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Gibt ein Film „The Answer to Cancer“? Ein Review zur Aufführung in München

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Gestern Abend zeigte das Monopol-Kino in München den Quack-Werbefilm „The Answer to Cancer“.

Bereits im Vorfeld hatte es auf der Facebook-Seite des Lichtspieltheaters eine äußerst kontroverse Diskussion um die Doku der Filmemacherin Susanne Aernecke gegeben, die sich darin „auf die Suche einer alternativen Krebsheilmethode begibt“.

Der zunächst eingeladene Podiums-„Experte“ Norbert Kriegisch (der sich selbst als „Arzt für Naturheilkunde und Störfeldsuche“ bezeichnet), sagte seine Teilnahme kurzfristig ab. Zuvor war bekannt geworden, dass Kriegisch im selben Verlag ein Buch veröffentlicht hat, der auch die DVD von „The Answer to Cancer“ vertreibt.

Stattdessen nahm Dr. Norbert Aust auf dem Podium Platz.

Ute Parsch von den Münchner Skeptikern war bei der Veranstaltung dabei. Hier ist ihr – nach eigenen Worten – „Leidensbericht“:

Heute war es also soweit: Das Münchner Monopol Kino hat den vom „Scorpio Verlag“ vertriebenen Film von Susanne Aernecke gezeigt. Im Vorfeld hatte es auf Facebook etliche kritische Stimmen gegeben: Der Tenor der Kritik: Einen Film zu zeigen, der Patienten mit einer lebensbedrohlichen Diagnose wie Krebs nachweislich unhaltbare Aussagen völlig unkritisch auftischt, kann fatale Fehlentscheidungen bei der Therapiewahl zur Folge haben. Ein Kino, das solche falschen Thesen mitverbreitet, sollte sich nicht als unschuldig an den möglichen Folgen sehen.

So ganz ungehört blieb der Ansturm der Entrüstung nicht: Der Münchner „Quantenmediziner“ und „Störfeldtherapeut“ Norbert Kriegisch, der im Film auch zu Wort kommt und als Gast zur anschließenden Diskussion angekündigt war, hat kurzfristig abgesagt. Auch weil er sich einer derart unsachlichen Diskussion nicht haben stellen wollen – so sagt es uns der Chef persönlich, als er kurz vor der Vorstellung bei unserer kleinen Runde von Skeptikern im Foyer sitzt und seinen neuen Gast begrüßt: Dr. Norbert Aust.

Welche Aussagen im Vorfeld denn so unsachlich gewesen seien, will ich wissen. Die Antwort ist, dass es vor allem um die aufgeworfene moralische Frage gehe.

Nach dem Film werden die kritischen Kommentare durchaus erwähnt: etwas Vergleichbares habe man noch nicht erlebt. Das Kino sieht sich in der Opferrolle und als Verfechter der Meinungsfreiheit. Filme seien zum Anschauen gemacht, man zeige gute wie schlechte, eine Mitverantwortung an der Therapiewahl von Patienten weise man von sich, es müsse ja klar sein, dass man nicht jede Aussage gleich glauben dürfe, nur weil sie in einem Film so getätigt wurde.

Immerhin: Wir erfahren, dass Dr. Kriegisch nie vom Kino als Gast eingeladen worden war. Die Gäste, die sich bei den „Mitt-DOKs“ einer Podiumsdiskussion stellen, melden sich beim Kino, kommen also auf eigene Initiative. Das wird uns auch als Begründung für die auf Facebook geäußerte Frage genannt, warum man denn keinen echten Onkologen zu Wort kommen lasse: Es habe sich keiner gemeldet und eigene Einladungen auszusprechen könne sich das Kino gar nicht leisten.

Insofern scheint man im Kino auch wirklich froh zu sein, dass man mit Dr. Aust einen neuen Gast für die anschließende Diskussion gefunden hat, nachdem Dr. Kriegisch einer kritischen Diskussion kurzfristig ausgewichen ist.

