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Studie: Anthroposophie und Alternativszene als Triebfedern der „Querdenken“-Bewegung

| 50 Kommentare

Die Baseler Soziologen Prof. Oliver Nachtwey und Dr. Nadine Frei haben eine neue Studie zu den „Querdenkern“ vorgelegt.

Im Auftrag der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg gingen sie der Frage nach, warum die Bewegung so stark in ihrem Ursprungsland Baden-Württemberg verwurzelt ist und welche besonderen Merkmale „Querdenken“ dort aufweist.

Die Autoren betonen, dass es sich dabei um eine nicht-repräsentative Erhebung handelt. Die explorativ konzipierte Studie verfolge auch nicht den Anspruch, eine vollumfängliche Erklärung der Querdenken-Bewegung in Baden- Württemberg zu erarbeiten.

Als starke Triebfedern identifizieren die Forscher die Alternativszene und das anthroposophische Milieu. Weniger bedeutsam sei dagegen das bürgerliche Protestmilieu (Stuttgart 21 etc.) und die christlich-evangelikale Bewegung.

Wie bereits in der Studie „Politische Soziologie der Corona-Proteste“ von 2020 konstatieren Nachtwey et al., dass die Querdenken-Bewegung „teilweise eher von links kommt, sich aber nach rechts bewegt“. Eine Reihe von Befragten hätte angegeben, bei der Bundestagswahl 2017 grün gewählt zu haben.

Heute kämen für diese Kreise weder die Grünen noch die Linke in Frage, da auch diese Parteien zum „Establishment“ gehörten. Viele Teilnehmer der Bewegung hätten sich aber nicht nur von linksalternativer Politik entfremdet, sondern allgemein von den Kerninstitutionen der liberalen Demokratie. Sie wählten heute AfD oder gar nicht mehr.

Im Deutschlandfunk sagte Nachtwey:

Da kommen quasi linke kulturelle Merkmale mit rechter Politisierung zusammen und das macht diese extrem toxische Mischung der Impfverweigerung gerade aus.

Die weiteren Erkenntnisse sind praktisch identisch mit bisherigen Arbeiten zu den Corona-Protesten:

  • Die Mehrheit der Teilnehmer kommt aus der Mittelschicht.

Nachtwey zeichnet das Bild einer „Bewegung der qualifizierten Mitte“. Der Altersdurchschnitt liege bei 47 Jahren, viele seien gebildet, in Vollzeit beschäftigt, teils sogar promoviert.

  • Der Widerstand dieser Bewegung zielt nicht primär auf eine bestimmte Sache, etwa einzelne Pandemiemaßnahmen, sondern gewissermaßen auf alles gleichzeitig – als eine Art antiautoritärer Gestus.

Es gehe im Grunde um einen Generalverdacht, und die Coronakrise scheint eine gute Möglichkeit zu sein, einmal zu sagen, dass man eigentlich gegen alles ist: gegen die Reichen und Mächtigen, gegen die Wissenschaft, die Schulmedizin, die Justiz und Polizei etc.:

In der Corona-Protestbewegung fungiert Kritik als Eigenwert […] Es handelt sich um eine Komplementarität von verschwörungstheoretischen und esoterischen Überzeugungen. Diese conspirituality ist eine Kritik, die sich als oppositionelle Kritik zum Mainstream versteht.

  • Die Befragten inszenieren sich als Eingeweihte, fast sogar als Erwählte, die auch gegen Widerstand, Stigmatisierung und Repression an ihrer Expertise festhalten:

Als Eingeweihte glauben sie, über ein höheres Wissen, über die Wahrheit der wirklichen Beweggründe der staatlichen Maßnahmen zu verfügen.

  • Die Befragten verfügen über ein libertäres Freiheitsverständnis, in dem Individualität, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung nahezu absolut gesetzt werden:

Ihr Widerstand richtet sich gegen institutionelle Regeln, die ihre individuelle Freiheit beschränken – nur Regeln, die sie selbst setzen, erachten sie als legitim.

[Der Politikwissenschaftler Michael Bröning schreibt heute bei Welt+, dass „in Teilen der Querdenkerszene schlicht geleugnet wird, dass ein aufgeklärter Freiheitsbegriff auch mit Verantwortung verknüpft ist und eben nicht auf einer nach oben offenen Skala grenzenlos ausgeweitet werden kann. Von Freiheitsidealen das Recht zur Masseninfektion abzuleiten aber ist nicht nur unklug, unsolidarisch und selbstzerstörerisch – sondern eben auch eine Pervertierung der Freiheit“.

Zugleich wendet sich der Autor aber auch strikt dagegen, die Freiheit „derzeit fast vollständig auf dem Altar der Sicherheit“ zu opfern: „Freiheit ohne Sicherheit ist das Gesetz des Dschungels. Sicherheit ohne Freiheit aber ist die triste Wirklichkeit des Gefängnishofs.“]

  • In Ostdeutschland dagegen seien die Proteste stärker von der extremen Rechten geprägt und trügen deutlich weniger esoterische Züge.

Oliver Nachtwey, Nadine Frei und Robert Schäfer haben auch das Kapitel „Generalverdacht und Kritik als Selbstzweck“ mit empirischen Befunden zu den Corona-Protesten für die Neuerscheinung „Querdenken“ von Wolfgang Benz (Hrsg.) beigesteuert.

In einem Gastbeitrag für den Berliner Tagesspiegel schreibt Benz, „Querdenken“ werde „von Aktivismus ohne konkrete Ziele“ angetrieben:

„Querdenken“ ist zum Markenzeichen einer Auflehnung geworden, die als „Bewegung“ organisiert ist, die Impulse von Populisten und Verschwörungsideologen, von Identitären und Reichsbürgern, Rechtsextremen, kreidefressenden AfD- Politikern im Schafspelz, Sektierern und Narren erhält.

Provokation und Usurpation sind die Methoden, Ziel ist die Destruktion von Normen, die dem friedlichen Miteinander und vernünftigem Interessenausgleich in Staat und Gesellschaft dienen.

Das einigende Band der Querdenker bildet die Wut gegen die wahlweise als unfähig oder diktatorisch empfundene „Obrigkeit“. Und damit gegen Eliten, gegen jene, die intellektuell, politisch, sozial oder kulturell auf das Zusammenleben von Menschen Einfluss haben, Regelungen diskutieren, Normen in Kraft setzen und auf deren Einhaltung im Konsens der Mehrheit bestehen […]

Nach „Fehlender Mindestabstand“, „Verqueres Denken“ und „Die Misstrauensgemeinschaft der Querdenker“ ist „Querdenken“ das vierte Sachbuch, das sich mit der Bewegung auseinandersetzt. Ein gekürztes Vorab-Kapitel über Stuttgart als Geburtsstadt der „Querdenker“ ist bei kontext erschienen.

