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Die „Hockeyschläger-Kurve“ vor Gericht: Ist der Klimawandel bei einem Prozess in Kanada widerlegt worden?

| 80 Kommentare

Danke an unsere Kommentatorin, die uns auf den Achse des GutenArtikel „Beweise bitte! – Ein Star der Klimaforschung scheitert vor Gericht“ hingewiesen hat.

Besser kann man den Realitätsverlust und die völlig skrupellose Bereitschaft der Klimaleugner, die Tatsachen zu verdrehen, kaum illustrieren.

Mittlerweile haben auch EIKE, Tichys Einblick, KenFM, Freie Welt, Epoch Times und viele andere „Alternativmedien“ nachgezogen und verbreiten Fake News wie

  • „Peinlicher Rückschlag für bekannten Klimaforscher“
  • „Klimabetrug: Gerichtsurteil stößt CO2-Papst vom Thron“
  • „Gericht urteilt gegen Schöpfer des Klimawandels“
  • „Ein Star der Klimaforschung scheitert vor Gericht“
  • „ClimateGate: Rückschlag für die Anhänger des vom Menschen gemachten Klimawandel nach Gerichtsurteil in Kanada“

Hintergrund ist ein Rechtsstreit vor dem Supreme Court of British Columbia zwischen Michael E. Mann und Timothy Ball. Was genau war da eigentlich los? Ein kurzer Fakten-Check:

  • Wer ist Michael E. Mann?

Mann ist ein US-amerikanischer Klimatologe mit Forschungsschwerpunkt Paläoklimatologie und gilt als einer der führenden Klimawissenschaftler. Für seine grafische Veranschaulichung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur in den letzten tausend Jahren auf der nördlichen Hemisphäre (das sogenannte Hockeyschläger-Diagramm) wurde er zur Hassperson der organisierten Leugner-Szene und bekam mehrfach Morddrohungen.

  • Wer ist Timothy Ball?

Ball ist ein ehemaliger kanadischer Geografie-Professor. Auf der Homepage der Leugner-Organisation „The Heartland Institute“ wird er fälschlicherweise als „former climatology professor at the University of Winnipeg“ geführt. Ball bestreitet den anthropogenen Klimawandel und zählt außerdem zu den Kreationisten.

  • Worum ging es bei dem Verfahren?

Verhandelt wurde vor dem Obersten Gericht von British Columbia eine Beleidigungsklage, die Mann vor acht Jahren gegen Ball angestrengt hatte, weil dieser ihm in einem Interview Betrug unterstellte: „Dr. Michael Mann belonged in the State Penn, not Penn State“ (sinngemäß: Michael Mann gehört ins Gefängnis, nicht an die Uni). Die Klageschrift findet sich hier (PDF).

  • Hat Mann den Prozess verloren?

Nein. Das Gericht hat nach Manns Angaben die Klage abgewiesen beziehungsweise den Prozess jetzt abgebrochen, weil die Angelegenheit sich schon seit Jahren hinzieht – und weil Timothy Ball eine Art Gnadengesuch eingereicht habe, worin er sein hohes Alter, seinen schlechten Gesundheitszustand sowie seine geringe Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Bedeutungslosigkeit geltend macht. Manns Anwalt zitiert daraus wörtlich:

Balls von sich aus vorgetragener Wunsch nach einem Prozessende („that the lawsuit be terminated“) begründet er selbst also praktisch damit, dass seine Vorwürfe gegen Mann schon von einem vernünftigen Durchschnittsleser als unglaubwürdig erkannt werden könnten:

Basically, this is tatamount to saying that Ball’s accusations against you [Mann] have been given no credibility by the average, reasonable reader.

Das Gericht befand seinerseits, dass bestimmte …

… veröffentlichte Kommentare [Balls] nicht diffamierend waren, weil sie so lächerlich und empörend daherkamen, dass sie unglaubwürdig und daher nicht in der Lage sind, den Ruf des Klägers [Mann] bei rechtschaffenen Menschen zu schmälern.

Michael E. Mann will nun nach eigenen Angaben die Entscheidung des Gerichts prüfen und innerhalb von 30 Tagen entscheiden, ob er sich damit einverstanden erklärt. Und er muss auch keine „Prozesskosten in Millionenhöhe bezahlen“, wie Tichys Einblick behauptet.

Übrigens endete auf ähnliche Weise bereits im vergangenen Jahr ein Verfahren zwischen Timothy Ball und dem kanadischen Klimaforscher Andrew J. Weaver. Auch damals stellten die Richter fest, dass …

… a reasonably thoughtful and informed person… is unlikely to place any stock in Dr. Ball’s views.

Ein aktuelles schriftliches Urteil vom Supreme Court liegt noch nicht vor, lediglich ein Update des „File Summary Report“ vom 22. August:

1. Order that the claim made by Plaintiff be dismissed
2. Costs will follow the event and of the action since the action is dismissed

  • Ist in dem Prozess die „Hockeyschläger-Kurve“ widerlegt worden?

Nein. Darum ging es überhaupt nicht. Außerdem wird die Aussage der „Hockeyschläger-Kurve“ durch andere unabhängige Studien bestätigt.

Mann dazu:

The fact that climate change deniers continue to lie about something as easily verifiable as the availability of the data used in the original (“MBH98”) HockeyStick study tells you everything you need to know about their honesty & integrity (or, rather, lack thereof).

Die Tatsache, dass Klimwandelleugner fortgesetzt in Bezug auf etwas lügen, das so einfach überprüfbar ist wie die Verfügbarkeit der Daten, die der originalen („MBH98“) Hockeyschläger- Studie zugrunde liegen, sagt einem alles, was man wissen muss, über ihre Ehrlichkeit und Seriosität (oder eher über deren Mangel). [Übersetzung: hpd]

Und am 25. August:

2. Wissenschaftler sind auf Grundlage der öffentlich zugänglichen Daten unabhängig voneinander zu den denselben Ergebnissen gekommen.

3. Unabhägige Teams von Wissenschaftlern haben die zentrale Erkenntnis der originalen Hockeyschläger-Studie nicht nur bestätigen, sondern ausbauen können, dass die gegenwärtige Erderwärmung über den Zeitraum der verfügbaren Daten (inzwischen über ein Jahrtausend) beispiellos ist. [Übersetzung: hpd]

  • Hat Mann sich in dem Prozess geweigert, seine Daten offenzulegen?

Auch das ist falsch (Tichys Einblick und andere). Das Gericht hat die zugrunde liegenden Daten der „Hockeyschläger-Kurve“ gar nicht untersucht und die Entscheidung vom 22. August sagt dazu nichts aus. Diese Daten sind bereits seit Jahren öffentlich zugänglich, zum Beispiel hier und hier.

Mann ließ bereits 2017 über seinen Anwalt erklären:

No judge has made any order or given any direction, however minor or inconsequential, that Michael Mann surrender any data or any documents to Tim Ball for any purpose.

Kein Richter hat auch nur irgendeine noch so kleine oder unbedeutende Anordnung erlassen oder Anweisung gegeben, dass Michael Mann Tim Ball irgendwelche Daten oder Dokumente zu welchem Zweck auch immer übergeben müsse. [Übersetzung: hpd]

Und am 25. August 2019:

BC Court never made any finding that I failed to produce any data. Anyone claiming otherwise is lying or facilitating a lie.

Ball got case dismissed based on: 1. Complaints about his age and poor health 2. Arguing his attacks on me were impotent anyway.

Das Gericht von British Columbia ist niemals zu der Erkenntnis gelangt, dass ich fehlerhafte Daten produziert hätte. Jeder, der anderes behauptet, lügt oder unterstützt eine Lüge.

Der Ball-Fall wurde abgewiesen, weil Ball 1. über sein Alter und seinen schlechten Gesundheitszustand geklagt hat und 2. weil er argumentiert hat, dass sein Angriff gegen mich ohnehin keinen Schaden anrichten konnte. [Übersetzung: hpd]

Und nochmal am 28. August:

Da einige Leute Verständnisprobleme beim Lesen zu haben scheinen, hier eine weitere Stellungnahme meines Anwalts Roger McConchie bezüglich der Verleumdungsklage gegen Tim Ball:

Jede Behauptung, dass wir vom Gericht geforderte Materialien nicht vorgelegt hätten, ist eine haltlose böswillige Verleumdung. Es gab keine entsprechende Forderung des Gerichts. Ich wundere mich, wie jemand, der auch nur ein Körnchen gesunden Menschenverstand hat, es wagen kann, so eine fadenscheinige Anschuldigung zu erheben. [Übersetzung: hpd]

Der Verlierer der ganzen Geschichte ist letzten Endes Timothy Ball, stellt das Internetmedium Daily Kos nüchtern fest:

Far from being a clear win for the deniers, the ruling appears to be more a judgement of the state of Tim Ball: a broken down old man, who’s lucky that no one takes his conspiratorial and accusatory ramblings seriously. And that’s what his own defense said about him!

Die Entscheidung des Gerichts ist weit davon entfernt, ein deulicher Sieg für die Klimaleugner zu sein, eher scheint sie ein Urteil über den Zustand von Tim Ball zu sein: ein gebrochener alter Mann, der das Glück hat, dass niemand seine verschwörerischen und beleidigenden Ausschweifungen ernst nimmt. Und das ist die Verteidigung, auf die er sich selbst beruft. [Übersetzung: hpd]

Zum Weiterlesen:

  • „Why would Michael Mann, who invented the hockey stick model, refuse to release his cherry-picked research data in a court of law“ bei Quora
  • „Why was hockey stick graph creator Dr. Michael Mann ordered by a Canadian court to pay Dr. Tim Ball’s legal fees“ bei Quora
  • Tim Ball Pleads For Mercy As An Irrelevant Sick Old Man, Gets It, Declares Victory, Daily Kos am 28. August 2019
  • Michael E. Mann took climate change deniers to court. They apologized, canada’s national observer am 13. Juni 2019
  • Judge finds written attack on climate scientist too ludicrous to be libel, ars technica am 19. Februar 2018
  • Der lange Kampf ums Klima, brandeins 4/2019
  • Klimawandelleugner: „Bullshit- Bingo“ und eine „Handreichung zum Argumentieren“, GWUP-Blog am 15. August 2019

80 Kommentare

  1. Praktisch „Masern-Prozess“ Teil zwei.

  2. Vielen Dank für die weiterführenden Erklärungen und Hintergründe.

    Die „alternativen Medien“ glaubten, eine Bonanza entdeckt zu haben, doch am haben sie nur Pyrit (auch bekannt als Katzengold) ausgegraben.

