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Video: Die Waldorfbewegung und die Corona-Krise

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Gestern Abend bei Panorama:

Die Waldorfbewegung und die Corona-Krise

Die deutschen Waldorfschulen stehen vor eine Zerreißprobe: Wie umgehen mit dem Corona-Virus?

Dazu gibt’s einen Thread vom AnthroBlogger,

… der mit der Vorhersage endet:

Ich kann schon mal verraten: Unkritischer werden die Medien in nächster Zeit nicht.

In der Tat ist letzte Woche auch in der Zeit ein kritischer Artikel erschienen (allerdings auch eine Steiner-Verklärung) – und beim WDR die Doku

Wenn Rechtsextremisten freie Schulen unterwandern

mit dem Beispiel einer Waldorfschule in Minden (Mediathek):

Auch dazu gibt’s einen Beitrag beim AnthroBlogger.

Zum Weiterlesen:

  • Die Waldorfbewegung und die Corona-Krise, ndr am 11. Februar 2021
  • WDR-Dokumentation: Wenn Rechtsextreme freie Schulen unterwandern, Anthroposophie.blog am 2. Februar 2021
  • Ausbruch von britischer Corona-Variante in Freiburger Waldorfschule, Badische Zeitung am 11. Februar 2021
  • Waldorfschulen und Corona: Gefährliche Freiräume, taz am 4. Dezember 2020
  • Corona-Schutz eingefordert: Waldorfschule Müllheim setzt Schüler unter Druck, anthroposophie-blog am 24. November 2020
  • Warum Esoteriker und Rechte nicht zufällig gemeinsam auf die Straße gehen, BR am 4. Februar 2021
  • Corona-Proteste : „Querdenken“ mit Rudolf Steiner, Zeit+ am 3. Februar 2021
  • Demeter träumt von einer Welt ohne Wissenschaft und ohne „zerstörerische Geisteseliten“, GWUP-Blog am 6. Januar 2021
  • „Von Demeter bis Waldorfschule: Eine kritische Betrachtung der Anthroposophie“ jetzt online, GWUP-Blog am 28. November 2020

5 Kommentare

  1. Die Waldorfschulen müssen geschlossen werden.
    Und nicht wegen de Pandemie.
    Und, vor allem, für immer.
    Wenn wir unseren Kinder lieben.

  2. Ich hab gerade den Zeitbeitrag gelesen, in dem Steiner so positiv dargestellt wird. Da gruselt es einem ja von oben bis unten.

    Nein, die esoterischen Fantasien von Steiner helfen weder zu Verstehen, wie die Welt oder Realität ist, noch ergänzen sie den Medizin, Pädagogik und Co.

    Beim letzten Satz musste ich zumindest lachen „ Es kann sehr lange dauern, bis man begreift, dass der scheinbar weltferne Steiner ein großer menschenfreundlicher Realist war.“

    In der Tat, das kann sehr, sehr lange dauern und viel indoktrinierte Ideologie, Schwurbelesoterik, kognitive Verzerrungen en Masse und ne gute Flasche Wein bedürfen

  3. @Claudia

    Die Wirkung des Alkohols stößt irgendwann an seine Grenzen.

  4. Impfgegnerschaft:

    „Viele Anthroposoph*innen übertreffen ihren Gründer seit jeher an Fanatismus“

    https://www.belltower.news/impfgegnerschaft-viele-anthroposophinnen-uebertreffen-ihren-gruender-seit-jeher-an-fanatismus-112501/

  5. Die Erfahrungen von Tobias Rapp im Spiegel 15.11.21 („Waldorfschule und Impfgegner: In Steiners Sekte
    Autobiografischer Essay“) kenne ich leider auch.
    Auch Hugo Stamms Beschreibung vom 25.11.21 kann ich bestätigen, („Rudolf Steiner, Corona und das Problem mit der Impfung“ ).

    Mein Enkel ist Waldorfschüler, dadurch weiß ich einiges in der Richtung…, weil ich für meinen Sohn vertretungsweise zu Elternabenden gegangen bin, als er auswärts gearbeitet hat.
    Abgesehen davon kenne ich das alles, weil unser Sohn 1990 in der 1. Waldorfschule bei uns war.
    Wir als Eltern wollten ihm Margot Honeckers „sozialistische Bildung“ ersparen, und haben ihn gleich nach der Wende in der 1.Klasse von der staatlichen Schule abgemeldet.‍♂️
    Hat sich als großer Fehler herausgestellt.
    1990 wussten wir nichts von Steiners übersinnlicher Geheimlehre und nichts von seinem okkulten Gebaren.
    Uns hat damals der viele handwerkliche Unterricht überzeugt.
    Als Eltern wollten wir Paul abbringen von seinem Strebertum.
    Eine drei in Mathe war für ihn „schlimm“ – für uns Eltern nicht.
    Mag sein, daß es Waldorfschulen gibt, die Steiner nicht dermaßen übertrieben verehren, aber nur wenige, wenn man recherchiert.
    Leider konnte Paul seinen Sohn (unseren Enkel) nicht in einer staatlichen Schule anmelden, weil die Schule am Arbeitsweg der Mama liegt.
    Bzgl. Rudolf Steiner gehen die Ansichten der beiden Elternteile weit auseinander.

