Selbstversuch bei „Welt-Online“: Gibt es eine Krankenkasse ohne Nonsens-Zusatzleistungen?

Ich bin 38 Jahre alt, kerngesund und hatte noch nie das Bedürfnis, mir Akupunkturnadeln in den Leib stechen zu lassen, Bachblütentropfen zu schlucken oder mich von einem Osteopathen sanft einrenken zu lassen. Aus ökonomischer Sicht erscheint es demnach logisch, dass ich mir für meine Krankenversicherung den günstigsten Tarif aussuche, den es gibt – und dafür auf solche Extraleistungen der Kasse verzichte.

So beginnt der “Selbstversuch” der Wirtschaftsjournalistin Annette Dowideit, über den sie bei Welt-Online berichtet.

schisss

Findet Dowideit eine Humbug-freie Krankenkasse?

Natürlich nicht.

Aber wieso kann man als Versicherte, die “an nichts anderem interessiert [ist] als an Schulmedizin”, kostspielige Nonsens-Angebote nicht einfach abwählen?

Das ist die spannende Frage.

Zum Weiterlesen:

  • Krankenkassen zahlen Millionen für Schischi, Welt-Online am 10. September 2016
  • Siemens BKK-Umfrage: Versicherte wollen Brillen, keine Globuli, GWUP-Blog am 8. September 2016
  • Dr. Natalie Grams: Warum Krankenkassen keine Homöopathie bezahlen sollten, GWUP-Blog am 3. Juni 2016
  • Kranke Kassen und Voodoo, GWUP-Blog am 11. November 2014
  • HuMBuG – die Kankenkasse, GWUP-Blog am 2. Dezember 2015

28 Kommentare zu “Selbstversuch bei „Welt-Online“: Gibt es eine Krankenkasse ohne Nonsens-Zusatzleistungen?”


  1. 1 Groucho 10. September 2016 um 13:55

    Darf ich noch unverschämt Werbung machen für unseren Blog? Gleiches Thema:

    https://blog.psiram.com/2014/11/die-krankenkassen-und-die-paramedizin-1-wo-kommt-das-her-und-wie-wird-man-das-los/

  2. 2 Ni Hoi! 10. September 2016 um 15:59

    Habe gerade mal aus Spaß “Schokolade und Gesundheit” in die Suchmaschine eingegeben. Gegen die überwältigende Evidenz der Gesundheitsförderung durch Schokolade kann keine noch so schräge alternative “Heilmethode” mithalten.

    Nun bräuchte ich nur noch ein Rezept von meinem Doc für das schwatte Zeugs und nen Scheck von der AOK wegen der Bezahlung.

  3. 3 noch'n Flo 10. September 2016 um 18:01

    @ Ni Hoi!

    “Nun bräuchte ich nur noch ein Rezept von meinem Doc für das schwatte Zeugs”

    Orale oder intravenöse Applikation?

  4. 4 Mamie Juliette 11. September 2016 um 09:45

    @ noch’n Flo

    Besser noch per Zäpfchen.

    Aber zurück zum Thema: Ich musste mir kürzlich auch eine deutsche gesetzliche Krankenkasse suchen und es gab keine ohne Alternativkram.

  5. 5 NotNeeded 11. September 2016 um 14:02

    Aber das aut idem-Kreuzerl nicht vergessen, sonst gibt’s statt Valrhona (klingt ja fast wie Valoron) dann Palmfett-Blockschokolade. :-D

  6. 6 Michel 12. September 2016 um 06:52

    Ist doch ökonomisch sinnvoll für unsere “Gesundheitskassen”, wenn sie billigen Schrott ihren gesunden Mitgliedern erstatten können.