    Ich möchte Herrn Letsch aus Achgut zitieren: „Schaut man sich das mangelnde mediale Echo auf das Gerichtsurteil in Kanada an, könnte man jedoch verzweifeln. Überall Schweigen im Walde. Mit Ausnahme einiger kleiner Journale und Blogs in den USA und Kanada […] ist die Niederlage Manns keine Meldung wert, dabei ist die Tragweite noch gar nicht abzuschätzen.“

    Das mediale Echo war deshalb so klein, weil es nix zu melden gab: Keine Niederlage, kein Rückschlag, keine Tragweite, keine Sensation.

    Der „Webdesigner, Fotograf und Texter“ Letsch und ebenso seine Kollegen der anderen „Alternatvmedien“ sind keine Rechercheure; sie sind miserable Märchenerzähler.

  3. Die Schlagzeilen der oben genannten Portale sind so typisch für die Szene. War doch bei der Geschichte Bardens vs. Lanka auch so.

  4. Die „Achse des Guten“ ist schon lange zu einer stinkenden Kloake unschöner geistiger Ausscheidungen geworden. Dass Broder noch mal die Kraft zum Lüften findet, ist nicht anzunehmen.

  5. @Joseph Kuhn

    Tichys Einblick hat mit der „Achse des Guten“. gleichgezogen (im negativen Sinn). Der Blog mag früher konservativen Personen und deren Einschätzungen eine Heimat geboten zu haben, aber inzwischen ist er zum überwiegenden eine Ansammlung von brau-blau-reaktionärem Abfall.

  6. Wenn die Klimawende alternativlos ist, was bleibt uns dann? Kommt die Freiheit an ihr Ende?

    https://www.zeit.de/2019/37/klimawandel-konservatismus-forschung-natur-freiheit

  7. Schön, schön. Aber wer die Original-Hockeystick Kurve ansieht (siehe mimikama Artikel) erkennt:

    – es gibt keine kleine Eiszeit
    – es gibt keine mittelalterliche Warmzeit

    Will jemand wirklich behaupten diese Rekonstruktion der nahen Klima-Vergangenheit wäre heute noch „Stand der Wissenschaft“ und über jeden Zweifel erhaben?

  8. Können Sie auch link zum Gerichtsurteil senden? Nur auf Twitter von Mann weiterleiten ist noch kein Beweis.

  9. Gerichte entscheiden keine wissenschaftliche Fragen; diese werden im wissenschaftlichen Prozess (vorläufig) entschieden. Das gilt neben bei nicht nur bezüglich des von Menschen verursachten Temperaturanstiegs, sondern auch bezüglich der wissenschaftlich nicht nachvollziehbaren Gerichtsurteile in Sachen Entschädigung für Glyphosat in den USA.

    Kurz: Michael Manns Leistungen in Sachen Klimaforschung ist unbestritten, und auch seine „Hockeystick“-Kurve kann man als weitgehend bestätigt abhaken, wobei man sicher immer über kleinere Details streiten kann. Was Gerichte entscheiden oder nicht ist kein Argument. Natürlich werden diejenigen, die mit dem Stand der Wissenschaft nicht zufrieden sind, solche Gerichtsurteile versuchen hochzuspielen. Wir sollten gelassen bleiben.

    Dass Michael Mann aber auch weit übers Ziel hinausschießt wenn er jede und jeden, die/der innerhalb einer normalem wissenschaftlichen Diskussion agiert als „Leugner“ dritten oder vierten Grades zu verunglimpfen versucht (u.a. Pielke Jr. oder das Breakthrough Institute), dann ist nicht schlicht und einfach nicht akzeptabel, wie ich auch in meiner Rezension des Buches „Der Tollhaus Effekt“ im Skeptiker 4/2018 geschrieben habe. Wer einen besonnen Artikel vom als Leugner bezeichnete Breakthrough Institute lesen möchte empfehle ich In defense of Greta Thunberg.

    Ebenso will ich nicht verhehlen, dass ich Probleme mit einer übertriebenen Wortwahl habe, wie sie hier auch zutage tritt wenn wir von „einer stinkenden Kloake unschöner geistiger Ausscheidungen“ oder von „brau-blau-reaktionärem Abfall“ sprechen.

    Wenn wir vom Hardcore der Wissenschaftsleugnung oder Realitätsleugnung sprechen dann sollten wir wissen, dass dies auch kein Alleinstellungsmerkmal der Rechten ist.

    Es gibt einen genauso großen Konsens in der Wissenschaft, auch belegt durch unzählige Studien, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel genauso sicher sind, wie konventionelle Lebensmittel oder „Bio“ und sogar den Einsatz von Pestiziden, wie bei Bt Aubergine oder Bt Baumwolle vermindern.

    Wenn wir hier die gleichen Kriterien in Sachen Gentechnik anwenden, wie bei „Achse des Guten“ oder „Tichys Einblick“ in Sachen Klimawandel, dann sind eine sehr große Zahl unserer Politiker der „alten“ Parteien und auch Professor Harald Lesch Wissenschafts- und Realitätsleugner. Es freut mich nicht so was zu sagen, denn es trifft viele, denen ich politisch sonst sehr nahe stehe.

    Trotz allem Ärger sollte man deshalb verbal abrüsten. Wir haben genug Polarisierung und können nicht noch mehr brauchen.

    Was mir noch wichtig ist: So wichtig es auch ist, den (echten) Leugnern des anthropogenen Klimawandels argumentativ (!) entgegenzuwirken sollte man ihren Einfluss nicht überschätzen. In Deutschland haben sie nie eine Rolle gespielt. Ihnen die „Schuld“ an die verfehlte Politik der letzten Jahre zu geben ist nicht nur verfehlt, es gibt ihnen zu viel der Ehre. Das gilt für die meisten Länder der Erde und den Planeten insgesamt. Sie waren nicht der Grund für die relative Tatenlosigkeit der Politik. Wir sind weltweit mit unseren Emissionen dort, wo wir vor 30 Jahren waren. Und Deutschland hinkt in Sachen Emissionen weit hinter Länder, wie Frankreich, Schweden oder Großbritannien (in Europa) hinterher.

    Da haben andere Akteure, denen man sonst nur mit Samthandschuhen anfasst, eine wesentlich größere Rolle gespielt. Vieles ist seit den 80er Jahren schief gelaufen, aber das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht anderswo aufgreifen werde.

    Zum typisch deutschen und naturromantischen Zeit-Artikel: Selbstverständlich gibt es nicht nur eine Option einer „Klimawende“ und wir müssen weder unsere Freiheit, noch unseren Wohlstand aufgeben. Wir können Freiheit und Wohlstand aufzugeben. Das ist eine Option, aber bei weitem nicht die einzige. Die „Wissenschaft“ sollte auch nicht diktieren, was die Politik zu tun hat, wie unter anderem Rezo meint. Die Politik muss viele andere Fragen auch berücksichtigen. So wichtig auch ich das Problem des Klimawandels finde, sie ist nicht unser einziges Problem.

    Die „Wissenschaft“ sollte den Stand der Wissenschaft und die Faktenlage darstellen und sich nicht irgend einem politischen Agenda anbiedern. Wenn die Politik oder die Justiz Wissenschaft und die Faktenlage ignoriert sollten Wissenschaftler das dann auch entsprechend kritisieren.

  10. Amardeo Sarma warum verweigert Herr Mann die Unterlagen die zu der Hockey Stick Kurve geführt haben dem Gericht vorzulegen? Es geht da nicht nur um eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen 2 Wissenschaftler. Auf Grund der Hypothese von Herr Mann werden Abgaben Grenzwerte und vieles mehr von der Politik veranlasst und vom Steuerzahler bezahlt .Wer bezahlt Herr Mann die vielen von Ihm veranlassten Gerichtsverfahren?
    Mit einem Professorengehalt ist das meiner Meinung kaum möglich.

  11. @Portmann Paul: Ob Herr Mann einem Gericht Unterlagen zu der Hockeystick Kurve ausliefert oder nicht ist für die wissenschaftliche Frage irrelevant. Ein Gericht hat nicht die Kompetenz, eine wissenschaftliche Frage zu entscheiden.

    Wie Bernd Harder schon schrieb wird die Aussage der „Hockeyschläger-Kurve“ durch andere unabhängige Studien bestätigt. In der Wissenschaft ist eine einzige Studie nie alleine maßgebend.

    Wo konkret veranlasst die Politik „Abgaben, Grenzwerte und vieles mehr“ konkret nur aufgrund der Hockeystick-Kurve? Ich frage mich sogar, wie viele Politiker überhaupt wissen, was das ist.

    Wer bezahlt Herrn Mann? Vielleicht Monsanto? Spekulieren und Verschwörungstheorien helfen wenig.

  12. @ Portmann Paul:

    Wenn Mann seine Prozesskosten nicht von seinem Professorengehalt bezahlen kann, kann Ball sie dann von seiner Professorenrente bezahlen? Oder, siehe die Frage von Amardeo Sarma, werden am Ende beide von Monsanto bezahlt?

