Gentechnik: Anti-GVO Aktivismus nach Gutsherrenart

Von Amardeo Sarma

Wie bei den Themen Evolution und Klimawandel gibt es beim Thema Gentechnik einen überwältigenden Konsens der Fachwissenschaftler. Nicolia et al kamen 2012 in einer Übersicht wissenschaftlicher Publikationen der vorangegangenen zehn Jahre zu einem klaren Schluss:

We have reviewed the scientific literature on GE crop safety for the last 10 years that catches the scientific consensus matured since GE plants became widely cultivated worldwide, and we can conclude that the scientific research conducted so far has not detected any significant hazard directly connected with the use of GM crops.”

Es gibt also keine besonderen Gefahren.

Hat es irgendeine rationale Grundlage, dass die deutsche Bundesregierung den Anbau gentechnischer Pflanzen verbieten will?

Schauen wir mal nach: Wie ist die wissenschaftliche Sicht auf die Gentechnik?

  • Lebensmittel mit Gentechnik sind per se nicht ungesünder im Verzehr als Lebensmittel ohne Gentechnik oder Bio-Produkte.
  • Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden viel intensiver geprüft als konventionelle Lebensmittel oder Bio-Produkte, bevor sie auf den Markt kommen.
  • Viele gentechnisch veränderte Pflanzen, wie die gentechnisch veränderten Bt Cotton (Baumwolle) oder Bt Brinjal (Auberginen), wehren sich von sich aus gegen Insekten und sparen somit Pflanzenschutzmittel ein.
  • Für Landwirte in aller Welt – vor allem in Ländern des Südens – steigert Gentechnik das Einkommen . Zudem leben die Landwirte mit weniger Pflanzenschutzmitteln gesünder.

Das heißt natürlich nicht, dass alle gentechnisch veränderten Lebensmitteln ok sind. Sie sind nur nicht von vornherein problematischer, als zum Beispiel Bio-Produkte.

Wir sollten aber mit gleichen wissenschaftlichen und ethischen Maßstäben messen. Weder ist es gerechtfertigt, aus rein ideologischen Gründen gentechnisch veränderten Lebensmittel ein Malus zu geben, noch Bio-Produkten einen Bonus zu geben.

Auch Wissenschaftsblogs haben sich klar im Sinne der Wissenschaft positioniert, so Spektrum der Wissenschaft oder Scientific American. Unsere Schwesterorganisation CSI in den USA steht ebenfalls klar auf dem Boden der Wissenschaft.

Der Stand der öffentlichen Diskussion  in Deutschland und Österreich zum Thema Gentechnik stellt sich jedoch vergleichsweise so dar, als ob zum Thema Evolution die Kreationisten und zum Thema Klima die Leugner des Klimawandels das Sagen hätten. Sie trägt religiöse Züge und es wird Angst verbreitet statt Informationen.

Greenpeace & Co. sind die neuen Kirchen, und auch der Satan ist ausgemacht: die mit religiösem Eifer angefeindete Firma Monsanto.

Und wenn man schon die wirtschaftliche Macht von Konzernen beklagt: Man schaue nur den Informationsdienst Gentechnik an, der alles andere als wissenschaftlich fundiert ist.

Wer sind die Förderer? Neben den üblichen NGOs viele Firmen und Unternehmensverbände:

Und hier sollen keine wirtschaftlichen Interessen mit im Spiel sein?

Die Absicht ist klar: Die Gentechnik soll mit der Hilfe reicher NGOs als Teufelszeug gebrandmarkt werden. In Teilen von Europa sind sie schon am Ziel.

Mit Hilfe der Politik werden Produkte mit Gentechnik verboten oder als „böse“ gekennzeichnet. Bundesländer rühmen sich damit, „gentechnikfrei“ zu sein. Das ist kein fairer Wettbewerb der Ideen, sondern Bevormundung nach Gutsherrenart ohne rationale Begründung.

Die derzeitige Politik in Deutschland und Österreich kennt jedoch nur eines: Verbieten und Kennzeichnen ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage!

Inzwischen ist es wieder so weit, dass ein Teil der reichen Länder des Nordens eine neue Form des Imperialismus mit grünem Gewand ausüben:

  • Aktivisten und auch manche Journalisten verbreiten Angst über den Anbau von gentechnisch veränderten Produkten wie Bt Brinjal (Auberginen), wodurch Landwirte in Bangladesch Insektizide einsparen könnten.
  • Über die verwerflichen Praktiken von Greenpeace & Co, Tod und Krankheit für ihre Ideologie in Kauf zu nehmen, während sie im satten Europa sitzen, hat GWUP-Vorstandsmitglied Florian Aigner geschrieben. Der Titel: Goldener Reis: Wenn Technikfeindlichkeit tötet.
  • Vor kurzem besuchte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Südamerika. In Uruguay benimmt er sich wie ein Kolonialist grüner Prägung.  Dort erklärte er:

Soja ist für Uruguay ein Exportschlager und für unsere Landwirte ein ideales Futtermittel in der Tierzucht. Die Nachfrage nach GVO-freien Futtermitteln in Deutschland wächst. Mir ist wichtig, dass unseren Landwirten und Erzeugern in Deutschland ausreichend gentechnikfreie Sojaprodukte zur Verfügung stehen.“

  • Schmidt sagte dann klar, dass um den deutschen Markt zu bedienen, Uruguay auf Sojaproduzente setzen soll, die auf Gentechnik im Sojaanbau verzichten. Zurzeit setzten sie aus guten Gründen auf die Gentechnik. Hier wird die wirtschaftliche Macht Deutschlands missbraucht, um Uruguay gegen seine eigenen Interessen einzuschüchtern.

