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Fast alles über die „Himmelsscheibe von Nebra“

| 8 Kommentare

Alles über die Himmelsscheibe von Nebra, die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene und „vielleicht das bedeutendste archäologische Fundstück Deutschlands“, gibt’s in einer epischen 21-teiligen Serie bei Astrodicticum simplex.

Dr. Florian Freistetter bespricht darin das Buch vom Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle, wo sich die kreisförmige Bronzeplatte befindet, und seinem Koautor Kai Michel:

Und trotz der 21 Artikel, die ich darüber geschrieben habe, konnte ich doch bei weitem nicht alles erzählen, was es über dieses faszinierende Objekt aus der Bronzezeit zu erzählen gibt. Das wollte ich auch gar nicht; alle sollten sich selbst mit der Scheibe auseinandersetzen! Sie hat wirklich alles, was man haben möchte. Astrononomie! Geschichte! Verborgene Geheimnisse! Eine unbekannte Hochkultur! Hügelgräber, Mord, Krieg und Menschenopfer! Und noch viel mehr …

Zu den 21 Artikeln geht es hier.

Zum Weiterlesen:

8 Kommentare

  1. Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein derart bedeutender Fund, man kann die Bedeutung kaum fassen.
    Es macht sich ja kein normalsterblicher Mensch klar, wie alt sie ist und welche Funktion sie hatte.
    Sie ist einer der ältesten Beweise dafür, dass sich Menschen wesentlich früher mit Astronomie beschäftigten, als bisher angenommen.

    Um so erstaunlicher ist die Geschichte ihres Fundes:
    Von illegalen Schatzjägern ausgegraben und in einer Aktion von den Behörden gerettet, die das Drehbuch für einen „Tatort“ liefern könnte…

    Angesichts der Tatsache, dass heute im 21. Jahrhundert Menschen alles tun, um die Wissenschaft irgendwie zu diskreditieren und lächerlich machen wollen…

    Man mag es kaum glauben, aber es gab vor tausenden von Jahren Menschen, die vielen heutigen Zeitgenossen geistig und in der Bildung überlegen waren.

    Grüße!

  2. @ Carsten:

    „Es macht sich ja kein normalsterblicher Mensch klar, wie alt sie ist und welche Funktion sie hatte.
    Sie ist einer der ältesten Beweise dafür, dass sich Menschen wesentlich früher mit Astronomie beschäftigten, als bisher angenommen.“

    Hast Du die Artikelreihe von Florian Freistetter überhaupt gelesen? Ihre Funktion ist inzwischen recht gut bekannt und das dazu gehörige Wissen stammt aus Babylon – von dort wusste man schon lange über das astronomische Wissen.

    „Man mag es kaum glauben, aber es gab vor tausenden von Jahren Menschen, die vielen heutigen Zeitgenossen geistig und in der Bildung überlegen waren.“

    Aber weniger als heute.

  3. Ich denke, diese Himmelsscheibe diente den damaligen Menschen zuerst zur Orientierung in einer Zeit, wo es noch keine Jahreskalender gab. Die Menschen konnten an Hand der Winter-oder Sommersondenwende festlegen, wann sie ihre Saat in den Boden bringen mussten, um eine gute Ernte zu haben. Letztlich also eine sehr praktische Sache. In Nebra in Sachsen -Anhalt gibt es übrigens eine ATRCHE NEBRA in dem diese Zeit historisch beleuchtet wird. Ansehenswert.

  4. @ Martin:

    Auch Dir sei die Artikelserie wärmstens empfohlen.

    Was bitte ist eine „Atrche“?

  5. noch´n Flo
    „Atrche“ bedeutet ein Tippfehler und soll natürlich „Arche“ heißen. Also : Arche Nebra.

    Ansonsten wollte ich auf die „praktische“ Seite dieser Scheibe verweisen, nämlich diese Art Bauernkalender.

    99 Prozent der damaligen Bevölkerung in der Bronzezeit waren Bauern die von dieser Scheibe in erster Linie wissen wollten, wann sie ihre Felder bestellen konnten. Alle anderen Deutungen sind natürlich genau so interessant.

  6. Zitat Flo:

    >Hast Du die Artikelreihe von Florian Freistetter überhaupt gelesen? Ihre Funktion ist inzwischen recht gut bekannt und das dazu gehörige Wissen stammt aus Babylon – von dort wusste man schon lange über das astronomische Wissen.>„Man mag es kaum glauben, aber es gab vor tausenden von Jahren Menschen, die vielen heutigen Zeitgenossen geistig und in der Bildung überlegen waren.“

    Aber weniger als heute.<<

    Ich habe es gelesen, ich lese Florian fast täglich. Was für eine Frage.
    Stimmt, einfach nur deshalb, weil es viel weniger gebildete gab. Aber ein heutiger durchschnittlicher Schulabschluss wird von manchen damaligen Gelehrten dennoch in den Schatten gestellt.

    Diskussion: Grillfest, Abendhimmel, fast dunkel. Vollmond. Dicht daneben ein leuchtender Punkt.
    "Da ist die Venus! Hellster Stern!"
    Ich:
    "Venus ist kein Stern, sondern ein Planet. Außerdem kann die Venus nicht neben dem Vollmond zu sehen sein."
    Die Gruppe: "Natürlich muss das die Venus sein, sie ist der Abendstern und der hellste von allen!"

    Ich: "Du kuckst zum Vollmond, das bedeutet die Sonne ist recht genau 180 Grad in unserem Rücken. Also in der anderen Richtung. Venus ist in ihrer Umlaufbahn näher an der Sonne als wir. Preisfrage: kann das neben dem Vollmond die Venus sein?"

    Natürlich war es die Venus. Da gab es in der Gruppe gar keinen Zweifel, ich wurde von 10 Leuten niedergeschrien. Ich hätte ja keine Ahnung von "Sternenkunde" und so weiter.

    Es war natürlich Jupiter, kein anderer kann so Hell neben dem Vollmond stehen, weil Jupiter halt da auch direkt angestrahlt wird. Aber ich kam nicht mehr durch.

    Na, das meinte ich.
    Mir ist recht gut klar, was die Himmelsscheibe bedeutet. Dir auch, und Florian auch. Aber es gibt halt viele, die sich das nicht klarmachen und es eben so hinnehmen, ohne die Beduetung zu verstehen, nichts anderes wollte ich sagen.

    Und wenn heute jemand sein Feld bestellen müsste, und den richtigen Zeitpunkt nur anhand der Sterne finden müsste, naja dann hat er ein Problem, das vor tausenden von Jahren schon längst gelöst wurde.

    Eben das.

  7. Sorry für den zweiten Post, aber ich sagte ja direkt zu Anfang:

    >>Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein derart bedeutender Fund, man kann die Bedeutung kaum fassen.<<

    Und genau so meine ich es.

    @ Noch'n Flo: Verstehe deine Kritik nicht, Du sagst genau das, was ich meine.

  8. @ Carsten:

    Es waren auch in relativen Zahlen mehr. Bildung ist heute viel verbreiteter als damals, der Zugang zu ihr viel einfacher.

    Die „Gelehrten“ damals hatten ein sehr differenziertes Wissen über kleine Gebiete, an die breite Allgemeinbildung von heute kamen sie nicht einmal annähernd heran.

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