPCC über erneuerbaren Energien zur Begrenzung des Klimawandels SRREN (Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation), deren Autoren eher eine Vorliebe für Wind und Sonne haben dürften. Da ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Quelle: IPCC SRREN Abb. 9.8

In den Zahlen oben verzerren die „Maximalwerte“ der Emissionen das Bild, da diese Außenseiterstudien oder „Outlier“ repräsentieren. Die Mittelwerte von Kernenergie liegen unter denen von Biokraftstoffen, Photovoltaik und andere Arten der Solarenergie und Geothermie. Lediglich Wasserkraft, Energie aus den Ozeanen und Windenergie schneiden besser ab.

Gaskraftwerke – die bevorzugten Partner von Solar- und Windenergie – schneiden im Vergleich zu Kohle und Öl vergleichsweise gut ab, da der Wirkungsgrad hoch und der Brennstoff arm an Kohlenstoff ist. Andere Studien zweifeln aber den „Klimavorteil“ von Erdgas an. Falls auch nur geringe Mengen Methan bei der Förderung oder dem Transport in die Atmosphäre entweichen, kann die Bilanz schlechter als die von Kohle werden, da das Methanmolekül ein deutlich höheres Treibhauspotential als das CO2-Molekül aufweist.

Auch die Zahlen für Wind- und Solarenergie zeigen nur die halbe Wahrheit. Systemkosten werden ignoriert. Kernenergie und Wasserkraft stehen durchgehend zur Verfügung. Solar- und Windenergieerzeugung brauchen bis auf weiteres jedoch Erdgas als Reserve. Die Systememissionen für Solar- und Windkraft mit Erdgas als Backup liegen deutlich über den Emissionen durch Kernenergie oder Wasserkraft.

Die deutsche Energiewende mit dem Atomausstieg dient bislang also weder der Umwelt noch der Gesundheit.

Kernkraft und Wasserkraft sind, systemisch gesehen, also die emissionsärmsten Stromerzeugungsformen, nicht etwa Sonne und Wind. Sie sind auch die erfolgreichsten beim Emissionsabbau, wie ein Länder-Vergleich zeigt. Die Länder mit dem geringsten CO2-Ausstoß bauen entweder auf Wasserkraft oder Kernenergie oder auf eine Kombination davon, während Wind und Sonne nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Quelle: Alastair McIvor: poetandengineer.com – We know how to do this

Wasserkraft setzt allerdings eine geeignete Geographie voraus und ist ebenso wenig wie andere erneuerbare Energieträger ohne Gefahren oder Auswirkungen auf die Umwelt.

Betrachten wir schließlich den Materialaufwand verschiedener Stromerzeugungsarten. Stahl und Beton müssen erzeugt und entsorgt werden, und so betrachtet kommt keine Form der Stromerzeugung ohne Rohstoffverbrauch und Entsorgung der Anlagen aus.

Quelle: Environmental Progress

Was den Materialverbrauch angeht, ist die Kernenergie unter den nicht-fossilen Energien sogar die Siegerin. Und nicht zuletzt verbraucht sie sehr, sehr viel weniger Fläche, als für Solar und Wind benötigt werden, ist also wesentlich sparsamer im Landverbrauch.

Ein bereits angesprochenes Problem eine ausschießlichen Beschränkung auf Wind- und Sonnenergie ist die daraus folgende langfristige Abhängigkeit von Erdgas. Es ist bis auf Weiteres die Systemergänzung der Wahl, weil skalierbare und kostengünstige Umwandlung von Strom in Wasserstoff oder Speicherung in Batterien noch nicht möglich sind. Atomkraft ist vermutlich auch deshalb nicht gewollt, weil sie im Gegensatz zu Erdgas die stark fluktuierende Produktion von Solar- und Windkraftwerken nicht gut ausgleichen kann.

Politisch möchte sich Deutschland offenbar auf lange Zeit von Erdgas als Backup für Solar und Wind abhängig machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Wort international Gewicht hat, sagte kürzlich bei der Münchener Sicherheitskonferenz [22]:

Mit dem Ausstieg aus Atomkraft und Kohle bleibe Deutschland ein „sicherer Absatzmarkt für Erdgas“.

Darin kann sie sich der Zustimmung der Öl- und Gasindustrie sicher sein. So schreibt BP [23]:

Unser sauberer verbrennendes Erdgas [ist] der perfekte Partner für erneuerbare Energien für die Tage, an denen der Wind nachlässt und die Sonne nicht scheint.

Von Erneuerbaren hin zu kohlenstoffarmen Energieträgern

Um die anthropogene Erderwärmung zu begrenzen ist es immer wieder erforderlich, sich das Ziel vor Augen zu halten: Runter mit den Emissionen, vor allem CO2. Welche CO2-arme Option und welcher Energiemix am besten geeignet sind, bleibt zeitabhängig, kann regional unterschiedlich sein und muss immer wieder neu bewertet werden.

Solar- und Windenergie sind wichtige Komponenten im Energiemix, auf die nicht verzichten werden sollte. Jedoch sind schon jetzt oder in naher Zukunft viel mehr Technologien verfügbar. CCS (Carbon Capture and Storage oder CO2-Abscheidung und -Speicherung) sowie BECCS (Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung) werden vom Weltklimarat IPCC als wichtige Technologien genannt. Wasserkraft und Kernenergie werden schon heute erfolgreich eingesetzt.

Prof. David Archer vom Department of the Geophysical Sciences der University of Chicago spricht von vielen „Wedges“ oder Keilen, um unsere Energieversorgung bei niedrigen Emissionen in Griff zu bekommen, unter anderem auch der nicht zu vernachlässigende Punkt der allgemeinen Energieeinsparung.

Die Entwicklung ganz neuer Technologien für die Energiegewinnung und -versorgung sollte ebenfalls vorangebracht werden, etwa synthetische Photosynthese oder die Verwendung von Algen oder Cyanobakterien zur Bindung von CO2 aus der Luft.

Möglicherweise beschert uns die Forschung in Zukunft neue und viel bessere Technologien, die alle heutigen Techniken zu Auslaufmodellen machen.

 „Fukushima“ ist jedoch nicht als Argument geeignet, die Kernenergie aus dem heutigen Energiemix zu verbannen.

Originaltexte auf Englisch

[a] Although it was treated as the prime policy choice at both Chernobyl and Fukushima Daiichi, mass relocation emerges as unlikely to be a good policy option.

[b] Between 5 and 10 times too many people were moved away from the Chernobyl area between 1986 and 1990, and the authors find it difficult to justify moving anyone away from Fukushima Daiichi on grounds of radiological protection.

Quellen und Referenzen zum Nachlesen

  1. Lynas, M.: Je mehr wir wissen, desto schlimmer sieht es mit dem Klimawandel aus: https://edition.cnn.com/2019/01/25/opinions/climate-change-getting-worse-intl/index.html
  2. Monbiot, G.: Why Fukushima made me stop worrying and love nuclear power. The Guardian, 21.03.2011, https://www.theguardian.com/commentisfree/2011/mar/21/pro-nuclear-japan-fukushima
  3. Japan meldet, dass ein Arbeiter an Lungenkrebs gestorben ist nach dem er Strahlung ausgesetzt war. https://www.bbc.com/news/world-asia-45423575
  4. Warum der Tod eines Arbeiters durch Lungenkrebs nicht auf Fukushima zurückzuführen ist: https://www.forbes.com/sites/jamesconca/2018/09/06/no-the-cancer-death-was-probably-not-from-fukushima/#7597be3c21b5
  5. Internetseiten der Prefektur Fukushima: http://www.pref.fukushima.lg.jp/site/portal-english/en03-01.html
  6. Archiv mit Hinweis auf Tokyo Shimbun. 6 March 2016: https://www.japanfs.org/sp/en/news/archives/news_id035681.html
  7. Thomas, P.; May, J.: Coping after a big nuclear accident (Editorial), Process Safety and Environmental Protection 112 (2017) 1–3, http://dx.doi.org/10.1016/j.psep.2017.09.013
  8. Goldberg, J.: From the Spectral to the Spectrum: Radiation in the Crosshairs, Volume 42.5, September / October 2018, siehe auch: https://www.csicop.org/si/show/from_the_spectral_to_the_spectrum_radiation_in_the_crosshairs
  9. Goldberg, J.: Strahung – ein Spektrum der Angst. Skeptiker 1/2019 (im Druck)
  10. Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI: Die Gefahr bei einem 10’000-jährlichen Störfall eines Schweizer Kernkraftwerks wird überschätzt, https://www.ensi.ch/de/2018/10/12/die-gefahr-bei-einem-10000-jaehrlichen-stoerfall-eines-schweizer-kernkraftwerks-wird-ueberschaetzt/
  11. Keine erhöhte Sterblichkeit im indischen Kerala trotz hoher natürlicher Strahlungsexposition: https://bravenewclimate.com/2015/01/24/what-can-we-learn-from-kerala/
  12. Holger Dambeck, Radioaktives Wasser soll ins Meer abgelassen werden, http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-betreiber-will-radioaktives-wasser-ins-meer-ablassen-a-1157727.html
  13. Canadian Nuclear Safety Committe (CNSC): Tritium in Drinking Water. https://nuclearsafety.gc.ca/eng/resources/health/tritium/tritium-in-drinking-water.cfm
  14. Safecast: PART 1: Radioactive water at Fukushima Daiichi: What should be done? https://blog.safecast.org/2018/06/part-1-radioactive-water-at-fukushima-daiichi-what-should-be-done/
  15. Dingwall S. et al: Human Health and the Biological Effects of Tritium in Drinking Water: Prudent Policy Through Science – Addressing the ODWAC New Recommendation, Dose Response. 2011; 9(1): 6–31. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3057633/
  16. Markandya A., Wilkinson, P. (2007): Electricity generation and health, Lancet, Vol 370, Issue 9591, P 979-990. https://www.thelancet.com/article/S0140-6736(07)61253-7/abstract
  17. Verdolini, E; Vona; F.; Popp, D, Working Paper 22454, http://www.nber.org/papers/w22454 National Bureau of Economic Research: Bridging the Gap: Do Fast-reactong Fossil Technologies Facilitäte Renewable Energy Diffusion?
  18. Kharecha, P.A., and J.E. Hansen, 2013: Prevented mortality and greenhouse gas emissions from historical and projected nuclear power. Environ. Sci. Technol., 47, 4889-4895, doi:10.1021/es3051197
  19. Qvist, S.A., Brook, B.W.: Environmental and health impacts of a policy to phase out nuclear power in Sweden, doi:10.1016/j.enpol.2015.04.023
  20. Jenni Roth im Deutschlandfunk: Finnland vor “Klimawahlen” https://www.deutschlandfunk.de/umweltpolitik-finnland-steht-vor-klimawahlen.795.de.html?dram:article_id=441182
  21. Grüne Jugund on Norwegen will Forschung in Sachen Kernergie: https://www.gronnungdom.no/blog/2018/11/kjernekraft-i-klimalosningen/
  22. Martin Knobbe über Merkels Bekenntnis bei der Münchener Sicherheitskonferenz: http://www.spiegel.de/politik/ausland/muenchner-sicherheitskonferenz-merkels-fordert-zusammenarbeit-a-1253609.html
  23. BP: Solarenergie und Erdgas: Glänzende Aussichten https://www.bp.com/de_de/germany/ueber-bp/ueberall-moeglichkeiten/solarenergie-und-erdgas.html
  24. Reaktorkatastrophen: Zwischen Angstmache und Verharmlosung, GWUP-Blog am 17. März 2016
  25. Fukushima: Realitätsverlust in Deutschland und Österreich, GWUP-Blog am 12. März 2016
  26. Schwarzer Monat fürs Klima, GWUP-Blog am 27. 6. 2015
  27. Hört auf mit dem Angstmachen, futurezone am 8. September 2015
  28. Leben und Natur retten: Wider die Stigmatisierung von pro-Kernenergie, GWUP-Blog am 11. September 2018
  29. Unser Klima am Scheideweg, GWUP-Blog am 12. Juni 2017
  30. Video: Tschernobyl, Fukushima und warum wir Angst vor Strahlung haben bei SitP Wien, GWUP-Blog am 22. Juni 2017
  31. Fukushima: Realitätsverlust in Deutschland und Österreich, GWUP-Blog am 12. März 2016

