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Dahlkes „Krankheit als Weg“: Ein übles Machwerk abseits aller Menschlichkeit

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Über die absurden Analogieschlüsse des „Goldenen Brett“-Preisträgers Rüdiger Dahlke haben wir uns hier schon mal amüsiert:

Morbus Dahlke: Mein Schnupfen und ich“

Jetzt hat sich auch das Autorenkollektiv Psychologie aktuell Dahlkes Longseller „Krankheit als Weg“ vorgenommen und weist auf die „kruden Kernbotschaften“ dieses „Machwerks“ hin:

Die Argumentationsweise der Autoren stützt sich vor allem auf gesteuerte Assoziationen, oft auch auf überstrapazierte Analogien.

Die Vorgehensweise ist dabei in fast allen Kapiteln gleich. Die Autoren verweisen zu Beginn des jeweiligen Kapitels auf Begriffe oder Redensarten, die auf irgendeine Art und Weise mit dem zu besprechenden Körperteil zu tun haben, so zum Beispiel auf „Gehorsam“ oder „jemandem sein Ohr leihen“ im Kapitel über Ohrenkrankheiten.

Von diesen Begriffen aus schließen sie dann auf die symbolische Bedeutung der jeweiligen Krankheit. Im Falle der Ohren kommen sie so zu dem Schluss, dass Ohrenkrankheiten etwas mit Gehorsamsverweigerung zu tun hätten.

Im Kapitel über Augenkrankheiten schließen sie aus der Redewendung des „Nicht sehen wollens“, dass Blinde deshalb nicht sehen könnten, weil sie ihr Inneres zu betrachten verweigert hätten.

Und von der Redensart des „Nicht-mehr-schlucken-könnens“ kommen sie zu der Erklärung, Halsschmerzpatienten seien nicht mehr bereit, Wahrheiten oder Realitäten zu schlucken. Dies ist kein Scherz, das steht da wirklich!“

Ihr Fazit:

Dabei kann einem von Krankheit geplagten Menschen nichts Schlimmeres passieren, als dass sein soziales Umfeld (oder gar sein Therapeut) ihm auch noch nahelegt, ‚die Ursache in sich zu suchen‘.

Das ist nicht nur unwissenschaftlich und eine intellektuelle Zumutung, es ist auch eiskalt, unbarmherzig und abseits aller Menschlichkeit.“

Zum Weiterlesen:

  • Krankheit als Weg: Widerlich, so etwas zu lesen, Huffington Post am 14. August 2015
  • Rüdiger Dahlke – Der sanfte Erlöser, diaphanoskopie am 7. Mai 2014
  • Das “Goldene Brett” 2013 für Rüdiger Dahlke und die Homöopathen ohne Grenzen, GWUP-Blog am 29. November 2013
  • Morbus Dahlke: Mein Schnupfen und ich, GWUP-Blog am 17. Januar 2011
  • Die verlorenen Likes des Dr. Rüdiger Dahlke: Wie der Veganmissionar seine Reputation der Sache opferte, Indub.io am 13. Oktober 2014
  • Ruediger Dahlke – Zeige mir Deine Füße und ich sage Dir, wer Du bist, Ratgeber-News-Blog am 2. Januar 2011

22 Kommentare

  1. Kann ich nur bestätigen. Dieses Buch steht in meiner Familie leider hoch im Kurs.

    Habe mir das Kapitel zu Schilddrüsenunterfunktion, unter der ich selbst leide, durchgelesen und genau das empfunden, was die Autorin beschreibt.

  2. Und da sage noch einer, ein materialistisches Weltbild wäre unmenschlich.

  3. Ja, in meiner Umgebung kennt leider gefühlt jede Zweite und jeder Vierte das Machwerk – und nimmt’s ernst.

    Als mir vor Jahren meine krumme Nasenscheidewand zunehmend Probleme bereitete, bekam ich auch mal zu hören, ich sollte bitte meine innere Einstellung (zu was auch immer) ändern, denn Behinderungen der Nasenatmung würden ja bedeuten, man möge „etwas nicht riechen“.

    Mein Einwand, dass es sich bei der Redewendung um ein rein deutsches Idiom handelt, mithin sich gesundheitliche Probleme mit der Nase und Umgebung auf den deutschen Sprachgebiet beschränken müssten, wurde entweder nicht verstanden oder absichtlich ignoriert.