In seinem Tagesspiegel-Beitrag schreibt Herausgeber Benz weiter:

Wer den Konsens zur repräsentativen Demokratie, in der Delegierte den Mehrheitswillen im Parlament zum Ausdruck bringen, als Diktatur empfindet, darf nicht auf Verständnis hoffen, wenn er als Demagoge abgelehnt wird. Als Prinzip gilt, dass Kompromisse durch Diskussion erzielt, dass Positionen und Werte wie Toleranz, Liberalität, Vernunft mit klarer Kante verteidigt werden müssen.

Zum Weiterlesen:

  • Wolfgang Benz (Hrsg.): Querdenken – Protestbewegung zwischen Demokratieverachtung, Hass und Aufruhr. Metropol 2021, 318 Seiten, 22 €
  • Buch über die Bewegung der Querdenker: Inspiriert von Narren, Identitären, Sektierern, tagesspiegel am 22. November 2021
  • Querdenker und Coronaleugner: An Verschwörer gewöhnt, taz am 28. November 2021
  • Verschwörungsgläubige bei Coronaprotesten: „Es geht in Wirklichkeit darum, einen Umsturz herbeizuführen“, Spiegel+ am 28. November 2021
  • „Querdenken“: Brandanschläge und Gewalt unter Verschwörungsgläubigen, Belltower News am 23. November 2021
  • Buch „Querdenken“: Aufruhr in Stuttgart, kontext am 17. November 2021
  • Studie zu „Querdenken“ in BaWü: Esoterik als Nährboden für Proteste, taz am 22. November 2021
  • Studie: „Querdenker“ im Südwesten sind anders als im Osten, Zeit-Online am 22. November 2021
  • Video: Die „Querdenken“-Bewegung in Baden-Württemberg – Studienpräsentation
  • Impfpflicht: Jetzt rächt sich die fehlende Solidarität, Zeit-Online am 27. November 2021
  • Homöopathie und Pandemie: Nein zum Impfen aus Liebe zur Natur, rnd am 23. November 2021
  • „Der Zusammenhang zwischen AfD-Zuspruch und Infektionszahlen ist hoch und signifikant“, AAS am 22. November 2021
  • Soziologe Nachtwey: Impfverweigerer – Mit sachlicher Aufklärung sind viele nicht zu erreichen, Deutschlandfunk am 16. November 2021
  • Herkunft der Impfgegner und Querdenker: Antimoderner Reflex mit Tradition, taz am 27. November 2021
  • Diese radikalen Gruppen sind aus „Querdenken“ hervorgegangen, t-online am 22. September 2021
  • Das Ärgernis der Pandemie: Streicht das Wort Skeptiker! blick.ch am 28. November 2021
  • Neue Studie: Die „Querdenker“ – Wer nimmt an Corona-Protesten teil und warum? GWUP-Blog am 24. Januar 2021
  • Neue „Querdenker“-Studie: Misstrauensgemeinschaft mit eigenwilliger Auffassung von Kritik, GWUP-Blog am 25. Dezember 2020
  • Verschwörungstheorien: Die Heimwerker der alternativen Wissenskonstrukte, GWUP-Blog am 5. November 2020
  • „Querdenken“: Die Misstrauensgemeinschaft, Skeptiker 2/2021

50 Kommentare

  1. Ah, das ist die Studie, die vor ein paar Tagen im Spiegel vorgestellt wurde. Man sollte sich aber immer darin erinnern: „Die Studienergebnisse sind nicht repräsentativ.“

    Trotz dieser Einschränkungen, ich werde mir die Studie durchlesen. Vielleicht verstehe ich dann besser, was in meiner Wahlheimat abgeht.

    https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/studie-ueber-querdenken-in-baden-wuerttemberg-alle-anderen-sind-schlafschafe-a-387b6a54-9268-4f31-8212-19bb901764d2

  2. @RPGNo1:

    Werde ich ergänzen.

  3. Manche scheinen ja erstaunt darüber, welche disparaten Strömungen bei Corona-Leugner-Demonstrationen zusammenkommen:

    Alt 68er und bürgerliche Anthroposphen bzw. walddorfschulenbeschickende Eltern, verhockte Protestanten und alt-totalitäre Demokratiebekämpfer, Freiwild-Konzertbesucher und Homöopath*innen, Verschrobene und Verstiegene, Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker, Spinner und Veganer, Schaman*innen und Esoteriker*innen, Gutbürgerliche und jede Menge simple Deppen.

    Diese Szene entzieht sich der politischen Einordnung in rechts oder links (die ohnehin wenig hilfreich ist).

    Die simple Dichothomie, links sei irgendwie progressiv, fortschrittlich, basisdemokratisch oder alternativ und rechts sei irgendwie konservativ, beharrend, traditionell und emanzipationsfern, muß ablegen, wer verstehen will, welche Melange sich da bei den „Anti-Corona-Demonstrationen“ zusammenfindet.

    Es ist ein Milieu, das sich am besten mit den Begriffen „antimodern“ und „traditionalistisch“ beschreiben läßt.

    Der kleinen Gruppe von Forschern (und Literaten wie Umberto Eco), die sich mit dem „okkulten Untergrund des Abendlands“ beschäftigen, ist geläufig, daß sich die esoterisch-antimodern-traditionalistische Szene einer politischen Zuordnung entsprechend simpler Richtungsangaben (rechts, links) entzieht.

    Zum grundsätzlichen Verständnis dieser Szene tragen meiner Meinung nach drei wissenschaftliche und zwei literarische Bücher bei.

    Beginnen wir bei letzteren. Es handelt sich um einen älteren und ein neueren Roman von Umberto Eco, nämlich

    – Das Foucaultsche Pendel (1988)
    – Der Friedhof von Prag (2010)

    Eco zeigt sich mit diesen Werken als Spezialist, der tief hinab in den okkulten Untergrund des Abendlandes gestiegen ist und es versteht, mit dem aus dem in diesen trüben Quellen gewonnenen Material lesenswerte Romane zu gestalten.

    Die wissenschaftlichen Werke, die es anzuführen gilt, sind:

    – Mark Sedwick: Gegen die moderne Welt (deutsche Ausgabe Matthes & Seitz Berlin 2019)

    https://www.deutschlandfunk.de/mark-sedgwick-gegen-die-moderne-welt-noch-einmal-die-krise-100.html

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/mark-j-sedgwick-gegen-die-moderne-welt-intellektuelle-anti-100.html

    – mit einem verspielt postmodernen Blick, aber in den Sachinformationen meist seriös und Zusammenhänge aufdeckend:

    Alexander Knorr: Metatrickster München 2004 (von mir einmal rezensiert in der ZfA, https://www.anomalistik.de/images/pdf/zfa/zfa2005_23_312_rezensionen.pdf)

    – von den Altmeistern, unübertroffen:

    Helmut Möller, Eric Howe: Merlin Peregrinus. Vom Untergrund des Abendlandes

    Zur spezifischen Ausprägung der Antimoderne in Deutschland wären noch die Bücher von Stefan Breuer oder Ulrich Linse („Geisterseher und Wunderwirker“) zu nennen.

