gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

Reaktorkatastrophen: Zwischen Angstmache und Verharmlosung

| 28 Kommentare

Von Dr. Florian Aigner

Als Skeptiker haben wir es oft mit unbegründeten Ängsten zu tun. Manche Leute fürchten sich vor Chemtrails, andere vor Handymasten oder der Zahl Dreizehn.

Wenn wir über Kernenergie und Radioaktivität sprechen, sieht die Sache anders aus. Radioaktivität ist gefährlich, Strahlung kann Menschen töten – daran besteht kein Zweifel. Man kann daher rational und auf wissenschaftlicher Basis zur Überzeugung gelangen, dass Kernkraftwerke eine schlechte Idee sind, oder dass man mehr Vorsicht bei der Lagerung von Atommüll walten lassen soll.

Das ist eine politische Diskussion, mit sinnvollen Argumenten auf beiden Seiten.

Entscheidend ist allerdings gerade bei einem politisch so heiklen Thema, dass der Diskurs auf dem Boden der Tatsachen geführt wird. Wir brauchen keine Polemiken, wir brauchen weder Angstmacherei noch Verharmlosung. Ich habe den Eindruck, dass über kaum ein politisches Thema heute auf derart schlechtem wissenschaftlichem Niveau gestritten wird wie über Atomenergie.

Ein Grund dafür ist, dass über die Auswirkungen von Reaktorkatastrophen so verwirrend große Uneinigkeit herrscht.

Wenn man wissen möchte, wie viele Leute am nuklearen Unfall in Tschernobyl gestorben sind, findet man ganz unterschiedliche Zahlen: 50, 9000, 93000, eine Million. Wie kann es sein, dass über die Antwort auf eine scheinbar so eindeutig formulierte Frage solche Uneinigkeit herrscht? Um die Gefahr von Radioaktivität und nuklearen Unfällen richtig einschätzen zu können, muss man verstehen, wie es zu diesen merkwürdigen Diskrepanzen kommt.

Direkte Todesfälle

Die Zahl von etwa 50 Todesfällen ist leicht zu erklären – das waren Leute, die bei der Katastrophe direkt vor Ort waren und an Strahlenkrankheit aufgrund einer extrem hohen Dosis an radioaktiver Strahlung gestorben sind. Das sind Todesfälle, die ohne jeden Zweifel mit dem Reaktorunfall in Verbindung gebracht werden können.

800px-Chernobyl_Nuclear_Power_Plant

Ähnliches gilt für einige der am schwersten betroffenen Aufräumarbeiter (sogenannte „Liquidatoren“). Ein UN-Report (UNSCEAR 2000) geht von 28 verstorbenen Liquidatoren aus.

Bei allen anderen Todesfällen ist es aber komplizierter. Wenn ein Einwohner der Region um Tschernobyl ein paar Jahre später an Krebs gestorben ist – zählt er dann als Tschernobyl-Opfer, oder wäre er auch ohne das Reaktorunglück an Krebs gestorben?

Epidemiologie

Das kann natürlich niemand eindeutig beantworten. Krebs ist Krebs – es gibt keine medizinische Methode, seine Ursache herauszufinden. Man kann allerdings epidemiologische Untersuchungen durchführen. Es ist bekannt, dass das Risiko, an bestimmten Arten von Krebs zu erkranken, durch Radioaktivität erhöht werden kann. Daher ist es sinnvoll, sich die Krebsstatistiken betroffener Regionen genauer anzusehen und zu erheben, ob erhöhte Krebsarten feststellbar sind.

Dabei sticht ein sehr eindeutiges Ergebnis hervor: Die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs bei Kindern stieg in den Jahren nach der Katastrophe in der Gegend um Tschernobyl statistisch signifikant an. Es dürfte aufgrund der Strahlung zu tausenden zusätzlichen Fällen von Schilddrüsenkrebs gekommen sein. Das ist zweifellos katastrophal, tragisch und beunruhigend. Zum Glück ist Schilddrüsenkrebs bei Kindern gut behandelbar, nur fünfzehn der betroffenen Personen sind daran gestorben (bis 2011).

