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Skepkon-Video: Coaching zwischen Profession und Konfession

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Ein weiteres Skepkon-Video von Andreas Weimann ist online.

Der Wirtschaftspsychologe Prof. Uwe P. Kanning spricht zum Thema „Coaching zwischen Profession und Konfession“:

Aus dem Abstract:

Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts zählt Coaching zu den etablierten Methoden der Personalentwicklung.

Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Beratungssituation, in der eine Führungskraft in mehreren Einzelsitzungen mit einem Coach Probleme des Arbeitsalltags bespricht, Lösungsansätze entwickelt und deren Umsetzung in die Wege leitet.

Im Fahrwasser dieses wirtschaftlich erfolgreichen Ansatzes werden inzwischen unterschiedlichste Methoden unter dem Label „Coaching“ vermarktet, die nicht einmal mehr Plausibilität für sich in Anspruch nehmen können.

Drei dieser Ansätze – Horse Sense, Organisationsaufstellung und Spirituelles Coaching – sollen kurz vorgestellt und kritisch hinterfragt werden. Am Ende des Vortrags steht eine Analyse der Vermarktungsstrategien sowie der Gründe dafür, dass derartige Methoden überhaupt Abnehmer finden.“

Zum Weiterlesen:

  • Das war die Skepkon 2015, hpd am 20. Mai 2015
  • Skepkon-Video: 100 000 Euro für den Beweis der Existenz des Masernvirus – im Ernst?!? GWUP-Blog am 23. Mai 2015
  • Skepkon-Video: Bettina Wurche über Twi’leks und andere Wesen im Star-Wars-Universum, GWUP-Blog am 1. Juni 2015
  • Skepkon-Video: Haben alle Esoteriker einen Knall? GWUP-Blog am 14. Juni 2015
  • Gescheitert am Schädeldeuter, GWUP-Blog am 26. April 2011
  • Schädeldeuter und Graphologen, GWUP-Blog am 21. März 2010
  • Uwe Kanning: Von Schädeldeutern und anderen Scharlatanen. Unseriöse Methoden der Psychodiagnostik. Pabst Science Publishers, Lengerich 2010
  • Uwe Kanning: Schädeldeutung & Co. Absurde Methoden der Psychodiagnostik, Skeptiker 3/2010
  • Die Unsinnigkeit von Typologien, haufe.de am 29. Januar 2014
  • Uwe Kanning: Wie Sie garantiert nicht erfolgreich werden! Dem Phänomen der Erfolgsgurus auf der Spur. Pabst Science Publishers, Lengerich 2007

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  1. VAK Berlin – Anstalt des öffentlichen Rechts

    Die Verwaltungsakademie Berlin – gegründet 1919 – ist die zentrale Aus- und Fortbildungseinrichtung der öffentlichen Verwaltung des Landes Berlin.

    Programm 2015: Kurs IVM/15-F-1181

    „Neue Einsichten und Lösungen durch Aufstellungen“

    (Ein explizit an Führungskräfte gerichtetes Bildungsangebot, dass schon seit min. 4 Jahren das Progamm der VAK ziert.)

    „Systemische Aufstellungsarbeit ist eine innovative Methode, um Informationen und Beziehungen innerhalb eines Systems darzustellen. Das bekannte Denken und die bekannte Logik werden um eine neue Art des Erkenntnisgewinns erweitert. In der aktuellen Managementdiskussion wird dies auch als die Bio-Logik für Führungskräfte beschrieben. Im Seminar erhalten Sie einen Einblick in Theorie und Praxis der Systemaufstellung und Sie erfahren, welche Unterstützung sie Ihnen für den beruflichen Alltag bringen kann. Durch Aufstellungen von Personen, Bereichen, Funktionen oder Aufgaben zeigt sich das Bild einer Organisation und Sie können Zusammenhänge und Strukturen erkennen…