    Insgesamt liefern uns diese Bücher das Rüstzeug, um nicht darüber zu erstaunen, wer da sich auf den Straßen Europas zusammenrottet, um mit antimodern-esoterischen Ressentiments Front gegen die Corona-Politiken der demokratisch gewählten Regierungen zu machen. Ein vermeintlich „linkes“, alternatives Milieu trifft dabei auf eine rechte, antiwestlich-demokratieferne, von tribalistischen Strukturen träumende Szene.

    Dabei, das gilt es in aller Deutlichkeit festzustellen, böten Medizin, Rechtswissenschaft, Verfassungsrecht, Kinderpsychiatrie, Ökonomie, skeptisches Denken und gesunder Menschenverstand die wesentlich besseren Argumente, die Corona-Maßnahmen der deutschen Bundesregierung berechtigt zu kritisieren als der Rückgriff auf die okkult-esoterischen Denkmuster des Abendlands.

  4. „Volksabstimmung: Schweizer mehrheitlich für Corona-Maßnahmen“:

    https://www.tagesschau.de/ausland/volksabstimmung-schweiz-101.html

  5. „Die Mehrheit der Teilnehmer kommt aus der Mittelschicht. Nachtwey zeichnet das Bild einer „Bewegung der qualifizierten Mitte“. Der Altersdurchschnitt liege bei 47 Jahren, viele seien gebildet, in Vollzeit beschäftigt, teils sogar promoviert.“

    Das hatte ja schon Nachtweys Studie für die Uni Basel ergeben (dazu noch, dass auch viele Selbständige dabei sind). Es wäre schön, wenn sich diese Erkenntnisse so langsam mal in den Köpfen der Menschen (auch Medienmacher) festsetzen, welche die sogenannten Querdenker (vermutlich zum Zwecke der Abgrenzung und Selbstaufwertung) immer mal wieder gern als Ungebildete und Verlierer darstellen und damit suggerieren, dieses Problem käme aus der Unterschicht.

    Ähnliches lässt sich auch bei Kommentaren zur Neuen Rechten beobachten. Damit schiebt die Mittelschicht ihre Verantwortung nicht nur nach unten ab, sondern erhöht die Gefahr, dass die eh schon vielfach gescholtene Unterschicht in die Arme dieser Bauernfänger getrieben wird.

  6. Dazu heute Pia Lamberty im Spiegel-Interview:

    Ich halte es für schwierig, zu sagen, es handle sich um Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen – darum geht es oft nur vordergründig. Den Organisatoren geht es ja oft in Wirklichkeit darum, eine Demokratie abzuschaffen, einen Umsturz herbeizuführen. Es geht also um viel mehr als darum, ob man jetzt eine Maske trägt oder nicht […]

    Ich glaube nicht, dass wir Menschen auf von Rechtsextremen organisierten Demonstrationen noch durch nette Gespräche überzeugen können. Das hat bei den besorgten Bürgern von Pegida schon nicht funktioniert. Man sollte nun versuchen, als Gesellschaft Grenzen zu ziehen, statt immer nur die Hand zu reichen.

  7. Covid19 Amish

    https://youtu.be/O1DgWYdukZU

    also bei den amish wird halt klar und unaufgeregt gesagt das sie auf alles kein bock haben aber die bleiben ja massiv unter sich

    angeblich haben sie herdenimmunität

    irgendwie riecht der Braten doch, die sind doch total überaltert da hats doch bestimmt einige erwischt…

    weiss wer was??

  8. „Corona-Skeptiker wollen sich in «Parallelgesellschaft» abspalten“:

    https://www.20min.ch/story/corona-skeptiker-wollen-sich-in-parallelgesellschaft-abspalten-132379954639

  9. „Volksabstimmung: Schweizer mehrheitlich für Corona-Maßnahmen“

    Und natürlich gab’s am selben Tage bereits die ersten Stimmen, wonach die Abstimmung „nicht legitim“ gewesen sei und das Resultat deshalb nicht akzeptiert werde. Von Leuten, die sich als Verteidiger von Freiheit und Demokratie inszenieren notabene.

  10. @ DocSchwurbel

    Guten Morgen,

    hatten Sie vor einigen Tagen nicht Ihr Bemühen zum Ausdruck gebracht, ein wenig mehr auf Ihre Rechtschreibung zu achten?

    In den 5 Zeilen Ihres letzten Kommentars sind 11 Fehler zu finden.

    Man könnte sich doch (zumindest bei der Groß- und Kleinschreibung) zumindest darum bemühen, eine diesem Blog angemessene Schreibweise und Sorgfalt entgegenzubringen. Wir machen alle Fehler. Niemand ist perfekt. Wenn Texte aber aus Bequemlichkeit schludrig geschrieben werden, habe ich dafür absolut kein Verständnis.

  11. Passend dazu heute im Schwarzwälder Boten ein wohlwollendes Interview mit Jonathan Stauffer, dem Herausgeber des Steiner’schen Gesamtwerks

    https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.jonathan-stauffer-ueber-anthroposophie-was-rudolf-steiner-wirklich-ueber-das-impfen-sagt.19666804-5b17-42ec-a030-5bb8aac22d99.html

    leider hinter Bezahlschranke).

    Erste Frage, warum unter Anthroposophen die Impfgegnerschaft so groß ist – erste Antwort dazu: es gibt keine grundlegende Gegnerschaft. Als Grund dafür, dass unter den Querdenkern so viele ehemalige Grünenwähler und Anthroposophen seien, nennt der Verleger, dass man in diesen Kreisen eben immer viele Fragen zum Umgang mit der Natur und zur Gesundheit habe und halt nicht unbedingt im Strom mitschwimme.

    Und Steiner selbst habe sich gar nicht klar gegen die Impfung ausgesprochen. Seine (Stauffers) Kernaussage: sowohl Impfgegener wie Impfbefürwörter könnten in Steiners Gesamtwerk (ca. 90.000 Druckseiten) die ihnen passenden Argumente finden.

    Scheint wohl genauso zu sein wie in der Bibel, wo man ebenfalls immer für alles geeignete Stellen findet.

  12. Nur komisch, dass diese Querdenker, die vorher so immens einen auf Selbstverantwortung und Selbstbestimmung tun, keine Probleme damit haben, der Allgemeinheit zur Last zu fallen, wenn die sich mit dem Coronavirus infizieren und dann ins Krankenhaus müssen.

    Genau dort, wo diese dann anderen Patienten Platz wegnehmen und diese Patienten müssen nicht unbedingt an Corona erkrankt sein, sondern würden ganz dringend eine zum Beispiel Krebsbehandlung benötigen.