    Als Paul uns 1990 als 8-Jähriger erzählte, daß seine Lehrerin behauptet habe, jeder Mensch habe 2 Leiber, den Ätherleib und den Astralleib, waren wir ziemlich verdutzt…!!
    Damals wollte Paul, daß wir ihm seine *zwei Leiber zeigen.*
    Dann würde er gut leben können, wenn er sie vereinigen würde.
    Paul hat seine Lehrerin natürlich wörtlich genommen!
    *Auch im Schulheft unseres Enkels steht das!!!*
    Waldorfschüler lernen – neben viel Nützlichem – auch Etliches *ohne wissenschaftliche Fakten*.

    In Pauls 2. Woche in der Waldorfschule lief die 4-jährige Schwester seines Freundes vor unserem Haus in ein Motorrad. Sie war sofort tot. Wir wohnten mit den Eltern im gleichen Haus.
    Überzeugte Anthroposophen, bis heute, die versuchten, irgendwie einen „Sinn“ in dieser Katastrophe zu finden.
    Geht mich nichts an; wir sind nicht religiös orientiert.
    Nach diesem Unfall wollte unser Sohn nicht mehr Waldorfschüler sein.
    Seine Begründung: „Die Lehrerin sagt im Morgengebet, es gibt einen Gott, wieso hat der Peters Schwester überfahren lassen????!“
    Schwierig zu beantworten von Eltern, die selbst nicht religiös denken.
    Als ich unseren Sohn im Sekretariat abmelden wollte, wurden er und ich zu einem Gespräch gebeten, um den 8-Jährigen zum Bleiben umzustimmen.
    Ich gab nach und wir wurden in ein Zimmer geführt, in dem Stühle im Kreis standen. Der Stuhl neben der Lehrerin war frei.
    Wir setzten uns neben den freien Stuhl, in der Annahme, daß noch jemand kommen würde.
    Anwesend waren auch der Direktor und die Religionslehrerin.
    Die Klassen-Lehrerin fragte den 8-Jährigen, ob er sicher sei, daß die (tote) Schwester seines KiTa-Freundes jetzt nicht doch neben ihm sitzen würde!!!!!!!!!!!!!
    Paul rannte aus dem Zimmer, ich rannte hinterher.
    Meine Angst war riesig, weil ich nicht wusste, wohin er wollte.
    Zum Glück sah ich ihn an der Schultür stehen. Ich beruhigte ihn und versprach, ihn noch am gleichen Tag abzumelden.
    Nur 10 Wochen war Paul in der Waldorfschule und war danach glücklich, wieder in seiner früheren Schule zu sein.
    Die sehr bizzare Erfahrung haben wir als Familie zuhause versucht, zu verarbeiten.
    Paul spricht mitunter heute noch davon, nach rund 30 Jahren.
    Das bizarre Ereignis von damals erinnert mich an das, was Tobis Rapp beschreibt.
    Zitat❌
    Ich war in der 9. oder 10. Klasse, als alle Schülerinnen und Schüler meiner Schule morgens in die Aula gerufen wurden.
    Ein Mitschüler war gestorben und es sollte eine Trauerfeier geben.
    Ich war Waldorfschüler, und mir ist das Gefühl der Scham noch gut im Gedächtnis, als wir von den Lehrern in der Zeremonie, einem anthroposophisch angehauchten Gottesdienst, aufgefordert wurden, nun zu helfen, den Jungen »Hinüberzutragen«.

    Hinübertragen?
    Der Junge war an einer schweren Grippe gestorben. Keine Krankheit, die in den 1980-er Jahren den Tod bedeutete.
    Es gab danach eine Menge Gerede an der Schule. Das Kind war der Sohn sehr Eltern, der behandelnde Arzt war auch Anthroposoph. Man hatte sich offenbar gegen die medikamentöse Behandlung entschieden.
    Der Junge, der gerade rechnen lernte, habe, kurz bevor er krank wurde, im Unterricht zusammengezählt, wie viele Tage er schon lebe. So erzählten es die Lehrer auf der Trauerfeier.
    Das sei ein Zeichen gewesen.

    Es folgte nie etwas aus dieser Geschichte. Die Geschwister des Jungen kamen weiter zur Schule, der Arzt praktizierte weiter, jeder ging mit seiner Trauer anders um.
    Was bei mir hängen blieb, war: Es gibt Leute, die opfern für ihre Überzeugung im Zweifelsfall ihre Kinder.
    Zitatende

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