Damit wäre dieser Punkt wenigstens geklärt. Man fragt sich nur, warum es anscheinend nicht möglich war, das den Facebook-Diskutanten im Vorfeld mitzuteilen. Sehr wahrscheinlich wären dann viele Kritiker, die das Fehlen einer wissenschaftlichen Stimme beklagten, umgeschwenkt und hätten angeboten, die Suche nach einem fundiert argumentierenden und kostenlosen Gast zu unterstützen.

Dann ist es auch schon Zeit für den Film: Der Kinosaal ist etwa zu einem Drittel gefüllt, rund 30 von 100 Plätzen, überschlage ich. Mit mir und Dr. Aust zähle ich sieben bekannte Gesichter. Der Rest des Publikums ist zum großen Teil weiblich. Nachdem es dunkel wird, stehen mir schwere 80 Minuten bevor.

Ich wusste bereits vorher, dass es im Film um die Banerji-Protokolle geht und dass diese spezielle homöopathische Behandlung von Krebs im Film als „The Answer to Cancer“ dargestellt wird.

Trotzdem ist es nicht leicht, diese durchgehend völlig unkritische Werbung für das Verfahren (halbwegs) still zu ertragen. Wieder und wieder möchte ich einwerfen: „Halt! Das stimmt doch gar nicht!“ oder „Die Daten sagen aber etwas ganz anderes.“

Der Film entfaltet seine Botschaft auf den Stationen Spanien, Indien, Schweiz und Deutschland. Das Drama beginnt in der Praxis von Miguel Corty-Friedrich, Autor des Buches „Die Krebsrevolution“. Im Film wirkt Corty-Friedrich wie ein ganz normaler Arzt, er stellt brav sein Stethoskop über dem weißen Arztkittel aus.

Kein Wort davon, dass wir hier beim „Instituto Almac“ sind, wo Corty-Friedrich und die „Biochemikerin und Alchimistin“ Dr. Michaela Dane auch Kurse in „Alchimistischer Astrologie“ oder in der „Alchimie der Heilsteine“ geben.

Will die Filmemacherin ihrem Publikum derart eindeutig esoterische Zusammenhänge dann halt doch nicht so deutlich vor Augen führen? In Spanien behandelt Corty-Friedrich seine Patienten – auch Krebspatienten – homöopathisch nach den Banerji-Protokollen.

Neben der Beschreibung der Homöopathie fließen andere esoterische Vorstellungen in das Bild vom Krebs ein, das dem Zuschauer so präsentiert wird: Krebs sei eine Folge ungelöster Konflikte. Jede Erkrankung sei eine Folge der eigenen Sünden, so heißt es in einem später einmal eingeblendeten Zitat.

Das sieht auch der unvermeidlich befragte geheilte Patient so: Er ist sich sicher, dass sein Darmkrebs daher kam, dass er eine schwierige Beziehung zu seinem Vater hatte und seine erste Ehefrau die Ehe per SMS für beendet erklärte. Selbstmordgedanken hätte er gehabt und in ein tiefes Loch sei er damals gefallen.

Gefühlt 80 Prozent seiner Krebspatienten hätten ähnliche unverarbeitete wunde Punkte in ihrer Vergangenheit, erklärt nun wieder Corty-Friedrich. Die Frage, wie oft kerngesunde Menschen eine schwere Biographie hatten, wird nicht im Ansatz thematisiert.

Der Film zeigt stattdessen, wie Susanne Aernecke von Michaela Dane durch einen Garten voller Pflanzen geführt wird, aus denen vor Ort die Homöopathika hergestellt werden. Die Signaturenlehre wird wie eine wissenschaftlich belegte Theorie vorgestellt: Eine Pflanze sei deshalb hilfreich bei Nervenleiden, weil sie gelbe Blüten habe – und Nerven schließlich auch in den meisten medizinischen Fachbüchern gelb gezeichnet würden!

Wir erfahren, welche Pflanze eine Marspflanze ist und was das über ihre Anwendungsgebiete aussagt. Frau Dane wird dabei im Film ausschließlich als Biochemikerin vorgestellt. Dass die gemachten Aussagen nichts, aber auch gar nichts mit Biochemie zu tun haben, das wird nirgends auch nur erwähnt. Der Zuschauer kann (soll??) den Eindruck haben, dass das, was die als Biochemikerin vorgestellte Michaela Dane da sagt, doch echte Wissenschaft sei.