  7. 7 Ni Hoi! 12. September 2016 um 07:57

    @noch’n Flo
    Drin baden wäre auch eine Idee. Da fehlen aber noch passende Studien. Ansonsten natürlich orale Einnahme, bevorzugt in den Stunden vor der Nachtruhe. Für Patienten mit Adipositas ergibt sich noch eine andere Anwendungsmöglichkeit. Diese bekommen von ihrer Krankenkasse einen riesigen Fitnessrucksack und eine gratis App für’s Smartphone. In den Rucksack wird jeden Tag eine Tafel Schokolade gelegt bis nach einem Jahr dort 365 Tafeln drin sind. Der Trick ist, das die Kasse mit Hilfe der App verfolgt ob der Patient mit dem Rucksack auch täglich mindestens 10km geht. Schafft er das nicht, kommen am nächsten Tag 2 Tafeln Schokolade anstatt einer. Schafft er 20km, dann kommt am nächsten Tag keine Tafel.
    Am Ende des Jahres darf der Inhalt des Rucksacks bei der nächsten Kita abgegeben werden.
    Bekomme ich jetzt den Nobelpreis für meine Idee?

  8. 8 Christian Becker 12. September 2016 um 13:58

    Schokolade als Zäpfchen… gar nicht so abwegig. Cacaobutter war früher DIE Grundlage für Zäpfchen. :D

  9. 9 Drongo 13. September 2016 um 10:50

    Kann man diesen Artikel auch irgendwo lesen ohne gleich n Abo abzuschließen??

  10. 10 Bernd Harder 13. September 2016 um 16:40

    @Drongo:

    Am WE gings noch, mittlerweile anscheinend nur noch kostenpflichtig.

  11. 11 Stefan 14. September 2016 um 15:49

    Akupunktur ist uebrigens inzwischen allgemein anerkannt und wird von der TKK gezahlt! Dazu gibt es jede Menge wissenschaftliche Studien im Internet!

  12. 12 Bernd Harder 14. September 2016 um 16:06
  13. 13 Stefan 14. September 2016 um 21:54

    Sehr geehrter Herr Harder!
    Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt! Unter “allgemein anerkannt” habe ich die Allgemeinheit, Patienten, Ärzte, usw. außerhalb der Skeptiker-Welt gemeint. Also geschätzt mindestens 95% der Bevölkerung. Und bei der TKK meinte ich folgende Broschüre [...]

    Stefan Reupler

  14. 14 Bernd Harder 14. September 2016 um 22:14

    @Stefan:

    Gut, Sie haben also die Links nicht gelesen, und verlinken statt dessen dicke PDFs mit bunten Werbebroschüren von Krankenkassen.

    Sie werden sicher verstehen, dass wir hier kein Krankenkassen-Marketing veröffentlichen, egal um welche Kasse oder welches Verfahren es geht.

    Zu Ihrem Auszug aus der G-BA-Bewertung:

    < < Im Ergebnis hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seinen Beratungen die in den Studien zu chronischen Rückenschmerzen und zur Gonarthrose erzielten Verbesserungen nachvollziehen können. <<

    Sie sehen nicht, dass das Ihrer eigenen Behauptung widerspricht?

    Akupunktur ist eben nicht "allgemein anerkannt" und wird von den Kassen für sämtliche Anwendungen bezahlt, sondern es gibt genau zwei Indikationen, die "anerkannt" sind, nämlich chronische Rückenschmerzen und Gonarthrose.

    Was es mit den "Zulassungsstudien" dazu wirklich auf sich hat und wie viele Studien dagegen keinerlei Wirkung gezeigt haben, können Sie hier nachlesen (sollten Sie das wiederum nicht für nötig halten, verschonen Sie uns bitte mit weiteren Kommentaren, da eine Diskussion dann sinnlos ist):

    " Im Kern kommt die Auswertung der GERAC-Studien im Dezember 2005 zum Schluss, dass einerseits die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung nicht nachgewiesen werden konnte und die Akupunktur genauso wirksam sei wie eine Scheinbehandlung durch eine Placebo-Akupunkturbehandlung ...

    Ab dem 1. Januar 2007, nach der Veröffentlichung der GERAC-Studien, zahlen nun alle deutschen gesetzlichen Krankenkassen gemäß einem neuen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses in Deutschland Akupunkturleistungen im Rahmen einer rein symptomatischen Schmerzbehandlung bei bestimmten Indikationen. Dazu gehören:

    chronische Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
    chronische Schmerzen in den Knien (Gonarthrose)

    Abgelehnt wurden Akupunkturleistungen bei allen anderen von Akupunkteuren genannten Indikationen, wie beispielsweise Kopfschmerzen."