  13. @Amardeo Sarma

    Ich werde mich nicht von meiner Einschätzung und somit auch meiner Wortwahl gegenüber Tichys Einblick oder der Achse des Guten zurückziehen.

    Beide Blogs haben schon vor langer Zeit ihren Weg gewählt: Nämlich den, jegliche Seriösität in den Wind zu schreiben und als Plattform für alle möglichen und unmöglichen an Selbstüberschätzung leidenden Wichtigtuern zu dienen, deren Aussagen man keine Iota über den Weg trauen kann, egal ob im gesellschaftlichen, politischen oder wissenschftlichen Bereich.

  14. Danke für den Artikel. Hat jemand den Gerichtsentscheid dazu gefunden?

  15. @alle:

    Noch einmal:

    – Ball hat den Prozess nicht „gewonnen“. Er hat das Gericht gebeten, den Prozess zu beeenden, und zwar ohne eine inhaltliche Entscheidung, nur aufgrund der langen Dauer und seines Gesundheitszustands:

    Ball requested a ruling based on the timing instead of merits to allow the court avoid the messiness of whether or not his attacks on Mann’s climate science were valid.

    – Es gibt derzeit noch kein schriftliches Urteil oder sonstige Unterlagen des Gerichts darüber, weil Mann jetzt erst mal vier Wochen Zeit hat, sich damit einverstanden zu erklären oder zu widersprechen:

    Now Mann (and his lawyers) have a month to decide if they’d like to appeal.

    – Mann hat bereits vor zwei Jahren über seinen Anwalt erklären lassen, dass er zu keinem Zeitpunkt Daten nicht geliefert hat, die das Gericht sehen wollte, oder irgendwelche Fristen versäumt hat:

    No judge has made any order or given any direction, however minor or inconsequential, that Michael Mann surrender any data or any documents to Tim Ball for any purpose.

    Uns ist klar, dass bei diesem Verfahren die Darstellungen der beiden Beteiligten und v.a. ihrer Anhänger extrem weit auseinandergehen.

    Bis der schriftliche Entscheid des Gerichts vorliegt, betrachten wir die Diskussion darüber hier an dieser Stelle erst mal für beendet, denn außer den immerselben freischwebenen Behauptungen von irgendwelchen Leugner-Seiten haben die Pro-Ball-Kommentatoren auch hier im Kommentarbereich nichts Substanzielles vorgezeigt, was für Balls Behauptungen und gegen Manns Aussagen sprechen würde.

  16. Video: NEIN, es wurde KEINE „Klimalüge“ vor einem Gericht entlarvt

    https://www.youtube.com/watch?v=srOK-lJvPeY

  17. Leider habe ich bei den Datenquellen oben nur Daten bis 1400 gefunden. Wo sind die bis zum Jahre 0?

    Hierzu gibt es allerdings eine wissenschaftliche Abhandlung zur Datenbearbeitung von Mann et al. 1998, die einige Fehler aufweist:

    CORRECTIONS TO THE MANN et. al. (1998) PROXY DATA BASE AND NORTHERN HEMISPHERIC AVERAGE TEMPERATURE SERIES

    von

    Stephen McIntyre
    512-120 Adelaide St. West, Toronto, Ontario Canada M5H 1T1;

    Ross McKitrick
    Department of Economics, University of Guelph, Guelph Ontario Canada N1G2W1.

    in der Zeitschrift „ENERGY & ENVIRONMENT“ VOLUME 14 á NUMBER 6 á 2003

    Man kann jetzt über die Reputation der Zeitschrift diskutieren, wie man will, mich wundert, dass derartig unterschiedliche Ergebnisse (auch noch von anderen Seiten) am Ende nicht sachlich zu Ende diskutiert werden. Die Zusammenfassung dort sagt zu der Datenqualität Mann et al. 1998 folgendes:

    „However, the dataset used to
    make this construction contained collation errors, unjustified truncation or
    extrapolation of source data, obsolete data, incorrect principal component calculations,
    geographical mislocations and other serious defects. These errors and defects
    substantially affect the temperature index.“

    Wenn allein solche grundlegenden Diskussionen zur Datengrundlage stattfinden, was soll denn dann bei dem Versuch, in einem nicht-linearen, chaotischen System Vorhersagen machen zu wollen, herauskommen?

    Sorry, als Naturwissenschaftler schüttel ich nur den Kopf.

    Wen es interessiert, wer die Kosten für Dr. Mann übernehmen kann: https://www.csldf.org/about/mission/

  18. @Nox : Ganz verstehe ich den Kommentar nicht, aber vermutlich ist damit gemeint, dass wir u.a. die mittelalterliche Warmzeit in der Kurve hätten sehen müssen. Dazu sollte man wissen, dass dort globale Temperaturen abgebildet sind, nicht regionale Warmzeiten in Europa. Diese können sich durchaus unterscheiden.

  19. @jojo: Es ist völlig normal, dass es an Veröffentlichungen Kritik gibt. Wie zurecht festgestellt wurde ist „Energy and Environment“ keine top Stelle für Veröffentlichungen. Laut (englische) Wikipedia:

      Under its editor-in-chief from 1998 to 2017, Sonja Boehmer-Christiansen, it was known for easygoing peer-review and publishing climate change denial papers.

    In Nature wurden die Einreichungen von McIntyre und McKitrick abgelehnt.

    In Real Climate gibt eine eine Zusammenfassung zu den Thesen von McIntyre und McKitrick, auch darüber, wo die Fehler liegen.

    Zu

      „dem Versuch, in einem nicht-linearen, chaotischen System Vorhersagen machen zu wollen“

    sollte man schon fragen, in welchen Zeiträumen man denkt. Wenn wir über gemittelte Temperaturen über Zeiträumen von 30 Jahren reden spielen chaotische Systeme (also Klima im Gegensatz zu wo gerade ein Hurricane entsteht) kaum eine Rolle.

  20. Vielleicht nochmal als Denkanstoß für alle „Und Ball hat aber doch gewonnen!“-Kommentatoren, die in den letzten drei Tagen hier – unveröffentlicht – aufgeschlagen sind:

    Mittlerweile hat sich sogar „KenFM“ zu einer Korrektur durch Mathias Bröckers durchgerungen:

    Jetzt hatte Ball beim Gericht ein Gnadenersuch eingereicht – aus Gründen seines hohen Alters (80), schlechter Gesundheit (Herzinfarkt) sowie wegen der ohnehin geringen Glaubwürdigkeit, die seine Äußerungen in der wissenschaftlichen Community hätten.

    Diesem Ersuchen hat das Gericht stattgegeben, eine schriftliche Begründung liegt noch nicht vor. Sicher aber ist, dass es bei diesem Rechtsstreit gar nicht um den „Hockeyschläger“ geht, denn die zugrunde liegenden Daten – die seit langer Zeit öffentlich vorliegen– hat das Gericht gar nicht untersucht […]

    Dass zu diesem Urteil nun ein linker Ex-Stasi-Mann wie Rainer Rupp auf KenFM dieselben triumphalistischen Fake News verbreitet wie die rechte „Achse des Guten“ und diese merkwürdige Querfront einen wissenschaftlichen Quacksalber als großen Sieger feiert, wirft ein bezeichnendes Licht darauf, wie stark die Debatte um die Erderwärmung aus dem Ruder gelaufen und zu einem Glaubenskrieg geworden ist.

  21. @Bernd Harder

    „Vielleicht nochmal als Denkanstoß für alle „Und Ball hat aber doch gewonnen!“-Kommentatoren, die in den letzten drei Tagen hier – unveröffentlicht – aufgeschlagen sind“

    Die Szene der Klimawandelleugner ist offensichtlich gut vernetzt. Nur so aus reiner Neugier: Wie viele Kommentare tummeln sich denn im elektronischen Orkus?

  22. @RPGNo1:

    Überschaubar im niedrigen zweistelligen Bereich.

    Erstens zeigt konsequentes Löschen von reinem Verschwörungs-Geblubber offenbar Wirkung.

    Zweitens finden anscheinend auch Balls Fans nichts Belegbares/Vorzeigbares, um ihre Behauptung zu stützen.

  23. @crazfrog:

    Neue Stellungnahme von Mann selbst zu den Daten:

    The fact that climate change deniers continue to lie about something as easily verifiable as the availability of the data used in the original (“MBH98”) #HockeyStick study tells you everything you need to know about their honesty & integrity (or, rather, lack thereof).

    Hier ist übrigens die Original-Arbeit:

    https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1029/1999GL900070

    Und hier ein ganzer Thread dazu:

    https://twitter.com/MichaelEMann/status/1165641439532986368

  24. Oh, soweit ich informiert bin, ist der Herr Mann nicht der Aufforderung des Gerichts nachgekommen, seine hartreubenden Ergebnisse, welche zu der hockeyschlager Theorie führten, wissenschaftlich fundiert darzulegen. Der Grund dafür dürfte sein, weil sie schlicht fehlerhaft und unwahr sind. Einige Million Dollar waren dem Herrn Mann es wert, den Prozess zu verlieren und lieber nicht über deteils seiner Forschungen zu sprechen. Spannend oder?

  25. @RPGNo1:

    Ich schalte mal einen frei als Beispiel, nämlich diesen.

    @Sven Grünheid:

    Ich frage mal einfach so: In welcher realitätsbefreiten Blase leben Sie?

    Können Sie nicht lesen – oder ist das einfach Taktik, immer wieder denselben Unsinn nochmal und nochmal unverdrossen zu wiederholen?

    Aber danke für die Gelegenheit, nochmal die Fakten darzulegen – vielleicht kommt das ja früher oder später sogar bei Ihnen mal an.

    „Soweit ich informiert bin“

    Ihren Ausführungen zufolge sind Sie genau *null* informiert.