Dies zeigt auch, dass diese Art antiwissenschaftlicher Fundamentalismus Teil des Programms der Mainstream-Parteien in Deutschland und Österreich geworden sind. Regierungen vor allem aus Mitteleuropa und reiche NGOs, deren Unterstützer meist keine Probleme mit Nahrung und Überleben haben, betreiben nichts anderes als eine neue Art des Kolonialismus.

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass dieser Irrationalismus genauso Menschenleben und Gesundheit kosten kann wie die Ablehnung der wissenschaftlichen Medizin:

  • J. Wesseler und J. Zilbermann aus der TU München haben darüber publiziert, dass die Opposition zu gentechnisch verändertem Goldener Reis in Indien in einem Jahrzehnt 14 Millionen Lebensjahre gekostet hat!
  • GWUP Vorstandmitglied Florian Aigner schreibt in seinem Blog-Beitrag, hunderttausende Kinder erblinden im Jahr aufgrund von Vitamin-A Mangel.
  • Mark Lynas schreibt: „Tausende sind gestorben weil der Präsident Zambias den Lügen westlicher Umweltgruppen geglaubt hat, gentechnisch veränderter Mais sei giftig. Für diese menschliche Gräueltat habe ich bisher keine Entschuldung von den verantwortlichen westlichen Gruppen gehört.“

Es ist erstaunlich, dass sich Greenpeace & Co trotz dieser menschenfeindlichen Ideologie eine derart moralische Aura haben aufbauen können. Haben wir noch eine Chance zur Vernunft oder sind wir diesem antiwissenschaftlichen Fundamentalismus ausgeliefert?

Es geht tatsächlich auch anders:

  • Die Politik in Großbritannien steht wie bei der Homöopathie wesentlich fester auf dem Boden der Wissenschaft bezüglich GVOs, als viele Länder in Mitteleuropa.
  • In Spanien gibt es Erfolge mit GVOs. Die befürchteten Nebenwirkungen blieben aus. Nur die Öko-Bauern jammern und wollen keine friedliche Koexistenz: „Die Bio-Landwirte sprechen von grundsätzlicher Unvereinbarkeit. Man müsse sich entscheiden – entweder Gentechnik auf den Feldern oder ökologischer Anbau.“ Also auch hier setzt man nicht darauf, dass das bessere Konzept gewinnt, sondern man will par ordre du mufti  die Konkurrenz von Hals halten.

Die deutsche Politik hingegen agiert ignorant und wissenschaftsfeindlich. Für alle, die auf Wissenschaft, Rationalität und kritisches Denken setzen, ist die Zeit gekommen, die Samthandschuhe bei dieser Kombination von Antiwissenschaft und Pseudowissenschaft abzulegen.

Wir brauchen mehr sachliche, fundierte und wissenschaftliche Informationen, wie von dem Genetic Literacy Project – Science Trumps Ideology.

Und nein: Weder ich selbst noch Florian Aigner, Steven Novella, die GWUP oder CSI werden von Monsanto finanziert. Wir machen es den Gentechnikgegnern nicht nach, die ihre Portale von denen mitfinanzieren lassen, die handfeste wirtschaftliche Interessen haben.

Zum Weiterlesen:

  • A. Sarma: Gentechnik: NGOs verbreiten Angst statt Informationen, GWUP-Blog, Juni 2015
  • A. Nicolia, A. Manzo, F. Veronesi, D. Rosellini: An overview of the last 10 years of genetically engineered crop safety research. Critical Reviews in Biotechnology 2014 34:1 , 77-88
  • EU: A decade of EU-funded GMO research (2001- 2010), Europe Direct, 2010.
  • W. Klümper, M. Qaim: A Meta-Analysis of the Impacts of Genetically Modified Crops. PLOS ONE, Vol. 9, No. 11, e111629. doi:10.1371/journal.pone.0111629.
  • C. Preston: Peer Reviewed Publications on the Safety of GM Foods, AgBioWorld.
  • S. Novella, No Health Risks from GMOs, Skeptical Inquirer — Volume 38.4, July/August 2014
  • S. Blancke: Warum diese Angst vor Gentechnik – trotz ihrer Unbedenklichkeit? Spektrum der Wissenschaft, August 2015 (gibt es auch auf im englischen Original bei Scientific American)
  • J. Bergler: Grüne Gentechnik, Skeptiker 1/2010
  • J. Barman & J. Bergler: Grüne Gentechnik – berechtigte Bedenken. Skeptiker 3/2010.
  • W. Saletan: Food for Thought – The debate over genetically modified organisms is a great case study in how to think critically, Slate, Aug 2015.
  • S. Gupta: Interview mit Mark Lynas – “The opposition to GM crops is not based on science… There is no substantiated case of a health impact, even so much as a headache”, The Indian Express, Nov. 2013.
  • F. Aigner: Goldener Reis: Wenn Technikfeindlichkeit tötet, Futurezone, Juni 2015
  • T. Sundermann: Die schreckliche Wahrheit über genmanipuliertes Essen, The Huffington Post, Aug 2015.
  • S. Eichler: Saat der Zwietracht, Der Tagesspiegel, Aug 2015.
  • A. Levinovitz: Is Monsanto Satan? The Pleasure and Problem of Conspiracy Theory, Religion Dispatches, Juli 2015
  • K. Kloor: Speak of the devil – How did biotech giant Monsanto come to personify evil? Cosmos, Feb 2014.
  • M. Schewitz: 6 Things You Probably Didn’t Know About Monsanto, Forward Progressives, Mai 2015.
  • Monsanto Named Best Place to Work for LGBT Equality, CBS St. Louis, Nov. 2014.
  • A. Deter: Soja, Gentechnik, Handel: Schmidt in Südamerika, TopAgrar, Aug 2015.