Sie darf nun auch dem Publikum erklären, wie und warum die Homöopathika wirken: Durch das Verschütteln und Verdünnen würden die pflanzlichen Bestandteile mit jedem Schritt immer kleiner und kleiner … Homöopathie funktioniere über winzige Nanoteilchen, so klein, dass sie in die Zellen eindringen und heilen könnten.

Der Film sagt sogar klipp und klar, dass das bewiesen sei: Wir sehen das Bild eines nur im Spezialmikroskop sichtbaren Partikels, es sieht tatsächlich so aus, wie von einer Pflanze stammend.

Doch halt: Wer genau hinschaut und etwas von Einheiten versteht, wird etwas überrascht feststellen, dass unten in der Ecke der Maßstab zu sehen ist: 0,5 Mikrometer sind klein im Vergleich zum gezeigten Partikel, der den Zuschauern als Beleg verkauft wird, dass Homöopathie ja eigentlich Nanomedizin sei.

Sollen wir wirklich glauben, dass es einer Biochemikerin nicht auffällt, dass ihr Beweisteilchen um einen Faktor 1000 zu groß ist? Im Film wird nicht nachgefragt. Susanne Aernecke lächelt nur verzückt, nickt … und fliegt weiter nach Indien, direkt zu den Banerjis.

Dort geht es genauso weiter:

Wir sehen, wie „Diagnosen“ am Fließband erstellt werden, wie sich in Massenabfertigung die Patienten um die Homöopathika reißen, dürfen hören, dass die Ärmsten der Armen selbstverständlich umsonst behandelt werden – und wieder der unvermeidliche geheilte Patient. Ein Patient übrigens, der genau wie der erste in Spanien berichtet, zumindest zunächst auch eine echte medizinische Behandlung mitgemacht zu haben.

So ganz allein homöopathisch wurden also beide Vorzeigefälle nicht behandelt, auch wenn das die Botschaft des Filmes ist.

In Jahrzehnten hätten die Banerjis über die Behandlung ärmster Patienten, die keine andere Therapie bekamen, ihre Protokolle optimiert und könnten heute damit viele Krebspatienten heilen. Man wisse genau, welche Krebsart mit welcher Kombination von Homöopathika zu behandeln sei … und könne mit dem Verfahren höchst erfolgreich heilen.

Bis zur westlichen Medizin habe sich das alles einfach noch nicht durchgesprochen, weil man sich hier – bedingt durch das andere Weltbild – eben an seinen Leitlinien klammere und außerdem an der Chemotherapie gut verdiene. Etwas anderes als „Chemie“ einzusetzen käme uns hierzulande ja nicht in den Sinn.

Es ist diese Botschaft – die Banerjis als Helden der Ärmsten, der Verzweifelten, die „westliche Medizin“ starr, verharrend in mechanistischer Abarbeitung vorgegebener Leitlinien –, die völlig unhinterfragt und völlig frei von einem Blick auf die tatsächliche Faktenlage bei den verschiedenen Stationen der filmischen Reise immer wieder vermittelt wird

Neben den Banerjis und einigen anderen Homöopathen sehen wir

Dass es sich hier um eine integrative Einrichtung handelt, wird im Film nicht gesagt, man könnte es lediglich aus dem Namen der Klinik entnehmen, wenn man mit dem Namen Paracelsus etwas anfangen kann. So wirkt es dann auch, als ob hier die wissenschaftliche Medizin spräche.

Als wir später, in der Diskussion, kritisieren, dass die Faktenlage im Film gar nicht dargestellt wird, werden wir vom restlichen Publikum mit Hinweis auf diese beiden Ärzte ausgebuht.

  • eine von dem in München tätigen Arzt und „Beinahe-Gast“ Dr. Norbert Kriegisch gehaltene Fortbildung für junge Ärztinnen.