    „ist der Herr Mann nicht der Aufforderung des Gerichts nachgekommen“

    a) Weder gab es eine solche „Aufforderung“ des Gerichts, noch hat Mann irgendetwas verweigert:

    No judge has made any order or given any direction, however minor or inconsequential, that Michael Mann surrender any data or any documents to Tim Ball for any purpose.

    b) „seine hartreubenden Ergebnisse, welche zu der hockeyschlager Theorie führten.“

    Sowohl die Ergebnisse selbst als auch der zugrunde liegende Algorithmus sind mehrfach unabhängig bestätigt worden:

    https://thinkprogress.org/most-comprehensive-paleoclimate-reconstruction-confirms-hockey-stick-e7ce8c3a2384/

    https://www.sciencenews.org/article/global-warming-today-unlike-last-2000-years-climate-shifts

    https://ral.ucar.edu/projects/rc4a/millennium/MBH_reevaluation.html

    c) „wissenschaftlich fundiert darzulegen.“

    Daten und Algorithmus sind seit Jahren öffentlich zugänglich und in Peer-Review-Zeitschriften erschienen.

    d) „Der Grund dafür dürfte sein, weil sie schlicht fehlerhaft und unwahr sind.“

    Das ist eine Lüge, die auf Sie selbst zurückfällt:

    The fact that climate change deniers continue to lie about something as easily verifiable as the availability of the data used in the original (“MBH98”) #HockeyStick study tells you everything you need to know about their honesty & integrity (or, rather, lack thereof).

    e) „Einige Million Dollar waren dem Herrn Mann es wert.“

    Mann bezahlt für den Prozess keine „Millionen“. Ball selbst hat um Abbruch des Verfahrens ohne inhaltliche Entscheidung in der Sache ersucht

    f) „den Prozess zu verlieren.“

    Mann hat den Prozess nicht verloren. Ball hat in einem Gnadengesuch um Abbruch des Verfahrens ohne inhaltliche Entscheidung in der Sache gebeten.

    g) „und lieber nicht über deteils seiner Forschungen zu sprechen.“

    Sind seit Jahren öffentlich bekannt, siehe c.

    h) „Spannend oder?“

    Für Psychologen ist Ihr „Kommentar“ sicher in gewisser Weise spannend.

  26. Interessant, dass reichlich Zitate aufgeführt werden, während niemand den Link zum Urteil postet. Da helfe ich gerne weiter:

    https://justice.gov.bc.ca/cso/esearch/civil/searchPartyResult.do?serviceId=56297267

    Ist zwar kostenpflichtig, aber die 6 canadischen Dollar sind bezahlbar.

  27. Mann did not withhold anything from the court and he is not hiding anything.

    http://healthvsmedicine.blogspot.com/2019/08/the-truth-about-michael-mann-tim-ball.html

  28. @crazyfrog:

    Danke, ebenfalls daraus:

    „The court never asked Mann to produce his data, which is and always has been publicly available.“

  29. @ Sven Grünheid

    Jemand, der wegen Verleumdung verklagt wird, kann sich damit verteidigen zu behaupten, nur eine Wahrheit gesagt zu haben. Diese Verteidigung muss dann der Beklagte belegen und kann ganz üblicherweise nicht die Mitarbeit des Streitgegners verlangen.

    Insofern ist es offensichtlich völlig falsch, dass Mann hätte nachweisen müssen, dass seine wissenschaftlichen Daten korrekt sind.

    Ball hat von Mann behauptet, dass Mann kriminell sei und in den USA bereits Anklage auf oberster Ebene gegen Mann erhoben worden sei. Dieses wurde beanstandet. Wie man von dort auf die Computerdaten für die Klimaforschung kommen soll, könnten Sie bitte einfach mal darlegen.

    Und wieso die einfache und offensichtliche Verteidgung „die Ergebnisse wurden in weltweit respektierten Wissenschaftlichen Magazinen veröffentlicht“ nicht ausreichen sollte, könnten Sie dann auch erklären.

    Laien-Jura reicht durchaus aus. Eine Erklärung warum die Daten Ihrer Meinung nach falsch sind, benötige ich nicht, ich glaube Ihnen, dass Sie zumindest öffentlich die Hockeysticktheorie nicht glauben.

    Ich bin kein Richter oder Jurist, aber ein unparteiischer Richter wird sich nicht auf wissenschaftliche Diskussion einlassen dürfen, sondern muss dafür dann Gutachter nehmen. Ich will ja nicht irgendwelche Verschwörungstheorien anfachen, aber der kommt zu 100% aus dem Universitätsbetrieb…

  30. @Bernd Harder

    „Ich schalte mal einen frei als Beispiel, nämlich diesen.“

    Danke.

    „Ich frage mal einfach so: In welcher realitätsbefreiten Blase leben Sie?“

    Wahrscheinlich in der gleichen Blase, die EIKE für echtes Klimaforschungsinstitut halten und in der ein Lungenfacharzt ein Experte für Feinstaubgrenzwerte ist. Ach so, und wo zuviel CO2 nur dem Pflanzenwachstum gut tut.

    Einfach einmal ein Schuss ins Blaue. ;)

  31. @Reine Wahrheit:

    Ich habe das Dokument VLC-S-S-111913 längst, aber ich finde darin kein „Urteil“, sondern nur ein Update des Verfahrens vom 22. August:

    1. Order that the claim made by Plaintiff be dismissed
    2. Costs will follow the event and of the action since the action is dismissed

    Oder wissen Sie mehr?

  32. @Amardeo Sarma: nun IPCC schreibt ja selber im Anhang des Berichtes, dass es sich hierbei um nicht-lineare chaotische Modelle handelt, die keine Voraussage zulassen. Und da geht es nicht um einen lokalen Hurrican, sondern um diverse Parameter, die nicht einfließen. Das sind z.B. die Wolkenbildung in den unteren Schichten, die Vegetation, die kosmische Strahlung. Jetzt ebbt gerade das Magnetfeld der Erde ab, Partikelstrahlung kommt somit weiter zur Erdoberfläche und kann Aerosole bilden. All diese Effekte überlagern sich und müssten in dem gekoppelten Modell berücksichtigt werden. Und dann kommen noch Vulkanausbrüche hinzu (siehe Effekte in der kleinen Eiszeit).

    In einem Nature Paper ist die Temperaturkurve von Mann et al. auch dabei – mit drei anderen und der Standardabweichung dazu: https://www.nature.com/articles/ngeo1797.epdf?no_publisher_access=1&r3_referer=nature

    Dort ist die Warmzeit im Mittelalter auch mit Temperaturen von heute abgebildet. Aber allein die Abweichungen sind für mich gruselig. Auf solchen Ungenauigkeiten Zukunftsperspektiven aufzubauen ist schon fragwürdig.

  33. @Andi:

    Sie glauben nicht wirklich, dass wir jetzt (Thema: Klimawandel) auch noch über „Snuff-Movies“ diskutieren, oder?

    Machen Sie sich bitte wenigstens die Mühe, dazu passende Postings zu suchen, anstatt hier mit haltlosen und themenfremden Vorwürfen aufzuschlagen.

  34. @jojo:

    1. „nun IPCC schreibt ja selber im Anhang des Berichtes, dass es sich hierbei um nicht-lineare chaotische Modelle handelt, die keine Voraussage zulassen.“

    Ich vermute Sie beziehen sich auf den TAR von 2001.

    Dort steht auf Seite 774: „In climate research and modelling, we should recognise that we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible. The most we can expect to achieve is the prediction of the probability distribution of the system’s future possible states by the generation of ensembles of model solutions.“

    Die Einschätzung des IPCC von 2001 ist also, dass es zwar nicht möglich ist genaue Langzeitprognosen zu geben, es aber möglich ist eine Abschätzung der möglichen Zustände zu geben.

    Wenn Sie an aktuelleren Abschätzungen interessiert sind, dann können Sie einen Blick auf S. 19 des aktuellen AR5 von 2013, WG1 werfen. Dort ist eine Grafik für verschiedene Emissionsszenarien (bzw. RF, das könnte man dort nachlesen) angegeben. Sie geben dies verkürzt und verzerrt wieder.

    2. Prognosen zum Klimawandel und Klimamodelle basieren nicht allein auf den Paläo-Rekonstruktionen. Nur dann wäre der Einwand stichhaltig, dass diese Abweichungen zu groß für den Aufbau von Zukunftsperspektiven sind.

    Klimamodelle und deren Weiterentwicklung basiert auf grundlegender Physik, den Messungen seit systematischer Wetteraufzeichnung, die mit der Zeit detaillierter wurden und historischen Klimarekonstruktionen, die sich in dem Paper von Mann finden.

  35. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit manche Zeitgenossen ihre Faktenresistenz zur Schau stellen, zumal Herr Ball ja schon ein mal einen ähnlichen Rechtsstreit wegen außergewöhnlicher Dämlichkeit „gewonnen“ hat.

    https://arstechnica.com/science/2018/02/judge-finds-written-attack-on-climate-scientist-too-ludicrous-to-be-libel/

    Zur Erklärung:
    „the court found that certain published comments were not defamatory because they were so ludicrous and outrageous as to be unbelievable and therefore incapable of lowering the reputation of the plaintiff in the minds of right-thinking persons.“

    Frei übersetzt: Hrn. Balls Beleidigungsversuche sind mangels geistiger Substanz nicht justiziabel.

    Es geht hier also nach wie vor darum, dass ein Herr Ball sich gerichtsmäßig wiederholt zum Deppen gemacht hat, dieses aber nun auf grotesk lächerliche Art und Weise als grandioser Sieg der Leugner des anthropogenen Klimawandels umgedeutet werden soll.