    Herrje, da hat ein im Rationalen verwurzeltes „gloines Grünenwählerle“ (<– schwäbischer Akzentversuch) mehr Patriotismus im linken kleinen Zeh wenn sich dieser aus eigenem Antrieb impfen lässt als ein Coronaleugner, der durch seine verbreitete Ideologie dem eigenen Volk schadet, im ganzen Körper.

  13. @Otto

    Mir scheint, dass bei Doc Schwurbel der bayerisch-ländlich-gelockerte Schreibstil zur freien Denkweise insgesamt stimmig geht. Finde ich an dieser Stelle nicht unsympathisch.

    Ganz anders die typischen Internetkreischer aus der querquarkalternativen Szene, die deutschtümelnd eine deutsche Sprache des Grauens präsentieren.

  14. Der Unterschied zur Bibel ist allerdings, daß keiner ihrer Verfasser behauptet hat, Wissenschaft betreiben zu wollen.

    Aber vielleicht gibt es ja einige wenige erleuchtete Antroposophen, die die wahre wissenschaftliche Bedeutung des Steinerschen Konglomerates konsistent auslegen können.

  15. @Peter Friedrich/Otto/Doc.Schwurbel:

    Es ist mir wirklich zutiefst zuwider, mich in solche Diskussionen einzumischen – weder möchte ich hier Governante spielen, noch sind wir in der Schule.

    Ich kann allerdings, sage ich mal vorsichtig, nachvollziehen, dass es relativ schwierig ist, Wortschöpfungen wie „Leihen Verständnis“ überhaupt zu verstehen. Selbst ich musste etwa eine Minute darüber nachdenken, was das überhaupt bedeuten soll (vermutlich „Laienverständnis“).

    Dann wird’s halt einfach schwierig, den Sinn und Inhalt von Kommentaren überhaupt zu erfassen.

    Deshalb würde ich tatsächlich um ein Mindestmaß an Orthografie bitten. Nicht um Leute zu schikanieren, sondern um die Kommentare verstehen zu können. Man will doch auch von den anderen ernst genommen werden.

  16. @ Peter Friedrich

    Ich bin der Meinung, dass das auch etwas mit Respekt gegenüber den Lesern zu tun hat. Auch ich möchte diesen seltsamen Schreibstil so nicht lesen und würde auf einen solchen Kommentar auch nie inhaltlich antworten.

    Wir sind hier nicht am Tastatur-Stammtisch (im negativen Sinne).

    … deutsche Sprache des Grauens präsentieren!“

    Für mich sind seine Kommentare grauenvoll (was den „Schreibstil“ und die Fehler angeht).

    Leider empfinde ich die Schreibweise von DocSchwurbel als extrem anstrengend und befremdlich. Bin fassungslos, auf welchem seltsamen Niveau das abläuft.

  17. @Bernd Harder

    „Es ist mir wirklich zutiefst zuwider, mich in solche Diskussionen einzumischen[…] Man will doch auch von den anderen ernst genommen werden.“

    Und mir ist es zutiefst zuwider, dazu beizutragen, diese Diskussion zu derailen, aber als jemand, der aus der Unterschicht und aus einer bildungsfernen Familie kommt und deswegen auch deren Denk- und Verhaltensweisen kennt, möchte gern darauf verweisen, dass es neben Bildungsfernen auch noch Menschen mit Schreibschwäche gibt. Ich gehe davon aus, dass du nicht meinst, dass man diese Menschen aus dem öffentlichen Diskurs ausschließen sollte.
    Mit einem Mindestmaß an Empathie sollte eigentlich klar sein, dass Bildungsferne, bzw. Rechtschreibschwache sich oftmals aus Scham nicht an Diskussionen beteiligen, was allein schon aus demokratischer Sicht ein ernsthaftes Problem ist. Dies wird (und da kritisiere ich nicht dich, sondern andere Kommentare hier) sicherlich nicht besser, wenn fehlerhafte Rechtschreibung dazu führt, dass diese als befremdlich oder Sprache des Grauens dargestellt oder das seltsame Niveau beklagt wird, Fehler gezählt werden oder die Rechtschreibung gar als DIESEM Blog nicht angemessen dargestellt wird. Insbesondere Letzteres würde ich als Klassismus deuten, der nicht nur ein gesellschaftliches Problem darstellt, sondern letztlich auch dem zuwider läuft, was dieser Blog versucht: Weniger Wissende aufzuklären und das funktioniert eben nicht, wenn man weniger Wissenden bescheinigt, dass ihr Rechtschreibniveau unangemessen ist. Genau so schafft man es, das Klischee vom Elfenbeinturm zu bestätigen und in seiner eigenen bildungsbürgerlichen Filterblase unter sich zu bleiben.

    Und mal ehrlich, Bernd, nimmst du Leute mit schlechter Rechtschreibung wirklich weniger ernst als welche mit perfekter Rechtschreibung? Ich würde ja meinen, dass der Inhalt deutlich entscheidender ist, denn wie die Studie ja zeigt, gibt es einen Haufen Schwurbler, die mit Sicherheit fehlerfrei schreiben können. Da sind mir persönlich Nicht-Schwurbler mit grottiger Rechtschreibung allemal lieber.
    Und nein, ich habe als Neuling hier keine Ahnung, wie es um die inhaltliche Qualität der Kommentare von Doc Schwurbel bestellt ist. Darum geht es auch nicht, es geht darum, wie solche belehrenden und herablassenden Kommentare auf weniger Gebildete wirken, die hier mitlesen (könnten).

    Nun hält sich meine Fehlerquote (von meiner grottigen Interpunktion mal abgesehen) vermutlich in Grenzen, aber allein schon aufgrund meiner sozialen Herkunft und einem deshalb überwiegend bildungsfernen Umfeld, fühle mich vom Verlauf dieser Diskussion derart abgestoßen, dass ich daran (über diesen Kommentar hinaus) nicht mehr teilhaben möchte.

  18. @Bluesmaker:

    fühle mich vom Verlauf dieser Diskussion derart abgestoßen, dass ich daran (über diesen Kommentar hinaus) nicht mehr teilhaben möchte.

    Das bedauere ich – aber um all das, was Sie schreiben, geht es nicht.

    Natürlich zählt hier niemand Rechtschreibfehler und es wird auch niemand ausgeschlossen wegen „grottiger Interpunktion“ oder Orthografie.

    Im konkreten Fall geht es wirklich nur darum, dass manche Kommentare (eben nicht alle, sondern nur partiell) sehr hingeschludert wirken und derjenige auch bereits mehrmals darauf angesprochen worden ist und sich auch schon dazu geäußert hat (allerdings nicht mal entfernt in die Richtung, um die es Ihnen geht).