Im Kurs geht es um Kriegischs „Philosophie der Quantenmedizin“, um die von ihm postulierten „vier Ebenen“, um Störfelder, und wir sehen, wie alle Teilnehmerinnen einen kinesiologischen Muskeltest durchführen.

  • die begeisterten Teilnehmer eines in Mainz abgehaltenen „Kongresses“, auf dem Banerji einen Vortrag über sein Verfahren hält.

Im Film wirkt diese Veranstaltung wie ein normaler Ärztekongress. Dass es sich eher um eine Werbeveranstaltung im Zuge von Corty-Friedrichs Buch handelt, bei der eine Reihe der Protagonisten aus dem Film vertreten ist, bekommt nur mit, wer wirklich genau hinschaut.

Stattdessen erfahren wir, dass man die Banerji-Präparate jetzt endlich auch in Deutschland bekommen kann, und zwar beim Apotheker Florian Schimmitat, der sie in seine eigene Methode integriert hat. Auf dem Plakat hinter ihm lesen wir von Karma, Chakren und Detox. Zum Abschluss wird uns noch erzählt, wie wichtig das Durchmachen von Kinderkrankheiten sei, wenn man hinterher nicht wegen eines ungeübten Immunsystems an Krebs erkranken wolle.

Zu allem lächelt und nickt Frau Aernecke verklärt, ihr Gesichtsausdruck ändert sich an keiner Stelle.

Der Film endet dann mit der Aussage, es sei doch nur die Angst, mit der man die Menschen in die Leitlinienmedizin zwinge und daran hindere, einfach einmal neue Wege zu gehen.

Das Licht geht wieder an, ein paar Damen im Publikum klatschen Beifall. Dr. Aust darf nach vorne kommen und kurz erklären, wer er ist. Aust macht es wirklich gut: ruhig, sachlich kommt er nach ein paar einleitenden Sätzen zum Inhalt des Films, erklärt schnell, warum er den Film für gefährlich hält und weist gleich auch auf ein oder zwei konkrete Punkte im Film hin, an denen der Zuschauer schlicht einen falschen Eindruck vermittelt bekommt.

Es stellt sich sehr schnell heraus, dass das Nennen von wissenschaftlichen Fakten nicht wirklich erwünscht ist. Auf Dr. Austs Ausführungen, dass Homöopathika Placebos sind, meldet sich eine Dame im Publikum. Sie bekommt vom Moderator unverzüglich das Wort.

Es kommt natürlich das, was immer kommt: Sie sei seit 30 Jahren in homöopathischer Behandlung und sehr zufrieden. Deswegen dürfe man einfach nicht sagen, dass Homöopathika Placebos seien.

Dieser eigentlich zentrale und wissenschaftlich völlig eindeutig geklärte Punkt wird während der gesamten – und eigentlich sehr kurzen – Diskussion als Meinungsfrage behandelt. Jede Kritik an der Homöopathie wird nur mit Lachern beantwortet, der Hinweis auf die Studienlage wird kategorisch mit dem Satz „Und wer hat die bezahlt?“ abgeschmettert.

Die Laienmeinung gilt hier im Publikum mehr als Daten, denn die sei ja unvoreingenommen und nicht bezahlt.

Norbert Aust kämpft vorne tapfer, nett, behält sein Lächeln. Er klärt auf, dass die Angaben zu Banerji im Film falsch sind, dass die angeblichen Belege des Verfahrens aus gerade mal vier „best Cases“ bestehen, dass die Banerjis trotz Aufforderung nie mehr Daten vorgelegt haben und dass die im Film thematisierte in-vitro-Studie mitnichten so aussagekräftig ist, wie im Film dargestellt – und schon gar nicht als Beleg für die Wirksamkeit der Banerji-Protokolle gelten kann.

Dass das Verfahren nicht funktioniert, wird ungeachtet all dieser Aussagen mit „Woher wollen Sie das wissen?“ bedacht. Dass Aust die Originalquellen gelesen hat – wohl Im Gegensatz zu den übrigen Anwesenden – zählt in diesem Kreis nichts.

