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Ritueller Missbrauch und dissoziative Identitätsstörung

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Nach dem kritischen Aufsatz

Rituelle Gewalt in satanistischen Gruppen – ein populärer Mythos?

in Ausgabe 7/2019 ist im EZW-Materialdienst 8/2019 ein weiterer Artikel zum Thema erschienen:

Der Autor Michael Utsch analysiert in dem kurzen Beitrag das Phänomen der „Dissoziativen Identitätsstörung“ und gibt im Zusammenhang mit angeblichem „rituellen Missbrauch“ zu bedenken, dass …

… sich KZ-Überlebende, Verbrechensopfer oder Kriegsteilnehmer meistens genau an das, was geschehen ist, erinnern können, bei ritueller Gewalt aber das traumatische Ereignis durch wiedererlangte „Erinnerungen“ neu rekonstruiert werden muss. Die Gedächtnisforschung belegt, dass traumatische Erinnerungen robuster und nicht fragiler sind als andere Erinnerungen, wie es die Diagnose „Dissoziative Störung“ voraussetzt.

In Anlehnung an verschiedene Experten plädiert Utsch dafür, „skeptisch zu glauben und empathisch zu zweifeln“:

Angesichts von sich subtil ausbreitenden Verschwörungstheorien und den Einsichten der modernen Gedächtnisforschung, dass Erinnerungen leicht zu täuschen sind, darf der „Rituelle-Gewalt-These“ nicht vorschnell gefolgt werden, auch wenn sie in einem Einzelfall zutreffen mag. Psychotherapeuten dürfen nicht auf Scheinerinnerungen hereinfallen oder diese gar selber konstruieren.

Im nächsten Skeptiker (Mitte September) wird ein Interview mit der Kriminologin und Professorin für Kriminalistik Petra Hasselmann zu ihrer Studie

Rituelle Gewalt und Dissoziative Identitätsstörung

erscheinen.

Zum Weiterlesen:

  • Rituelle Gewalt aus psychologischer Sicht, EZW-Materialdienst 8/2019
  • Der aktuelle Stand in Sachen satanistisch-ritueller Missbrauch: „Verschwörungsdenken ist hier nicht hilfreich“, GWUP-Blog am 29. Juni 2019
  • „False Memory“-Krimihörspiel mit Lydia Benecke im WDR, GWUP-Blog am 2. September 2019

2 Kommentare

  1. Sehr interessant, könnte von den erwähnten Experten nicht mal jemand auf der nächsten Skepkon 2020 in Berlin vortragen?

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