44 Kommentare zu “Gentechnik: Anti-GVO Aktivismus nach Gutsherrenart”


  1. 1 Nanea 4. Oktober 2015 um 20:20

    Danke! Danke! Danke!

    Mich ärgert es so sehr, dass viele im Freundeskreis, obwohl in der Medizinforschung tätig, bei GMO/GVO so tun, als ob ich an einer psychischen Erkrankung leide, wenn ich speziell das Projekt Goldener Reis verteidige.

    Das sind alles Leute, die wissen, dass z.B. PETA, im Gegensatz zu anderen Tierschutz-Organisationen, nur die eigenen Interessen im Blick hat.

    Oder Greenpeace wissenschaftsresistent ist. Die nichts von verdünntem, verschütteltem Wasser und Anti-Impflern halten, und eigentlich auch sonst gegen alle Chiroquacktiker und ähnliche Alu-Hütler immun sind.

    Aber bei Lebensmitteln sperren sie alle ihrer naturwissenschaftlichen Fachkenntnisse in der hintersten Ecke ihres Gehirns ein und werden hysterisch. Auch wenn sie wissen, dass Öko-Bauern nicht alle Wildkräuter einzeln per Hand ausrupfen und Schädlinge einzeln von Blättern und Früchten sammeln.

    Und auch Dinge versprühen dürfen, die in der Summe mehr Schaden anrichten könnten als Glyphosat, ganz einfach, weil das viel häufiger getestet wurde als andere Pflanzengifte.

    Die sehen nur Monsatan, aber nicht, dass die Biodynamische Landwirtschaft sich genauso wie die Waldis auf den Rassisten Steiner berufen, der weder von Agrar noch Entwicklungspsychologie und Pädagogik Ahnung hatte, und dass zahllose Tests immer wieder ergeben haben, dass es in puncto Nährstoffgehalt keinen Unterschied zwischen Öko und konventionell gibt.

    Und dass Öko ein Milliardengeschäft ist, und zwar nicht, weil das alles Kleinbauern sind, die mit jedem Roggenhalm und jeder Apfelblüte per Du sind.

  2. 2 Gähnätiker 4. Oktober 2015 um 21:41
  3. 3 bernd 5. Oktober 2015 um 06:32

    > Hier wird die wirtschaftliche Macht Deutschlands missbraucht, um Uruguay gegen seine eigenen Interessen einzuschüchtern.<

    ? Für mich klingt das nach Angebot und Nachfrage.
    Ist es für Uruguay finanziell schädlich, zwingt niemand es , GVO-freien Reis zu produzieren / an Deutschland zu verkaufen.

    Wer die Rechnung bezahlt bestimmt was auf den Tisch kommt ;)

  4. 4 schmidt 5. Oktober 2015 um 07:17

    wenn der Atom-Lobbyist Amardeo Sarma das sagt. die street-credibility der gwup ist der wahnsinn

  5. 5 vincent 5. Oktober 2015 um 07:42

    “Die Absicht ist klar: Die Gentechnik soll mit der Hilfe reicher NGOs als Teufelszeug gebrandmarkt werden.”
    und
    “Mit Hilfe der Politik werden Produkte mit Gentechnik verboten oder als „böse“ gekennzeichnet.”

    Das hört sich aber verdächtig nach einer ausgewachsenen Verschwörungstheorie an.

    Ich sehe das Fortschreiten von Gentechnologie in der Landwirtschaft ausschliesslich aus Gründen der verminderten Biodiversität kritisch.
    Die (möglichen) Nachteile liegen auf der Hand. Bei neu auftretenden Gefahren muss schnell reagiert werden, um katastrophale Auswirkungen zu vermeiden.

  6. 6 klauszwingenberger 5. Oktober 2015 um 08:07

    Wer sich als Partyschreck outen will, muss nur GMO/GVO verteidigen.

  7. 7 Udo 5. Oktober 2015 um 08:21

    Auch von mir vielen Dank für diese klaren Worte.

    Die irrationale Haltung zur Grünen Gentechnik ist ein äußerst wichtiges Thema – aber schwer an die Frau / den Mann zu bringen.

    Ich kann auch aus meinen Diskussionen nur bestätigen, dass ich wie bei kaum einem anderen Thema geradezu empört angegangen werde, als predige ich den endgültigen Untergang des Abendlandes.

    Irgendwelches belastbares Wissen der Diskussionspartner steht in aller Regel jedoch nicht dahinter.

    Wie Amadeo Sarma ja treffend schreibt, besteht natürlich ein Zusammenhang mit den Irrationalitäten in anderen Bereichen.

    Leider ist es schon zu spät, um noch “Wehret den Anfängen” rufen zu können. Es bleibt nur eins: Aufklärung.

  8. 8 Klaus 5. Oktober 2015 um 09:25

    “Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden viel intensiver geprüft als konventionelle Lebensmittel oder Bio-Produkte, bevor sie auf den Markt kommen.”

    Abgase von Volkswagen (u.a.) wurden auch geprüft und nix wurde jahrelang beanstandet, alles paletti & ganz toll!
    Und nun?