    <https://www.psiram.com/ge/index.php/Akupunktur#Wissenschaftliche_Studienlage

    << Dass der genaue Wirkungsmechanismus der Akupunktur nach wie vor unbekannt ist und die spezifische Punktauswahl nach den Regeln der Traditionellen Chi-nesischen Medizin (TCM) in den Studien nicht als ausschlaggebend für den Therapieerfolg erhärtet werden konnte, führte dabei nicht zwangsläufig zur Verneinung des Nutzennachweises. <<

    Schöner kann man den Placebo-Effekt nicht beschreiben:

    Es ist also völlig egal, wohin man sticht, das Meridian-System ist Nonsens und alles, was man mit Akupunktur erreicht, ist eine unspezifische Schmerzlinderung, die sich problemlos mit der Ausschüttung von Endorphinen oder Adenosin erklären lässt.

    Das bestätigt voll und ganz die kritische Haltung zur Akupunktur außerhalb der TCM-Fan-Szene.

    Und bitte sehen Sie von unaufgeforderten privaten E-Mails ab, das empfinde ich als Belästigung.

  15. 15 Stefan 14. September 2016 um 22:34

    Danke für die Mühe!
    Da trifft Skeptiker-Glaube auf Nicht-Skeptiker-Glaube.
    Je mehr Anti-Werbung ihr für diese “Schischi”-Medizin macht desto mehr wird nach der “Seitenbacher-Methode” ( Müsli, Stehplätze bei Ryan-Air usw.) darüber geredet. Und da gewinnt was heilt! Dank euch ist die Homöopathie bald wieder in aller Munde! :-)
    Nochmals Danke für die große Geduld!

    Ja, ich habs kapiert: Ein echter Skeptiker ändert nie eine einmal gefestigte Meinung! So wie GWUP sich niemals für Fehler entschuldigt.

  16. 16 Bernd Harder 14. September 2016 um 23:00

    @Stefan:

    < < Ja, ich habs kapiert: Ein echter Skeptiker ändert nie eine einmal gefestigte Meinung! So wie GWUP sich niemals für Fehler entschuldigt. <<

    Nö, haben Sie nicht. Was haben "Meinungen" mit Fakten zu tun? *Sie* haben Studien genannt und weigern sich, zur Kenntnis zu nehmen, was da überhaupt drin steht.

    << Je mehr Anti-Werbung ihr für diese "Schischi"-Medizin macht desto mehr wird nach der "Seitenbacher-Methode" ( Müsli, Stehplätze bei Ryan-Air usw.) darüber geredet. Und da gewinnt was heilt! Dank euch ist die Homöopathie bald wieder in aller Munde! :-) <<

    Mit diesem Glauben lag auch Uri Geller schwer daneben. Das ist ihm aber erst im Dschungel-Camp aufgegangen.

    << Nochmals Danke für die große Geduld! <<

    Keine Ursache, wir helfen Ihnen gern mit Fakten über Ihren "Glauben" hinweg.

    << Und da gewinnt was heilt! <<

    Prima, dann haben Homöopathie, Akupunktur und Co. definitiv schon verloren:

    http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/19-wer-heilt-hat-aber-doch-recht-faq

  17. 17 Stefan 14. September 2016 um 23:53

    OK nur noch eine Frage: Hat die GWUP jemals einen Irrtum oder Fehler zu gegeben und sich entschuldigt?

  18. 18 Bernd Harder 14. September 2016 um 23:57

    @Stefan:

    Wie wär’s, wenn Sie uns mal einen zeigen?

    Nach dem Diskussionsverlauf argwöhne ich, dass wir sehr unterschiedliche Auffassungen von “Fehlern” haben.

    Ich verstehe darunter faktische Irrtümer.

    Sie anscheinend alles, was Ihrer faktenfreien “Meinung” zuwiderläuft, die Sie für absolut richtig halten.