    Letzteres tue ich inzwischen mit den entsprechend indoktrinierten Menschen. Konsequent.

  4. P.S.: Hinzu kommt, dass die für die Heil!-Praktiker-Rhetorik so typische, willkürliche Entführung bestehender Begriffe in eigens definiertem (Un-)Sinn bestenfalls aus dem Fundus der naiven Volksetymologie schöpft. (Klassische Eso-Antwort darauf: „Ja! Genau!“ – ja, die merken nicht einmal, dass es nicht gerade schmeichelhaft ist.)

    Da kommen so Absurda wie „‚Sucht‘ kommt vom ’suchen'“…

    Eigentlich wäre es ein dankbares Thema für eine Dr.-Arbeit…

  5. Wenn alles so einfach wäre, wie Dahlke behauptet, könnte jeder seine gesundheitlichen Probleme sofort lösen.

    Auch die Ansicht, dass Krankheit dafür da ist irgenwelches Karma abzutragen oder uns Hinweise darauf gibt wo wir falsch leben kann so nicht richtig sein. Vielmehr sollte man alles tun, falls man krank ist um wieder gesund zu werden.

    Die Medizin hat schon großartige Leistungen vollbracht und ich hoffe nur, dass es uns bald gelingt auch Krankheiten wie Krebs oder auch Herz-Kreislauferkrankungen vollständig zu besiegen. Natürlich ist es richtig, das man für seine Gesundheit selbst verantwortlich ist.

    Man kann sehr viel mit dem eigenen Lebensstil positiv beeinflussen. Jedoch das alleine bewahrt einen nicht vor Krankheit.

    Der menschliche Körper ist ein hochkomplexes System und daher auch dementsprechend fehleranfällig wie es jedes andere physikalisch, technisch komplexe System auch.

  6. Zitat DetleU

    Der menschliche Körper ist ein hochkomplexes System und daher auch dementsprechend fehleranfällig wie es jedes andere physikalisch, technisch komplexe System auch

    Super formuliert ;-)

    Man sollte aber hier noch hinzufügen, daß dieses ‚System‘ im Feuer der Evolution geprüft wurde…

    Wir verstehen bisher noch nicht diese komplexem Maschinen, mit ihrer Fähigkeit zur Selbstreparatur – bisher konnte noch kein anderer „Apparat“ diese Fähigkeit aufbringen…erworben haben wir diese Fähigkeit, innerhalb der Evolution, die auch viele Opfer forderte, bis es zu diesem Ergebnis kam.

    Ich weiß nicht wie viele – aber es dürften unzählige sein – Reparaturaufgaben unser Organismus tags und (besonders) nachts vollbringt…Selbstorganisation ist das Stichwort…

  7. Ich habe auf Amazon.de eine der wenigen kritischen Rezensionen über Dahlkes vulgärpsychologisches Machwerk geschrieben und harsche Kommentare geerntet – u. a. wurde mir „Intoleranz“ vorgeworfen. Aber Unsinn muß man eben Unsinn nennen.

  8. Die Wahrheit liegt immer in der Mitte. Natürlich ist es im Krankheitsfall wichtig, sich erst einmal auf die Genesung zu konzentrieren und alles zu tun, um wieder zu Kräften zu kommen. Da muss sich niemand damit quälen, die dahinter liegenden Ursachen aufzuarbeiten.

    Aber im Nachhinein oder bei chronischen Krankheiten lohnt der Blick über den Tellerrand, denn Körper, Geist und Seele sind nun einmal ein Gesamtsystem und wirken aufeinander ein. Dies zu ignorieren ist genauso fahrlässig wie eine übertrieben einseitige Sichtweise, das Krankheit nur geistig oder nur durch falsche Ernährung entsteht.

  9. @Silvia:

    < < denn Körper, Geist und Seele sind nun einmal ein Gesamtsystem und wirken aufeinander ein. << Was kein "Schulmediziner" bestreitet. Niemand braucht für diese Erkenntnis "alternative" Quacksalber: https://blog.gwup.net/2013/04/20/homoopathie-ganzheitlichkeit-und-die-sprechende-medizin/

  10. „Blick über den Tellerrand“
    Ich bereite schon einmal eine neue Karte für das Bullshitbingo vor. Mal sehen, was noch kommt.

  11. @ Silvia:

    „Aber im Nachhinein oder bei chronischen Krankheiten lohnt der Blick über den Tellerrand“

    Habe ich gemacht: da ist Tisch!