  36. Soziale Ungerechtigkeit (bei uns Hartz 4) und miserabele, aber allen gleichgültige Bildungssysteme schaffen Boden für Stuss. Der Stuss gedeiht bestens, wie wir sehen. Wäre es nicht an der Zeit, die Ursachen für denselben zu beseitigen, statt sich die Haare über seine Ausbreitung zu raufen? Schön, dass man es noch schafft, Luftnummern in der Luft zu zerreißen, nur hilft das keinem. Die Luftnummern sind doch schon lange abseits der Realität, Texte wie diese erreichen Fanatiker doch überhaupt nicht. Nur wenn wir die Ursachen beseitigen, können deren Kinder aus der von uns verschuldeten Unmündigkeit ausbrechen. Lasst uns nach vorne blicken und die Dinge von Irrelevanz durch Wichtigeres ersetzen.

  37. @ Nox

    „Schön, schön. Aber wer die Original-Hockeystick Kurve ansieht (siehe mimikama Artikel) erkennt:

    – es gibt keine kleine Eiszeit
    – es gibt keine mittelalterliche Warmzeit

    Will jemand wirklich behaupten diese Rekonstruktion der nahen Klima-Vergangenheit wäre heute noch „Stand der Wissenschaft“ und über jeden Zweifel erhaben?“

    -> das liegt daran, daß es keine globale mittelalterliche Warmzeit gab:

    https://www.nature.com/articles/s41586-019-1401-2

  38. KenFM versucht erneut, sich von der Ursprungsmeldung zu distanzieren, ohne dabei zugeben zu müssen, dass die Aussagen des Autors nicht überprüft worden sind.

    Jetzt soll das alles („Sieg“ von Ball und „Betrug“ von Mann) nur als „Meinung“ und „Kommentar“ verkauft werden:

    https://donotlink.it/l/Qe5ey

  39. @Amardeo Sarma 7. September 2019 um 16:50

    „Gerichte entscheiden keine wissenschaftliche Fragen; diese werden im wissenschaftlichen Prozess (vorläufig) entschieden.“

    Wir haben ein BVerfG, das den Gesetzgeber und die Regierung kontrollieren soll. Das setzt voraus, dass es einen Begriff davon hat, was Realität ist. Sonst fällt der Regierung noch ein, dass Menschen durch Kopfhacken nur transdimensionaliert oder was immer werden, aber gar nicht sterben, also das Todesstrafeverbot nicht angetastet ist.

    „Wir sollten gelassen bleiben.“

    Richtig. Stand heute in meinem Horoskop.

    „In defense of Greta Thunberg.“

    Link gibt mir leider nur 404.

    „Wenn wir hier die gleichen Kriterien in Sachen Gentechnik anwenden, wie bei „Achse des Guten“ oder „Tichys Einblick“ in Sachen Klimawandel, dann sind eine sehr große Zahl unserer Politiker der „alten“ Parteien und auch Professor Harald Lesch Wissenschafts- und Realitätsleugner.“

    Kriterien abzulehnen, weil sie zu unerwünschten (nicht etwa falschen) Ergebnissen führen, ist auch nicht so der Bringer.

    „Was mir noch wichtig ist: So wichtig es auch ist, den (echten) Leugnern des anthropogenen Klimawandels argumentativ (!) entgegenzuwirken sollte man ihren Einfluss nicht überschätzen. In Deutschland haben sie nie eine Rolle gespielt.“

    „13 Prozent der Deutschen“ erklärt nicht die Katastrophe AfD, aber so wenig ist das auch nicht. https://www.heise.de/tp/features/Wissenschaft-im-Gegenwind-4517042.html Mag sein, dass die Leugner nur eine Feigenblattrolle spielen und ich würde ja selbst darauf tippen, dass sich die 13% ihre Meinung nicht durch Studium von deren Argumenten gebildet haben, aber eine Wirkung auf „nur“ sozialer Ebene ist ja schlimm genug.

    „Die „Wissenschaft“ sollte auch nicht diktieren, was die Politik zu tun hat, wie unter anderem Rezo meint.“

    Gemäß der üblichen Anschauungen diktiert die Wissenschaft gar nix, weil sie kein ethische System ist. Hat man sich aber einmal ethisch festgelegt, etwa in der Art „Ist wünschenswert, die Menschheit nicht auszurotten“ und hält man s.o. die Wissenschaft für zuständig für die Beschreibung der Realität, dann kann es schnell eng werden mit Handlungsoptionen. Die Breite der Optionen scheinbar wieder herzustellen ist der Feigenblattwert der Leugner.

    „Die Politik muss viele andere Fragen auch berücksichtigen. So wichtig auch ich das Problem des Klimawandels finde, sie ist nicht unser einziges Problem.“

    Es gibt allerhand Probleme, aber welche interagieren denn mit dem Klimawandel in einer Art, dass man sie gleichzeitig berücksichtigen müsste? Mir fällt da allenfalls ein „Wie kann man die Hirnlosen so integrieren, dass man mit Ihnen zusammen die notwendige Mehrheit oder die sonstigen notwendigen Voraussetzungen für Handeln schafft?“ Indem man sie als erstes nicht hirnlos nennt, vermute ich mal. Aber ob das reicht? Ist die Menschheit rettenswert, wenn man sie nur durch Lügen retten kann?

    Damit das nicht zum philosophischen Workshop wird, noch die praktische Seite. Der Politik ist die Möglichkeit vom BVerfG de facto eingeräumt. Der Gesetzgeber darf so nahe an der Lüge rangieren wie überhaupt nur möglich. Konkret: Er darf alles glauben, für das p>0 ist. Diese Entscheidung hat das BVerfG an einer wenig beachteten Stelle in der ohnehin wenig bekannten zweiten Hartz IV Entscheidung getroffen

    „Auch eine sachgerechte Schätzung ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet, weshalb der Gesetzgeber nicht gezwungen ist, zur Bestimmung der Höhe von Sozialleistungen auf eine bloß näherungsweise Berechnung abzustellen“ https://lexetius.com/2014,2969

    Diese ganz allgemein rechts- wie wissenschaftsphilosophisch höchst interessante Entscheidung ist, wohl da so tief im Sozialrecht begraben, bisher nur wenigen Spezialisten aufgefallen. Die lassen es zwar nicht an deutlichen Worten fehlen, aber die Resonanz ist nahezu 0. Hier die einzig mir bekannte Ausnahme

    Jürgen Borchert, Richter Landessozialgericht Hessen a. D.: „Dann kann man sagen, wir lassen den Quatsch mit dem statistischen Ermitteln, weil wir halten uns sowieso nicht dran. Da wird ein großer Hokuspokus veranstaltet, den sowieso kaum jemand versteht, weil diese Rechnungen sehr kompliziert sind, aber sie sind relativ genau. Und wenn man sich dann hinterher nicht dran hält, dann soll man das Ganze offen auf den … in den Abfalleimer schmeißen.“ https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/hartz-vier-114.html

    „Die „Wissenschaft“ sollte den Stand der Wissenschaft und die Faktenlage darstellen und sich nicht irgend einem politischen Agenda anbiedern. Wenn die Politik oder die Justiz Wissenschaft und die Faktenlage ignoriert sollten Wissenschaftler das dann auch entsprechend kritisieren.“

    Ja.

  40. Dr Tim Ball – Historical Climatologist
    timothyball@shaw.ca
    Book ‘The Deliberate Corruption of Climate Science’.
    Book “Human Caused Global Warming”, ‚The Biggest Deception in History’.
    https://www.youtube.com/watch?v=tPzpPXuASY8
    https://www.youtube.com/watch?v=tPzpPXuASY8
    https://www.youtube.com/watch?v=sO08Hhjes_0
    https://www.technocracy.news/dr-tim-ball-on-climate-lies-wrapped-in-deception-smothered-with-delusion/

    BREAKING – Dr. Tim Ball wins @MichaelEMann lawsuit – Mann has to pay
    https://wattsupwiththat.com/2019/08/22/breaking-dr-tim-ball-wins-michaelemann-lawsuit-mann-has-to-pay/

  41. @Tim Ball:

    Are you serious?

    A collection of Youtube Videos about the alleged „climate swindle“ and a link to a climate denier site?

    You have nothing more to say on your own case?

    You see me head-shaking …

  42. @Bernd Harder

    Ist es tatsächlich Tim Ball, der sich auf einer deutschen Skeptikerseite meldet? Oder doch nur ein Trittbrettfahrer, der unter Balls Namen seine *hust* Wahrheiten (TM) verbreitet?

  43. @RPGNo1:

    Absolut sicher können wir nicht sein, aber alles (IP etc.) deutet darauf hin.

  44. @RPGNo1:

    Aha – sogar in Kanada wird über unseren Artikel berichtet (genauer gesagt: eins zu eins übernommen, ohne dass wir davon etwas wussten):

    https://www.en24.news/ca/2019/09/has-climate-change-been-refuted-in-a-process-in-canada.html

    Das wird der Herr Ball wohl gelesen haben.

  45. @Bernd Harder

    Für jemanden, der sein „hohes Alter, seinen schlechten Gesundheitszustand sowie seine geringe Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Bedeutungslosigkeit“ geltend macht, damit eine Klage abgewiesen wird, ist Herr Ball durchaus rührig unterwegs und um sein „Ansehen“ besorgt, dass auf diesem Blog meldet und Bullshit (sorry) zum Klimawandel verlinkt.

    Wobei natürlich immer noch die Möglichkeit besteht, dass er Mitarbeiter hat, die ihm zuarbeiten und die auf seinen Internetzugang Zugriff haben.

    Oder er ist auf der Maus ausgerutscht. Ganz AfD-like. :)

  46. @RPGNo1:

    Einerseits ja – andererseits bestätigt er ja im Prinzip alles mit seinem inhaltslosen „Bullshit“.

    Auf der Seite, zu der er verlinkt, findet sich ein kurzes E-Mail-Zitat von ihm – der Rest sind Leugner-Spekulationen, wie sie dann auch eins zu eins von den deutschen „Alternativmedien“ kopiert worden sind.

