Unter Beschuss: Wie es ist, von Verschwörungstheoretikern und Hatern bedroht zu werden

Eindrucksvoller Erfahrungsbericht des Journalisten Richard Gutjahr, der seit fast zwei Jahren im Zentrum diverser Verschwörungstheorien steht:

Wer meine Geschichte nicht schon kennt, hier in aller Kürze:

2016 wurden meine Familie und ich Augenzeuge des LKW-Terroanschlags in Nizza, bei dem 86 Menschen getötet wurden. Acht Tage später war ich in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums in München, als dort ein Amokläufer 9 Menschen erschoss und die ganze Stadt in Panik versetzte.

Als langjähriger Reporter und Nachrichten-Moderator habe ich von beiden Tatorten für die ARD berichtet, was mir und meiner Familie in der Folge zum Verhängnis wurde.

In unzähligen YouTube-Videos, Postings auf Facebook und auf Twitter wurden meine Frau, meine Tochter und ich aufgrund meiner Berichte (und vielleicht der Tatsache geschuldet, dass meine Frau Jüdin ist) bezichtigt, Teil einer internationalen Verschwörung zu sein, der sog. New World Order (NWO).

Ziel dieser geheimen Organisation: durch inszenierte Terrorakte („Hoaxes“ oder auch „FalseFlag“-Angriffe) die Weltherrschaft zu erlangen.

Haben wir anfangs über diesen Irrsinn noch gelacht, ist meiner Familie und mir das Lachen nach und nach im Hals stecken geblieben.”

Zum Weiterlesen:

  • Unter Beschuss, gutjahrs blog am 11. Januar 2018
  • Verschwörungstheorie bizarr: Wie der Kopp-Verlag Richard Gutjahr in die Nähe des Mossad rückt, Meedia am 25. Juli 2016
  • Richard Gutjahr kämpft seit dem Münchner Amoklauf gegen Verschwörungstheorien, Süddeutsche am 6. September 2016
  • Pizzagate and Beyond: Using Social Research to Understand Conspiracy Legends, Skeptical Inquirer Volume 41.6, November/Dezember 2017
  • „Die wollen uns umbringen“: Chemtrail-Gläubige öffnen Zeit-Redakteur die Augen, GWUP-Blog am 10. Oktober 2017
  • Verschwörungsszene: Zwei Aussteigerinnen berichten, GWUP-Blog am 18. Dezember 2017
  • Die Anschlagsopfer von Las Vegas? Alles nur Schauspieler, GWUP-Blog am 5. Oktober 2017
  • London: Mal wieder eine an den Haaren herbeigezogene „False Flag“-Verschwörungstheorie, GWUP-Blog am 8. Juni 2017

5 Kommentare zu “Unter Beschuss: Wie es ist, von Verschwörungstheoretikern und Hatern bedroht zu werden”


  1. 1 Carsten 13. Januar 2018 um 01:08

    Ich habe alle Artikel dazu gelesen.

    Mir war nicht eine Sekunde zum Lachen zumute.

    Menschen gehen derart gegen Menschen vor, die sie nicht einmal kennen?
    Einfach pöbeln, beleidigen? Öffentlich?

    Wie dumm können Leute sein, die einfach nur ohne nachzudenken das Leben anderer zerstören?

    Was bringt denen das? Was haben sie davon?

    Geltung, Klicks und auf Youtube Geld.

    Das Internet ist für manche Neuland, aber für uns zeigt es die wahre Natur des Menschen.

    Ein gewisser Prozentsatz unserer Gesellschaft ist eben am Affen hängengeblieben und gackert laut ob seiner vermutet clevren Posts.

    Ich will da garnicht auf Parteien anspielen, die nur aus solchen Affen/innen bestehen, und jetzt im Bundestag eingezogen sind.

    Es bleibt zu hoffen, auch diese Herausforderung zu bestehen.

    Lieber Richard, ich sende Dir und deiner Familie alle Kraft.
    Gebt nicht auf und haltet durch!

    Carsten

  2. 2 crazyfrog 13. Januar 2018 um 18:33
  3. 3 crazyfrog 16. Januar 2018 um 16:56

    Gutjahrs Tipps im Umgang mit Hetze und Hasskommentaren im Netz:

    https://twitter.com/gutjahr/status/951496955296960512

  4. 4 crazyfrog 17. Januar 2018 um 09:50
  5. 5 crazyfrog 19. Januar 2018 um 19:43

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