    „denn Körper, Geist und Seele sind nun einmal ein Gesamtsystem und wirken aufeinander ein.“

    Geist und Seele sind zwar im Endeffekt dasselbe, aber dennoch: was soll an dieser Erkenntnis bitte neu sein? Schon einmal etwas von Psychosomatik gehört? Das ist ein eigenes Fachgebiet in der Medizin, das sich genau mit diesen Zusammenhängen beschäftigt. Und diese Zusammenhänge wird auch kein Arzt leugnen.

    Es sind eher die Pseudomediziner, wie bspw. die Homöopathen, die sich lieber auf einzelne Symptome stürzen, anstatt den Körper in seiner Gesamtheit zu sehen.

    Aber Ganzheitlichkeit bedeutet eben nicht, dass man einem Patienten dreimal auf die Schulter klopft und damit seinen Fusspilz heilt. Oder seinen Tripper. Oder seine chronische Naivität (wobei: die will ja kein Heilpraktiker ernsthaft heilen).

  12. Verzeihung?

    Kein Schulmediziner würde davon ausgehen, dass Körper und Psyche voneinander getrennte Dinge sind oder das Psyche ein eigener Bereich für sich ist. Die Schulmedizin ist durch und durch naturwissenschaftlich fundiert. Und in den Naturwissenschaften geht man heutzutage davon aus, dass Psyche gleich Gehirn also Körper ist. Von Geist ist hier schon lange nicht mehr die Rede.

    Schauen Sie sich doch mal die aktuellen Erkenntnisse der Neurowissenschaften an. Da werden Sie schnell den Eindruck vermittelt bekommen, dass unsere Psyche ein Beiprodukt von Gehirnaktivität ist und somit komplett materialistischer Natur ist. Körper wirkt auf Psyche aber Psyche kann nicht auf Körper einwirken. Das ist in diesem Fachbereich bestens belegt.

    Wenn Sie schon naturwissenschaftlich argumentieren, dann tun Sie dies auch konsequent.

  13. @Peter:

    „Schauen Sie sich doch mal die aktuellen Erkenntnisse der Neurowissenschaften an.“

    Verzeihung?

    Und Sie denken, Dahlke wird diesen Erkenntnisen gerecht, indem er infantile Analogieschlüsse zwischen körperlichen Beschwerden und alten Redensarten zieht?

  14. @ Peter:

    „Psyche kann nicht auf Körper einwirken“

    Und wie konntest Du dann Deinen Kommentar schreiben? Reflex?

  15. Die vereinfachten bis simplen ‚Methoden‘ mit denen häufig von physischen Leiden auf z.B. ‚Somatisierungsstörungen‘ hingelenkt wird finde auch ich absurd.

    Es scheint in Mode bzw. ein beliebtes Mittel zu sein, wenn Ärzte oder Behandler nicht über die nötigen Kenntnisse, Zeit oder finanziellen Etat zur Durchführung einer fundierten Diagnose und Behandlung verfügen, zügig auf das Vorliegen einer Somatisierungstörung hinzuweisen und den Patienten zum Psychologen zu schicken.

    Hat man großes Pech geht dieser noch genau so unprofessionell vor, attestiert jenem eine Depression und schiebt ihn mit einem Rezept für Psychopharmaka zur Tür hinaus. (Nicht selten für das Präparat eines Konzerns der großzüg Boni verteilt bei Verschreibung. Alles schon von Fachleuten bestätigt. Oder es wird ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik für psychosomatische Probleme verlangt. Wohl in der Hoffnung, irgendwann bekäme der Patient die Probleme dann schon durch das auferlegte Martyrium.)

    Das Unvermögen den Patienten zu behandeln wird also diesem zur Last gelegt und behauptet, er sei nicht in der Lage seine Psyche zu regenerieren und in geläutertem Zustand zu halten.

    Wichtige physische Behandlungsmaßnahmen werden gleichzeitig versagt und der Patient der fortschreitenden Krankheit überlassen. Das Nicht-Vermögen der Ärzte und deren eigene Nachlässigkeit wird unter den Tisch gekehrt bzw. dem Kranken zugeschoben.

    Das ist in der Tat „nicht nur unwissenschaftlich und eine intellektuelle Zumutung, es ist auch eiskalt, unbarmherzig und abseits aller Menschlichkeit.“

    So werden Menschen zu zahlungspflichtigen Kranken gemacht.

