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Baden-Württemberg streicht Förderung für die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg

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Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg hat die institutionelle Förderung der „Parapsychologischen Beratungsstelle“ in Freiburg mit Ablauf des Jahres 2019 eingestellt.

Das teilt der Leiter der Einrichtung, Dr. Dr. Walter von Lucadou, bei Facebook mit.

In verschiedenen Interviews (hier oder hier) hatte Lucadou die Fördermittel des Landes mit 20.000 Euro jährlich angegeben. In 2019 seien es sogar 83.500 Euro gewesen, schreibt grenzwissenschaft-aktuell.

Künftig müsse die Einrichtung daher einen Unkostenbeitrag in Höhe von 60 Euro pro Beratungsstunde erheben. Die „Parapsychologische Beratungsstelle“ existiert seit 1989 und wird von dem Verein „Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e.V.“ getragen.

Zum Weiterlesen:

  • Sozialpsychologie versus „Verschränkung“: Lydia Benecke über Walter von Lucadou, GWUP-Blog am 24. März 2016
  • Ist „Anomalistic Psychology“ die bessere Erklärung für seltsame Erlebnisse als Parapsychologie? GWUP-Blog am 23. Dezember 2016
  • Wolfgang Hell: Von Schafen und Ziegen – Der sechste Sinn und die unbewusste Wahrnehmung, Skeptiker 2/2010
  • Sonderbare Erfahrungen an unheimlichen Orten: Spuk? GWUP-Blog am 10. Juni 2015
  • Der Tod der Parapsychologie, GWUP-Blog am 23. Mai 2010

13 Kommentare

  1. Wie bitte? Es hat tatsächlich eine Parapsychologische Beratungsstelle gegeben, die auch noch finanziell unterstützt wurde?

    Man kann wirklich für dein größten Schei* (sorry!) Geld hinterher geschmissen bekommen, wenn man nur genug schwurbelt.

    Warum nur kann ich nicht so skrupellos sein! *Ironie off*

  2. @RPGNo1:

    Hier mal ne kleine Selbstbeschreibung des Leiters, worum es bei dieser Beratung geht:

    https://www.welt.de/vermischtes/article133847877/Freuen-Sie-sich-ueber-einen-Spuk.html

  3. @Bernd Harder

    Vielleicht bin ich zu sehr Laie oder stehe zu sehr auf dem Boden wissenschaftlicher Tatsachen, aber was hat die Tätigkeit von Herrn von Lucadou mit Parawissenschaften bzw. paranormalen Phänomen zu tun? Das ist Psychologie, dem ein pseudowissenschaftliches Mäntelchen umgehängt wurde, um es besser verkaufen zu können.

  4. Gut, das die Förderung eingestellt wurde.
    Aber schlecht, dass so eine „Beratungsstelle“ überhaupt existiert.

  5. @RPGNo1:

    Schwierig – haben wir ansatzweise hin und wieder auch mal diskutiert, z.B. hier.

    Grundsätzlich fanden wir es gar nicht schlecht, dass es so eine Stelle gibt, wo Leute sich hinwenden können, die „außergewöhnliche Erfahrungen“ gemacht haben – bevor sie sich an „Geisterjäger“, „Hexenbanner“ oder andere Betrüger wenden.

    Wir gehen auch erst einmal davon aus, dass die Beratung dort soweit ok und möglicherweise auch hilfreich ist. Aber natürlich bleibt die Frage, ob der „konsequent konstruktivistische Ansatz“, den der Kommentator hier ins Feld führt, langfristig wirklich sinnvoll und richtig ist.

    Ich empfinde Herrn Dr. Lucadous Äußerungen mittlerweile als so verquast, dass selbst mir nicht klar ist, was genau überhaupt seine Position ist, wie ich hier mal geschrieben habe:

    Treibt nun die besagte „psychosomatische Störung“ eine bestimmte Person dazu, seltsame Dinge zu tun, etwa zu zündeln oder Steine zu werfen? Oder will Lucadou damit ernsthaft zum Ausdruck bringen, dass sich irgendwelche geheimnisvollen innerseeelischen Kräfte und Energien „psychosomatisch“ aktivieren lassen und auf die materielle Welt einwirken?

    Es ist halt seltsam, dass „Skeptiker“, wenn sie z.B. „Poltergeist“-Fälle untersuchen, immer eine sehr plausible Erklärung finden, z.B. hier.

    Während Herr Dr. Lucadou in seinen Interviews immer auch irgendwas mit „Verschränkung“ oder anderen unplausiblen Dingen raushaut.

    Ich denke, man kann Menschen auch dann helfen – wie Massimo Polidoro in dem Interview andeutet -, wenn man sie nicht darin bestärkt, ein „echter“ Poltergeist mit verborgenen geheimnisvollen Kräften zu sein.

    Insofern bin ich geneigt, Ihrem letzten Satz zuzustimmen.

  6. @Bernd Harder

    Danke schön für die Einschätzung und auch die Links. Herr von Lucadou ist auf jeden Fall eine interessante Persönlichkeit.

  7. War da nicht was, dass Fußballtrainer auch bei L. zur Beratung waren und er ihnen die Verschränkung zwischen den Fußballschuhen und dem Rasen erklärt hat? Irgendwas in der Art hab ich in Erinnerung…

  8. Versuche, auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, enden regelmäßig damit, auf keiner der beiden Hochzeiten jemals anzukommen und tatsächlich nur immer auf dem Weg dazwischen herumzuschwirren. Also genau da, wo absolut gar niemand ist außer dem Versuchenden.

  9. Auf jeden Fall scheint es eine Verschränkung zwischen Förderung und Existenz der Beratungsstelle zu geben. ;-)

  10. @ Joseph Kuhn: Mittlerweile ja eher eine Entschränkung…

  11. Das Ganze ist wohl nur eine Umschichtung.

    Statt dessen fördert das Land jetzt mit 181.000 Euro im Jahr eine neue Beratungsstelle „für Weltanschauungsfragen“ mit mindestens zwei Lucadou-Mitarbeiterinnen und einem nicht näher genannten „Team“.

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