Erstaunlicherweise – und ganz im Gegensatz zur verbreiteten Meinung in Mitteleuropa – konnte man bei anderen Krebsarten keine statistisch signifikante Erhöhung nachweisen. Die Krebsraten sind nicht höher als man auch ohne Reaktorunfall erwarten würde. (Dasselbe gilt für Fehlgeburten und Missbildungen.)

Es gibt zwar einzelne Publikationen, die geringfügig erhöhte Krebsraten etwa unter den Liquidatoren möglich erscheinen lassen – aber einen wissenschaftlichen Konsens darüber gibt es nicht. Fest steht: Die Krebsrate in den betroffenen Gebieten nicht drastisch anders als in anderen Gebieten. Entweder gibt es gar keine Unterschiede, oder die Unterschiede sind gering, verglichen mit den aus anderen Gründen auftretenden Krankheitsfällen.

klimaaa

Ist damit zweifelsfrei erwiesen, dass es keine durch Tschernobyl verursachten Krebsfälle gab?

Nein, das kann man so nicht sagen. Wenn ich bewusst und gezielt meine Nachbarn mit meinem Auto überfahre, kann man das auch nicht epidemiologisch nachweisen, und trotzdem sollte man mich in diesem Fall dringend wegsperren.

Die Frage ist, inwieweit man einen Zusammenhang zwischen Radioaktivität und Erkrankungen herstellen kann, auch wenn die Unterschiede zwischen betroffenen und nicht betroffenen Gebieten statistisch nicht mehr nachgewiesen werden können. Das funktioniert, indem man abschätzt, wie hoch die radioaktive Belastung in verschiedenen Gebieten war und daraus dann auszurechnen versucht, wie viele zusätzliche Todesfälle dadurch zu erwarten sind.

Von Millisievert bis Sievert

Man hat für die Abschätzung der Gefährlichkeit von Strahlung eigens eine eigene Dosisangabe eingeführt: Die Äquivalentdosis. Sie gibt an, wie stark die Wirkung einer Strahlenexposition für den Menschen ist. Dabei wird nicht nur berücksichtigt, wie viel Energie in dieser Strahlung steckt, man berechnet auch ein, dass unterschiedliche Strahlungsarten (elektromagnetische Strahlen oder Teilchenstrahlen) unterschiedlich gefährlich sind. Die Einheit der Äquivalentdosis ist Sievert (Sv) – ein Sievert ist allerdings bereits eine ziemlich hohe Dosis, daher liest man häufiger von Millisievert (mSv).

Welcher Äquivalentdosis (in mSv) verschiedene Personen nach der Reaktorkatastrophe ausgesetzt waren, lässt sich ganz gut abschätzen. Um diese Äquivalentdosis nun in Todesfälle umzurechnen, braucht man ein mathematisches Modell, das den Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen beschreibt – und das ist nicht so einfach.

Wichtige Erkenntnisse über diesen Zusammenhang hat man durch die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki gewonnen. Dort konnte man tatsächlich sehr klar zeigen, dass eine höhere Äquivalentdosis auch ein höheres Krebsrisiko mit sich bringt. Wenn man sich die Statistiken genau ansieht, erkennt man, dass dieser Zusammenhang in guter Näherung linear ist: Eine doppelt so hohe Äquivalentdosis bedeutet auch ein doppelt so hohes Krebsrisiko.

Diese Erkenntnis kann man nun in eine einfache Formel packen und von nun an für jede Art der Risikoabschätzung verwenden.

Das Problem dabei: Die Daten für dieses Modell hat man von Personengruppen, die extrem hohen Dosen ausgesetzt waren, wie eben bei einer Atombombenexplosion. Der lineare Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung zeigt sich bei sehr hoher Strahlenbelastung – bei einer Äquivalentdosis von einigen Sievert, oder zumindest hunderten Millisievert.

ChernobylMIR

Zum Glück waren selbst nach der Katastrophe von Tschernobyl die allermeisten betroffenen Personen von vergleichsweise geringeren Dosen betroffen: Die Aufräumarbeiter hatten es mit einer Äquivalenzdosis von etwa 100 mSv zu tun, die evakuierten Personen aus der Gegend um den Reaktor mit etwa 31 mSv, Personen aus besonders schwer betroffenen Gebieten in Belarus, Russland und der Ukraine lagen in der Größenordnung von 9 mSv (0.5 mSv pro Jahr, in den Jahren 1986 bis 2005).