    Sorry, wenn Monsanto (und ähnliche) dafür ist, muss man automatisch dagegen sein.
    Wird eigentlich in den Argumenten die Abhängigkeit der Bauern – gerade in armen Ländern – von den Firmen die nun die Patente auf Lebensmittel halten (weil ja genverändert) berücksichtigt? Was ja heißt: die müssen zahlen, was Monsanto & Co fordert, weil sie ja nun die Patente haben.
    Werden die Befürworter von Monsanto & Co “unterstützt” ?

  9. 9 Bernd Harder 5. Oktober 2015 um 09:33

    @schmidt:

    Wo genau lesen Sie hier “Atom-Lobbyismus” heraus?

    “Heute sind Länder, die neben den erneuerbaren auch auf Kernenergie setzen, beim Klimaschutz vorne, zum Beispiel Frankreich und Großbritannien, wie die aktuelle Rangliste beim Klimaschutz zeigt … Setzen wir nicht auf sämtliche heute verfügbaren kohlearmen Alternativen, werden wir nicht einmal unseren Mittelfeldplatz beim Klimaschutz-Index halten können, sondern bald das Schlusslicht beim Klimaschutz sein.”

    https://blog.gwup.net/2014/12/21/klima-realitatsverlust-in-der-deutschen-politik/

  10. 10 npl 5. Oktober 2015 um 10:31

    @vincent:
    Die Biodiversität ist aber beinträchtigt, egal ob ein paar “natürliche” oder GVO Arten dominieren. Monokulturen sind so oder so ein Problem.

    Sie sollten Mal im Netz nach “alnatura kolumbien” suchen.

    Was ich eben nicht verstehe, ist wie die Schlüsse
    * Monokulturen sind schlecht -> GVOs sind schuld
    * Konzerne sind mies -> GVOs sind schuld
    * Kontrollen könnten gefälscht sein -> keine Kontrollen sind besser

    zustande kommen. Sicher ist nichts perfekt, aber deswegen willkürlich etwas Anderes als besser zu bezeichnen?

    Mal abgesehen davon, daß wenn jemand mal den evolutionären Stammbaum angesehen hat sich fragen sollte, was für inheränte Risiken GVO haben sollte welche natürliche Mutation nicht ebenso hat.

  11. 11 RainerO 5. Oktober 2015 um 11:18

    @ Bernd Harder
    Es geht schmidt ja nur um die unwiderlegbare Feststellung, dass Amardeo Sarma als Atom-Lobbyist natürlich auch automatisch von Monsanto geschmiert ist. Das ist doch vollkommen logisch und hat absolut nichts mit einem ad hominem-Fehlschluss zu tun.

  12. 12 gnaddrig 5. Oktober 2015 um 11:33

    @npl:

    Mal abgesehen davon, daß wenn jemand mal den evolutionären Stammbaum angesehen hat sich fragen sollte, was für inheränte Risiken GVO haben sollte welche natürliche Mutation nicht ebenso hat.

    Stimmt. Erst recht, wenn man sich anschaut, wie “konventionelle” Züchtung funktioniert und dass die auch erheblich in den Genbestand eingreift, nur eben nicht gezielt und präzise wie die pöhse Gentechnik sondern eher schrotflintenartig gestreut. Da könnte man fast auf die Idee kommen, Gentechnik sei die ungefährlichere weil präziser steuerbare Version der konventionellen Züchtung. Aber da sei die Weltanschauung vor…

  13. 13 vincent 5. Oktober 2015 um 11:41

    @npl
    Nun, ich denke hier besonders an die globale, flächendeckende Ausbreitung unter Umgehung der natürlichen Anpassungsfähigkeit.
    “Hier ist es eigentlich zu kalt oder zu trocken oder sonstwas, um meine Patente zu etablieren? – Ein paar Modifikationen und schon läuft’s.”

    Natürlich weiß ich auch, dass eingeschleppte, invasive Arten ebenso eine Gefahr der Biodiversität darstellen. Trotzdem darf man nicht den Fehler machen, dieses Problem zur Grundlage zu machen, um zu sagen: Ist ja eh egal.

    Ihre angeführten Fehlschlüsse schreibe ich mir jedoch nicht auf die Fahne.

  14. 14 Martin Däniken 5. Oktober 2015 um 13:23

    Gentechnischveränderte Nahrung ist Geld und Macht!
    Da können neutrale Wissnschaftler noch so schöne akkurate Gutachten erstellen..
    es bringt nichts!
    Ob United Fruit Company jetzt Chiquita oder Monsanto,
    denen hat man sich unterzuordnen.
    Und schwenken dann Gegner der Gentechnologie um,
    hat das damit zutun das erkannt worden ist,wer das Brot buttert!
    Ich bin sonst gerne ein Freund von Grauzonen aber genau wie mit der Kernenergie ist zuviel Macht und Geld im Spiel…
    Die Methoden sind seid den Dulles-Brüdern stellenweise subtiler geworden,aber es geht um Gewinnmaximierung zulasten des Menschen.

  15. 15 MartinTriker 5. Oktober 2015 um 14:32

    Ist das ein Versehen, dass Alb-Gold unter Firmen und Unternehmensverbände mit verdächtig esoterischem oder anthroposophischem Hintergrund eingeordnet wird, oder verstecken die etwas auf deren Website?