97 Kommentare

  1. Schade, dass der Autor mit keinem Wort auf das Problem des nuklearen Abfalls eingeht und sich nur auf die Frage des CO2-Ausstosses beschränkt. Gibt es wirklich nur eine wissenschaftlich haltbare Meinung? Das halte ich für sehr zweifelhaft.

  2. Dieser Absatz war in frühere Versionen drin, und ich hätte ihn vielleicht drin lassen sollen:

    Da unweigerlich der Einwand „wohin mit dem Atommüll“ kommen wird, weise ich bereits darauf hin, dass ein Beitrag hierzu in Vorbereitung ist. Deswegen nur kurz:

    1) Manche Bestandteile des Atommülls sind möglicherweise eine Ressource für die Zukunft, etwa als Brennstoff für neue Generationen von Kernkraftwerken,

    und 2) Es gibt Lösungen für eine Endlagerung, wie in Finnland, mit der keine Last für künftige Generationen zu erwarten ist.

    Siehe hierzu den hervorragenden Artikel von Iida Ruishalme: „Nuklearer Abfall: Ideen und Realität“.

    Noch detaillierter hier auf deutsch über die Endlagerung in der Nucleopedia.

    Auch der „Atommüll“ (oder besser Ressource für die Zukunft?) ist eher ein gefühltes und politisches als reales technisches Problem. Wenn man möchte, gibt es Möglichkeiten der Endlagerung, wie man in Finnland sieht. Die Mengen an „Müll“ sind im Vergleich zu dem, was wir sonst als Abfall produzieren ziemlich klein.

  3. Ich finde den Artikel ausgewogen und interessant. Sicherlich polarisierend, wie man an dem 1.Kommentar hier sieht. Aber Skeptiker sollten emotionale Diskussionen versachlichen, das wurde hier erreicht.

  4. Herr Neugebauer,

    Das Problem des Abfalls, wie es so oft rauf und runtergebetet wird, da es kein anderes Argument gibt, ist in der Form nicht haltbar, wie Amardeo Sarma ja schon erwähnt und belegt hat.

    In diesem Artikel ging es allerdings um ganz ander Aspekte. Wenn man also all diese Aspekte betrachtet, gibt es in der Tat nur eine wissenschaftlich untermauerte Schlussfolgerung.

  5. Die GWUP stellt sich ins wissenschaftliche und gesellschaftliche Abseits:

    Kernenergie-Lobbyismus von Amardeo Sarma

  6. Grandiöser Artikel.
    Danke.

  7. „Es ist bis auf Weiteres die Systemergänzung der Wahl, weil skalierbare und kostengünstige Umwandlung von Strom in Wasserstoff oder Speicherung in Batterien noch nicht möglich sind.“

    Audi entwickelt bereits seit geraumer Zeit an genau solchen Energiespeichermöglichkeiten. Blödsinniger Weise aber wird an der alleinigen Förderung der Elektromobilität festgehalten.

    Die Politik geht auf Einwände, es bestünden schon erfolgreiche Ansätze auch mit Verbrennungsmotoren CO2-arm fahren zu können, nicht ein.

    Erst vor kurzem wurde dies in einer Sendung im Fernsehen deutlich, als man entsprechend zuständige Politiker darauf ansprach. Anstatt jetzt nur wieder die Kernenergie zu forcieren, sollte mindestens in gleichem Maße Geld in wirkliche Alternativen und Forschung investiert werden.

    Der Ansatz von Audi beispielsweise, entwertet den bisher noch favorisierten Verbrennungsmotor nicht (und damit auch nicht die immensen Investitionen der Benutzer). Ganz im Gegenteil kann der CO2 Ausstoß erheblich verringert werden. Nicht nur die Verwendung von überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien wird genutzt, sondern das System stellt auch einen sehr gut brauchbaren Energiespeicher dar.

    https://www.energie-wasser-praxis.de/gruenegase/artikel/mit-power-to-gas-klimafreundlich-auto-fahren/

  8. Ralf,

    ein Thema des Artikels ist, dass Techniken nicht im leeren Raum zu bewerten sind, sondern im Vergleich zu den Alternativen. Das trifft meines Erachtens auf die Abfälle genau so zu wie auf die Aspekte, auf die Amardeos Artikel sich konzentriert.

    Auch im Bezug auf die Abfälle schneidet die Kernkraft um Welten besser ab als fossile Energieträger. Nur um ein paar Größenordnungen zusammenzutragen (die zugrunde liegenden Zahlen habe ich Wikipedia entnommen):

    – In allen deutschen Kernkraftwerken zusammen fallen derzeit jährlich 450 Tonnen verbrauchte Brennelemente an, das sind hochradioaktive Abfälle. Pro Person sind das knapp 6 g.

    – Ein einziges, ziemlich modernes Braunkohlekraftwerk wie Lippendorf mit ca. 1.9 GW elektrischer Leistung gibt pro Jahr u.a. 10.3 Millionen Tonnen CO2, 8000 Tonnen Stickoxide und 108 Tonnen Feinstaub an die Atmosphäre ab.

    – 2017 wurden in Deutschland insgesamt 654 TWh Strom produziert, konservativ mit 500 g CO2 pro kWh gerechnet wären das 327 Millionen Tonnen CO2 oder gut 4 Tonnen pro Kopf. Kommen Heizung, Transport und industrielle Prozesse hinzu, sind es pro Person knapp 9 Tonnen CO2.

    Man kann das etwas provokant so zusammenzufassen: Über ein CO2-Endlager haben wir uns auch nie Gedanken gemacht, wir nutzen dafür einfach die Atmosphäre.

    Ohne auf zukünftige, derzeit nicht serienreife Techniken zur Nutzung des Atommülls zu hoffen, und ohne die Gefahren radioaktiver Stoffe verharmlosen zu wollen, finde ich: Die Größenordnung sollte ein technisch lösbares Problem sein. Der Treibhauseffekt macht mir mehr Sorgen.

    Auch wenn die oben genannten 6 g pro Person und Jahr natürlich nicht alles sind, neben den Brennelementen gibt es weitere hochradioaktive Abfälle, dazu mittel- und schwachradioaktive – in David MacKays exzellentem und frei zugänglichen Buch „Sustainable Energy – Without the Hot Air“ findet man für das Vereinigte Königreich, in dem weit mehr als in Deutschland auf Kernkraft gesetzt wird, folgende Angaben: pro Jahr und Person 24 ml hoch-, 60 ml mittel- und 760 ml schwachradioaktive Abfälle. Wiederum eine Größenordnung, die technisch lösbar sein sollte.

    Es gibt sehr interessante Konzepte für neue Generationen von Kernkraftwerken und auch für Wiederaufbereitung, Entschärfung und produktiver Nutzung des derzeitigen Atommülls.

    Leider liegen in Deutschland (wie in vielen anderen Ländern auch) Forschung und Entwicklung aus politischen und gesellschaftlichen Gründen quasi brach. Das dürfte ein wesentlicher Grund sein, warum nichts davon derzeit serienreif ist.

  9. Lieber Herr Sarma, vielen herzlichen Dank für diesen zusammenfassenden Artikel. Darauf warte ich schon seit Jahren. Vergeblich. Alles was Sie schreiben ist ja hinlänglich bekannt, jedenfalls den Menschen die sich für derartige Themen interessieren.

    Leider ist es aber in Deutschland so, dass alles was irgendwie mit Strahlung (ganz besonders radioaktiver Strahlung) im weitesten Sinne zu tun hat, Hysterie auslöst. Das war schon bei Tschernobyl so, als sich Medien und Politiker in völlig unsinniger Panikmacherei ergingen.

    Und bei der Katastrophe in Japan zählen die Tausenden von Toten die das Erdbeben und der Tsunami hervorbrachten nichts, es ging nur um die Katastrophe von Fukushima, bei der es keine (direkten) Todesfälle zu verzeichnen gab.

    Leider wird bei der hier verfestigten Strahlenangst das Hauptproblem sichtbar: die völlig mangelhafte (Aus)-Bildung weiter Teile der Gesellschaft in allen naturwissenschaftlichen Fächern. Und eine Presse und Politiker, die Ängste aus niederen Motiven schüren.

    Eine sachliche faktenbasierte und halbwegs kompetente Diskussion über Kernenergie wird in diesem Land leider über Jahrzehnte hinaus nicht mehr möglich sein. Wenn dann die CO2-Konzentration zu unumkehrbaren dramatischen Folgen für Jedermann geführt hat wird man die Fehlentscheidung, die der Abschaltung der Kernkraftwerke zugrunde liegt, einsehen.

    Doch dann ist es zu spät. Leider müssen dann unsere Nachfahren das ausbaden. Und sie werden uns verfluchen!