In anderen europäischen Staaten lag die durch Tschernobyl verursachte Belastung in der Größenordnung von 0.3 mSv pro Jahr.

Das ist bereits deutlich weniger als die natürliche Strahlenbelastung, die es überall gibt – ganz unabhängig vom menschlichen Einfluss. Aus dem Boden kommt radioaktives Radon, das Gestein kann radioaktive Isotope enthalten, die kosmische Strahlung wirkt aus dem Weltraum auf uns ein, und auch mit der Nahrung nehmen wir ganz zwangsläufig radioaktive Elemente auf. Das war schon immer so, das wird immer so sein.

Insgesamt ergibt sich durch alle diese natürlichen Quellen eine Äquivalentdosis von etwa 2.4 mSv pro Jahr – sie hängt unter anderem von den geologischen Bedingungen an unserem Wohnort ab. Eine Computertomographie belastet uns deutlich stärker, sie schlägt mit etwa 15 mSv zu Buche.

Der Crew von Langstreckenflugzeugen (hoch oben wirkt sich die kosmische Strahlung stärker aus) werden 1-2 mSv an zusätzlicher Dosis erlaubt, wer sechs Monate auf der Raumstation ISS verbringt, muss mit einer zusätzlichen Dosis von 72 mSv rechnen – das kommt schon in die Tschernobyl-Aufräumarbeiter-Größenordnung.

Dosis und Wirkung

Wie wirkt sich eine solche Dosis auf das Krankheitsrisiko aus? Das ist schwer zu sagen.

Es wäre denkbar, dass der Körper mit einer geringen Dosis überhaupt kein Problem hat, etwa weil natürliche zelluläre Reparaturmechanismen bei kleinen Dosen ausreichen um Schäden zu verhindern. Möglicherweise gibt es also eine kritische Grenze, über der Radioaktivität schädlich ist, unter der man sich aber keine Sorgen machen muss.

Es gibt auch Leute, die einen komplizierteren Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung vermuten, oder die eine minimale Dosis sogar für potenziell nützlich halten – die Wahrheit ist, wir haben keine ausreichenden Daten um zu sagen, was eine minimale Dosis von einigen Millisievert für den Körper bedeuten.

Niemand weiß, ob und in welchem Ausmaß man bei solchen Dosen mit Gesundheitsschäden rechnen muss.

LIS

Man kann nun vorsichtshalber annehmen, dass es keine Grenze gibt, unterhalb derer das Risiko verschwindet. Dann kann man bis hinab zu einer Äquivalentdosis von exakt null einen linearen Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung annehmen – das bezeichnet man als „Linear No-Threshold-Modell“ (LNT).

Genau das machen Umweltorganisationen gerne, wenn sie ausrechnen, wie viele Tote die Katastrophe von Tschernobyl verursacht hat: Damals war ganz Europa von der Radioaktivität betroffen (oder wenn man möchte auch: die ganze Welt). Allerdings war die durch Tschernobyl verursachte Zusatzbelastung (zusätzlich zur natürlichen Radioaktivität) in den meisten Gebieten glücklicherweise verschwindend gering.

Man hat also eine gewaltig große Anzahl von Menschen (hunderte Millionen, wenn man Europa betrachtet) und multipliziert sie mit einer verschwindend geringen Krebswahrscheinlichkeit, die man aus dem LNT-Modell errechnet, obwohl dieses Modell für so geringe Strahlenbelastungen eigentlich nicht gemacht ist.

Wenn man sehr große Zahlen mit sehr kleinen Zahlen multipliziert, ist die Unsicherheit beim Ergebnis sehr groß – schon in der Schule lernt man, dass etwas völlig Unbestimmtes herauskommt, wenn man versucht, null mit unendlich zu multiplizieren. Mit ein bisschen statistischem Geschick und kreativem Verbiegen von Daten kann man damit fast jedes Ergebnis erzielen, das man haben möchte.

So ergeben sich dann die Horrorzahlen, die man immer wieder in den Zeitungen liest: Zweitausend Tschernobyltote allein in Österreich, zehntausende oder hunderttausende Tschernobyltote in Europa, vielleicht sogar eine Million?

