Gefährlicher Betrug: Zwei neue Bücher von Edzard Ernst zum Thema Pseudomedizin

In 2018 erscheinen zwei neue Bücher von Professor Edzard Ernst:

Und:

Schon jetzt hat Der Spiegel (2/2018) ein Kurzinterview mit Ernst geführt.

Darin sagt Ernst unter anderem:

Spiegel: Sind derart schlimme Vorkommnisse wie bei Steve Jobs nicht die Ausnahme?

Ernst: Die Folgen und Nebenwirkungen der Alternativmedizin werden nirgendwo systematisch erfasst; aber ich bin sicher, sie sind keine Seltenheit, denn es gibt eine überwältigende Menge von Fehlinformationen im Netz. Zum Suchbegriff “alternative medicine” finden sich rund 40 Millionen Treffer – und ich schätze, dass über 90 Prozent davon gefährliche Scharlatanerie propagieren.”

Wenn sie harmlos wäre, würden Sie Alternativmedizin dann immer noch als unethisch bezeichnen?

Ja, denn unsere Kritik geht viel weiter. Ein wichtiges ethisches Prinzip in der Medizin ist das informierte Einverständnis des Patienten – und Alternativmedizin funktioniert nur, indem man dieses Prinzip verletzt.”

Zum Weiterlesen:

  • Mehr Schaden als Nutzen: Edzard Ernst über “Alternativmedizin”, GWUP-News am 7. Januar 2018
  • Steve Jobs und die Pseudomedizin Teil II, GWUP-Blog am 22. Oktober 2011
  • Steve Jobs und die Pseudomedizin Teil I, GWUP-Blog am 8. Oktober 2011
  • Neues Buch: „Homöopathie – die Fakten [unverdünnt]“ von Professor Edzard Ernst, GWUP-Blog am 20. November 2017
  • Ethical issues in alternative medicine [we neglect them at our peril], edzardernst am 2. Januar 2018
  • Pseudomedizin: Die Schäden sind vielfältig und verheerend, GWUP-Blog am 2. Oktober 2015

6 Kommentare zu “Gefährlicher Betrug: Zwei neue Bücher von Edzard Ernst zum Thema Pseudomedizin”


  1. 1 crazyfrog 8. Januar 2018 um 18:27

    Immer wieder lesenswert:

    Homöopathie, oder der Wahnsinn in Zeiten der Moderne

    http://www.hno-vahle.de/homoeopathie-oder-der-wahnsinn-in-zeiten-der-moderne/

  2. 2 wolfgang 8. Januar 2018 um 22:58

    Edzard Ernst sagt:

    “Ja, denn unsere Kritik geht viel weiter. Ein wichtiges ethisches Prinzip in der Medizin ist das informierte Einverständnis des Patienten – und Alternativmedizin funktioniert nur, indem man dieses Prinzip verletzt.”

    Ist das eine Missinterpretation oder ein Übersetzungsfehler?

    Alternativmedizin funktioniert sowieso nicht, unabhängig ob ein informed consent besteht, oder nicht.

    ABER: Zum informierten Einverständnis gehört auch, die Patienten aufzuklären über die Wirksamkeit der Therapie, also zB Mammaca – Wirksamkeit >90%.
    Oder HPV Impfstoff Wirksamkeit bei Genitalwarzen XY je nachdem welcher Impfstoff, Impfstoff A 0%, Impfstoff B > 90%.

    Und ich zweifle, um es positiv auszudrücken, ob Homöopathen korrekt darüber aufklären, dass ihre Tätigkeit lediglich einen “Nutzen” bringt, der über eine Placebo Wirkung nicht hinausgeht.Andernfalls wird Patient angelogen.

  3. 3 Udo Endruscheit 9. Januar 2018 um 14:00

    Seitdem Natalie Grams ihr erstes Buch veröffentlicht hat und seitdem das Informationsnetzwerk Homöopathie aktiv ist, zeigt sich mit unzweideutiger Klarheit, dass die Homöopathen auf der (nie belegten) spezifischen Wirksamkeit ihrer Methode bestehen und dies auch ihren Patienten gegenüber vertreten.

    Jeglicher Diskurs mit der homöopathischen Szene und ihren Lobbyisten ist durch diese Haltung letztlich unmöglich gewesen.

    Von Aufklärung des Patienten über die Methode kann deshalb keine Rede sein. In groteskem Kontrast dazu steht, dass die Homöopathen (und Co.) zur Rechtfertigung ihrer Schwurbellehren immer wieder auf die “Mündigkeit” und die “Selbstbestimmung” des Patienten pochen – die natürlich nur dann keine inhaltsleeren Begriffe sind, wenn der Patient diese Rechte informiert ausübt.

    Und so stehen wir vor der Situation, dass das Prinzip von Mündigkeit und Patientenautonomie von der alternativen Szene dafür missbraucht wird, dem Patienten Autonomie zu suggerieren und ihm genau unter diesem Deckmantel ihre Methoden zu verkaufen.

    Das meinte Edzard Ernst mit dem “Funktionieren” der CAM.

  4. 4 Christian Becker 9. Januar 2018 um 18:06

    @Wolfgang

    Missinterpretation.

    Was Edzard Ernst (vermutlich) sagen will und wie ich das auch verstanden habe:

    Alternative Medizin funktioniert (als Geschäftsmodell) nur, wenn ich den potentiellen Kunden/ Patienten nicht aufkläre.

    Funktionieren im Sinne einer Heilwirkung über bekannte Effekte wie Placebo und Weißkitteleffekt war sicher nicht gemeint.

  5. 5 crazyfrog 18. Januar 2018 um 17:38
  6. 6 Bernd Harder 18. Januar 2018 um 17:39

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