    Erprobung von Aufstellungen und Lösungsimpulse zu verschiedenen Fragestellungen: Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der Abteilung oder unterschiedlicher Bereiche / Klärung bei Konflikten / Schaffung von Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterzufriedenheit / Herausfinden der Ursachen von Problemen und deren Lösung / Orientierungshilfe für Entscheidungen“

    Ich fände es interessant, mit den Personalvertretern der Berliner Bezirksämter und des Senats, vor allem aber mit den Verantworlichen der VAK, eine fachliche Diskussion darüber zu führen, wie sich derartiger Schmonzes mit den Richtlinien zur Personalentwicklung, und, ganz allgemein, mit denen des Arbeitsrechts in Einklang bringen lassen.

    Noch viel spannender wäre es wohl, eine gerichtliche Auseinandersetzung zu beobachten, die einen Widerspruch gegen eine Personalentscheidung verhandelt, deren Grundlage ein „wissendes Feld“ ist.

    Die den Unfug dozierende Frau Angelika Baur, hat eine doch recht erstaunlich Karriere von der milchwirtschaftlichen (!) Laborantin über ein Ingenieur-Studium zum freischaffenden Coach mit Organisationsaufstellung im Sortiment hingelegt, und leistet nun mit dem Aufstellungs-Unfug ihren Anteil an der Verblödung des Berliner Verwaltungspersonals.

    Muss man erwähnen, dass sich die Frau Beraterin (selbstverständlich ohne seriöse psychologische Fachqualifikation) hinsichtlich ihrer Ausbildung als „Aufstellerin“, ausdrücklich und ausschließlich auf Obskuranten bezieht, deren Weltanschauung in der widerwärtigen Gossenpsychologie Suitbert „Bert“ Hellingers verwurzelt ist?

    Muss man nicht, es ist eigentlich selbstverständlich.

    Muss man sich, angesichts derart verbildeter Führungskräfte, noch wundern, wenn die Ursache solcher Possen, wie die um die Traunsteiner Homöo-Akademie, im Versagen der öffentlichen Verwaltung zu finden ist, die nach Bedarf und politischer Vorgabe dem Arbeitsprinzip der drei Affen folgt?

    Muss man nicht, auch das ist selbstverständlich.

    Morbus Prenzelberg ist hochinfektiös.

  2. Ich halte auch nicht viel von der systemischen, aber die hat mit der Familienaufstellung sensu Hellinger nichts mehr zu tun. Schon in meinem Studium wurde davor explizit gewarnt.

    Zudem bekommen die ganzen ‚Führungskräfte‘ nur, was sie verdienen, nämlich die an sich selbst verrückt gewordenen A&O-Psychologie. Es ist nur konsequent, dass sich dieser ganze Coachingkram dort einnistet.

    By the way: Vielen Dank für den Vortrag (hatte ja schon zweimal danach gefragt), werde ihn mir später mal ansehen.

  3. FYI:

    „Stellungnahme der Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V. zum Thema Familienaufstellungen“:
    http://www.dgsf.org/themen/berufspolitik/hellinger.htm

    https://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung#Kritik_an_der_Methode

  4. In diesem Zusammenhang gibt es auch einen großen Raum für die NLP…
    „Systemische Programmierung“ scheint voll in zu sein…
    Meine Güte, da programmiere ich doch lieber Computer-Systeme, als das ich Menschen „programmiere“…
    Ich bin zwar – in gewissen Grenzen – für eine „systemische“ Betrachtung des Universums und auch der Menschen, aber was unter diesem „Label“ alles an pseudowissenschaftlichen Mist verkauft wird…

  5. Sorry…ganz vergessen, da ich mich etwas echauffiert hab’…ich bin in diesem Gebiet auf einer Linie mit „Abe“ ;-) :-)

  6. Interessanter Vortrag. Es hätte dem Referenten aber wirklich nicht geschadet sich mal einem Pferd auf mehr als 20 Meter zu nähern. ;)

    Teilweise vergisst er auch, dass Coaching keine Therapie ist.

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