Ich selbst versuche mich verzweifelt zu Wort zu melden. Ich würde so gerne ein paar der in den anderen Wortmeldungen angesprochenen Fragen beantworten:

  • Warum sich Ärzte derart an die Leitlinien klammerten? Weil wir wissen, dass die Leitlinienbehandlung ein gegenüber den „Alternativen“ deutlich reduziertes Sterberisiko innerhalb von sieben Jahren nach der Diagnose aufweist.
  • Warum es denn immer heißen müsse „Nur Placebo“ – sei das nicht toll, wenn das ein Patient nebenher anwende und sich dann besser fühlt?

Doch, nur muss man eben klar unterscheiden, ob es dem Patient von einem Arzt, der weiß, dass es ein Placebo ist, zusätzlich empfohlen wird – oder wie im Film unter Diskreditierung der wirksamen Verfahren als „wirksame Alternative“ dargestellt wird.

Allein: Ich werde nicht aufgerufen vom Moderator.

So bleibt das alles ungesagt, zumindest alles, was ich nicht mit dem einen oder anderen kurzen Zwischenruf loswerde – etwa, dass der Hinweis auf die Nanopartikel unhaltbar ist oder dass es ja nicht die Studienlage allein ist, durch die wir wissen, dass Homöopathika Placebos sind.

Dann ist die Diskussion auch schon vorbei, der Kinosaal muss für die nächste Vorstellung geräumt werden. Beim Hinausgehen sagt mir die Dame hinter mir, dass sie mir eh nie glauben würde: Ich wäre zu aggressiv. Ich lächele sie an und frage sie, womit sie sich denn überzeugen ließe? Wenn ich mehr offen wäre, sagt sie mir. Wenn ich mich auch einmal mit der Homöopathie beschäftigen würde.

Ich erkläre ihr, dass ich seit 2012 zig Studien gelesen habe zur Homöopathie, zudem noch etliche Bücher von Homöopathen, einschließlich von Lehrbüchern des DZVhÄ, und mich außerdem mit zahlreichen Homöopathen unterhalten hätte: Ob das nicht gelten würde als „Beschäftigung mit der Homöopathie“?

Nein, es gilt nicht: Sie hat schließlich zwei Kinder mit Homöopathika aufgezogen, und die seien kerngesund. Ich frage sie, ob es nicht auch kerngesunde Kinder gäbe, die fast nie echte Medikamente eingenommen haben. An dieser Stelle zieht ihre Freundin sie davon, es hätte ja keinen Zweck. Gut: Das befürchte ich auch.

Fazit: Wir waren uns einig, dass der wissenschaftlich fundierte Standpunkt zumindest bei den Gästen im Kino, die sich zu Wort gemeldet haben, schlicht nicht gefragt war.

Obwohl wir mit etwa einem Viertel des Publikums so schlecht nicht vertreten waren, denke ich nicht, dass wir bei denjenigen, die die frohe Botschaft des Filmes einfach glauben wollen, Zweifel säen konnten. Bei den anderen können wir es natürlich nicht wissen.

Die Veranstaltung wäre aber mit Sicherheit noch einmal um Größenordnungen unkritischer geblieben, wäre nicht Dr. Norbert Aust als Gast vorne gestanden, sondern ein Protagonist des Filmes selbst.

Dieser bescheidene Erfolg muss uns diesmal genügen.

Zum Weiterlesen

  • Krebstherapie: Ayurvedisches Ablenkungsmanöver, DocCheck am 13. August 2018
  • Homöopathische Krebsbehandlung nach den Banerji-Protokollen, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 30. Juni 2013
  • Homöopathie: Wenn Skeptiker Hoffnungen zerstören, GWUP-Blog am 18. April 2013
  • Homöopathie bei Krebs – es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • Banerji-Protokoll bei Psiram
  • Pseudomedizin: Die Schäden sind vielfältig und verheerend, GWUP-Blog am 2. Oktober 2015
  • „Fakt“-Video: Krebsbehandlung mit Homöopathie an einer Schweizer Klinik, GWUP-Blog am 14. März 2018

27 Kommentare

  1. Meinen Dank an Ute Parsch für diesen „Leidensbericht“.

    Es war eine Symphonie des Grauens. Ich bewundere die Skeptiker und kritischen Geister, dass sie sich in diesen Abgrund begeben haben und unbeschadet wieder herausgekommen sind.

