„Harry-Houdini-Preis“: Skeptische PSI-Tests in Russland

Vor einem Jahr haben russische Forscher und Journalisten den “Harry-Houdini-Preis” ausgeschrieben:

Der Gewinner soll eine Million Rubel bekommen (rund 15.000 Euro), falls er seine [übersinnlichen] Fähigkeiten wissenschaftlich nachweist.”

Jetzt wurden die ersten Kandidaten getestet, berichtet die FAZ:

Eine Frau, die behauptete, sie könne Dingen ansehen, wem sie gehören, landete bei dem Versuch, zwölf Pässe ungeöffnet ihren Besitzern zu übergeben, keinen einzigen Treffer. Zwei andere Damen, die angeblich spirituell Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen können, tippten, als sie zehn Fotos zehn verschiedenen Todesumständen zuordnen sollten, jedes Mal daneben.

russ

Parallel dazu vergibt die Kommission einen Antipreis für besonders unverfrorene Scharlatanerie unter dem Gütesiegel der Wissenschaft. Den erhielt soeben das „System der freiwilligen Zertifizierung von Parapsychologen, Geistheilern und Esoterikern“, das bei der russischen Agentur für Metrisierung „Rosstat“ eingetragen, also staatlich anerkannt ist.

Das System hat reinen Meldecharakter und stattet gegen Gebühr Personen, die übernatürliche Fähigkeiten in sich spüren, mit einem offiziellen Dokument aus.”

Zum Weiterlesen:

  • Pseudowissenschaft in Russland: Wissenshunger, FAZ am 24. Februar 2016
  • Russische Forscher suchen Zauberer: „Ins Mittelalter eingetaucht“, Sputnik Deutschland am 14. Juli 2015
  • PSI-Tests 2015: Bestes Ergebnis aller bisheriger Versuche, GWUP-Blog am 30. Juli 2015
  • Interview zu den Psi-Tests: “Vorher und Nachher klappt’s”, GWUP-Blog am 2. September 2013
  • Kein Gewerbeschein für Humbug! Unsere Energethikerin will sich selbst abschaffen, GWUP-Blog am 11. November 2015
  • Why do so many people believe in psychic powers? Research Digest am 16. Februar 2016

5 Kommentare zu “„Harry-Houdini-Preis“: Skeptische PSI-Tests in Russland”


  1. 1 Catweazle 26. Februar 2016 um 04:58

    Also mal ehrlich, für ALLES daneben lass ich mal nen Euro springen. Das kann man doch nur schaffen, wenn man tatsächlich den vollen Durchblick hat. Anstatt Übersinnlich halt über-besinnungslos oder wie soll man diese Selbstdarsteller nennen?

  2. 2 pederm 26. Februar 2016 um 09:22

    Gilt dieser Antipreis nur für in Russland erbrachte Spitzenleistungen? Sonst sollte man glatt die deutsche Regelung des Binnenkonsenses bez. Globuli und Anthroscharlatanerie einreichen.

  3. 3 rambaldi 26. Februar 2016 um 10:49

    Ab wieviel “daneben” wäre es dann in der anderen Richtung auffällig?

  4. 4 Randifan 26. Februar 2016 um 20:19

    So einen Wettbewerb veranstaltete Harry Houdini auch, eine Frau konnte eine Jury überzeugen, aber Houdini war weniger von ihren Fähigkeiten beeindruckt. Preisausschreiben dieser Art sind uralt und haben die Menschen nicht wirklich aufgeklärt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Houdini#Anti-Spiritist

  5. 5 Pierre Castell 1. April 2016 um 13:50

    Kommenden Sonntag, 3. April, läuft auf ZDF NEO um 12.35 Uhr noch einmal

    “Houdini – Spiel mit dem Tod”

    https://kinox.to/Stream/Terra_X_Houdini-Spiel_mit_dem_Tod.html

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