Vorsicht ist gut

Nun gut, könnte man sagen – dann müssen wir eben zur Kenntnis nehmen, dass diese Zahlen mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Aber sollten wir unsere Einstellung zu Radioaktivität und Kernkraft nicht trotzdem an diesen Zahlen ausrichten, schon aus reiner Vorsicht? Ist es nicht immer besser, Belastungen zu vermeiden, wenn man nicht genau weiß, wie sie sich auswirken können?

Das stimmt ganz zweifellos.

Doch wenn wir dieses Argument bringen, müssen wir zumindest konsequent sein – wenn wir extreme Vorsicht fordern, dann müssen wir diese Vorsicht überall fordern: Brauchen wir dann ein Verbot von Langstreckenflügen? Müssen wir Regionen evakuieren, in denen man aus natürlichen Gründen einer höheren Strahlenbelastung ausgesetzt ist als anderswo?

In Mitteleuropa ist die zusätzliche Dosis, die man abbekommt, wenn man in einem radonreichen Haus wohnt, höher als die Zusatzbelastung, die man durch Tschernobyl abbekommen hat. Sollen wir ein Gesetz verabschieden, das Radonmessungen vorschreibt und Häuser gegebenenfalls zum Abriss freigibt?

Im „TORCH-Report“, der von den europäischen Grünen in Auftrag gegeben wurde, kommt man mit Hilfe des LNT-Modells auf 30.000 bis 60.000 Tschernobyl-Tote weltweit. Das klingt gewaltig, doch mit genau derselben Rechenmethode käme man auf eineinhalb bis drei Millionen Tote durch Tests von nuklearen Waffen.

Man kann das Modell auch auf eher skurrile Bereiche ausweiten: Eine Banane enthält radioaktives Kalium. Wendet man das LNT-Modell auf die weltweite jährliche Bananenproduktion an, dann kommt man auf einige Tausend Bananentote im Jahr. Demonstrationen und Mahnwachen gegen Bananen gab es bisher freilich noch nicht.

Klimaa

Man muss die Gefahren, die von sehr kleinen Strahlungsdosen ausgeht, absolut ernst nehmen. Aber man muss sich dabei auch klar machen, dass andere Themen einen größeren Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Für ungesunde Ernährung, Feinstaub, Bewegungsmangel, Zigaretten oder Alkohol rechnen wir bloß normalerweise keine statistischen Todesopferzahlen aus, und darum lesen wir darüber auch keine Horrorzahlen in der Zeitung.

Solche Vergleiche würden auch nichts bringen, und Polemik ist hier fehl am Platz.

Doch an einem Vergleich kommen wir in dem Zusammenhang nicht vorbei: Wenn wir uns von der Kernenergie abwenden wollen, müssen wir auf Alternativen umsteigen, die tatsächlich gesünder und weniger gefährlich sind. Kohlekraftwerke haben zweifellos schon viel mehr Menschen das Leben gekostet als Kernkraftwerke.

Man kann berechtigterweise unterschiedliche Ansichten darüber haben, wie wir die Bedeutung solcher Gefahren einschätzen sollen. Wir müssen mitbedenken, dass Kernenergie nicht nur im Katastrophenfall Probleme verursacht, sondern alleine schon durch die Tatsache Schaden anrichten, dass sich viele Menschen vor ihnen fürchten. Unter Angst zu leiden kann genauso schmerzhaft sein wie eine körperliche Beeinträchtigung.

Wenn wir aber aus Angst vor schädlichen Folgen einer Technologie auf eine noch gefährlichere Technologie umsteigen, dann handeln wir irrational.

Zum Weiterlesen:

  • Fukushima: Realitätsverlust in Deutschland und Österreich, GWUP-Blog am 12. März 2016
  • Hört auf mit dem Angstmachen, futurezone am 8. September 2015
  • Goldener Reis: Wenn Technikfeindlichkeit tötet, futurezone am 30. Juni 2015
  • Das ist pfui! futurezone am 16. Mai 2015

28 Kommentare

  1. Danke für diesen ausgewogenen Artikel, ganz im Gegensatz zum vorhergehenden zu diesem Thema, der mir doch arg polemisch und tendenziös war.
    Das Grundsatzproblem bei diesem Thema ist leider, dass sich in Deutschland darüber kaum eine faktenbasierte Diskussion führen lässt, da die eine Seite so dogmatisch ist wie die andere.

