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Immer noch zu viel „falsche Ausgewogenheit“ bei der Klimaberichterstattung

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Das neue Online-Magazin Republik spürt dem Thema „falsche Ausgewogenheit“ in Sachen Klimaberichterstattung bei verschiedenen Schweizer Medien nach.

Insbesondere beschäftigt sich die Autorin mit der Weltwoche und der Basler Zeitung, die als „mediale Sturmfront gegen den wissenschaftlichen Klimakonsens“ gelten.

Bezeichnend:

Der neue BaZ-Chefredaktor Marcel Rohr sagt auf Nachfrage: „Ich stelle fest, dass bei den meisten Journalisten ein Denk­prozess eingesetzt hat, der sich in den letzten Monaten akzentuiert hat. Am Telefon bezieht Rohr eine klare Position. Doch als es darum geht, seine Zitate zum redaktionellen Umgang mit Klima­skeptikern zu autorisieren, zieht er seine Aussagen wieder zurück.

Auch die meisten anderen der befragten Medienleute ziehen sich nach wie vor auf eine diffuse „Meinungsvielfalt“ zurück. Die Autorin schreibt dazu:

Medien, welche die widerstandslose Verbreitung von wissenschafts­fernem Unsinn zulassen, legitimieren die Position von Klima­skeptikern als vermeintlich ernst zu nehmender Minderheit. Und untergraben so die wissenschaftlichen Grundlagen des politischen Handelns.

Das heisst nicht, dass keine offene Diskussion geführt werden soll. Qualifizierte Zweifler mit wissenschaftlicher Autorität, die Klima­modelle und Wissenschafts­methoden kritisieren, sollen jederzeit das Mikrofon erhalten. Nicht aber irgendwelche Outsider, die den überwältigenden wissenschaftlichen Grund­konsens en bloc negieren.

Aber selbst darüber herrscht anscheinend noch kein Konsens, trotz des vielzitierten BBC-Vorbilds gegen die „false balance“.

http://klimartikulieren.at/

Dafür gibt es bei der österreichischen Web-Initiative Klim[:A:]rtikulieren „handliche, niedrigschwellige Materialien“ für die Alltagskommunikation.

Zum Weiterlesen:

  • Keine Bühne mehr für Klimaleugner, republik am 25. April 2019
  • Online-Magazin „Republik“: Hoher Anspruch, rote Zahlen, Deutschlandfunk am 15. Januar 2019
  • Erst mal ausreden lassen“: Handwerkszeug für die Klima-Debatte am Stammtisch, klimafakten am 4. April 2019
  • „ManU hat gewonnen – Punkt!“ BBC will keine falsche Ausgewogenheit mehr bei der Klimawandel-Berichterstattung, GWUP-Blog am 11. September 2018
  • AfD setzt auf Zweifel am Klimawandel, Spiegel-Online am 27. April 2019

11 Kommentare

  1. Der extreme Klimawandel in der Vergangenheit und der Gegenwart und warum Christian Lindner & Co genau so gefährlich sind wie die Klimawandelleugner

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2019/04/08/der-extreme-klimawandel-in-der-vergangenheit-und-der-gegenwart-und-warum-christian-lindner-co-genau-so-gefaehrlich-sind-wie-die-klimawandelleugner/

  2. Schon lustig, Lindner wird von Libertären angegriffen weil er nach deren Überzeugung letztlich voll in die Grünen–und Staats-Logik eingestiegen ist und die notorischen FDP-Kritiker sind natürlich wieder mal gegen Lindner.

    Wobei zB Lindner bei Lanz der einzige mit Ideen war, die wirklich Klimaschutz bedeuten könnte, während Neubauer nur Parteipolitik machte

  3. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert warnen Wissenschaftler vor der Klimakatastrophe. Immer wieder sagen sie, es sei fünf vor zwölf, und vielleicht ist es sogar schon viel später. Doch warum folgt niemand ihrem Rat?

    https://www.zeit.de/2019/25/klimawandel-naturkatastrophen-erderwaermung-ueberschwemmung-klimapolitik

  4. RTL stellt sein Programm um:

    https://www.focus.de/kultur/kino_tv/rtl-stellt-programm-um-hitze-special-zur-primetime_id_10866214.html

    Die Reportage beschäftigt sich laut Vorankündigung, die ich soeben als Spot sah, auch näher mit dem Klimawandel.

    Da bin ich ja mal gespannt, was die Herrschaften so abliefern!

    Heute, RTL, 20.15 Uhr

  5. Auch das ist verantwortliches Handeln:

    http://www.aladin.blog/verantwortlich-handeln/

    Es stimmt tatsächlich:
    Es fängt im Kleinen an!
    Wer das nicht versteht, wird nie etwas verändern.

  6. Irgendwie nix Halbes und nix Ganzes – und viel zu kompliziert mit der Rückerstattung. Und richtig weh tut es auch nicht, warum sollten die Menschen daher ihr Verhalten gross ändern?

  7. … zumal Verhaltensänderung gar nichts bewirkt?

  8. @ Stephan:

    „… zumal Verhaltensänderung gar nichts bewirkt?“

    Wieso sollte ein Umsteigen vom Auto auf Bus und Bahn nichts bewirken?

  9. Die vermeintliche „Alternative“ zur CO2-Steuer:

    https://www.tagesschau.de/inland/emissionshandel-101.html

    Irgendwie nix Halbes und nix Ganzes und viel zu kompliziert…

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