    „Tichys Einblick“ hat – wie KenFM hier und hier – auch noch einen weiteren Beitrag nachgeschoben, in dem sie versuchen, Ball weiter zu verteidigen, unter anderem mit der Behauptung:

    Der Anwalt von Ball mahnte damals ein wenig zur Beschleunigung des Verfahrens, wies auf das hohe Alter Balls und auf die Dauer des Prozesses hin.

    Das „damals“ bezieht sich auf 2017, als Mann eine Vertagung des Prozesses beantragt hätte.

    Das soll wohl suggerieren, dass Balls Wunsch, den Prozess zu beenden, gar nicht aktuell von ihm selbst geäußert worden sei, sondern auf 2017 und auf seinen Anwalt zurückgehe.

    Problem ist nur: Auch das kann nicht stimmen.

    In dem Dokument, das oben im Beitrag verlinkt ist, zitiert Mann’s Anwalt Ball mit dem Worten:

    I myself am 80-years old (born 5. November 1938)

    Im Februar 2017 war Ball aber noch keine 80.

    Also ist diese Äußerung Ball’s zu seinem Alter und seinem Gesundheitszustand offenbar tatsächlich aktuell – und stammt eben nicht von „damals“, wie bei Tichy behauptet wird.

    Daraus folgt eigentlich unschwer, dass Mann’s Anwalt keineswegs eine nebensächliche, zwei Jahre zurückliegende Äußerung von Ball’s Anwalt aus dem Jahr 2017 verwendet. Sondern dass Ball tatsächlich jetzt selbst das Verfahren beenden will.

    Weiter zitiert Mann’s Anwalt Ball wie folgt:

    After the trial adjournment in February of 2017, I sufferd a coronary heart failure.

    Auch das zeigt doch, dass es nicht um den Stand Februar 2017 gehen kann, wie Tichy weismachen will – wie könnte Ball sonst auf Ereignisse *danach* Bezug nehmen?

    Auch das überzeugt mich davon, dass Mann und sein Anwalt die Wahrheit sagen und Ball und seine Anhänger nicht.

  47. @crazyfrog:

    Nun ja, vielleicht möchten Herr Mann und Herr Ball ihre Kontroverse hier im Blog weiterführen – wir würden uns freuen. Und moderieren.

  48. Wenn man alle Kommentare hier so liest, dann kann man nur mehr den Kopf schütteln. Hier wird unter dem Deckmantel der Wissenschaft ein an sich interessantes Thema ideologisch abgehandelt: längst ist die sogenannte Klimawandel-Debatte zu einem ideologischen Grabenkampf verkommen. Wissenschaft hat streng objektiv zu sein, Wissenschaftler haben sich dazu ideologisch nicht zu betätigen. Hier werden jedoch auch eindeutige politische Bezugsinhalte verbalisiert, das alleine disqualifiziert.

    Zum Thema selbst: es geht lediglich um die subjektive Angst des Menschen um seiner selbst willen. Es bestätigt sich auch hier wieder, dass der g´scheite Mensch mit seiner im Vergleich zum Erdalter kaum vorhandenen Existenz gegenüber der Schöpfung respektlos, lästerlich anmaßend ist und wahrlich glaubt, er könne mit seinem vergleichsweise kurzem wissenschaftlichem Verständnis das große und ganze gewaltige Ordnungsgefüge nachhaltig verändern, das die Evolution hervorbrachte, vergessend, dass er selbst nur ein Geschöpf und kleines Teilchen davon ist. Das ist die Arroganz des Menschen. Nur mal so zum Nachdenken: würde der Hotspot im Yellowstone-Nationalpark explodieren, wären wir innerhalb von zwei Jahren weg. 99,9% der Menschheit würde eliminiert werden. Und wir erregen uns über eine lächerliche Episode der Biosphären-Historie deren Teil das Klima ist. Vielleicht täten wir alle gut daran zu erkennen, dass wir ein winziges Teil des ganzen Großen sind und NICHTS vermögen! All unser im Verhältnis klägliches Streben ist geradezu lächerlich. Keinem Sterblichen ist es gegeben auch nur ein Jota am großen Ganzen zu verändern! That´s it!

    Und nun zur unendlichen Diskussion von Daten und Kurven: jeder, der komplexe wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet, weiß, dass die Statistik ein brauchbares Instrument darstellt. Unter Beachtung grundlegender Regeln, kann man mit Statistik fast alles machen. Und so lassen sich halt dann auch Daten generieren und interpretieren, wiewohl es die eigentlich „richtige“ Methode eben nicht gibt. Und das führt dann zu Diskussionen mit „ja, aber…“ Es lassen sich Daten eben mit verschiedenen statistischen Methoden bearbeiten, wichtig sind die Randbedingungen, die VOR dem statistischen Modell festgelegt werden müssen. Das wird in der Praxis leider nicht immer gemacht, sondern die statistische Aussage im Nachhinein „angepasst“. Für mich sind daher solcherart generierte Aussagen statistisch interessant, aber grundsätzlich nicht stichhaltig.

    Es wurde an anderer Stelle hier schon erwähnt: ein derart hochkomplexes System mit vielen unbekannten Einflussgrößen, Korrelationen lässt sich weder berechnen, noch entsprechend prognostizieren. Weder verfügen wir über ALLE ausreichenden Informationen, noch über die Rechenleistung. So wird alles zur reinen Glaubenssache. Wer das bestreitet, der trete den Beweis an und berechne die Prognose einer Cumuluswolke und veröffentliche das Ergebnis.

  49. @Rudolf Hammer:

    Ihr quasi-religiöses Statement kann man im Grunde mit einem Satz beantworten:

    So wird alles zur reinen Glaubenssache.

    Nein. Nur weil wir nicht *alles* wissen, heißt das nicht, dass wir überhaupt nichts wissen. Wir wissen über den Klimawandel genug, um zu verstehen, dass wir handeln müssen.

    Ihre fatalistische Einlassung bzgl. des Yellostone-Vulkans ändert daran überhaupt nichts. Sie können auch morgen vom Auto überfahren werden – stellen Sie deswegen heute jegliche persönlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten ein?

    Wissenschaftler haben sich dazu ideologisch nicht zu betätigen.

    Das hat mit „Ideologie“ überhaupt nichts zu tun. Solche Diskussionen kann man im Grunde kaum „unpolitisch“ führen, auch nicht als Wissenschaftler.

    Kongruenzen zwischen persönlichen und meinetwegen „parteilichen“ Meinungen sind nunmal vorhanden und kaum zu vermeiden

    Wenn jemand der Überzeugung ist, dass dringendes Handeln unabdingbar notwendig sind, dann tritt er /sie auch radikal dafür ein. Wenn es dann zufällig „die Linken“, Grünen, Schwarzen, Roten, Gelben oder sonstwer sind, die die gleiche Überzeugung teilen, dann ist man natürlich automatisch solidarisch mit denen.

    Und das steht auch Wissenschaftlern frei.

  50. @ Rudolf Hammer:

    Dass Wissenschaft keine „politischen Bezugsinhalte“ haben dürfe, ist selbst eine ideologische Position. Historisch gesehen war Wissenschaft stets auch lebensdienlich und nicht nur ein akademisches Glasperlenspiel.

    Und wer behauptet, der Mensch sei gegenüber der „Schöpfung respektlos, lästerlich anmaßend“, könne aber ohnehin nicht „das das große und ganze gewaltige Ordnungsgefüge nachhaltig verändern“, beansprucht Einsichten auf der gleichen Ebene wie die Klimaforschung, nur ohne Daten, einfach gefühlt.

    Auf dieses Gefühl dürfen Sie die Vorbehalte, die Sie gegenüber der Statistik formulieren, mit deutlich mehr Recht anwenden.

  51. „Wer das bestreitet, der trete den Beweis an und berechne die Prognose einer Cumuluswolke und veröffentliche das Ergebnis.“

    Wir können auch nicht die exakte Bewegung eines Elektrons bzw. einer Elektronenwolke berechnen. Trotzdem ist es problemlos möglich, eine Maschine, die auf Elektronenbewegung basiert, zu konstruieren und damit Unsinn ins elektronenbasierte Internet zu schreiben.

    Das bedeutet, es ist durchaus möglich, die Auswirkungen einen physikalischen Effektes hinreichend genau zu beschreiben, um Aussagen über das Ergebnis machen zu können.

  52. @ celsus 13. September 2019 um 12:46

    Schön, aber zuviel Entgegenkommen.

    Was soll „die Prognose einer Cumuluswolke“ überhaupt sein? Jede Aussage über eine solche?

    Dann prognostiziere ich, dass in den nächsten 10 Minuten hier im Zimmer keine auftaucht.

  53. Replik an @Harder et al:

    Zwischen „Allem“ und „Nichts“ liegt eine unbekannte Bandbreite. „Nichts“ nicht zu wissen heißt nicht automatisch genug zu wissen: wieviel ist denn genug, wovon? Und dann wird aus „genug“ eine Glaubensfrage. Nach einer ersten Sichtung aller in den verschiedenen Foren vorgebrachten “Wissensständen“ muss man sagen, dass es keine Kongruenz der Faktenlage gibt. Und wenn dann jede Seite behauptet Recht zu haben und dieses durchsetzen will, dann wird daraus ein Grabenkampf. Soferne politische Parteien ideologisch fundiert sind, und das sind sie alle, führt die Betätigung über polit. Parteien zur Ideologisierung der Wissenschaft: Wissenschaftler bedienen sich dann der politischen und damit ideologischen Species um ihre Meinungsobservanz durchzusetzen.