  16. @ M. Birke:

    Ich nehme an, für Deine Verschwörungstheorie hast Du auch Beweise? Oder auch nur im entferntesten Ahnung vom Thema? Nein?

    Oh, wie überraschend…

  17. @ noch’n Flo
    Was nicht im entferntesten Sinn macht, ist mit Verfassern solch oberflächlicher, unsachlicher, ironischer Kommentare zu kommunizieren, die vorallem ihre eigenen Vorurteile, Ignoranz und Abwertung sehen, anderen unterjubeln und lediglich ihr eigenes Unwissen zur Schau stellen, statt sich ernsthaft in die Thematik einzuarbeiten.
    Ich beschäftige mich seit langen Jahren zusammen mit einer Unmenge Betroffener als auch Fachkräften intensiv mit dem Thema und die ‚Beweise‘ würden Bücher füllen, die es dazu zu Hunderten gibt.
    Wem nicht mehr einfällt als mit nichtssagenden Schlagwörtern wie ‚Verschwörungstheorien‘ die wohl deine Lieblingsgebiete sind, um sich zu werfen, braucht es aber wohl besonders simpel? Oh wie überraschend… !

  18. Was ich hier an unsachlicher Kritik gegen Dahlkes Werk lese, macht mich ziemlich sprachlos. Übrigens wird in dem Buch der Hauptvorwurf, dass es als „Schuldzuweisung“ und Befürwortung eines deterministischen Weltverständnisses missverstanden werden kann, ausführlich diskutiert. Es geht den Autoren (es sind zwei, wenn ich mich nicht irre) nicht darum, „Schuld“ zu thematisieren, sondern den Zusammenhang von Psyche und Körper aufzudecken, zu enttabuisieren. Es ist sonderbar, wie oft man hier in den Kommentaren Halbsätze liest, wie: die Psyche hat keinen Einfluss auf den Körper. Das ist Nonsens, m.E., und leicht zu entkräften.
    Nehmen wir das Phänomen der Angst. Jeder Mediziner weiß, dass Angst den Herzschlag erhöht, die Sauerstoffversorgung und die Durchblutung im Körper verändert. Dass dadurch Muskelverspannungen entstehen können bis hin zum Hexenschuss und ernsthaften Fehlhaltungen. Das weiß man. Und dennoch leugnen viele den Einfluss der Psyche, des Gefühlslebens??? Bei einem verspannten Rücken kann man physisch, „mechanisch“ das Symptom verbessern, indem man z.B. Wärme zuführt, die die Muskeln lockert (in der Regel funktioniert das). Oder man fragt wie Dahlke danach, woher das Verspanntsein rührt, was wirklich die Ursache ist für die „Schieflage“ im Körper. Das ist doch ein legitimer Ansatz! Meines Erachtens sehr sinnvoll und sinnstiftend, diese Dinge zu erfragen und zu erforschen. Die Erkältung ist ebenfalls ein schönes Beispiel. Die Dahlke-Gegner denken: Einen Infekt holt man sich, wenn man den Kampf gegen die Viren verliert (weil man gerade körperlich schlecht drauf ist oder sich versehentlich verkühlt hat oder besonders viele Viren gerade „angreifen“). Kann man so denken. Man kann aber auch sehen: Der Kampf zwischen Viren und Verteidigungskräften des Körpers findet eigentlich permanent statt, ist keine „außergewöhnliche“ Situation. Wenn die Viren gewinnen, liegt das weniger an den Viren, als daran, dass wir unsere Verteidigung schwächen. Zum Beispiel durch zu geringe Durchblutung in den Füßen. Was manchmal von Angst herrühren kann. Oder davon, dass wir im psychischen Bereich „die Nase voll haben“, Ruhe benötigen. Der Stress, den wir erleben, die Überforderung, „möchte“, dass wir uns zurückziehen und entspannen, uns was Gutes gönnen. Wenn das auf der „bewussten“ Ebene aber nicht wahrgenommen wird/nicht passiert, dann „sinkt“ das Problem ins Körperliche. Unbewusst sorgt der Körper für schlechte Durchblutung, schlechte Atmung, und das gibt den Viren in den Füßen (und anderen exponierten Körperstellen) bessere Karten: Der Körper erkältet sich und fordert mit Fieber und Unwohlsein die ersehnte Ruhe und Abschottung ein. Sprich: Mit diesem „Trick“ holt sich unser Ich die Pause, die wir uns längst hätten gönnen sollen. – – – Solcherlei Zusammenhänge finde ich äußerst evident, spannend und lehrreich nachzuvollziehen. – – – Nun gehen Dahlke (und sein Co-Autor) so weit, selbst schwerwiegende Krankheiten wie Krebs mit dem „Sinken der psychischen Probleme ins Körperliche“ zu „erklären“ – und spätestens dann rebellieren die meisten und nennen das „Quatsch“ und „unverantwortlich“. Noch mal: Es geht Dahlke sicher nicht um „Schuldzuteilung“. Sondern um eine Phänomenologie. Die kann man sich genauso sachlich „angucken“ wie einen Fleck auf dem Röntgenbild und daraus sachliche Schlüsse ziehen. Im Krebs fressen die „bösen“ Zellen den Körper mehr oder minder auf. Die gesamte sprachliche Symbolik, die in der Krebs-Medizin gängig ist (Malignom, „böser“ Tumor, etc.), verweist eigentlich bereits auf die psychische Ebene. Es ist kein großer gedanklicher Sprung, anzunehmen, dass beim Krebs als „tiefere Ursache“ ein psychischer Lebenskampf vorliegt, ein sehr heftiger, grundsätzlicher Konflikt, das eigene Leben so zu leben, wie man es eigentlich möchte. Wenn man das nicht im Bewusstsein verarbeitet, manifestiert es sich (möglicherweise) im Körper-Bereich. Das Unheimliche und Grausame am Krebs ist ja, dass die eigenen Zellen plötzlich „streiken“ und wie ein Trojaner unser Körpersystem angreifen. Der Anschein des „Stellvertreterhaften“ dieses Körperkampfes leuchtet mir sofort ein. Ich habe allerdings auch eine Schwäche für Metaphorik, Sprache und Kreativität. Von daher bin ich empfänglich für solcherlei Denken. – – – Das wirklich Interessante: Bevor ich das Buch von Dahlke las, hatte ich jedes Jahr fünf, sechs Mal eine Erkältung. Jetzt, wo ich etwas mehr auf meine Psyche und „Pausen“ achte, in mich hineinhöre, höchstens ein, zwei Mal pro Jahr. Das beste Mittel, eine Erkältung schnell loszuwerden, ist nicht Medikamente zu schlucken oder viel zu trinken – was man ja zusätzlich machen kann – sondern sich voll und ganz auf die Erkältung einzulassen! Heißt: Sich KOMPLETT zurückziehen, einkuscheln, alle Fünfe gerade sein lassen und sehr egoistisch nur an sich selbst zu denken. Hilft!

