„Kopp Online“ geht offline

Der letzte Artikel bei Kopp-Online datiert vom 10. März (“FAZ gegen den Kopp Verlag”). Und dabei scheint es auch zu bleiben.

Das Nachrichtenportal info.kopp-verlag leitet mittlerweile automatisch auf die Verlagsseite, wo man Bücher, Videos und Kokosöl bestellen kann.

kopf

Bei den “Alternativ”-Medien im Netz kursiert ein Kopp-Schreiben, aus dem hervorgeht, dass der “redaktionelle Teil von Kopp Online und die Weltnachrichten” aus finanziellen Gründen eingestellt worden seien:

Obwohl das Interesse an Kopp Online überwältigend groß war (in der Spitze weit über 600.000 Besucher pro Tag) hat uns leider die Unterstützung unserer Leser gefehlt. Trotz zahlreicher Aufrufe haben wir in den vergangenen 12 Monaten nur 6.000 EUR an Spenden erhalten. Das reicht nicht einmal um die Seite eine Woche lang in der gewohnten Qualität zu betreiben.

Auch die Unterstützung durch Buchkäufe ging, trotz zunehmender Leserzahl, immer weiter zurück. Ganz offensichtlich hat der weitaus größte Teil unserer Leser lieber einem amerikanischen Großkonzern seine Unterstützung durch Buchkäufe zukommen lassen.

Da auch der Kopp Verlag, seine Mitarbeiter und Autoren ihre Arbeit auf Dauer nicht verschenken können, wurde dieser Schritt leider unausweichlich.”

Klar, dass bei unseren Verschwörungsfans Spekulationen über das “plötzliche Verstummen” der “wichtigsten Plattform für alternative Nachrichten” ins Kraut schießen und zum Beispiel der Tod von Udo Ulfkotte dafür instrumentalisiert wird:

Der Verlust eines guten Freundes und Weggefährten kann im Extremfall auch die Mutigsten verstummen lassen.”

Schließlich kann und darf das einfach nicht sein: dass es den Herren des “rechten Paralleluniversums” nur um Geld und Profit geht.

Zum Weiterlesen:

  • Udo Ulfkotte ist tot. Steckt dahinter der CIA mit seiner Herzinfarktpistole? GWUP-Blog am 14. Januar 2017
  • Kopp, Sputnik, Epoch Times & Co: Nachrichten aus einem rechten Paralleluniversum, meedia am 18. März 2017
  • Kopp-Verlag: Auf dem Heimatplaneten für rechtsextreme Ufologen, FAZ am 23. Februar 2017
  • Angstmacher aus Rottenburg, GWUP-Blog am 7. März 2016
  • Geschäft mit Verschwörungstheorien: Die Angstindustrie, FAZ am 17. Januar 2015

24 Kommentare zu “„Kopp Online“ geht offline”


  1. 1 Neumann 15. April 2017 um 16:14

    Ich wünsche ja niemandem die Pleite, aber …

  2. 2 Pierre Castell 15. April 2017 um 19:03

    “…in der gewohnten Qualität…!”

    Welche Qualität?

  3. 3 noch'n Flo 15. April 2017 um 19:26

    @ P. Castell:

    “Welche Qualität?”

    Na, eben die gewohnte, nicht vorhandene. Da sind jetzt sicherlich von einem Tag auf den anderen so ca. 0,00001 hart arbeitende Redakteure arbeitslos geworden.

  4. 4 Bernd Harder 15. April 2017 um 19:28

    @noch’n Flo:

    Und ich frage mich, warum ich nicht wenigstens zeitweise für 6000 Euro die Woche bei kopp-online gearbeitet habe …

  5. 5 Pierre Castell 15. April 2017 um 20:04

    @ Bernd Harder
    “Und ich frage mich, warum ich nicht wenigstens zeitweise für 6000 Euro die Woche bei kopp-online gearbeitet habe!”

    Weil Sie kein Vollpfosten sind, den man so eben mal kaufen kann!