  2. Vielen Dank für den Bericht. Es graute mir beim Lesen!

  3. es beschreibt die typische „diskussion“ mit glaubensfanatikern, habe so ähnliches des öfteren erlebt.

    ein freund der mal dabei war sagte mir hinterher den spruch-diskutiere nicht mit idioten sie ziehen dich auf ihr niveau hinunter und schlagen dich mit erfahrung.

    zitat:“da fehlt ihnen was sonst würden sie es begreifen, wir wissen es ist so.
    daher mm so verbohrte kann man nicht erreichen.

  4. Danke, an Euch, die ihr dort die Stimme der Vernunft vertreten habt. Danke an Herrn Dr. Aust, dass es sich dem Wahnsinn gestellt hat.

  5. Bemerkenswert, dass die Kinobetreiber sich dem Kontext der Filmchefin aus Essen genau anschließen, die angesichts der mit vielen Argumenten vorgetragenen Bitte, die Aufführung von Wakefields „Vaxxed“ noch einmal zu überdenken, uns vorstellig Gewordenen vorwarf, wir würden die Meinungsfreiheit nicht achten, würden sie mit dem Vorwurf, jeder Antiimpffilm würde letztlich Kinderleben kosten, „moralischem Druck“ aussetzen und gerade deswegen müsse sie uns entgegentreten, denn was wir verlangt hätten, seien „türkische Verhältnisse“ (aka Unterdrückungsmethoden).

    Woraufhin sie uns für so militant-aggressiv hielt, dass bei der Vorführung Security-Leute als Kartenabreißer einbestellt waren. Wegen der gewaltbereiten Skeptiker – und der Ortspresse war Vaxxed keine Zeile wert, nur nach der Vorführung die kurze Notiz, dass es im und am Kino ruhig geblieben sei. (https://keineahnungvongarnix.de/?p=4812)

    Wo sind wir? Dass im Publikum in der Regel reflexionslose Leute sitzen, die nur zur Selbstbestätigung gekommen sind und denen ihr Nichtwissen die Polemik erleichtert, ist klar. Ich hatte bei Vaxxed ungefähr 400 von der Sorte im Rücken und Wakefield vor mir…

    Aber die Kinoleute, doch wohl keine Dummköpfe – weisen jede Verantwortung von sich, ganz abgesehen davon, dass sie auch nicht einmal die Einsicht in den Unterschied zwischen Fakten und Meinung haben…

    Das macht Angst. Das zeugt unter anderem von einer tiefsitzenden Unbildung und Unfähigkeit zur Einordnung in Kontexte, von einer „kritischen“ Einstellung, die nur ihrer selbst Willen kritisch ist, die sich nicht in der Suche nach Wahrheiten gefällt, sondern in der Selbstbespiegelung in einer pseudokritisch-postmodernen Haltung.

    Wir müssen an die Wurzeln. An das Bildungssystem, auf allen Ebenen. Aber selbst wenn das geschähe, würde ich die Auswirkungen dessen sicher nicht mehr erleben – auch nicht mit Homöopathie.

  6. Danke an Ute Parsch, Norbert Aust, Silvio Duve und natürlich Bernd Harder!

    Das war offensichtlich noch schlimmer, als ich es befürchtet habe. Der Geschäftsführer des Kinos, der nach deren Aussage „nicht an Homöopathie glaubt“ (sic!), scheint absolut resistent gegen jedes Argument zu sein, das ihm schon im Vorfeld präsentiert wurde.

    Mir graust vor dem nächsten „kritischen“ Film „Eingeimpft“ in diesem Kino.

  7. Übrigens bin ich schon der Meinung der Kinoleute, dass ein Vergleich mit den FlatEarthern sich verbietet. Denn die sind vergleichsweise harmlos, denn sie und ihre „Meinungen“ haben keine Auswirkung auf Gesundheit und Leben von Menschen.

