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Zwischen PLURV und False Balance: Was lernen die Medien aus der Corona-Krise?

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„Aktivierender Journalismus“?

Das klingt in der Tat provokant, was die Stern-Chefredakteure Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless im Interview mit dem Branchenblatt Horizont sagen:

Gretemeier/Gless finden, dass …

… die reine Berichterstattung und Kommentierung angesichts der Vielzahl der Probleme in unserer Gesellschaft nicht mehr ausreichen.

Widerspruch kam sogleich von Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt, der sich dagegen verwahrt, als „Propagandist der einen Weltanschauung“ und „Transmissionsriemen ideologischer Anliegen in die Gesellschaft“ aufzutreten.

Vielleicht geht es auch beiderseitig eine Nummer kleiner – dahingehend, dass Journalisten einfach ihren Job machen sollten. Und dazu auch befähigt werden, insbesondere im Bereich Wissenschaftsjournalismus.

So spricht sich etwa der Koordinator des Kompetenzteams Wissenschaftskommunikation im DJV-Landesverband Berlin, Josef Zens, dafür aus, dass …

… Politik- und Lokaljournalisten in Fortbildungen lernen [sollen], wie Wissenschaft funktioniert, welche wissenschaftlichen Prozesse es gibt. Alle, die zwar vielleicht ein Studium haben, aber nie gelernt oder längst vergessen haben, was ein Preprint ist und was eine Peer-Review-Studie bedeutet, brauchen aus meiner Sicht eine Auffrischung.

Insbesondere das Problem „False Balance“ kommt endlich auf den Tisch.

Das Fachblatt Journalist thematisiert den Auftritt von Sucharit Bhakdi im HR und erklärt dazu, dass …

… derzeit in der Branche heftig umstritten [sei], wie viel Raum jenen zusteht, die ihre Meinungen nicht auf empirische Belege stützen oder gar eindeutig falsch liegen.

Warum das überhaupt „umstritten“ ist, wird nicht recht deutlich, denn alle Gesprächspartner des Autors (wie zum Beispiel Zeit-Redakteur Jan Schweitzer, Geo-Redakteurin Vivian Pasquet und der Redaktionsleiter des Science Media Center Germany, Volker Stollorz, positionieren sich unzweideutig, „nur nachvollziehbare Zweifel zu berücksichtigen“ und das „reflexhafte He­rauskitzeln von Gegenthesen zu jeder Äußerung, die eine Expertin oder ein Politiker macht“, zu unterlassen.

Allenfalls Klickzahlen und Einschaltquoten scheinen noch dafür zu sprechen, Attila Hildmann beim pittoresken Waldspaziergang zu inszenieren oder Widersprüche zwischen Corona-Experten aufzubauschen, die gar keine sind.

Die Neurowissenschaftlerin und Mitbegründerin von Perspective Daily, Maren Urner, sagt im Deutschlandfunk:

„Auch in der Wissenschaft ist es wichtig, verschiedene Positionen darzustellen. Aber eben nicht, wenn die sich nicht an den wissenschaftlichen Prozess halten“. Darin unterscheidet sich der Wissenschaftsjournalismus von politischer Berichterstattung, in der auch über Werte diskutiert wird.

Handfeste Tipps für die Kolleginnen und Kollegen in den Medien gibt der Journalist und Klimafakten-Redakteur Toralf Staud in dem Podcast Was mit Medien.

Staud hat die deutschsprachige Fassung der PLURV-Methoden der Desinformation erstellt (im Original: FLICC), die er in dem knapp 30-minütigen Gespräch anschaulich erklärt:

Gute Ansätze vermitteln auch die Kölner Kommunikationswissenschaftler Marlis Prinzing und Florian Meißner zur Frage, wie man „seriöse Warner“ in den Medien erkennt:

  • 1. Sie können differenzieren.
  • 2. Sie können unterscheiden zwischen Korrelation und Kausalzusammenhang.
  • 3. Sie ordnen ein. Sofort.
  • 4. Sie schaffen Transparenz.
  • 5. Sie stärken die Risikokompetenz der Menschen.