  10. Wenn man den menschlichen Faktor rausrechnet,
    ist Nuklearenergie,echt supi!
    Dann noch das Abfallproblemhintüber fallen lassen,alles noch mehr supi!!
    Aber bei genügend Strahlung werden sich diese Probleme von selbsterledigen!!!
    Erst wenn die Menschen Dummheit und Gier und Aggression überwunden haben,
    kann die reine Atomwissenschaft herrschen/triumphieren…
    Warum denke ich dann an den blauen Typen aus „Watchmen“?!
    https://www.youtube.com/watch?v=UbsNG7FFcOo

  11. Naja die Lösung des Atommülls in Japan ist es ihn in den Reactoren im Abkühlbecken zu lassen. Soooo einfach ist die Lösung wohl doch nicht.

    Was mir auch fehlt sind die Effekte an genereller Strahlenbelastung, zum Beispiel ging nach dem Unfall die Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle stark hoch, ob das an der Strahlung lag ist umstritten. Gerade da die japanische Regierung den Normal Zustand schon früh erklärt hat sind unabhängige Informationen schwerer zu erreichen. Pressefreiheit ist so eine Sache in Japan und das geht durchaus auch auf die Forschung über. Mir hat damals auch ein Chefarzt versichert das der Nuklearunfall kein Problem war, weil in Tschernobyl ist ja auch nix passiert.

    Das weitere Problem ist ja auch, dass die Wahl die es im Moment zu geben scheint nur ist unsere schon schwer in die Tage gekommenen Reaktoren weiter laufen zu lassen oder Kohle zu verbrennen. Das ist doch eine Scheindebatte in der sich zwei Industrien mit gutem Lobbying auf Kosten der nächsten Generationen einen schönen Lebens end machen wollen. Diese Denken in der Politik aufzureißen und sei es auch mit neuen Atomkraftwerken, wäre viel Wert.

  12. „Hermann
    7. März 2019 um 21:33
    Die GWUP stellt sich ins wissenschaftliche und gesellschaftliche Abseits:
    Kernenergie-Lobbyismus von Amardeo sarma“

    Haben Sie auch Argumente oder ist das nur das gleiche Mimimi wie von Homöopathen, die hinter jeder Homöopathiekritik die Pharmaindustrie herbeifantasieren, weil sie nicht in der Lage oder nicht Willens sind sich mit den Fakten zu beschäftigen?

    Wie erklären Sie sich, das viele Umweltaktivisten die unreflektierte und reflexhafte Ablehnung der Kernenergie nicht mehr teilen? Alles Atomlobbyisten? Da hätte ich doch gern mal ein Beleg.

    Nur weil die Zigarettenindustrie die Öffentlichkeit jahrzehntelang belogen und betrogen haben, sollte man nicht hinter jeder Kritik an der Industriekritik gleich Lobbyismus vermuten. Das ist unredlich. Wenn die Temperatur der Erderwärmung nicht schnell gebremst wird, wird Leid und Tod die Folge sein, aber das scheint ja nur noch junge Menschen auf die Straße zu bringen.

  13. @Techi „Anstatt jetzt nur wieder die Kernenergie zu forcieren“

    Das war auch nicht Absicht des Artikels. Er sollte aufzeigen, dass es keine belastbaren und fundierten Gründe gibt, Kernenergie aus dem Energiemix zu verbannen und ausschließlich auf Solar und Wind plus Elektromobilität zu setzen. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, die in unsere Überlegungen einfließen sollten.

    Diese Einseitigkeit ist das Problem in Deutschland. Keine andere, jetzt verfügbare Alternativen werden in Betracht gezogen. Auch in die Forschung für künftige neuartige Optionen wird nicht investiert. CCS und BECCS – wie vom IPCC empfohlen – kommen im deutschen Kontext nicht vor. Verfahren, CO2 wieder aus der Atmosphäre zu ziehen sind verpönt, weil Geoengineering Teufelswerk ist.

  14. @Hermann:

    „Die GWUP stellt sich ins wissenschaftliche und gesellschaftliche Abseits: Kernenergie-Lobbyismus von Amardeo sarma“

    Aha. Na, dann ist die GWUP ja in ganz guter Gesellschaft, denn z.B. im Editorial der Februar-„Geo“ sprach sich der Chefredakteur ebenfalls für die Einbeziehung der Kernenergie in einen künftigen Energiemix aus. Alles blinder „Lobbyismus“?

    https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/33886-geo-nr-02-2019-fokus-weniger-ablenkung-mehr-klarheit

  15. @ Ernst Weber

    wie viele Fussnoten müssten es denn sein, um bei der Kernenergie-Lobby GWUP als „Argument“ zu gelten?

  16. @ Bernd Harder:

    Du zitierst Ernst Weber, dabei hatte er selber nur Hermann zitiert.

    @ Hermann:

    Es geht auch ohne Fussnoten, solange man GUTE Argumente hat. In dieser Hinsicht machst Du gegen Armadeo sarma derzeit leider keine gute Figur.

  17. @ noch’n Flo

    ja, Amardeo Sarma macht als Kernkraft-Lobbyist echt eine Super-Figur: so viele Fussnoten, so viele „GUTE Argumente“ …

  18. Als ehemaliger Mitarbeiter in der Atomindustrie habe ich gelernt, dass „GAU“ größter anzunehmender Unfall bedeutet. Was ist also der in den Medien so beliebte Supergau?

    Wenn man die ganz „normale“ Umweltverschmutzung bei der Güterabwägung für unseren menschlichen Fortschritt sieht, bei dem im Übrigen die Reichen immer reicher werden, kann man leider nicht davon ausgehen, dass nur zum Wohl der Menschheit gewirtschaftet wird.

    Aus Kernenergie werden Kernwaffen. Schon in den 1980er Jahren wurden Reaktorlinien wie THTR oder SNR nicht grundlos weiter verfolgt.

    Solange der Mensch, siehe beispielsweise Trump, das schwächste Glied in der Kette einer so schwierigen Technologie ist, war unsere Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie vertretbar.

  19. @noch’n Flo:

    Geändert, danke.

  20. @Hermann:

    Es ist wirklich ermüdend, immer und immer wieder auf dieses lächerliche Argument des „Lobbyismus“ einzugehen – deshalb hat hier auch keiner mehr Lust dazu.

    Homöopathie-Kritik? „Pharma-Lobbyismus!“

    Heilpraktiker-Kritik? „Ärzte-Lobbyismus!“

    Ein Plädoyer für einen sinnvollen Energie-Mix aus mehreren Komponenten, in dem auch Kernkraft gedacht werden darf? „Atom-Lobbyismus!“

    Gääähn … Nichts könnte falscher sein und spricht eigentlich nur für die intellektuelle Faulheit und Beschränktheit jener, die so etwas behaupten.

    Statt über diesen Unsinn zu diskutieren, empfehle ich mittlerweile den Homöopathen zum Beispiel einfach ein simples Gedankenexperiment:

    Lassen Sie sich einfach mal darauf ein, dass die Skeptiker recht haben. In jeder Hinsicht. Dass Homöopathie also keinerlei spezifische Wirkung hat und deshalb scheinbare Heilerfolge nichts damit zu tun haben können.

    Und dann zwingen Sie sich einfach mal dazu, unter dieser Prämisse eine Antwort auf die Frage zu finden: Wie könnte denn die (angebliche oder tatsächliche) Heilung oder zumindest Symptomlinderung stattfinden, ohne die Erklärung „Homöopathie“ dafür zu bemühen?

    Was wäre denn stattdessen denkbar, vor dem Hintergrund unseres aktuellen medizinischen Wissens?

    Und genau das empfehle ich jetzt Ihnen auch – denn, sorry, aber Ihre inhaltslosen und haltlosen Anwürfe und Beschimpfungen landen ab jetzt im Spam.

    Also konkret: Machen Sie mal das Gedankenexperiment und nehmen Sie mal für fünf Minuten an („nur für Spasss“, wie Harald Lesch sagen würde), Herrn Sarma ist kein Atom-Lobbyist, bekommt von niemandem Geld für diesen Artikel, hat keinerlei verborgenen Absichten oder Ziele etc.:

    Hmmmm – was könnte dann vielleicht der Grund für diesen Artikel sein? Was könnte wohl dahinterstecken?

    Lassen Sie diesen Gedanken mal zu – dann können Sie gerne jederzeit wiederkommen.

    Mit Ihren albernen One-Linern: nicht.

  21. @ Bernd Harder

    habe ich irgendetwas zur „Homöopathie“ gesagt? Nein.

    Ich sprach von Amardeo Sarma als Kernkraft-Lobbyist.

    Bei Gelegenheit schreibe ich einen Artikel über die GWUP.

  22. @Hermann:

    Ok, also Sie können oder wollen nix verstehen.

    Habe ich Ihnen ein Gedankenexperiment zur Homöopathie empfohlen? Nein.

    Können Sie lesen???

    Dann nochmal:

    Also konkret: Machen Sie mal das Gedankenexperiment und nehmen Sie mal für fünf Minuten an („nur für Spasss“, wie Harald Lesch sagen würde), Herrn Sarma ist kein Atom-Lobbyist, bekommt von niemandem Geld für diesen Artikel, hat keinerlei verborgenen Absichten oder Ziele etc.:

    Hmmmm – was könnte dann vielleicht der Grund für diesen Artikel sein? Was könnte wohl dahinterstecken?

    Lassen Sie diesen Gedanken mal zu – dann können Sie gerne jederzeit wiederkommen.

  23. Sehr schoen ausgewogener Artikel von Amardeo Sarma, vielen Dank! Die Lobbyismus-Vorwuerfe sagen mehr aus ueber die, die sie vorbringen, als die, gegen die sie gerichtet werden.

    @Paul Goetz: Sie koennen stolz sein auf Ihren Beitrag als Mitarbeiter der Atomindustrie, Deutschland mit umweltfreundlichem und CO2-freien Strom versorgt zu haben. Dass aus Kernenergie Kernwaffen werden, stimmt so nicht, siehe hier eine aktuelle, systematische Studie: https://www.mitpressjournals.org/doi/10.1162/ISEC_a_00293

    Die effektiven Altruisten von „Founders Pledge“ haben sich angesehen, ob der Einsatz fuer neue Kernreaktoren, das Risiko fuer die Verbreitung von Kernwaffen erhoehen wuerde und kommen zu dem Schluss, dass vermutlich eher das Gegenteil der Fall waere (weil westliche Laender mit mehr Nuklearkompetenz mehr Verhandlungsgewicht in Proliferationsfragen haetten), siehe Appendix 6 dieses Dokuments: https://founderspledge.com/research/Cause%20Report%20-%20Climate%20Change.pdf

  24. @ armadeo sarma

    „Es gibt viele weitere Möglichkeiten, die in unsere Überlegungen einfließen sollten.
    Diese Einseitigkeit ist das Problem in Deutschland. Keine andere, jetzt verfügbare Alternativen werden in Betracht gezogen. Auch in die Forschung für künftige neuartige Optionen wird nicht investiert.“

    So läse sich das schon ganz passabel und hätte meine Zustimmung.