    Bislang blieben wissenschaftliche Kontroversen auf dem Tablett der wissenschaftlichen Erkenntnisfindung. Am Ende des Prozesses konnte eine allgemein anerkannte Thesis formuliert und Teil des Standes der Wissenschaft werden. Ferner ist Wissenschaft keineswegs lebensdienlich, die Triebkraft wissenschaftlicher Erkenntnis ist ausschließlich die Neugier des Menschen: „Ich will wissen, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält“ (Faust). Ich kenne Kollegen, die als Physiker lieber im berühmten Elfenbeinturm sitzen und Neues „ausbrüten“, ich zähle mich dazu. Man betrachte auch etwa das Wirken des Universalgenies Leonardo Da Vinci. Ebenso anderer großer Gelehrter. Es geht immer nur um das Wissen und dieses Wissen soll zur allumfassenden Erkenntnis führen. Erst kommt der Wissens- und Erkenntnisträger, vulgo Wissenschaftler, dann die Gesellschaft – wie sonst soll diese profitieren können, wenn nicht am individuellen Genius???

    Daraus sollte sich der ethische Anspruch der Wissenschaft ableiten. Und ausgerechnet beim Klima, einem so hochkomplexen Thema, transformiert sich die „Wissenschaft“ zu einem politischen Instrument, dass die Öffentlichkeit und die Politik instrumentalisiert, damit eine wissenschaftliche Streitfrage auf dem Schlachtfeld entschieden wird. Das ist neu und bis dato unbekannt. Wissenschaftler sind aber einer besonderen Verantwortung und Ethikanspruch der Wissenschaft unterworfen. Wollen Sie und Ihre Kollegen und sonstig Involvierte behaupten, diesem Anspruch so gerecht zu werden? Dann Schauen Sie mal täglich in die Medien, was da auf welche Weise abgeht.

    Betreffend Yellowstone-Park ist natürlich keinem Fatalismus das Wort geredet. Es soll die Größenverhältnisse ins Bewusstsein rufen. Wenn man die Entwicklungsgeschichte der Erde und dabei die gewaltigen zeitlichen und räumlichen Dimensionen einmal Revue passieren lässt, ebenso des Universums, dann sollte Mensch sich selbst endlich einmal auch richtig einordnen können. Und DAS kann man unabhängig von jeder wissenschaftlichen Betätigung. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wieviel kann der Mensch wirklich? Angesichts dieser Größenverhältnisse ist es einfach absurd in Anspruch nehmen zu wollen, wir werden durch unser Tun unseren Planeten umstürzen können. Bescheidenheit täte gut! Nehmt euch doch alle mal raus aus dem System und betrachtet es aus dem Blickwinkel des Experimentators. Dann werdet ihr wieder in Frieden zueinander finden und draufkommen, wie absurd das Theater ist. Und überhaupt: solange es Kohlenwasserstoffe gibt, solange wird das Leben auf der Erde nicht versiegen!

    Speziell an @thorstenv:

    Um eine Cumuluswolke zu prognostizieren, muss man alle möglichen Zustände aller Gasmoleküle dieser Wolke kennen und nach der Zeit berechnen. Selbst wenn diese Rechenleistung zur Verfügung stünde, reichte die erforderliche Speicherkapazität niemals aus, nicht mal das Universum. Wenn diese eine Cumuluswolke ein Teil des Wettergeschehens ist und damit ein Teil des Klimageschehens, dann kann man die gewaltige Dimension des Prognoseproblems einschätzen. Wie sollen wir dann erst recht wissen, ob und wieviel „genug“ genug ist??? Siehe @ Harder et al.

  54. @Rudolf Hammer:

    Nach einer ersten Sichtung aller in den verschiedenen Foren vorgebrachten “Wissensständen“ muss man sagen, dass es keine Kongruenz der Faktenlage gibt.

    Ich fürchte, dann haben Sie in den falschen „Foren“ geschaut. Die Faktenlage zum menschengemachten Klimawandel ist völlig eindeutig:

    https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-noch-keinen-wissenschaftlichen-konsens-zum-klimawandel

    Nehmt euch doch alle mal raus aus dem System

    Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob Sie das alles ernst meinen. Wir können uns nicht „aus dem System rausnehmen“ und „beobachten“ – seit der Industrialisierung ist erwiesenermaßen der Mensch die Hauptursache für die globale Erwärmung:

    https://www.klimafakten.de/behauptungen/ist-vielleicht-etwas-anderes-als-der-mensch-die-ursache-0

  55. @ Rudolf Hammer:

    Sie schreiben: „Ferner ist Wissenschaft keineswegs lebensdienlich“

    Nutzen Sie für Ihre Kommentare keinen PC? Haben Sie keinen Kühlschrank? Wird Ihr Trinkwasser nicht mikrobiologisch überwacht? Kommt der Strom bei Ihnen aus dem Müsli?

    Sie schreiben: „Wissenschaftler sind aber einer besonderen Verantwortung (…) unterworfen.“

    So ist es. Das schließt ein, nicht zu schweigen, wenn man sieht, dass es so nicht weitergehen kann.

    Sie schreiben: „solange es Kohlenwasserstoffe gibt, solange wird das Leben auf der Erde nicht versiegen!“

    Das mag sein, auch wenn ich nicht glaube, dass Sie dafür ein der Klimaforschung vergleichbar gutes Prognosemodell haben. Aber mit dem Überleben von Kakerlaken wäre der Menschheit ohnehin nicht gedient. Es geht darum, dass wir und unsere Kinder auch in Zukunft ein gutes Leben haben.

  56. @ Rudolf Hammer:

    Vielleicht täten wir alle gut daran zu erkennen, dass wir ein winziges Teil des ganzen Großen sind und NICHTS vermögen! All unser im Verhältnis klägliches Streben ist geradezu lächerlich. Keinem Sterblichen ist es gegeben auch nur ein Jota am großen Ganzen zu verändern! That´s it!

    Meinen Sie nicht, dass ein Atomkrieg mit den zu erwartenden Gegenschlägen der großen Atommächte doch das eine oder andere Jota am großen Ganzen verschieben könnte? Das Szenario in Hans Hellmut Kirsts „Keiner kommt davon“ könnte fast noch zu optimistisch sein.

    Oder jemand setzt ein selbstgebautes Virus frei, das dann wie in Dan Browns „Inferno“ die gesamte Menschheit infiziert, oder vielleicht einen großen Teil aller Säugetiere. Je nachdem, was das Virus dann tut, könnte das gewisse Auswirkungen auf das große Ganze haben.

    Wir haben es soweit gebracht, dass wir tatsächlich einiges verändern können. Dass vermutlich „das Leben“ auf dem Planeten nicht völlig ausgelöscht würde, ist schön, hilft der Menschheit dann aber auch nicht mehr.

  57. Das nächste „Alternativmedium“, das sich von den „Alternativmedien“ distanziert (klar, die Unseriösen sind natürlich immer die anderen …), ist „Rubikon“:

    Um es klar auszusprechen: Was Rainer Rupp, Henryk M. Broder, Roland Tichy, EIKE und viele andere Outlets berichtet haben, nämlich dass Professor Mann in Kanada vom Supreme Court verurteilt wurde, weil er sich weigerte, seine Daten herauszugeben, ist eine Ente. Sie haben einen Türken gebaut, potemkinsche Dörfer errichtet, FakeNews herausposaunt.

    https://donotlink.it/XeO75

  58. @ Rudolf Hammer 13. September 2019 um 21:10

    Das trifft für die Moleküle in einem Stein, den ich werfe, auch zu. Trotzdem ist die Flugbahn des gesamten Steins mit ziemlich großer Genauigkeit vorhersehbar, wenn man nur die ersten paar Zentimeter der Bewegung kennt.

    Selbst die Tatsache, dass wir wissen, dass der Stein / die Wolke sich aus sehr vielen winzigen und schlecht beschreibbaren Teilen zusammensetzt ist hier nur unnützes Wissen. Wir sind an anderen Eigenschaften des Gesamtsystems und den Zusammenhängen zwischen diesen interessiert.

    Auch der Mensch besteht aus einer Vielzahl Moleküle, aber das heißt nur, dass die Methode Informationen über den Menschen aus seinen Bestandteilen herbeizurechnen grundsätzlich erfolgreich sein kann (folding@home), nicht das man nur so vorgehen könnte. Die Wirksamkeit von Medikamente prüft man z.B. durch Ausprobieren, nicht Ausrechnen.

  59. Wieso glaubt ihr eigendlich was Dr.Mann und sein Anwalt von sich geben…
    Der Prozess wurde abgebrochen wegen des Gesundheitszustandes von T.Ball?…
    Ihr habt von Jura alle wohl keine Ahnung,das ist mal Fakt!
    Das Gericht hätte die Verhandlung aussetzen können um sie ab zu brechen bräuchte sie die Zustimmung vom kläger.
    Wo ist die Zustimmung von Dr.Mann,es gibt keine!Er hätte auch niemals zu gestimmt weil er bereits um überhaupt klagen zu können schon viel Geld bezahlt hat ans Gericht!
    Dr.Mann muss sehr wohl die Kosten tragen und auch die Kosten von T.Ball übernehmen.
    Wer muss die Kosten eines Rechtsstreits (Anwalts- und Gerichtskosten) im Zivilverfahren tragen?
    Es ist grundsätzlich erst einmal so, dass jeder seinen Rechtsanwalt selber bezahlen muss (von Prozesskostenhilfe einmal abgesehen). Die klägerische Partei hat auch grundsätzlich einen Gerichtskostenvorschuss zu bezahlen. Ohne den Gerichtkostenvorschuss wird das Gericht nicht tätig und stellt dem Gegner die Klage erst gar nicht zu. Nach beendetem Rechtsstreit bestimmt das Gericht im Urteil, wer in welcher Höhe die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hat (dies richtet sich wieder nach dem Obsiegen und Obliegen in dem jeweiligen Rechtsstreit). Obsiegt beispielsweise der Kläger vollumfänglich, also der Klage wird stattgegeben, ist die automatische Folge, dass der Gegner die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hat. Umgekehrt ist es, wenn die Klage abgewiesen wird. Dann hat der Kläger dem Beklagten sämtliche Kosten des Rechtsstreits zu erstatten.