Punkt 3 („Es ist fatal, bei Themen, die schwer zu prüfen sind, Menschen einfach reden zu lassen und lediglich zu protokollieren“) könnte auch eine Anregung für die ÖR-Berichterstattung über die Corona-Demos sein – bei diesem Punkt beharkte sich im ZAPP-Talk die Sozialpsychologin Pia Lamberty mit Gabriele Holzner (Programmdirektorin des Hessischen Rundfunks) und Kai Gniffke (SWR-Intendant).

Während Holzner und Gniffke vehement dafür plädieren, auch grenzwertigen Anliegen und Personen ein Forum zu geben, warnt Lamberty vor einer realitätsverzerrenden Überrepräsentation von „Querdenkern“ in der öffentlichen Debatte und spricht sich zudem für „rote Linien“ aus.

Diese eineinhalbstündige Diskussion bildet gewissermaßen im Kleinen den eingangs erwähnten Konflikt von Medienschaffenden zwischen Neutralität und Aktivismus ab. Vielleicht sollte man „aktivierenden Journalismus“ ersetzen durch „differenzierenden und einordnenden Journalismus“.

Denn unverfälschte Objektivität, wie Ulf Poschardt sie sich eventuell vorstellt, gibt es nicht – darin hat Maren Urner schon vor drei Jahren Kai Gniffke widersprochen, und diese Auffassung vertritt auch Lamberty in dem ZAPP-Talk.

Urner:

Die Bilder und Töne, die wir am Ende für einen Artikel, einen Beitrag oder ein Video auswählen, [sind] vom eigenen Wissen und den eigenen Werten durchtränkt. Vielleicht können wir so auch verstehen, warum manche Leserin oder mancher Zuhörer nicht damit klarkommt. Und können trotzdem ihr Vertrauen (zurück)gewinnen, weil wir ehrlich sagen, warum wir so entschieden haben – statt die Entscheidung als objektive Wahrheit zu verkaufen.

Statt eines verwurzelten Glaubens an eine Luftspiegelung brauchen wir mehr kritisches Denken, Vernunft, Ehrlichkeit und vor allem Mut – um die eigene Beschränktheit anzuerkennen.

Zum Weiterlesen:

  • Wissenschaft und Corona: Die Wahrheit ist nicht relativ, Zeit-Online am 2. Mai 2021
  • Realität oder Fiktion – wer erklärt die Politik besser? ejo-online am 19. April 2021
  • „Die Wissenschaft ist auf kritischen Journalismus angewiesen“, journalist am 20. April 2021
  • #FactoryWisskomm – Stimmen zum Auftakt, wissenschaftskommunikation.de am 28. September 2020
  • Wie versuchen Wissenschaftsleugner Medien zu beeinflussen, Toralf Staud? wasmitmedien am 16. April 2021
  • Christian Drosten über das PLURV-Prinzip der Desinformation, GWUP-Blog am 4. April 2021
  • The Debunking Handbook auf Deutsch: „Widerlegen, aber richtig“ als kostenloses PDF, GWUP-Blog am 21. November 2021
  • Der radioeins Talk: „Dr. Mai Thi Nguyen-Kim in der Hörbar Rust“ vom 18. April 2021
  • Corona-Berichterstattung: So unterscheidet man Panikmacher von seriösen Warnern, meedia am 22. April 2021
  • Wissenschaft in den Medien: „False Balance ist der größte Fehler der Journalisten, Deutschlandfunk Kultur am 10. April 2021
  • False Balance: Verzerrte Darstellung, journalist am 23. April 2021
  • Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte, futurezone am 9. Januar 2021
  • Immer noch zu viel „falsche Ausgewogenheit“ bei der Klimaberichterstattung, GWUP-Blog am 27. April 2019
  • „ManU hat gewonnen – Punkt!“ BBC will keine falsche Ausgewogenheit mehr bei der Klimawandel-Berichterstattung, GWUP-Blog am 11. September 2018
  • Diskussion: Was hat jemand wie Bhakdi in ÖR-Medien zu suchen? GWUP-Blog am 20. Oktober 2020
  • Corona: Wenn Berichte über Impfschäden Unfug transportieren, riffreporter am 23. März 2021
  • Maren Urner: Warum Objektivität eine Fata Morgana ist, perspective daily am 6. März 2018
  • „Aktivierender Journalismus“: Danke, liebe „Stern“-Aktivisten! Welt-Online am 30. April 2021
  • Das bemerkenswerte Mission-Statement der beiden Stern-Chefredakteure, horizont am 29. April 2021
  • „Verrecken Sie bitte, Spasti“: RND-Chef Marco Fenske erstattet Strafanzeige nach Gewaltandrohung, kress am 3. Mai 2021
  • Warum wir glauben, was wir wollen, NZZ am 1. Mai 2021
  • Denken und Querdenken: Die Stunde der Besserwisser, FAZ am 3. Mai 2021
  • „Die Wahrheit liegt allein in der Wahrheit“, spektrum.de am 17. September 2020