  16. 16 Npl 5. Oktober 2015 um 15:00

    @Vincent: niemand sagt “ist doch egal”. Der Mensch verändert seit tausenden Jahren die Flora und Fauna. Und das mit einer ungeheuren Naivität verglichen mit heutigen Möglichkeiten.

    Gerade wenn bei “bio” Saatgut (teils durch Strahlung zum mutieren gebracht, wie gnaddrig erwähnt hat eher ne Schrotflinte statt Skalpell ) praktisch keine Tests notwendig sind um das Zeug hektarweise anzubauen, greift man sich angesichts der Hysterie bei jahrelang getesteten gvos ans hirn.

    Das fällt bei mir viel eher in die Kategorie “ist doch egal”

  17. 17 vincent 5. Oktober 2015 um 15:41

    Npl,
    bitte machen Sie nicht nochmals den Fehler, das eine mit dem anderen rechtfertigen zu wollen.

    Ich gebe lediglich zu bedenken, dass man bei aller “Gentechnik-Euphorie” (kleine Polemik meinerseits) die wirklichen Gefahren nicht ausser Acht lassen darf und ausreichend zu erforschen hat, bevor man mit der Biologie “draussen ‘rumspielt”.

    Ich meine: Ihre angesprochene Naivität ist keinesfalls überwunden. Sie ist höchstens durch rational-ökonomische, nicht rational-ökologische Denkweisen ersetzt.

    Das googeln nach alnatura Kolumbien hat mir nicht viel Erkenntnisgewinn gebracht.

  18. 18 Martin Däniken 5. Oktober 2015 um 16:04

    Was ich immer wieder putzig finde wenn mit synergetische Effekten oder ähnliches geworben wird und immer nur mit den positiven!
    Anscheinend hat man da immer die rosaroten Brillen auf
    siehe auch
    30C3 – Bullshit made in Germany by Linus Neumann
    https://www.youtube.com/watch?v=p56aVppK2W4
    Da sieht man wie im Bereich E-Mail mit Wasser gekocht wird und wenn dann jemand erzählt Gentechnik ist toll ,alles sicher…denk ich mir meinen Teil!

  19. 19 Npl 5. Oktober 2015 um 17:07

    @Vincent: Dass die zuchtpflanzen in ihrem nutzen für den Menschen den natürlichen weit voraus sind, werden sie wohl nicht bestreiten. Der Sinn der Züchtung ist also zumindest gegeben.

    Wie definieren sie “genug geforscht”, beispielsweise bei goldenem Reis? Ist es zulässig aus ideologischen Gründen zu verhindern, wenn seine positiven Eigenschaften belegt sind. Und ind den jahrelangen versuchen keine gefahren erkannt wurden?

    (Das beispiel alnatura macht deutlich, daß bio nichts mit Nachhaltigkeit oder Fairness zu tun hat)

  20. 20 vincent 6. Oktober 2015 um 07:51

    @Npl
    ich zweifle weder am Nutzen der Züchtungen, noch habe ich das Wort “Bio” mit “Nachhaltigkeit” oder Fairtrade ausgefüllt.

    Und die Frage, wann etwas genug erforscht ist, kann man natürlich leicht stellen, aber umso schwieriger beantworten. M.M.n. müssten zur Beantwortung dieser Frage Fachleute verschiedener Richtungen die Köpfe zusammenstecken, um zu einer sinnvollen Konvention zu kommen.
    (Eigentlich ist es dafür aber schon zu spät)
    Und – Ideologien sollten dabei selbstverständlich keine Rolle spielen. Ideologien sind (meistens) der Feind der Wissenschaft.

    Auf meine Kritik der gesteuerten Regression von Biodiversität sind Sie jedoch nur am Rande eingegangen.

  21. 21 Peter Wahge 6. Oktober 2015 um 08:55

    @vincent: zur Biodiversität:

    Der Acker ist die Werkbank des Landwirts.

    Was hat dort Biodiversität zu suchen, auch wenn diese eine heilige Kuh in der öffentlichen Wahrnehmung ist? Wollen wir Pyrrolizidin- und andere Alkaloide der Wildkräuter in unserer Nahrung? Leber, Nieren und Lungen werden sich bedanken, abgesehen von der Kanzerogenität einiger.

  22. 22 Simon 6. Oktober 2015 um 11:10

    Ich selber halte auch nichts von Zuckerkügelchen usw. und habe in meinem Ingenieursstudium unter anderem den Bereich Mikrobiologie vertieft, so dass ich mir einbilde, einen eher wissenschaftlichen Zugang zu solchen Themen zu haben.

    Ich finde aber, dass man schon unterscheiden muss, ob eine Pflanze so verändert wurde, wie sie sich wohl auch in der Natur verändern könnte, oder ob artfremdes Genmaterial eingebracht wurde, dass sich über eine unkontrollierte Aussaat auch in anderen Zuchtlinien weiterverbreiten kann.

    Und ob bisherige wissenschaftliche Untersuchungen und Gefährdungsabschätzungen, die ja teilweise auch auf tiermodellen basieren, eine Sicherheit bieten, die ausreichend ist um derartige Eingriffe guten Gewissens befürworten zu können, bezweifle ich im Rückblich auf Vorfälle wie den Contagan-Skandal.

    Das Problem ist eben, dass wir, sollten in Zukunft bisher nicht erwartete Risiken erkennbar werden, die Verbreitung nicht mehr stoppen können.

  23. 23 Klaus Ammannn 6. Oktober 2015 um 11:32

    Lieber Amardeo Sarma, danke, prima Zusammenstellung.