    Und da eine völlig verzerrte Realität auch grade von den Medien gezeichnet wird (als ich zum Jahrestag im Radio hörte, dass durch die Atomkatastrophe 18000 Menschen gestorben seien und der Tsunami nicht einmal erwähnt wurde, hätte ich glatt vor Wut aus dem Fenster springen können), wird sich das auch in absehbarer Zeit nicht ändern.

    Ich zähle mich zu den Kernkraftgegnern. Aber ganz im Gegensatz zu den Katastrophisten aller möglichen Umweltverbände und der verständlicherweise ebenso irrationalen Abwehrreaktion der Kernkraftbefürworter zählen für mich eher die weniger emotional aufgeladenen Nachteile, und zwar genau aus den Gründen, die der Artikel auch anspricht. Wenn man will, kann man der Atomkraft alle möglichen Todeszahlen unterjubeln, was wissenschaftlich gesehen in keinem Fall seriös ist.

    Viel wichtiger fände ich es, die enormen wirtschaftlichen Schäden, die ein solcher Unfall verursacht, in den Fokus zu rücken. Oder die massiven Umweltzerstörungen durch den Uranabbau. Oder die immanente Unbeherrschbarkeit der Kernspaltungstechnik. Oder die nach wie vor weltweit ungeklärte Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle. Oder die aus profitorientierten Gründen veraltete und mangelhafte Sicherheitstechnik vieler Kernkraftwerke.

    Ich verstehe auch weiterhin nicht, wieso beide Positionen sich so unversönlich gegenüber stehen. Man kann ohne Probleme ein Gegner der, und das sage ich jetzt ausdrücklich so spezifisch, Energiegewinnung durch Kernspaltung sein OHNE gleich ein technologiefeindlicher Ökotaliban zu sein, was ja ein gern genutzter Beißreflex der Kernkraftbefürworter ist.
    Man kann aber ebenso Kernkraftbefürworter sein, OHNE gleich ein verantwortungsloser, herzloser, Kinderkrebsignoranter Technokrat zu sein, was die entsprechende Standardreaktion von Greenpeace et al. zu sein scheint.

  2. Danke!
    Sehr gut geschriebener Beitrag. Nur leider in den Wind gesprochen, auch zukünftig wird sich die Zeitung die schreibt “ 18.000 Tote durch Atomkatastrophe“ viel besser verkaufen als die, die schreibt „Vermutlich leichte Erhöhung der Krebshäufigkeit, wir wissen es nicht so genau“

  3. Gute und unaufgeregte Darstellung der Sachlage. Für mich persönlich ist die Diskussion aber auch schon deshalb durch, weil die Kernenergie wirtschaftlich durchfällt:

    Die geforderten Erneuerungen (März 2015) (http://www.handelsblatt.com/politik/international/500-milliarden-fuer-alternde-reaktoren-eu-fordert-massive-investitionen-in-atomkraft/13320036.html) wird der Markt nicht richten. Die britische Regierung gewährt hier Staatsbeihilfe, die durch ein Marktversagen gerechtfertigt wird (Oktober 2014):

    http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-1093_en.htm

  4. @Ron
    Wir bezahlen in Deutschland jährlich 25 Milliarden an Subventionen, genannt EEG, für Anlagen, die nicht in der Lage sind, eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Das ergibt also allein in D 500 Milliarden in 20 Jahren.

    Dazu kommen Begleitmaßnahmen wie Speicher und neue Leitungen, die noch mal das gleiche kosten dürften und immer noch keine Sicherheit bedeuten, auch bei weiter forciertem Ausbau von Wind/Sonne-Anlagen.

    Da erscheinen mir die weltweit 500 Milliarden EUR doch ein recht günstiger Preis für eine sicheren Stromversorgung zu sein, mit der man z.B. sogar E-Autos ohne Gewissensbisse betanken könnte, da nahezu CO2-frei.

    Neuere Generationen von KKWs sind in der Lage, bisher anfallenden Müll zu über 95% auszunutzen, so dass sich das Endlagerungsproblem minimieren lässt.

    Übrigens, wer von Umweltschäden durch Uranabbau spricht, soll sich mal den Land und Waldverbrauch durch Windräder vor Augen führen.

    Aber man kann sich die Flugtierschredder auch schönreden.