    Also es geht hier nicht um Nicht-Können, sondern um die Bitte, etwas auf die Schreibgeschwindigkeit zu achten, zugunsten der allgemeinen Lesbarkeit.

  19. @ Bluesmaker

    Auch ich habe keine gute Rechtschreibung, habe kein Abitur (nicht mal eine mittlere Reife) und bin nicht besonders gebildet.

    Dennoch – aus Respekt dem Leser gegenüber – gebe ich mir größte Mühe, nicht zu viele Rechtschreibfehler zu machen. Manchmal schaue ich sogar im Online-Duden nach, ob die Schreibweise richtig ist, bevor ich meine Kommentare poste.

    Fragen Sie mal einen Fachmann, ob es sich bei den von mir beanstandeten Kommentaren um eine Schreibschwäche handelt.

    Meiner Meinung nach fehlt dem Kommentator die notwendige Ernsthaftigkeit beim Schreiben. Wir alle sind für jeden Kommentator, der etwas zu sagen hat, dankbar.

    Beim Sprechen kommt es oft darauf an, WIE man es sagt. Das sollte aus meiner Sicht auch für das schriftliche Kommentieren gelten.

    Wie erwähnt, ich mache auch oft Fehler. Zum Beispiel weiß ich nicht, ob „das schriftliche kommentieren“ oder „das schriftliche Kommentieren“ richtig ist.

  20. @all die sich hier so „Aufregen“ –>

    bitte entspannt euch, wir haben hier viel schlimmere Probleme als meine Schreibschwäche!

    Allein wenn ich mir das Phoenix Video s.o. ansehe, bin ich in meiner „Meinung“ bestätigt; Leider!

    Die Querdenker die ich kenne haben Teils super Abschlüsse und betrachteten den Staat tatsächlich bisher nur als „Enabler“ –> Fördermittel, egal welcher Art, wurden immer gern genommen.

    Wenn der Staat nun auch mal Pflichten einfordert kommen diese Personen damit überhaupt nicht mehr klar; das war auch genau mein Eindruck, dieses mal ist nicht irgendein rechter Haufen oder Hooligans oder stark linksradikale alleine am Protestieren sondern eine Art gehobene Mittelschicht!

    Das wurde jetzt im Rahmen dieser Studie mal bestätigt!

    Ich frag mich aber nun echt langsam, bei dem was ansteht:

    Weltweite Transformationsbemühungen, damit nachkommende Generationen auf dieser Welt leben können
    –> dagegen war Corona und Lockdown und Maske nur ein fader Vorgeschmack.

    Wie werden diese Personenkreise dann damit erst umgehen?

    – bestens vernetzt
    – viel zu viel Geld
    – teilweise sehr mächtige und sehr einflussreiche Positionen
    – sehr hedonistische verschwenderische Lebensstile; die sie auch auf keinen Fall ändern wollen
    – Zitat das ich immer wieder höre: „Ich will ja ein gutes Leben haben“

    @Otto, Lisa usw

    Der Kommentar von gestern, war wieder zu schnell und auf einem mobilen Gerät, mit viel zu kleinem Display verfasst!

    Offensichtlich komme ich in ein Alter wo man nicht mehr so gut damit klar kommt.
    Soll keine Entschuldigung oder Rechtfertigung sein, aber eine Klarstellung!

    Bitte einfach meine „bayerischen unflätigen“ Kommentare ignorieren , der Nick Name ​ist ja schon als Warnung bekannt! Oft denkt mein Kopf viel zu schnell und zu wirr und ich krieg es dann nicht richtig hin geschrieben!
    ________________________
    Kleine Anekdote dazu:
    Ich hatte früher schon eine derartige Sauklaue das ich die Diskussion tatsächlich schon kenne, aber inhaltlich wenn man meine Kommentare liest sind sie doch nicht nur Quatsch oder haltet ihr mich wirklich für Dumm und ungebildet?
    Die Frage ist ernst gemeint! Wenn ja, dann würde ich mich hier wieder zurück ziehen!

    Ich hatte auch immer Punktabzug weg Form/Stil/Zeichensetzung, aber inhaltlich wurde ich selten korrigiert.
    Eventuell habe ich eine milde Form einer Schreibschwäche, die aber nie offiziell diagnostiziert wurde,
    und ich hatte schon als junger Mensch im Gegenzug, leichten Groll gegen die „Schönschreiber“;
    weil ich denen immer vorgeworfen habe sie könnten nur schön schreiben aber sonst nichts ;-).
    Ich müsse mir ja alles merken, weil ich es später ja selbst nicht mehr entziffern könne.

    Mir wurde damals oft im Scherz geraten ich solle doch Arzt werden die hätten alle so eine Sauklaue… da würde ich nicht groß auffallen.
    Journalist oder Schriftsteller wäre wohl eher nichts für mich!
    ________________________

    Heißt „Freiheit“ nur noch „Ich will“?

    https://www.sueddeutsche.de/kultur/corona-massnahmen-impfverweigerer-politik-fdp-1.5464593?reduced=true

    Ich weiss auch das einige hier den R.D.P. nicht mögen:
    Trotzdem sagt er hier m.e. genau das richtige;
    wir haben hier jetzt dann bald ein richtiges Problem weil die Infos so verquer bei den Leuten ankommen!

    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/richard-david-precht-svenja-flasspoehler-und-der-freiheitsdiskurs-17653773.html

    Zurück zu meiner eigentlichen Frage, ob jemand mehr weiß über die Todesfallzahlen bei den Amish People.
    Ich konnte selber dann relativ schnell eine inhaltliche Antwort finden:
    Es gab schon eine erhöhte Sterblichkeit; und da war Delta noch nicht vorhanden….

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34117598/

    Was ich aber tatsächlich nicht verstehe, warum regt ihr euch mehr über meinen hässlichen Schreibstil auf, anstatt inhaltlich zu antworten? War euch meine Frage jetzt konkret zu dumm, oder unsinnig, oder hätte ich gleich noch mehr selber recherchieren sollen, oder ging es nur um den Schreibstil?

    Auch die Aussage mit dem „seltsamen Niveau“ kann ich nicht ganz einordnen.

    Ich hatte nämlich hier an anderer Stelle nochmal etwas gefragt:

    https://blog.gwup.net/2021/11/26/video-martin-moder-zur-neuen-corona-variante/#comment-144115188075953872

    Passt dort auch nur der Schreibstil nicht?

    Ich selbst bewerte Menschen nicht anhand ihres Schreibstils oder ihrer Fehler in der Zeichensetzung, auch nicht anhand ihrer Optik, sondern mich interessieren:
    die Werte, gibt es eigene Standpunkte, hat jemand Prinzipien, die geistige Beweglichkeit, die vorhandene Allgemeinbildung, Sprachkenntnisse, Humor, die Hobbies, die Menge der Interessensgebiete allgemein;

    Ich empfinde es durchaus erfrischend wenn man von Feld zu Feld springen kann und merkt das Gegenüber hat auch etwas dazu zu sagen, mit Substanz oder gern auch ohne.

