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Buchtipp: „Bedienungsanleitung für deinen Verstand“ – das neue skeptische Standardwerk

| 2 Kommentare

Wie soll man eine Rezension über ein Buch schreiben, von dem man am liebsten jeden einzelnen Satz zitieren möchte?

Am besten lässt man es – und spricht nur eine uneingeschränkte Empfehlung aus.

Die deutsche Ausgabe von Steven Novellas „The Skeptics’ Guide to the Universe“ ist schlicht gesagt das skeptische Standardwerk schlechthin. Die prallen (und unbebilderten) 500 Seiten sind …

… quasi eine Schutzimpfung gegen minderwertige Wissenschaft, Täuschung und Denkfehler.

Man kann willkürlich eine beliebige Seite aufschlagen und liest sich sofort fest – sogar dann, wenn man in dem jeweiligen Thema bereits zu Hause ist und die Ausführungen für langjährige Skeptiker nicht hochaktuell und auch nicht vollständig sind. Ein paar Probeversuche:

Seite 63: Der Dunning-Kruger-Effekt, eingeordnet in den Teilbereich „Metakognition“ als eines von vier Kernkonzepten des wissenschaftlichen Skeptizismus („salopp ausgedrückt, bedeutet das, über das Denken nachzudenken. Die Metakognition ergründet, inwieweit unser Denkvermögen von Verzerrungen beeinflusst wird.).

Seite 93: Thema hier ist „Argumentation und logische Fehlschlüsse“. Novella skizziert das „Argumentum ad ignorantiam“ („Das Nichtvorhandensein einer anderen Erklärung bedeutet nur, dass wir etwas nicht wissen – es heißt aber nicht, dass wir uns einfach eine andere Erklärung dafür ausdenken dürfen.“).

www.theskepticsguide.org/about/steven-novella

Seite 241: „Hexenjagden“ als Unterpunkt zum Thema „Verschwörungstheorien“ im Teilbereich „Wissenschaft und Pseudowissenschaft“. Es geht um Salem 1692 und die sechs klassischen Elemente einer „Hexenjagd“ bis hin zur aktuellen „Satanic Panic“.

Seite 357: „Verrücktes Hollywood“. Im Fokus dieses Kapitels stehen die Kapriziösen diverser Promis wie Jenny McCarthy oder Gwyneth Paltrow.

Seite 404: „Wir man einen wissenschaftlichen Artikel prüft“. Gehört zum Oberkapitel „Wissenschaftsjournalismus“, davor erklärt Novella auch die Crux mit der „falschen Ausgewogenheit“.

Seite 453: „Skeptizismus in der Kindererziehung“ als Teilaspekt des Schlusskapitels „Skeptisch leben“.

Ja – das Buch ist wirklich so vielfältig. Sollte man gelesen haben.

Zum Weiterlesen:

2 Kommentare

  1. Ist bestellt – und wehe das taugt nix! ;)

  2. Habs gerade quergelesen, sehr gutes Buch. Die einzelnen Kapitel kann man gut und gerne mal kopieren und an jemanden weiterleiten. Ein Klassiker würde ich sagen, das beste Buch seit Carl Sagans DER DRACHE IN MEINER GARAGE, das man jemanden in die Hand drücken kann der sagt „Skeptiker, find ich interessant, worum geht es da genau?“

    Das Buch liefert Antworten auf die Frage, was ist eigentlich ein wissenschaftlicher Skeptizismus und womit beschäftigt die Szene sich so. Die Autoreninfos sind irgendwie untergegangen, aber gut, wer SGU kennt, weiß ja um wen es sich handelt.

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