13 Kommentare

  1. Nirgendwo wurde / wird false balance mehr als geradezu journalistische Tugend angesehen wie in Deutschland. Vermutlich ist das auf die falsche Interpretation des Diktums von Hanns Joachim Friedrichs zurückzuführen, der Journalist möge sich nicht mit irgendeiner Sache gemein machen.

    Sehr zu begrüßen, dass die false balance mehr und mehr auch hierzulande als Fehler gilt und vielleicht irgendwann regelrecht verpönt ist. In der Tat verlangt das von JournalistInnen sowohl Wissen als auch Mut. Denn wie einfach ist es, ein lockeres Feuilleton zu machen, bei dem man einfach konträre Ansichten zum Thema XY präsentiert und „dem Zuschauer zum Schluss die eigene Meinungsbildung überlässt“. Wenig Arbeit, wenig Verantwortung, wenig Rechtfertigungsbedarf.

    Bei Homöopathie-Beiträgen übrigens auch sehr beliebt, obwohl man ja dort bereits zur No-Balance übergeht (wie Übermedien kürzlich aus gegebenem Anlass schrieb).

    Woanders scheint man weiter zu sein. So schrieb der „Guardian“ schon 2016 unter dem Titel „Impartial Journalism is laudable. But False Balance is dangerous“ Folgendes:

    „Wenn die Belege (für eine Seite) eindeutig sind, ist die Annahme, dass ein guter Journalismus die gegensätzlichen Ansichten als gleichwertig behandeln sollte, einfach nicht stichhaltig. Falsches Gleichgewicht entsteht, wenn Journalisten gegensätzliche Standpunkte als gleichberechtigter darstellen, als es die Belege zulassen.“

    Und die New York Times schrieb im gleichen Jahr unter „The Truth About False Balance“:

    „Falsche Ausgewogenheit, manchmal auch „falsche Äquivalenz“ genannt, ist ein durchaus abschätzig gemeinter Begriff für die (schlechte) Praxis von Journalisten, die in ihrem Eifer, fair zu sein, jede Seite einer Debatte als gleichermaßen glaubwürdig darstellen, selbst wenn die faktischen Beweise auf einer Seite haushoch überwiegen.“

    Wenn Corona und all das von der Pandemie Hochgespülte nun Anlass und Anreiz sind, zu diesem Thema und woanders auch den Dystopien des Postfaktischen endlich entgegenzutreten, dann wäre das immerhin ein Benefit.

  2. Ich habe eine Verständnisfrage:

    Glaubt Ulf Poschard tatsächlich, dass sein Journalismus keine Propaganda einer Weltanschauung sei? Was sonst? Objektive Wahrheit? Ich würde es nur nicht aktivierenden Journalismus nennen, sondern journalistischen Lobbyismus.

  3. @Carsten Ramsel:

    Ich fürchte, das tut er.

    Zitat:

    Wir hier sind etwas anderer Meinung. Für uns gelingt Gesellschaft nur mit kritischem Journalismus, der sich – wie Hanns Joachim Friedrichs formulierte – mit nichts und niemand gemein macht, auch nicht mit einer guten Sache.