    Doch leider lässt sich die Politik und andere Verantwortliche von einer starken Elektrolobby durchs Kraut jagen. Klar ist, man wird den Strom für Elektromobilität irgendwo her bekommen müssen.

    Dass hier laut ihrer Lobby die Atomkraft wiederum eine besondere Rolle spielen soll, wird leider eben auch wiederum dabei vedrängt oder nur wenig hinterfragt.

    Hier der schon weiter oben erwähnte Report-Beitrag:

    https://report-muenchen.br.de/alternative-biomethan-die-deutsche-politik-setzt-einseitig-auf-elektromobilitaet/

  25. Sorry, der letzt genannte Beitrag war stark gekürzt. Hier der wesentlich ausführlichere Kontrovers-Beitrag aus diesem Jahr.

    https://www.youtube.com/watch?v=bQWypxCd7ec

  26. Techi,

    der richtige Weg sollte es sein, alle verfügbaren Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Insbesondere solche, die derzeit mehr oder weniger sinnlos als „Abfall“ entsorgt werden.

    Im verlinkten Beitrag wurde eine Zahl genannt – Biomethan aus landwirtschaftlichen Abfällen (in Deutschland) könnte prinzipiell Kraftstoff für 7 Millionen Fahrzeuge liefern. Ich habe mich an einer schnellen Schätzung versucht und halte die Zahl für optimistisch, aber doch in der richtigen Größenordnung.

    Jedenfalls zeigt sie: Man sollte diese Ressource nutzen, aber alleine wird sie unser Verkehrsproblem nicht lösen (in D: über 40 Millionen Pkw + Lkw und Busse usw…)

    Power-to-gas (aus dem Kommentar weiter oben) ist auch sehr interessant, aber wiederum keine alleinige Lösung. Offensichtlich ist es nur sinnvoll, wenn der Strom regenerativ ist und gespeichert werden soll, also aus Windkraft oder Solarenergie stammt, und nicht für den unmittelbaren Stromverbrauch bestimmt ist.

    Ohne allzusehr weiter nachzudenken: Es bleibt angesichts der Fluktuationen von Sonne und Wind ein erheblicher Bedarf an Grundlast, und dafür sollte – auch in einem Power-to-gas-Szenario – eine Methode der Stromerzeugung bevorzugt werden, deren Umweltbilanz nicht allzu schlecht ausfällt.

    Wie der Artikel darlegt, steht die Kernenergie im Vergleich zu den anderen Kandidaten recht gut da.

  27. Sachlicher Beitrag, danke. Ich finde Atomenergie dennoch unsympathisch, aber rational betrachtet, scheint meine emotionale Bewertung das Problem zu sein. Was soll man nach über 30 Jahren „Atomenergie ist böse“-Kampagnen in der BRD auch sagen. Wer die Folgen des Klimawandels leugnet und nicht handeln will, wie die peinlichen und wissenschaftsfeindlichen AfD Politiker oder auch die GROKO, der versündigt sich an unseren Kindern.

  28. Philippe, Techi,

    Bioenergie liefert im Moment ca. 1000 PJ. Laut FNR ließe sich das noch ausbauen auf 1800 PJ. Es gibt damit durchaus Potenzial.
    http://www.fnr.de/fileadmin/allgemein/pdf/broschueren/Basisdaten_Bioenergie_2018_k.pdf

    Den ganzen Verkehrssektor damit zu decarbonisieren erscheint mir aber schwierig, da Biogas auch für die Wärmeversorgung Potenzial hat, zum Beispiel zum Ersatz der Fernwärme, die bisher aus Kohle stammt. Ggf. das Ganze noch mit BECCS, um CO2 aus der Atmosphäre zu entziehen, was nicht in einzelnen Autos geht. Die Ausbaupotenziale der anderen klimafreundlichen Energieträger ist durchaus höher und sollte zusammen erschlossen werden.

    Bei Power-to-Gas und E-Autos ist wiederum die Stromerzeugung wichtig. Wobei neben Solar- und Windenergie eben auch Atomenergie einen Beitrag leisten könnte. Womit wir wieder beim Thema dieses Beitrages wären.

    Atomenergie kann dabei unabhängig davon ob Autos mit der Stromversorgung gekoppelt werden sinnvoll sein. Die Kohleenergie soll ersetzt werden und es gibt diesen Strombedarf bereits unabhängig von Fahrzeugen.

  29. @Techi
    Fernsehbeiträge aus Report taugen höchstens für Verschwörungsstories.

    Ansonsten wird auf der ganzen Welt sehr viel Geld in die Energieforschung gesteckt.

    Leider ist bisher der große Durchbruch ausgeblieben. Energieprobleme in wirklich nennenswertem Umfang mittels Bioenergie lösen zu wollen funktioniert niemals.

    Weil man sich dadurch jede Menge anderer Probleme einhandelt: Dünger- und Petizideinsatz mit entsprechenden Folgen für Wasser, Luft und Böden, typische Probleme von Monokulturen, gerade aktuell Insektenschwund, und vieles mehr.

    Bioenergie wird immer Nieschenprodukt bleiben. Kernfusion ist die ewige Hofnung, Power-to-Gas-Wirkungsgrade sind nach wie vor unterirdisch, Brennstoffzellen sind seit 30 Jahren auch ewige Hoffnungsträger, usw.

    Kein Land in Sicht!

  30. Laut einem Tagesschau-Beitrag hat die Filterung nicht so gut geklappt, wie hier im Artikel angegeben. Dies Stoffe würden natürlich auch entsprechend verdünnt. Das dort zitierte Thünen-Institut sieht die Gefahr durch das verbliebene Strontium auch eher als gering an. Daneben scheint auch die Hauptgefahr wieder von der Strahlungsangst auszugehen, insbesondere für die dortigen Fischer.

    https://www.tagesschau.de/ausland/fukushima-197.html

  31. Sehr guter und wichtiger Beitrag – vielen Dank dafür, Herr Sarma!

    Auf so ein Getrolle wie „Lobbyvertreter“ würd ich gar nicht erst eingehen – das zeigt ja, dass sich nicht einmal ansatzweise mit den Argumenten und Fakten auseinandergesetzt wird.

    Bin gespannt auf den Artikel mit der Lager- und Entsorgungsproblematik.

  32. @sinister – im neuesten Skeptiker erscheint ein kurzer Text zum Umgang mit radioaktiven Abfällen ergänzend als Kasten zur überarbeiteten, deutschen Fassung des Artikels von Jeanne Goldberg, der bereits im letzten Jahr im Skeptical Inquirer erschienen ist.

    Einige von uns arbeiten noch an einem umfassenderen Text, der beide Optionen erfassen wird: Wiederverwendung und Lagerung, wobei ich die Wiederverwendungsoption für sinnvoller halte. Dieser würde nur online erscheinen.

  33. Das Schwedenmädel eiert ums Thema Kernkraft herum:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article190618117/Greta-Thunberg-aendert-Meinung-zur-Atomkraft-Vater-wendet-sich-an-Zeitung.html

    Peinlich! (Aber noch peinlicher die schwedischen Politiker, die sie allen Ernstes für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen haben.)

  34. „Das Schwedenmädel eiert ums Thema Kernkraft herum“

    Die konservative FAZ sieht diesen Punkt weitaus neutraler als die konservative Welt.

    https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/warum-greta-thunberg-sich-fuer-atomenergie-ausspricht-16099744.html

  35. Greta Thunberg, die 16-jährige schwedische Klimaaktivistin, die zur Ikone einer neuen Jugendbewegung für den Klimaschutz wurde, hat eine Wahrheit ausgesprochen, die so unbequem ist, dass sie kaum jemand hören will.

    https://www.focus.de/politik/deutschland/gastbeitrag-von-gabor-steingart-ein-einzelner-tweet-von-greta-thunberg-zerlegt-merkels-klima-politik_id_10489488.html

  36. Für Greta Thunberg ist die Atomkraft eine Option. Was heißt das für die Bewegung, die sie als Prophetin verehrt? Und was machen jetzt die vielen Journalisten, die sich als Thunberg-Fans zu erkennen gegeben haben?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/greta-thunberg-und-die-medien-das-erste-buch-greta-a-1258986.html

  37. Von Amardeo Sarma:

    „Mit den Rezepten, die Grüne und einschlägige NGOs zur Bekämpfung der Erderwärmung haben, wird es keine Erfolge geben. Das Klima retten sie nicht. Dazu brauchen wir Gentechnik, die hochmoderne Landwirtschaft und natürlich auch Atomkraft.“

    https://www.salonkolumnisten.com/der-klimawandel-vertraegt-keine-denktabus/

  38. Das Problem ist ja, dass sie nach dem Aufschrei der Ökos sofort wieder zurückgerudert ist. Glaubwürdigkeit geht anders. Aber das ist ja schon seit längerem ihr Problem.

    Mal ganz ehrlich: wenn den ganzen Schülern WIRKLICH etwas am Klima liegen würde, würden sie in ihrer Freizeit demonstrieren. Aber die will man ja nicht hergeben…

  39. @ RPGNo1:

    „Die konservative FAZ sieht diesen Punkt weitaus neutraler als die konservative Welt.“

    Nö, die hat nur den Rückzieher nicht richtig mitbekommen. Und Du hast meinen Punkt nicht verstanden.

    Wie alle Greta-Groupies.

  40. @noch’n Flo:

    Ich habe zu GT nach wie vor keine Meinung – aber den Punkt, warum sie während der Schulzeit demonstrieren, kann ich aus ihrer Sicht nachvollziehen.

    Die Karikatur bringt es m.E. gut auf den Punkt und ähnlich hat sich auch die „deutsche Greta“ geäußert:

    https://www.youtube.com/watch?v=S-x5WnebbI8

  41. @noch’n Flo:

    Oder:

    „Schulstreiks: Muss das sein?“

    https://www.youtube.com/watch?v=1Legu6AJh48

  42. wenn den ganzen Schülern WIRKLICH etwas am Klima liegen würde, würden sie in ihrer Freizeit demonstrieren. Aber die will man ja nicht hergeben

    Genau. Weil ja traditionell in der Freizeit gestreikt wird.