    Hauptsache am Ende hat jeder einen neuen Erkenntnisgewinn, oder auch nur ein neues Thema, um selbst mal tiefer zu graben und zu recherchieren!

  21. @Doc.Schwurbel:

    Soll keine Entschuldigung oder Rechtfertigung sein, aber eine Klarstellung!

    Danke dafür.

    haltet ihr mich wirklich für Dumm und ungebildet?

    Durchaus nicht, ich schrieb doch, dass es mir um den Eindruck geht, dass alles bisschen zu schnell geht mit der Tastatur.

    Darum regt ihr euch mehr über meinen hässlichen Schreibstil auf, anstatt inhaltlich zu antworten?

    Das ist exakt mein Kernanliegen, das @Bluesmaker meinem Eindruck nach missverstanden hat und weswegen ich ihn bitte, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken:

    Ich habe den Eindruck, dass vieles deswegen unbeantwortet bleibt, weil

    a) die Kommentare häufig sehr lang und dazu noch mit zahlreichen Links versehen sind (das schaffe ich zeitlich schlicht gesagt nicht)

    b) der Inhalt, wie ich schon sagte, manchmal so bisschen durch den Stil und die äußere Form verloren geht.

    Das könnte (rein als Vermutung geäußert) ein Grund sein, warum relativ wenige Reaktionen darauf kommen.

  22. Hmpf…, also noch ein Kommentar von mir:

    @Bernd Harder

    Natürlich wurden Fehler gezählt, wenn auch nicht von dir: „In den 5 Zeilen Ihres letzten Kommentars sind 11 Fehler zu finden.“

    Ich glaube allerdings, dass wir so ein bisschen aneinander vorbei reden, bzw. schreiben – was vielleicht auch daran liegt, dass ich den Fehler gemacht habe, den gesamten Kommentar an dich zu adressieren.

    Ich fand das mit dem Ernstnehmen aufgrund der Rechtschreibung zwar unglücklich, bezog mich mit weiten Teilen meines Kommentars jedoch auf die Kommentare anderer User – insbesondere auf Sätze wie diese:
    „eine diesem Blog angemessene Schreibweise“
    „Bin fassungslos, auf welchem seltsamen Niveau das abläuft.“
    „die deutschtümelnd eine deutsche Sprache des Grauens präsentieren.“

    Wer auch immer eine überdurchschnittlich schlechte Rechtschreibung hat, dürfte sich davon nicht ermutigt fühlen, unter diesem Text oder in diesem Blog zu kommentieren und zu diskutieren, da niemand gern für seine Defizite zurechtgewiesen wird – zumal wohl die wenigsten Leser ein Überblick haben, wer hier wie oft schon freundlich(er) gebeten wurde, auf die Rechtschreibung zu achten.

    Entsprechend würde ich bei solchen Kommentaren Blogartikel auch nicht zu Aufklärungszwecken innerhalb meines bildungsfernen Umfelds verlinken.

    Dazu sei (nebenbei und nicht konkret zu diesem Fall) gesagt, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Betroffene dazu neigen, sich mit anderen Betroffenen zu solidarisieren, weshalb ich befürchte, dass Kommentare wie „die deutschtümelnd eine deutsche Sprache des Grauens präsentieren“ oder auch Sachen wie Hoologans gegen Satzbau, zumindest bei bestimmten Bevölkerungsgruppen mitunter das genau Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen.

    Das war der zuvor vermutlich nicht ausreichend herausgearbeite Kern meines Kommentars.

    @Lisa-Marie

    Ich kenne keinen Fachmann, den ich bezüglich des Kommentars fragen kann. Vielleicht sollte man eh besser den Betroffenen selbst fragen?
    Da ich immer mal wieder als Schreibhelfer für Menschen mit Rechtschreibproblemen einspringe, würde ich jedoch Folgendes behaupten:

    – Das hier genannte (und wohl auch vom Doc stammende) Wort „Leihen Verständnis“ ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus Schludrigkeit so geschrieben worden. Solche Fehler passieren nicht, bei halbwegs sattelfester Rechtschreibung. Hier wurde vermutlich nach Gehör und/oder nach Vergleich mit anderen Worten (leihen) geschrieben. Das machen nach meiner Erfahrungen Menschen mit geringer Bildung, Rechtschreibschwäche oder Migrationshintergrund.

    – Wie du selbst weißt, gehören Groß- und Kleinschreibung zu häufigen Fehlerquellen, weshalb dies mitunter mit kompletter Kleinschreibung (ist durch Handy und auch zunehmendem Englisch im Netz nicht völlig unüblich) kaschiert wird.

    – Viele können sich nicht vorstellen, wie schlecht manche Menschen schreiben können und damit auch nicht, welchen Aufwand es bereiten würde, alles mögliche nachzuschlagen, zumal man (man denke hier an Groß- und Kleinschreibung) dazu auch die Kompetenz besitzen muss, zumeist in bildungsbürgerlicher Sprache formulierte Rechtschreibregeln zu verstehen. Ich denke, viele Menschen unterschätzen die Rechtschreibschwierigkeiten von Menschen, weil sie innerhalb ihres Umfeldes damit nicht konfrontiert werden.

    Was Respekt und Rechtschreibung angeht: Das finde ich nun wiederum befremdlich, denn abgesehen davon, dass ich auch in diesem Fall meine, dass der Inhalt mehr zählt als die Verpackung, müsste man dann ja meinen, dass z.B. Menschen mit Rechtschreibschwäche, Migrationshintergrund oder schlechter Bildung respektlos sind. Tatsächlich mangelt es denen aber oft an der nötigen Schreibkompetenz und mitunter auch an der Zeit, alles mögliche irgendwo nachzuschlagen.

    Damit habe ich (hoffentlich) deutlicher auf den Punkt gebracht, was mich zu meinem Kommentar bewog und würde vorschlagen, zurück zum eigentlichen Thema zu kommen. Denn zumindest für meinen Geschmack haben sich schon vor meiner Intervention zu viele Kommentare um Rechtschreibung gedreht, die im Vergleich zu den Schwurblern wohl das deutlich geringere Problem darstellt.

  23. @Bluesmaker:

    Vielen Dank für den erläuternden Kommentar und die Rückkehr.

    und würde vorschlagen, zurück zum eigentlichen Thema zu kommen.

    Gern, dann würde ich alle darum bitten.

  24. „Studie zu Verschwörungsmythen – Anzahl von Corona-Leugnern kleiner geworden“:

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-verschwoerung-weniger-leugner-100.html

  25. @Martina:

    Rückgang liegt auch an Nguyen-Kim und Drosten

    Nicht an uns??

