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„Nützt nicht, schadet nicht“ und „natürliche“ Homöopathie: Zwei Phrasen unter der Lupe

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Zwei heute veröffentlichte Artikel widerlegen populäre Standardphrasen der „Alternativmedizin“:

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Dazu passt als Wort zum Sonntag diese Karikatur von der Facebook-Seite der Zeitschrift Yps, und zwar „Aus der Reihe: 10 gute Gründe, sich auf das neue Yps-Heft zu freuen“:

Yps

Und eben mit dieser neuen Ausgabe, die am Donnerstag erscheint, werden wir uns hier noch beschäftigen.

Zum Weiterlesen:

4 Kommentare

  1. Ich hatte letztes mal wieder eine interessante Begegnung. Eine Heilpraktikerin und überzeugte Homöopathin hab ich gefragt, wo denn Die Grenzen liegen, also der Homöopathie und von Heilpraktikern. Die Antwort (sinngemäss):

    – Die Grenzen gäbe es natürlich, die liegen aber bei den Erfahrungen und nicht bei der Methode.
    – Sie würde sich niemals zutrauen Krebs mit Homöopathie zu behandeln, weil ihr die Erfahrungen fehlen würde.
    – In Indien würden sehr erfahrene Homöopathen das aber machen.

    Mir gelang es nicht den Zweifel zu sehen, dass es seltsam sei, dass die Grenzen nur in der Erfahrung liegen.

    Daraufhin relativiert sie noch (wieder sinngemäss)

    „- Es benötigt natürlich auch Zeit, wenn jemand schon von Metastasen zerfressen ist oder von der „Schuldmedizin“ so schlecht behandelt worden ist, das mit der Lebensenergie nichts mehr zu machen ist, dann verliert man den Kampf“.

    Ich hab dann gefragt, ob sie mir das mit der ZEIT noch mal erklären kann. Sie meinte dann, dass sie kranke Menschen behandelt, aber es braucht 6 Monate, um zu sehen, wie erfolgreich man war. Schnelle Erfolge sind schön, aber genau weiß man erst nach 6 Monaten.

    Daraufhin meinte ich, dass nach 6 Monaten ein großer Teil der Erkrankungen auch so weg sei. Da meinte sie „das würde ja nur ein kleiner Teil sein und die Zufriedenheit der Patienten wäre ja der Beleg“ blabla.

    Ich meinte dann, dass die Grenzen doch auch in der Diagnostik liegen würden. Daraufhin musste ich mir anhören, dass die Prüfungsbedingungen für Heilpraktiker sehr anspruchsvoll geworden sind und es sehr gute Ausbildungen geben würde. Sie hätten das Wissen in großen Teilen wie im Medizinstudium erworben (Physiologie etc.).

    Ich habs irgendwann gelassen. Mein Fazit. Kritisches Denken Fehlanzeige. Null Methodik. Das Selbstbild mit Ärzten auf Augenhöhe sprechen zu können. Ein Gefühl, dass Erfahrungen alles sind…naja.

  2. @ Skeptiker. Fazit bei den Ärzten aber nicht besser. Ich tüftle noch daran, was genau einen als studierter Mediziner dazu bringt, alles Gelernte über Bord zu werfen. Ich denke, ein Teil ist die Faszination des Irrationalen, das man für rational erklärt, um keiner kognitiven Dissonanz zu unterliegen. Oder aber auch das „schwammig“ Denken und nicht zu Ende Denken. Traurig ist es in jedem Fall.

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