  4. Es ist schon Satire pur, wenn ausgerechet der Chefredakteur einer Zeitung aus dem Hause Springer, die sich meinem Empfinden nach vom Niveau (wenn auch nicht vom Tonfall her) immer mehr ihrer tabloiden Schwester annähert, von „Propagandist der einen Weltanschauung“ und „Transmissionsriemen ideologischer Anliegen in die Gesellschaft“ schwadroniert.

    Was tun Poschard und seine Zeitung denn seit gut einem Jahr während der Pandemie?

    Sie propagieren eine (überspitzt ausgedrückt) sozialdarwinistisch zu nennende Weltanschauung in Bezug auf Coronaschutzmaßnahmen und versuchen libertäre, (rechts-)populistische und wirtschaftsfreundliche Anliegen (Great-Barrington-Erklärung) in der Gesellschaft zu verankern.

  5. dass … Politik- und Lokaljournalisten in Fortbildungen lernen [sollen], wie Wissenschaft funktioniert, welche wissenschaftlichen Prozesse es gibt.

    Nein. Das sollten sie an der Uni lernen. Es ist ein unfassbarer Dauerskandal, dass das einem da nicht schon im ersten Semester beigebracht wird. Was machen die ganzen Hochschullehrer/innen eigentlich hauptberuflich so?

  6. Was machen die ganzen Hochschullehrer/innen eigentlich hauptberuflich so?

    1. Universitäre Selbstverwaltung,
    2. Beantragung von Drittmitteln,
    3. Publizieren,
    4. Lehren und Prüfen.

    Teile der Kulturwissenschaften sind von der Diskursanalyse geprägt. Formale Logik sei ein patriachales Herrschaftsinstrument und Sokals Eleganter Unsinn funktioniert 20 Jahre später immer noch.

    In der Soziologie werden nur statistisch signifikante Ergebnisse publiziert. Also sind Ex-Post-Erklärungen Standard.

    Und wenn man in der Geschichte oder Theologie nach Regeln der Auswertungsmethoden oder Merkmale wissenschaftlichen Arbeitens fragt, schweigen selbst Professoren.

  7. Tja. Ulfi ist halt (wie so viele, teilweise auch auf der anderen Seite des Extremistenspektrums) der Meinung, Propaganda ist immer nur das, was der politische Gegner faselt. Wenn „wir“ das dagegen tun, sind es einfach Tatsachen. Und wenn nicht, dann könnten es wenigstens Tatsachen sein, vorausgesetzt die Welt (die reale, nicht das Springerblatt) funktioniert so wie es in deren Denkschema passt.

    Tut sie aber nicht. Zum Glück.

  8. @ Carsten Ramsel

    Danke, so sieht es aus. Führerschein ohne Autofahren. In den NaWis ist es wohl nicht ganz so schlimm, aber auch dort ist das Verständnis dessen, was Wissenschaft so sei, wohl mehr Roadkill als Lehrinhalt.

    Ich hätte mir aber gerade gerade in einem sehr akademischen Umfeld wie diesem hier mehr Feuer auf meine Invektive erwartet.

  9. „Viele Jugendliche können beim Lesen Fakten nicht von Meinungen unterscheiden“:

    https://www.deutschlandfunk.de/pisa-studie-viele-jugendliche-koennen-beim-lesen-fakten.2850.de.html?drn:news_id=1255461

  10. Eine Frage in die Runde. Besitzt jemand ein Welt+ Abo?

    Die Welt hat wieder etwas über Christian Drosten geschrieben, und nach dem Drosten-Bashing der vergangenen Monate aus dem Hause Springer sowie angesichts des Autors des Artikels (Jörg Phil Friedrich) denke ich nicht, dass der Text allzu objektiv ausfallen wird.

    https://www.welt.de/kultur/plus231690905/Christian-Drosten-Die-Mehrheit-und-die-Wahrheit.html

  11. @RPGNo1:

    Es geht genau so weiter, wie wir hier schon diskutiert hatten:

    https://blog.gwup.net/2021/04/04/christian-drosten-ueber-das-plurv-prinzip-der-desinformation/#comment-144115188075942803

    Der „Philosoph und Unternehmer“ Jörg Phil Friedrich arbeitet sich weiter an Drosten ab.