  6. 6 Ralf im Vollrausch 15. April 2017 um 22:52

    Kopp ist offline?
    Habe da etwas anders…spannend…voller Verschwörungstheorien und auch die Ankündigung des “Christus” oder “Anti-Christus” am 20.09.2017
    http://www.theresnothingnew.org/index/mn41101/Christ_Angle3
    Eine umfangreiche “christliche” Verschwörungsseite…

  7. 7 2xhinschauen 16. April 2017 um 20:14

    6k€ pro Woche für den Betrieb einer Website? Was machen wir hier falsch?

    Wobei, ich fühle mich da ja an den Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff erinnert, der in einem der diversen Prozesse gegen ihn 70.000 Euro zur Aufrechterhaltung seines Lebensstandards geltend gemacht hat. Pro Monat, versteht sich. Die Villa in Südfrankreich, die Yacht, wissenschon.

    Die Geschichte fand übrigens ein gutes Ende: Middelhoff wurde rechtskräftig zu drei Jahren ohne Bewährung verurteilt und ist damit einer von ganzganz wenigen Managern, die es tatsächlich ins Gefängnis geschafft haben.

  8. 8 Pierre Castell 17. April 2017 um 11:56

    @ 2xhinschauen

    Der Trost der Anständigen:

    Das Gute und Beste, insbesondere das Richtige, wurde im Verhältnis zum Bösen und Falschem noch nie angemessen honoriert.

    Aber ich bin sicher, dass die Guten und Anständigen langfristig die glücklicheren Menschen sind…

  9. 9 F. Koch 17. April 2017 um 15:03

    Warum denn so gehässig ? Die Kopp Nachrichten hatten zumindest den Vorteil, dass sie eine sehr breite Auswahl an diversen Printmedien listete, die unterschiedlich berichteten. Während man bei Focus, Spiegel, Bild etc. beinahe identische Meldungen findet, die sich vielleicht gerade mal in der Reihenfolge unterscheiden. Ohne Kopp Nachrichten geht ein Stück Vielfalt verloren.

  10. 10 Bernd Harder 17. April 2017 um 15:09

    @F. Koch:

    << Die Kopp Nachrichten hatten zumindest den Vorteil, dass sie eine sehr breite Auswahl an diversen Printmedien listete, die unterschiedlich berichteten. << So kann man natürlich auch umschreiben, dass die Kopp-Nachrichten die großen Publikumsmedien rauf und runter zitiert und verlinkt haben, um sie an anderer Stelle dann als "Lügenpresse" zu verleumden und zu beschimpfen.

  11. 11 F. Koch 18. April 2017 um 07:34

    @Bernd Harder
    Jemanden, der nur alles schlecht und falsch findet, was aus dem Hause Kopp kommt, wird man natürlich niemals von etwas anderem überzeugen können. Man sieht eben immer nur das Schlechte, das man sehen möchte und blendet alles andere aus. Aber ist ja eben auch Ihr gutes Recht, schließlich leben wir ja noch in einem Land, das jedem seine Meinungsfreiheit garantiert; mal sehen wie lange noch.

  12. 12 Bernd Harder 18. April 2017 um 11:40

    @F. Koch:

    << Jemanden, der nur alles schlecht und falsch findet, was aus dem Hause Kopp kommt, << Wo habe ich das denn behauptet? Ich habe auf den eklatanten Widerspruch hingewiesen, dass die tägliche News-Sammlung von Kopp-Online überwiegend auf Artikeln von Medien basierte, die von Kopp selbst als "Lügenpresse" geschmäht werden.

  13. 13 noch'n Flo 18. April 2017 um 12:12

    @ F. Koch:

    Dann nenn uns doch bitte mal ein paar seriöse und korrekte Publikationen aus dem Kopp-Verlag.

  14. 14 F. Koch 18. April 2017 um 12:18

    @Bernd Harder
    Das ist eben der Eindruck, den ich hatte, nachdem ich Ihre Kommentare gelesen hatte. Der Eindruck, dass Sie dem Lager derer angehören, die den Kopp-Verlag grundsätzlich ablehnen und schlecht finden. Vielleicht täusche ich mich auch; ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.
    Bei Kopp hatte ich wiederum den Eindruck, dass er nicht grundsätzlich pauschalisiert, d.h. man einen Artikel einer bestimmten Zeitung gut und interessant finden kann, auch wenn man evtl. zuvor mit einem Artikel der betreffenden Zeitung nicht einverstanden war.