  26. Wie einem kleinen, seit 120 Jahren bestehenden, immer mehr an Mitgliedern verlierenden Häuflein wie den Anthroposophen ein derart großer Einfluss zugeschrieben wird, ist etwas, was ich als Historiker als klassische Verschwörungstheorie geneigt bin zu bezeichnen.
    Zumal gerade unter Anthroposophen und der Waldorfelternschaft über das Pro und Contra des Impfens heftig gestritten wird, und ein ebenso großer Riss durch die Anthroposophische Gesellschaft wie die Gesamtgesellschaft geht. Rudolf Steiner war Impfskeptiker, aber kein Gegner. Er ließ sich selbst gegen Pocken impfen. In diesem Zusammenhang ist auch dieses ZDF-Interview sehr aufschlussreich:

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-anthroposophie-steiner-100.html

    Wie war das doch? Stereotpyen in Bezug auf Minderheiten sind politisch gefährlich, hatten wir einst mal an der Uni gelernt. Schon wieder vergessen? Besorgniserregend und tief abgründig finde ich auch die mediale Sündenbock-Rhetorik, die Menschen, die ähnliche Redensarten (»Parasiten«, »Schmarotzer« usw.) in Bezug auf andere Minderheiten scharf von sich weisen würden, in Bezug auf Ungeimpfe in Anschlag bringen. Wir wissen, dass Geimpfte, die sich völlig sorglos bewegen, eine fast genauso große Gefahr für ihre Umgebung darstellen wie Ungeimpfte. Wenn man schon von Solidarität spricht, obwohl es wohl in erster Linie um die egoistische eigene Angst vor Ansteckung geht, dann sollten doch bitte auch die Geimpften den ganzen Tag nur mit Maske herumlaufen und größeren Menschenansammlungen fernbleiben, denn sie geben das Virus erwiesenermaßen ebenso weiter.
    Wie lautete doch der Spruch eines bekannten Schriftstellers? »In Krisenzeiten suchen Idioten nach einer kleinen Minderheit von Schuldigen, kluge Menschen hingegen nach Lösungen.«
    Dieser Spruch ist zeitlos gültig. Soll niemand glauben, dass totalitäre Versuchungen immer nur von einer Richtung ausgehen. Sie gehören zur DNA des Menschseins, egal ob »aufgeklärt«, »esoterisch«, »links« oder »rechts.«.

  27. @György Haller:

    ist etwas, was ich als Historiker als klassische Verschwörungstheorie geneigt bin zu bezeichnen.

    Ich würde dem Historiker eher nahelegen, sich mit der Defintion einer „Verschwörungstheorie“ zu beschäftigen. Selbst wenn Sie Recht hätten, wäre das allenfalls eine „Fehlannahme“ o.ä., aber keine „Verschwörungstheorie“. Da gehört schon noch eine Menge mehr dazu.

    und ein ebenso großer Riss durch die Anthroposophische Gesellschaft wie die Gesamtgesellschaft geht.

    Ach wirklich? Dann müssten Sie uns eine sehr gute Erklärung dafür liefern, warum sich an Waldorfschulen immer wieder Masernausbrüche ereignet haben und die Impfquote dort weit geringer ist als in der „Gesamtgesellschaft“:

    https://academic.oup.com/jid/article/204/suppl_1/S353/2192355

    https://www.psiram.com/de/index.php/Masernausbr%C3%BCche_an_Waldorfschulen

    https://blog.gwup.net/2015/03/09/waldorf-rechenkunste-in-sachen-impfschutz-ungenugend/

    Ferner müssten Sie uns erklären, wieso laut Kultusministerium „an Waldorfschulen in Bayern die Zahl der Maskenatteste sieben Mal so hoch [ist] wie an staatlichen Schulen“.

    In diesem Zusammenhang ist auch dieses ZDF-Interview sehr aufschlussreich.

    Was genau ist daran „aufschlussreich“? Demgegenüber stehen zahlreiche Interviews von anthroposophischen Ärzten, die sich gegenteilig äußern, z.B.:

    https://www.erziehungskunst.de/artikel/kein-leben-in-freiheit-und-wuerde-ohne-risiken/

    https://www.erziehungskunst.de/artikel/forum/der-kampf-um-die-impfungen/

    immer mehr an Mitgliedern verlierenden Häuflein wie den Anthroposophen ein derart großer Einfluss zugeschrieben wird

    Seit wann hat Einfluss etwas mit Mitgliederzahlen zu tun?

    besorgniserregend und tief abgründig finde ich auch die mediale Sündenbock-Rhetorik,

    Das können Sie finden, wie Sie wollen, ist hier aber nicht das Thema.

    Wir wissen, dass Geimpfte, die sich völlig sorglos bewegen, eine fast genauso große Gefahr für ihre Umgebung darstellen wie Ungeimpfte.

    Dass wissen „Geimpfte“ längst selbst.

    Wenn man schon von Solidarität spricht, obwohl es wohl in erster Linie um die egoistische eigene Angst vor Ansteckung geht, dann sollten doch bitte auch die Geimpften den ganzen Tag nur mit Maske herumlaufen und größeren Menschenansammlungen fernbleiben, denn sie geben das Virus erwiesenermaßen ebenso weiter.

    Sie sind nicht so ganz auf dem Laufenden, z.B.:

    https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/freiwillige-kontakbeschraenkung-100.html

    https://twitter.com/hashtag/DasHabeIchGetan

    In Krisenzeiten suchen Idioten nach einer kleinen Minderheit von Schuldigen, kluge Menschen hingegen nach Lösungen.

    Genau, deshalb suchen wir nach Lösungen, wie man eine unbelehrbare und zahlenmäßig nicht unerhebliche Gruppe von Impfverweigerern zur Vernunft bringen könnte.

  28. @György Haller:

    Schamgefühl ist jetzt auch kein Konzept, mit dem Sie besonders vertraut sind.

    Schwadronieren hier vom Egoismus derjenigen, die ihren Beitrag zum Wohle der Gemeinschaft längst erbracht haben. Als wenn es den Wissenschaftsfeinden um mehr ginge, als nur ihren kindlichen Narzissmus. Benutzen Zitate über kluge Menschen gegen Idioten und offenbaren damit nur, dass Ihr Hufeisen besonders verdreht ist.

    Fordern Sie allen Ernstes, dass man auf dem lichterloh brennenden Heuboden, möglichst rücksichtsvoll, mit den Löschdecken, um die Raucher herum geht, die ihre glühenden Kippen, achtlos ins Heu schnippen?

    @Bernd Harder

    „Genau, deshalb suchen wir nach Lösungen, wie man eine unbelehrbare und zahlenmäßig nicht unerhebliche Gruppe von Impfverweigerern zur Vernunft bringen könnte.“

    Da fällt es mir schwer Hoffnung aufzubringen. Die Gewissheit, dass Sie und die engagierte Gemeinschaft nicht aufgeben werden, ist dennoch eine große Wohltat. Vielen Dank Ihnen allen.