    Da können die Fundis nur noch mit primitiven Monsanto-Knecht-Argumenten kontern, ist ja sooo offensichtlich.

    Die NGOs sind längst keine Davids meher gegenüber dem Industrie-Goliath, zur gesamten Finanzierungssituation der NGOs siehe

    Bouillon Hardy. (201405, May 2014). EU: NGO-Förderung geht am Bürger vorbei. EU NGO Promotion not in the Interest of Citizens, translation Klaus Ammann. NOVO-Argumente, 117. http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001591 AND http://www.ask-force.org/web/Fundamentalists/Bouillon-EU-NGO-Foerderung-am-Buerger-vorbei-201405.pdf AND English translation Klaus Ammann http://www.ask-force.org/web/NGOs/Bouillon-EU-Promotion-not-interested-in-Citizens-en-20140530.pdf

    Szibor Reinhard. (20130204). Grüne Gentechnik: Sprache und Antigentechnik-Demagogie. NOVO Argumente, 114. http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001283 AND http://www.ask-force.org/web/Fundamentalists/Szibor-Gruene-Gentech-Sprache-Demagogie-NOVO-20130204.pdf

    Klaus Ammann

  24. 24 Konfuse 6. Oktober 2015 um 11:53

    Danke für die klaren Worte!

    Es ist schon ziemlich verlogen, auf der einen Seite Gentechnik-Anbau hier zu verbieten, auf der anderen Seite davon zu profitieren, dass es anderswo erlaubt ist. Und warum jetzt grüne GT so viel schlimmer sein soll, als in anderen Bereichen (z.B. in Mirkroorganismen, die auch hier genutzt werden), bleibt auch ein Rätsel.

    Wie zu erwarten poppen hier dann die üblichen Phrasen auf: GT ist böse, weil Monsanto (als wäre das der einzige Konzern, der sowas herstellt), Bauern würden abhängig gemacht (und was das mit Patenten zu tun habe soll, bleibt nebulös). Gerade der Golden Rice müsste dann ja unkritisch sein. Aber man findet immer einen Grund, warum das prinzipiell schlecht und böse sein muss.

    Biodiversität (klingt gut, aber auch hier kein Zusammenhang), gegen die Natur (mit Mitteln der Natur) oder kapitalistisch (wer so hohe Sicherheitsstandards fordert, sollte sich nicht wundern, dass nur große Konzerne marktfähige Pflanzen liefern können).

    Wo sind eigentlich die vielen Toten und Verkrüpelten, werden doch “Gen-Pflanzen” schon seit beinahe 20 Jahren angebaut.

  25. 25 Konfuse 6. Oktober 2015 um 12:09

    @Simon: Den Artikel überhaupt mal gelesen? Solche laienhaften Einschätzungen sind selbstgefälliges Gerede.

    Es gibt eine Sicherheits- und Risikoforschung, gerade gentechnisch veränderte Organismen werden umfangreichst auf mögliche Folgen geprüft.

    Aber steht ja alles schon oben.

  26. 26 MartinTriker 6. Oktober 2015 um 12:13

    Okay. Da meine Frage wohl nicht beantwortet werden wird, ziehe ich meine Schlüsse daraus.

  27. 27 Bernd Harder 6. Oktober 2015 um 12:16

    @Martin Triker:

    Ich darf darauf hinweisen, dass Herr Sarma nicht ganztägig online ist und nicht sofort oder auch nur zeitnah auf Fragen und Kommentare eingehen kann, sondern nur sporadisch, häufig auch erst am nächsten WE.

    Ich bitte dafür um Verständnis und Geduld.

  28. 28 vincent 6. Oktober 2015 um 12:56

    @Peter Wahge
    Sie fragen ernsthaft, was Diversität auf unseren Äckern zu suchen hat?

    Nach Ihrer Lesart ist die Natur grundsätzlich feindselig und giftig und “gute” Nahrungsmittel können nur im Labor hergestellt werden.
    Wie sind wir dann überhaupt soweit gekommen, dass wir hier sitzen und uns schreiben?

    Ihr Fehlschluss: Keine GVO’s = Vergiftung und Krebs für alle.

  29. 29 Npl 6. Oktober 2015 um 12:58

    @Vincent: und ich habe nie Gentechnik als per se unbedenklich eingestuft, sondern eben die ideologische Denkweise beanstandet.

    Bezüglich biodiversität, diese ist von jeher ein Problem, jedoch kaum im direkten Zusammenhang mit Gentechnik. Die Zucht- und Planwirtschaft hat die natürlichen wildpflanzen schon lange zurückgedrängt.

    Eine “konventionelle” mit einer gv Zuchpflanze zu ersetzen, ist erstmal kein Nachteil in dieser Hinsicht. Das der Einfluss geprüft werden muss, ist nivht die Debatte, sondern das dies unabhängig davon sein sollte was für Hilfsmittel benutzt wurden.

  30. 30 Ursula 6. Oktober 2015 um 13:35

    @ Konfuse

    Wo sind eigentlich die vielen Toten und Verkrüpelten, werden doch “Gen-Pflanzen” schon seit beinahe 20 Jahren angebaut.

    Tja, wenn ich mich in meinem Bekannten – und Freundeskreis umhöre, gibt es die natürlich schon längst.

    Es werden dann alle sogenannten Zivilisationserkrankungen auf die grüne Gentechnik zurückgeführt.

    “Argumente” wie “schau dir doch die dicken Amis an, schau dir doch die wachsende Zahl der Allergiker an, alles Böses kommt von der Gentechnik. Außerdem bitte, soll man doch der Natur nicht ins Handwerk pfuschen und nicht Gott spielen.”

