gwup | die skeptiker

… denken kritisch seit 1987.

In 43 Ländern der Erde werden Frauen als Hexen verfolgt

| 11 Kommentare

Das katholische Hilfswerk missio hat eine „Weltkarte Hexenwahn 2022“ veröffentlicht.

Sie basiert auf Daten der UNHCR, des Witchcraft & Human Rights Information Network (WHRIN) sowie auf Medienberichterstattung, missio-Recherchen und Informationen von missio-Projektpartnern.

Demnach seien in

… 43 Ländern […] Menschen von Gewalt, Folter und Tod bedroht, weil sie als angebliche Hexen an den Pranger gestellt werden. Hass, Aberglaube und die Suche nach Sündenböcken sind die Motive, warum in Ländern wie Ghana, der DR Kongo und Indien solche Menschenrechtsverbrechen verübt werden.

Die Zahl der Länder, in denen Menschen, vorrangig Frauen, aufgrund des Hexenwahns verfolgt werden, stieg um zwei Länder an. Neu hinzugekommen sind die Länder Sierra Leone und Simbabwe, wobei weitere Länder – wie Botswana und Mosambik – auf einer Beobachtungsliste stehen.

In einem FAZ-Interview erklärt der missio-Pressesprecher Jörg Nowak:

Menschen suchen allzu oft nach Sündenböcken. Das war bei der Hexenverfolgung in Europa so, und das hat sich nicht geändert. Ein zweiter Punkt ist Habgier. Ich erinnere mich an eine junge Frau in Papua-Neuguinea, die ich im Zuge einer Recherchereise kennengelernt habe. Sie hatte ein Grundstück geerbt, und ihre Brüder waren neidisch. Sie haben sie als Hexe beschuldigt.

Das Hilfswerk hat den 10. August als „Internationalen Tag gegen Hexenwahn“ ausgerufen. Der nigerianische Skeptiker und Menschenrechtsaktivist Leo Igwe begrüßt diese Initiative, obgleich die Kirchen in Afrika „a part of the problem“ seien:

In Afrika, Asien und Ozeanien […] kommt der Vorwurf der Hexerei einem Todesurteil gleich. Vermeintliche Hexen werden angegriffen, verbannt, enthauptet oder auf andere Weise getötet.

Igwe und die Organisation „Advocacy for Alleged Witches“ (AfAW) fordern alle staatlichen und nichtstaatlichen Akteure zu verstärkten Anstrengungen auf „to end the menace of witch hunting in Africa and around the globe“.

In Deutschland gibt es zum Beispiel die Vereine „Storychanger“ und „Hilfe für Hexenjagdflüchtlinge“. Die „Storychanger“-Gründerin Maimouna Obot hat vor kurzem das Buch „Mein Leben für die Hexenkinder“ herausgebracht.

Zum Weiterlesen:

  • Aberglaube: „Plötzlich steht man als Hexe am Pranger“, FAZ am 20. August 2022
  • Tödliche Hexenjagden – und der Kampf der Skeptiker, GWUP-Blog am 4. April 2013
  • „Witch Hunting“ als globale Herausforderung, GWUP-Blog am 26. Dezember 2019
  • Treat Witch Persecution in Africa With Urgency – by Leo Igwe, opinionnigeria am 10. August 2022
  • Die Hexenjagdflüchtlinge von Gushiegu, Zeit-Online am 13. Juli 2011

11 Kommentare

  1. Pingback: De linke weekendbijlage (34-2022) - Kloptdatwel?

  2. Kennt jemand dieses Buch?

    https://www.chbeck.de/levack-p-hexenjagd/product/27474225

    „Levack, Brian P.
    Hexenjagd
    DIE GESCHICHTE DER HEXENVERFOLGUNGEN IN EUROPA
    Mehr als 100 000 Menschen, die meisten von ihnen Frauen, wurden zwischen 1450 und 1750 in Europa wegen Ausübung schwarzer Magie und Teufelsanbetung vor Gericht gestellt; etwa die Hälfte von ihnen starb auf dem Scheiterhaufen. Wie kam es zu diesem unerbittlichen Feldzug gegen einen weitgehend imaginierten Gegner? Wer waren die Hexen und ihre Verfolger? Brian P. Levack rückt diese Fragen in den Mittelpunkt seiner – in viele Sprachen übersetzten – Geschichte dieser großen Hexenjagd und entfaltet z… „

  3. „missio ( lat. „Sendung“, „Auftrag“) ist die Kurzbezeichnung der
    Päpstlichen Missionswerke in Deutschland , Österreich , der Schweiz
    und anderen Ländern.

    Die Päpstlichen Missionswerke unterstehen dem Apostolischen
    Stuhl und sind der Leitung der Kongregation für die Evangelisierung
    der Völker anvertraut,“
    Q.:Wikipedia
    Das katholische Hilfswerk missio hilft dabei sowas unters Volk zu bringen:
    „2 Mose, 22:18 – Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.“

  4. @Uwe hauptschueler:

    Und woraus genau schließen Sie, dass das dieser Satz aus dem Alten Testament für „missio“ heute noch als Handlungsanweisung zu betrachten ist?

    Beziehungsweise inwiefern hilft diese Organisation dabei, „sowas unters Volks zu bringen“?

  5. „https://www.kirche-und-leben.de
    › artikel › was-ist-missio
    Was ist Missio?- Kirche+Leben
    Gefördert wird in den Ländern vor allem die kirchliche Infrastruktur: Aus- und Weiterbildung kirchlicher Mitarbeiter, der Lebensunterhalt für die Bistümer, der Bau von Kirchen und Missionsstationen, Hilfen für die Seelsorge (z.B. Bibeln, Katechismen, Medien, Fahrzeuge“
    @Bernd Harder
    Glauben Sie, daß missio Bibeln unter das Volk bringt, in dem dieser und ander abstruser Scheiß geschwärzt sind? Hilfswerk liest sich gut. Die helfen in erster Linie dabei Leute zu verblöden. Dass es in Mitteleuropa geschäftsschädigend ist zu Hexenvervolgungen aufzurufen, haben die schon mitbekommen.

  6. @uwe hauptschueler:

    Aha.

  7. uwe hauptschueler arbeitet wie die Ankläger bei den Hexenprozessen in Europa.

    Der Sündenbock ist klar und der nötige Beweis wird zurechtgeschwurbelt. Belege? Brauchen wir nicht. Dafür gibt es die Abteilung „Hochnotpeinliche Befragung“.

  8. @uwe hauptschueler:

    Können Sie sich wirklich nicht vorstellen, dass Menschen, die z.B. an Hexen glauben, eher bereit sind, anderen Menschen zuzuhören, deren persönlicher Hintergrund ebenfalls ein Glaubenssystem (wie z.B. das Christentum) ist, als Vertretern einer areligiösen Weltanschauung?

    Warum schreiben Sie nicht einfach mal Frau Maïmouna Obot an und fragen sie, warum sie „Culture and Theology“ studiert hat?

    Oder geht bei Ihnen einfach nur der antireligiöse Beißreflex durch?

  9. Anfangs dachte ich der Titel wäre falsch. Ich hätte ganz klar erwartet, dass im 2022 der Titel eigentlich so hätte lauten sollen: “In 43 Ländern der Erde wurden vor vielen Jahren Frauen als Hexen verfolgt”. Unglaublich!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.