  29. Bzgl. Steiner verweise ich mal auf diesen aktuellen hpd-Artikel:

    https://hpd.de/artikel/rudolf-steiner-corona-und-problem-impfung-19909

    Dazu auch ein Interview der SZ mit dem Steiner-Biographen Helmut Zander:

    SZ: Was sagt denn Rudolf Steiner selbst über das Impfen?

    Zander: Steiner glaubte, dass das Impfen grundsätzlich problematisch sei, weil es dazu führe, den Menschen »die Hinneigung zur Spiritualität auszutreiben«, wie er 1917 sagt. Sieben Jahre später schreibt er im Blick auf eine Pockenimpfung: »Da muss man eben impfen.« Dieser Satz auf der Homepage des »Goetheanum« gilt als Beleg für eine grundsätzliche Zustimmung Steiners zur Impfung.

    Was dabei vornehm verschwiegen wird: Zuvor sagt er, dass Impfen nur bei Anthroposophen nicht schade – bei denen hingegen, die durch eine materialistische Naturwissenschaft geprägt seien, beschädige es sehr wohl die Spiritualität. Bei diesen habe ein Impfverbot keinen Zweck. Da gelte notgedrungen: »Da muss man eben impfen.«

  30. @Michael Fischer

    Zuvor sagt er, dass Impfen nur bei Anthroposophen nicht schade – bei denen hingegen, die durch eine materialistische Naturwissenschaft geprägt seien, beschädige es sehr wohl die Spiritualität. Bei diesen habe ein Impfverbot keinen Zweck. Da gelte notgedrungen: »Da muss man eben impfen.«

    Selektives Zitieren? Gedächtnislücken bei entscheidenden Aspekten? Woher kennt man das noch?

    Ach ja, Religionen und Kulte, die auf die Autorität des Stifters/Gründers/heiligen Buches pochen.

  31. @RPGNo1:

    Wahrscheinlich hatte Steiner einfach ziemlichen Bammel vor den Pocken. Aber jetzt musste er sich natürlich eine Ausrede für seine Anhänger einfallen lassen.

  32. @Michael Fischer
    „Wahrscheinlich hatte Steiner einfach ziemlichen Bammel vor den Pocken.“

    Ja, das war auch mein erster Gedanke.

    Aber siehe auch ein paar AFD-Spitzen, da gings dann mit dem Impfen auch, aber dagegen aus Ideologie ist man weiterhin. Teilweise sogar bis zum Tod durch Corona.

    Ich hätte im Leben nie gedacht, dass das mal so ausartet.

    Aber Sinans Woche und dem „Walulis seine Videos“ (Dativ und Genitiv und so..) sind ein paar kleine Aufmunterer.

    Und, @Bernd Harder, natürlich trägt die GWUP zur Aufklärung bei. Also nicht verzagen. :-)

  33. „Ich beobachte seit 1,5 Jahren #Querdenker-Telegramkanäle. Meine Einschätzung der aktuellen Lage: Noch nie standen die Zeichen so deutlich auf Gewalt wie jetzt.“

    https://twitter.com/00schneemann/status/1465633223262846977

  34. „Wir wissen, dass Geimpfte, die sich völlig sorglos bewegen, eine fast genauso große Gefahr für ihre Umgebung darstellen wie Ungeimpfte.“

    Die Mär von den unvorsichtigen Geimpften als Haupttreiber der Pandemie scheint im Moment bei den Massnahmengegnern besonders hoch im Kurs zu stehen. Zu schade, dass sie daraus nicht den einzig richtigen Schluss ziehen: „Lasst uns doch einfach alle zu vorsichtigen Geimpften werden!“

    Was mir aber mehr Sorgen macht ist, dass wir nach meinem subjektiven Empfinden tatsächlich in diese Richtung unterwegs sein könnten. Ich höre von immer mehr Leuten, die bisher konsequent die Pandemiemassnahmen mitgetragen haben, dass sie jetzt „die Schnauze voll“ hätten und nicht mehr bereit seien, sich „nur wegen ein paar Covidioten“ weiter einzuschränken. Ich will mir gar nicht vorstellen was passiert, wenn diese Haltung tatsächlich um sich greifen sollte.

  35. @ Palarran
    „Ich will mir gar nicht vorstellen was passiert, wenn diese Haltung tatsächlich um sich greifen sollte!“

    Dies ist schon längst eingetreten.

  36. Na ja, bedeutet in anderen Worten:

    Es wird eine hohe Todesrate unter den Ungeimpften geben. –> alle Infos liegen offen auf dem Tisch.

    Mein persönliches Mitleid für alle „die einfach dagegegen sind“ hält sich jetzt in Grenzen.

  37. „Interner Chat der AfD Bayern: „Wir brauchen die totale Revolution“

    https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-chats-101.html

  38. „Wir brauchen die totale Revolution“

    Ich bin entsetzt! Nicht.

  39. So ekelhaft der Chat der bayerischen AfD-Abgeordneten ist: Das sind die Fantasien von Sessel-Revolutionären. Wenn Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz an deren Türen klopfen würden, dann würden diese Leute den Hildmann machen.

    „Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas, wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ (Lenin, angeblich)

  40. Ausgerechnet Steimle, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder rechten Positionen angedient hat, lässt sich impfen?

    Na ja, das scheint letzten Endes doch nur aus Eigenschutz bzw. familiären Druck geschehen zu sein, denn wie heißt es im Weltartikel auch?

    Für die hohe Zahl an Ungeimpften in Sachsen äußert Steimle weiterhin Verständnis. „Wir Sachsen sind keine Querdenker, sondern Zweifler. Das ist doch wohl legitim. Dazu gehört auch Zweifel an den Impfungen“, sagte er „SuperIllu“.

    Herr Steimle, sie haben nichts verstanden und klingen wie Bruch, Wagenknecht, Gruber …

  41. „Wie es zur Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft kam“:

    https://onkelmichael.blog/2021/11/28/wie-es-zur-grundung-der-anthroposophischen-gesellschaft-kam/

  42. Rechtsextreme Gruppierungen laufen immer offener an Corona-Demonstrationen mit. Für Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl ist dies nicht überraschend. Im Gegenteil: Es hat System.

    https://www.watson.ch/!173540680

  43. Querdenken: Wie ehemalige Grünen-Wähler zu Rechten wurden

    https://www.volksverpetzer.de/querdenker/querdenken-studie/

  44. @Bernd Harder

    Das hatte ich schon bemerkt. Und den Text eben deswegen unter eben dem entsprechenden GWUP-Artikel vom 28.11 verlinkt.

    Aber doppelt gemoppelt hält besser. :)

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