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Neues Buch: „Faktenimmun – Warum Wissenschaftsleugnung so gefährlich ist und wie man sich davor schützt“

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Neues Buch von Dr. Holm Hümmler:

Faktenimmun – Warum Wissenschaftsleugnung so gefährlich ist und wie man sich davor schützt

Unter dem Kürzel PLURV (Pseudoexperten, Logische Trugschlüsse, unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpickerei, Verschwörungsmythen) ist das Phänomen der antiwissenschaftlichen Desinformation in jüngerer Vergangenheit vor allem im Bereich der Klimaaufklärung diskutiert worden.

Eine umfassendere Betrachtung von Wissenschaftsleugnung in unterschiedlichen Fachgebieten mit einer kritischen Untersuchung der jeweils zentralen Argumente und einem Vergleich der Parallelen und Unterschiede findet in der Regel nicht statt.

Dieser Aufgabe widmet sich Holm Gero Hümmler in diesem lesenswerten und faktenorientierten Buch unter anderem zu den Themenbereichen Gentechnik, Mobilfunknetze, Radioaktivität und Chips, die aus medizinischen Gründen unter die Haut eingepflanzt werden.

Hier geht’s zur Verlagsseite.

Zum Weiterlesen:

  • Holm Hümmler: Faktenimmun. Hirzel 2024, 224 Seiten, 22 €
  • Video: Das PLURV-Prinzip der Desinformation, Teil 4, GWUP-Blog am 6. März 2023
  • „Cranky Uncle“: Interaktives Spiel zu den PLURV-Techniken der Wissenschaftsleugnung, GWUP-Blog am 21. Juni 2022
  • Christian Drosten über das PLURV-Prinzip der Desinformation, GWUP-Blog am 4. April 2021
  • PLURV – So sollst du getäuscht werden, mimikama am 7. Dezember 2020
  • P-L-U-R-V – das sind die häufigsten Methoden der Desinformation. Neue Infografik im Posterformat, klimafakten am 28. April 2020

2 Kommentare

  1. Das PLURV-Konzept geht zurück auf die fünf Kriterien der Definition von „Denialismus“, also der gezielten Leugnung wissenschaftlicher Evidenz, nach Diethelm / McKee (2009):

    https://academic.oup.com/eurpub/article/19/1/2/463780

    Ausgangspunkt der Konzeption eines systematischen Denialismus waren die hinlänglich bekannten Manipulationen der Tabakindustrie mittels buchstäblich gekaufter Wissenschafter.

    Untersuchung der Homöopathie mittels der fünf Denialism-Kriterien:

    https://scienceandsenseblog.wordpress.com/2020/08/11/was-macht-die-homoopathie-zum-grosen-problem/

  2. @ Udo Endruscheit:

    Das Konzept geht sogar noch etwas weiter zurück, auf den Blog der Hoofnagle-Brüder auf den damals noch existierenden amerikanischen Scienceblogs. Ihr Fokus war der Klimawandel.

    Diethelm/McKee hatten es dann, wie du schreibt, auf die Manipulationen der Tabakindustrie übertragen. Die haben sozusagen das ganze Spektrum des Denialismus bedient, vom einfachen Leugnen wissenschaftlicher Evidenz über eigene, gefällig aber methodisch gut gemachte, Studien bis hin zur Förderung der Forschung über konkurrierende Risiken (Stress, Mobilfunk usw.) und, als i-Tüpfelchen, der Propagierung alternativer wissenschaftstheoretischer Konzepte.

    Die pseudowissenschaftlichen Bemühungen der Homöopathie kann man mit dem Denialismus-Konzept gut untersuchen, aber das Niveau der Tabakindustrie, was die wissenschaftszersetzende und korrumpierende Gesamtstrategie angeht, hat die Homöopathie nie erreicht, weder bei der Studienqualität (für so primitive Studien hätte sich die Tabakindustrie geschämt) noch bei den wissenschaftstheoretischen Anläufen.

    Etwas Eigenwerbung dazu:

    http://www.kritische-psychologie.de/files/FKP_55_Joseph_Kuhn.pdf

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