    Greta-Groupies

    Für ein bisschen Aufmerksamkeit tut er alles, der Flo. Die Gegenposition eignet sich da immer prächtig, sei sie auch noch so unvernünftig, und Argumente sind Luxus.

  43. @ Bernd Harder:

    „den Punkt, warum sie während der Schulzeit demonstrieren, kann ich aus ihrer Sicht nachvollziehen“

    Ich nicht. Und ich habe dafür auch kein Verständnis. Ebensowenig dafür, dass so viele Menschen strafbares Handeln gutheissen, wenn es für eine „gute Sache“ ist.

    Wenn man das Recht nicht achtet, kann man es in Zukunft auch nicht mehr für sich selbst einfordern.

  44. @noch’n Flo:

    In Deutschland ist Schuleschwänzen kein Straftatbestand, nur eine Ordnungswidrigkeit.

    Also so hoch würde ich das jetzt nicht unbedingt hängen.

  45. Für mich zeugt das Verhalten von GT eher für ein ungewöhnliches Maß von Reife in diesem Alter. Sie sieht die Sache differenziert – ich wüsste nicht, worüber ich mich da beschweren müsste!? Weil sie nicht borniert stur in eine Richtung geht?

    Das mit der fehlenden Glaubwürdigkeit erinnert mich sehr an das Gemeckere der Homöopathen über Natalie Grams…

    P.S.: Man vergleiche GT mit dem 54jährigen AfD-Bundestagsabgeordneten, der gerade in der Debatte mit einem der führenden Klimaforscher nichts dabei findet, die eigene Inkompetenz auf peinlichste Weise ungeniert in den sozialen Medien zur Schau zu stellen…ein erwachsener Mann in eigentlich reifem Alter, der im Bundestag sitzt!!

  46. @noch’n Flo

    „Wie alle Greta-Groupies.“

    Ich bin kein Groupie, denn ich laufe Greta Thunberg nicht hinterher oder verfolge sie ständig bei ihren öffentlichen Auftritten. Sie ist weder mein Idol noch mein Star.

    Ich finde es richtig, dass Greta Thunberg Eier in der Hose hat, offensiv für den Klimaschutz eintritt und die Politiker an ihre Versprechen und Verträge erinnert, die sie nach jeder Konferenz schnell wieder vergessen. In diesem Punkt gehe ich mit der Petition der „Scientists for Future“ konform.

    https://www.scientists4future.org/stellungnahme/

    Vielleicht möchstest du Rahmstorf, Schellnhuber, Yogeshwar, Hirschhausen und weiteren 23000 Unterzeichnern auch freundlich mitteilen, dass du sie für Groupies hälst?

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/kontroverse-debatte-im-bundestag-ueber-fridays-for-future-und-schulpflicht-100.html

    Dass man mit dir in dieser Sache nicht vernünftig diskutieren kann, hast du drüben auf SB schon zur Genüge zum Ausdruck gebracht. Wenn du in dieser Sache deine Vorurteile weiter pflegen und immer Recht haben willst, dann nur zu. Du musst damit zurechtkommen, ich nicht.

    PS: Würdest du mich auch Malala-Groupie bezeichnen, weil ich gut finde, wie sie sich seit ihrer Kindheit unter Lebensgefahr für Kinderrechte einsetzt?

  47. @Michael Fischer:

    „Man vergleiche“

    Ich habe mir eben mal den Spaß gemacht, in einem Journalistengespräch Greta Thunberg und Christina von Dreien miteinander zu vergleichen, primär unter dem Aspekt, welches Engagement sinnvoller und weitreichender ist.

    Das war auch sehr lustig.

  48. @noch’n Flo:

    „Das Problem ist ja, dass sie nach dem Aufschrei der Ökos sofort wieder zurückgerudert ist. Glaubwürdigkeit geht anders. Aber das ist ja schon seit längerem ihr Problem.“

    Wie gesagt, kann ich nicht beurteilen, aber ganz so simpel scheint es mir nicht zu sein.

    Zu ihrem „Zurückrudern“ soll sie gesagt haben:

    „„Persönlich bin ich gegen Atomkraft. Aber laut dem IPCC kann sie ein kleiner Teil einer sehr großen neuen kohlenstofffreien Energielösung sein.“

    Das ist streng genommen kein „Zurückrudern“, sondern eine – wenn auch nachgeschobene – Erklärung, die faktisch (IPPC) korrekt ist.

    Zur „Glaubwürdigkeit“ und den vermeintlichen oder auch tatsächlichen Widersprüchen der Bewegung gibt es auch durchaus plausible Erklärungen, z.B.:

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article190625739/Fridays-for-Future-Demos-Nehmt-uns-endlich-ernst.html

  49. Muss man Greta Thunberg eigentlich als „Schwedenmädel“ titulieren?

    Interessant ist jedenfalls, dass sich manche Leute mehr über die streikenden Schulkinder aufregen als über den Klimawandel. Ordnung muss sein auf der Titanic.

    Zur Kernenergie: Egal wie man sie bewertet, neue Kernkraftwerke würden bei uns erst in Jahrzehnten Strom liefern, für den Kampf gegen den Klimawandel also nicht gerade die schnellste Option.

  50. Hier will erst meine Aussage aus Salonkolumnisten wiederholen:

    „Greta Thunberg kommt das Verdienst zu, dem Thema eine öffentliche Aufmerksamkeit zu bescheren, die längst überfällig ist.“ Seien wir ehrlich – das Thema hätte keine so große Aufmerksamkeit bekommen, wenn die Demos an Samstagen passiert wären.

    Kurz: Ich finde die Schülerstreiks gut! Wir brauchen diese Aufmerksamkeit für die Globale Erwärmung.

    Etwas kritischer sehe ich die Unterstützung der Scientists4Future, die im Gegensatz zu Greta Thunberg und dem IPCC mit ihrem Bericht zur 1,5 Grad Erwärmung mit ihren vier Szenarien immer noch nur an einer Wiederauflage der bisher gescheiterten und vollkommen unrealistischen Rezepte festhalten:

    „Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernäh­rungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend.“

    Vermutlich habe nicht alle Unterzeichner das Kleingedruckte gelesen oder die Stellungnahme trotzdem unterschrieben haben. Ich kenne einige, die den Aufruf deswegen nicht unterschrieben haben obwohl sie die Schülerstreiks gut finden.

    Zudem habe ich den Verdacht, dass manche – sicher nicht alle – wie bei den Sciencemarches sich eher selber promoten wollen und die Streiks als willkommenen Anlass sehen.

  51. „Zudem habe ich den Verdacht, dass manche – sicher nicht alle – wie bei den Sciencemarches sich eher selber promoten wollen und die Streiks als willkommenen Anlass sehen.“

    Das mag bei den Schülerstreiks sicherlich partiell auch so sein (zumindest gibt es Vorwürfe in die Richtung) – aber was verschlägt’s?

  52. @Joseph Kuhn: Deutschland kann erst einmal einen kleinen Beitrag dadurch leisten, dass wir hier die Abschaltung der noch funktionierenden Kernkraftwerke stoppen.

    Und man kann auch langfristig planen, was einige andere, nicht ganz so verbohrte Länder, auch in Europa tun. Wir brauchen auch in 20 Jahren eine sichere Energieversorgung.

    Ja, und „Schwedenmädel“ muss wirklich nicht sein.

  53. @ Amardeo Sarma:

    „die Abschaltung der noch funktionierenden Kernkraftwerke stoppen“

    Das wird nicht geschehen, weil die damit verbundenen gesellschaftlichen Konflikte erheblich wären. Der Klimawandel ist im Alltag noch nicht so spürbar, dass sich das politische Establishment jetzt deswegen in solche Konflikte begeben würde. Das Auto profitiert von dieser Konfliktscheu, die Kernenergie nicht. Daran haben unsaubere Lobbyaktivitäten, z.B. des Atomforums, erheblichen Anteil.

  54. @Joseph Kuhn: Ja, da bin ich auch Realist, aber eher wegen unserer Politik. Gesellschaftliche Konflikte muss man aushalten können wenn man es mit dem Klimaschutz ernst meint. Dazu braucht es allerdings Rückgrat. Andere Länder werden uns aus diesem Schlamassel holen müssen. Deutschland und Österreich habe ich in diesem Punkt abgeschrieben.

  55. @ Bernd Harder:

    „In Deutschland ist Schuleschwänzen kein Straftatbestand, nur eine Ordnungswidrigkeit.

    Also so hoch würde ich das jetzt nicht unbedingt hängen.“

    Es ist ein Verstoss gegen Regeln. Wichtige Regeln. Was die Demonstrierenden derzeit lernen ist, dass es okay ist, Regeln zu brechen, wenn es angeblich einer guten Sache dienlich ist. Also dass der Zweck die Mittel heiligt.

    Und das ist eine sehr problematische Botschaft. Wenn man sich nur an Regeln hält, die einem genehm sind, führt das zu ernsthaften Schwierigkeiten. In unserer heutigen Gesellschaft sind genügend Egozentriker unterwegs, die meinen, Regeln müssten immer nur für andere gelten, für einen selber nicht – ein Umstand, mit dem ich in den letzten Jahren immer wieder schmerzhaft Bekanntschaft gemacht habe.

    Soll es das sein, was die junge Generation lernt?

    Nota bene: ich bin per se nicht gegen Klimaschutzdemonstrationen. Aber eben bitte in der Freizeit. Arbeitnehmer könnten sich das so auch nicht erlauben, sie würden sehr schnell ihren Job verlieren. Kinder und Jugendliche scheinen diesbezüglich eine Art Welpenschutz zu geniessen. Das ist aber falsch verstandenes Verständnis.

    Aber wenn die Schulen geltendes Recht anwenden und die Schüler bestrafen, geht das Heulen und Zähneklappern los.

    Nebenbei: wo ist eigentlich der primäre Endpunkt der ganzen Aktion? Auf der FFF-Homepage finde ich dazu gar nichts. Was muss politisch geschehen, damit die Kids ihre Demos beenden und sagen: „Wir sind mit dem Erreichten zufrieden“? Reichen Aktionen einzelner Staaten aus? Wenn ja, wie müssten die konkret aussehen? Oder erwarten die Kids allen Ernstes, dass wegen ihrer „Streiks“ sämtliche Staaten plötzlich das Klimaabkommen einhalten? Das wird sicherlich nicht passieren. Wieviele Staaten müssten einlenken?