  19. 19 Ralf in Altersteilzeit 15. September 2016 um 00:05

    @Stefan

    Ich bin nicht die GWUP, aber ich habe auch schon Fehler zugegeben, aber mich nicht dafür entschuldigt (außer es waren sozialdefizitäre Fehler, das ist aber ein anders Thema).

    Auch die Wissenschaft kann irren, aber das sind Fehler, für die man sich nicht entschuldigen muß…sondern es ist ein Voranschreiten im “Try And Error”-Prinzip. ;-)

    Weshalb sollte man sich für faktische Irrtümer entschuldigen? Das würd mich interessieren!

  20. 20 Stefan 15. September 2016 um 00:17

    So wie Ralf das beschrieben hat war die Frage gemeint! Also nur soziale Fehler. Aber wenn das nie geschehen ist, dann ist es ja gut. Bei Irrtümer meinte ich nur solche, die ihr selbst einräumt.

  21. 21 Bernd Harder 15. September 2016 um 00:27

    @Stefan:

    Das beantwortet nicht meine Frage.

    Zeigen Sie uns etwas, was Sie für falsch halten, dann können wir dazu Stellung nehmen.

    Sie scheinen z.B. Beschlüsse des G-BA für “Beweise” zu halten.

    Das ist halt nicht korrekt, sondern es handelt sich beim G-BA um ein Gremium, wo Erstattungsleistungen zwischen verschiedenen Interessengruppen ausgehandelt werden.

    Über die wissenschaftliche Evidenz einer Leistung sagt eine G-BA-Entscheidung nur bedingt etwas aus, auch wenn das zu den Bewertungsgrundlagen gehört. Wenn es allein danach gehen würde, wäre z.B. ein Großteil der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen nie Kassenleistung geworden.

    Sie kommen mit Werbebroschüren Ihrer Krankenkassen an, wir mit Studien, in denen nun mal etwas anderes steht.

    Also von welchen “Irrtümern” reden Sie?

  22. 22 Stefan 15. September 2016 um 00:34

    Wenn ihr fehlerlos seid, dann ist es ja gut! :-)

  23. 23 Bernd Harder 15. September 2016 um 00:39

    @Stefan:

    Ich würde Sie langsam bitten, uns

    a) nicht zu langweilen (das ist schlimmer als beschimpfen, weil es mir die Zeit stiehlt)

    b) das Homepage-Feld in der Kommentarfunktion nicht mit irgendeinem Quatsch auszufüllen. Wenn Sie keine Homepage haben, lassen Sie es einfach leer, ist das so schwer?

    Wir korrigieren dann “Fehler”, wenn der Forschungsstand sich ändert. Das haben wir z.B. mehrmals im Laufe der Jahrzehnte bei Themen wie “Freitag der 13″ getan, aber das ist sicher nicht das, was Sie sich erhoffen.

  24. 24 noch'n Flo 15. September 2016 um 08:25

    Don’t feed the troll, Bernd.

  25. 25 Michael Fischer 15. September 2016 um 08:53

    “Akupunktur ist uebrigens inzwischen allgemein anerkannt und wird von der TKK gezahlt!”

    Krankenkassen wurden vom Gesetzgeber zum Wettbewerb gezwungen. Sie müssen sich also gegenüber der Konkurrenz irgendwie profilieren. Und Sie müssen vor allem die Wünsche des Kunden befriedigen.

    Die TK (nicht TKK) war neben der HEK lt. Weymayr/Heißmann (“Die Homöopathie-Lüge”) die erste gesetzliche Krankenkasse, die ihren Versicherten auf Wunsch auch die Kosten für ärztlich verordnete Homöopathika erstattete.

  26. 26 Bernd Harder 15. September 2016 um 11:00

    @noch’n Flo:

    Ja, der Herr ist bekannt, aber eine zweite Chance gebe ich jedem – dumm, wenn man sie auch dann nicht nutzt.

  27. 27 crazyfrog 16. September 2016 um 11:12
  1. 1 Wie die DAK die Homöopathie erklärt – Gesundheits-Check Pingback am 19. Februar 2017 um 16:09

NEU: Skeptiker 4/2016

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