    Vergleiche mit dem Holocaust sind mir in der Vorabdiskussion zum Film nicht untergekommen. Die wären selbstverständlich deplatziert. Ich will mich da jetzt nicht aus dem Fenster legen, dass es die nicht gegeben hätte – ich halte es aber schon für unwahrscheinlich. Und in diesem Fall müsste man den Kinoleuten auch noch vorwerfen, die Nazikeule gegen die Kritiker rausgeholt zu haben.

  8. Eine Anmerkung zu den Nanoteilchen und dem Maßstab: 0,5 Mikrometer sind 500 Nanometer. Da kann man dann schon „Nano“ sagen, Unsinn bleibt es aber natürlich trotzdem.

  9. Hat der Besuch dieser Veranstaltung was gekostet? Wenn ja, wieviel?

  10. Herr Aust hatte als Podiumsgast eine Freikarte, alle anderen rund zehn Euro.

  11. “ 0,5 Mikrometer sind 500 Nanometer. Da kann man dann schon „Nano“ sagen, “

    Richtig. Das war aber eben nur die Maßstabangabe, das gezeigte Teil war größer, eher etwa 10 Mikrometer.

    „Unsinn bleibt es aber natürlich trotzdem.“

    http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Nanopartikel#Grundlegende_Lücken_im_Nanopartikel-Ansatz

    Aber so was von… ;-)

    „Hat der Besuch dieser Veranstaltung was gekostet?“

    Wie schon gesagt: Ja. Und man kann dann natürlich die Frage stellen, ob man solche Veranstaltungen nicht wieder fördert mit dem Kauf einer Karte. Ich denke aber trotz allem, dass es wichtig ist, auch auf solchen Veranstaltungen klar zu machen, dass sie im öffentlichen Raum stattfinden und man damit eben keine Garantie/kein Recht auf die gewünschte Wohlfühl-Einigkeit hat.

  12. Und dieser Held kennt nicht nur den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen nicht, sondern ist ach noch stolz drauf:

    https://www.tagesspiegel.de/sport/kolumne-so-laeuft-es-laufen-hilft-auch-ohne-glaubenskrieg/22944300.html

  13. Hammer, die Stellungnahme des Kinos:

    Es ist also „kein Propagandafilm“ und zeigt auch „keine komplett einseitige Sichtweise“.

    Welchen Film haben die da vorher gesehen???

  14. Wo ist die Stellungnahme des Kinos? Ich finde die nirgends. Kann man da kommentieren? ;-)

    Ich hätte da ggf. noch ein paar unsachliche Beiträge in Form von Links in wissenschaftliche Arbeiten zu hinterlassen…

    =D

  15. @Ute Parsch:

    Halte ich persönlich im Nachhinein für weitgehend sinnfrei, aber hier:

    https://www.facebook.com/events/201514874056718/permalink/204415827099956/

  16. Ah! Danke. Das ist schon älter, das kannte ich. Was mich da im Nachhinein gewundert hat: Da steht „Wir haben den Film (im Gegensatz zu allen, die hier kommentieren) bereits gesichtet…“

    Im Kino hat der Chef, der dann auch als Moderator auftrat, explizit zu uns gesagt, dass er ihn __noch nicht__ gesehen hat und deswegen jetzt mit uns zusammen auch zum ersten Mal sieht.

    Hinterher hat er gesagt, dass er ihn auch nicht gut findet, aber eher aus cineastischen Gründen: keine klare Erzählposition, schlechte Musikwahl. – über derartige Kritikpunkte kann man dann wahrscheinlich wirklich verschiedener Meinung sein, wenn man will.

    Entscheidend ist aber, dass die beiden Aussagen nicht zusammen passen. Deswegen dachte ich jetzt, das Kino hätte vielleicht noch einmal im Nachhinein etwas über den Film gerschrieben. Wenn nicht: Umso besser.

  17. Der Tagesspiegelartikel ist in der Tat sinnentleert, was sich alleine schon an dieser Aussage zeigt: „Laufen ist das dickste Globuli der Welt.“ – Laut Duden.de und meinem Langenscheidt-Wörterbuch Latein ist der Singular noch immer d e r Globul u s!!