    All das ist völlig nebulös – und ich gehe mal davon aus, dass nicht einmal Greta diese Frage beantworten kann. Die ja anscheinend neuerdings sakrosankt ist. Friedensnobelpreis, Prophetin – merkt denn niemand, dass der Klimaschutz auf bestem Weg ist, zu einer Ersatzreligion zu werden? Deren Anführerin nicht kritisiert werden darf? Vor allem deren psychische Vorgeschichte nicht in die Diskussion getragen werden darf? Deren Motive und Motivation nicht hinterfragt werden soll?

    Und was ist mit den Demonstrierenden – was tun die eigentlich selber fürs Klima? Verzichten sie beispielsweise auf Handys oder Klamotten aus Fernost und kaufen nur Produkte aus einheimischer Produktion, um Umweltverschmutzung durch Transportwege (ein enormes Problem) zu vermeiden? Essen sie nur regionale und saisonale Produkte?

    Als ich in der 12. Klasse war, organisierte unsere Schülervertretung einen Schulmilchboykott, weil diese in Tetrapacks angeboten wurde. Stattdessen wurde mehrere Wochen lang Milch in Glasflaschen herangekarrt. Als ich öffentlich vorrechnete, dass diese durch vermehrte Transporte (braucht mehr Platz, muss zurücktransportiert werden), aufwändige Reinigung und nur einmal verwendbare Kunststoffdeckel eine schlechtere Ökobilanz aufwiesen als die bisherige Lösung, wurde ich gröbstens diffamiert und als „Schrege der Regierung und der Industrie“ [sic!] beschimpft. So reagieren Aktivisten gerne, wenn man ihre Irrtümer aufdeckt. Aber das Gefühl, einer Widerstandsbewegung anzugehören, hat viele berauscht.

    So wie heute auch. Sich als Outlaw zu fühlen, als moderner Robin Hood, lässt viele vergessen, dass Klimakampf kein Freiheitskampf ist. Was wäre Eurer Meinung nach im Namen des Klimaschutzes noch so alles „in Ordnung“?

  56. @noch’n Flo:

    Ich denke, vieler Deiner Fragen werden in diesem Kommentar beantwortet:

    „Euren Anforderungen werden wir nicht gerecht.“

    Nein, konkret Deinen Anforderungen wird diese Bewegung nicht gerecht. Bleibt die Frage,

    a) ob sie das muss und

    b) ob Deine/“unsere“ Anforderungen in dem Fall die richtigen sind.

    „Deren Motive und Motivation nicht hinterfragt werden soll?“

    Das wird doch täglich und von jedem getan – von Verschwörungsspinnern a la Janich bis hin zu seriösen Medien.

    Ich habe davon ein paar Artikel gelesen, dann hatte ich diese Ferndiagnosen und den Psychodilettantismus satt.

    Was soll denn damit bezweckt werden? Muss man sich künftig erst mal psychiatrisch untersuchen lassen, bevor man sich engagieren darf?

  57. @ Bernd Harder:

    „Ich denke, vieler Deiner Fragen werden in diesem Kommentar beantwortet:“

    Nö, er bestätigt nur meine Position.

    „Bleibt die Frage,
    a) ob sie das muss“

    Warum sollte sie das nicht müssen? Wodurch ist so eine Sonderbehandlung begründet?

    „b) ob Deine/“unsere“ Anforderungen in dem Fall die richtigen sind.“

    Nenne mir bessere!

  58. nochmal @ Bernd Harder:

    „Das wird doch täglich und von jedem getan – von Verschwörungsspinnern a la Janich bis hin zu seriösen Medien.“

    Eben. Und wir als Skeptiker sollten uns da nicht ausnehmen.

    „Ich habe davon ein paar Artikel gelesen, dann hatte ich diese Ferndiagnosen und den Psychodilettantismus satt.“

    Es geht hier nicht um Ferndiagnosen (die im Übrigen sehr seriös getätigt werden können, wenn man den entsprechenden Background hat), sondern um klar kommunizierte psychische Probleme bei Greta.

    „Was soll denn damit bezweckt werden? Muss man sich künftig erst mal psychiatrisch untersuchen lassen, bevor man sich engagieren darf?“

    Sicherlich nicht. Man darf sich aber auch nicht wundern, wenn dann die eignen Motive hinterfragt werden. Und genau das wird derzeit massiv angegriffen.

    Mal heisst es, die psychischen Probleme von Greta täten nichts zur Sache. Dann heisst es plötzlich wieder, man dürfe sie wegen GENAU DIESER Probleme nicht kritisieren. Das ist extrem inkonsequent.

    Und für Greta dürfte das auf Dauer kaum gut sein.

  59. @noch’n Flo:

    „Nö, er bestätigt nur meine Position.“

    Kannst Du natürlich so sehen – ich finde für mich darin Deine Fragen weitgehend beantwortet.

    Mir leuchtet das z.B. sehr ein, dass die Demos gegen den Klimawandel (insofern wir uns über die wissenschaftlichen Aussagen darüber einig sind) bisschen was anderes sind als z.B. damals gegen den Vietnamkrieg.

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wer da welche „Sonderbehandlung“ bekommt? Es gibt Schulen, die es erlauben, und es gibt Schulen, die hart durchgreifen. Es gibt Politiker, die es gut finden, und solche, die sich strikt dagegen aussprechen. Es gibt Journalisten, die die Demos feiern, und es gibt welche, die sie verdammen.

    Insofern sehe ich da weder eine „Religion“ noch eine „Sonderbehandlung“ oder sonstwas Außergewöhnliches.

    Aber wie gesagt, das sind „Meinungen“, die diskutiere ich persönlich nicht hier.

  60. @noch’n Flo:

    „Mal heisst es, die psychischen Probleme von Greta täten nichts zur Sache. Dann heisst es plötzlich wieder, man dürfe sie wegen GENAU DIESER Probleme nicht kritisieren. Das ist extrem inkonsequent.“

    Für mich ist das nicht „inkonsistent“, sondern das übliche Meinungsspektrum. Wer soll denn Deiner Auffassung nach diese Frage (tut etwas zur Sache, tut nichts zur Sache) letztgültig beantworten? Das kann doch nur jeder selber.

  61. @ Bernd Harder:

    „Aber wie gesagt, das sind „Meinungen“, die diskutiere ich persönlich nicht hier.“

    Merkste was? Du unterliegst derselben Selbstimmunisierung, wie Religiöse, Esos und Pseudomediziner. Allein, dass Greta als „Ikone“ bezeichnet wird, macht doch deutlich, was für eine Ersatzreligion hier heranwächst. Kritik unerwünscht.

  62. @noch’n Flo:

    „Merkste was?“

    Sorry, aber das wird langsam bisschen unverschämt.

    Weder ich noch sonst jemand hier haben GT als „Ikone“ bezeichnet oder irgendeine Form von „Verehrung“ für sie geäußert.

    Ich habe mich zu Deiner „Meinung“ (und mehr ist es nicht) geäußert, was Schulpflicht, Regeln etc. angeht.

    Das sehe ich anders als Du. Und ich kann die Argumente der Jugendlichen, warum sie während der Schulzeit demonstrieren, nachvollziehen.

    That’s all. Das ist weder eine „Selbstimmunisierung“ (gegen was denn?) noch eine „Greta-Verehrung“.

    “ Kritik unerwünscht.“

    Also ich finde auf Anhieb genauso viele negative Zeitungsberichte und Politiker-Statements zu diesen Demos wie positive.

  63. Ein Klassiker des Comics, welcher sehr gut zum Thema passt:

    https://www.ulistein-onlineshop.de/media/images/org/U9702.jpg

  64. Ach ja, was den verlinkten Artikel angeht:

    „Ich liebe schnelle Autos – trotzdem bin ich für den Klimaschutz. Ich würde niemals in eine Partei eintreten – unpolitisch bin ich deshalb allerdings nicht. Ich mag James Bond – aber auch feministische Theorien. All das schließt sich für mich nicht aus.“ [1]

    Was anderes als dies könnte den Begriff „Inkonsequenz“ besser beschreiben? Also aus der Sicht gewisser Aktivisten. Nebenan bei ScienceBlogs kann man derzeit so ein Exemplar in freier Wildbahn bestaunen. Der redet sich sogar selber seinen schlechten Clima-Footprint schön. Und trotzdem jubelt man ihm zu.

    Tjaja…

    [1]
    Warum erinnert mich das an die in den letzten Jahren in Deutschland so hippe Aussage „Ich bin ja nicht gegen [hier irgendetwas einsetzen], aber…“
    (manchmal ergänzt durch „aber das wird man wohl doch mal sagen dürfen“)?

  65. Vielleicht hatte ich Unrecht mit meinem Pessimismus: Laut Focus sind inzwischen mit 44,6% mehr Deutsche für längere Laufzeiten der Kernkraftwerke, als dagegen mit etwa einem Drittel. Auch der Bezug zur aktuellen Klimadebatte ist klar. Die gesellschaftlichen Verwerfungen werden sich also bei einem solchen Beschluss im Sinne des Klimaschutzes wohl in Grenzen halten. Der Wind dreht sich, wie in Sachen Homöopathie.

  66. @ Amardeo Sarma, Zitat: „Der Wind dreht sich, wie in Sachen Homöopathie.“

    hoffentlich auch, wenn in Belgien ein GAU passiert … beim üblichen Westwind wäre Deutschland unbewohnbar

  67. @noch’n Flo: Merkste was? Nee? Merkste nicht, dass eh keiner auf Deinen Zug aufspringt, so sehr Du Dich auch bemühst?

    In geradezu zwanghafter Manier versuchst Du bei jeder sich bietenden Gelegenheit, GT ins Boot holen. Du steigerst Dich da ja regelrecht hinein. Kannst Du überhaupt noch gut schlafen?

    Beweis Dir doch einfach, dass Du da drüber stehst und als guter Skeptiker andere Meinungen gut akzeptieren kannst, weil Du Deine eigenen Ansichten schließlich permanent in Frage stellst!

  68. Sonntag um 12.00 im Presseclub bei Phoenix: im Schülerstreik fürs Klima – Happening oder neue Protestgeneration?

    https://www1.wdr.de/daserste/presseclub/sendungen/klimaprotest-100.html

  69. @ RPGNo1:

    Abwarten!

    @ M. Fischer:

    Was das Klima und Greta angeht, schlafe ich immer noch sehr gut, danke der Nachfrage. Und meine eigenen Ansichten stelle ich weiterhin permanent in Frage. Aber warum muss man als Skeptiker andere Meinungen unbedingt akzeptieren?

