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„Simpelste Logik ignorieren“: Heilsteine und Homöopathie

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Die Zeit versucht offenbar, nach dem unsäglichen Astro-Heuler wieder rationalen Boden gutzumachen.

„Wissens“-Redakteur Jan Schweitzer schreibt über (in Wasser eingelegte) Heilsteine und Homöopathie:

Schon bewundernswert, was die Steine alles leisten sollen. Da liegen sie seit Millionen Jahren so vor sich hin, kommt aber der richtige Moment, wissen sie, was zu tun ist, und übertragen ihre Energie. Auch die uneigennützige Leistung des Wassers sollte man erwähnen: Es muss loslassen können, nämlich jene Energie prompt weitergeben, die es doch gerade erst vom Stein bekommen hat.

Das Wasser kennt das aber schon, aus der Homöopathie.

Großes Aber:

Wenn ein Stein über Nacht oder sogar mehrere Tage lang im Wasser gelegen hat (oder wenn eine homöopathische Substanz verdünnt wurde), dann landen in dem Gefäß immer auch Partikel, die in der Luft herumschwirren. Und das Gefäß selbst wird auch nie ganz sauber sein, es können sich etwa noch winzige Reste des Spülmaschinentabs darin befinden (welche Wirkung haben eigentlich nichtionische Tenside?) – all das müsste das Wasser hartnäckig ignorieren.

Womit wir bei den Anwendern von Heilsteinen, Heilsteinwasser und Homöopathika wären. Die müssen ja auch einiges ignorieren. Simpelste Logik etwa.

Zum Weiterlesen:

  • Heilsteine werden gegen Husten und Liebeskummer angewendet. Und das soll helfen? Zeit Nr. 45/2020 und bei Zeit+
  • Was sollen „Heilsteine“ im Wasser? medwatch am 29. April 2020
  • SITP-Vortragsvideo: Heilsteine – Naturprodukt mit magischen Kräften oder dekorativer Schrott? GWUP-Blog am 2. Oktober 2018
  • Heilsteine: Kinder brauchen Fantasie – aber keinen blanken Unsinn! Susannchen braucht keine Globuli am 15. September 2017
  • Mineralmagie und schwingende Kristalle, Skeptiker 1/2002
  • Globuli-„Tatort“ am Sonntag: Sanfte Medizin, kranke Geschäfte, GWUP-Blog am 23. Oktober 2020

4 Kommentare

  1. Endlich wird Homöopathie dort verortet, wo sie hingehört: in die Esoterikecke. Es ist doch auch absurd, dass Menschen bereit sind an Potenzierung, also Verdünnung, zu glauben. Allein der Schwachsinn, ist doch unglaublich.

    Im Wasser oder Alkohol sind unzählige Stoffe in kleinsten Mengen enthalten, aber beim Potenzieren werden nur die Informationen der Ursubstanz wie Hundekot, Blei oder zerdrückte Biene potenziert? Alle die Anderen Stoffe nicht, völlig absurd .

    Aber egal , das Marketing der Pharmafirmen hat gewirkt. Alles sanft, natürlich und ohne Nebenwirkungen

  2. @ Titus

    Wieso „endlich“. Homöopathie steht schon lange in dieser Ecke. Es kommt zum Glück in den letzten Jahren halt immer mehr im „Mainstream“ an (mit auch zum Glück immer weniger werdenden unrühmlichen Ausnahmen).

    Verabschieden sollte man sich auch von der Vorstellung, dass die Menschen deswegen Homöopathie verwenden, weil sie an Potenzierung glauben.

    Die allermeisten Anwender haben gar keine Ahnung, wie das Zeug angeblich funktionieren soll. Bei mir/Nachbarn/Freund/Schwippschwager hat es „gewirkt“ reicht im Regelfall aus.

  3. „Mogelpackung: Homöopathie soll ins bayerische Gesundheitsministerium“:

    https://hpd.de/artikel/mogelpackung-homoeopathie-ins-bayerische-gesundheitsministerium-18634

  4. Dann weiß ich schon ganz bestimmt, wen ich heuer für das Goldene Brett nominiere.
    Bayern ist und bleibt wohl eine Hochburg der Esoterik. Traurig!

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