  5. „Für ungesunde Ernährung, Feinstaub, Bewegungsmangel, Zigaretten oder Alkohol rechnen wir bloß normalerweise keine statistischen Todesopferzahlen aus“

    Doch, ganz oft. Ein prominentes Beispiel ist das Gobal Burden of Disease-Projekt der WHO bzw. des IHME: http://www.healthdata.org/gbd.

  6. @ Werner
    Genau Ihre Art von Polemik ist es, was eine Diskussion verhindert.

    Übrigens sind KKW mitnichten CO2-frei, nicht einmal nahezu.
    Und die Unbewohnbarkeit ganzer Landstriche aufgrund der Folgen von Uranabbau mit dem Landverbrauch durch Windkraftanlagen gleichzusetzen…hmnuja.

    Den letzten Satz kommentiere ich nicht, auf diesem Niveau kann keine Diskussion stattfinden.

  7. Bei der Energiefeage wird oft von sauberer Energie, ja grüner Energie gesprochen. In der direkten Erzeugung der elektrischen Energie sind Formen die nicht auf Verbrennung basieren sauber (mal abgesehen vom Müll bei der Kernkraft).

    Ich halte das für eine Milchmädchenrechnung, da eine komplette Energiebilanz vom Ausbuddeln der Rohstoffe für die Anlage bis zum Tag der Inbetriebnahme aufgestellt werden muss. Welche Art der Energieerzeugung macht dann das Rennen? Windräder? Solarzellen (vom Sand bis zum (hochreinen) Halbleiter)? Wasserkraftwerke (Zement/Beton ist in erster Linie kein (!) Naturprodukt!)? Kernkraftwerke (wieviel Beton wird hier für eine Anlage benötigt?)?

    Wir brauchen Energie – aber es ist auch notwendig sich über den ökologischen Fußabdruck gedanken zu machen den die einzelnen Alternativen hinterlassen.

  8. Die Kernenergie halte ich immer noch für eine zukunftsorientierte Energieerzeugung; erneuerbare Energien, werden den „Energiehunger“ der nächsten Jahren nicht decken.
    Eines der großen Themen, sollte die Energie-Effizienz der Geräte sein, die Strom benötigen, hier liegt noch ein großes Potential.
    Intelligente Energienutzung, das sollte die Zukunft sein…das „Internet der Dinge“ könnte ein Schlüßel sein, da damit Geräte – nach Energieverfügbarkeit – gesteuert werden könnten.
    Aber das „Internet der Dinge“ ist auch sehr gefährlich, wenn man nicht von Grund auf Sicherheitsvorkehrungen trifft…einfach drauf los, mit dem „intelligenten“ Kühlschrank, kann es auch nicht sein.
    Der Trojaner „Locky“, zeigt aktuell wieder, wie „verwundbar“ netzwerkbasierende technische Systeme sind.
    Kosten für Sicherheit sollten nicht ins Gewicht fallen…an der Sicherheit darf nicht gespart werden, denn das könnte katastrophale Folgen haben.

  9. @BK
    „@ Werner
    Genau Ihre Art von Polemik ist es, was eine Diskussion verhindert.“

    Überlegen Sie bitte mal genau, wer in den letzten 20,30 Jahren eine sachliche Diskussion verhindert hat, dazu eine Anmoderation auf SWR:
    „Auf den Tag genau, heute vor fünf Jahren passierte die Reaktokatastrophe von Fukushima in Japan. Tausende Menschen starben damals und eine große Region um das zerstörte Atomkraftwerk herum ist seitdem verstrahlt und nicht mehr bewohnbar.“

    Merken Sie was?

    „Übrigens sind KKW mitnichten CO2-frei, nicht einmal nahezu.
    Und die Unbewohnbarkeit ganzer Landstriche aufgrund der Folgen von Uranabbau mit dem Landverbrauch durch Windkraftanlagen gleichzusetzen…hmnuja.“