    Meine ehemals beste Freundin, hat mir mal ein Filmchen zukommen lassen, indem sogar von Massenmord durch die Gentechnik die Rede ist.

    Die glaubt das auch wirklich, seit sie die “Antimainstreamismus” für sich entdeckt hat.

  31. 31 Konfuse 6. Oktober 2015 um 20:01

    @Ursula: Ich dachte daran wäre der Fleischkonsum schuld. Nee Moment, es war die Milch. Halt, stopp, jetzt weiß ichs wieder: der Zucker macht das alles. Oder waren es doch die Gene? Muss nochmal bei den Netzfrauen nachsehen, da bekommt man Klarheit ;)

  32. 32 gnaddrig 6. Oktober 2015 um 21:26

    @ Ursula: “Antimainstreamismus” ist ein sehr guter Oberbegriff für ganz viele Spinnereien und ein schönes Wort noch dazu. Muss ich mir merken :)

  33. 33 rectus 6. Oktober 2015 um 21:35

    @Simon
    ” Ich finde aber, dass man schon unterscheiden muss, ob eine Pflanze so verändert wurde, wie sie sich wohl auch in der Natur verändern könnte, oder ob artfremdes Genmaterial eingebracht wurde, dass sich über eine unkontrollierte Aussaat auch in anderen Zuchtlinien weiterverbreiten kann.”

    Hm, die Triticale ist eine Züchtung über Gattungsgrenzen hinweg, Raps ist eine Kreuzung verschiedender Arten (Rübsen und Wildkohl), kultivierte Süsskartoffeln sind anscheidend von Natur aus transgen http://www.scilogs.de/von-menschen-und-maeusen/keine-suesskartoffel-ohne-gentechnik/

    Und lässt sich die seit Jahrzehnten angewandte Embryokulturtechnik mit “wie sie sich wohl auch in der Natur verändern könnte” vereinbaren? Überdies wäre jedes Protein, das durch “natürliche” Mutation eine andere und neue Aminosäurensequenz (und damit einhergehend eine vielleicht neue Funktion) hat, als alle anderen Individuen der Spezies, damit automatisch artfremd.

    Und warum könnte ein “natürlich neues” Protein neben seiner Nützlichkeit (z. B. höhererer Ertrag) nicht auch noch pathogene, bisher unentdeckte Eigenschaften haben? Und warum sollte es in diesem Fall keine unkontrollierte Aussaat geben können wie mutmasslich bei transgenen Pflanzen?

    Offensichtlich ist das Begriffspaar “artfremd und natürlich” also hinsichtlich der Beurteilung des Verhältnisses von Nützlichkeit und Schädlichkeit genauso sinnlos, wie das Begriffspaar “chemisch und natürlich” in der Medizin.

  34. 34 Amardeo Sarma 7. Oktober 2015 um 05:46

    @Martin Triker: Mir ging es in erster Linie darum zu zeigen, dass das Portal Informationsdienst Gentechnik nicht ganz frei von wirtschaftlichen Intressen ist, wie die Fördererliste zeigt. Da es mir nicht darum ging zu sagen und es auch nicht der zentrale Punkt war, dass alle gelisten Firmen ohne Ausnahme einen anthroposophischen oder esoterischen Hintergrund haben habe ich diesen Teilsatz gestrichen.

    Und tatsächlich habe ich bisher bei Alb-Gold keinen solchen Hintergrund gefunden.

  35. 35 Simon 7. Oktober 2015 um 08:49

    @rectus und Konfuse:

    Gleich der erste zitierte Absatz im vorliegenden Beitrag

    “We have reviewed the scientific literature on GE crop safety for the last 10 years that catches the scientific consensus matured since GE plants became widely cultivated worldwide, and we can conclude that the scientific research conducted so far has not detected any significant hazard directly connected with the use of GM crops.”

    enthält eine Einschränkung, die wenn man es genau nimmt nicht erlaubt, die gefundenen Erkentnisse auf die Zukunft zu übertragen:
    “…the scientific research conducted so far…”

    Heißt also, nach jetzigem Kenntnisstand ergeben sich keine Hinweise. Wenn man aber bedenkt, dass diese Techniken ja erst relativ kurze Zeit eingesetzt werden ist es zumindest möglich, dass es Auswirkungen gibt, die bisher nicht absehbar sind. Ob diese nun die Biodiversität hinsichtlich der Pflanzen oder der auf diese Pflanzen bzw. der dadurch beeinflussten Pflanzen angewiesenen Tiere, die Bodenmikrobiologie oder den Konsumenten betreffen, wird unter Umständen erst später erkennbar werden.

    Ich bin ja nicht dafür, keine Gentechnik anzuwenden, aber bei einem Eingriff der faktisch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann sollte man sich schon überlegen, ob es ausreichend ist, die Ergebnisse aus einer relativ kurzen Zeitspanne als hinreichenden Beweis für eine absolute Unbedenklichkeit zuzulassen oder ob ein etwas zurückhaltender bzw. kontrollierter Umgang mit den entsprechenden Technologien vielleicht der bessere Weg wäre.

