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Jetzt im Wortlaut: Antrag „gegen die Bevorteilung der Homöopathie“ für den Grünen- Bundesparteitag

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Der Antrag „gegen die derzeitige Bevorteilung der Homöopathie“ einer Gruppe von grünen Jungpolitikern für den Bundesparteitag liegt jetzt vor:

Wir [fordern] eine Aktualisierung der Grünen Gesundheitspolitik. Wir treten für eine wissenschaftlich fundierte, faktenbasierte und solidarisch finanzierte medizinische Versorgung für alle ein. Die Finanzierung von nachweislich nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirksamen Behandlungsmethoden ist mit diesem Grundsatz unvereinbar […]

Von wissenschaftlicher Seite wurden homöopathische Behandlungsformen sehr ausführlich untersucht: Die fehlende Wirksamkeit homöopathischer Verfahren über den Placebo-Effekt hinaus wurde mehrfach in sehr großen und qualitativ hochwertigen Studien dargelegt. Einige betonen das gesundheitliche Risiko der verspäteten Behandlung durch Symptomverschleppung, wenn Homöopathika bei gefährlichen bzw. chronischen Erkrankungen anstatt eines Medikaments mit pharmazeutischen Wirkstoffen eingenommen werden […]

Ziel unserer Forderungen soll es aber nicht sein, Menschen, die homöopathische Mittel aus freier Entscheidung und mit dem Wissen über die fehlende Evidenzbasis wählen, unnötig zu benachteiligen. Ein Verbot der homöopathischen Behandlung fordern wir ausdrücklich nicht. Vielmehr erkennen wir, dass Placebos in gewissen Bereichen auch sinnvoll eingesetzt werden können – insbesondere in Fällen, in denen wirksame Therapien nicht zur Verfügung stehen.

Jedoch müssen auch im Bereich der Placebos für alle Behandlungsmethoden die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen und eine dem geringen Aufwand angemessene Preisgestaltung gelten.

Die Mitzeichnung des Antrags ist nur Mitgliedern möglich. Die Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen findet vom 15. bis 17. November in Bielefeld statt.

Zum Weiterlesen:

  • Grünen-Jungpolitiker: „Keine Sonderrechte für Homöopathie“, GWUP-Blog am 1. September 2019
  • Berlin Wall Remedy Illustrates Ridiculous‘ Homeopathy, medscape am 29. August 2019
  • Melanie Hahnemann, Onkel Michael am 3. September 2019
  • Rüddel: Für Glaubensfragen sind die Kassen nicht zuständig, DAZ.online am 3. September 2019

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