    Diesmal erregt er sich über den „False Balance“-Vorwurf, also Drostens wiederholte Forderung, wissenschaftlichen Minderheitenpositionen nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.

    (Dazu gibt es heute auch einen guten Beitrag von Marina Weisband im DLF: https://www.deutschlandfunk.de/problem-false-balance-journalisten-sollen-einordnen.2907.de.html?dram:article_id=498526)

    Zunächst bestreitet Friedrich, dass es das Phänomen „tatsächlich in der beschriebenen Form gibt“:

    Werden wissenschaftliche Minderheitsmeinungen überproportional in der Öffentlichkeit dargestellt? Und wäre das wirklich „falsch“ – ist es nicht vielmehr gerade eine „richtige Balance“, Minderheitsmeinungen im Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik zu betonen?

    Anscheinend treibt ihn da massiv um, dass er selbst zu den weniger Gehörten zählt, während Drosten „fast im Monatstakt Auszeichnungen erhält“.

    Auch wird hier schon klar, dass er nicht zwischen „Meinungen“ und „Fakten“ unterscheiden kann oder will.

    Wenig überraschend kommt er, nach viel Geschwurbel, dann endlich zur „Laborthese“, die auch von Drosten zunächst massiv in Abrede gestellt worden sei, aktuell aber breit diskutiert werde.

    Sein „Beleg“ dafür:

    Christian Drosten selbst unterzeichnete im Februar 2020 eine Stellungnahme internationaler Forscher im Fachmagazin „Lancet“, die sich – damals war das klar die Mehrheitsmeinung – gegen diese Theorie aussprach.

    Das ist dieses Ding hier:

    https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext

    Darin geht es aber nicht darum, eine Debatte über die „Laborthese“ zu verhindern oder zu unterbinden, sondern der Beitrag ist als

    Statement in support of the scientists, public health professionals, and medical professionals of China combatting COVID-19

    gekennzeichnet, also als persönliche Meinung und Unterstützung von Kollege zu Kollege:

    Stand with our colleagues on the frontline!

    Entscheidend ist:

    „Wir stehen zusammen, um Verschwörungstheorien scharf zu verurteilen, die andeuten, dass Covid-19 keinen natürlichen Ursprung habe.“

    Das heißt, in dem Lancet-Papier geht es eindeutig um Verschwörungstheorien über ein absichtlich freigesetztes Zucht-Virus – nicht um einen möglichen Laborunfall mit dem Wildtyp.

    All das lässt Friedrich aber weg, um zu seiner Forderung zu kommen:

    Das ist anstrengender, als einer vorgeblichen Mehrheit zu glauben, es fordert aber auch den Wissenschaftsjournalismus heraus. Auch er muss das lernen, was im politischen Journalismus selbstverständlich ist: unterschiedliche Ansichten gegeneinander zu führen und den Streit darum so zu moderieren, dass sich das Publikum ein Urteil bilden kann.

    Also Wissenschaft als Talkshow.

    Dass und warum das nicht möglich ist, haben wir schon oft diskutiert, z.B.:

    https://blog.gwup.net/2020/10/20/diskussion-was-hat-jemand-wie-bhakdi-in-oer-medien-zu-suchen/

  12. „Also Wissenschaft als Talkshow.“

    Kann man verstehen, da könnte er mithalten.

  13. @Bernd Harder

    Vielen Dank für die Zusammenfassung. Es ist also, wie ich es geahnt habe.

    Ein offensichtlich unter Minderwertigkeitskomplexen leidender unterdurchschnittlicher Philosoph bekommt erneut eine Bühne in der Zeitung eines Medienkonzerns geboten, die Professor Drosten als persönlichen Verantwortlichen für alles erkoren hat, was im Rahmen der Pandemiebekämpfung schief gelaufen ist, um fehlerhafte Informationen zu verbreiten.

    PS: Es ist gut, dass Herr Friedrich ScienceBlogs schon lange verlassen hat. Er hätte dem Medium nicht gut getan.

    PPS: Der Beitrag von Marina Weisband ist kurz, knackig und eindeutig in seiner Aussage.

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