    Mal ganz davon abgesehen, dass die Verringerung der massenhafte verlustbehaftete Umwandlung von pflanzlichen Nahrungsmittel in tierische Nahrungsmittel oder in Biosprit unter Umständen einen weitaus größeren Beitrag zur verbesserung der Versorgungssituation leisten könnte…

  36. 36 MartinTriker 7. Oktober 2015 um 10:32

    @Amardeo Sama: so wie’s rüber kam (und auch jetzt noch tut) ist das aber als Bashing zu sehen. Wenn schon das nicht aussdchließliche Beziehen von Ware von Demeter-Höfen dazu führt, in einer Liste von Eso-Verdächtigen aufgeführt zu werden.

  37. 37 Pierre Castell 7. Oktober 2015 um 11:25

    @ MartinTriker

    Jetzt übertreiben Sie aber…

  38. 38 Werner 7. Oktober 2015 um 17:14

    Skandal! Die Biodynamiker von Demeter, die die Gentechnik als ein Werk des Teufels bezeichnen, verwenden anstatt regionaler Düngemittel Produkte, die von ganz weit weg kommen. In diesem Fall bewirken kosmische Kräfte aus dem All!

    eine gentechnikähnliche Umwandlung von Quarz, also Siliziumdioxid, in einen Stoff unbekannter Struktur, der einen hochkonzentrierten Dünger bildet. Die Frage ist, wie steht es um die Zulassung dieses Powerdüngers, die Wirkungsweise scheint noch total unerforscht und damit auch eventuelle schwere Nebenwirkungen, wenn er beim Versprühen mit konventionellen Pflanzen in Berührung kommt. Fragen über Fragen.

    Hier die Anleitung direkt von der Demeter-Seite:

    “Vielmehr ist der Einsatz von biodynamischen Präparaten erforderlich. So verbessert das Hornkiesel-Präparat die Pflanzenqualität. Dafür wird pulverisiertes Quarz in ein Kuhhorn gefüllt und von Frühjahr bis Herbst im Boden eingegraben, damit es die kosmischen Kräfte speichert. Im Herbst ausgegraben, wird der feine Hornkiesel in Wasser rhythmisch verrührt (dynamisiert) und als Spritzpräparat in feinen Tröpfchen auf den Weinberg verteilt.”

  39. 39 der eine Andreas 9. Oktober 2015 um 09:25

    @Werner:
    Und natürlich – wie bei allen Esos – werden die obskuren Mittelchen völlig uneigennützig und preiswert angeboten:
    http://www.praeparatekiste.de/pr%C3%A4parate-shop/pr%C3%A4parate/#cc-m-product-8627017098
    Hornkiesel 100 gr = 65 €
    Macht anteilig 64,95 für die kosmischen Kräfte :-)

  40. 40 gnaddrig 9. Oktober 2015 um 09:43

    @ der eine Andreas:

    Sind die Hornkiesel bei Auslieferung schon mit kosmischen Kräften aufgeladen? Dann wäre das doch preiswert. Oder fließen die 64,95 in die Vorbereitung? Kann ja sein, dass die Hornkiesel auf eine bestimmte (aufwändige wie das homöopathische Potenzieren) Weise für die Aufnahme der (eigentlich ja umsonst überall abgreifbaren) kosmischen Kräfte vorbereitet werden müssen?

    Fragen über Fragen, da sehe ich ganz klar noch großen Forschungsbedarf ;)

  41. 41 klauszwingenberger 9. Oktober 2015 um 12:38

    @ der eine Andreas:

    Danke für den Link. Nach so einem Satz muss man selbst in den Tiefen des Internets lange suchen:

    “Das Fladenpräparat Pferd nach Maria Thun hat dieselben Eigenschaften wie das Fladenpräparat Kuh.”

  42. 42 Werner 9. Oktober 2015 um 19:32

    @klauszwingenberger:

    250g Kuhscheiße bekommt man hier zum Schnäppchenpreis von 21€.
    Ein gepflegter Kuhstuhlgang bringt da schon mal 200€ ein.

    Bei Vollmond gesetzte Fladen dürften das zehnfache Wert sein, die kosmische Energie, die darin steckt, steigt ins unermeßliche.
    Aber auch hier gilt das Prinzip “Nicht gerührt, nur geschüttelt”.

  43. 43 tedus 21. Oktober 2016 um 11:13

    Leider auch das Haupt”argument”, was mich dazu bewogen hat nicht mehr im Netz über Gentechnik zu diskutieren. Ist man nicht strikt dagegen, arbeitet man ohne Zweifel für Monsanto.. Danke fürs Gespräch.

    Glücklicherweise läßt sich ja auch mit den meist nicht so bekannten Beispielen ausserhalb von Monsanto (und der grünen/in D toten Gentechnik argumentieren.

    Mein liebstes Beispiel für Bio-Deutschland ist ja das gute alte EHEC: eingeschleppt durch BIO-Sprossen – und geheilt durch Eculizumab – gentechnisch hergestellt. Böser Antikörper.

    Golden Rice sehe ich zwiespältig – einerseits sind NGOs (auch durch die Geldtöpfe, die sie aus der EU kriegen) für mich keinesfalls objektiv (Abschaffung wissenschaftlicher Beiräte, Klimawandel: Wissenschaftlich nachgewiesen, Gentechnik:Meinung der wissenschaft – drauf geschissen) – sondern Unternehmen mit klar wirtschaftlichen Interessen, andrerseits ist auch die Frage was es an Alternativen gebe: Anbau andrer Lebensmittel, die den Mangel beseitigen – das “Unwissen” der Betroffenen beseitigen durch Aufklärungsmassnahmen etc. Gegen den reinen Versuch des Golden Rice spricht das alles aber keinesfalls. Was die bessere Lösung ist, kann man dann immer noch vergleichen.

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