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Buchtipp: „Kleine Gase, große Wirkung – der Klimawandel“

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Bento hat mit den beiden WiWi-Studenten David Nelles und Christian Serrer gesprochen, die das Jugendsachbuch

Kleine Gase – große Wirkung: Der Klimawandel

geschrieben haben.

Bento: Ihr hattet Hilfe aus der Wissenschaft. Wie reagieren renommierte Professorinnen und Professoren, wenn zwei BWL-Studenten anrufen, die Deutschland mal eben die Klimakrise erklären wollen?

David Nelles: Anfangs gab es eine gewisse Skepsis. Die forschen ihr Leben lang zu komplexen Themen – und dann kamen wir zwei daher und wollten mitreden. Die meisten haben uns aber sehr gerne unterstützt. Insgesamt haben rund 120 Wissenschaftler an dem Buch mitgewirkt.

Bento: Was hat euch bei der Recherche am meisten überrrascht?

Christian Serrer: Mich hat am meisten erschüttert, wie stark das Klima unsere Gesundheit gefährdet – auch hier bei uns. Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Pollenallergien, tropische Krankheiten, das nimmt alles zu – auch hier bei uns. In der Wissenschaft wird die Erderwärmung schon jetzt als größte globale Gesundheitsgefahr bezeichnet.

David: Mich hat am meisten beeindruckt, dass der Klimawandel alle Bereiche unseres Lebens betrifft. Durch die Recherche haben wir die Probleme des Klimawandels wie ein Mosaik zusammensetzen können – erst dadurch wurde mir das enorme Ausmaß des Ganzen bewusst. Da denkst du dir einfach nur: wow!

bento: Wie seid ihr mit widersprüchlichen Informationen oder Auffassungen umgegangen?

David: Bei den Themen, die wir erklären, gibt es kaum grundlegende Widersprüche. In den Grundfragen ist sich die Wissenschaft einig. Wenn es doch einmal unterschiedliche Auffassungen oder Unsicherheiten gab, haben wir das klar benannt.

bento: Und wenn jemand sagt: Was wir in Deutschland machen, ist eh scheißegal?

Christian: (lacht) Das ist mein Lieblingsargument. Da freue ich mich bei jedem Vortrag drauf. Nach dieser Logik müssten wir 40 Prozent der globalen Emissionen unangetastet lassen – denn das ist die Summe der Ausstöße aller Länder, die noch weniger C02 produzieren als Deutschland.

Das Buch kann man für fünf Euro über die Webseite klimawandel-buch.de bestellen.

Und da wir gerade bei kostengünstigen Jugendbüchern zu wichtigen aktuellen Themen sind:

Auch das gibt es für sechs Euro.

Zum Weiterlesen:

  • Aktiwissmus: Das Bilderbuch zur Klimakrise kommt von zwei BWL-Studenten, bento am 29. November 2019
  • Philipp Steffan: Sag was! Radikal höflich gegen Rechtspopulismus argumentieren. Oetinger Taschenbuch Verlag 2019, 80 Seiten, 6 €
  • David und Christian erklären den Klimawandel, Deutschandfunk Nova am 10. März 2019
  • Video: Warum es nur 1,5 Grad wärmer werden darf, Spiegel-Online am 30. November 2019
  • Ein Forscher sagte schon 1977 den Klimawandel voraus – leider arbeitete er bei Exxon, Spiegel-Online am 30. November 2019
  • Vortrag in Nürnberg: „Klimawandel – Fakt oder Fake?“ GWUP-Blog am 25. November 2019
  • Video: Klimamythen debunked – Empirische Evidenz für die Erwärmung, GWUP-Blog am 21. November 2019

3 Kommentare

  1. Warmes Klima und hohe Lebenserwartung schließen einander nicht aus. Es gibt einige Länder in denen ist es, zum Teil deutlich, wärmer als in Deutschland und trotzdem ist die Lebenserwartung dort höher. Die Jahresdurchschnittstemperatur Hongkongs ist 13° C höher und die Lebenserwartung 2 Jahre.

    „…Mich hat am meisten erschüttert, wie stark das Klima unsere Gesundheit gefährdet – auch hier bei uns. Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Pollenallergien, tropische Krankheiten, das nimmt alles zu – auch hier bei uns.…“

    Klimahysterie scheint krank zu machen.

  2. @uwe hauptschueler:

    Klimahysterie scheint krank zu machen.

    Nicht unbedingt, das ist eigentlich allgemeiner Konsens, z.B.:

    https://www.netdoktor.at/krankheit/klimawandel/so-wirkt-sich-der-klimawandel-auf-die-gesundheit-aus-6934900

    https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Indirekte_Auswirkungen_des_Klimawandels_auf_die_Gesundheit

    https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/klimawandel-gesundheit

    Es geht eher nicht um eine durchschnittliche Lebenserwartung (die statistisch z.B. von der Säuglings-/Kindersterblichkeit und anderen Faktoren beeinflusst wird), sondern um konkrete Risiken für einen bestimmten Teil der Bevölkerung, insb. alte Menschen, Babys, Patienten mit kardiovaskulären, respiratorischen und anderen chronischen Erkrankungen, Allergiker (wg. steigender Pollenbelastung) etc.

    Bekannt ist z.B., dass Australien ein gewaltiges Problem mit sonnenbedingtem Hautkrebs hat. Trotzdem ist die durchschnittliche Lebenserwartung sogar höher als in Deutschland – was aber nichts über den Einzelfall aussagt.

  3. Ein etwas seltsamer Beitrag:
    https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/welche-rolle-spielt-kohlendioxid-fuer-das-klima-der-erde-und-was-wuerde-passieren-wenn-man-es-komplett-aus-der-atmosphaere-entfernen-wuerde
    Natürlich ist klar, daß wir einen gewissen Treibhauseffekt (durch CO2 u Co) brauchen, aber was will man damit sagen?
    Hier kann man den alten Spruch bringen: Die Dosis macht das Gift…

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