    Laut einer VDI-Studie (S.50), die auch die Brennstoff-Gewinnung, den Bau und den Abriss der Anlagen miteinbezieht, liegt die Kernkraft nach der Solarthermie an zweiter Stelle noch vor Wind, Wasser und vor allem PV.
    https://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/geu_dateien/FB4-Internetseiten/CO2-Emissionen%20der%20Stromerzeugung_01.pdf
    Wenn man die Versorgungssicherheit und die dezentrale Erzeugung mit einberechnet, ist die Kernkraft den anderen Erzeugungsformen weit überlegen.
    Zur Umweltzerstörung: In BaWü sind 1000 neue Windräder geplant. Da sich das nur in (meist bewaldeten) Hochlagen lohnt, müssen riesige Waldfächen gerodet werden, mit neu zu erstellenden Anfahrtswegen sind das ca. 30.000 qm pro Windrad. Rechnen wir mal mit 500 Wald-Windrädern, wären das ca. 15 qkm an Waldfläche, die dann der CO2-Vernichtung entzogen werden.
    Betonverbrauch: Pro Windrad benötigt man 1400 cbm Beton. Ein KKW ersetzt ca. 2500 Windräder, das wären dann 3,5 Millionen cbm Beton. Für ein KKW benötigt man ca. 80.000 cbm!

    „Den letzten Satz kommentiere ich nicht, auf diesem Niveau kann keine Diskussion stattfinden.“

    OK, war echt ein bisschen polemisch, die 100.000 Vögel, die laut Nabu jährlich verunglücken, sind eigentlich nicht der Erwähnung wert.

  10. @Ron
    AKWs dürften schwer anzugreifen sein, deswegen zogen die Terroristen in Brüssel es vor, unbewaffnete Zivilisten anzugreifen, anstatt ein gesichertes Atomkraftwerk. Mit Sicherheit hätten sie das AKW angegriffen, wenn sie eine Kernschmelze auslösen könnten.

  11. Zum Thema Wald:

    in Baden-Württemberg beträgt die Größe der Waldflächen knapp 1,4 Mio. ha. Bei einer substanzerhaltenden, nachhaltigen Waldwirtschaft erntet man den Zuwachs, der in der Größenordnung von 2 % pro Jahr liegt, d. h. das sind 28.000 ha pro Jahr oder 280 Mio. m2 oder – bezogen auf die Angabe von 30.000 m2 pro Windrad – 9300 Windräder pro Jahr. Da aber die 30.000 m2 als einmaliger Vorgang für den Bau zu betrachten sind und diese Fläche bis auf ca. 5.000 m2, die dauerhaft „verloren“ ist, wieder aufgeforstet wird, hat dies offenbar eine zu vernachlässigende Relevanz. Übrigens werden bei der Errichtung von Windkraftanlagen zusätzlich noch Ausgleichsmaßnahmen im Bereich der Naturschutzes verlangt.

  12. Eigentlich kommentiere ich hier ja nie was, aber, wie BK schrieb: „Danke für diesen ausgewogenen Artikel, ganz im Gegensatz zum vorhergehenden zu diesem Thema, der mir doch arg polemisch und tendenziös war.“; dem kann ich mich nur voll und ganz anschliessen! Der letzte war mir auch zu einseitig – fuer ein GWUP-Kommentar.

    @Florian: Danke – ich habe was gelernt!

  13. Ich glaube es ist alles Schwindel. Z.B. um in Russland/Tschernobyl geheime Menschversuche zu vertuschen. Man denke da z.B. mal an die Contergan-Skandale, was auch so eine seltsame Sache ist. Vielleicht wurden die Einwohner in Tschernobyl deshalb so plötzlich von der russischen Armee aus der Stadt vertrieben. Auch wundert es mich dass so viele MI-6 Hubschrauber über dem Reaktor geflogen waren. Die müssten doch in kürzester Zeit total verstrahlt gewesen sein. So viel Hubschrauberverschleiß kann sich doch kein Land leisten. Wenn man bedenkt das die russische Regierung genauso von jüdischen und pharaonischen Dynastien gesteuert ist wie auch die USA, Israel und der Rest der Welt, dann klingen diese ganzen Katastrophengeschichten wie alle Anderen Schauergeschichten die den Leuten so eingetrichtert werden. Alles sehr unlogisch und aufgebauscht.

    Ich habe Hinweise von einem Bekannten das es dort gar keine Strahlenkatastrophe gibt und alles Schwindel ist. Der war selber in der Gegend in Japan und wusste nichts von der Katastrophe. Auch soll es im Internet Webseiten geben die die Strahlenbelastung aller Gewässer auf der Erde katalogisiert haben. Laut dieser Webseiten soll es kein einziges Gewässer auf der ganzen Erde geben, welchen radioaktiv Belastet ist. Zumindest ist diese Aussage nachdenkenswert.

