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Wünschelwichte: GWUP in der „Bunten“

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Apropos Lady Gaga: Die Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta („Schwarzbuch Scientology“) arbeitet an einem neuen Buch, „in dem sie schonungslos mit der Esoterikszene abrechnet“, schreibt die Bunte (Nr. 43/2010). Ihr gehe es vor allem um die Frage, „wie Prominente in dieser Szene durch ihren Bekanntheitsgrad Menschen verführen und manipulieren können“.

Damit meint Caberta nicht einmal in erster Linie große internationale Stars wie die Gaga-Geisterjägerin oder Jennifer Love Hewitt – sondern zum Beispiel „Wünschel-Wichte“ wie das Duo Obskurantum Pierre Franckh/Michaela Merten. Im gesetzten Erwachsenenalter entblödet Herr Franckh sich nicht, infantile Albernheiten wie diese von sich zu geben:

Beim Verlassen des Hauses sende ich eine kurze Bitte aus. Als Ansprechpartner nehme ich hier einfach die Parkplatzengel (…) Also, lieber Parkplatzengel. Ich habe in der … Straße einen Parkplatz. Er ist jetzt bereits für mich bestimmt. Ich bekomme ihn und zwar genau dann, wenn ich dort ankomme.“

Allerdings:

Man sollte aber seinen Wunsch nicht zu knapp vor Eintreffen formulieren, denn auch das Universum braucht einen gewissen Vorlauf. Also am besten bereits beim Verlassen des Hauses den Wunsch aussprechen. Und! Es funktioniert!“

Nun könnte man vielleicht auf den Gedanken kommen, der Schauspieler sei unter die Comedians gegangen und präsentiere einen Auszug aus seinem Kabarettprogramm. Dem ist nicht so. Franckh meint das in kindlicher Märchengläubigkeit wirklich ernst. Natürlich (wie könnte es auch anders sein) unter Berufung auf die Quantenphysik, die er indes nicht mal im Ansatz verstanden hat und daher zu einer Art Quantenmystik verbrämt, wie wir an dieser Stelle schon mal ausgeführt haben.

Übrigens kann Franckh bei Vollmond nicht schlafen. Warum er sich den Schlaf nicht einfach herbei oder den Mond weg wünscht, bleibt offen. Vielleicht gibt es ja keinen „Schlaf-bei-Vollmond“-Engel, der dafür zuständig wäre. Oder aber das ganze Wunsch-Gedöns ist einfach eine riesige Verarsche.

So ähnlich sieht das auch Ursula Caberta, die in dem dreiseitigen Bunte-Artikel (eine stark gekürzte Online-Version gibt’s hier) recht ausführlich zu Wort kommt. „Dieses Wünschen“ sei

… das unterste Niveau im Bereich der esoterischen Angebote und an Banalität nicht mehr zu unterbieten, völlig unseriös und verantwortungslos (…) Ein von Merten und Franckh ausgebildeter Wünsche-Coach wendet sich an seine nächsten Freunde und Verwandten und zieht die wiederum mit rein. Das Ganze erinnert schon stark an Sektenstrukturen, weil es eben aufgebaut ist wie ein Strukturvertrieb.“

Recht hat sie. Und dann werden in der Bunte auch noch „Kollegen aus dem Showbusiness“ mit ihrer Kritik an den Merten-/Franckhschen-Wunschvorstellungen zitiert, namentlich Jacky Dreksler und Hugo Egon Balder, die das überaus lesenswerte Buch „Wunsch-Bullshit im Universum“ geschrieben haben.

Natürlich vollführt der Bunte-Artikel einen etwas unmotiviert wirkenden Schluss-Schlenker und endet mit einem positiven Statement zugunsten des Glanzpresse-Ehepaars Franckh/Merten. Was Herr Franckh über den Weihnachtsmann denkt, erfahren wir leider nicht.

Aber immerhin erwähnt die Autoren-Trias auch „das Fachmagazin Skeptiker„, genauer gesagt ein Interview in Heft 2/2008 mit Jacky Dreksler und Hugo Egon Balder zu den „Wünschelwichten“.

Wer es nachlesen möchte, klickt einfach hier.

Zum Weiterlesen:

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