  19. @Henner B.:

    „Es ist sonderbar, wie oft man hier in den Kommentaren Halbsätze liest, wie: die Psyche hat keinen Einfluss auf den Körper.“

    Das tut hier genau *ein* Kommentator, sonst niemand. Alle anderen widersprechen dem, und völlig zu Recht.

    Ihnen ist schon klar, dass es bereits seit langem einen Facharzttitel für Psychosomatische Medizin gibt und dass Psychosomatik Bestandteil des Medizinstudiums und der ärztlichen Weiterbildung ist?

    Der Körper erkältet sich und fordert mit Fieber und Unwohlsein die ersehnte Ruhe und Abschottung ein. Sprich: Mit diesem „Trick“ holt sich unser Ich die Pause, die wir uns längst hätten gönnen sollen. – – – Solcherlei Zusammenhänge finde ich äußerst evident, spannend und lehrreich nachzuvollziehen.“

    Um sich diesen Zusammenhang klar zu machen, brauchen Sie das Geschwafel und die infantilen Analogieschlüsse eines Herrn Dahlke? Ernsthaft?

    „Es ist kein großer gedanklicher Sprung, anzunehmen, dass beim Krebs als „tiefere Ursache“ ein psychischer Lebenskampf vorliegt, ein sehr heftiger, grundsätzlicher Konflikt.“

    Das hat überhaupt nichts mit „Metaphorik, Sprache und Kreativität“ zu tun, sondern belegt die völlig unkritische Nähe Dahlkes (und Ihre?) zur „Germanischen Neuen Medizin“. Also menschenverachtender, lebensgefährlicher Nonsens.