    @ BErnd Harder:

    „Weder ich noch sonst jemand hier haben GT als „Ikone“ bezeichnet“

    Hier nicht, aber sie wird inzwischen von einigen Leuten so (bzw. als „Prophetin“) bezeichnet. Und das ist eine bedenkliche Entwicklung.

    @ alle:

    Habt Ihr eigentlich auch die Berichterstattung von den Demos am Samstag gegen das neue Urheberrechtsgesetz verfolgt? Da waren jede Menge junge Leute mit unterwegs, nicht wenige im höheren Schulalter. Und die haben das in ihrer Freizeit gemacht.

    Warum geht das nicht mit den Klimaschutzdemonstrationen?

  70. Ein exzellenter Kommentar in der Deutschen Welle: „Und uns Deutschen zeigt die Aufregung um Greta und die Kernenergie, wie speziell unser Weg in der Energiepolitik ist – weltweit gesehen [..] In China etwa, das auch die Erneuerbaren Energien massiv ausbaut, sind 19 neue Reaktoren in Planung.“

  71. @noch’n Flo

    „Hier nicht, aber sie wird inzwischen von einigen Leuten so (bzw. als „Prophetin“) bezeichnet. Und das ist eine bedenkliche Entwicklung.“

    Da stimme ich dir zu. Diese religiöse Überhöhung von Greta Thunberg durch bestimmte Seiten ist nicht gut, und das hat sie auch nicht verdient. Bei Göring-Eckardt kann ich mir diese Aussage jedoch aufgrund ihrer theologischen Vorbildung und ihrer Mitarbeit in kirchlichen Kreisen erklären.

  72. „Die Angst vor einem nuklearen Terroranschlag treibt weltweit Ermittler und Wissenschaftler zu einem Wettlauf mit international agierenden Atomschmugglern“:

    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/kampf-gegen-atomschmuggler-100.html

  73. @noch’n Flo: „Aber warum muss man als Skeptiker andere Meinungen unbedingt akzeptieren?“

    Weil Meinungen keine Fakten sind und daher auch nicht verifiziert werden können. Das hat Dir Bernd Harder aber auch schon gesagt.

    Bei Meinungen kommt man irgendwann an den Punkt, wo man sagen muß, das kann man so oder so sehen. Und damit sollte man es dann gut sein lassen.

    Du bist einfach ein ziemlich konservativer Typ und neigst dazu, Deine Ansichten zu überhöhen. Bernd Harder Selbstimmunisierung zu unterstellen, war schon ziemlich krass.

  74. Den Hype um Greta Thunberg finde ich auch etwas übertrieben…man will sie sogar für den Friedensnobelpreis nominieren…naja, seit Obama scheint dieser Preis inflationär zu sein ;-)

    Ich denke auch, daß die große Mehrheit der Schüler-Demonstranten, das als „Happening“ sieht, aber ich will nicht bestreiten, daß es einige gibt, die mit großen Engagement und Sorge sich dieses Themas annehmen und dazu zähle ich auch Greta Thunberg.

    Vielleicht ist CO2 das Kryptonit der industriellen Gesellschaft…es hat auf jeden Fall das Potential für eine Apokalypse…

  75. …um Kritik zu mildern, ja auch „Mutter Theresa“ hat den Preis nicht „verdient“…hätte sie ihn verdient, würde Gott weltliche* Auszeichnungen anerkennen…und es folgenden auch noch andere…und sogar die Heiligsprechung, das Non+Ultra für alle katholisch Gläubigen.
    https://hpd.de/artikel/mutter-teresa-heilige-des-elenden-verreckens-13468

    *nach (erz-)katholischer Sicht, beherrscht der Satan das Diesseits…

  76. Na endlich: FFF Deutschland hat endlich einen Forderungskatalog vorgestellt. Okay, vor der Saurierkulisse war es nicht nur pathetisch, sondern auch wissenschaftlich falsch, aber immerhin.

    Manches liest sich ganz gut, manches eher utopisch. So ist die Abschaltung von 1/4 aller Kohlekraftwerke in Deutschland bis Ende dieses Jahres wohl kaum umsetzbar. Und das bis 2035 jeglicher Energiebedarf in Deutschland, also Strom, Fortbewegung und Heizkraft, komplett auf erneuerbare Energien umgestellt wird, ist wohl auch ins Reich der Phantastereien zu verweisen. Und über den Ausstieg vom Atomausstieg wollten die Aktivisten auch nicht sprechen.

    Einen Plan, wie das alles genau umgesetzt werden soll, hat sowieso keiner von Ihnen, da müssen also wieder die Politiker ran. Aber Hauptsache, die „Scientists for future“ haben ihre Forderungen gutgeheissen und vor Veröffentlichung abgesegnet.

    https://www.n-tv.de/politik/Das-Ziel-ist-klar-die-Umsetzbarkeit-egal-article20954700.html

  77. „Den geeignetsten Weg zu finden, ist die Aufgabe der Politik in enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft, und nicht die der jungen Generation“, heißt es in dem Forderungskatalog.“

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/fridays-for-future-legt-forderungen-zum-klimaschutz-vor-16130706.html

  78. @ RPGNo1:

    Aus meinem Link:

    „Weiter protestieren wollen die Schüler nach eigenen Angaben, bis Teile ihrer Forderungen erfüllt werden. Angesichts des ehrgeizigen Katalogs werden voraussichtlich noch viele Unterrichtsstunden entfallen.“

    Wie weit soll das denn noch gehen? Vor allem, nachdem dieser Teil der Forderung ausreichend schwammig formuliert ist.

    Nebenbei: hier in der Schweiz fand der aktuelle Teil der Klima-Demos der SchülerInnen und StudentInnen am vergangenen Samstag statt. Und fand dennoch grosse mediale Aufmerksamkeit.

    Es muss also nicht immer die Schulzeit sein…

    Ist Dir eigentlich bewusst, dass die Idee zum Schulstreik gar nicht von Greta selber stammt, sondern von ein paar schwedischen Umweltaktivisten, die einen Aufsatzwettbewerb ausgeschrieben hatten, bei dem Greta Platz 2 belegt hat? Und nur 4 Tage, nachdem Gretas Streik zum ersten Mal bei FB „gewürdigt“ wurde, brachte ihre Mutter ein Buch über ihr Familienleben heraus, welches inzwischen zum internationalen Bestseller wurde.

    Honi soit, qui mal y pense!

  79. @noch’n Flo
    „Nebenbei: hier in der Schweiz fand der aktuelle Teil der Klima-Demos der SchülerInnen und StudentInnen am vergangenen Samstag statt. Und fand dennoch grosse mediale Aufmerksamkeit.“

    Gegenfrage: War es die erste große Demo? Dann wäre eine mediale Aufmerksamkeit keine Überraschung.

    „Es muss also nicht immer die Schulzeit sein…“

    Das habe ich etwas für dich. Zwei Rektoren, zwei Meinungen …
    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-sollten-schueler-waehrend-der-schulzeit-demonstrieren-a-1261246.html

    BTW: Was hat Greta Thunberg dir eigentlich angetan, dass so dauerfixiert auf sie bist? Man kann übrigens auch überall Verbindungen, Verknüpfungen und rote Fäden sehen, wo keine sind.

    Komm ein wenig runter, und fahr den Flo’schen Druckkessel mit Normalmaß.

  80. @ RPGNo1:

    Greta hat mir nichts getan, aber ihre Geschichte gibt Anlass zur Sorge. Hast Du sie bei der Verleihung der „Goldenen Kamera“ gesehen, ihre Mimik, ihre Körpersprache? Und sie angesichts ihrer Vorgeschichte so zu exponieren, ist extrem bedenklich.

    Aber das wollen Greta-Fans ja nicht hören.

    „War es die erste große Demo?“

    Nope.

  81. Mit dem Argument, die Schülerdemos würden aufgrund des medialen Echos nur per Schuleschwänzen funktionieren, macht man sämtliche 1. Mai Demos und Ostermärsche obsolet.

    Und selbst wenn: Das mediale Echo ist so hoch, daß man nun getrost auf den Samstag ausweichen könnte. #Isso.

    Als Schüler habe ich während der Schulzeit wochenlang gegen den ersten Golfkrieg demonstriert. Meine Motivation war geteilt zwischen echter Anteilnahme und null Bock auf Unterricht. Bei anderen war es wohl eher letzteres. Soll mir keiner erzählen, der Unterrichtsausfall sei kein signifikanter Prädiktor für die Teilnahmezahlen der FF-Demos.

    Im Grunde bestreiken die Schüler*innen aber sich selbst. Absolut hanebüchenes Unterfangen. Auf wen üben die denn Druck aus? Wessen Profit wird durch die Demos geschmälert? Wem schaden die Demos?
    Das Argument, sie würden mit weniger Bildung unsere Rente schmälern, finde ich ziemlich verzweifelt. Mir hat der golfkriegsbedingte Ausfall auch nicht wesentlich geschadet :)

    Es bleibt dabei: Solange #fridayforfuture nicht zum #sundayforfuture wird, oder man vllt. einfach mal eine Woche lang konsequent Instagram, Facebook und Whatsapp bestreikte, kann ich diese Bewegung nicht ernst nehmen Sorry

    Und um den Aluhut aufzusetzen: Hinter Greta Thurnberg stecken handfeste finanzielle Interessen und Lobbyisten, die ideologisch in der gleichen Ecke von Leuten zu verorten sind, die uns auch schon bei Glyphosat, Kernkraft und GMOs mit alertistischen Weltuntergangspredigten angelogen haben.
    Leben auf der Erde hat hunderte Eiszeiten überlebt. (Interessant: Eventuell hat der anthropogene CO2-Ausstoss die nächste Eiszeit verhindert :)). Sogar die Perm-Trias-Senke mit sauren Ozeanen und abgefahrenen hohen Methan/CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre hat das Leben irgendwie verkraftet.

    Wir werden durch den Klimawandel nicht alle sterben. Er ist offensichtlich trotzdem scheisse, und wir müssen den Arsch hochkriegen, aber es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen. Vor einer Eiszeit, wenn Stockholm im Permafrost versinkt, hätte ich mehr Angst.

  82. @noch’n Flo

    Dass du mit deiner Ferndiagnose daneben liegen kannst, die auf ausgewählten Medienberichten beruht, ziehst du aber nicht in Betracht? Du bist dir so sicher, dass du keine Zweifel duldest?