    Das alte Spiel schaffe einen Feind. Guter Polizist (Russland) – böser Polizist (Russland) = Machtkontrolle (Hegelsche Dialektik). Es könnte sein das die Atombomben nur zur Schau durch die Gegend gekarrt werden um den Völkern Angst zu machen und damit eine Legitimation zur Militarisierung zu erhaschen.

    http://www.gandhi-auftrag.de/Atombomben_gibt_es_nicht!.pdf

    https://www.youtube.com/watch?v=sULjMjK5lCI

    Hier noch was Seltsames zu Abklingbecken in Atomkraftwerken:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/abklingbecken-deutscher-meiler-gefahr-in-kobaltblau-a-751304.html

    Hier stelle ich die Frage. Warum tragen die Mitarbeiter keine Atemmasken. Ich habe mich etwas mit Chemie beschäftigt. Die Brennstäbe liegen direkt im Kühlwasser. Also müssten die Isotope des Wasserstoffs und Sauerstoffs eingeatmet werden. Schließlich verdunstet das Wasser in diesem Raum und es wird eingeatmet. Die müssten alle Krebs bekommen. Auch funktioniert die Steuerung im Atomreaktor etwas anders als die meisten Leute glauben. Wenn man weiß wie es funktioniert, könnte man vermuten das Atombomben nicht funktionieren können.

    Ich sage nur, die stecken alle unter einer Decke und das dumme Volk wird nach Strich und Faden hinter das Licht geführt.

  14. @Uwe W.:

    Ich schalte Ihren „Kommentar“ mal frei, damit die Mitleser sehen, was hier so alles an Unfassbarem aufschlägt, was man nicht für möglich halten sollte.

  15. Was ist mit „Unfassbarem“ gemeint? Ist das bewußt zweideutig geschrieben oder kalkulierte Taktik?

  16. @Uwe W.:

    Sie wollen sich jetzt nicht wirklich hier weiter lächerlich machen, oder?

    Suchen Sie sich bitte ein heimeliges VT-Forum, wo Sie unter großem Applaus faktenfrei über „Hubschrauberverschleiß“ und „pharaonische Dynastien“ freidrehen können – falls Sie das wirklich alles ernst meinen.

  17. Heissa, ein Freudenquell für jeden Psychiater.

  18. „Ich glaube, es ist alles Schwindel…“

    Und schon habe ich aufgehört zu lesen… – danke für die Zeitersparnis.

  19. @ Uwe W.: „Ich habe mich etwas mit Chemie beschäftigt.“

    Ich auch. Aber was heißt das schon? Heißt das, Sie haben noch das alte Chemie-Buch aus der Schule zu Hause stehen und gucken da ab und zu hinein?

    Um das wohlmeinende Dilettantenstadium zu verlassen, gehört aber etwas mehr dazu. Was qualifiziert Sie denn gegenüber anderen?

    Haben Sie tatsächlich eine fundierte Ahnung von etwas oder sind Sie nur ein frustrierter arbeitsloser Eigenbrötler, der den ganzen Tag gelangweilt allein zu Hause hockt und die Zeit damit totschlägt, sich im Netz passende Welterklärungen zusammenzusuchen?

  20. @ Uwe W.
    „Ich habe Hinweise von einem Bekannten das es dort gar keine Strahlenkatastrophe gibt und alles Schwindel ist.“

    Aussagen wie „Ich habe Hinweise von einem Bekannten“ oder „Ich habe gehört…“ oder „Man sagt…“ bringen mich stets zum Schmunzeln.

    Übrigens:Ich habe Hinweise, dass Sie letzte Nacht mutmaßlich einen über den Durst getrunken oder seltsame Substanzen eingenommen haben;-)

  21. Hier Sie kleiner minderbemittelter Systemling […]

    […] […]

    Sie brauchen nicht mehr zu antworten.

    Gelle?

  22. @Uwe W.:

    << Sie brauchen nicht mehr zu antworten. << Doch, noch eins: Sie haben einen Knall.

  23. Kennt jemand Novo-Argumente?

    „Mythos Atommüll“

    https://www.novo-argumente.com/artikel/mythos_atommuell

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.