    „Das beste Mittel, eine Erkältung schnell loszuwerden, ist nicht Medikamente zu schlucken oder viel zu trinken.“

    Ich wiederhole mich: Für diese Erkenntnis haben Sie ernsthaft Quatsch-Bücher wie die von Dahlke gebraucht?

    „Es geht Dahlke sicher nicht um „Schuldzuteilung“.

    Selbst eine oberflächliche Erst-Informationsquelle wie Wikipedia schreibt dazu:

    „Ihre [die Autoren] Aussagen konnotieren Kranke in höchstem Maße mit Schuld, fehlender Einsicht und unzureichendem „Lernen“ im Hinblick auf die angebliche Botschaft, besonders bei unheilbaren Krankheiten. Darin führt zu einer eine Stigmatisierung und Verurteilung Kranker, die bei Betroffenen zusätzlich zu dem Leid noch Schuldgefühle hervorrufe. Philipp Flammer schrieb dazu: Wir finden hier theoretisch dieselbe Menschenverachtung angelegt, die im Januar 1999 dem britischen Nationaltrainer Glenn Hoddle seine Stellung gekostet hat. Esoterikanhänger Hoddle verkündete öffentlich, körperlich Behinderte müssten für ihre Sünde aus einem früheren Leben büssen.“

    Lesetipp:

    https://blog.psiram.com/2010/02/kindesmissbrauch-durch-alternative-heilmethoden-teil-iii-rudiger-dahlke-vera-kaesemann/#more-892

  20. @ Henner B.:

    „Es ist kein großer gedanklicher Sprung, anzunehmen, dass beim Krebs als „tiefere Ursache“ ein psychischer Lebenskampf vorliegt, ein sehr heftiger, grundsätzlicher Konflikt, das eigene Leben so zu leben, wie man es eigentlich möchte. Wenn man das nicht im Bewusstsein verarbeitet, manifestiert es sich (möglicherweise) im Körper-Bereich.“

    Doch, das ist sogar ein massiver und völlig widersinniger gedanklicher Sprung.

    „Das Unheimliche und Grausame am Krebs ist ja, dass die eigenen Zellen plötzlich „streiken“ und wie ein Trojaner unser Körpersystem angreifen.“

    Nö, sie vermehren sich einfach nur unkontrolliert.

    „Der Anschein des „Stellvertreterhaften“ dieses Körperkampfes leuchtet mir sofort ein.“

    Spricht nicht wirklich für Dich.

    „Ich habe allerdings auch eine Schwäche für Metaphorik, Sprache und Kreativität. Von daher bin ich empfänglich für solcherlei Denken.“

    Das auch nicht.

    „Das beste Mittel, eine Erkältung schnell loszuwerden, ist nicht Medikamente zu schlucken oder viel zu trinken – was man ja zusätzlich machen kann – sondern sich voll und ganz auf die Erkältung einzulassen! Heißt: Sich KOMPLETT zurückziehen, einkuscheln, alle Fünfe gerade sein lassen und sehr egoistisch nur an sich selbst zu denken.“

    Und genau da helfen vor allem Ruhe und Erholung, nicht ein herbeiphantasierter Egoismus.

    Sorry, aber Du hast weder Ahnung von Krebs, noch vom banalen Schnupfen. Nur einen riesigen Dunning Kruger.

  21. Weder finde ich M. Birkes Anschuldigungen besonders lustig, die er ja auch nicht belegt oder belegen kann (ein selbsternanntes Expertentum zähle ich ausdrücklich nicht als Beleg…), noch amüsiert mich Henner B. mit seinen an den Haaren herbeigezogenen Analogien.

    Nur soviel dazu: Eine Krebspersönlichkeit gibt es nicht, daß Disstress für Krankheiten anfälliger macht, ist nicht neu, so daß Dahlke uns dazu sicher nicht belehren muß, und Schnupfenviren nehmen gewiss nicht auf ihrem Weg die Nasenschleimhaut einen Umweg durch die Füße.

  22. Es stimmt zwar, daß die „Psyche“ ein Resultat der Gehirn-Materie ist, aber sie ist auch eine neue Qualität, ganz nach der bekannten Weisheit: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
    Auch wenn man sagen kann, daß das Bewußtsein eine „Illusion“ unseres Gehirns ist, ist es immer noch eine neue Qualität, die mich immer wieder staunen läßt. Wir sind unserer bewußt und wir können über uns nachdenken…das schafft bis jetzt keine künstliche Intelligenz ;-)

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