    Übrigens, die „Fridays for Future“-Proteste zeigen eine erste Wirkung.
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-und-csu-auf-oeko-tour-ploetzlich-gruen-a-1261860.html

    So sehr du dich auch winden magst, Greta Thunberg hat indirekt den Anstoss dazu gegeben. Dafür hat sie meinen Respekt verdient, auch ohne Fandom.

  83. @ nouse:

    „Mit dem Argument, die Schülerdemos würden aufgrund des medialen Echos nur per Schuleschwänzen funktionieren, macht man sämtliche 1. Mai Demos und Ostermärsche obsolet.“

    Aber ist es denn anders? Wäre das mediale Echo genausogross, wenn die Demos in der Freizeit stattfänden?

    „Im Grunde bestreiken die Schüler*innen aber sich selbst. Absolut hanebüchenes Unterfangen. Auf wen üben die denn Druck aus? Wessen Profit wird durch die Demos geschmälert? Wem schaden die Demos?“

    Du sagst es.

    „Hinter Greta Thurnberg stecken handfeste finanzielle Interessen und Lobbyisten“

    Neuerdings sogar eine österreichische Möbelfirma.

    Aber die Kritik kommt leider zu grossen Teilen aus dem rechtsnationalen Lager, sowas gilt ja in Skeptikerkreisen leider als Ritterschlag für die Richtig- und Wichtigkeit des Anliegens. Ein konstruktiver Dialog ist da leider schon lange nicht mehr möglich.

    Und dass Greta, trotz ihres Alters von schon 16 Jahren, immer noch extrem das Kindchenschema anspricht, ist wohldurchdachtes Kalkül derer, die sie da immer wieder vorführen.

    „Wir werden durch den Klimawandel nicht alle sterben. Er ist offensichtlich trotzdem scheisse, und wir müssen den Arsch hochkriegen, aber es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen.“

    Signed (den Rest des Kommentars jedoch nicht, sorry)!

    @ RPGNo1:

    „Dass du mit deiner Ferndiagnose daneben liegen kannst, die auf ausgewählten Medienberichten beruht, ziehst du aber nicht in Betracht? Du bist dir so sicher, dass du keine Zweifel duldest?“

    Ihre Diagnosen sind unstrittig, werden ja sogar von ihren Eltern auch so kommuniziert. Eltern, deren eigene öffentliche Karriere als Künstler ziemlich übel an die Wand gefahren ist. Hast Du Dir darüber nie Gedanken gemacht? Hast Du Dir das Konzept der Helikoptereltern mal genauer angeschaut? Die trifft man übrigens auch jeden Freitag bei den Demos an: dasselbe gut gebildete Bürgertum, welches auch Homöopathie und Impfkritik toll findet.

    Klar, das ist für einen Skeptiker erst einmal harter Tobak. Aber es ist dennoch sehr bemerkenswert, wie sich Menschen, die ihre Mitmenschen dafür kritisieren, den „Mainstream“-Medien zu misstrauen und gleichzeitig alles aus den sog. „alternativen Medien“ unkritisch zu goutieren, so unkritisch der Greta- und FFF-Berichterstattung hingeben.

    Und dass ein Aspie leichter manipulierbar ist als ein Normalo ist wissenschaftlich unstrittig! Dass er eher zu „Schwarz-Weiss-Denken“ neigt und oft nur sehr einfache und heftige Grfühle wahrnehmen kann, ebenfalls.

    „So sehr du dich auch winden magst, Greta Thunberg hat indirekt den Anstoss dazu gegeben.“

    Eben. Nur indirekt. Weil sie dazu gedrängt wurde und weiterhin wird.

    „Dafür hat sie meinen Respekt verdient, auch ohne Fandom.“

    Dann gehst Du mit Deinem Respekt aber ziemlich leichtsinnig um.

    Wie stehst Du eigentlich zu dem Umstand, dass Gretas Mutter seit August 2018 ihr Buch über ihre Tochter so umfangreich vermarktet? Und dazu, dass die positive Berichterstattung zu Greta in den sozialen Medien „zufällig“ genau 4 Tage vor Erscheinen dieses Buches begann?

  84. nochmal @ RPGNo1:

    Auch an dieser Stelle noch einmal der Verweis auf einen sehr treffenden Kommentar:

    https://www.freitag.de/autoren/gunnar-jeschke/das-phaenomen-greta-thunberg

    Über den Autor mag man getrost streiten, seine Analyse ist jedoch äusserst treffend!

  85. @RPGNo1

    Sorry, aber „Wg. X hat Politiker Y veranlasst, seine Meinung zu ändern, deshalb hat X alles richtig gemacht.“ wird ein ganz schwaches Argument, wenn man zB den überhasteten Atomausstieg nach Fukushima betrachtet. Pure populistische/opportunistische Machterhaltungskackscheisse.

    Und ja, es geht halt um Kinder. „Dingsda“ war auch nur sau-beliebt, weil die Kinder so niedlich waren.

  86. @nouse: „Leben auf der Erde hat hunderte Eiszeiten überlebt“

    Ja, das Leben wird auch bei nach derezeitiger Politik durchaus mögliche +4 Grad irgendwie weiter gehen. Aber wie? Aus Mark Lynas „Six Degrees“ bei +4 Grad u.a.:

    – Bangladesch verliert 30% Ihrer Fläche mit Millionen Flüchtlingen
    – Mumbai, Shanghai, Boston, New York, London und Venedig sind überflutet
    – 80% weniger Schneefall in Europe und daraus folgend Wassermangel

    Alles zusammen findet man als Kurzfassung hier (Eine Neuauflage seines Buches ist in Arbeit).

  87. @noch’n Flo

    Nochmal: „Ein Geisterfahrer? Hunderte?“

    Woher nimmst du die Gewissheit, dass Greta Thunberg und im erweiterten Sinn die „FridayforFuture“-Bewegung und weitere Unterstützer, auch und insbesondere aus der Wissenschaft, falsch liegen/fremdgesteuert werden/manipuliert werden und du die Wahrheit ™ erkannt hast? Das zeigst hier mMn nach ein Verhalten, welches mich stark an die Anhänger pseudomedizinischer Behandlungsmethoden erinnert. Die WISSEN auch, dass sie RECHT haben.

    Überzeuge mich. Bring echte Beweise und Argumente, dass eine, ich sag es mal so salopp, Verarsche am Werk ist und verlinke nicht nur Artikel, die deinem confirmation bias streicheln. Übrigens wird Herrn Jeschke in seinem eigenem Medium heftigst widersprochen. Und ich stimme da Klaus Fürst zu, damit wir gleich klare Kanten haben.

    https://www.freitag.de/autoren/klausfuerst/greta-thunberg-und-ein-kommentar-rekord

    @nouse
    „deshalb hat X alles richtig gemacht.“

    Das habe ich mit keinem Satz gesagt. Wenn du nur meine Aussagen mit einem dummen Spruch verdrehen willst, dann ist jetzt Ende.

  88. @ RPGNo1:

    Na, dann stell mich ruhig bei Dir in die VT-Ecke. Diskussionen mit Euch Greta-Fans haben ja sowieso keinen Sinn, das ist wie mit Gläubigen. Und genau das bist Du, Du willst es nur nicht einsehen.

    Ich habe übrigens nicht behauptet, da wäre eine „Verarsche am Werk“, nur, dass das Mädel gnadenlos ausgenutzt und verheizt wird.

  89. @noch’n Flo:

    „Diskussionen mit Euch Greta-Fans haben ja sowieso keinen Sinn, das ist wie mit Gläubigen. Und genau das bist Du, Du willst es nur nicht einsehen.“

    Das ist echt nicht zu fassen – mit Dir geht es aber gewaltig durch bei dem Thema.

    Nur weil man Deine pauschale Radikal-Kritik und Fern-Diagnosen an der jungen Dame und an demonstrierenden Schülern nicht vollumfänglich teilt, ist man ein „Greta-Fan“ und stellt Dich in die „VT-Ecke“?

    Einfach nur lächerlich.

    Ich hätte ne ganze Menge sachliche Gegen-Argumente und andere Erkenntnisse als Du, aber völlig sinnlos, das auch nur anzudeuten.

  90. @noch’n Flo

    Ich habe mich bisher immer bemüht, eine vernünftige Diskussion mit dir zu diesem Thema führen. Ich bin auch offen mit dir gewesen, weil ich bei anderen Themen den Eindruck gewonnen habe, dass dir an einem offenen Gedankenaustausch liegt.

    Ich habe dich auch nie persönlich attackiert oder dir Vorwürfe gemacht, weil ich verstehen will, warum du so denkst, wie du hier zum Ausdruck bringst.

    Und jetzt Butter bei die Fische: Diese Diskussionsbemühungen stelle ich jetzt ein.

    Deine Greta-Thunberg-Bessenheit ist meinem laienhaften Wissen nach nahezu pathologisch. Über deine Einstellung, jeden als Gegner anzusehen, der Kritik an deinen Meinungen äußert, kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln. Und wenn dir zum Schluss die Argumente ausgehen, fährst du persönliche Attacken.

    Du erinnerst an unsere Diskussion hier und auf SB mit Homöopathen und Heilpraktikern? Die haben genauso wie du jetzt reagiert, wenn sie merkten, dass sie mit leeren Händen da standen. Und nein, das macht dich NICHT zum VT’ler, sondern zu einem irrational handelnden Menschen.

    Denk mal darüber nach, was ich geschrieben. Denn so oder so ähnlich habe es dir auch viele Kommentatoren und Blogger auf SB, psiram und hier im gwup-Blog gesagt.

  91. @RPGNo1:

    „Diese Diskussionsbemühungen stelle ich jetzt ein.“

    Das habe ich schon lange beschlossen.

  92. @ RPGNo1:

    „Deine Greta-Thunberg-Bessenheit ist meinem laienhaften Wissen nach nahezu pathologisch.“

    Oh, eine Ferndiagnose. Ist sowas nicht pfui?

    „Und wenn dir zum Schluss die Argumente ausgehen, fährst du persönliche Attacken.“

    Sie sind mir noch lange nicht ausgegangen.

  93. Langsam kommt Bewegung in die Sache – Kein überstürzter Kernenergieausstieg

    Hier ein Aufruf und eine Petition

    Für die Zukunft der Menschheit: Klimapolitik mit Kernenergie
    Offener Brief an die Verantwortlichen in Deutschland und Belgien

    1) https://www.climatecall.eu/de/
    2) die Petition https://www.openpetition.eu/petition/online/kein-kernenergieausstieg-in-belgien-und-deutschland

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