  15. 15 Bernd Harder 18. April 2017 um 12:24

    @F. Koch:

    Ich schätze, wir reden gewaltig aneinander vorbei.

  16. 16 Zacharias Zorngiebel 18. April 2017 um 12:55

    Über den Kopp-Verlag zu diskutieren, kann man sich sparen. Wer immer noch nicht eingesehen hat, nun ja…

    Hier fällt mir etwas anderes auf: Einige Kommentare zum Beitrag erreichen mühelos das Niveau des Koppschen Durchschnittslesers. Das muss nicht sein!

    Merke: Die Gesinnung alleine reicht nicht, man muss auch ein wenig Verstand einsetzen.

    Oder: Lieber Gott, schütze mich vor meinen Freunden, für meine Feinde kann ich selbst sorgen.

  17. 17 Pierre Castell 18. April 2017 um 14:07

    @ Bernd Harder
    “Ich schätze, wir reden gewaltig aneinander vorbei.”

    Vielleicht ist es in diesem einen Fall so.

    Allerdings empfinde ich manche Kommentatoren so, als würden sie absichtlich Gegenargumente “falsch verstehen”, sprich ignorieren. Wie ein schreiendes Kleinkind, das an der Supermarktkasse um Bonbons bettelt – egal was die Mutter sagt, das Kind bleibt stur und ignoriert alles, was nicht zum Kauf der Bonbons führt. Das Kind schreit dann sogar noch lauter, noch intensiver – was die Mutter sagt, zählt nicht.

    Diesen Eindruck bekam ich gestern z. B. ganz intensiv bei der Kommentatorin “Elli” an anderer Stelle hier im Blog. Ihr ging es nicht um eine sachliche Diskussion oder darum, etwas dazu zulernen, nein, sie wollte poltern und benötigte dafür eine Bühne, die sie gestern mal für einen Tag bekam.

  18. 18 crazyfrog 20. April 2017 um 13:09
  19. 19 Ralf im Vollrausch 4. Mai 2017 um 14:43

    Noch ein “krasser” Tipp:
    https://tetryonics.com/
    Unglaublich, wie viel Energie und Arbeit dahintersteht…und letztendlich ist es nur Pseudowissenschaft…
    Jeder, der sich nur halbwegs mit (moderner) Physik auskennt, erkennt das es sich hierbei um Bullshit handelt.
    Nur eines kann man dem Ganzen zugutehalten, man kann Grundkenntnisse in Sachen Physik gewinnen, denn sie dient zur Einleitung der “Dreiecksbeziehungen” und zum “Wissenschaftsbezug”.

  20. 20 Ralf im Vollrausch 4. Mai 2017 um 15:13

    Hier ein Artikel vom “Spektrum”:
    http://www.spektrum.de/news/wie-real-ist-die-quantenverschraenkung/1445463
    Zitat daraus:

    Fest steht jedoch: Die Quantenmechanik zeigt uns die Grenzen unseres Verstands auf. Vermutlich hat die Welt eine völlig andere Struktur, als wir auf Grund unserer Alltagserfahrung glauben. Dies wäre eine mögliche Erklärung, wieso uns gewisse Dinge wie Zauberei erscheinen.

    Ja, das ist die Erkenntnis, aber auch gleichzeitig die Crux, da sie Raum läßt für Spekulationen…viele esoterische “Phänomene” sollen mit der Quantenphysik erklärbar sein, wenn man das liest, dann könnte man das glauben.
    Wer aber die Quantenphysik für seine Theorien zu eigen machen will, der sollte sie zuerst studieren und das ist wirklich nicht so einfach ;-)

  21. 21 crazyfrog 6. Mai 2017 um 16:31
  1. 1 Thomas Diehl schreibt: Sieben am Sonntag 16.04.2017 Pingback am 16. April 2017 um 20:03
  2. 2 „Kopp Online“ geht offline | dokmz Pingback am 16. April 2017 um 20:43
  3. 3 Die rosarote Presseschau (20) | PrinzessinnenReporter Pingback am 18. April 2017 um 00:18

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