    Dr.Mann ist Kläger und T.Ball der beklagte.
    Dr.Mann hat T.Ball verklagt weil der gesagt hat das DR.Mann ein schwindler ist bezüglich der Hockeyschlägerkurve,darauf hin hat Dr. Mann ihn angeklagt….ähm Leute der Kläger ist immer in der beweispflicht und muss beweisen das T.Ball lügt und das hat er nicht getan….Es spielt dabei keine Rolle ob es Daten im Internet gibt zu der hockeyschlägerkurve,Dr Mann ist in der Beweispflichtit und hätte sie getrost dem Gericht vorlegen können auch ohne,dass das Gericht die Daten verlangt um T.Ball der lüge zu überführen….Das hat er nicht getan.
    Es ist nicht Aufgabe des Gerichtes nach beweise zu suchen ,sondern der Kläger ist in der beweispflicht und muss beweise vorlegen,das hat er nicht getan.
    Das Gericht hat die Klage zum Schluss abgewiesen von Dr.Mann was einem Freispruch für T.Ball gleich kommt.
    Und da sie ABGEWIESEN wurde zahlt Dr.Mann.
    Hätte er Daten vorgelegt zu seiner hockeyschlägerkurve dann hätte das Gericht diese Daten prüfen müssen.
    Prüfung von Beweismittel…
    Dann wären die Email’s aus der climategate Affäre auch vor Gericht aufgetaucht…
    Und wenn Mann der ach so große Gewinner ist in dieser Verhandlung,warum sollte er dann gegen die abweisung der Klage vorgehen und Widerspruch einlegen?

  60. Ihr nennt euch Skeptiker….was ein Witz wo ist dann der von mir eingereichte Kommentar der euch Skeptiker ebend nicht nach dem Mund redet….?
    Und kommt bloß nicht mit troll oder solchen aussagen….Ich bin Jurist und der von mit eingereichte Kommentar war und ist absolut sauber…!wenn ihr echte Skeptiker sein würdert,dann hättet ihr meinen Kommentar frei gegeben und man hätte darüber diskutieren können.
    Das wollt ihr aber einfach nicht,weil mein Kommentar positiv zu T.Ball steht und in Zweifel zieht was Dr.Mann sagt.

  61. @Leo Leone:

    Spendieren Sie uns auch noch ein paar Belege für alles, was Sie da behaupten, z.B. das Urteil, die Klageabweisung des Gerichts o.ä.?

    Bis jetzt sprechen Sie nur das nach, was die „Alternativ“-Medien zu dem Fall verbreitet haben – und dem haben sowohl „KenFM“ als auch „Rubikon“ widersprochen, die nun beide nicht gerade im Verdacht stehen, sonderlich „Mainstream“-freundlich zu sein.

    „Wieso glaubt ihr eigendlich was Dr.Mann und sein Anwalt von sich geben.“

    Das habe ich mehrfach erläutert: Weil Mann’s Angaben plausibel sind und Ball’s Angaben nicht. Und weil Ball selbst hier kommentiert hat und nichts geliefert hat außer ein paar alten Youtube-Videos.

    „Wo ist die Zustimmung von Dr.Mann,es gibt keine!“

    Haben Sie verstanden, dass Mann 30 Tage Zeit hat, um auf die aktuelle Situation zu reagieren?

  62. @Leo Leone:

    Ich bitte Sie untertänigst und untröstlich um Ihre Vergebung, dass ich nicht den ganzen Tag vor dem PC sitze und auf Ihren weltbewegenden, richtungsweisenden Kommentar warte, damit ich diesen sofort und ohne eine Sekunde Verzug freischalten kann. Nochmals verzeihung, sorry, entschuldigung, pardon etc.pp.

    Und zu Ihrer Info: Wenn Sie hier öfter mal mitgelesen hätten, wüssten Sie, dass genau *das* ein Verhalten ist, das wir absolut nicht goutieren.

    Eine Diskussion mit jemandem, der gleich mit Beschimpfungen und vor allem Unterstellungen ankommt, wie „die Skeptiker“ angeblich seien und was diese zu tun und zu lassen hätten, nur weil sein „Kommentar“ nicht sofort erscheint, betrachten wir als überflüssig.

    Ich bin Jurist

    Dann benehmen Sie sich auch standesgemäß.

    Schönen Tag noch.

  63. @Bernd Harder

    Als Jurist sollte Herr Leo Leone aber auch
    a) die deutsche Rechtschreibung korrekt beherrschen können,
    b) sich gesittet ausdrücken können.

    Wenn er aber auf die gleiche Art und Weise wie in seinem Kommentar von 10:35 h ein fachliches Schreiben aufsetzt, welches vor Fehlern nur so wimmelt und vor Emotionalität (milde ausgedrückt) strotzt, dann gibt mir das zu denken. Der Herr Jurist ist nicht zu empfehlen.

  64. Nach 30 Minuten googlen habe ich immer noch keine Aussage von Tim Ball gefunden das er Kreationist ist. Nur den Tweet von Michael Mann. Aber wo sagt Tim Ball das er Kreationist ist, und wieso copy pastet ihr alle diese Verleumdung.

  65. @Robert Müller:

    Das angebliche „30 Minuten googlen“ hätten Sie sich sparen können, stattdessen brauchen Sie nur den Link oben im Text bei „… zählt außerdem zu den Kreationisten“ anzuklicken:

    https://wattsupwiththat.com/2018/06/25/climate-change-and-fear-of-change-are-natural-conditions-easily-exploited-because-people-dont-understand-amount-and-extent-of-change/

  66. @Robert:

    Ich habe genau zehn Sekunden gegoogelt und bin sofort fündig geworden:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Timothy_Ball#Standpunkt_zum_Klimawandel

  67. Die „Argumentations“decke der Ball-Apologten wird so dünn, dass sie jetzt schon auf Nebenschauplätze ausweichen müssen. Stichwort: Kreationist.

    Ich verstehe nicht, wie manche Personen sich freiwillig und überaus offensichtlich so zum Horst machen. Peinlich, peinlich.

  68. @RPGNo1:

    Ich versteh’s auch nicht. Prof. Ball hat sich hier persönlich zu Wort gemeldet – mit absolut nichts außer ein paar Links zu Youtube-Videos.

    Also geht’s eigentlich noch?

  69. @Robert Müller:

    „und wieso copy pastet ihr alle diese Verleumdung.“

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich mal auf KenFM verweise – aber vielleicht glauben Sie diesem „Alternativ“-Medium ja mehr als uns:

    Es geht in dem Artikel um den Beleidigungsprozess des Klimawissenschaftlers Professor Michael E. Mann gegen den Geografen Professor Timothy Ball. Das klingt erst mal nach einem Streit unter übersensiblen Wissenschaftlern. Das stimmt aber nicht. Die beiden boxen nicht in der gleichen Gewichtsklasse.

    Professor Mann ist sozusagen Kandidat für den Titel des Weltmeisters im Superschwergewicht der Klimawissenschaften, Professor Ball ist ein Rummelboxer. Die Bedeutung eines Wissenschaftlers kann man am h-Index ablesen. Er richtet sich danach, wie oft ein Wissenschaftler von anderen zitiert wird. Mann hat einen Wert von 82, Ball gar keinen.

    Timothy Ball hat seine Bedeutung nicht als Wissenschaftler, sondern als Störfaktor, als Klimawandelskeptiker durch die medialen Randale, die er erzeugt. Dazu gehört, dass er über Michael Mann sagte, der gehöre eher ins Gefängnis des Staates Pennsylvania als an die Penn State University. Mann „belongs in the state pen, not Penn State“. Das ist ein originelles Wortspiel. Aus der Sicht von Professor Ball.

    Aber das ist nicht alles:

    Er hat Professor Mann außerdem mindestens 24 Mal in verschiedenen Publikationen des Betruges bezichtigt, von Schrott-Wissenschaft und unethischen Methoden gesprochen, ihn als Klimalügner bezeichnet, behauptet, dass Mann korrupt sei und willentlich die Standards der Wissenschaft gebrochen habe, Tatsachen manipuliere, ihm kriminelle Machenschaften vorgeworfen und behauptet, dass er Teil einer Verschwörung der Weltorganisation für Meteorologie mit dem IPCC sei, die die Politik und Wissenschaft kontrolliere.

    Darum ging es in dem Prozess.

    In diesem Prozess ging es um Beleidigung. Die Anklageschrift ist veröffentlicht. Ich habe auch die Antwort von Professor Ball eingesehen. Professor Mann ist nicht verurteilt worden, weil er die angeblich gefälschten Daten zu seinem angeblich gefälschten Hockeystick nicht veröffentlicht hat. Die zentrale Behauptung der Rupp-et-alii-Argumente ist komplett erlogen.

    Die Daten, Algorithmen und Methoden von Professor Manns Arbeiten sind ohne Ausnahme öffentlich verfügbar. Er hat sie sogar auf einem USB-Stick direkt an Timothy Ball übergeben. Das nützt aber nichts. Trotzdem wird die falsche Behauptung immer wieder neu aufgestellt, jetzt auch in Deutschland.

    Das Verfahren wurde eingestellt, weil sich Professor Ball als alt, krank und unglaubwürdig bezeichnet hat. Eine weitere Angeklagte in dem Prozess, die Frontier Foundation, hatte sich bereits vorher mit einem Brief öffentlich bei Professor Mann entschuldigt. Der Brief ist ebenfalls verlinkt.

    Vom Vorwurf des Betruges bei der Erstellung des Hockeysticks (bekannt als Climategate), der immer wieder erhoben wird, wurde Mann in mittlerweile neun verschiedenen Untersuchungen freigesprochen, darunter auch in einer Studie der US National Science Foundation.

    Haben Sie sonst noch Fragen?

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