    Und worüber ich mich noch besonders bei den Verlautbarungen des Kinos aufrege: ZENSUR hat etwas mit STAATLICHEN Eingriffen gegenüber einer geäußerten Meinung zu tun! Nicht mit privaten Feststellungen durch wen auch immer!!

    Keine Bundes- oder Landesregierung wird diesen Film verbieten – warum auch? Die Kinobeteiber, die sich hier ganz billig in die Märtyrerrolle begeben, sollten sich schämen!

  18. @borstel: Na, das ist jetzt etwas zu rigoros. Man sehe hier: https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/was-bedeutet-zensur/

  19. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
    Art 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

    Ich beziehe mich auf unsere Verfassung, und hierüber definiere ich den Begriff der Zensur.

  20. Pingback: DZVHÄ heilt endlich Krebs – Die Ausrufer

  21. Sind das wirklich Fanatiker oder nur normale Gläubige?
    Ich Vergleich das gern mit der Demokratie. Wir glauben auch an die Demokratie als bestes System im Vergleich zu anderen Staatsformen. Wenn ich jedoch glaube zu wissen, das die Demokratie bei all ihren Schwächen das beste System ist, dann können mich auch keine Fakten davon abbringen. Es gibt wahrlich genügend Fehler, Fehlentwicklungen usw. aber nichts würde mich wirklich überzeugen, weil ich weiß oder glaube, Demokratie ist auf der richtigen Seite. Und beim Thema Glaube an Homöopathie
    , kann ich gut verstehen, dass wenn man nicht viel darüber nachdenkt, dass sich der Glaube festigt, Homöopathen sind die Guten und Pharmaindustrie, das sind die Bösen. Egal was Skeptiker oder Wissenschaftler für Belege mitbringen! Welche Belege würden Demokraten den überzeugen, dass die Demokratie aufgegeben werden sollte? Richtig…..keine. Wer sich überzeugen lässt, driftet dann nämlich schnell ins Fanatische ab……

  22. @Duundem:

    Ich persönlich kann dem Vergleich wenig abgewinnen. Da fehlen m.E. schon noch ein paar entscheidende Elemente, die einen „Glauben“ an die Demokratie vom Glauben an die Homöopathie unterscheiden, v.a. die Emotionalität.

    Und darüber hinaus: Gerade angesichts anscheinend unlösbarer globaler Probleme wie Klimawandel etc. kann ich persönlich mir durchaus andere Staatsformen (bzw. Regierungsform) als Demokratie vorstellen.

  23. Nun ja, der kleine Diktator in mir kann sich auch vorstellen, die Probleme der Welt mit einem Handstreich zu lösen (und alle die mir nicht folgen wollen, werden in den Kerker geworfen)…

    Aber mal ganz im Ernst: Ich werde hier nicht anfangen, über die Vorzüge der Demokratie zu diskutieren, aber daß die individuellen Menschenrechte in einer wie auch immer gearteten Diktatur schwer gewährleistet werden können, sollte unstrittig sein.

    Auf jeden Fall ist ein fanatischer Demokrat ein Widerspruch in sich – erinnert mich ein wenig an das Meme „Behead those who say that Islam is violent!“.

    Um den Wert der Demokratie zu illustrieren, folgender politischer Witz: „Was ist Demokratie? – Wenn es morgens klingelt, und es ist nur der Milchmann!“

    Letztendlich gilt, daß unsere demokratische Ordnung zwar einen Rahmen für politische Teilhabe, Rechtssicherheit und Entfaltung der Persönlichkeit schafft, aber füllen müssen wir diesen Rahmen schon alle selber – das ist unsere Pflicht als Staatsbürger.

  24. Dieses Publikum wird sich zugleich über die Fake-News-Gläubigkeit der Trump-Fans weit erhaben fühlen.

  25. Da bin ich ich beim Thema Demokratie ganz bei Herrn Harder! Und als Anregung für borstelige: https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-demokratie-in-not-100.html

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